Erster Tag

Das war er also, mein erster Arbeitstag.

Und irgendwie ist diesmal alles anders. Ob es auch besser ist, wird sich zeigen 😉

Es fing schon damit an, dass ich gestern Nacht ziemlich schnell einschlafen konnte und fast gar nicht aufgeregt war. Das mag zum einen daran liegen, dass es eben nicht mein superduper Traumjob ist, zum anderen – und das halte ich für wahrscheinlicher – habe ich jetzt schon so viele Jobs gehabt, dass erste Tage ein bisschen zur Routine geworden sind.

Ich fand mich pünktlich kurz vor 9 Uhr an meiner neuen Arbeitsstelle ein und durfte erstmal warten. Es waren eine handvoll Bewerber vor mir dran und die wurden einer nach dem anderen eingewiesen und fotografiert und dann in die Abteilungen gelotst, was doch recht lange dauerte. Als ich dann fertig war, wartete mein neuer Chef schon ungeduldig und wir gingen erstmal in sein Büro. Er hatte gerade tief Luft geholt und wollte seine Einführungsrede halten, als sein Telefon klingelte und ihn ein Kollege darauf hinwies, dass sie zu einem Meeting verabredet waren. Also ab zum Meetingraum, ich im Schlepptau und ich durfte das erste Mal an den Kaffeeautomaten und mir leckeren Tee brauen.

Das Meeting war hochinteressant, viele anstehende Themen wurden besprochen, einige davon noch geheim, es wurde nur so mit Geld um sich geworfen und ich fand es faszinierend, dass ich als Neuling bei einem solch vertraulichen Gespräch dabei sein durfte. Nach 1,5 Stunden war es vorbei, doch bevor wir wieder ins Büro gingen, stand schon das nächste Meeting an und ich steuerte das zweite Mal den Kaffeeautomaten an. Das Meeting war ähnlich spannend, nur nicht so lang.

Da ich nicht gefrühstückt hatte und es mittlerweile 12 Uhr war, fing mein Magen merklich an zu knurren. Ich hatte keine Ahnung, wo die Kantine ist und wie das dort funktioniert, also trabte ich Cheffe hinterher. Er stellte mir alle anwesenden Mitarbeiter der Abteilung vor und siehe, da war sogar einer dabei, denn ich aus meiner vorvorherigen Firma kannte. Schön, ein bekanntes Gesicht zu entdecken. Danach gab es endlich Mittag.

Die Kantine gut in den Tiefen des verwinkelten Gebäudes versteckt, kann dort alles mit der Mitarbeiterkarte bezahlt werden und wird automatisch am Ende des Monats vom Gehalt abgezogen. Find ich gut, da ich fast NIE Bargeld bei mir habe. Nach dem Mittagessen stand das nächste Meeting an, diesmal mit den Abteilungsleitern. So wie ich Cheffe verstanden habe, soll ich in Zukunft dieses Meeting leiten, aber wenn die ähnlich entspannt wie heute ablaufen, mach ich mir da keine Sorgen. Vorher war wieder der Kaffeeautomat dran. Ist schon ne coole Sache, wenn sämtliche Getränke kostenfrei sind.

Nach diesem Meeting gab es endlich die Einweisung, was man in der Firma darf (arbeiten), was verboten ist (Handynutzung), welche Mitarbeiter Ersthelfer sind (jeder 2.) und wo die Fluchtwege sind. Es gab Hinweise zur Kleiderordnung, zur Aufzugnutzung, Internet, Datenschutz – der übliche Kram halt. Ich musste das alles auf einem Formular abzeichnen und kaum war die Tinte trocken, enteilte der Chef zum nächsten Meeting, hatte aber ein Erbarmen mit mir und ich durfte mir meinen Arbeitsplatz einrichten.

Ich stöberte noch ein wenig im Intranet, unterhielt mich mit meinem Alt-Neu-Kollegen und dann machte ich mich auf den Heimweg, den Großen aus dem Hort abholen.

Und jetzt bin ich doch ziemlich geschafft!