Erster Wurf

Gestern Abend, aus einer Weinlaune heraus, schaute ich bei monster.de vorbei und startete spaßeshalber einen Suchlauf. Ich rechnete nicht mit irgendwas brauchbarem, aber gleich das erste Stellenangebot sah sehr verlockend aus. Ich bastelte ein paar Formulierungen zusammen, die alkoholinduzierte Kreativität ausnutzend. Heute morgen, mit nüchternerm Urteilsvermögen, verfeinerte ich die Texte, schrieb neu, löschte, verfluchte mich und mein Schicksal, diesen doofen Bewerbungskram überhaupt machen zu müssen, schaute hier, klaute da – und schon nach 5 Stunden war das Anschreiben fertig. Selbst mein superkritischer Mann fand den Text gut und nur ein paar kleinere Satzfehler.

Einmal tief durchgepustet, Mail mit der Bewerbung im Anhang verfasst, Augen zu und auf „Absenden“ geklickt.

Jetzt bin ich also ganz offiziell drin im Bewerbungsrennen. Wer möchte, darf mir gerne positive Gedanken senden oder zu einer hübschen Waldnymphe beten oder was auch immer die göttlichen Kräfte veranlassen möge, ein wenig Glück in meine Richtung zu schubsen. Nur bitte kein Daumen drücken, das hat mir in der Vergangenheit kein Glück gebracht 🙂

Der 9er Blog hat Geburtstag!

Vor genau einem Jahr erschien mein erster Beitrag hier auf dem 9er Blog \o/

Die Bar ist geöffnet und Kekse gibt’s auch. Bedient euch 🙂

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Es war ein turbulentes Jahr. Es begann mit einem positiven Schwangerschaftstest, doch die Freude darüber dauerte nur gut eine Woche, dann verabschiedete sich der Krümel. Zum Glück wurde der Platz ganz schnell von Krümeline eingenommen, welche mir eine recht beschwerliche Schwangerschaft mit einem allerdings fantastischen Ergebnis bescherte.

So nebenbei plante ich unseren Englandurlaub, und das sogar so gut, dass wir drei traumhafte Wochen auf der Insel hatten.

Ansonsten gab es jede Menge Dies und Das, Höhen und Tiefen, die kleinen Alltagsfreuden und -dramen. Wie es in einem stinknormalen Leben eben so üblich ist.

Überrascht hat mich, dass sich im Laufe der Zeit 23 Leser eingefunden haben, die sich genau dafür interessieren. Vielen Dank euch allen ❤

Ebenso überrascht hat mich, dass ich es tatsächlich geschafft habe, regelmäßig zu schreiben. Dies ist mein 3. oder 4. Anlauf im Blogbusiness und bisher habe ich nie länger als einen Monat durchgehalten.

Im nächsten Jahr sind die letzten zwei Artikel zur Englandreise, weitere allgemeine Tipps zum Elternsein, Neuigkeiten rund um meine Familie, weitere Häkelprojekte und eine längere Serie über meine Psycho-Vergangenheit geplant. Ich bin gespannt, ob der Plan so aufgeht und in welche Richtung sich der Blog weiter entwickeln wird.

Genug der Worte:

Nexus

Im 7. Teil der Star Trek Filmreihe gibt es ein Gespräch zwischen Picard und Guinan, in dem sie versucht, den Nexus zu beschreiben: „als wäre man im Innern des Glücks, als ob das Glück etwas greifbares wäre, in das man sich einwickelt wie in eine Bettdecke“.
Seit ich diesen, im übrigen eher mittelmäßigen, Film das erste Mal gesehen habe, kommt mir diese Beschreibung immer wieder in den Sinn, meistens unerwartet und ich weiß, dass ich gerade einen seltenen Moment des Glücks genießen darf.

Aktuell drängelte sich der Vergleich in meinen Kopf, als ich meinen Mann auf dem Sofa neben seiner Tochter sitzen sehe und beide friedlich schlummern. Ich wickel mich in den Moment ein wie in eine Decke, beobachte die beiden und wisch mir ein Tränchen aus dem Augenwinkel.

Teetassenmission – Nachtrag

Manchmal hilft es ja, wenn man lange und laut genug jammert 🙂

Als ich mal wieder eines Abends mit meinem Schicksal haderte, meinen Tee aus so einer Minitasse trinken zu müssen, offenbarte mir mein Mann, dass er immer fleißig im Supermarkt nach einem Ersatz schaue, die aber meine originale Tasse nicht haben. Nur sein Modell und eines in Orange.

Ich schaute ihn ein wenig entgeistert an, bin ich doch bisher immer davon ausgegangen, dass sie gar keine großen Tassen mehr hätten. Hätten wir also mal eher richtig drüber gesprochen und hätte er es nicht wie immer zu perfekt machen wollen, hätte ich schon seit Monaten eine große Tasse haben können. Hmpf.

Meckern nützt ja nun auch nichts mehr und gleich am nächsten Tag hat er mir dann die große, orangene Teetasse mitgebracht, aus der ich jetzt genüsslich meinen Tee schlürfe.

Manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge, die einen glücklich machen 🙂

Gesundes Neues Jahr

Ich hoffe, alle sind gut im neuen Jahr angekommen und auch die Kopfschmerzen halten sich in Grenzen 😉

Vor genau 10 Jahren allerdings war für mich das gesunde neue Jahr bereits nach 3 Stunden vorbei. Wir waren Skifahren in Obertauern und feierten Silvester in einer der Skihütten direkt neben der Piste. Die Hütte war ein wenig größer, mit einer Galerie, um mehr Leute unterzubringen. Und an der Unterseite der Galerie waren die riesigen Lautsprecher montiert, direkt am Rand über der Tanzfläche.

Der Abend lief mehr schlecht als recht, ich fühlte mich nicht sonderlich wohl und von daher trank ich möglicherweise mehr als mir gut tat. Und je später der Abend wurde, umso ausgelassener wurde auch ich. Dazu verbesserte sich die Musik auch spürbar, weg von den obligatorischen Aprés-Ski-Hits zur normalen Partymucke. Und irgendwann lief dann Offspring und ich hüpfte ausgelassen auf der relativ leeren Tanzfläche herum, wirbelte meine Arme umher und *rumms* traf mit einem satten Handkantenschlag einen der tiefhängenden Lautsprecher.

Ich war mit einem Schlag nüchtern, der Schmerz zuckte heftig bis in die Schulter, aber verschwand dann auch relativ schnell wieder. Trotzdem war mir nicht mehr zum feiern zumute und so bin ich in unsere Pension gegangen und habe mich schlafen gelegt.

Am nächsten Morgen versuchte ich mich anzuziehen, aber bei jeder Bewegung meiner rechten Hand tat diese weh. Als ich eine Jacke mit engen Bündchen an den Ärmeln anziehen wollte, ging gar nix mehr und ich entschied mich, dann doch mal zum Arzt zu gehen. Während meine Mitreisenden ihren Kater auf der Piste kurierten, watschelte ich in den Ort und verbrachte den Vormittag in der chirurgischen Praxis. Dort wurde dann eine Spiralfraktur am Mittelhandknochen des kleinen Fingers festgestellt, die zum Glück aber nicht verschoben war. Sie konnte also problemlos eingegipst und ich wieder auf die Menschheit losgelassen werden.

Ich informierte meinen Freund beim Mittagessen darüber und machte mich dann daran, meinen teuren Skipass wieder zurück zu geben und wenigstens einen Teil des Geldes erstattet zu bekommen. War alles kein Problem, kommt dort vermutlich häufiger vor, bis auf die Tatsache, dass ich den Erhalt des Geldes mit einer Unterschrift bestätigen sollte. Statt zu unterschreiben, bekam ich erstmal einen Lachflash, weil ich als Rechtshänder mit links kaum den Stift halten, geschweige denn eine brauchbare Unterschrift leisten konnte. Ich malte also ein paar lustige Krakel auf das Formular, bekam mein Geld und verbrachte den restlichen Urlaub mehr oder weniger allein in einer Skihütte direkt neben unserer Pension.

Und hier für die medizinisch interessierten noch die Röntgenbilder von damals:

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Aberglaube

Ich bin eher weniger abergläubisch. Ich habe eine schwarze Katze, die mehrmals täglich von links nach rechts und wieder zurück über mich drüber läuft, bis sie endlich ihre Schlafposition gefunden hat. Ich gehe nicht unter Leitern durch, weil ich mir eher den Kopp anhauen und dabei den Leiternden vom Arbeitsgerät schubsen würde. Wenn ich Salz umkippe, dann feg ich es eben wieder auf. Ich freu mich, wenn ich ein vierblättriges Kleeblatt finde, nur um kurze Zeit später festzustellen, dass dies eine Wiese mit eigens gezüchtetem vierblättrigen Klee ist. Ich streichel auch keine Hasenpfoten, es sei denn, diese sind noch am lebendigen Hasen dran, aber bei meinem Glück würde mir das Viech beim Versuch eher in die Hand beißen.

Aber es gibt einige Sachen, da bin ich ganz fürchterlich abergläubisch. Wenn wir beispielsweise auf der Autobahn unterwegs sind und mein Mann auf etwa der Hälfte der Strecke meint „ist aber schön leer heute, da sind wir bestimmt ganz schnell da„, da werd ich grantig und fauche „beschrei es nur nicht„. Und prompt, keine 5 Kilometer später wartet der Megastau. Mittlerweile verkneift sich mein Mann solche Aussagen. Die Staus finden wir trotzdem.

Ähnlich ist es bei mir und der Aussage „ich freu mich drauf„. Sobald ich das zu einem bevorstehenden Ereignis anmerke, dann ich mir selbiges auch schenken. Es ist tatsächlich noch nie vorgekommen, dass dann noch was gescheites bei rausgekommen ist. Ich hab es immer mal wieder probiert. Bei kleinen Dingen. Bei bombensicher geplanten Sachen. Trotzdem kam immer nur Murks raus.
Also schenke ich mir diese Aussagen. Stattdessen bin ich gespannt darauf. Oder ich kann es kaum erwarten.

Mei, was bin ich gespannt auf den Krümel und hoffentlich sind die 9 Monate bald rum 😉

P.S. Kennt ihr noch den abergläubischen Spruch, gerne bei großen Feiern, wo es auch mal ein wenig eng wird: „Wer das Tischbein zwischen den Beinen hat, bekommt eine böse Schwiegermutter„? Hab ich nie was drauf gegeben und saß bevorzugt an diesen Stellen, wollte ja sonst keiner hin.
Leider ist dieser Aberglaube mehr als berechtigt. In echt jetzt!

Vom Glück des Lebens

Sonntags ist immer Sendung mit der Maus Zeit für alle großen und kleinen Mitglieder unserer Familie. Heut gab es allerdings eine Sondersendung mit dem Titel Vom Glück des Lebens (Link zur ARD-Mediathek), wo im typischen Mausstil die Entstehung eines Babies von der Zeugung bis zur Geburt erklärt und mit tollen Bildern gezeigt wurde. Wir hatten die Hoffnung, dass der Film beim Kleenen Interesse und vielleicht auch Erkennen weckt, warum Mamas Bauch denn immer mehr wird.
Aber leider nix.

Während des Filmes wurden ganz viele Ultraschallaufnahmen gezeigt, unter anderem eine, in der man sieht, wie das Baby im Bauch ins Fruchtwasser pullert, es muss ja schließlich alles üben, also auch das.
Meinen Mann hat diese Szene nachhaltig beeindruckt und er meinte später zu mir: Also, so ein bissl eklig ist das ja schon, oder?

Ich konnte daraufhin nur antworten: Was soll das Kind denn machen? Es kann ja schlecht mal eben fix vor die Tür gehen 😀

Männer!