Nachtrag: U2 fast bestanden

Mein Mädel macht mir große Sorgen 😦

Wir sollten ja eine Urinprobe abgeben, und im dritten Versuch ist es uns gelungen, ganze 2 ml im Urinbeutel aufzufangen, ohne dass die Probe diesmal anderweitig kontaminiert wurde. Stolz düste ich wieder zum Kinderarzt, wo der Urin sogleich untersucht wurde.

Als dann die Ärztin mit mir sprechen wollte, ahnte ich schon Schlimmes. Es war eine Infektion nachweisbar, sie sagte mir auch, mit was, aber ich hab das Fremdwort leider nicht behalten können. Sie meinte aber, dass es derzeit keinen Sinn machen würde, da mit Antibiotika drauf zu feuern, da die Infektion wohl nicht so schlimm wäre, um da die ganz großen Kaliber auszupacken.

Wir sollten allerdings peinlich genau darauf achten, dass der Intimbereich der Kleenen immer absolut sauber ist. Bei jedem Windelwechsel sollen wir mit abgekochtem Wasser oder Kamillentee waschen. Wir bekamen eine Spritze mit, um auch wirklich alle Falten spülen zu können. Wir müssen 2x täglich Fieber messen und über die Werte Buch führen.

Sollte die Kleine offensichtlich Schmerzen haben, es ihr schlecht gehen oder sie Fieber bekommen, dann sollen wir umgehend zum Kinderarzt kommen. Ansonsten sollen wir am Dienstag erneut versuchen, Urin mit diesen tollen Beuteln aufzufangen, gerne auch mehr als dieses Mal, sie würden gerne eine Kultur anlegen wollen und die heutige Menge hat dafür nicht gereicht. Wir werden uns Mühe geben.

Parallel dazu haben wir uns jetzt an der hiesigen Uniklinik umgeschaut, die Kinderurologie hat am Dienstag Sprechstunde und wir werden da Punkt um 9 Uhr auf der Matte stehen, denn irgendwie ist mir nicht so recht wohl bei der Sache. Keiner der Ärzte hat jetzt in irgendeiner Form Panik verbreitet, das Problem aber auch nicht heruntergespielt, aber trotzdem hab ich grad ein doofes Gefühl. Da kann die Ärztin noch so oft sagen, dass es auch gut sein kann, dass gar nichts passiert und sich alles von alleine auflöst.

Ich hab mich auch immer gewundert, dass mein Mädchen so viel schläft und so ruhig ist, aber vielleicht hat der kleine Körper einfach genug damit zu tun, die Infektion abzuwehren.
Oh man, ich könnt grad wieder heulen :/

U2 fast bestanden

Heute war es Zeit für die U2, von mir schon mit Spannung erwartet.

Unser Kinderarzt hat derzeit richtig viel zu tun, außerdem sind sie auch Notfallpraxis und dementsprechend war es kein Problem, einen Termin an einem Sonnabend zu bekommen. Ich hatte mich vorher erkundigt, wie das bei der U2 gehandhabt wird, da ich nicht wollte, das mein Frischgeschlüpftes neben Horden kranker Kinder warten muss und es wurde mir versichert, dass es dafür eine Lösung geben wird. Zudem ging ich davon aus, dass an einem Sonnabend Vormittag um 9 Uhr die Praxis mehr oder weniger verwaist sein würde.

Weit gefehlt. Schon als ich die Stufen zur Praxis hoch stieg, schlief mir das Gesicht ein, weil dort Unmengen an Kinderwagen standen und die ersten Kinder vor der Tür warteten. Hinter der Tür sah es nicht besser aus und ich musste eine Viertelstunde warten, bevor ich überhaupt an der Anmeldung dran kam. Die Arzthelferin wie gewohnt freundlich, ich bewunder das jedes Mal, wie sie im größten Trubel die Ruhe bewahren und geduldig alles erklären. Sie nahm die Daten auf, stellte ein paar Fragen, gab mir einen Fragebogen mit und führte mich dann in einen separaten Warteraum. Soweit, sogut.

Der Fragebogen war schnell ausgefüllt, ging um allgemeine Angaben und die Benennung etwaiger Personen, die Auskunft über den Gesundheitszustand der Kinder erhalten dürfen. Ich hab meine Eltern und den Bruder meines Mannes benannt, man weiß ja nie.
Wir durften dann in eines der Behandlungszimmer umziehen, wo ich die Kleene nackig machte, damit bei der Untersuchung nicht noch mehr Zeit verloren geht. Sie war mittlerweile unruhig geworden, also erstmal Stillen. Kaum war ich fertig, kam die Schwester, wog sie und maß die Länge und den Kopfumfang. Sie hat wieder die gleichen Werte wie zur Geburt. Sie maß im Anschluss die Sauerstoffversorgung erst in der Hand und danach im Fuß, beide Werte im grünen Bereich. Es gab eine weitere Vitamin-K-Gabe und dann hieß es wieder warten.

Die Kleene war satt, im Zimmer war es warm, also hielt sie erstmal ein Nickerchen. Nach gefühlt einer Stunde, ich hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren, kam dann die Ärztin. Sie schaute in alle Öffnungen und horchte alles ab und befand alles für gut. Ich fragte, ob das Herz ok sei, aber da gab es Entwarnung. Ich wies sie auf die Doppelniere und die Hydronephrose hin, woraufhin sie einen Ultraschall machen wollte. Sehr gerne, ich nahm dafür auch gerne weitere Wartezeit in Kauf. Zudem musste noch das Hörscreening gemacht werden.

Kind notdürftig angezogen und in den Ultraschallraum. Füllstand des Kindes wieder auf Anschlag gebracht und gewartet. In der Zwischenzeit informierte ich den Papa, dass das hier alles länger dauert, damit er sich keine Sorgen macht und sah, dass es schon nach 11 Uhr war. Die Ärztin kam und schallte die Niere. Links alles ok, keine Stauung. Rechts leider nicht alles ok, Doppelniere eben, große Stauung, auch im Harnleiter. Nicht das, was ich hören wollte :/

Sie machte drei Bilder und vermass die Auffälligkeiten und stellte dann eine Überweisung zur Kinderchirurgie aus. Bei uns an der Uniklinik würde es eine spezielle Abteilung für solche Fälle geben und wir sollten dort in der nächsten Woche einen Termin vereinbaren. Außerdem bekam die Kleine einen Blasenbeutel, da sie ja schlecht in einen Becher pinkeln kann, sie aber trotzdem den Urin untersuchen wollen.

Zum Abschluss wurde noch das Hörscreening gemacht, alles ok, wir durften endlich wieder heim. Also fix die Kleene wieder eingepackt, am Empfang das Rezept für Dekristol und Fieberzäpfchen, rein prophylaktisch, sowie die Überweisung abgeholt und den Termin für die U3 vereinbart.

Das war alles ziemlich anstrengend und die Kleene ratzt friedlich seit 3 Stunden.

NACHTRAG: Der erste Versuch mit dem Urinbeutel schlug fehl, mein Mädel hat wieder aus allen Rohren gefeuert und die Probe versaut. Wir haben jetzt zwei neue Beutel bekommen, soll ja nicht langweilig werden 🙂

Feindiagnostik

Heute war der langersehnte Termin zur Feindiagnostik. Ich hatte ja den Krümel zum letzten Mal in der 8. Woche bei einem richtigen Ultraschall bestaunen dürfen und entsprechend neugierig war ich.

Das Kind hatte sich auch gut zurecht gelegt und saß aufrecht in Beckenendlage und hielt erstaunlich still. Vermutlich hatte es mein Spaziergang zum Pränatalzentrum einschlummern lassen. Also wurde zuerst der Kopf geschallt und grünes Licht gegeben. Alles an Ort und Stelle, alles so, wie es sein sollte, keine Auffälligkeiten, keine Abweichungen von der Norm. Man konnte sogar erkennen, dass das Gehirn sich langsam faltete, sich also gut entwickelte. Das Gesicht war allerdings teilweise durch eine quer liegende Hand verdeckt, so dass nur Profilansichten gelangen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei den Armen – 2 Stück vorhanden samt zugehöriger Knochen und Händen mit je 5 Fingern – ging es weiter zum Herz. Die Verkabelung war, soweit erkennbar, in Ordnung und auch die Herzkammern arbeiteten erwartungsgemäß.

Dann weiter zu den Organen. Magen, Leber, Blase – alles in Ordnung. Niere links – in Ordnung. Niere rechts – nicht in Ordnung. Da wurde dann länger geschallt und viel gemessen und am Ende festgestellt, dass sich dort eine Doppelniere (Wikipedia) gebildet hatte. Leider gab es dazu keine Erläuterung, was das genau bedeutet. Es wurde weiter gesucht und auch gefunden, nämlich Hydronephrosen (Wikipedia, englisch) beideseitig. Keinerlei Erklärung, was das ist, was es macht oder auch nicht und ob man es behandeln kann. Ich war ziemlich geplättet und hab den Rest der Untersuchung nur noch so halb mitbekommen. Meine Gedanken fingen sofort an zu rattern, wollten mehr Informationen. Wirbelsäule und Beine waren wohl auch ok, es wurden auch jeweils 5 Zehen gefunden.

Nach der Untersuchung gab es noch ein Aufklärungsgespräch, wo uns jede Menge Wahrscheinlichkeiten um die Ohren geknallt wurden. So habe ich wohl wegen meines Alters eine 0,3%ige Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind an Trisomie 21 erkrankt ist, Ohne die gefunden Auffälligkeiten wären es 0,01% gewesen und damit praktisch ausgeschlossen. Aber mit den Auffälligkeiten bin ich wieder dabei bei den 0,3%.

Uns wurde angeboten, eine Fruchtwasserpunktion oder andere invasive Untersuchungen durchzuführen, was wir aber ablehnten. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation bei nur 0,2% liegt, ist es eben ein invasiver Eingriff. Und solange es keine weiteren Anzeichen für Fehlbildungen gibt, riskieren wir da nichts.

Was bei dem ganzen Gespräch fehlte, war eine Einordnung der ganzen Zahlen und Befunde. Ich war total verunsichert, konnte das alles nicht deuten, meine Gedanken rotierten auf Hochtouren, ganz viele wilde Ideen jagten durch meinen Kopf und am liebsten hätte ich mich in eine Ecke verkrümelt und geweint, weil ich mich so unglaublich hilflos fühlte.

Als wir wieder zuhaue waren, nachdem wir noch das große Kind vom Kindergarten abgeholt hatten, hab ich erstmal Wikipedia angeworfen und gelesen. Vor allem über die ganzen Fehlbildungssyndrome. Und überall wurde von Symptomen gesprochen, die unser Krümel nicht hatte. Der Krümel ist fast auf den Tag genau zeitgerecht entwickelt, hatte keine Herzfehler oder Kiefer-Gaumen-Spalte, kein Nackenödem, keine sonstigen Auffälligkeiten. All dies gab mir zwar immer noch keine Garantie, dass alles gut ist, aber es beruhigte mich.

Ich chattete danach noch mit einer Freundin, die gerade Medizin studiert und auch gerade ihr 3. Kind erwartet und sie nahm mir dann endgültig meine Sorgen. Sie zitierte aus Studien, wie oft diese Nephrosen auftreten und dass diese sich auch sehr oft wieder verwachsen und dadurch meist gar nicht entdeckt werden. Und die Doppelniere an sich sollte auch keine Beeinträchtigungen mit sich bringen und bleibt ebenfalls meist unentdeckt, wenn sie nicht durch einen Ultraschall aufgespürt wird.

Fazit: Alles halb so schlimm, sollte aber immer wieder mal kontrolliert werden.