Ver(w)irrte Steuern

Es war in letzter Zeit ruhig an der Finanzfront. Zu ruhig.

Vor einem guten Jahr teilte mir meine Bank mit, dass sich die Bankverbindung ändern wird. Ich versuchte daraufhin, alle möglichen Stellen, die das interessieren könnte, zu kontaktieren. Wie sich der geneigte Leser vielleicht noch erinnert, gelang das mir nicht zu 100%.

Eine weitere Stelle, wo ich meine neue Bankverbindung nicht melden konnte, war bei der Stelle, die von mir die Kfz-Steuer für mein Auto haben will. Ich suchte mir einen Wolf auf der Internetseite der Zulassungsstelle, genauso wie auf der Seite der Stadt, ohne Erfolg. Als wir vor einigen Monaten beim Bürgeramt waren, um für das Kind einen Reisepass zu beantragen, fragte ich den freundlichen Mitarbeiter dort, ob er denn wisse, wo ich die Bankverbindung ändern lassen könne, aber er war auch ratlos.

Ich verließ mich darauf, dass Behörden, wenn sie Geld von einem haben wollen, recht hartnäckig sind und sich entsprechend zeitnah melden würden. Wir sind ja brav gemeldet und verstecken uns nicht vor der Öffentlichkeit. Ich wartete auf entsprechende Post, aber da kam nix und die Sache geriet in Vergessenheit.
Bis wir dann unsere Steuererklärung für 2012 machten.

Ja, wir sind da immer ein wenig spät dran, aber da wir uns vom Lohnsteuerhilfeverein helfen lassen, gibt es keine Repressalien und wir sparen uns das mühsame Zusammensuchen von Informationen und Schlupflöchern und sind bisher ganz gut damit gefahren. Auf jeden Fall viel besser als bei unseren eigenen Versuchen, bei denen wir, wenn auch nicht viel, immer nachzahlen mussten. Jetzt kriegen wir regelmäßig einen nicht unerheblichen Betrag zurück, der dann postwendend auf dem Sparbuch als Notgroschen landet.

Wir bekamen also vor zwei Wochen Post vom Finanzamt, welches uns in einem offiziellen Bescheid mitteilte, dass sie den von der Steuerberaterin errechneten Betrag auch heraus bekommen hatten. Außerdem stand in dem Schreiben, dass dieses Guthaben mit dem noch offenen Betrag der Kfz-Steuer gegengerechnet und der überschüssige Betrag auf das Konto der alten, ungültigen Bankverbindung überwiesen wird. Endlich mal eine Aussage und eine Telefonnummer.

Dort also angerufen und mein Problem geschildert. Der freundliche Herr teilte mir mit, dass er die alte Bankverbindung aus dem System löscht, er könne aber nicht per Telefon die neue Verbindung eintragen, dies müsse schriftlich erfolgen, mit SEPA und BIC und dem ganzen Schnickschnack. Ich fragte, ob das auch per Email ginge, was er bejahte und mir grob erklärte, wo ich denn die Emailadresse finden würde. Nach einer kurzen Suche auf der Finanzamtinternetseite fand ich eine Emailadresse. Soweit ich das ermitteln konnte, gibt es genau eine Adresse für sämtliche Belange. Mir soll es recht sein, ist ja nicht mein Chaos.

Ich schrieb also eine freundliche Email, im Betreff unsere Steuernummer und worum es geht, im Text die neue Bankverbindung, zusammen mit der Bitte, den offenen Betrag aus dem Steuerbescheid doch bitte auf das Konto zu überweisen. Ich gab auch meine Handynummer an, falls es Fragen geben sollte. Aber ich würde keinen Blogeintrag schreiben, wenn das Prozedere funktioniert hätte.

So bekamen wir denn heute Post vom Finanzamt, wo uns mitgeteilt wurde, dass wir keine Bankverbindung hinterlegt hätten. Wir sollten doch bitte beigefügtes Formular ausfüllen und ans Amt schicken, damit sie uns das Geld überweisen können. Immerhin hat es nur 2 Wochen gedauert, was für eine Behörde, die UNS Geld GEBEN will, echt fix ist. Solche Antwortzeiten kenn ich sonst nur, wenn die Konstellation anders herum ist.
Ich werde also morgen das Formular ausfüllen, einen freundlichen Hinweis auf die Email von vor 14 Tagen dazuschreiben und dann den guten alten Postweg nutzen.

Vermutlich dauert es doch noch zwei oder drei Jahre, bis auch die Behörden endgültig im digitalen Zeitalter angekommen sind.

Ein Unglück

kommt selten allein. Wobei es so richtige Unglücke nicht sind, eher Unannehmlichkeiten, die den schönen Alltag doch mächtig stören.

Am Freitag nach dem GVK (Bericht folgt) bin ich noch fix in die Stadt, ich brauchte ein Buch, eine Glühlampe, ein Sitzkissen und Bilderrahmen. Alles auch schön schnell bekommen, nur die Bilderrahmen machten Probleme. Die waren nämlich mächtig groß und damit sehr unhandlich für den Transport zu Fuß zum Parkhaus. Die Verkäuferin gab sich zwar viel Mühe und nahm sich viel Zeit, aber so richtig brauchbar war das Einpackergebnis nicht, bereits nach 10 Metern schliffen 2 der Rahmen auf dem Boden und das ganze Paket war in Auflösung begriffen. Also bastelte ich mir selbst was zusammen, was dann wenigstens die 500 m zum Parkhaus hielt. Aber durch die Einpackarie und das neuerliche Gefummel war ich grad so in die nächste Parkstunde gerutscht und durfte extra zahlen, was bei uns in der Innenstadt echt nicht billig ist.

Entsprechend geschafft und genervt kam ich daheim an, um dann dort festzustellen, dass unser Internet mal wieder nicht funktionierte. Ich mich aufgerafft und geschaut, wo das Problem liegt. Nach einer Stunde Suche gab ich mit der Diagnose auf, dass unser Wlan-Router kaputt sei, einfach so, von jetzt auf gleich. Mittlerweile war es zu spät, um noch loszuziehen und das Gerät umzutauschen, war ja noch Garantie drauf.

Nach all diesen Aktionen meinte der Krümel, er müsse seinen Unmut dadurch kundtun, dass er wie doof in meinem Bauch rumturnt. Und zwar ununterbrochen. Die ganze Nacht. Auf den empfindlichen Stellen rumtrampelnd. Ich war genervt, ich war müde und ich wusste nicht mehr, wie ich liegen sollte. Dazu noch unerträgliches Sodbrennen, welches auch nach 4 Natriumtabletten nicht besser wurde. Bei einer meiner nächtlichen Wanderungen zum Klo war es dann zuviel und was auch immer noch in meinem Magen war, wollte wieder ans Licht.

Das hatte mir gerade noch gefehlt, aber immerhin war das Sodbrennen weg. Dachte ich. Doch weit gefehlt. Das Sodbrennen war immer noch da und eine Dreiviertelstunde später kam der Rest und noch ein bisschen mehr raus. Ganz großes Kino.
Hab den Rest der Nacht vor mich hingedöst, aber wirklich schlafen war nicht drin.

Zum Frühstück gab es dann leckeren Fencheltee und Zwieback, beides innerhalb kürzester Zeit wieder draußen. Die Tasse nur Fencheltee auch. Pures Wasser ebenso.
Eigentlich wollten wir an diesem Tag zusammen zum Fußball gehen, endlich wieder nach der Winterpause, aber ich hab dann dankend abgelehnt. Sind meine Männer eben alleine gegangen, während ich auf dem Sofa rumdämmerte. Bis zum Abendessen keine Besserung der Grundsituation.
Dazu sind allerdings Rücken- und Kopfschmerzen gekommen.

Meine Jungs sind völlig durchgefroren heimgekommen und der Kleene hatte nen ganz schlechten Tag erwischt, nur am Ningeln und Jammern und Rummotzen. Mein Mann ist dann nochmal losgezogen, den Router tauschen ohne Kassenbon, da wir den nicht mehr gefunden haben. Die netten Damen von Conrad waren auch so kulant und haben das Gerät getauscht und ich versuchte dann erneut, in unserer Wohnung drahtloses Internet zum Laufen zu kriegen. Das war eine echte Tortur, konnte ich doch kaum noch aufrecht stehen und mein Kreislauf war mittlerweile jenseits von gut und böse. Hab nach einer Stunde aufgegeben, der Router wollte das Internetsignal einfach nicht weiterleiten und mir fehlte der Nerv zur ausgiebigen Fehlersuche.

Zu später Stunde versuchte ich es erneut mit Fencheltee, vorsorglich mit 2 Bullrichsalz und yay, er blieb drinnen. Zwei Stunden später nochmal eine große Tasse und sogar ein paar Zwieback, woraufhin zwar mein Bauch grummelte, aber sich sonst soweit still verhielt.
Ich bin daraufhin ins Bett und lag dort bis in die frühen Morgenstunden wach, weil mir mittlerweile irgendwie alles weh tat. Wagemutig probierte ich eine Paracetamol und bin, sobald diese anfing zu wirken, eingeschlafen. Als ich wieder wach wurde, waren immerhin die Kopfschmerzen weg.

Ich versuchte es mit Frühstück und stellte beim Vorbereiten desselbigen fest, dass wir in der Nacht nur knapp einer Katastrophe entkommen sind. Das Kabel einer Küchenlampe hatte einen Kurzschluss und hatte angefangen zu schmoren. Zum Glück kam die Sicherung und außer dem verkokelten Kabel ist nichts passiert. Allerdings wird mir ganz schlecht, wenn ich daran denke, was alles hätte passieren können.

Wenigstens klappte das Frühstück gut, ich konnte die Dosis sogar auf eine Tasse Fencheltee und ein halbes Brötchen steigern \o/
Danach probierte ich wieder am WLan rum und stellte irgendwann fest, dass das Kabelmodem und der Router die gleiche IP haben. So kann das ja nix werden. Jetzt musste ich nur noch die Stelle finden, an der ich die IP des Routers ändern konnte, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Doch auch das war irgendwann vollbracht, wir hatten wieder Internet und mein Mann hörte endlich auf mit Grummeln.

Bin trotz allem immer noch total wacklig auf den Beinen und hab den Tag mehr oder weniger dösend auf dem Sofa verbracht. Ich hoffe nur, dass es morgen besser wird, denn ich möchte endlich die Babyecke fertig einrichten.

Kurze Zwangspause

Die nachfolgenden Beiträge verschieben sich auf unbestimmte Zeit, da unser Wlan-Router spontan den Weg allen Irdischen gegangen ist, das Modem in der hintersten Ecke unseres Schlafzimmers steht und unsere Patchkabel maximal 1m lang sind. Ausserdem isses da kalt. Und Artikel mit Handy schreiben ist eher mühsam, besonders bei so einer Labertasche wie mir 😉

Kabel Deutschland

Eigentlich sollte hier ein ganz anderer Artikel stehen, aber letztendlich kann ich wohl froh sein, dass hier überhaupt ein Artikel steht.

Doch von Anfang an.
Unsere Internetverbindung war ja immer schon ein wenig wacklig, sehr zum Unmut meines Mannes, der sowas überhaupt nicht ab kann. Ich dokterte ein bisschen an unserem Heimnetzwerk herum, wechselte unsere Wlan-Modems und kaufte am Ende sogar ein neues Gerät, auch weil das alte nur WPA und nicht WPA2 verschlüsseln konnte. Doch so richtig glücklich wurden wir auch damit nicht.

Doch jedesmal, wenn wir einen Speedtest anwarfen, spuckte der brav die von uns beauftragte Übertragungsrate aus, aber unser Gefühl sagte etwas ganz anderes, was aber nicht greifbar genug war, um deswegen bei Kabel Deutschland anzurufen. Im Dezember jedoch wurde es fast unerträglich, die Übertragungsraten schwankten im Minutentakt, aber irgendwie ging es doch. Kurz vor Weihnachten ging aber gar nichts mehr, Netz komplett weg. Kabel D angerufen, eine Woche später wurde dann das Problem angeblich behoben.

Nur wir hatten immer noch ein doofes Gefühl, die Raten schwankten nach wie vor und immer wieder mal war das Netz kurzfristig weg. Schön ist definitiv anders.

Heute war es den ganzen Tag recht mühsam, Seiten luden nicht oder nur sehr langsam, ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um einen Kommentar hier im Blog freizuschalten. Ich löschte alle Browserdaten, installierte die empfohlenen Updates, startete den Rechner und das Modem mehrfach neu, schaltete das Wlan aus und verband das Notebook direkt mit dem Modem, was aber alles keinen Erfolg brachte. Eher das Gegenteil, es wurde immer schlimmer und dann war das Netz ganz weg und wollte auch nach einer halben Stunde nicht wieder auferstehen.

Also rief ich bei Kabel D an. Ich kam fix durch und schilderte mein Problem. Ich erklärte, was ich alles versucht habe und dass das alles nicht geholfen hatte. Doch die gute Dame von der Hotline glaubte mir nicht, für sie war das Modem online und damit musste ich auch Internet haben. Sie ging mit mir Schritt für Schritt nochmal alles durch: Modem neu starten, PC neu starten, WLan deaktivieren. Meine Hinweise, dass ich all dies bereits mehrfach getan hätte, wurden ignoriert. Sie fragte mich sehr angenervt, ob ich auf die Administrationsseiten des Kabelmodems zugreifen könne, was ich verneinte, einfach weil ich das noch nie gemacht habe und gar nicht wüsste, wie ich da drauf kommen sollte. Daraufhin verwies sie mich an eine kostenpflichtige PC-Hotline, 99 Cent pro Minute. Als ich protestierte, weil es für mich definitiv ein Kabel- und kein PC-Problem ist, meinte sie nur, sie könne gerade nichts weiter für mich tun.

Ich verabschiedete mich, legte auf und wählte erneut die Hotlinenummer. Wieder kam ich fix durch, schilderte wieder mein Anliegen, teilte mit, was bereits als Problemlösung versucht wurde, aber auch diese Dame wollte mir wieder die kostenpflichtige Hotlinenummer andrehen. Nach meinem Einspruch unternahm sie immerhin mit mir den Versuch, auf die Administrationsseiten des Kabelmodems zuzugreifen, was auch auf Anhieb gelang, so dass der Fehler wohl doch bei Kabel D liegen musste. Das Internet funktionierte mittlerweile auch wieder, so dass wir erstmal von einer erfolgreichen Problemlösung ausgingen, auch wenn eigentlich gar nichts gemacht wurde.

Ich baute also die Versuchsanordnung ab, startete das Wlan und kaum saß ich wieder gemütlich auf dem Sofa, als das Internet schon wieder die Mitarbeit verweigerte. Same procedure as last year? Same procedure as every year. Notebook wieder direkt ans Modem gestöpselt, Wlan aus, alles neu gestartet – Internet immer noch weg. Also wieder zum Telefon gegriffen, Wahlwiederholung rein und mehrfach an der übervollen Hotline gescheitert. Irgendwann kam dann doch der Anruf zustande, ich sagte wieder mein Sprüchlein auf und bat um eine nachhaltige Lösung. Der Hotliner schaute sich das im System an und meinte dann, er wolle versuchen, den sogenannten Bridge-Modus im Modem zu aktivieren, damit würde das Modem nicht mehr als Router agieren, sondern das Signal einfach nur zum Rechner durchleiten. Gleichzeitig würde er das Modem von IPv6 auf IPv4 umstellen.

Richtig glücklich war ich damit nicht und teilte dies dem Hotliner auch mit. Nur sah er leider keine andere Möglichkeit, um herauszufinden, wo denn nun das eigentliche Problem liegt. Also willigte ich ein. Der Hotliner  musste dafür einige Dinge am Modem umstellen und es neu starten und damit auch die Telefonverbindung, die auch über das Modem läuft, unterbrechen. Er würde mich aber in ca. 15 Minuten zurückrufen.
Ich war gespannt und harrte der Dinge, die da kommen würden.
Nach 15 Minuten checkte ich die Versuchsanordnung, Internet funktionierte wieder, nur konnte ich leider nicht mehr auf das Modem zugreifen. Ich wollte mich gerade ärgern, als der Rückruf kam. Ich unterhielt mich mit dem Hotliner über die jetzt verfügbaren Optionen.

Er erklärte mir, dass an das Modem im jetzigen Zustand nur genau ein Gerät angestöpselt werden kann. Außerdem wäre die IP-Adresse des Geräts öffentlich im Netz. Beides rief nicht gerade Begeisterungsstürme bei mir hervor. Ich meinte, dass so ein Router ja an sich ganz praktisch ist, weil er als erste Firewall gegen die böse Internetwelt fungiere und das jetzt nicht mehr gegeben wäre. Er stimmte mir zu und bot mir an, die Routerfunktion des Modems wieder herzustellen, indem er den Bridge-Modus wieder ausschalte, die Einstellungen aber auf IPv4 beließe. In der Vergangenheit habe diese Option ganz gute Ergebnisse gebracht bei ähnlichen Problemen.

Ahja, wir waren also nicht die ersten und es gab protokollierte Lösungen dafür. Hätte man den beiden Damen eventuell auch mal mitteilen können.

Der Hotliner besprach noch das weitere Vorgehen mit mir, nämlich dass das Modem noch zweimal neu gestartet werden müsse, damit auch sämtliche neuen Einstellungen ans Modem geschickt und von diesem umgesetzt werden können. Das würde so um die 10 Minuten dauern, aber danach sollte das Internet schnell und störungsfrei funktionieren.

Im Moment scheint es auch so, als wenn er recht hätte und ich bin vorsichtig optimistisch.
Ein Gutes hatte diese ganze Aktion aber: sie hat mich von meinen ziemlich heftigen Steißbeinschmerzen abgelenkt, über die ich ursprünglich hier jammern wollte.

Nachtrag: Wie ich gerade mit Freuden feststelle, lädt Candy Crush nun auch wieder. Endlich hat mein Leben wieder einen Sinn 😀