Fußballschuheerstkauf

Am Freitag geht die Freiluftsaison los. Zwar nicht im Schwimmbad, sondern beim Fußballtraining des Großen. Während des Winters fand das Training in der Turnhalle einer nahe gelegenen Schule statt, aber diese Zeiten sind nun vorbei, denn nur die Harten komm‘ in Garten!

Mir wurde von verschiedenen Seiten* mittlerweile bestätigt, dass mein Rabauke ein durchaus talentierter Spieler ist und außerdem steht Ende April die nächste Talentsichtung an, diesmal im Freien auf Rasen. Das rief förmlich nach richtigen Fußballtöppen, in schick, mit ordentlichen Stollen an der Sohle. Der Uropa hat zum kürzlichen 7. Geburtstag einen kleinen finanziellen Beitrag geleistet, den ich mangels anderer Ideen in besagte Schuhe investieren wollte, natürlich in Absprache mit dem Kind. („Du, wir gehen Fußballschuhe kaufen und ich nehm dazu das Geld vom Uropa, ok?“ – „Ööööööööhm …“ – „Ok?“ – „Also eigentlich …“ – „O!K!?!“ – „nagut“ 😉 )

Also sind wir heute nach der Schule in die Stadt gefahren, um Schuhe zu kaufen. Beim großen orangenen Sportartikelverkäufer eingekehrt und vor das Regal mit den Kinderfußballschuhen gestellt. Mit Freuden festgestellt, dass fast alle Exemplare im Ausverkauf und damit ordentlich preisgesenkt waren. Den Großen schon mal eine grobe Vorauswahl treffen lassen, die sich mehr oder weniger an seiner Sichthöhe orientierte. Eine Verkaufsfachkraft gesucht und nach einiger Zeit gefunden. Ihr unser Anliegen geschildert und ihr unsere ausgewählten Modelle präsentiert. Ihr „Oh, da muss ich schauen, ob wir die überhaupt noch in der 33 vorrätig haben, ist ja schließlich Ausverkauf, da haben wir nicht mehr alle Größen, da muss ich wirklich im Lager schauen.“ geduldig ertragen. Am Ende kam sie tatsächlich mit 3 Kartons wieder. Riss die Einlegesohle aus einem der Schuhe und forderte mein Kind auf, sich mit dem entsprechenden Fuss drauf zu stellen, um zu schauen, ob die gewünschte Größe auch denen der Fußballschuhhersteller entspricht. Tat sie erstaunlicherweise. (Ich hatte vorher im Internet gelesen, dass bei bestimmten Marken 2 Größen größer gekauft werden sollte, weil die Schuhe so klein sind.)

Ich hatte dem Großen vorher schon erklärt, dass sich Schuhe mit Stollen beim Laufen auf normalem Boden ungewohnt und seltsam anfühlen, dafür aber auf Rasen echt unschlagbar sind. Ich wiederholte meinen Hinweis bei der Anprobe und die Verkäuferin ergänzte noch, dass der Fußboden richtig glatt sei mit den Stollenschuhen und er doch bitte vorsichtig laufen solle. Interessierte meinen Süßen die Bohne, der stopfte seine Füße in die Schuhe und rannte eine Runde um die Regale. Dann wurde ein Schuh gegen den des nächsten Modells getauscht, wieder eine Runde gerannt und dann wurde der andere Schuh gegen das letzte Modell ersetzt.

Und dann schlug die Stunde der Wahrheit. Welches Schweinderl hätten’s denn gern?

„Eene mene muh, und raus bist du.“ Mein Kind entschied tatsächlich mit einem Abzählreim, was sein zukünftiges Sportgerät sein sollte?!

Parent for the rescue!

Ich versuchte zu ergründen, ob es irgendwelche Vor- oder Nachteile bei den einzelnen Modellen gab. Eines war sowohl für Echt- als auch für Kunstrasen geeignet. Da bei uns im Stadtgebiet fast nur Echtrasenacker existiert, hab ich den Hybriden aussortiert. Blieben noch zwei.

„Eene mene muh.“

Och nö, nicht schon wieder. Also erneut befragt, wie sich die Sohle anfühlt, ob der Schuh an der Seite drückt, ob die Zehen genug Spielraum haben, welches Muster schöner ist.

„Eene mene muh.“

Hmpf. Ganz vorsichtig fragte ich, wie sich die Sohle anfühlte. Das Stollenmuster war unterschiedlich, ein Schuh hatte jeweils 3 Stollen an der Fußballenaußenseite und einen Stollen in der Mitte, der andere statt des einen mittigen Stollens zwei kleinere Stege. Beide hatten 4 Stollen am Absatz. Ich ließ den Kurzen nachspüren, welches Stollenmuster angenehmer für ihn sei und wies ihn abermals darauf hin, dass die Schuhe sein Sportgerät für die nächsten 1,5 Jahre seien und das mit Sicherheit nicht durch Abzählreime entschieden würde.

„Eene mene …“

Ne, jetzt mal im Ernst! Entweder, du lieferst mir jetzt ein echtes Argument für oder gegen einen Schuh oder wir lassen das heute. Und siehe, der einzelne Stollen in der Fußballenmitte war doch irgendwie doof, weil er durch die Sohle drückte, wohingegen die beiden Stege das Gewicht gleichmäßiger verteilten und angenehmer waren.

Tadaaa, wir hatten ein paar Fußballschuhe. And the winner is:

20160307_184802.jpg

Nike JR Tiempo Genio Leather FG

Das einzig Doofe an den Schuhen ist, dass sie richtige Schnürsenkel haben. Bisher waren alle Schuhe mit Klettverschluss ausgestattet gewesen, aber nun ging es ans Eingemachte. Mein Großer hatte mir zwar beteuert, dass er schon Schnürsenkel binden kann, aber das Demonstrationsergebnis war einerseits sehr langwierig und zweitens sehr labbrig. Da wird er die nächsten Tage nicht nur seine Dribbelkünste verbessern müssen und ich weiß auch schon wie. Nämlich mit dieser Schnürsenkelschleifenbindehilfe:

20160307_223513.jpg

*Sein Vereinstrainer stellt ihn mittlerweile bei jedem Turnier auf und er darf dort den Abwehrchef machen, weil er der Einzige ist – so traurig und gleichzeitig lustig das auch ist – der sich nicht wie ein Irrer mit 3 oder 4 anderen Spielern seiner Mannschaft auf den Ball stürzt, ihn dann einmal erwischt, sich umdreht, ganz stolz zu Mama oder Papa lächelt, und dabei völlig das eigentliche Spielgeschehen außer Acht lässt. Außerdem hat meiner ein gutes Abwehrverhalten und grätscht sehr gut in angreifende Spieler oder spitzelt ihnen gekonnt den Ball vom Fuß. Das alles ohne Gewalt und Härte, was ich wirklich erstaunlich finde.
Sein Schulfußballtrainer sprach mich letztens in der Schule an, als ich den Großen vom Hort abholte, ob „dass denn meiner sei“, was ich bejahte. Der Trainer beschwerte sich bitterlich bei mir, dass der Kleene immer wieder mal ein Training verpasse, was total doof ist, weil er doch einer seiner besten Spieler sei und er sich gerne darauf verlassen können möchte, dass er ihm auch zur Verfügung steht, denn es gibt auch zwischen den Schulfußballgruppen Turniere und da „darf sein bester Mann nicht fehlen“. Oar, das geht runter wie Öl.

Erstausstattung

Der gestrige Artikel ließ mich die ganze Nacht nicht los und ich dachte darüber nach, was wir damals vor 5 Jahren beim Großen alles vor der Geburt und in den ersten 6 Monaten angeschafft haben. Zu vielen Anschaffungen gibt es außerdem kleine Geschichten oder Erklärungen, die auch einmal erzählt werden wollen. Um den Überblick nicht zu verlieren, gibt es am Ende des Textes eine Auflistung aller Gegenstände, die ich für sinnvoll erachte. Sollte ich etwas ganz wichtiges vergessen habe, so bin ich dankbar für Hinweise in den Kommentaren oder per Email. Zur damaligen Zeit war ich arbeitslos und bekam nur Arbeitslosengeld, mein Mann ging 20 Stunden die Woche arbeiten. Wir kamen finanziell zurecht, aber große Sprünge waren nicht drin, weswegen wir immer auf der Suche nach preiswerten Angeboten oder Alternativen waren.

Wir wandten uns zunächst an eine Familienberatungsstelle, in unserem Fall die Diakonie, und erkundigten uns nach zustehenden Hilfen. Finanziell sind wir haarscharf wenige Euros an der Bemessungsgrenze vorbei geschrammt, so dass wir alle Ausgaben fürs Kind aus eigenen Mitteln bestreiten mussten. Aber wir bekamen viele Tipps, Broschüren und Hilfen beispielsweise beim Elterngeld und der Elternzeit.

Als erstes schafften wir uns eine neue Wohnung an, da unserer alten das Kinderzimmer fehlte. Es gab zwar ein drittes Zimmer, doch war an diesem Zimmer der Balkon und in meiner Vorstellung spielte ich sämtliche Horrorszenarien, die damit in Zusammenhang stehen könnten, durch. Wir zogen also in eine 4-Zimmer-Wohnung direkt unters Dach. Der Vermieter war so kulant, uns zwei Monate lang nur zum Warmmietenanteil wohnen zu lassen, so dass wir in Ruhe die Wohnung malern und einrichten konnten. Ich besorgte im Baumarkt grüne, gelbe und blaue Farbe und strich im Zimmer die zwei schmalen gegenüberliegenden Wände hellgrün, die anderen beiden sonnengelb. Außerdem kauften wir eine Schablone mit Winnie-Pooh-Motiv und dazu passende Stempel. Ich malte dann mithilfe der Schablone eine dunkelblaue Bordüre auf die Rauhfasertapete und bestempelte den darunterliegenden Bereich in der gleichen Farbe. Dazu kam eine Deckenlampe, die mir auf Anhieb gefiel, aber zu teuer war. Nach einiger Suche fand ich einen Anbieter, der die selbe Lampe zur Hälfte des Preises verkaufte. Kostenpunkt: Farbe 30 €, Deko 20 Euro, Deckenlampe 35 €.

In einem Babymarkt fand ich ein komplettes Kinderzimmer, bestehend aus einem 3-türigen Schrank, einer Wickelkommode und einem Babybett, welches später zu einem normalen Bett umgebaut werden konnte. Leider waren die Fronten in weiß und nur der Korpus in holzfarben, was wiederum meinem Mann nicht so gefiel. Andersfarbige Modelle waren jedoch jenseits unserer finanziellen Möglichkeiten. Ich ergatterte im Baumarkt ein Aufkleberset mit einem springenden Tigger und damit verschönerte ich die eher langweiligen Schrankfronten. Kostenpunkt: Möbel 400 €, Deko 12 Euro.

Für das Bett kauften wir eine Matratze samt wasserdichtem Matratzenschoner, ein Kopfkissen und eine Bettdecke (beides brauchten wir aber erst viel, viel später). Den Schonbezug fand ich ganz praktisch, da eine Windel durchaus auch mal undicht werden kann oder das Baby spuckt und sich dadurch Schäden an der Matratze vermeiden lassen, die man nicht mal eben so in die Waschmaschine stecken kann. Dazu bestellte ich bei Ebay ein Set bestehend aus Betthimmel samt Stange, Nestchen (nie benutzt wegen SIDS), Wickeltischauflage, Bettwäsche und einer Schürze fürs Bett, deren Sinn sich mir nicht wirklich erschloss. Insgesamt eine eher unnötige Anschaffung, Bettwäsche und Wickeltischauflage hätte es separat sicher wesentlich preiswerter gegeben. Kostenfaktor: Matratze, Kissen, Bettdecke um die 50 €, Bettset 75 €.

Im Babymarkt kaufte ich einen kleinen Winnie-Pooh-Teppich. Nicht unbedingt notwendig, aber erstens war er im Angebot und zweitens wäre sonst im Zimmer nur blanker Laminatboden und drittens, weil wegen Winnie-Pooh. Dazu kam noch ein Spieluhr-Mobile mit „Guten Abend, gut Nacht“ als Melodie, welches ich auch gleich ans Babybett montierte. Kostenfaktor: jeweils 20 €.

Bei Ebay ersteigerte ich Klamottenpakete. Da gibt es praktische Zusammenstellungen für die jeweiligen Größen. Fürs erste halbe Jahr reichten bei uns die Größen 50-68, da unser Kleener eher langsam wuchs und recht schmächtig war. Im Paket für die Größe 50-56 war ein Babyschlafsack dabei sowie einfache, dünne Babymützchen und ausreichend Klamotten, um das Baby täglich mehrmals mit frischer Wäsche zu versorgen. Der Schlafsack ersetzt am Anfang die Bettdecke und senkt das SIDS-Risiko. Die Mützchen geben dem Babykopf Begrenzung, denn es ist eine ganz schöne Umstellung für das Kind, nach Wochen oder Monaten kopfüber im Becken liegend, auf einmal gar nichts mehr am Kopf zu haben. Außerdem geben sie dem Kind einen coolen Raumfahrerlook 😉 Kostenfaktor: jeweils um die 35 €.

Unser Kind entwickelte nach kurzer Zeit einen sehr platten Hinterkopf, dem auch nicht mit stützenden Rollen im Rücken oder einem Auflagenring für den Kopf Abhilfe geschaffen werden konnte. Wir bekamen von der Hebamme den Tipp, uns ein Kopfkissen mit Loch zu holen, was diese Problematik mildern oder gar ganz beheben sollte. Gesagt, getan, wir kauften ein SimoNatal-Kissen und machten damit sehr gute Erfahrungen. Da dieses Kissen auch in Apotheken zum gleichen Preis verkauft wird, kann man sich dort ausgiebig beraten lassen. Kostenfaktor: 40 €.

Auch bei Ebay stöberte ich nach einem gebrauchten Kinderwagen und wurde fündig. Keinen Kilometer von uns entfernt bot jemand einen fast neuen Kombikinderwagen für 35 Euro Startgebot an. Da das Angebot nur für Selbstabholer galt und sich augenscheinlich sonst niemand dafür interessierte, bekam ich den Zuschlag. Wir vereinbarten einen Übergabetermin und holten das himmelbau-graue Gefährt ab. Die Verkäuferin erzählte uns, warum sie einen fast neuen Kinderwagen verkaufen. Sie waren frischgebackene Eltern eines gesunden Mädchens und hatten diesen blauen Wagen, mit dem sie eigentlich ganz zufrieden waren. Nur der Großmutter widerstrebte es, ihre Enkelin in eben diesem blauen Wagen durch die Gegend zu kutschieren. Kurzerhand kaufte sie ein rosafarbenes Monster für richtig viel Geld und schenkte es den Eltern. Glück für uns, hatten wir so einen ungefähr 10 mal benutzen Wagen mit über einem Jahr Garantie.* Kostenfaktor: 35 €.

Von einer Bekannten bekam ich ein Tragetuch für den halben Preis überlassen. Da gute Tragetücher gemacht sind, um lange zu halten und in der Regel fest gewebt sind, gehen die auch kaum kaputt, nur die Farbe kann durchs Waschen ein wenig verblassen, weswegen der Preis durchaus angemessen ist, gebraucht hin oder her. Mein Tuch ist Modell Anna von Storchenwiege und ich kann es nur empfehlen. Ich habe es vornehmlich in der Wohnung eingesetzt, da mein Kleener großen Kuschelbedarf hatte und ich ihn so gleichzeitig nah bei mir haben konnte und trotzdem noch mobil war.
Da der Papa mit dem Wickeln des Tuches nie so richtig zurecht kam und ich mir persönlich das Tragen des Babies auf dem Rücken nie zutraute, da es dazu eines Wurf des Babies im Tuch über die Schulter bedarf, holten wir uns zusätzlich noch einen Bondolino. Wir haben uns damals in einem Trageladen beraten lassen und kauften ihn auch direkt dort. Das Teil ist quasi unkaputtbar und hat mittlerweile 2,5 Babies getragen und sieht immer noch aus wie neu. Kostenfaktor: Tragetuch 35 €, Bondolino 85€.
WICHTIG: Bei allen Tragehilfen sollte darauf geachtet werden, dass die Anhock-Spreizhaltung des Babies unterstützt wird. Dies wird bspw. bei Babytragen, die es ermöglichen, das Kind vorm Bauch mit Blick nach vorn zu tragen, NICHT gewährleistet!

Damit das Kind beim Transport auf längeren Strecken gesichert ist, brauchts eine Babyschale fürs Auto. Wir haben uns für einen gebrauchten Maxi Cosi entschieden und sind gut damit gefahren. Unser Modell hat ein cooles Giraffen-Design, das ich so nie wieder gesehen habe. Kostenfaktor: 35 €.

Für die Zeit zuhause hat sich ein Laufgitter als nützlich erwiesen. Unseres fanden wir an der Suche-Biete-Wand im Supermarkt, wo ein gebrauchtes verschenkt wurden. Wir vereinbarten einen Termin, fuhren hin und mein Mann holte es ab, während ich im Auto wartete, was auch gut so war. Denn mein Mann berichtete, dass ihm die Tür von einem stämmigen, glatzköpfigen Mann geöffnet wurde und am Ende des Flurs sah er eine Fahne mit Eisernem Kreuz hängen. Kurz darauf kam die Mutter des Mannes dazu, um zu sehen, wer denn das Laufgitter haben wollte. Sie konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass sie froh wäre, dass das Laufgitter an uns und nicht etwa an einen Türken oder Russen gehe, diesem Pack würde sie es auch gar nicht erst geben. Im Gegensatz zu mir kann sich mein Mann bei sowas auch mal die Diskussion sparen, er beeilte sich dennoch, da wieder wegzukommen. Kostenfaktor: 0 €.

Für die allererste Zeit, wo das Kind wirklich nur liegt und sich nicht mal alleine umdrehen kann, hatten wir eine Babyspieldecke irgendwo her bekommen, woher genau weiß ich nicht mehr. Entweder haben wir sie gebraucht für ganz kleines Geld oder gar ganz geschenkt bekommen. War jetzt nicht das hübscheste Modell, ließ sich aber gut zusammenpacken und konnte problemlos mit zu den Großeltern genommen werden. Kostenfaktor: max. 10 €.

Da wir doch recht häufig unterwegs waren, lohnte sich für uns die Anschaffung eines Reisebetts. Meine Eltern hatten ein Angebot in einem Babymarkt in ihrer Nähe entdeckt und als ich sie das nächste Mal besuchte, schauten wir uns zusammen das Teil an. Es war gut zusammenpackbar, nicht allzu schwer und ließ sich nach anfänglichen Schwierigkeiten leicht zusammen bauen. Wir hatten es in 2 Urlauben und bei diversen Kurztripps dabei. Kostenfaktor: 35 €.**

Meine Eltern schenkten uns eine einfache Babywippe ohne Schnickschnack oder Strom. Anfangs war ich skeptisch, ob ich so etwas überhaupt benutze oder gut finden sollte, fand dann aber eine absolut geniale Verwendung, die für mich eine Anschaffung absolut empfehlenswert macht. Und zwar schnallte(!) ich das Kind in der Wippe fest, schleppte es ins Bad und stelle es so vor die Badewanne, dass mich der Kleene während des Duschens direkt sehen konnte. So war er unmittelbar dabei und ich konnte mich ausgiebig 15 oder 20 Minuten lang der Körperpflege widmen und musste nicht innerhalb von 3 Minuten wieder aus der Wanne huschen. Unterstützend sang ich dazu schön schief und falsch „What shall we do with the drunken sailor“ 🙂
Ansonsten nutzten wir die Wippe so gut wie gar nicht, könnte mir aber gut vorstellen, dass man einen ähnlichen Effekt bspw. in der Küche beim Kochen eines 3-Gänge-Menüs erzielen kann. Kostenfaktor: 0 €.

Die Anschaffung von Babyspielzeug kann man wunderbar auf Großeltern, Onkel, Tanten und Freunde verteilen. Allerdings sollte man ungefähr wissen, was man haben möchte und was nicht und dies entsprechend kommunizieren. Unsere Vorgaben waren nix elektronisches, was nervig vor sich hinpiepst, möglichst Dinge aus Holz oder Plüschtiere aus europäischer Produktion und dem Alter des Babies entsprechend. Vor allem sollten die Schenkenden, so denn möglich, vorher an den Sachen riechen. Und wenn etwas stinkt, egal wonach, wollten wir es nicht haben. So ließ ich bspw. mir dem Kleenen einen riesigen Winnie-Pooh-Teddy schenken, der seit seiner Geburt Wache in seinem Bett hält. An sich ist er zu groß zum kuscheln, aber hergegeben wird er auch nicht mehr 🙂
Dieses Vorgehen bescherte dem Baby jede Menge Plüschtiere, Schnuffeltücher, Kinderwagenketten, Beißringe und Greiflinge und uns zufriedene Verwandte. Kostenfaktor: gegen 0 €.

Fehlen eigentlich nur noch die Babypflegeprodukte. Windeln, Feuchttücher und Wegwerfwickelunterlagen als Verbrauchsmittel lasse ich hier weg. Wir kauften allerdings eine Nagelschere mit abgerundeten Spitzen und eine Nagelfeile, wobei letztere fast nie zum Einsatz kam, da das Kind selten lange still genug zum Feilen hielt. Eine Haarbürste und ein Kamm wurde angeschafft, doch hätten wir gewusst, dass sich unser Baby eine nennenswerte Haarpracht erst im Alter von ca. 1,5 Jahren zulegen wird, hätten wir uns das gespart. Gutes Olivenöl als Badezusatz oder auch als Hautcremeersatz, sollte Baby wirklich mal trockene Haut haben. Es geht auch billiges Olivenöl, aber dann riecht das Kind irgendwie nach Gänsebraten. Ein Badewannenthermometer, um wirklich sicher zu gehen, dass das Badewasser nicht zu heiß ist, das Prüfen der Temperatur per Hand ist eher unsicher, da die Hand recht unempfindlich ist, was das angeht. Nasensauger, falls das Kind mal eine verstopfte Nase hat, aber irgendwie hab ich nie den Dreh rausbekommen, wie man damit den Schnodder aus der Nase kriegt und letztendlich habe ich mich vorsichtig mit Wattestäbchen beholfen. Lanolin (Wollwachs, aus der Apotheke) für evtl. wunde Popos; es bildet eine Schutzschicht, die Nässe von der Haut abhält und diese so wieder heilen lässt, eignet sich gleichzeitig wunderbar für wunde Brustwarzen. Ein Fieberthermometer. Unser Kind fand die herkömmliche Messung im Po immer doof, weswegen sich die Anschaffung eines Ohrthermometers lohnen kann. Wir hatten leider eines erwischt, was nicht genau gemessen hat und sind letztendlich auch mit dem 5-Euro-Normalexemplar aus der Apotheke um die Runden gekommen. Ein großes Badehandtuch mit KapuzeKostenfaktor: alles zusammen um die 40 €.

Was wir nicht hatten:
Schnuller – Erstens fand das unser Kind doof und hat ihn immer wieder ausgespuckt und zweitens meinte unsere Hebamme, dass ohne Schnuller die Mama eine intensivere Bindung zum Kind aufbaut, weil sie viel genauer beobachten muss, was dem Kind im Schreifall fehlt und damit auch sensibler und kreativer bei der Problemlösung wird. Alle weiteren Vor- und Nachteile darf jeder gerne selber googeln 🙂
Flaschen, Sauger, Prenahrung – Ich wollte mein Kind unbedingt stillen und ich wollte alles daran setzen, dass es klappt. Hätte ich Flaschen und Nahrung im Haus gehabt, wäre ich, so meine Befürchtung, eventuell zu schnell auf die Alternative umgestiegen, sobald es erste Probleme gegeben hätte. Andere Mamas finden es womöglich hilfreicher zu wissen, eine schnelle Lösung parat zu haben, um in Notfall reagieren zu können.
Stubenwagen – Mir hat sich bis heute nicht der Sinn erschlossen, außer den Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schlafen wollte Kind am Anfang eh nur ganz nah bei mir.

Ausstattung:

  • Dekorationsmaterial, damit das Kinderzimmer schön bunt wird
  • Babybett
  • Kleiderschrank
  • Wickelkommode
  • Wickeltischauflage
  • (Bettdecke, -kissen, -wäsche)
  • Babybettmatratze
  • Matratzenschoner
  • Spieluhrmobile
  • Babyschlafsack
  • Babymützchen
  • Babyklamotten
  • Kinderwagen
  • Tragehilfe
  • Babyschale fürs Auto
  • Laufgitter
  • Babyspieldecke
  • Reisebett
  • Babywippe
  • geschenktes Spielzeug
  • Nagelschere
  • Haarbürste
  • Olivenöl
  • Badewannenthermometer
  • Lanolin
  • Fieberthermometer
  • Badehandtuch mit Kapuze

Anmerkungen:

* Leider war der Kinderwagen recht klobig und ließ sich nicht sonderlich gut zusammenlegen, so dass beim Transport im Auto fast der komplette Kofferraum blockiert war. Zudem war das Gestell aus Eisen, was ihn in den vorwiegend feuchten Kellern hier in der Gegend sehr schnell rosten ließ. Der Umbau zum Buggy war möglich, aber schön ist anders. Wir entschlossen uns daher, jetzt bei Kind 2 einen neuen Kinderwagen zu holen, der sich sehr handlich zusammenklappen lässt und ein Aluminiumgestell hat. Er hat jeweils separate Aufsätze für die Babywanne und den Buggyumbau und wirkt mit beiden Aufsätzen schlank und wendig. Es ist eine eher unbekanntere Marke, war zudem bei Amazon im Adventskalenderangebot und kostete somit nur 200 €.

** Ich weiß auch nicht warum, aber seltsamerweise haben viele Dinge 35 € gekostet. Vermutlich ist das eine magische Grenze, die Mama gerade noch bereit ist zu zahlen, während 30 € zu wenig Gewinn abwirft oder 40 € als zu teuer empfunden wird.