Wenn’s mal wieder länger dauert …

Ich habe doch keine Zeit!

Ehrlich, für mich könnte der Tag aktuell 48 Stunden haben und es würde trotzdem nicht für all meine Aktivitäten reichen. Ich schreibe seit mehreren Wochen an der Beziehungsgeschichte meines Mannes und mir. Es ist nicht vergessen, nur benötige ich dafür ein gewisses Maß an Muse und eben Zeit.

Der nächste Blogeintrag für den Reiseblog ist ebenfalls seit mehreren Tagen in Bearbeitung. Dort liegt das Problem nicht an der Muse, so einen Text kann ich jederzeit schreiben. Allerdings möchte ich den Eintrag entsprechend bebildern, doch das Hochladen der Bilder durch unsere Klingeldrahtinternetleitung dauert gefühlte Ewigkeiten. Dann stellte ich fest, dass die Imagedateien zuviel Speicherplatz belegen, aber das WordPress-interne Skalieren nicht die Dateigröße verringert, sondern im Gegenteil noch mehr Speicherplatz belegt, da das skalierte Bild zusätzlich zum Originalbild auf der Medienseite abgelegt wird. Löschen kann man nur beide Bilder komplett, leider nicht selektiv. Heißt also, dass wenn ich den Blog noch eine Weile optisch ansprechend gestalten möchte, muss ich alle bisher hochgeladenen Bilder löschen, durch kleinere Versionen ersetzen und die bisherigen Blogeinträge mit den kleinen Bildern versehen. Dauert vermutlich nur 3-5 Jahre o.O

Dann mausert sich meine Süße derzeit zu einer echten Terrorzicke. Für den ein oder anderen mag es ungwöhnlich klingen, aber ich stille sie immer noch. Nur Abends zum Einschlafen und in der Nacht zum Durchschlafen, manchmal auch Mittags zum Mittagsschlaf. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das auch sein lassen, aber sie fordert es, mich stört es nicht sonderlich und sie schläft relativ schnell ein dadurch.
Bisher. Seit ein paar Wochen klappt das nicht mehr so zuverlässig. Sie schläft zwar immer noch ein, doch sobald ich sie ins Bett lege, wacht sie auf und beginnt sofort zu schreien. Dabei ist es egal, ob ich 10 Minuten oder 30 Minuten warte, bis ich sie ins Bett lege, ob sie sich laut schnarchend im Tiefschlaf befindet oder nur friedlich schnuffelnd in meiner Armbeuge liegt. Sie brüllt sich innerhalb kürzester Zeit so in Rage, dass es eine gute Stunde braucht, bis sie einigermassen wieder beruhigt ist. Wir versuchen, sie daran zu gewöhnen, auch mal alleine im Bett einzuschlafen. Dazu lassen wir die Türen zum Schlafzimmer auf und im Vorzimmer das Licht an, so dass sie uns hören kann und nicht in völliger Dunkelheit liegen muss. Funktioniert nur leidlich. Gestern haben wir sie nach 10 Minuten wieder aus dem Bett geholt, da hatte sie sich schon fast komplett wieder ausgezogen. Als wir sie eine Stunde später erneut hinlegten, fing das Brüllen sofort wieder an, hörte aber nach 3 Minuten auf. Vermutlich war sie aus purer Erschöpfung eingeschlafen.
Wie auch immer, dadurch begann mein Feierabend um 22:15 Uhr. Yay!

Seit einigen Wochen sind wir mit dem Umbau des Kinderzimmers vom Großen beschäftigt. Zuerst hatten wir Kleiderschrank und Kommode durch praktischere Modelle ersetzt und jetzt im zweiten Schritt das Hochbett noch höher gebaut. Da mein Mann zwei linke Hände voller Daumen hat, blieb dies fast komplett an mir hängen. Im Urlaub konnte ich tagsüber aus Gründen nichts machen, also habe ich die letzten 3 Tage nach Feierabend jeweils 2 Stunden im Kinderzimmer gewerkelt, bevor ich mich dem Zickenterror stellte.

 

Eigentlich wollte ich heute noch nach Feierabend in den Baumarkt fahren und Klebefolie kaufen, um die Rückseiten der Schränke damit zu bekleben, denn so wirklich hübsch sehen die nicht aus. Heute morgen kam mir spontan die Idee, das nächste Woche zusammen mit dem Großen zu erledigen, wenn ich ihn aus dem Hort abgeholt habe, dann könnte er sich selber die Folie aussuchen. Allerdings benötigt er unbedingt eine Lampe oben an seinem Bett, dass wenn er nachts mal raus muss, das nicht im Dunkeln bewerkstelligen muss. 1,60 m Unterkante sind nämlich ganz schön hoch. Werde ich wohl doch heute losmüssen.

Morgen ist Fussball und natürlich gehen wir dahin, wozu sonst haben wir eine Dauerkarte. Trotzdem geht dadurch der Großteil des Tages flöten. Hinzu kommt, dass ich ganz dringend meinen Personalausweis verlängern lassen muss, was man zum Glück bei uns auch sonnabends machen lassen kann, nur geht damit wieder ein halber Tag weg, aufbrezeln, Passbilder machen lassen, warten und so.

So gerne würde ich auch mal wieder ausgiebig ein nettes Spiel zocken oder in Ruhe ein Buch lesen oder unsere Tatortreiniger-DVDs anschauen, aber dafür bleibt schlicht keine Zeit übrig.

Vom Bürofenster aus kann ich seit zwei Tagen einen jungen Mann beobachten, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein großes Stück Brachland von Steinen bereinigt. Sehr Zen! Vielleicht sollte ich das auch mal probieren.

Nur wann?!

Schlaf, Kindlein, schlaf

Als ich vor knapp einem Monat einen Beitrag über meine Ängste bezüglich des plötzlichen Kindstods veröffentlichte, bekam ich vom Kat in den Kommentaren eine wunderbare Linkempfehlung, welche wiederum einen Link zum Thema Familienbett enthielt. Beide Artikel bestätigten das, was ich schon vermutete, was ich aber durch die alles verblendende Angst nicht sehen konnte.

Gerade beim Thema Familienbett war ich sehr verunsichert, wurde doch eine schottische Studie angeführt, welches ein höheres Risiko für SIDS zeigte, wenn das Kind bei den Eltern im Bett schläft. Die Ergebnisse der Studie widersprachen aber ganz grundlegend meinem und dem Bedürfnis meiner Tochter nach Nähe, so dass ich die ersten Wochen nur mit sehr schlechtem Gewissen und ständiger latenter Panik ins Bett gegangen bin.

Bei meinem großen Kind handhabten wir es damals so, dass er die ersten beiden Wochen bei uns im Bett lag. Dann las ich irgendwo oder jemand empfahl mir, dass Kind in seinem eigenen Bett schlafen zu lassen. Da unsere damalige Wohnsituation es nicht zuließ, das Kinderbett mit ins Elternschlafzimmer zu stellen, schlief mein Junge also im eigenen Zimmer im eigenen Bett. Ich tigerte aller 20 Minuten zu ihm, um zu schauen, ob es ihm noch gut geht. Wenn er nachts wach wurde, weil er Hunger hatte, setzte ich mich in sein Zimmer, stillte ihn, fror mir dabei den Hintern ab, da es dort ja nur die empfohlenen 16-18 Grad hatte und legte ihn danach wieder ins Bett. Dann wartete ich, bis er auch wirklich eingeschlafen war, schlich mich wie ein Dieb aus dem Zimmer und versuchte, selber ein wenig zu schlafen.

Aber wirklich geschlafen habe ich in dieser Zeit nie, ich war ständig mit einem Ohr im Kinderzimmer und unzählige Male auch mit dem restlichen Körper. Nach zwei Wochen wurde es mir zu blöd, ich hab mir gesagt, dass es das doch nicht sein kann, dass ich ständig müde und in Sorge bin. Ich holte ihn wieder zurück ins Familienbett und schlief endlich wieder normal. Dem Kleinen war das zum Glück alles egal, der ratzte hier wie dort.

Irgendwann kam er ins mobile Alter und robbte im Schlaf trotz Schlafsacks quer durchs Bett, drängelte uns an den Rand und weckte uns, weil wir einen Fuß im Gesicht hatten oder ähnliches. Ein Beistellbett ist bei uns konstruktionsbedingt nicht möglich, da der Rand unseres Bettes zu breit ist.
Wir wechselten also unsere Taktik: Er schlief am Anfang in seinem Bett in seinem Zimmer und wenn er wach wurde, kam er zu uns und schlief dort weiter.
Aber auch das jagte mir eines Morgens einen Riesenschreck ein, als ich aufwachte am helllichten Tage und kein Baby neben mir fand. Sämtliche Schreckensszenarien in meinem Kopf durchspielend bin ich ins Kinderzimmer gerannt, aber der Bub lag friedlich schlafend in seinem Bett. Seit diesem Zeitpunkt hat er eigentlich immer durch geschlafen.

Bei meinem Mädchen ist es wieder ganz anders. Wir haben zwar das Kinderbett keinen Meter vom Elternbett entfernt im Schlafzimmer stehen, aber sie hat noch nicht eine Nacht darin geschlafen. Sie braucht Kontakt, um überhaupt einschlafen zu können. Wenn ihr niemand die Hand hält, wird sie unruhig und kann sich regelrecht in Panik brüllen. Und auch mich beruhigt es ungemein, wenn ich ihre Hand in meiner halte.

hand

Unser Bett ist genügend groß, 2 x 1,80 m. Wir haben die großen Kopfkissen aus dem Bett verbannt und schlafen mit Huschelkissen (35×35 cm). Damit bleibt für die Kleine genug Platz und sie kann sich nicht unter ein Kissen wühlen. Da ich ihre Hand festhalte, spüre ich jede Bewegung. Auch, wenn ich mich dabei nicht beobachten konnte, gehe ich davon aus, dass ich, ebenso wie im Artikel oben beschrieben, im Schlaf mein Kind beruhige und automatisch die Vitalzeichen checke. Ich glaube, diese Fähigkeit bekommt man beim Mama werden kostenlos mit.

Seit ich das so mache und seit den beiden Artikeln schlafe ich endlich wieder gut und die Ängste sind nur noch minimal vorhanden. Ganz werden sie eh nie verschwinden, aber derzeit praktizieren wir alles uns Mögliche, um Schaden vom Kind abzuwenden.

Wir pucken nicht. Wir haben das beim Großen gemacht und es hat ihn beruhigt. Bei der Kleenen habe ich es einmal im Krankenhaus gemacht, weil ich zu erschöpft war, um sie noch länger zu tragen, sie sich aber nach 2 Stunden Schreien einfach nicht beruhigen wollte.
Wenn es jetzt solche Situationen gibt, dann packe ich sie tagsüber ins Tragetuch, umarme und streichel sie beruhigend und Sch-sch-sche leise auf sie ein. Sie beruhigt sich dann meist recht fix. Nachts halte ich ihr beide Hände fest, was ja quasi nichts anderes als beim Pucken ist, und je nach Tagesform fängt sie sich mal schneller, mal weniger schnell wieder.

Mir hilft es auch zu wissen, dass Schreien für die Kinder DAS Mittel zur Stressverarbeitung ist. Und auch Babys können schon gestresst sein. Der unangenehme Besuch beim Arzt, die unbedingt kuscheln wollende Oma, Straßenlärm beim Shopping, Hundegebell in der Nachbarschaft oder das dauernd dudelnde Radio. Zu grelles Licht, zu viele Lichtwechsel. Alles neu für das Baby, alles ungewohnt, alles Sinneseindrücke, die verarbeitet werden müssen. Was meiner Erfahrung nach dann gut hilft, ist eine reizarme Umgebung schaffen und sich selber nicht stressen. Kinder spüren den Stress ihrer Eltern und das verstärkt ihren eigenen Stress.

Auch hier wieder: Tragetuch, Sch-sch-sch, sanft streicheln, Licht und Ton aus, laufen oder im Sitzen hin und her wiegen. Falls sich noch jemand fragt, wofür Schaukelstühle erfunden wurden: genau dafür. Wir haben 2 Poängs und ich hab einen genialen Bürostuhl mit herrlicher Kippelfunktion 🙂

Aber gerade abends im Bett merke ich, dass man als Elternteil es auch einfach mal aushalten muss, wenn das Kind den Tag verarbeitet. Sie ist frisch gewickelt, randvoll gestillt, sie liegt in einem dunklen, ruhigen Raum, ich halte ihre Hände und sie schreit und schreit. Es ist kein Schmerzschrei und auch kein Hunger, das höre ich, das ist purer Stress. Mir tut das auch jedes Mal leid und ich wünschte, ich könnte ihr irgendwie helfen, aber alles, was ich tun würde, würde einen weiteren Reiz erzeugen und ihren Stress vergrößern. Das Schwierigste ist, dabei nicht die Nerven zu verlieren.
Manchmal würde ich sie gerne anbrüllen und bitten: so sage mir doch, was los ist. Ich merke, wie meine Nerven blank liegen und dann zwinge ich mich, ganz tief durchzuatmen, mir mantramäßig immer wieder zu sagen „ich bin ganz ruhig, ich bin ganz ruhig“ und meinen Unterkiefer und meine Schultern zu lockern. Ich weiß, sie wird sich beruhigen. Sollte ich aber meine Nerven verlieren, dann verliert sie einen Teil des Vertrauens in mich als Fels in der Brandung und das werde ich nie wieder gut machen können.

Meine Süße ist ein sehr unruhiges, nervöses Kind, aber wir haben uns aufeinander eingestellt und die Abläufe sind eingespielt. Ich höre weiter auf meinen Bauch und so lange der mir sagt, dass sie unmöglich alleine in ihrem Bett schlafen kann, schläft sie neben mir. Ich habe dabei kein schlechtes Gewissen, sondern kann beruhigt schlafen.

Ich wünsche allen eine Gute Nacht!

Erstausstattung

Der gestrige Artikel ließ mich die ganze Nacht nicht los und ich dachte darüber nach, was wir damals vor 5 Jahren beim Großen alles vor der Geburt und in den ersten 6 Monaten angeschafft haben. Zu vielen Anschaffungen gibt es außerdem kleine Geschichten oder Erklärungen, die auch einmal erzählt werden wollen. Um den Überblick nicht zu verlieren, gibt es am Ende des Textes eine Auflistung aller Gegenstände, die ich für sinnvoll erachte. Sollte ich etwas ganz wichtiges vergessen habe, so bin ich dankbar für Hinweise in den Kommentaren oder per Email. Zur damaligen Zeit war ich arbeitslos und bekam nur Arbeitslosengeld, mein Mann ging 20 Stunden die Woche arbeiten. Wir kamen finanziell zurecht, aber große Sprünge waren nicht drin, weswegen wir immer auf der Suche nach preiswerten Angeboten oder Alternativen waren.

Wir wandten uns zunächst an eine Familienberatungsstelle, in unserem Fall die Diakonie, und erkundigten uns nach zustehenden Hilfen. Finanziell sind wir haarscharf wenige Euros an der Bemessungsgrenze vorbei geschrammt, so dass wir alle Ausgaben fürs Kind aus eigenen Mitteln bestreiten mussten. Aber wir bekamen viele Tipps, Broschüren und Hilfen beispielsweise beim Elterngeld und der Elternzeit.

Als erstes schafften wir uns eine neue Wohnung an, da unserer alten das Kinderzimmer fehlte. Es gab zwar ein drittes Zimmer, doch war an diesem Zimmer der Balkon und in meiner Vorstellung spielte ich sämtliche Horrorszenarien, die damit in Zusammenhang stehen könnten, durch. Wir zogen also in eine 4-Zimmer-Wohnung direkt unters Dach. Der Vermieter war so kulant, uns zwei Monate lang nur zum Warmmietenanteil wohnen zu lassen, so dass wir in Ruhe die Wohnung malern und einrichten konnten. Ich besorgte im Baumarkt grüne, gelbe und blaue Farbe und strich im Zimmer die zwei schmalen gegenüberliegenden Wände hellgrün, die anderen beiden sonnengelb. Außerdem kauften wir eine Schablone mit Winnie-Pooh-Motiv und dazu passende Stempel. Ich malte dann mithilfe der Schablone eine dunkelblaue Bordüre auf die Rauhfasertapete und bestempelte den darunterliegenden Bereich in der gleichen Farbe. Dazu kam eine Deckenlampe, die mir auf Anhieb gefiel, aber zu teuer war. Nach einiger Suche fand ich einen Anbieter, der die selbe Lampe zur Hälfte des Preises verkaufte. Kostenpunkt: Farbe 30 €, Deko 20 Euro, Deckenlampe 35 €.

In einem Babymarkt fand ich ein komplettes Kinderzimmer, bestehend aus einem 3-türigen Schrank, einer Wickelkommode und einem Babybett, welches später zu einem normalen Bett umgebaut werden konnte. Leider waren die Fronten in weiß und nur der Korpus in holzfarben, was wiederum meinem Mann nicht so gefiel. Andersfarbige Modelle waren jedoch jenseits unserer finanziellen Möglichkeiten. Ich ergatterte im Baumarkt ein Aufkleberset mit einem springenden Tigger und damit verschönerte ich die eher langweiligen Schrankfronten. Kostenpunkt: Möbel 400 €, Deko 12 Euro.

Für das Bett kauften wir eine Matratze samt wasserdichtem Matratzenschoner, ein Kopfkissen und eine Bettdecke (beides brauchten wir aber erst viel, viel später). Den Schonbezug fand ich ganz praktisch, da eine Windel durchaus auch mal undicht werden kann oder das Baby spuckt und sich dadurch Schäden an der Matratze vermeiden lassen, die man nicht mal eben so in die Waschmaschine stecken kann. Dazu bestellte ich bei Ebay ein Set bestehend aus Betthimmel samt Stange, Nestchen (nie benutzt wegen SIDS), Wickeltischauflage, Bettwäsche und einer Schürze fürs Bett, deren Sinn sich mir nicht wirklich erschloss. Insgesamt eine eher unnötige Anschaffung, Bettwäsche und Wickeltischauflage hätte es separat sicher wesentlich preiswerter gegeben. Kostenfaktor: Matratze, Kissen, Bettdecke um die 50 €, Bettset 75 €.

Im Babymarkt kaufte ich einen kleinen Winnie-Pooh-Teppich. Nicht unbedingt notwendig, aber erstens war er im Angebot und zweitens wäre sonst im Zimmer nur blanker Laminatboden und drittens, weil wegen Winnie-Pooh. Dazu kam noch ein Spieluhr-Mobile mit „Guten Abend, gut Nacht“ als Melodie, welches ich auch gleich ans Babybett montierte. Kostenfaktor: jeweils 20 €.

Bei Ebay ersteigerte ich Klamottenpakete. Da gibt es praktische Zusammenstellungen für die jeweiligen Größen. Fürs erste halbe Jahr reichten bei uns die Größen 50-68, da unser Kleener eher langsam wuchs und recht schmächtig war. Im Paket für die Größe 50-56 war ein Babyschlafsack dabei sowie einfache, dünne Babymützchen und ausreichend Klamotten, um das Baby täglich mehrmals mit frischer Wäsche zu versorgen. Der Schlafsack ersetzt am Anfang die Bettdecke und senkt das SIDS-Risiko. Die Mützchen geben dem Babykopf Begrenzung, denn es ist eine ganz schöne Umstellung für das Kind, nach Wochen oder Monaten kopfüber im Becken liegend, auf einmal gar nichts mehr am Kopf zu haben. Außerdem geben sie dem Kind einen coolen Raumfahrerlook 😉 Kostenfaktor: jeweils um die 35 €.

Unser Kind entwickelte nach kurzer Zeit einen sehr platten Hinterkopf, dem auch nicht mit stützenden Rollen im Rücken oder einem Auflagenring für den Kopf Abhilfe geschaffen werden konnte. Wir bekamen von der Hebamme den Tipp, uns ein Kopfkissen mit Loch zu holen, was diese Problematik mildern oder gar ganz beheben sollte. Gesagt, getan, wir kauften ein SimoNatal-Kissen und machten damit sehr gute Erfahrungen. Da dieses Kissen auch in Apotheken zum gleichen Preis verkauft wird, kann man sich dort ausgiebig beraten lassen. Kostenfaktor: 40 €.

Auch bei Ebay stöberte ich nach einem gebrauchten Kinderwagen und wurde fündig. Keinen Kilometer von uns entfernt bot jemand einen fast neuen Kombikinderwagen für 35 Euro Startgebot an. Da das Angebot nur für Selbstabholer galt und sich augenscheinlich sonst niemand dafür interessierte, bekam ich den Zuschlag. Wir vereinbarten einen Übergabetermin und holten das himmelbau-graue Gefährt ab. Die Verkäuferin erzählte uns, warum sie einen fast neuen Kinderwagen verkaufen. Sie waren frischgebackene Eltern eines gesunden Mädchens und hatten diesen blauen Wagen, mit dem sie eigentlich ganz zufrieden waren. Nur der Großmutter widerstrebte es, ihre Enkelin in eben diesem blauen Wagen durch die Gegend zu kutschieren. Kurzerhand kaufte sie ein rosafarbenes Monster für richtig viel Geld und schenkte es den Eltern. Glück für uns, hatten wir so einen ungefähr 10 mal benutzen Wagen mit über einem Jahr Garantie.* Kostenfaktor: 35 €.

Von einer Bekannten bekam ich ein Tragetuch für den halben Preis überlassen. Da gute Tragetücher gemacht sind, um lange zu halten und in der Regel fest gewebt sind, gehen die auch kaum kaputt, nur die Farbe kann durchs Waschen ein wenig verblassen, weswegen der Preis durchaus angemessen ist, gebraucht hin oder her. Mein Tuch ist Modell Anna von Storchenwiege und ich kann es nur empfehlen. Ich habe es vornehmlich in der Wohnung eingesetzt, da mein Kleener großen Kuschelbedarf hatte und ich ihn so gleichzeitig nah bei mir haben konnte und trotzdem noch mobil war.
Da der Papa mit dem Wickeln des Tuches nie so richtig zurecht kam und ich mir persönlich das Tragen des Babies auf dem Rücken nie zutraute, da es dazu eines Wurf des Babies im Tuch über die Schulter bedarf, holten wir uns zusätzlich noch einen Bondolino. Wir haben uns damals in einem Trageladen beraten lassen und kauften ihn auch direkt dort. Das Teil ist quasi unkaputtbar und hat mittlerweile 2,5 Babies getragen und sieht immer noch aus wie neu. Kostenfaktor: Tragetuch 35 €, Bondolino 85€.
WICHTIG: Bei allen Tragehilfen sollte darauf geachtet werden, dass die Anhock-Spreizhaltung des Babies unterstützt wird. Dies wird bspw. bei Babytragen, die es ermöglichen, das Kind vorm Bauch mit Blick nach vorn zu tragen, NICHT gewährleistet!

Damit das Kind beim Transport auf längeren Strecken gesichert ist, brauchts eine Babyschale fürs Auto. Wir haben uns für einen gebrauchten Maxi Cosi entschieden und sind gut damit gefahren. Unser Modell hat ein cooles Giraffen-Design, das ich so nie wieder gesehen habe. Kostenfaktor: 35 €.

Für die Zeit zuhause hat sich ein Laufgitter als nützlich erwiesen. Unseres fanden wir an der Suche-Biete-Wand im Supermarkt, wo ein gebrauchtes verschenkt wurden. Wir vereinbarten einen Termin, fuhren hin und mein Mann holte es ab, während ich im Auto wartete, was auch gut so war. Denn mein Mann berichtete, dass ihm die Tür von einem stämmigen, glatzköpfigen Mann geöffnet wurde und am Ende des Flurs sah er eine Fahne mit Eisernem Kreuz hängen. Kurz darauf kam die Mutter des Mannes dazu, um zu sehen, wer denn das Laufgitter haben wollte. Sie konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass sie froh wäre, dass das Laufgitter an uns und nicht etwa an einen Türken oder Russen gehe, diesem Pack würde sie es auch gar nicht erst geben. Im Gegensatz zu mir kann sich mein Mann bei sowas auch mal die Diskussion sparen, er beeilte sich dennoch, da wieder wegzukommen. Kostenfaktor: 0 €.

Für die allererste Zeit, wo das Kind wirklich nur liegt und sich nicht mal alleine umdrehen kann, hatten wir eine Babyspieldecke irgendwo her bekommen, woher genau weiß ich nicht mehr. Entweder haben wir sie gebraucht für ganz kleines Geld oder gar ganz geschenkt bekommen. War jetzt nicht das hübscheste Modell, ließ sich aber gut zusammenpacken und konnte problemlos mit zu den Großeltern genommen werden. Kostenfaktor: max. 10 €.

Da wir doch recht häufig unterwegs waren, lohnte sich für uns die Anschaffung eines Reisebetts. Meine Eltern hatten ein Angebot in einem Babymarkt in ihrer Nähe entdeckt und als ich sie das nächste Mal besuchte, schauten wir uns zusammen das Teil an. Es war gut zusammenpackbar, nicht allzu schwer und ließ sich nach anfänglichen Schwierigkeiten leicht zusammen bauen. Wir hatten es in 2 Urlauben und bei diversen Kurztripps dabei. Kostenfaktor: 35 €.**

Meine Eltern schenkten uns eine einfache Babywippe ohne Schnickschnack oder Strom. Anfangs war ich skeptisch, ob ich so etwas überhaupt benutze oder gut finden sollte, fand dann aber eine absolut geniale Verwendung, die für mich eine Anschaffung absolut empfehlenswert macht. Und zwar schnallte(!) ich das Kind in der Wippe fest, schleppte es ins Bad und stelle es so vor die Badewanne, dass mich der Kleene während des Duschens direkt sehen konnte. So war er unmittelbar dabei und ich konnte mich ausgiebig 15 oder 20 Minuten lang der Körperpflege widmen und musste nicht innerhalb von 3 Minuten wieder aus der Wanne huschen. Unterstützend sang ich dazu schön schief und falsch „What shall we do with the drunken sailor“ 🙂
Ansonsten nutzten wir die Wippe so gut wie gar nicht, könnte mir aber gut vorstellen, dass man einen ähnlichen Effekt bspw. in der Küche beim Kochen eines 3-Gänge-Menüs erzielen kann. Kostenfaktor: 0 €.

Die Anschaffung von Babyspielzeug kann man wunderbar auf Großeltern, Onkel, Tanten und Freunde verteilen. Allerdings sollte man ungefähr wissen, was man haben möchte und was nicht und dies entsprechend kommunizieren. Unsere Vorgaben waren nix elektronisches, was nervig vor sich hinpiepst, möglichst Dinge aus Holz oder Plüschtiere aus europäischer Produktion und dem Alter des Babies entsprechend. Vor allem sollten die Schenkenden, so denn möglich, vorher an den Sachen riechen. Und wenn etwas stinkt, egal wonach, wollten wir es nicht haben. So ließ ich bspw. mir dem Kleenen einen riesigen Winnie-Pooh-Teddy schenken, der seit seiner Geburt Wache in seinem Bett hält. An sich ist er zu groß zum kuscheln, aber hergegeben wird er auch nicht mehr 🙂
Dieses Vorgehen bescherte dem Baby jede Menge Plüschtiere, Schnuffeltücher, Kinderwagenketten, Beißringe und Greiflinge und uns zufriedene Verwandte. Kostenfaktor: gegen 0 €.

Fehlen eigentlich nur noch die Babypflegeprodukte. Windeln, Feuchttücher und Wegwerfwickelunterlagen als Verbrauchsmittel lasse ich hier weg. Wir kauften allerdings eine Nagelschere mit abgerundeten Spitzen und eine Nagelfeile, wobei letztere fast nie zum Einsatz kam, da das Kind selten lange still genug zum Feilen hielt. Eine Haarbürste und ein Kamm wurde angeschafft, doch hätten wir gewusst, dass sich unser Baby eine nennenswerte Haarpracht erst im Alter von ca. 1,5 Jahren zulegen wird, hätten wir uns das gespart. Gutes Olivenöl als Badezusatz oder auch als Hautcremeersatz, sollte Baby wirklich mal trockene Haut haben. Es geht auch billiges Olivenöl, aber dann riecht das Kind irgendwie nach Gänsebraten. Ein Badewannenthermometer, um wirklich sicher zu gehen, dass das Badewasser nicht zu heiß ist, das Prüfen der Temperatur per Hand ist eher unsicher, da die Hand recht unempfindlich ist, was das angeht. Nasensauger, falls das Kind mal eine verstopfte Nase hat, aber irgendwie hab ich nie den Dreh rausbekommen, wie man damit den Schnodder aus der Nase kriegt und letztendlich habe ich mich vorsichtig mit Wattestäbchen beholfen. Lanolin (Wollwachs, aus der Apotheke) für evtl. wunde Popos; es bildet eine Schutzschicht, die Nässe von der Haut abhält und diese so wieder heilen lässt, eignet sich gleichzeitig wunderbar für wunde Brustwarzen. Ein Fieberthermometer. Unser Kind fand die herkömmliche Messung im Po immer doof, weswegen sich die Anschaffung eines Ohrthermometers lohnen kann. Wir hatten leider eines erwischt, was nicht genau gemessen hat und sind letztendlich auch mit dem 5-Euro-Normalexemplar aus der Apotheke um die Runden gekommen. Ein großes Badehandtuch mit KapuzeKostenfaktor: alles zusammen um die 40 €.

Was wir nicht hatten:
Schnuller – Erstens fand das unser Kind doof und hat ihn immer wieder ausgespuckt und zweitens meinte unsere Hebamme, dass ohne Schnuller die Mama eine intensivere Bindung zum Kind aufbaut, weil sie viel genauer beobachten muss, was dem Kind im Schreifall fehlt und damit auch sensibler und kreativer bei der Problemlösung wird. Alle weiteren Vor- und Nachteile darf jeder gerne selber googeln 🙂
Flaschen, Sauger, Prenahrung – Ich wollte mein Kind unbedingt stillen und ich wollte alles daran setzen, dass es klappt. Hätte ich Flaschen und Nahrung im Haus gehabt, wäre ich, so meine Befürchtung, eventuell zu schnell auf die Alternative umgestiegen, sobald es erste Probleme gegeben hätte. Andere Mamas finden es womöglich hilfreicher zu wissen, eine schnelle Lösung parat zu haben, um in Notfall reagieren zu können.
Stubenwagen – Mir hat sich bis heute nicht der Sinn erschlossen, außer den Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schlafen wollte Kind am Anfang eh nur ganz nah bei mir.

Ausstattung:

  • Dekorationsmaterial, damit das Kinderzimmer schön bunt wird
  • Babybett
  • Kleiderschrank
  • Wickelkommode
  • Wickeltischauflage
  • (Bettdecke, -kissen, -wäsche)
  • Babybettmatratze
  • Matratzenschoner
  • Spieluhrmobile
  • Babyschlafsack
  • Babymützchen
  • Babyklamotten
  • Kinderwagen
  • Tragehilfe
  • Babyschale fürs Auto
  • Laufgitter
  • Babyspieldecke
  • Reisebett
  • Babywippe
  • geschenktes Spielzeug
  • Nagelschere
  • Haarbürste
  • Olivenöl
  • Badewannenthermometer
  • Lanolin
  • Fieberthermometer
  • Badehandtuch mit Kapuze

Anmerkungen:

* Leider war der Kinderwagen recht klobig und ließ sich nicht sonderlich gut zusammenlegen, so dass beim Transport im Auto fast der komplette Kofferraum blockiert war. Zudem war das Gestell aus Eisen, was ihn in den vorwiegend feuchten Kellern hier in der Gegend sehr schnell rosten ließ. Der Umbau zum Buggy war möglich, aber schön ist anders. Wir entschlossen uns daher, jetzt bei Kind 2 einen neuen Kinderwagen zu holen, der sich sehr handlich zusammenklappen lässt und ein Aluminiumgestell hat. Er hat jeweils separate Aufsätze für die Babywanne und den Buggyumbau und wirkt mit beiden Aufsätzen schlank und wendig. Es ist eine eher unbekanntere Marke, war zudem bei Amazon im Adventskalenderangebot und kostete somit nur 200 €.

** Ich weiß auch nicht warum, aber seltsamerweise haben viele Dinge 35 € gekostet. Vermutlich ist das eine magische Grenze, die Mama gerade noch bereit ist zu zahlen, während 30 € zu wenig Gewinn abwirft oder 40 € als zu teuer empfunden wird.