Zeichen! Wunder!

Nach knapp 3 Jahren Ningeln, Nörgeln und Mails an die Hausverwaltung schreiben, war heute endlich der Fliesenleger da, um die dringend benötigte zusätzliche Fliesenreihe im Bad zu legen.

Die Badewannenduschecke war zwar gefliest, aber eben genau eine Reihe zu niedrig, so dass beim Duschen das Wasser auf den ungefliesten Bereich spritzte, von der Tapete und der darunterliegenden Gipskartonwand aufgesogen wurde und im Endergebnis herrlichster schwarzer Schimmel blühte. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, den Schimmel zu beseitigen, aber als wir dann das Grüne des Gipskartons erreicht hatten, hörten wir auf damit, denn an die Substanz wollten wir nicht ran.

Da wir nun nicht das erste Mal Probleme mit der Wohnung und Schimmel haben, hatten sich bereits der Hausmeister und der Maler, die öfter bei uns vorbeischauen, das Problem angeschaut und waren wie wir zum Schluss gekommen, dass eine Fliesenreihe fehlte. Allerdings machten uns beide wenig Hoffnung, dass sich die Hausverwaltung darum kümmern würde, das hätten schon andere versucht und sind grandios gescheitert.

Umso erstaunter war ich, als letzte Woche der Anruf kam, dass der Fliesenleger heute vorbei kommen würde. Er war extra pünktlich, schaute sich das Dilemma an und machte sich an die Arbeit. Ich fragte ihn, ob man denn etwas gegen die unsägliche Fliesenkante am Wannenrand unternehmen könnte, weil dadurch die Montage einer Duschwand unnötig verkompliziert wurde. Er wolle sich das anschauen und zeigte sich generell zuversichtlich.

Er arbeitete vor sich hin, ich räumte ein wenig in der Wohnung rum, ich mag nicht den Handwerkern die ganze Zeit auf der Pelle hängen, blieb aber in Rufweite, falls er etwas benötigte oder Fragen hat. Die Katzen beäugten ihn neugierig und schnupperten an den ganzen Gerätschaften.

Nach einer guten Stunde war er fertig und das Ergebnis ganz in Ordnung. Natürlich sind die zusätzlichen Fliesen nicht die gleichen wie die bereits vorhandenen, aber jetzt auch nicht so viel anders, dass es übertrieben hässlich ist. Die Badewannenkante hat er teilweise entfernt und die Lücke mit ordentlich Silikon abgedichtet. Besonders toll fand ich, dass er den großen Silikonstreifen auf dem Wannenrand in Eigeninitiative entfernt hat, so muss ich nicht extra in den Baumarkt und ein Lösungsmittel holen. Er ließ die Silikonkartusche mit dem Rest da, damit wir die Duschwand nach der Montage gleich mit abdichten können.

Ab heute Abend können wir wieder duschen, ab morgen sogar in die Fliesen bohren. Allerdings werde ich das aufs Wochenende verschieben, denn durch das Absenken verschieben sich auch die Löcher für die Duschwand und müssen komplett neu gebohrt werden und das muss ich erstmal in Ruhe durchdenken.

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Schimmel II

Wegen des Schimmels hat mein Mann gestern noch die Hausverwaltung angerufen und vereinbart, dass sich zuerst der Hausmeister einen Überblick verschafft und zwar ab 12 Uhr. Um 11:16 Uhr klingelte es bei uns Sturm, aber ich war gerade dabei, die Kleene zu stillen und da renn ich nicht überstürzt zur Tür, schon gar nicht, wenn der vereinbarte Termin erst eine Dreiviertelstunde später ist.

Um 5 nach 12 klingelte es erneut, der Hausmeister wies mich über die Sprechanlage darauf hin, dass der Maler um halb 12 dagewesen sei und niemanden angetroffen habe. Der Maler würde morgen noch mal vorbei schauen, wann wir denn da wären. Ab 12 Uhr, erwiderte ich, jetzt bin ich gespannt, ob der Maler es bis morgen schafft, die Uhr zu lernen.

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Da wir über kurz oder lang nicht in der Wohnung bleiben können, es sei denn, die Hausverwaltung lässt sich etwas besseres einfallen, als einmal im Jahr den Maler vorbei zu schicken, der dann mit Anti-Schimmel-Farbe über den Mist pinselt, habe ich mich direkt auf die Wohnungssuche begeben. Wir möchten gern in diesem Stadtteil bleiben, aber ob wir das hinkriegen, steht in den Sternen. Die Mietpreise sind rasant gestiegen, gleichzeitig sind freie Wohnungen generell eher rar. Nichtsdestotrotz habe ich eine Wohnung gefunden, die auf den ersten Blick recht interessant aussieht. 4 Zimmer Maisonette, 105 qm, warm 90 Euro teurer als unsere jetzige Wohnung, dafür aber auch 10 qm größer.

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Die Wohnung hätte den Vorteil, dass beide Kinder ein eigenes Zimmer hätten, wir hätten zudem 2 Klos (der Große braucht teilweise stundenlang, wenn er erstmal auf dem Thron sitzt) und das Schulproblem wäre auch gleich mit erledigt. Besichtigungstermin ist am Sonnabend, mal schauen, was da rauskommt.

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An der ganzen Sache ist nur das Timing doof. Der Italienurlaub ist gerade so verdaut, die Sache mit dem Auto hängt noch in der Warteschleife, wird aber wohl demnächst wieder aktuell werden, durch den Unfall hat meine Versicherung die Prämien um über 200 Euro erhöht, die Hausverwaltung wird pünktlich zu Weihnachten die Betriebskostenabrechnung verschicken, bei der wir mit über 800 Euro Nachzahlung rechnen und dann noch der Umzug, bei dem allein die Umzugsfirmenkosten 1000 Euro betragen werden, dazu noch Farbe für die alte und die neue Wohnung sowie der obligatorische Kleinkram, der bei jedem Umzug anfällt. Desweiteren fällt noch die Kaution an, aber vielleicht kann man darüber verhandeln, Ratenzahlung oder Stundung, bis wir die Kaution der jetzigen Wohnung wieder kriegen. Reserven haben wir gerade noch für die Nebenkostennachzahlung, alles andere müssen wir schauen, wo wir das her kriegen. Der einzige Lichtblick ist, dass wir ab April wieder mehr Geld zur Verfügung haben werden, so dass der Zeitraum, wo wir richtig zu knabbern haben werden, überschaubar ist.

Die einzelnen Punkte kommen jetzt nicht überraschend, das neue Auto wäre so oder so fällig gewesen, genauso wie irgendwann der Umzug, nur hätte ich es eben gern ein wenig verteilter gehabt und nicht alles so auf einen Schlag.

Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert!

Hinweis zu den Bildern: das ist der aktuelle Stand und nur ein Teil des ganzen Befalls und in den letzten 10 – 14 Tagen so gewachsen. Vorher war da nichts!

Schimmel

Wir hatten vor ziemlich genau einem Jahr bereits das Problem, dass sich im Flur an der Fensterecke Schimmel gebildet hat. Wir haben dies der Hausverwaltung gemeldet, die schickte einen Fensterbauer und einen Maler und beiden taten ihr Bestes, um das Problem in den Griff zu bekommen. Das ging auch ganz gut, vom Schimmel war vorerst nichts mehr zu sehen.

Doch seit einer Woche ist der Schimmel wieder da. Und wie. Die komplette Fensterecke ist dunkel, dazu die Ecke, wo die Jacken des Großen hängen, direkt neben der Wohnungstür. Außerdem zieht sich der Schimmel keilförmig die komplette Flurwand entland. Vom Fenster anfangend in ca. 2 m Höhe wird der Streifen zum Boden hin schmaler, bis er kurz vor der Schlafzimmertür, 7 Meter entfernt, aufhört. Schöne, haarige Flecken.

Und das alles innerhalb einer Woche. Wir konnten dem Schimmelwachstum quasi zuschauen. Also als erstes wieder die Hausverwaltung informieren, Frist setzen und schauen, was sie diesmal machen. Die brauchen mir gar nicht erst damit kommen, dass dies unsere Schuld ist. Wir heizen, wir lüften und draußen ist es noch nicht einmal richtig kalt.

Wird wohl aber doch über kurz oder lang auf einen Umzug hinauslaufen und darauf hab ich gerade überhaupt keinen Bock, von der Kohle mal ganz abgesehen.

Sehr ärgerlich

Zwei Tage vor Weihnachten bekamen wir ein Geschenk der besonderen Art in den Briefkasten gelegt: unsere Betriebskostenabrechnung für 2012.

Leider stand darin, dass wir für die 3 Monate, die wir in jenem Jahr in der Wohnung gewohnt haben, über 360 Euro Nebenkosten nachzahlen sollten. Dass in den letzten 3 Jahresmonaten mehr geheizt wird als im Sommer und da eine Nachzahlung nicht untypisch ist, war uns schon klar, nur fanden wir die Höhe ein wenig extrem. Aber nur so ein Gefühl haben reicht nicht aus, um wirkungsvoll etwas dagegen unternehmen zu können, weswegen ich den Rat eines Fachmanns brauchte. Ich rief bei der Verbraucherzentrale an und vereinbarte einen Termin zur Überprüfung der Abrechnung.

Ich fand mich also gestern pünktlich bei der Verbraucherzentrale ein und traf dort erstmal auf eine sehr genervte Empfangsdame. Sie hatte irgendjemanden am Telefon, der nicht begreifen wollte, dass nicht sie, sondern das Amtsgericht für sein Anliegen zuständig sei. Mit einer bewundernswerten Engelsgeduld erklärte sie dem Anrufer ein ums andere Mal, was er tun und wo er anrufen solle. Irgendwann schaffte sie es tatsächlich, das Gespräch zu beenden. Ich schilderte mein Anliegen, wurde auf einer Liste abgehakt und durfte die 15 Euro Beratungsgebühr bezahlen. Danach sollte ich vor der Tür des Beraters Platz nehmen und noch ein wenig warten, er hätte noch einen anderen Kunden.

Ich tat wie mir geheißen und keine 20 Minuten nach der vereinbarten Zeit war ich dann an der Reihe. Ich legte die Abrechnung vor und ließ den Fachmann seines Amtes walten. Er schaute sich alles aufmerksam an und fing dann an, die einzelnen Posten durchzurechnen und zu erklären. Er tat dies sehr ausführlich und wiederholte sich dabei immer wieder, was ich als sehr ermüdend empfand, da seine Erklärungen wenn auch ein wenig umständlich, doch durchaus leicht nachvollziehbar waren.

Es stellte sich heraus, dass die Abrechnung vollkommen in Ordnung war und auch die Höhe an sich nicht ungewöhnlich für einen sanierten Altbau. Daraus folgerte er messerscharf, dass die Vorauszahlung in keinster Weise angemessen war und vermutlich einer schön niedrig erscheinenden Lockmiete geopfert wurde. Für uns als Laien war dies dennoch nicht erkennbar, denn die im Mietvertrag vereinbarten Heiznebenkosten orientierten sich in der Höhe der in unserem Bundesland üblichen durchschnittlichen Kosten. Allerdings hätte die Hausverwaltung wissen müssen, dass diese Kosten nie und nimmer ausreichen, um die tatsächlichen Kosten zu decken.

Das Ganze untermalte der Fachmann mit konkreten Zahlen:

  • durchschnittliche Heizkosten: ca. 0,90 Euro / m² / Monat
  • im Mietvertrag vereinbarte Heizkosten: 0,87 Euro / m² / Monat
  • durchschnittliche Heizkosten des Gesamtobjekts: 1,23 Euro /m² / Monat
  • unsere tatsächlich verursachten Heizkosten: 1,25 Euro / m² /Monat

Macht also jeden Monat 0,38 Euro / m² / Monat zu niedrig angesetzte Heizkosten, was wiederum hochgerechnet auf die 3 Monate und die knapp 94 m² Wohnfläche 107,16 Euro macht. Desweiteren rechnete er vor, dass wir pro Quadratmeter insgesamt nur 1,75 Euro Nebenkosten zahlen, obwohl die Empfehlung bei 2,20 Euro, bei Altbauwohnungen und Dachgeschoss besser 2,50 Euro liegt. Dazu kommen eben noch die anderen Betriebskosten und das nicht vorhandene Nebenkostenpolster aus den Sommermonaten und schon entsteht so ein horrender Betrag.

Für das Jahr 2013 rechnet der Experte aufgrund obiger Zahlen mit einer Nachzahlung von mindestens 500, wahrscheinlich eher 600-700 Euro, da es ja doch ein recht langer Winter war.

Dass ich nicht direkt in Jubelschreie ausgebrochen bin, kann wohl gut nachvollzogen werden. Ich fragte, welche Möglichkeiten wir denn jetzt hätten, aber da winkte er nur ab. Es wäre maximal arglistige Täuschung möglich, aber die würde bei Gericht nur durchgehen, wenn die Nebenkosten um mindestens die Hälfte zu niedrig angesetzt wären, also irgendwo um die 1,20 Euro rum.
Alles in allem hätten wir noch „Glück im Unglück“, weil wir bereits nach einem guten Jahr wissen, wie hoch die eigentlichen Nebenkosten sind. Wären wir im Januar eingezogen, hätten wir das erst nach 2 Jahren erfahren. Und das wäre der Moment, bei dem viele Mieter den Mietvertrag kündigen, weil sie sich über den Tisch gezogen fühlten. Tät ich ja auch gerne machen, gerade auch wegen dieser unsäglichen Schimmelgeschichte und der Reaktion der Hausverwaltung darauf, aber wieder 1000 Euro für einen Umzug haben wir grad nicht, zumal das außerdem immer eine Menge Stress bedeutet. Aber mittelfristig werden wir uns wohl nach einer neuen Wohnung umschauen.

Eigentlich soll die Nachzahlung bis morgen an die Hausverwaltung überwiesen werden, aber das können die sich erstmal an die Backe schmieren. Es ist Jahresanfang und da will so ziemlich jeder Geld haben und mein Konto ist schlicht und ergreifend leer. Wenn ich Glück habe, ist mit dem Februargehalt genug Geld da, um den Betrag ohne große Bauchschmerzen abdrücken zu können.
Zusätzlich werden wir jeden Monat 50 Euro zurücklegen, damit wir in einem Jahr die Nachzahlung für 2013 halbwegs stemmen können.
Und ich werde die Hausverwaltung anrufen und ihnen mitteilen, dass ich ab Februar die Nebenkosten eigenständig um 50 Euro anheben werde, damit wir eine mögliche Nachzahlung für 2014 minimieren. Außerdem werde ich denen mal gepflegt sagen, als was für eine Sauerei ich das Ganze empfinde. Ich hoffe, ich kann mich einigermaßen in Zaum halten, denn ich bin richtig wütend und im Moment sollte mir keiner von denen im Dunkeln begegnen.

Häppchen IV

Der Name des Nagellacks, den ich aktuell trage, lautet „my place or yours“.

 

Morgen kommt ein Experte, der sich den Schimmel im Flur anschaut und ihn auch gleich beseitigen will.
Am Freitag kommt der Gehilfe des Fensterbauexperten, der sich das Flurfenster anschaut, um zu entscheiden, was genau mit dem Fenster passieren soll.

 

Der im Zuge der Mängelanzeige an die Hausverwaltung geschriebene Brief inklusive Fristsetzung und angekündigter Mietminderung, nachdem der erste Hinweis auf Schimmel ignoriert wurde, veranlasste die Hausverwaltung zu folgender Aussage:

Ihren Schreiben entnehmen wir eine gewisse Unzufriedenheit in Bezug auf das Mietverhältnis und möchten Ihnen in diesem Zusammenhang die Auflösung des Mietverhältnisses nahe legen.

 

Morgen steht die Firmenweihnachtsfeier meines Mannes an, bei der traditionell Partner und Kinder mit eingeladen sind.