Es geht voran

Oder so.

Ich habe jetzt einen Termin bei meiner Psychotherapeutin bekommen – Ende April. Mein Arbeitszeugnis werde ich hoffentlich bald in den Händen halten. Innerlich bereite ich mich auf die ersten Bewerbungen vor, merke aber, wie sehr mich das mitnimmt.

Was mich momentan betrübt ist, dass meine Kreativität irgendwie abhanden gekommen ist, was sich unter anderem in den sehr sporadischen Blogbeiträgen niederschlägt. Ich habe zwar noch genügend zu erzählen, aber überhaupt keinen Antrieb, dass aufzuschreiben.

Mein Großer bereitet mir derzeit große Sorgen, da er in der letzten Zeit komplett frei dreht. So schlimm, dass sich sogar schon die Kindergartenerzieherinnen darüber beschwert haben. Er hört nicht zu, benimmt sich wie die Axt im Walde, malträtiert die Katzen bei jeder sich gebenden Gelegenheit und schubst einfach so seine Schwester um. Das alles ohne sichtbare Reue oder ansatzweises Nachdenken. Eine Freundin meinte, dass das Vorschuljahr auch die kleine Pubertät genannt wird und das Verhalten, so doof wir das auch finden mögen, normal ist. Wenn das allerdings die kleine Pubertät ist, ziehe ich bei der großen vermutlich aus.

Ein mächtiger Lichtblick ist meine Süße, welche mittlerweile laufen gelernt hat. Es ist eine wahre Freude, ihr bei den tapsigen Schritten zuzuschauen, mit denen sie die Wohnung erkundet. Sobald irgendwo Musik läuft, fängt sie an zu tanzen und klatscht dabei in die Hände. Das ist so unglaublich herzerwärmend, dass ich das gar nicht richtig in Worte fassen kann.

Dank der steigenden Zahl von Impfgegnern gibt es aktuell auch einen Masernfall im Kindergarten des Großen. Dadurch muss er heute zuhause bleiben, damit der Impfstatus aller Mitarbeiter überprüft und weitere Maßnahmen abgestimmt werden können. Bis auf weiteres haben alle Nichtgeimpften bzw. Personen mit unklarem Masernimpfstatus Hausverbot im Kindergarten. Das betrifft bei uns nur meine Süße, die erst Anfang April ihre erste Masernimpfung bekommt, aber ich habe seit Bekanntwerden der ersten Masernfälle bei uns den Großen eh nicht mehr vom Kindergarten abgeholt, zu groß war mir einfach das Risiko, und das zurecht, wie es sich jetzt herausstellt.

Ansonsten quälen wir uns tapfer durch die Grippe- bzw. Erkältungswelle. Ich bin seit Wochen dauerverschnupft, mein Mann hat seit dem Wochenende die Grippe. Nur die Kinder sind bislang glimpflich davon gekommen. Hoffen wir mal, dass das so bleibt 🙂

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Aufreger

Eigentlich sollte hier an dieser Stelle ein Beitrag mit dem Titel „Sprachlos“ erscheinen. Er sollte davon berichten, wie mir in den letzten Tagen die Sprache abhanden gekommen ist, dass mir weder einfällt, was ich an neuen Beiträgen schreiben könnte, noch was ich auf Beiträge meiner lieben BloggerkollegInnen antworten soll. Stattdessen begnüge ich mich mit Likes, um anzuzeigen, dass es mich noch gibt und ich durchaus die Leben der mir liebgewordenen Mitmenschen verfolge.

ABER dann kreuzte doch tatsächlich etwas meinen Weg, dass meine Lebensgeister ein wenig weckte. Und natürlich kam es in Form eines Aufregers daher:

Also nicht der SZ-Beitrag regt mich auf, sondern die Kommentare der Impfgegner, welche den Beitrag haargenau bestätigen.

In diesem Zusammenhang empfehle ich folgende Links:

http://kinderdoc.wordpress.com/2014/03/30/kohle-scheffeln-durchs-impfen/ Hier schlüsselt ein praktizierender und bloggender Kinderarzt, dessen Seite ich uneingeschränkt empfehlen kann, auf, was er an einer stinknormalen Impfung verdient.

http://www.schockfaktor.de/articles/5/besuch-bei-den-impfgegnern Wo ein weder-noch Mensch (also jemand, der weder sämtliche Impfung ablehnt noch strikt befürwortet) sich in die Höhle des Löwen bzw. auf die Facebookseite eingefleischter Impfkritiker begibt und dort einen gut begründeten Pro-Tetanus-Impfung-Kommentar abgibt. Was er dann erlebt, ist exemplarisch für die Impfgegnerschaft, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=TBrIdyOLQxQ&app=desktop Der Titel mag irreführend sein, aber die Dokumentation versucht, beide Seiten des Impfens zu beleuchten. Besonders beeindruckend finde ich die Aussage der Psychologin gegen Ende des Videos, welche mir sehr aus dem Herzen spricht.

Vor wenigen Tagen klagte ein Bekannter einer Freundin bei Facebook, wo besagte Freundin einen Pro-Impfen-Link gepostet hatte, wie schwer er es hätte, sich gegen die übermächtig in Anzahl und „Argumenten“ erscheinenden Impfgegner in seinem Freundeskreis zu behaupten. Ich finde dies äußerst bedenklich, denn tatsächlich sehe ich ganz selten Für-Impfen-Links (es sei denn, ich poste sie selbst). Dementgegen stehen jedoch unzählige Gegnerseiten, die nicht müde werden mit posten. Fast habe ich den Eindruck, dass am lautesten Schreien auch am wirkungsvollsten ist.

Bitte impft. Euch, euren Kindern und euren Mitmenschen zuliebe!

Impfen: eine informierte Entscheidung

Schon beim Großen mussten wir uns mit dem Thema auseinander setzen und aktuell steht es bei der Kleinen an. Wir haben im Vorfeld Broschüren vom Kinderarzt mitbekommen, aber auch selber im Internet recherchiert.

Es ist schwierig, unter der Vielzahl an Informationen die relevanten heraus zu finden. Zudem stößt man immer wieder auf bewegende Schicksale, die einem die Tränen in die Augen treiben. Umso wichtiger ist es da, alle Seiten zu betrachten, um eben eine informierte, individuelle Entscheidung treffen zu können.

Ich kann nicht verstehen, warum Eltern ihren Kindern so etwas antun. Warum sie ihnen wissentlich und vorsätzlich Leid zufügen und dies zu allem Überfluss noch damit begründen, es wäre doch nur zum Wohl des Kindes. Warum sie nachweislich Risiken in Kauf nehmen, die das Kind ein Leben lang geschädigt zurück lassen können. Und dann gibt es diese Studien, die all diese Effekte bestätigen.

Es gibt so viele Beispiele, bei denen die Kinder hinterher entstellt oder schwer behindert sind. Immer wieder gibt es auch Todesfälle. Und meist trifft es die ganz kleinen Kinder, die sich am wenigstens wehren können.

Wir werden unser Mädchen, genauso wie den Großen, gegen alles impfen lassen, was die STIKO empfiehlt. Die erste Rotavirenimpfung hat sie bereits hinter sich und der nächste Termin ist auch schon fest vereinbart. Ihr Bruder ist komplett durchgeimpft, komplett ohne Nebenwirkungen, das Schlimmste war jeweils das Impfen selbst, bei dem einen als mitfühlende Mama schon ein wenig das Herz blutet. Ein wenig Pusten, ganz viel Kuscheln und schon war das alles wieder vergessen.
Als wir uns bei unserem Großen mit dem Thema auseinandersetzten, haben wir auch gleich unseren Impfstatus überprüfen und alle notwendigen Impfungen auffrischen lassen. Macht ja wenig Sinn, wenn der Kleene zwar immun ist, aber wir als mögliche Überträger agieren könnten.

Es gibt so viele Gefahren, denen Kinder ausgesetzt sind, dass ich alles tun werde, um vermeidbare Risiken eben auch zu vermeiden. Meiner Meinung nach stärken durchgemachte Kinderkrankheiten weder den Charakter des Kindes, noch sind sie so harmlos, wie es oft postuliert wird. Wenn ich außerdem daran denke, wie sehr ich gelitten habe, als die Kleene im Krankenhaus war und sie heute noch extrem sensibel ist oder als der Große mitten in der Nacht einen Erstickungsanfall wegen Pseudokrupp und danach mehrere Abende Panikattacken vorm Einschlafen hatte, mag ich mir gar nicht vorstellen, wie es uns allen ergeht, sollte einer von uns Masern, Windpocken und Co. bekommen.

Was es für mich als Mutter besonders schwer macht, sind die tragischen Einzelfälle, bei denen ein angeblicher Impfschaden vorliegt. Das trifft genau ins Herz und macht es schwer, das eigene Kind ohne Gewissensbisse impfen zu lassen. Dem gegenüber stehen aber auch die anderen, leider nicht ganz so einzelnen Fälle, bei denen ungeimpfte Kinder schwere Schäden davon trugen. Seltsamerweise sind die meisten Eltern dieser Kinder nachher vehemente Impfbefürworter.
Als Beispiel dafür empfehle ich den Appell des Kinderbuchautors Roald Dahl, hier im englischen Original.

Mich interessieren in diesem Zusammenhang allerdings zwei Dinge brennend:

  • Was befürchten nichtimpfende Eltern, das die Impfung bei ihren Sprößlingen auslöst? Ist es die – längst widerlegte – Angst vor Autismus und ADS oder sind es die gefährlichen Zusatzstoffe oder etwas ganz anderes?
  • Es gibt Studien, die besagen, dass Impfkritiker rationalen Argumenten, wie sie beispielsweise in Studien oder den Impfempfehlungen des RKI angeführt werden, nicht (mehr) zugänglich sind. Was müsste passieren bzw. welche Argumente könnten gebracht werden, um zumindest eine ergebnisoffene Diskussion mit impfkritischen Eltern anzustoßen?

Mir geht es nicht darum, impfkritische Eltern zu diskreditieren, sondern mich interessieren die Beweggründe tatsächlich und ich möchte mich gerne in ihre Denkweise hineinversetzen können.

Anmerkung: Da dieses Thema üblicherweise sehr kontrovers und nicht immer mit dem nötigen Respekt diskutiert wird, behalte ich es mir vor, verunglimpfende Kommentare zu editieren oder zu löschen.