Der Teufel im Detail

Ich mache derzeit Großputz bei uns in der Wohnung. Erstens, weil ich da echt gerade Bock drauf habe und zweitens, weil wir die Wohnung in den letzten Monaten doch arg vernachlässigt haben.

Und so putze ich Zimmer für Zimmer, das Bad ist gestern fertig geworden, ab heute ist die Küche dran. Wird vermutlich eine Woche dauern, mit Schränken von der Wand rücken, alle Schränke und Regale auswischen, großzügig entrümpeln und so weiter. Wir sind nun nicht die Riesenputzteufel, aber eine Grundsauberkeit ist uns schon wichtig.

Umso mehr erstaunte mich gerade mein Küchenfund, den ich praktischerweise mit der Innenseite meines kleinen Fingers gemacht habe. Ich kann mich nicht erinnern, wann uns das letzte Mal eine Bierflasche in der Küche runtergefallen und kaputt gegangen ist. Und ich weiß auch nicht, wie oft wir seitdem die Küche gesaugt und gewischt haben. Dennoch bohrte sich gerade eine kleine grüne Glasscherbe in meine Haut, als ich eine große Wollmausfamilie mit Küchenkrepp entsorgen wollte.

Aua!

Leichter Aufwärtstrend

Es geht bergauf. Wenn auch nur langsam, aber doch irgendwie nach oben.

Ich hab entdeckt, dass mein Mann doch eine Schmerzgrenze kennt, was den Verschmutzungsgrad der Wohnung anbelangt. Ganz selbstständig hat er am Wochenende die Küche und das Bad ein wenig auf Vordermann gebracht, was mich dann auch motivierte, im Rahmen meiner Verhältnisse mitzumachen. Gibt zwar noch eine Menge anderer Stellen, aber ein Anfang ist gemacht.

Die Waschsituation ist leider immer noch kritisch. Es ist aber auch nicht hilfreich, dass der Kleene derzeit aller 3 Nächte ins Bett pullert. Schon alleine deswegen komm ich kaum damit hinterher, den riesigen Wäscheberg tatsächlich auch mal abzubauen, weil ständig Bettlaken und Kissenbezüge (der Kleene macht Murphy alle Ehre und bettnässt mit größtmöglichem Schaden) unsere old school Wäschetrockner blockieren. Für die neumodische elektrische Variante fehlen uns sowohl Platz als auch Geld.

Das Interesse fürs Kind generell wächst auch wieder, wobei es mir dennoch schwer fällt, seine Stimmungsschwankungen und Wutanfälle zu ertragen. Da ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich einfach abschalte. Ich finde es auch sehr nervig, wenn er überhaupt nicht zuhört, unsere Hinweise nicht beachtet und nicht aus seinen Fehlern lernt, ist doch sonst so ein cleveres Kerlchen. Wenn ich ihm 3 mal sage, er soll die Katze nicht ärgern, er das aber trotzdem tut und dann – Überraschung – gekratzt wird und auf voller Lautstärke brüllt, dann fehlt mir dafür irgendwie das Verständnis. Besonders, wenn es zwei oder drei mal am selben Tag passiert. Keine Ahnung, was hier die pädagogisch wertvolle Lösung ist.

Der Tagesablauf ist immer noch gestört, genauso wie meine Nachtruhe. Derzeit sind es insgesamt nicht mehr als 5 Stunden pro Tag, verteilt in 2 Etappen. Belastbar ist anders.

Gibt also noch genügend Baustellen, doch die ersten Schritte in die richtige Richtung scheinen wohl gemacht.