Vollzug

Unser Spiegelschrank hängt endlich wieder. Und ich hoffe, er bleibt da noch eine ganze Weile hängen.

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Nachdem uns der ursprüngliche Dübel nach dem Turbokitversucht komplett wieder entgegen gekommen ist, musste ich zwangsläufig neue Löcher bohren. Ich klopfte vorsorglich die Wand ab und markierte dann dort, wo es ähnlich wie an der Ziegellochstelle klang, die Löcher. Gleichzeitig markierte ich noch 2 Stellen 5 cm unterhalb, nur für den Fall, dass die oberen Bohrlöcher nichts taugen.

Wie recht ich hatte. Ich bohrte mit einem 4er Bohrer vor und das Loch franste wunderschön aus. Auf der Gegenseite erwischte ich einen Riesenkiesel, die oberen Markierungen konnten wir also völlig vergessen. Dann die unteren probiert. Franste auch hübsch aus, aber der Schaden hielt sich einigermaßen in Grenzen. Ich bohrte vorsichtig mit einem 6er Bohrer nach und stopfte dann die 8er Dübel ins Loch. Passte!

Dann die Schrauben reingedreht, sie zogen ganz gut an, wenn ich auch gerne ein wenig mehr gewünscht hätte. Aber immerhin drehte der Dübel nicht mit und ich spürte einigen Widerstand beim Reindrehen. Dann den Schrank da hoch gefummelt, geprüft, ob wir mit der Aufhängung wirklich den Haken getroffen haben, leider auf der einen Seite knapp daneben, wieder runter, erneut ein wenig gefummelt, geprüft, diesmal beide Seiten getroffen.

Den Strom für die Lampe angeklemmt, alles nochmal geputzt, fertig.

6. Sinn

Dass die Wände unserer Wohnung gelegentlich ein wenig gewöhnungsbedürftig sind, habe ich das eine oder andere Mal bereits erwähnt. Es ist jedenfalls immer eine besondere Herausforderung, Schränke oder Regale aufzuhängen. Bei manchen Schränken bin ich mir denn auch nicht sonderlich sicher, ob sie das Gewicht halten.

Vor einiger Zeit meinte der Glasküchenschrank, dass er genug so unmotiviert in der Gegend herumgehangen hatte und nur noch im letzten Moment konnte ich durch eine Evakuierung des Inhalts einen Absturz verhindern.

Und gerade sitze ich so im Bad auf dem Wannenrand – auf dem Klo wäre natürlich viel poetischer gewesen – und sinniere über neue Blogeinträge, als mir auffällt, dass der Spiegelschrank ein bisschen schräger als normal hängt. Dazu erinnerte ich mich, dass heute nachmittag die Spiegeltür im geöffneten Zustand nicht mehr dort halten wollte, wo sie sollte, sondern langsam wieder zufiel. Sofort schlug ein kleines Männlein in meinem Hinterkopf Alarm.

Ich rief also schnell meinen Mann, wir evakuierten gemeinsam den Inhalt, ich klemmte fix die Stromversorgung ab und wir hoben den Schrank herunter. Wieder mal höchste Eisenbahn. Der Aufhängehaken rechts hatte sich nach unten gedreht, was übrigens ganz leicht ging, da der Dübel samt Haken und Auspolsterung frei in der Wand drehten, und der Schrank lag quasi nur noch auf der Biegung des Hakens. Keine Ahnung, wann der Schrank da runtergerutscht wäre.

Eine kurze Inspektion des Krisengebiets offenbarte jedoch, dass eine erneute Befestigung des Schranks lustig werden könnte. Es gibt bereits jede Menge Bohrlöcher in der Gegend und entweder, wir packen den Schrank so hoch, dass wir uns nur noch ab der Nasenspitze aufwärts im Spiegel sehen können oder wir verlagern die Geschichte nach links oder rechts. Nach links ist irgendwann der mühevoll festgeschraubte Handtuchhalter im Weg und rechts werden wir uns regelmäßig den Kopp an einer Schrankecke rammeln, wenn wir aufs Klo gehen. Von der sowieso zu kurzen Stromanbindung fang ich gar nicht erst an.

Na ja, erst mal eine Nacht drüber schlafen, vielleicht fällt mir morgen etwas dazu ein.