Neunundneunzig

So alt war meine Omi, als sie letzte Nacht friedlich für immer eingeschlafen ist 😥

Und auch, wenn bei Menschen über Neunzig der Tod nicht mehr plötzlich und unerwartet kommt, war es bei meiner Oma doch überraschend. Bis zuletzt war sie erstaunlich fit, konnte sich größtenteils selbst versorgen und immer noch gut laufen. Erst vor drei Jahren kam sie ins betreute Wohnen, vorher lebte sie mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienst in ihrer eigenen Wohnung.

Mein Großer hatte von je her eine besondere Beziehung zu ihr. Er hat sie oft besucht, sie hatten ihre kleinen Rituale entwickelt, er durfte immer auf ihrem Rollator mitfahren und er hatte sogar ein paar Spielsachen bei ihr. Aufgrund ihres Alters, und vielleicht war es auch beginnende Demenz, ließ ihr Gedächtnis nach. Menschen, die sie selten besuchte, erkannte sie zwar noch als irgendwie bekannt, konnte sie aber nicht mehr zuordnen oder sich an den Namen erinnern. Ich war schon lange Zeit nur noch die Mama des Großen, mein Papa war ihr nur noch als ihr Sohn bekannt, aber meinen Großen nannte sie immer beim Namen.

Ich weiß noch nicht so richtig, wie ich ihm das beibringen soll, es ist der erste Todesfall in seinem bewussten Leben (seine andere Uroma starb, als er 1,5 Jahre alt war und er hatte sie nur einmal kurz gesehen). Der Tod gehört zum Leben dazu, ich werde das nicht vor ihm verheimlichen.

Am 11. April wäre meine Oma 100 Jahre alt geworden und wir hatten eine große Feier mit allen Familienmitgliedern geplant. Jetzt werden wir sie wohl an diesem Tag beerdigen, sich an ihr Leben erinnern und dieses feiern.

Mach’s gut, Omi!

Frühlingsfisch

Frühlingsfische sind eine eher seltene Spezies, die es nur an maximal einem Tag im Jahr geben kann, in manchen Jahren sogar gar nicht. 

Seit gestern bereichert ein weibliches Exemplar dieser Gattung unser Leben.

Hatte es zunächst gestern wieder so ausgesehen, als würde es nur ein weiterer Fehlalarm sein, ging es am Ende dann doch recht fix und um 17:43 Uhr war unser kleines Mädchen auf der Welt. Soweit wir das überschauen können, ist alles so, wie es sein sollte und allen Beteiligten geht es gut.

Der große Bruder hat uns gestern am Telefon noch nicht glauben wollen, dass er jetzt eine Schwester hat, vermutlich muss er sie erst mit eigenen Augen sehen. Ich bin sehr gespannt auf seine Reaktionen, wenn er dann aus dem Kindergarten nach Hause kommt 🙂

Die Katzen sind noch sehr skeptisch ob des neuen Mitbewohners. Die kleine Dachschadenkatze hat die Hosen gehörig voll und traut sich nicht mal ins selbe Zimmer. Die große Katze schnuppert neugierig, aber wagt sich noch nicht richtig nah ans Baby heran.

Ausführlicher Bericht folgt.