Neulich auf Facebook

Mitunter gebe ich mich diesem Neuland hin und bewege mich im Internet. Dabei bevorzuge ich Facebook als soziales Medium. Dort bin ich auf eine Gruppe gestoßen, deren Hauptaufgabe es ist, in diversen anderen Gruppen den Impfgegnern und Berufsschwurblern mit handfesten Argumenten Einhalt zu gebieten. Bekanntermaßen ist das ein äußerst enervierender und kraftraubender Akt und so werden in dieser Gruppe immer wieder mal völlig artfremde Diskussionen vom Zaun gebrochen. Katzenbilder gibt es übrigens jeden zweiten Tag 😉

Heute nun regte sich aus aktuellem Anlass ein Mitglied über alte Leute und ihre Marotten auf. Immer im Weg stehend, ständig grantelnd, damals war eh alles besser. Nun mag ich Verallgemeinerungen gar nicht, alte Menschen hingegen schon und äußerte mich entsprechend. Daraufhin wurde der Fokus korrigiert und auf grundsätzlich meckernde Menschen eingenordet. Und da kann ich mitreden. Gerne und viel! Und weil das eine geschlossene Facebookgruppe ist, kopiere ich meine Kommentare eine hier in diesen Blogpost. 🙂

Um mal eine Lanze für die Alten zu brechen: war heute (kurz) im Drogeriemarkt (Windeln) und meine kranke Tochter durfte einen dieser Kindereinkaufswagen schieben, der genauso wie seine größeren Brüder extrem schlechtgängige Rollen hatte und dadurch heftige Zickzacklinien fuhr. Eine der Omis freute sich über den Anblick, ging extra zur Seite und feuerte die Kleene an. Dazu lobte sie noch ihre tolle Mithilfe und hielt einen Miniplausch mit mir.

Zu den Ewig-Meckernden hab ich auch nen Beitrag:
Vor einigen Jahren waren mein Mann, mein frisches Kindlein (2 Monate) und ich zum Hexenbrennen bei den Sorben. Das ist eine nette Freiluftveranstaltung, den die sorbischen Studenten in Ossistadt organisieren, mit Speis, Trank und Musik und großem Lagerfeuer, bei der am Höhepunkt des Tages eine Hexe aus Stroh und Lumpen verbrannt wird. Dieses Ereignis dient den hiesigen Studentenelferräten als nettes, ungezwungenes Come-Together, zum gediegenen Biertrinken und vor allem zum Plauschen.
Als frischgebackene Mutter sind Kontakte außerhalb von Mamigruppen eher rar und so war ich dankbar, an diesem Event teilnehmen zu dürfen. Zu später Stunde saßen wir ums Lagerfeuer, das Kindlein schlief friedlich im Kinderwagen, wir schwatzten über Gott und die Welt, als uns auf einmal ein Mit-Elferrätler anging, was wir doch für Rabeneltern wären, dass wir um diese Zeit – es ging auf Mitternacht zu – noch mit dem Kind draußen wären und wir wären total verantwortungslos. Zur Erinnerung: wir saßen am Lagerfeuer, an frischer Luft, unterhielten uns, im Hintergrund spielte in Wohnzimmerlautstärke die Musik und das Kind schlief friedlich.
Ich wusste gar nicht, was ich darauf sagen sollte, so baff war ich. Selbst heute noch, knapp 7 Jahre später, regt mich diese Geschichte auf.

Wir feiern unseren Hochzeitstag traditionell beim Griechen. Find ich deshalb gut, weil mein Mann keinen Ouzo mag und ich seinen Gratis-Ouzo immer mittrinken darf, aber das nur nebenbei. 😉
Natürlich sind unsere Kinder immer mit dabei und wir sitzen da auch gerne mal länger. Die Kinder finden das Stillsitzen irgendwann doof und laufen durch das Restaurant. Die Kellner machen dann extra theatralische Gesten, wenn sie mit dem Essen um die Kinder balancieren. Anfangs hatte ich noch Angst, dass wir ermahnt würden, unsere Kinder doch am Platz zu behalten, weil sie den Betrieb stören würden.
Doch ganz im Gegenteil, zu späterer Stunde plauschten die Kellner mit uns und meinten, sie fänden es toll, dass wir die Kinder dabei hätten und auch um diese Uhrzeit. Sie könnten gar nicht verstehen, warum die Deutschen ihre Kinder immer so zeitig ins Bett bringen würden, in Griechenland wäre es völlig normal, dass die Kinder an Feierlichkeiten teilnehmen und auch bis spät aufblieben. Dann schenkten sie beiden Kindern noch einen Lutscher und wünschten uns einen schönen Abend.

Vielleicht habt ihr ja ähnliche Beispiele. Mit alten Menschen. Oder mit Jungen. Oder mit den Alt-Geborenen.

Wie geht ihr mit Einladungen und euren Kindern um? Wurdet ihr auch schon beschimpft? Oder seid ihr Befürworter der festen Bett-Geh-Zeiten?

Gedankenstenograph

Oh, wie gerne hätte ich so ein Gerät, welches meine Gedanken beim Denken mitstenografiert.

Besonders nachts liege ich oft noch einige Zeit wach und denke nach. Über den Tag. Über zukünftige Pläne. Über Vergangenes.

In letzter Zeit „schreibe“ ich ganz häufig meine Blogeinträge in der Nacht. Ich feile in Gedanken an den Ausdrücken, an der Struktur, an den Kernaussagen. Um tatsächlich wieder aufzustehen, um mich an den Rechner zu setzen und die Geschichte wirklich niederzuschreiben, dazu bin ich meist zu müde. Was ich höchst schade finde, da ich besonders abends und nachts am kreativsten bin.

Vor einiger Zeit hatte ich sogar mal angefangen, einen Krimiroman in meinem Kopf zu schreiben. Tatort, Opfer und die ersten polizeilichen Ermittlungen waren alle schon fertig. Da ich aber nicht wusste, wer der Mörder sein sollte, stockte ich in meinen Gedanken und der Fall kam nie zur Auflösung. Auch, weil er eben nur in meinem Kopf existierte. Ich denke, wenn man erstmal die ersten 10.000 Wörter verfasst hat, kommen die nächsten 10-20.000 fast von allein.

So lange es also den Gedankenstenograf nicht gibt, werden viele Geschichten unerzählt bleiben, was ich sehr, sehr schade finde. Nicht unbedingt, weil ich finde, dass all diese Geschichten wirklich erzählens- oder lesenswert sind, aber weil sie wertvollen Platz in meinem Kopf wegnehmen.

Oder aber ich raffe mich eben doch mitten in der Nacht auf und halte alles auf herkömmliche Weise fest.