Arztwechsel – Update

Und dann war ja noch dieses leidige Thema.

Ich hatte die gelben Seiten konsultiert und eine Ärztin mit dem schönen Vornamen Claudia herausgesucht in der Hoffnung, dass dieser Name eine Ärztin meines Alters schmückt. Tja, knapp daneben, die Gute wird wohl in den nächsten Jahren in Rente gehen.

Nichtsdestotrotz war sie energisch und mitfühlend. Als ich ihr von den Symptomen erzählte und wie sehr mich das nervt und wie weh mir alles tut, meine sie, dass das durchaus verständlich ist. Es braucht nicht viel und dieses kleine Wort „verständlich“ zeigte mir, dass ich hier gut aufgehoben war. Sie horchte meine Lunge ausgiebig ab und machte direkt danach einen Lungenfunktionstest, der zwar kein richtig eindeutiges Bild ergab, aber zumindest auf eine bestimmte Richtung hinwies: allergisches Asthma.

Hatte ich ganz früher mal, als ich mit Kumpels an einem heißen Sommertag eine Radtour durch blühende Sommerwiesen machte und ich an einem leichten Anstieg dachte, ich muss sterben. Damals hab ich einen Inhalator für solche Notfälle bekommen, seitdem aber blühende Wiesen – und Radtouren – gemieden und den Inhalator irgendwann entsorgt.

Da ich auch diesen Sommer nicht geradelt bin und immer noch Sommerwiesen meide und auch nicht diese akute Atemnot hatte, dachte ich überhaupt nicht an sowas. Die Ärztin bestellte mich für den nächsten Morgen ein, um Blut für diverse Tests abzuzapfen und am Montag sollte ich wieder kommen, dann lägen die Ergebnisse vor. Sie würde einfach mal alles testen: Schilddrüse, Leber, Embolie, Entzündungen, etc.

Am Montag stand ich also wieder bei ihr auf der Matte und sie ging die Testergebnisse durch. Alles schick, keine Auffälligkeiten bis auf die Entzündung, was sie in ihrer Vermutung bestätigte: eine leichte Lungenentzündung durch die vor 4 Wochen eingefangene Bronchitis, die durch meine Allergievorbelastung und das sehr warme Wetter begünstigt, in die Lunge gewandert ist und sich dort festgesetzt hat.

Therapie: viel trinken und Thymiverlan nehmen und aufs Beste hoffen. Die Medizin hilft ganz gut, da kommt ein Haufen Schmodder raus und der Husten ist nicht mehr so quälend. Wird wohl aber trotzdem noch 2-3 Wochen dauern, bis es ganz weg ist.

Davon völlig unabhängig war ich vor 1,5 Monaten zur Hautkrebsvorsorge und die Hautärztin ist auch Allergologin und wir besprachen meine Allergien, weil ich zu dem Zeitpunkt so einen doofen, juckenden Ausschlag auf meinem rechten Handrücken hatte. Sie meinte, der käme sehr wahrscheinlich von meiner Pollenallergie und nicht wie von mir vermutet durch eine neue Kontaktallergie. Sie verschrieb mir eine Lotion und die hat sofort gewirkt.

Ich sollte mir zudem einen Termin für einen Allergietest geben lassen, sie würde gerne meinen aktuellen Status prüfen. Der Termin war ebenfalls jetzt am Montag und was soll ich sagen: ich glaube, ich bin gegen irgendwas allergisch 😉

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Nummer 1 ist übrigens Kochsalzlösung als neutraler Vergleich und Nummer 2 ist Histamin in Reinform, also das Zeug, auf das der Körper an sich allergisch reagiert. Die stärksten Ausschläge gab es bei Gräser/Roggen und Frühblüher (Birke/Erle/Hasel). Das kommt jetzt nicht soooo überraschend, wurde ich dagegen vor 20 Jahren bereits hyposensibilisiert.

Wir machen jetzt einfach einen neuen Hypo-Lauf gegen die Frühblüher mit 5 Spritzen, beginnend am 1. Oktober. Und wenn wir damit durch sind, gibt’s die Gräser obendrauf, soll mir ja nicht langweilig werden.

Durch dieses ganze Theater habe ich die 2. Prüfung meiner Weiterbildung erstmal auf Eis gelegt. Ich hatte letzte Woche noch versucht, mich durch das Begleitbuch zu ackern, aber mit dem Husten und der dauernden Erschöpfung war das einfach nur Qual. Wenn alles gut geht, kann ich morgen oder übermorgen wieder weiter lernen und je nachdem, wie gut ich voran komme, schreibe ich nächste oder übernächste Woche die Prüfung. Zum Glück habe ich da keinerlei Zeitdruck.

Hyposensibilisierung – ein Experiment

So als mehrfach allergiegeplagter Mensch hat man es nicht immer einfach.

Durch die Kombination von Frühblüher- und Gräser- und Getreideallergie, landläufig unter Heuschnupfen bekannt, hatte ich von Februar bis Oktober eine laufende Nase und tränende Augen. Der Zustand wurde dann direkt von den allgemeinen Erkältungswellen im Winter abgelöst, echt praktisch, damit man es sich auch ja nicht abgewöhnt. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, wurde ich dagegen hyposensibilisiert. Damals passierte das noch mit Spritzen, 2x 7 Stück, jede Woche eine, 3 Jahre lang in der allergiefreien Zeit, jeweils mit 25 Minuten Warten beim Arzt, ob nicht etwa doch ein allergischer Schock auftritt. Hatte ja sonst nix zu tun 😉

Das hat auch wunderbar angeschlagen und ich komme seitdem relativ beschwerdefrei durchs Jahr und brauch nur selten Medikamente. Leider hatte ich in der Zwischenzeit eine „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie“ entwickelt, was in einer sehr heftigen Nussallergie und ziemlich unangenehmer Obst- und Gemüseallergie resultierte. Um es abzukürzen: ich bin nicht gegen Zitrusfrüchte, Ananas, Bananen und Früchte der Kürbisgattung allergisch, der ganze Rest fällt im Rohzustand für mich flach. Lässt eine ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Ernährung zu einer sportlichen Herausforderung werden.

Das Ganze wird dann noch von einer Kontaktallergie gegen einen Salbengrundstoff und einer Pferde- und Katzenhaarallegie abgerundet \o/

Bevor jetzt jemand laut protestiert: Aber ihr habt doch Katzen?! Ja, haben wir 🙂
Von den ganzen Zipperlein mal abgesehen, hat schwanger sein auch Vorteile. Der Körper ist so mit dem werdenden Leben beschäftigt, dass er kurzerhand vergisst, auf irgendetwas allergisch zu sein. Und als ich mit dem Großen schwanger war, hab ich das ausgenutzt und eine Katze angeschafft, dann 4 Wochen gelitten und das Thema ist seitdem erledigt.

Und da so eine Obstallergie echt nervig ist, dachte ich, mach ich doch dieses Mal auch wieder so etwas. Da ich immer ganz neidisch auf meine Freunde und Kollegen guckte, die sich zwischendurch immer mal einen Apfel gönnten, sind meine Testobjekte diesmal Äpfel.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass grüne Äpfel weniger Allergene enthalten als rote, also schickte ich meinen Mann mit entsprechenden Anweisungen zum Einkauf. Er erbeutete sehr schön grüne Golden Delicious, mit denen ich das Experiment wagte.

Da ich mit den Schalen von Obst und Gemüse selbst im gekochten Zustand schon immer Schwierigkeiten hatte, schälte ich die Äpfel und knabberte vorsichtig am ersten Viertel und wartete. Aber nix passierte.
Sehr gut. Also weiter, den ganzen Apfel verputzt und auf die Reaktion gewartet. Immer noch nix.
Super. Dann den zweiten Apfel hinterher. Wieder nix.

Traumhaft. Ich hatte so lange auf den Geschmack von Äpfeln verzichten müssen und jetzt konnte ich problemlos wieder einen Apfel essen, ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wiederholte den Versuch die nächsten Tage, immer wieder mit unauffälligem Ergebnis, so dass ich es mir wirklich zur Gewohnheit machte, jeden Tag zwei Äpfel zu essen.

Mittlerweile gibt es die Sorte nicht mehr in grün, sondern in gelb und ich merke so ein leichtes Kribbeln auf der Zunge. Ich hoffe, das geht wieder weg, je mehr Äpfel ich esse. Aber bis hierhin kann ich den Versuch als Erfolg werten.

Wie es allerdings aussieht, wenn ich nicht mehr schwanger bin, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass es so bleibt und ich auch in Zukunft zwischendurch einfach mal einen Apfel essen kann.