Silberstreif

Nachdem ich nun heute gleich drei Absagen auf einmal erhalten hatte, war mein Frustlevel entsprechend hoch. Am liebsten hätte ich mich zu einer Kugel zusammengerollt und mich heulend in eine Ecke gelegt. Dann wollte ich irgendwas kaputt machen, einen Teller gegen die Wand hauen oder so. Ich entschied mich dann aber, meinen Schmerz mit der Welt aka Facebook zu teilen.

Ich erhoffte mir ein paar verbale Streicheleinheiten wie „die wissen doch gar nicht, was sie an dir hätten“ oder „die sind doof, dich nicht zu nehmen“. Irgendetwas in der Art.

Womit ich nicht rechnete, war praktische Hilfe. Ein Bekannter, der selber im Bewerbungsprozess steckt, allerdings von der Arbeitgeberseite aus, bot an, meine Bewerbungsunterlagen zu überprüfen. Ich schickte ihm meine letzte Bewerbung zusammen mit der Stellenbeschreibung und hoffte, nicht völlig verrissen zu werden. Er prüfte und prüfte, fragte noch zwei oder drei Dinge und kam dann zum Ergebnis, dass es definitiv nicht an meinen Unterlagen oder am Anschreiben lag. Er vermutete, dass eventuell interne Vorgaben (Ausländerquote, nur Bewerber mit dem Anfangsbuchstaben N-Z, nur kinderlose, nur welche mit schwarzen Jacketts auf dem Bewerberfoto, etc.) eine erfolgreichere Bewerbung verhinderte.

Ein anderer Bekannter bot an, meine Bewerbungsunterlagen in seinem Bekanntenkreis herum zu reichen, vielleicht hat ja jemand Bedarf. Also stellte ich ihm fix eine neutrale Bewerbung ohne Anschreiben zusammen. Er nannte mir auch noch ein Unternehmen und einen dazugehörigen Ansprechpartner, der gerade sehr intensiv über ITIL nachdenkt und ich solle den mal anrufen, was ich dann morgen wohl auch tun werde.

Und so bin ich jetzt ein wenig hoffnungsvoller, dass sich letztendlich doch alles zum Guten wendet.

Für mich bleibt die Erkenntnis des Tages, dass Aufregen manchmal durchaus hilfreich sein kann 😉

Mehr Reklame

Ich benötige eure Hilfe.

Ich hab ja diesen Welteroberungsplan, aber so richtig will der nicht in Gang kommen. Ok, nach nicht mal einer Woche erwarte ich jetzt nicht so wahnsinnig viel, aber ich mache mir schon Gedanken, wie ich mehr Publicity für meinen neuen Blog bekomme. Beim 9erblog hab ich einfach bei anderen Blogs reingelabert und so den einen oder anderen Follower hierher gelockt.

Jetzt hab ich aber das Problem, dass ich artverwandte Blogs irgendwie nicht finde – oder nach den falschen Sachen suche. Dann wiederum stolper ich über recht triviale Blogs und wunder mich, woher die 1000+ Follower haben.

Mir ist schon klar, dass solche Dinge Zeit brauchen, aber genau deswegen will ich ja so zeitig wie möglich mit dem Sammeln anfangen. Ich habe ungefähr ein halbes Jahr Zeit, um einigermaßen bekannt zu werden, bevor es in die heiße Phase geht, aber 6 Monate können auch verdammt schnell rum sein.

Wie macht ihr das? Ist es euch egal, wie viele Menschen eure Geschichten lesen? Habt ihr irgendwo gezielt Werbung gemacht? Wie hilfreich ist es, bspw.  in Foren zu posten (ich hab meinen Geburtsbericht bei eltern.de gepostet und hatte über 150 Aufrufe dadurch, aber keine neuen Follower o.O )? Sind mehr Schlagwörter und viele Kategorien besser? Inwiefern helfen parallel betriebene Twitter-, Flickr-, Tumblr-, Facebook-Accounts? Was sind eure generellen Erfahrungen dazu?

Ich bin für jeden Hinweis und Vorschlag dankbar, auch die ganz absurden sind willkommen.

Nachtrag: Ich habe habe mittlerweile eine Facebook-Seite gleichen Namens eingerichtet. Mal schauen, was das so bringt – außer noch mehr Arbeit 😉

Gedankenstenograph

Oh, wie gerne hätte ich so ein Gerät, welches meine Gedanken beim Denken mitstenografiert.

Besonders nachts liege ich oft noch einige Zeit wach und denke nach. Über den Tag. Über zukünftige Pläne. Über Vergangenes.

In letzter Zeit „schreibe“ ich ganz häufig meine Blogeinträge in der Nacht. Ich feile in Gedanken an den Ausdrücken, an der Struktur, an den Kernaussagen. Um tatsächlich wieder aufzustehen, um mich an den Rechner zu setzen und die Geschichte wirklich niederzuschreiben, dazu bin ich meist zu müde. Was ich höchst schade finde, da ich besonders abends und nachts am kreativsten bin.

Vor einiger Zeit hatte ich sogar mal angefangen, einen Krimiroman in meinem Kopf zu schreiben. Tatort, Opfer und die ersten polizeilichen Ermittlungen waren alle schon fertig. Da ich aber nicht wusste, wer der Mörder sein sollte, stockte ich in meinen Gedanken und der Fall kam nie zur Auflösung. Auch, weil er eben nur in meinem Kopf existierte. Ich denke, wenn man erstmal die ersten 10.000 Wörter verfasst hat, kommen die nächsten 10-20.000 fast von allein.

So lange es also den Gedankenstenograf nicht gibt, werden viele Geschichten unerzählt bleiben, was ich sehr, sehr schade finde. Nicht unbedingt, weil ich finde, dass all diese Geschichten wirklich erzählens- oder lesenswert sind, aber weil sie wertvollen Platz in meinem Kopf wegnehmen.

Oder aber ich raffe mich eben doch mitten in der Nacht auf und halte alles auf herkömmliche Weise fest.