Wer schreibt, der bleibt

Uralte Weisheit, bewahrheitet sich immer wieder 😉

Aktuell geht es dabei um ein Thema bei mir in der Firma, bei dem der Vorstand massiv drängelt, weil die involvierten Kunden so langsam ungeduldig und auch ein wenig ungehalten werden.

Letzten Donnerstag habe ich dazu bereits eine Vorlage erstellt, wo zwei Entscheidungsoptionen mit ihren Vor- und Nachteilen und vor allem Kosten gegenüber gestellt werden. Zumindest war das der Plan, nur scheiterte es an den Kosten. Es gibt nämlich eine spezielle Abteilung bei uns, die sich nur darum kümmert, bei verschiedensten Anbietern Angebote und Kostenvoranschläge einzuholen und nach der Entscheidung für eine Option die entsprechende Bestellung analog des Angebots auszulösen.

An sich eine feine Sache, da diese Abteilung weiß, welche Lieferanten zuverlässig sind und in der Vergangenheit gute Angebote abgegeben haben. Da es sich aber nun um ein Vorstandsthema handelte, war die Angebotseinholung ein wenig dringlicher als sonst üblich. Ich wies die zuständige Kollegin mehrmals darauf hin, aber es kam einfach ein Angebot. Stattdessen wurde mir gesagt, ich solle doch ein altes Angebot nehmen und mir die Zahlen selbst ausrechnen. Im Prinzip ja nicht der schlechteste Ansatz, nur ging es im alten Angebot um die 10-fache Bestellmenge und bei solchen Zahlen greifen eine ganze Reihe von Rabatten und Sonderkonditionen, so dass ich Gefahr lief, einen viel zu niedrigen Preis für das Projekt zu veranschlagen. Als ich das erklärte – worauf die Kollegin eigentlich auch selber hätte kommen sollen – meinte sie, sie würde nochmals nachfragen und sich dann melden, sobald das Angebot da wäre.

Eine Woche später gab es immer noch kein Angebot und mittlerweile eskalierte die Situation. Der Vorstand rief mich persönlich an, ich rief meinen Chef an, wir riefen die Beschaffung an, der Vorstand rief mich erneut an, mein Chef rief den Vorstand an und am Ende bekam ich eine Mail mit dem bereits bekannten alten Angebot und der Aufforderung, doch einfach 5% auf die Preise drauf zu schlagen.

Fand ich jetzt immer noch äußerst suboptimal, aber bevor mich der Vorstand ein drittes Mal anruft, schrieb ich die Vorlage fertig und schickte sie direkt zum Vorstand.

Keine Minute später stand der Auftraggeber für das Projekt bei mir im Büro und wollte wissen, warum das Ganze so lange gedauert hat. Und weil ich zum Glück eben nicht nur alles telefonisch geregelt, sondern auch hin und wieder eine Email geschrieben hatte, konnte ich lückenlos nachweisen, dass unsere Abteilung alle Aufgaben zeitnah erledigt sowie alle Beteiligten über den jeweils aktuellen Stand informiert hatte.

Nur schade, dass der Vorstand mich jetzt als Ansprechpartner auf dem Schirm hat, ich wäre gerne noch eine ganze Weile unerkannt unterm Radar geflogen. Macht das Leben wesentlich ruhiger und außerdem krieg ich viel zu wenig Geld, um in solchen Situationen freiwillig meinen Kopf hinzuhalten 😉

Es läuft weiter

Als wenn eine höhere Macht hier mitliest und festgestellt hat, dass wir einen längeren Urlaub bei nicht ganz so prall gefüllter Haushaltskasse planen, gibt es jetzt die nächsten finanziellen Tiefschläge.

Vor zwei Tagen wollte meine Kamera keine Bilder mit Blitz mehr machen. Ich dachte erst, das liegt an den Batterien, weil kurz darauf auch die entsprechende Meldung von der Kamera kam. Also erstmal neue Batterien besorgt, aber der Blitz bleibt aus. Vermutlich hat es nach 5 Jahren einfach das Lämpchen durchgehauen und wie das bei modernen Dingen meist üblich, ist ein Austausch nicht vorgesehen. Da ich die Kamera sehr mag und die echt schöne Bilder macht, hab ich mich nach einem neuen Exemplar unseres Modells umgeschaut, mit 200 Euro wären wir dabei.

Dann steht noch ein mobiles Navigationsgerät im Raum. In England haben wir das Google Navigationssystem auf meinem Handy genutzt, aber erstens braucht es dafür eine permanente Internetverbindung und zweitens hält der Akku meines Handys nur noch 6-8 Stunden bei intensiver Nutzung, was uns mehrmals auf der Heimfahrt in Schwierigkeiten brachte, weil das Navi dann nicht mehr verfügbar war. Derzeit habe ich ein Einsteigermodell ins Auge gefasst für schlanke 140 Euro.

Dazu kommen noch Akkus + Ladegerät für die Kamerabatterien, da wir doch einen recht heftigen Verbrauch haben und gescheite Einwegbatterien sind mit 5 Euro/4 Stück nicht sonderlich preiswert. 12 Akkus + Station kosten dann aber auch gleich mal knapp 50 Euro.
Dazu noch eine neue Speicherkarte, in extra groß, damit mein Mann jeden Tag seine 800 Fotos machen kann und schon sind wieder 16 Euro weg.

In Summe sind das knapp 400 Euro und wir haben noch nicht mal das Haus verlassen. Sicherlich könnte man ohne Navi zurecht kommen, früher ging es ja auch mit Straßenkarten und Passanten fragen. Aber einen Urlaub ohne Kamera geht nun wirklich nicht. Normalerweise hätte ich mir die Kamera meiner Eltern borgen können, sie haben das 2 Jahre alte Modell (ich bin nun mal echt überzeugt von dem Produkt 😉 ), fahren aber zur selben Zeit wie wir in den Urlaub.
Ich habe zudem geschaut, was denn ein Navi leihweise kosten würde und bei einem seriösen Verleiher wären wir auch mit 50 Euro für die 3 Wochen dabei. Und da kann ich mir gleich für etwas mehr Geld ein neues, eigenes Gerät holen.

Immerhin haben wir mittlerweile den groben Reiseplan fertig und ich werde mich demnächst um die Unterkünfte kümmern. Wenn die dann durch sind, können wir den ungefähren Kostenfaktor des gesamten Urlaubs grob überschlagen. Wird sicherlich ein wenig in den Dispo gehen, aber für unseren letzten größeren Urlaub auf absehbare Zeit nehm ich das in Kauf.

P.S. Wie mir gerade einfällt, wenige Monate nach der Geburt des Großen ist meine damals ebenfalls 5 Jahre alte Kamera kaputt gegangen. Ergo: Geburten sind nicht gut für Kameras 😉
Alternative Theorie: Kameras haben einen Selbstzerstörungsmodus, welcher nach 5 Jahren automatisch aktiviert wird!