Kindernotdienst

Aus aktuellem Anlass habe ich über unsere Geschichte im Zusammenhang mit medizinischen Kindernotfällen nachgedacht. Großzügigerweise sage ich immer, dass der Große 7 Jahre benötigt hat, um das erste Mal ärztliche Notfallhilfe in Anspruch zu nehmen. Aber eigentlich stimmt das so nicht, denn es gab durchaus schon vorher Vorfälle, nur habe ich die gut verdrängt.

Der erste Vorfall ereignete sich – na klar – als ich nicht da war. Ich machte gerade eine Weiterbildung im Norden und hatte meine beiden Jungs für eine Woche alleine gelassen. Mitten in der Nacht bekam ich eine Nachricht, dass der Große sich irgendwas ins Ohr gesteckt hätte und das jetzt ganz furchtbar weh tun würde und was mein Mann machen solle. Nach Ohrennotdienst googeln, dort anrufen und dann hinfahren und nachschauen lassen. Machte mein Mann dann auch, da er aber keinen Führerschein hat und mitten in der Nacht kaum noch Busse und Bahnen fahren, nahm er ein Taxi. Der Arzt schaute ins Ohr, stellte eine massive Rötung fest, konnte aber keinen fremden Gegenstand finden. Dieser war vermutlich in der Zwischenzeit rausgefallen. Es gab Schmerzmittel und eine Belehrung ans Kindlein, sich nichts in Ohren oder Nase zu stecken.

Einige Zeit später, wir waren schon in der neuen Wohnung, aber noch zu dritt, hörte ich kurz vor Mitternacht ein leises Rufen aus dem Kinderzimmer. Als ich nachschaute, fand ich ein nach Luft japsendes Kind, welches kaum reden konnte. Wie er sich überhaupt bemerkbar machen konnte, bleibt bis heute ein Rätsel. Also wieder Google befragt und dann ab ins Auto zu unserer Kinderarztpraxis, die auch Notfallpraxis ist. Wir hatten Glück, es war gerade ein Arzt da, denn ein anderes Kind hatte auch einen Notfall und im Gegensatz zu uns vorher angerufen und sich angekündigt, so dass der Arzt sich auf den Weg zur Praxis gemacht hatte.
Noch bevor wir den Arzt überhaupt zu Gesicht bekamen, hatten wir einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen, auf dem eine ausführliche Erklärung zu Pseudokrupp stand. Der Arzt bestätigte bei der Untersuchung seine Vermutung, gab dem Kind ein Kortisonpräparat und schickte uns wieder heim.

Dann war eine ganze Weile Ruhe mit Notfällen, aber wir hatten ja genug mit der Doppelniere der Kleenen zu tun. Bis sich der Große sein Bein brach.

Tja, und dann fing die Kleene an, die Notfallärzte unserer Stadt aufzumischen. Zuerst kam der Anruf aus dem Kindergarten, dass die Süße sich selbst beim Spielen eine volle Ladung Sand ins Auge geworfen hätte (fragt nicht, wie sie das angestellt hat) und das Auge jetzt sehr rot und geschwollen sei. Ich war zum Glück gerade von der Arbeit freigestellt und konnte den Einsatz übernehmen. Fix nach einem Augennotdienst gegoogelt, direkt um die Ecke einen gefunden und ab dafür.
Da der Unfall im Kindergarten passiert war, wollte die Praxis jede Menge Angaben zur Einrichtung wissen. Ich telefonierte mich durch die Kiga-Verwaltung und bekam letztendlich alle Antworten, die ich benötigte. Die Süße wurde von einer sehr netten Ärztin untersucht, die feststellte, dass keine Fremdkörper mehr im Auge wären, aber eben die Oberfläche angekratzt und deswegen gerötet wäre. Sie gab uns eine Packung Einmal-Augentropfen mit und entließ uns mit guten Besserungswünschen.

Gestern nun kam wieder ein Anruf aus dem Kindergarten. Die Kleene sei beim Klettern abgerutscht und mit dem Mund auf die Kante der Rutsche geschlagen. Es hätte stark geblutet und wir sollten es vorsichtshalber kontrollieren lassen. Da ich mich gegen Mittag mit seltsamen Magen-Darm-Beschwerden von der Arbeit nach Hause geschleppt hatte und mein Mann seinen Resturlaub aus dem Vorjahr nahm, waren wir beide zuhause, ich allerdings im Dämmerschlaf auf der Couch.
Ich bat meinen Mann, nach einer Kinderzahnarztnotfallpraxis zu googeln, was er auch mit Erfolg tat. Gleich ums Eck war eine solche zu finden. Ich holte noch fix den Großen aus der Schule ab und verfrachtete ihn in die Bibliothek, dann fuhr ich zum Kindergarten.

Ich sah der Süßen an, dass der Aufschlag heftig war. Sie hatte immer noch verquollene Augen und so richtig freuen, dass ich sie abhole, wollte sie sich auch nicht. Sonst kommt sie immer mit offenen Armen auf mich zugestürmt, aber vermutlich saß ihr der Schock gestern noch zu sehr in den Knochen.
Ich schaute in den Mund und sah eine Wunde an einem der oberen Schneidezähne. Also dann doch lieber zum Zahnarzt. Der war schnell gefunden, die Parkplatzsuche dauerte ungleich länger. Am Tresen angemeldet und wieder eine Menge Formulare zum Ausfüllen bekommen. Die benötigten Angaben hatte ich ja alle noch vom letzten Mal parat.

Die Zahnärztin war sehr nett, schaute sich alles genau an und nahm dann folgende Bestandsaufnahme vor: Das Kindlein hatte alle für dieses Alter typische Zähne mitgebracht und alle auch an der richtigen Stelle und in der richtigen Formation. Yay!
Es hatte sich die Ober- und Unterlippe aufgeschlagen, das obere Lippenbändchen sowie das Zahnfleisch an einem der oberen Schneidezähne eingerissen. Alle Zähne wären aber fest, vermutlich weil die Lippen den Großteil des Sturzes abgefangen hätten. Es könnte passieren, dass der eine Schneidezahn grau wird, dann ist beim Sturz die Wurzel beschädigt wurden. Das mache bei Milchzähnen aber nichts. Es kann die nächsten Tage beim Zubeißen etwas weh tun, weswegen wir die richtig harten Sachen wie Äpfel oder Krustenbrot erstmal weglassen sollten.

Also, was haben wir jetzt in Notfall-Summe?

  • Hals-Nasen-Ohren-Arzt
  • Allgemeiner Kindernotarzt
  • Kinderchirurgie
  • Augenarzt
  • Zahnarzt

So wahnsinnig viele Spezialisten bleiben nicht mehr übrig.

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Das Urteil

Die Zeiten sind ja geradezu rosig, was die Themendichte für meinen Blog angeht 😉

Heute nun das wunderbare Urteil des Bundesgerichtshofs, welches Eltern Schadensersatz zugesteht, wenn es die Kommune nicht schafft, rechtzeitig einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen. Ich hatte sehr auf dieses Urteil gehofft, fand ich doch die Urteilsbegründung des Oberlandesgerichts in Dresden etwas hanebüchen, als es fabulierte, dass der Rechtsanspruch nur für das Kind bestehe, nicht aber für die Eltern.

Ja, aus welchem Grund wurde denn das Gesetz überhaupt gemacht? Damit Eltern nach der Elternzeit zügig wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Denn, so befürchtete die Bundesregierung damals nicht zu unrecht, viele potentielle Eltern würden sich womöglich gegen Nachwuchs entscheiden, wenn sie weiterhin mit enormen finanziellen Einbußen durch verspätete Berufswiedereinstiege rechnen müssen. Vom Karriereknick mal ganz zu schweigen.

Kaum tickerte das Urteil über sämtliche Kanäle, kamen auch postwendend alle „Früher war alles besser“-Kommentierer aus ihren Löchern gekrochen und verbreiteten ihre antiquierten Meinungen:

  • früher ging es doch auch ohne Kindergärten
  • Eltern hätten vorm Kinderkriegen wissen sollen, worauf sie sich einlassen
  • immer nur die Hand aufhalten, damit der Staat alles regelt
  • Kinder wären sowieso viel besser daheim aufgehoben
  • Kinder sollten frühestens mit 3 Jahren in Fremdbetreuung gegeben werden
  • Es müssen ja nur beide Eltern arbeiten, damit man sich zwei Jahresurlaube und 3 Luxuskarossen leisten kann

Mein Lieblingskommentar bislang:

  • Ich habe Teilzeit gearbeitet und war mit weniger Gage zufrieden, weil mir mein Kind wichtig war.

Weil ich gerade in Stimmung bin, geh ich die einzelnen Argumente mal durch!

Früher ging es auch nicht ohne Kindergarten. Man lebte in einer Mehrgenerationengroßfamilie zusammen, wo die (Ur-)Großeltern, Tanten und Cousinen die Kinderbetreuung übernahmen, damit die Eltern aufm Acker die Kartoffeln ernten können. Da spielten auch locker mal um die 20 Kinder zusammen, betreut von 3-4 Erwachsenen.

Als der Trend und die Industrialisierung die Familien in die Städte zog, blieb eben die Frau daheim. Besonders nach dem Krieg hatte dies dramatische Folgen, denn diese Frauen haben während der Kinderbetreuung Null Rentenansprüche gesammelt, aber trotzdem um die 3-4 Kinder bekommen. Mit viel Glück konnten diese Frauen nach dem Auszug der Kinder in wenig lukrativen Berufsfeldern Fuß fassen, aber die Rentenansprüche hat das trotzdem nicht gerettet. Einzig, dass der Mann sie bis zum Lebensende versorgt, sei es durch seine Rente oder ihre Witwenrente, hat diese Frauen vor der völligen Verarmung bewahrt.

Die wenigstens Frauen in der heutigen Zeit gehen blauäugig an das Thema Kinderkriegen heran. Gerade das Thema Kinderbetreuung ist in Schwangeren- und Elternforen ein heiß und innig diskutiertes Thema und meiner Erfahrung nach sind die Pro und Kontras der Fremdbetreuung nicht ansatzweise so intensiv diskutiert wie die Kämpfe um Betreuungsplätze. Da werden Tipps ausgetauscht, Erfolgs- und Leidensgeschichten geteilt und immer wieder Mut zugesprochen. Wenn sich also eine Frau mit Kinderwunsch nicht völlig unterm Stein verkriecht, bekommt sie sehr schnell einen ziemlichen genauen Blick auf die Lage hierzulande. Sollte sie sich dennoch für Nachwuchs entscheiden, dann wird die prekäre Situation in Kauf genommen und es werden eben ab der 12. Schwangerschaftswoche Bedarfsmeldungen an alle Kindergärten der näheren und weiteren Umgebung verschickt. Nur, weil die Situation so ist, wie sie ist, heißt das nicht, dass man sie akzeptieren muss. Man kann sich auch dagegen auflehnen und sein Recht eben einklagen.

Das Argument mit der Hand aufhalten kann ich am wenigsten nachvollziehen. Kinder kosten eine Menge Geld, Zeit und Nerven. Klar, wenn sie einmal lächeln, kriegt man das alles wieder zurück! Aber gerade der finanzielle Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Selbst der Kindergartenplatz schlägt gewaltig ins Kontor, je nach Region werden 120-500€ pro Monat fällig. Da muss eine alte Frau lange für Stricken und bei mancher Mutter frisst der Kindergartenplatz den Großteil des Gehalts auf.

Die landläufige Meinung, dass Kindergärten eh nur Kinderverwahrstationen sind und die Kinder besser daheim blieben, ist schon so oft wiederlegt worden, dass sich eigentlich jede weitere Diskussion erübrigt. Genügend Studien, auch über lange Zeit, zeigen, dass eine Fremdbetreuung nach dem ersten Geburtstag sich nicht zwangsläufig nachteilig auf die Kindesentwicklung auswirkt. Eher ist das Gegenteil der Fall. Das Kind lernt, sich im sozialen Miteinander zu erproben, lernt Konfliktbewältigungsstrategien und Kooperation. Gerade, weil es in den immer häufiger vorkommenden 1-Kind-Familien diese Konstellationen so nicht gibt, da nützt die wöchentliche Krabbelgruppe auch nicht viel.
Natürlich funktioniert das nur, wenn das Umfeld entsprechend stimmt, aber Diskussionen über vernünftige Betreuungsschlüssel und eine adäquate frühkindliche Förderung gehören gerade nicht zum Thema.

Der Mythos des Luxusproblems aber schon. Ich zähle unsere Familie zur Mittelschicht, meine Eltern ebenso, genauso wie ganz viele unserer Freunde und Verwandten. Alle haben eine Lehre oder Studium hinter sich, gehen meist in Vollzeit arbeiten und müssen dennoch am Ende des Monats schauen, dass sie nicht in den Dispo rutschen. Von zwei Mal im Jahr in den Urlaub fahren können die meisten nur träumen und bei vielen reicht es maximal zu einem Auto aus der Kategorie Kleinwagen. Die Zeiten, wo es genügte, wenn nur ein Elternteil arbeiten ging und die ganze Familie damit ernähren konnte, sind lange vorbei.

Hinzu kommt, dass Frauen nicht mehr nur das Heimchen am Herd sein wollen. Sie wollen ihre eigenen Ziele verfolgen, selber Karriere machen und eigenes Geld verdienen. Außerdem haben viele erkannt, dass es im Alter schon praktisch wäre, eine eigene, ausreichend hohe Rente zu beziehen. Ehen werden immer häufiger geschieden und die Klatschblätter sind voll mit Geschichten, wo gutsituierte Männer inmitten der Midlifecrisis ihre Frauen nach 25 Ehejahren verlassen, um mit einer jüngeren Wasserstoffblondine durchzubrennen. Da steht Frau dann da und darf sich mit Sozialhilfe begnügen, weil die 3 Mark fuffzig an Rente vorne und hinten nicht zum Leben reichen.
In vielen Gebieten verschlingen allein die Mietkosten für eine durchschnittlich große Wohnung in durchschnittlich guter Lage die Hälfte des familiären Gesamteinkommen. Mit Luxus hat das in den meisten Fällen nichts zu tun.

Bleibt noch mein Lieblingsargument, weil es gleich mehrere Aspekte auf einmal anspricht. Fremdbetreuung ist doof, wenn, dann sollte es nur ganz kurz erfolgen. Wenn man Vollzeit arbeiten geht, ist man geldgeil. Außerdem sind Vollzeitarbeiter Rabeneltern, denn denen ist das Kind nicht so wichtig.

Was die gute Dame verkennt ist, dass selbst bei Teilzeit eine Fremdbetreuung gesichert sein muss. Wir haben beispielsweise niemanden, keine Großeltern, Freunde oder Verwandte in der Nähe, die diese Aufgabe dauerhaft übernehmen können. Wir sind also so oder so auf Fremdbetreuung angewiesen, ganz gleich ob Teil- oder Vollzeit. Die finanziellen Aspekte habe ich weiter oben (und mehrfach hier im Blog) bereits beleuchtet.
Und als Rabeneltern würde ich uns auch nicht bezeichnen, denn wir lieben unsere Kinder mit Sicherheit nicht weniger, nur weil wir sie in den Kindergarten oder Hort schicken.

Wie immer am Ende einer solchen Diskussion: Jeder sollte sein Kind so aufziehen, wie er oder sie das für richtig hält. Jeder Lebensentwurf hat seine Berechtigung und mit Sicherheit viele Vor- und Nachteile. Wenn sich jemand einzig um Kinder und Haushalt kümmern möchte, dann soll er/sie das tun. Ich verurteile denjenigen nicht deswegen, ich könnte mir das nur nicht für mich vorstellen. Das heißt aber nicht, dass mein Art zu leben, besser oder schlechter ist, nur anders.
Was ich allerdings nicht mag, ist diese absolute Meinung, die nur ganz eng begrenzte Lebenskonzepte als richtig hinstellt. Toleranz ist immer auch die Toleranz gegenüber den Andersdenkenden. Gerade bei der Kindererziehung gibt es so viele Modelle, Ansichten, Meinungen, Erfahrungen und Moden, dass sich solche absoluten Ansprüche von selbst verbieten.

Fazit: Ich bin froh über das Urteil, auch wenn es für uns keine Bedeutung mehr hat, da wir einen Kindergartenplatz haben und das Kinderkriegen für uns abgeschlossen ist 😉

Kindergartenschließzeit

Wer sowas erfunden hat, veranstaltet auch Kindergeburtstage oder war in einem früheren Leben Mitarbeiter bei der Spanischen Inquisition.

An die zwei Wochen Schließzeit zu Weihnachten und in den Sommerferien haben wir uns gewöhnt und können uns gut darauf einrichten bzw. sind die Tage eh schon komplett durchgeplant. Anders jetzt bei der für uns spontanen Auszeit in den Osterferien.

Der Kindergarten hatte es versäumt, uns den Jahresplan zu schicken, in dem alle geplanten Schließzeiten vermerkt sind. Nur weil wir gerade unseren Jahresurlaub planten und ich wissen wollte, wann der Kindergarten geschlossen hat, um das entsprechend berücksichtigen zu können, erfuhren wir drei Tage vor Ostern, dass die 4 Tage danach keine Betreuung stattfindet.

Nachdem ich nun schon mehrfach dieses Jahr sowohl spontan als auch geplant ausgefallen bin und meine Probezeit immer noch nicht vorbei ist, hielt sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Zudem habe ich nur noch 7 Tage Urlaub übrig und die wollte ich ganz gemütlich um Weihnachten rum nehmen. Dem Chef also gebeichtet, vor welcher Herausforderung wir stehen und dass ich sehr kurzfristig zwei Tage Urlaub nehmen müsste, er aber entscheiden könnte, ob ihm Dienstag + Mittwoch oder Donnerstag + Freitag lieber seien.

Überraschenderweise sah mein Chef das ganz entspannt, 3 Tage Vorlauf wären doch viel, er hätte selber schon mal mit zwei Kindern vor der geschlossenen Kita gestanden, weil er die Schließzeit verpennt hatte und bei ihm kam noch erschwerend hinzu, dass keiner seiner beiden Chefs anwesend war und so auch niemand seinen Urlaub genehmigen konnte.
Feine Sache, so ein Chef.

So hatte ich vorgestern und gestern frei. Zum Glück hatten wir den Großen schon vorher für die Osterferien an die Großeltern verkauft, aber er hätte auch in den Hort gehen können. Blieb nur die Kleene und sie ist gerade in einer sehr anstrengenden, weil sprunghaften Phase. Sie kommt mit einem Buch an, doch kaum ist die erste Seite durchgelesen oder angeschaut, klappt sie das Buch zu, rennt los und holt ein neues. Manchmal kann ich sie überreden, das Buch bis zum Ende anzuschauen und Details auf den Bildern zu finden, aber oft genug ist plötzlich der Teddy interessanter. Oder die Wasserflasche.

So bespaßte ich meine Süße nach Leibeskräften, wir frühstückten ausgiebig zusammen, ich las mit ihr alle Bücher durch. Zweimal. Spielte 5 Mal Hoppe-hoppe-Reiter und baute tischhohe Duplosteintürme.
Geschafft dachte ich, es wäre Zeit für den Mittagsschlaf, doch als ich auf die Uhr schaute, war es gerade 9:30 Uhr. Uahhhhh!

Dann eine Runde zum Spielplatz, aber genau in dem Moment ging ein Wolkenbruch nieder. Sandschäufelchen wieder weggepackt, draußen war keine Option, zumal ein ekliger Wind aus Westen übers Land fegte.

In meiner Verzweiflung schaltete ich Kika an, das hat tatsächlich geholfen, denn zwischen der 3., 4. und 5. Vorleserunde (Ich kann jetzt die Eule mit der Beule und den Grüffelo auswendig. Rückwärts! Ich weiß bei den Wimmelbüchern, wo jedes einzelne Objekt ist, mit geschlossenen Augen, nur durch das Geräusch beim Umblättern der Seite! Warum noch mal wurde Wetten, dass?! eingestellt?) schaute sie sich immer mal wieder ein bisschen die Trickfilme an.

Zum Mittagessen verspachtelten wir mit großem Genuss bunte, hartgekochte Eier. Meine waren fein säuberlich geschnitten auf einem Brot verteilt, die Kleene stopfte ein Ei im Ganzen in den Mund und kauwürgte die nächsten 10 Minuten daran herum. So haben wir die Zeit bis 13 Uhr geschafft, dann ging es zum Mittagsschlaf, den wir beide nötig hatten und der bis halb vier dauerte.

Das Wetter war immer noch mies und ich entschied mich für Wäsche machen. Also zuerst trockene Wäsche von der Leine nehmen, mit tatkräftiger Unterstützung meines Mädchens, die schon sehr gut Wäschestücke von der Leine angeln kann und diese dann großzügig im Raum verteilt, ganz besonders in den Ecken mit den Wollmausbrutstätten. Bei der frisch gewaschenen Wäsche ist es anders herum, da werden die feuchten Socken erst den Wollmäusen vorgestellt, bevor sie dann in der Nähe des Wäscheständers auf den Boden geworfen werden.

Immerhin ging dadurch die Zeit gut rum und bald darauf konnte Daddy, der glücklicherweise arbeiten durfte, übernehmen, während ich ganz freiwillig das Abendessen kochte.

Der zweite Tag lief ähnlich ab, nur dass uns mittendrin die Eier ausgingen. Außerdem versuchte ich, das Kindlein für jeweils kurze Zeit alleine zu lassen, um den Geschirrspüler einzuräumen oder im Kinderzimmer des Großen zu werkeln, was jedes Mal darin resultierte, dass ich das Wohnzimmer hinterher aufräumen musste. Waren dem Großen in diesem Alter unsere Dinge vollkommen egal, räumt die Kleene mit Vorliebe unsere Tische leer, öffnet alle Schränke, räumt sämtliche Bücher und CDs aus den Regalen und dekoriert alles mit Duplosteinen.
Ein Gutes hat das Ganze aber: Man kriegt mit aufräumen, fluchen und putzen ziemlich gut die Zeit rum.

Zum Glück durfte ich heute wieder auf Arbeit, in den anderen Kindergarten 😉

 

Bones

In den aktuell laufenden Wiederholungen von Bones wird die Titelheldin damit konfrontiert, dass sie ihr Kind zu einem recht frühen Zeitpunkt in die Kinderkrippe gibt. Bones bügelt alle Versuche der auferzwungenen Mütterlichkeit in ihrer gewohnt unherzlichen Art ab, und spricht mir dabei voll aus dem Herzen.

Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Süße abgöttisch, doch kann ich ganz wundervoll nachvollziehen, dass Bones nicht mit allen Entscheidungen der Erzieher konform geht.

Jeden Abend ist für mich die Überraschung des Tages, wie gekleidet mein Kind nach Hause kommt. Mein Mann sackt beide Kinder einfach so wie sie ihm übergeben werden ein, und bringt sie nach Hause. Im Allgemeinen hat der Große die gleichen Klamotten an wie am Morgen, nur wesentlich dreckiger.

Die Süße hingegen hat zusätzliche Bodies an. Oder Strickjacken. Oder läuft nur in einem mir unbekannten Body rum, obwohl sie früh Jeans und T-Shirt angezogen bekommen hat.
Bei den derzeitigen Temperaturen bekommt sie früh ein Kleid an und dazu Leggins, diese dürfen im Laufe des Tages gerne ausgezogen werden, falls es zu warm werden sollte.
Ich denke also, dass ich als Mama jeden Morgen mein Kind entsprechend des Wetterberichts anziehe. Es wird auch jeden Morgen mit Sonnenschutzlotion 50+ eingecremt, obwohl ich es viel lieber hätte, wenn es mit dünnen Bekleidungsschichten auf dem ganzen Körper (Beine mit Leggings, Oberkörper mit dünnen langarmigen Shirts und auf dem Kopf ein großer Sonnenhutsüdwester) geschützt würde.

Trotzdem sehe ich jeden Abend mir unbekannte Kleidung. Heute war es ein Body ohne Ärmel. Vergangene Wochen eine Strickjacke (die ich persönlich sehr cool fand, aber mich scheute, diese einfach zu anektieren, sollte sie aber nochmal bei uns auftauchen …), oder T-Shirts in ultrapink, welche ich ohne Zögern in die Lost+Found-Kiste im Kindergarten werfen würde.

Mein Mann hat dabei den wesentlich schwierigeren Job, da er sich täglich dem Kontakt der Erzieherinnen ausliefern muss. Manchmal unternimmt er noch einen zaghaften Versuch zu ergründen, warum unser Mädchen diese Klamotten trägt, die es gerade an hat. Die meiste Zeit jedoch ergibt er sich einfach in sein Schicksal, zu geschafft, um noch irgendwelche Diskussionen mit den Erzieherinnen anzufangen.

Nicht falsch verstehen, mir ist die umfangreiche und verantwortungsvolle Tätigkeit der Erzieher durchaus bewusst und ich bewundere ihre Geduld, Ausdauer und ihren Enthusiasmus. Doch manchmal sind sie einfach „a pain in the ass“.

Mag daran liegen, dass wir nicht unser erstes Kind in ihre Obhut geben, oder dass wir weniger helikoptermäßig unterwegs sind oder dass wir grundsätzlich denken, dass Kindergartenerzieher einen fantastischen Job machen auch ganz ohne unsere permanente Kritik!

Liebe Erzieher!

Macht eure tolle Arbeit wie bisher, aber lasst unserem Kind dabei die vorbestimmten Klamotten an. Wir werden es nicht mit dickem Schal und Wollmütze bei diesen Temperaturen herumlaufen lassen, doch manchmal ist ein wenig mehr Stoff auf der Haut der bessere Sonnenschutz als 50+ in einer Lotion.

Außerdem müsste ich nicht am Wochenende eine Handvoll fremder Klamotten waschen, damit diese am Montag frisch bei ihren eigentlichen Eltern ankommen.

Allerdings werde ich nie verstehen, wie man einen am Schritt dreiknöpfigen Body falsch schließen kann. Aber wozu gibt es nächste Leben 😉

Highlight der Woche

Sobald sich die ersten zwei zartfarbigen Streifen auf dem Schwangerschaftstest gezeigt haben und man diese meist erfreuliche Nachricht dem Freundes- und Bekanntenkreis kund getan hat, hagelt es von allen Seiten mehr oder weniger brauchbare Ratschläge und Tipps. Noch häufiger jedoch folgen Kommentare, was denn in den nächsten Monaten und Jahren auf einen als werdende und später seiende Eltern zukommt.

Mit einem hämischen Lächeln auf den Lippen wird vor den schlaflosen Nächten gewarnt, diabolisch grinsend werden die intensivsten Windelwechselgeschichten zum Besten gegeben und mitleidig wird darauf hingewiesen, dass man die Wespentaille ab jetzt getrost für alle Zeiten vergessen kann. Stoisch erträgt man all dies, nur um es dann selbst bei der nächstbesten Gelegenheit den werdenden Eltern aufs Brot zu Schmieren.

Tja, so ist er, der Kreislauf des Lebens.

Aber niemand, wirklich niemand, klärt einen vorher über die wahren Höhepunkte des Elternseins auf: Elternveranstaltungen in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Sie kommen meist ganz unschuldig daher und nennen sich „Osterkaffee“. Oder auch getarnt als „Chinesisches Mondfest“. Manchmal versuchen sie auch gar nicht ihre hinterhältige Natur zu verstecken und nennen sich ganz plump „Zuckertütenbasteln für Eltern“.

Je nach Organisationsstufe des Kindergartens wird einem der Termin für die nächste Veranstaltung atemlos zwischen Tür und Angel beim Abholen des Kindes zugerufen, wenn selbiges gerade laut plärrend erzählt, dass ihm der Jeremy-Jason schon wieder eins mit einem Bauklotz über die Rübe gezogen hat, was voll gemein ist, denn dadurch ist der Sprößling mit dem Stift abgerutscht und schon ist sein selbstgemaltes Bild, das viel schöner und glitzriger war als das von Sophie-Anna, total versaut gewesen.
Wenn man Glück hat, wurde der Termin auf einen bunten Zettel gekrakelt, versehen mit ganz vielen Smilies, und an die Tür gepinnt, wo man ihn in Ruhe und viel mühevoller Kleinarbeit entziffern kann, wenn man das Kind abholt. Wenn man Pech hat, holen gerade andere Eltern ihr Kind ab, die Tür steht permanent offen und man bekommt diesen Zettel nie zu Gesicht.
Der 5er im Lotto ist, wenn man auf die Veranstaltungen per Email hingewiesen wird. Der 6er, wenn auch die richtige Emailadresse verwendet wurde. Der 6er mit Superzahl, wenn der gesamte Verteiler im BCC steht.

All diesen Veranstaltungen ist gemein, dass man zwangsläufig auf „andere Eltern“ trifft, während man auf diesen Minikinderstühlen hockt, die Knie irgendwo auf Ohrenhöhe und aus denen man niemals im Leben würdevoll aufstehen kann, sobald man größer als 1,50 m gewachsen ist.

Die „anderen Eltern“ haben zu solchen Veranstaltungen immer den tollsten selbstgebackenen Kuchen dabei, während man selbst froh ist, die letzten vertrockneten Stücke Blechkuchens vom Bäcker um die Ecke ergattert zu haben. Diese Mütter sehen immer aus wie aus dem Ei gepellt, ich bin schon froh, wenn die Essensresteflecke auf meiner Jacke, nachdem sich mindestens eines meiner Kinder unbedingt den Mund daran abwischen musste, während ich ihm zur Verabschiedung einen Kuss auf die Wange gegeben habe, farblich zu denen auf meiner Hose passen.

Allein der Geruch, wenn ich den Hort des GrauensKindergarten betrete. Schon direkt nach Öffnen der Eingangstür schlägt einem der Geruch nach verwesender Kinderkotze entgegen, der sich gleichmäßig im ganzen Haus verteilt hat. Ich weiß nicht, ob die Mischung aus getragenen Kindersocken, trocknenden Matschhosen, Mittagessen und scharfen Reinigungsmitteln diesen Duft erzeugt, oder ob sich tatsächlich vor Urzeiten mal ein Kind an einer unauffälligen Stelle übergeben hat. Ist ja letztendlich auch egal, stinken tut es so oder so erbärmlich.

Heute stand Zuckertütenbasteln auf dem Plan und ich fand mich am vorgeschriebenen Ort zur rechten Zeit ein. Die Erzieherinnen hatten schon mal was vorbereitet und so standen bereits frisch verklebte Tütenrohlinge auf dem Tisch. Ich wurde als Mama des Großen erkannt und prompt gefragt, ob ich lieber eine blaue oder eine grüne Zuckertüte haben möchte. Ich entschied mich für die orangene.

Damit die Tüte nicht sofort den Inhalt preis gibt, lag Krepppapier bereit, mit dem man den Verschluss der Tüte basteln konnte. Ich rissschnitt mit einer Minischere ein entsprechend großes Stück vom roten Papier ab und wollte dieses innen in die Tüte kleben. Mit Leim, der aus dem letzten Jahrtausend stammte. Egal, ich ignorierte die seltsamen Flecken oben auf dem Klebestift und schmodderte den oberen inneren Rand der Tüte ordentlich auf 5 Zentimeter Breite ein.
Vorsichtig drückte ich das Krepppapier auf den Rand, bis ich die Runde rum war. Dann wiederholte ich die Prozedur. Dann wischte ich mir die Kleberklumpen an der Hose ab, bat um den Flüssigkleber und wiederholte die Spiel.

Es gab Buchstaben zum Aufkleben, in bunt, Moosgummi und Glitzer. Die bunten und die glitzernden klebten von selbst, die Moosgummi mussten extra mit Leim versehen werden. Seltsamerweise waren die Buchstaben s, c, h, u, l und e viel zu wenig vorhanden, keine Ahnung warum. Ich half mir, indem ich aus übriggebliebenen Moosgummi-Ns Hs und aus Qs, die eh niemand braucht, Us bastelte. Es gab auch chinesische Drachen und Lampions als Aufkleber, welche ich gerne und reichlich nutzte. Den Namen meines Kindes formte ich aus Glitzerbuchstaben, mit dem Resultat, dass die Hälfte des Glitzers an meinen leimverschmierten Fingern und meiner Hose haftete.
Die Moosgummibuchstaben wollten sich partout nicht der Rundung der Tüte anpassen und flappten ständig vom Untergrund wieder hoch, ganz gleich, wie viel oder welchen Leim ich verwendete. Egal, das ist individuell und wird anderswo Kunst genannt.

Als positiv bleibt mir zu bemerken, dass die Stunde zum Glück frei von „anderen Eltern“ war und ich tatsächlich Spaß hatte. Negativ sticht heraus, dass die „anderen Eltern“ vermutlich so mit Kuchen backen beschäftigt waren, dass sie ihren Kindern nicht so etwas Schnödes wie eine Zuckertüte basteln konnten und die übrigen Eltern zusätzlich diese Aufgabe übernehmen mussten, weswegen es ein paar weniger liebevoll gestaltete Exemplare ohne Namen gibt und weswegen mein Mann grummelnd mit beiden Kindern im Schlepptau vor der Türe wartete, während ich noch fix eine Fremdtüte fertig beklebte.

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Beim nächsten Basteln bringe ich meine eigene Tube Sekundenkleber mit. Wäre doch gelacht, wenn ich mich nicht komplett an eine Zuckertüte pappen könnte 😉

Es geht voran

Oder so.

Ich habe jetzt einen Termin bei meiner Psychotherapeutin bekommen – Ende April. Mein Arbeitszeugnis werde ich hoffentlich bald in den Händen halten. Innerlich bereite ich mich auf die ersten Bewerbungen vor, merke aber, wie sehr mich das mitnimmt.

Was mich momentan betrübt ist, dass meine Kreativität irgendwie abhanden gekommen ist, was sich unter anderem in den sehr sporadischen Blogbeiträgen niederschlägt. Ich habe zwar noch genügend zu erzählen, aber überhaupt keinen Antrieb, dass aufzuschreiben.

Mein Großer bereitet mir derzeit große Sorgen, da er in der letzten Zeit komplett frei dreht. So schlimm, dass sich sogar schon die Kindergartenerzieherinnen darüber beschwert haben. Er hört nicht zu, benimmt sich wie die Axt im Walde, malträtiert die Katzen bei jeder sich gebenden Gelegenheit und schubst einfach so seine Schwester um. Das alles ohne sichtbare Reue oder ansatzweises Nachdenken. Eine Freundin meinte, dass das Vorschuljahr auch die kleine Pubertät genannt wird und das Verhalten, so doof wir das auch finden mögen, normal ist. Wenn das allerdings die kleine Pubertät ist, ziehe ich bei der großen vermutlich aus.

Ein mächtiger Lichtblick ist meine Süße, welche mittlerweile laufen gelernt hat. Es ist eine wahre Freude, ihr bei den tapsigen Schritten zuzuschauen, mit denen sie die Wohnung erkundet. Sobald irgendwo Musik läuft, fängt sie an zu tanzen und klatscht dabei in die Hände. Das ist so unglaublich herzerwärmend, dass ich das gar nicht richtig in Worte fassen kann.

Dank der steigenden Zahl von Impfgegnern gibt es aktuell auch einen Masernfall im Kindergarten des Großen. Dadurch muss er heute zuhause bleiben, damit der Impfstatus aller Mitarbeiter überprüft und weitere Maßnahmen abgestimmt werden können. Bis auf weiteres haben alle Nichtgeimpften bzw. Personen mit unklarem Masernimpfstatus Hausverbot im Kindergarten. Das betrifft bei uns nur meine Süße, die erst Anfang April ihre erste Masernimpfung bekommt, aber ich habe seit Bekanntwerden der ersten Masernfälle bei uns den Großen eh nicht mehr vom Kindergarten abgeholt, zu groß war mir einfach das Risiko, und das zurecht, wie es sich jetzt herausstellt.

Ansonsten quälen wir uns tapfer durch die Grippe- bzw. Erkältungswelle. Ich bin seit Wochen dauerverschnupft, mein Mann hat seit dem Wochenende die Grippe. Nur die Kinder sind bislang glimpflich davon gekommen. Hoffen wir mal, dass das so bleibt 🙂

Wait for something to happen

In dem Lied gibt es oben genannte Textzeile und das ist auch genau der Zustand, in dem ich mich gerade befinde. Nicht, dass in der Vergangenheit zu wenig passiert wäre, aber all diese Ereignisse verdammen mich derzeit zum Warten, ohne wirklich etwas tun zu können.

Ich kann nicht mit meinen Eltern über die veränderte Situation reden, da wir dort Weihnachten und nächstes Wochenende noch den 55. bzw. den 60. Geburtstag meiner Eltern feiern wollen. Ich würde ihnen erstens diese Feiertage versauen, denn vor allem meine Ma macht sich immer enorme Sorgen. Und zweitens könnte sie wohl ihre Verachtung ob des Verhaltens ihres Schwiegersohns nicht verhehlen und sehr wahrscheinlich würde die ganze Situation eskalieren und dann noch dazu in einer Zeit, in der meine Ma echt schon stresstechnisch auf dem Kieferknochen läuft, Zahnfleisch ist da keines mehr da.

In meinen Gedanken stelle ich mich immer mehr auf die neue Wirklichkeit ein, plane die Zeit nach dem Auszug meines Mannes, überlege, was ich mit dem zusätzlichen Platz anstellen werde. Mir graut es vor dem Auseinanderklamüsern unserer Dinge. Bei den Möbeln ist es noch relativ unkompliziert, er kann schlecht von mir verlangen, dass wir uns die Küche teilen, unser Sofa im Wohnzimmer gibt es auch nur als Ganzes, unser Bett werde ich auch nicht zersägen können. So wird der Großteil einfach mal hier bleiben müssen, zumal ein nicht unerheblicher Teil von mir in die Ehe gebracht wurde. Bei den DVDs sieht das alles wieder ganz anders aus, ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, wer da was geholt oder wem geschenkt hat. Bücher und CDs sind da wieder unkompliziert, zu unterschiedlich sind hier unsere Geschmäcker.

Wie die Kinder auf die veränderte Situation reagieren, allen voran der Große, der doch eher ein Sensibelchen ist. Wie das mit der Aufteilung klappt. Wie ich es ertrage, die Kinder nur noch die Hälfte der Zeit um mich zu haben. Ob das mit der Kleinen überhaupt so geht, da sie noch sehr abhängig von mir ist. Ob das wirklich so günstig ist, dass mein Mann ans andere Ende der Stadt zieht und dem Großen einen, wie ich finde, extrem langen Schulweg aufbürdet. Ob ich das wirklich so akzeptieren muss.

Wie sich das alles organisatorisch darstellen wird, ist mir noch völlig unbekannt. Ich weiß nicht, wo die Kleine ab Frühjahr in die Krippe geht, da wir noch keinen Platz haben, wie das dann mit dem Kindergarten des Großen hinhaut und wie sich das alles mit meiner Arbeit verträgt. Ich werde 40 Stunden gehen, dafür werde ich bezahlt und ich brauche das Geld auch. Was mein neuer, mir bislang unbekannter Chef dazu sagen wird, ob er einsieht, dass ich bereits um halb Acht anfangen werde, damit ich entsprechend zeitig Feierabend machen kann, um die Kinder abzuholen, weiß ich nicht. Ob es mit ihm die Möglichkeit gibt, mit Home Office ein paar Stunden weniger auf Arbeit sein zu müssen? Das alles in der IT-Branche, die eher für ihre späten Arbeitszeiten bekannt ist. Was ist mit Dienstreisen zu unseren Außenstellen, wenn ich über Nacht wegbleibe. Mir bereitet das ganz schöne Kopfschmerzen.

Meine persönliche Zukunft ist ebenso unbekannt. So ganz perspektivisch hätte ich irgendwann schon gerne wieder jemanden an meiner Seite und bin gerade dabei zu überlegen, wie derjenige sein sollte und ob es so jemanden überhaupt geben kann. Wie das mit den Kindern wäre. Es wäre toll, hätte ich jemanden, der mir die Hand hält und sagt, alles wird gut, wir kriegen das gemeinsam hin. Und so zwei, drei Komplimente könnten meinem geschundenen Ego auch nicht schaden. Aber egal, wie schön das wäre, ich glaube, dass wäre mir im Moment dann doch zuviel. Initiativbewerbungen nehme ich trotzdem entgegen 😉

Und immer dieses doofe Warten, wo ich doch so ungeduldig bin.

Kleingedrucktes

Es gibt ja so einige Dinge, die einem als werdende Eltern nicht gesagt werden. Manche wie die schlaflosen Nächte und die Schreiattacken werden als bekannt vorausgesetzt. Andere wiederum wie bestialisch stinkende Babywindeln oder das rasante Wachstum werden den Neueltern vorenthalten. Aus gutem Grund, denn sonst würden sich einige Kandidaten das Ganze nochmal überlegen.

Zur letzteren Kategorie zählen auch „andere Eltern“. Bitte nicht falsch verstehen, die meisten Eltern sind nett und rücksichtsvoll, haben nette und rücksichtsvolle Kinder. Es gibt jedoch die „anderen Eltern“, die nicht nett und rücksichtsvoll sind und einem damit das eigene Elternsein vergällen.

Heute war Chinesisches Mondfest in Kindergarten des Großen und alle Eltern waren zu einer Aufführung der Mondfestgeschichte durch die Kinder und anschließendem Picknick eingeladen. Wir kamen pünktlich an, suchten uns ein ruhiges Plätzchen und breiteten unsere Decke auf. Die Aufführung verfolgten wir von einem kleinen Hügel aus, damit wir niemandem im Weg stehen. Die Darbietungen waren fantastisch und ich konnte sogar durch die „anderen Eltern“ hindurch ein paar brauchbare Fotos machen.

Beim Picknick versammelte sich plötzlich ein Haufen „anderer Eltern“ an unserer Decke und beredete völlig belangloses Zeug in einer Lautstärke, die es uns unmöglich machte, wegzuhören. Der Garten der Einrichtung ist riesig groß, es hätte genügend andere Ecken zum Treffen gegeben. So aber mussten sie permanent auf unserer Decke stehen oder auch einfach mal drüber laufen. Wie gesagt, wir hatten uns etwas abseits gesetzt, um genau so etwas zu vermeiden.

Es gab Stationen, an denen Kinder Süßigkeiten gewinnen konnten. Am Glücksrad stellte ich mich mit meinem Kind an und wir warteten geduldig, dass wir an der Reihe sind. Aber immer wieder drängelten sich Kinder und Erwachsene dazwischen. Als ich sie höflich bat, sich doch hinten anzustellen, wurde ich angepampt.

Mein Mann erzählte mir, dass an der anderen Station, wo es Zuckerperlenarmbänder als Belohnung für erfolgreiches Stäbchenessen gab, ein Kind sämtliche dieser Armbänder antatschen musste, während die Mutter daneben stand und es seelenruhig gewähren ließ.

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Später sollten Luftballons in die Luft gelassen werden, damit die Wünsche der Kinder in die Welt getragen werden. Manche Kinder gaben sich aber nicht mit einem Ballon zufrieden, sondern brauchten zwei oder drei, mindestens einem zum Behalten, einem zum Loslassen, welche natürlich von den „anderen Eltern“ beschafft wurden. Wäre das nicht gewesen, hätte jedes Kind und vermutlich jeder Erwachsene einen Ballon haben können. Originalaussage einer „anderen Mutter“: das Kind würde sonst nur weinen.

„Andere Eltern“ schauen mich grundsätzlich immer so an, als hätten sie etwas Übelriechendes unter der Nase, dabei versuche ich durchaus, meine persönliche Hygiene up-to-date zu halten. Ich weiß auch nicht, wie ich mich denen gegenüber verhalten soll. „Andere Eltern“ bringen grundsätzlich AKs mit Gruselnamen hervor.

Wie auch immer, solche Nachmittage bringen mich regelmäßig an meine Grenzen und ich bin heilfroh, dass sie nicht allzu häufig sind.

Ich geh jetzt meinen Kopfschmerz pflegen …

So ein Kindergarten

Am Dienstag hatten wir das Gespräch mit der Erzieherin des Großen. Ich habe sie zum ersten Mal gesehen, ist ein ganz liebe, noch recht jung.

Wir sprachen über den Großen und sein mitunter unterirdisches Benehmen. Sie fragte, seit wann das so wäre und wir sagten, seit G., sein ehemaliger Erzieher, von heute auf morgen den Kindergarten verlassen hat. Mehr oder weniger zu diesem Zeitpunkt wurde auch seine Schwester geboren. A., die Neue, erklärte, dass der Weggang Gs für alle überraschend kam und niemand weiß, warum er gegangen ist.

Sie selber hat versucht, den Kontakt zu ihm herzustellen, bekam jedoch keine Antwort. Sie meinte, wir könnten noch bei der Leitung nachfragen, aber mein Mann schüttelte nur den Kopf. Hätte er schon gemacht, aber keine Antwort erhalten. Uns wundert das alles sehr und natürlich gibt es die wildesten Spekulationen. Ich vermute, er hat sich mit dem Chef oder einem Elternpaar überworfen, denn in einer Infomail vom Kindergarten wurden alle darüber informiert, dass G nach 3-monatiger Kündigungsfrist den Kindergarten verlässt und bis dahin freigestellt ist. Sollten schwerwiegendere Sachen vorgefallen sein, wäre er mit Sicherheit fristlos gekündigt worden.

Unser Kind erzählt leider nur sporadisch vom Kindergarten, aber wenn er erzählt, dann bezeichnet er sich selber immer noch als Gs Kind. Dazu muss man wissen, dass 2 bis 3 reguläre Kindergartengruppen in einer großen Gruppe auf einer Etage zusammen sind und jedes Kind einen sogenannten Bezugserzieher hat, der die Entwicklung des Kindes überwacht und bei Fragen und Problemen von Kindern und Eltern bereit steht.
Von sich aus hat unser Großer noch nie von A erzählt, erst auf Nachfrage bestätigte er, dass er jetzt ein A-Kind sei.

Mit dem Weggang Gs gab es zudem strukturelle Umbauten im Kindergarten. Mehrere andere Erzieher haben sich krank gemeldet oder gekündigt, so dass die heißgeliebten, regelmäßigen Montagswanderungen in ein nahe gelegenes Wäldchen ausfallen mussten.
Jeden Freitag war Experimentetag, wo G sehr anschaulich den Kindern ein bestimmtes Thema näher gebracht hat. Einmal erklärte er bspw., warum frische Blätter grün und alte Blätter braun sind und warum die braunen Blätter gut brennen, die grünen hingegen gar nicht.
Auch die anderen Tage hatten bestimmte Themen, aber ich gehe davon aus, dass diese, da nicht so umfangreich, fortgeführt wurden.

Auf jeden Fall sind allein die Ereignisse im Kindergarten schon ziemlich heftig und müssen von so einem kleinen Kind erstmal verarbeitet werden. Dass dann zusätzlich noch die kleine Schwester kam, hat dem ganzen die Krone aufgesetzt. Er brauchte einfach einen Prellbock, um seine ganze Wut, den Ärger und seine Ängste irgendwie abzubauen. Und diesen Job mussten und müssen wir wohl oder übel übernehmen.

Wir sprachen dann noch über Möglichkeiten, den Kleenen dabei zu unterstützen. Ganz wichtig dabei ist, ihm immer wieder zu erklären, warum G nicht mehr da ist. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er eine Arbeit in seiner Heimatstadt gefunden und deswegen weggegangen ist. Nur deswegen und nicht, weil er den Großen nicht mehr mag oder was auch immer er sich eingeredet hat.

A sucht zusätzlich das Gespräch mit dem Großen, sobald sie dazu Gelegenheit hat, denn derzeit sind mehrere Erzieher krank und sie kümmert sich zeitweise allein um 25 Kinder, und will auch noch mal ausloten, was sie in Sachen G ausrichten kann. Außerdem meinte sie, dass sie Gs Ansichten nicht unbedingt teile, was die Vorschulbildung angehe. Es ist durchaus angezeigt, dass er Lesen, Schreiben und Rechnen lernen kann, wenn er das von sich aus möchte. Es wäre entwicklungstechnisch jetzt eh an der Reihe, dass er einfache Rechenaufgaben lösen und seinen Namen schreiben könne. Na, wenn es nur das ist, das kriegen wir hin. Ich hab von einer Freundin vor einiger Zeit einen Tipp zu altersgerechten Lernhilfen bekommen und da werden wir einfach mal aktiv werden. (Werde dazu evtl. noch einen separaten Beitrag verfassen.)

Zum Schluss tauschten wir uns noch über die Macken unseres Rabauken aus. Wie er genau weiß, dass es falsch ist, der Katze auf den Schwanz zu latschen. Wie entnervend es ist, wenn er gefragt wird, warum er das tut und dann entweder gar keine Reaktion oder ein genuscheltes „ich weiß nicht“ kommt. Er kennt alle Regeln, entscheidet sich dennoch, diese nicht zu befolgen. Als er das jetzt zu Hause machte, fragte ich ihn, warum. Als erstes kam wieder „ich weiß nicht“, doch das ließ diesmal ich nicht gelten. Ich hakte nach, er zierte sich und ich zählte von 3 runter. Seltsamerweise wirkt dieser kleine Countdown immer. Spätestens beim Luftholen zu 1 hat er plötzlich eine Antwort parat. Selbst bei so simplen Sachen wie „welche Eissorte möchtest du?“ muss der Countdown her, sonst stehen wir ewig vor der Eistheke.
Als ich also von 3 runter zähle, sagt er mir bei 2, dass es ihm Spaß mache. Auch, wenn er keine 2 Sekunden später die Aussage widerrufen hat, denke ich, dass das der Wahrheit recht nahe kommt.

Nun stellt sich die Frage, warum macht ihm das Spaß? Weil er sich als Rebell fühlen kann? Weil die Trotzigen im Kindergarten die Helden sind? Geht der Gruppendruck schon los? Ist es der Versuch, unsere Aufmerksamkeit zu kriegen? Oder Eifersucht auf seine Schwester? Weil der eigentlich coole Job als großer Bruder in echt ziemlich uncool ist?
Vermutlich wird es eine Mischung aus allem sein.

A und wir sind uns ziemlich sicher, dass es für den Großen besser wird, wenn er offiziell als Vorschulkind zählt. Dann bekommt er wesentlich mehr Geistesfutter, es gibt wieder regelmäßig Ausflüge, diesmal in Schulen, und er ist mit seinen besten Freunden, nachdem einer davon, ein chinesischer Junge wegen Sprachdefiziten zurückgestellt wurde, in einem kleinen, elitären Kreis.
Seit letzter Woche geht er jeden Donnerstag zur Ballschule, exklusives (Fußball-)Training nur für ihn. Es gefällt ihm, er mag den Trainer und er lernt neue Tricks.

Ich bin zwar noch skeptisch, aber die letzten beiden Tage waren recht friedlich, vielleicht entspannt sich die Situation ja langsam. Unser Verständnis für seine schwierige Situation ist aber mit Sicherheit ein guter Anfang.

Wenn es läuft, dann läuft es!

Oder wie der Brite sagt: when it rains, it pours!

Hatte ich mich letzte Woche noch gefreut, dass es mal so gar nichts zum Meckern gibt, so holt das Universum gerade wieder mit der Anti-Keule aus. Ich persönlich glaube ja, dass es ein kleines Männchen gibt, dass guckt, wie es den Leuten geht und wenn es ihnen zu gut geht, dann wird ein Gegengewicht im Schicksal der Leute kreiert. Nur fröhliche Leute hält ja auch keiner aus 😉

Es fing am Freitag Nachmittag an, wie es solche Geschichten üblicherweise tun. Das Kind wird just dann fiebrigkrank, wenn der Kinderarzt gerade ins Wochenende gegangen ist. Das Klopapier geht prompt dann aus, wenn die Supermärkte vor einem langen Wochenende gerade geschlossen haben.
Bei uns war es die Spülmaschine, die kurz nach 18 Uhr einen undichten Abwasserschlauch meldete. Zum Glück war die Pfütze nicht allzu groß und konnte schnell beseitigt werden. Bei der Inspektion unseres fleißigen Helferleins zerbröselte mir der Abwasserschlauch förmlich in den Händen und brach direkt an der Austrittsstelle ab. Eine weitergehende Untersuchung des Geschirrspülers ergab, dass ich es wohl nicht selber reparieren kann, weil ich nicht mal ansatzweise einen Einstieg ins Maschineninnere fand. Wir riefen am Sonnabend einen Reparaturdienst an und verabredeten einen Termin für Montag.

An selbigem Sonnabend fiel mir auf, dass ein Hängeschrank in der Küche, in dem wir unsere sämtlichen Gläser lagern, schiefer als üblich hängt. Die Küchenwand ist arg bröselig, es war schon eine Kunst, da überhaupt 3 Schränke halbwegs sicher in die Wand zu dübeln, doch so recht traute ich dem Frieden nie, vor allem beim Glasschrank. Wir räumten also alle Gläser auf die ohnehin schon mit dreckigem Geschirr volle Anrichte und hängten den Schrank ab. Tatsächlich war der eine Dübel recht locker in der Wand und drehte immer wieder mit. An diesem Tag war es schon zu spät zum Bohren neuer Löcher und am Sonntag wollte ich die Nachbarn mit dem Lärm nicht belästigen.

Am Montag kam der Reparaturmensch und nahm sich unseres Geschirrspülers an. Er brauchte 3 Anläufe, um das Teil an der richtigen Stelle zu öffnen, da das Ding von innen mächtig-gewaltig zugebaut ist. Erschwert wurde die Reparatur durch den Zustand des noch recht jungen Handwerkers. Ganz offensichtlich hatte er die Nacht ordentlich gefeiert und war nur mäßig begeistert, in Bodennähe nach der Schlauchansatzstelle zu suchen. Ich fragte ihn, ob seine Nacht kurz war, aber er antwortete nur: welche Nacht? Er kämpfte sich aber tapfer weiter voran und packte irgendwann sogar die beiden mitgebrachten Ersatzschläuche aus, um dann festzustellen, dass der eine viel zu kurz war und beide vom Ansatzstutzen nicht passten. Ganz großes Kino.
Er fotografierte noch die Seriennummer ab, verschloss notdürftig den Spüler und verabschiedete sich. Sie würden sich melden, wenn der passende Schlauch geliefert würde.

Da mir das genug Handwerkskunst für einen Tag war, verschob ich die Lochbohraktion für den Glasschrank auf den heutigen Dienstag. Ganz vorsichtig bohrte ich mit einer 6er Bohrer zwei Löcher in die Wand und traf einmal Ziegel und einmal festen Putz mit Kiesel. Auf jeden Fall kam mir nicht gleich die halbe Wand entgegen, wie bei den ersten Versuchen. Zuversichtlich bohrte ich mit einer 10er Bohrer nach, klopfte die Dübel in die Wand und machte mich daran, die Schrauben einzudrehen. Das ging soweit gut, bis der Schraubwiderstand meine zarten Frauenhände überforderte. Aber wozu gibt es Göttergatten?

Während der Aktion hatte ich ein wenig das Zeitgefühl verloren und plötzlich war es 14:42 Uhr und um 15 Uhr hatte meine Kleene den nächsten Impftermin beim Kinderarzt. Uff, das könnte jetzt ein wenig eng werden. Ich schnell uns beide in Schale geworfen, die Süße im Kindersitz verstaut und ab ins Auto. 3 nach 3 waren wir in der Praxis, wo mir siedendheiß einfiel, dass ich die Krankenkassenkarte vom Großen vergessen hatte, ich aber eigentlich noch eine Überweisung für den Kardiologentermin von vor 1,5 Wochen brauchte. Muss ich also nochmal hin.

Der Impftermin dauerte länger als gedacht, was insofern doof war, als dass wir um 16:30 Uhr einen Termin mit der Kindergärtnerin des Großen wegen seines anstrengenden Verhaltens hatten. Außerdem war die Kleene übermüdet und schrie eigentlich die ganze Zeit, bei der Schluckimpfung, bei der allgemeinen Untersuchung, bei den zwei gespritzten Impfungen. Als wir endlich fertig waren, packte ich die Kleene schnell wieder ins Auto, welches mangels Alternativen schön in der Sonne vor sich hinbrutzelte.

Um uns schnelle Abkühlung zu verschaffen, bis die Klimaanlage einsetzte, öffnete ich das Fahrerfenster. Als ich es wieder schließen wollte, knirschte es unheilvoll in der Tür und das Fenster blieb auf halber Strecke stecken. Während ich also unter Zeitdruck versuchte, so schnell wie möglich durch den Berufsverkehr zu kommen, schob und drückte ich bei jeder Ampelpause die Scheibe nach oben, doch die letzten 2 Zentimeter wollten einfach nicht gelingen. Ich lud meinen Mann ein, wir fuhren zum Kindergarten und suchten erstmal die Erzieherin im Haus, wo wir uns verabredet hatten. Sie saß nur leider unten im Garten und hatte gehofft, uns vorfahren zu sehen. Das passte irgendwie alles zum Tag. Das Gespräch war sehr angenehm, dazu gibt es einen eigenen Eintrag.

Wieder daheim, schlug mein Mann vor, wir könnten doch nach dem Stress Pizza bestellen. Gesagt, getan, geliefert. Mein Mann will mit EC-Karte bezahlen und kann sich spontan nicht mehr an seine PIN erinnern. Um einer Sperrung seiner Karte zu entgehen, übernahm letztendlich ich den Bezahljob. Hmpf.
Wenigstens hat der Göttergatte die Schrauben mit lautem Schnaufen und Fluchen bis zum Anschlag in die Wand gedreht, so dass wir den Glasschrank – diesmal bombensicher – an die Wand hängen konnten.

Morgen muss ich wegen eines Termins in der Autowerkstatt anrufen und hoffen, dass es bis zur letztendlichen Reparatur nicht regnet. Und ich muss hoffen, dass die Reparaturen nicht zu teuer werden, denn sonst können wir unseren Italienurlaub nämlich vergessen.

Wie gesagt, wenn es einmal läuft, dann läuft’s!