Ziemlich kaputt

Nachdem das Wochenende nicht sonderlich erholsam war und auch am Sonntag die Schmerzen in den Beinen und im Rücken nicht wesentlich besser wurden, bin ich am Montag zu meiner Ärztin gegangen. An sich sollte ich mir ja dort das Teilzeit-Beschäftigungsverbot über 5 Stunden abholen, welches auch schon griffbereit da lag, aber ich hatte mich unter den ganzen Umständen entschlossen, dass 5 Stunden immer noch zu viel sind. Außerdem hätte ich gerne mal checken lassen, ob denn alles ok ist, denn die Bauchkrämpfe in der Nacht haben mich doch sehr beunruhigt.

Die Empfangsdame bat mich, die Beschwerden des Wochenendes aufzuschreiben, was ich auch gerne tat. Dann richtete ich mich auf eine längere Wartezeit ein, schließlich war ja Montag und ich hatte keinen Termin. Nach 1,5 Stunden fragte mich die Empfangsdame, ob denn nicht auch eine Erhöhung der Magnesiumdosis ausreichen würde. Da ich seit Anfang an Magnesium in einer ziemlich hohen Dosis nehme, fand ich den Vorschlag jetzt nicht sonderlich hilfreich. Wenigstens habe ich das totale Beschäftigungsverbot bekommen, aber eine Untersuchung gab es trotzdem nicht.

Mir war das Ganze dann auch zu blöd, und ich hab mittlerweile die Adresse einer anderen Ärztin, bei der ich demnächst mein Glück versuchen werde. Viel schlimmer kann es ja nun wirklich nicht werden.

Ich bin dann auf Arbeit gefahren, um meine Kollegen über die Hiobsbotschaft zu informieren. Ich war natürlich ziemlich aufgeregt, denn ich rechnete verständlicherweise nicht mit großer Begeisterung. Aber meine Kollegen haben mich mal wieder überrascht. Für sie geht Gesundheit von Mutter und Kind eindeutig vor und ich versprach im Gegenzug auch, dass ich per Email und Telefon zur Verfügung stehe, gerne auch mal hin und wieder in die Firma komme und meine Vertretung umfassend einarbeiten werde. Mein Chef kündigte auch gleich an, dass er schon jemanden gefunden hätte und er würde in den nächsten Tagen entscheiden, wann seine Not groß genug ist, um die Vertretung einzustellen.

Dass ich dann am Mittwoch bereits den Anruf erhalte, ob ich denn am Donnerstag die neue Kollegin einarbeiten könne, hat mich aber doch überrascht. Da mir die Ruhe der letzten Tage richtig gut getan hat und meine Beschwerden sich auch gut gebessert haben, sagte ich zu und begab mich also heute auf Arbeit. Die neue Kollegin ist nett und intelligent und so herrlich unbedarft, wie man es nur mit Mitte Zwanzig ist und nie irgendwelche einschneidenden Dramen in seinem Leben hatte.

Ich erzählte ihr also 8 Stunden lang alle wichtigen und unwichtigen Dinge, die im Job relevant sein können, zeigte ihr das Buchungssystem und häufige Arbeitsabläufe und wo wichtige Dokumente mit wertvollen Informationen abgelegt sind. Für mich war das jetzt keine sonderlich große Arbeit, denn sie musste ja alles aufnehmen, aber ich bin trotzdem völlig alle, als wenn ich den ganzen Tag Schwerstarbeit geleistet hätte. Ich hab ihr ein paar „Hausaufgaben“ für morgen gegeben, denn ich brauch definitiv einen Ruhetag. Am Montag machen wir dann weiter und dann kommen die Spezialfälle.

Das wird sicher ein Spaß 🙂

Unruhig

Im Moment bin ich total unruhig und weiß nicht so recht, warum. An sich sind ja seit dem Urlaub alle kritischen Themen durch und ich könnte mich jetzt wieder auf die Schwangerschaft und die Arbeit konzentrieren. Aber so recht will mir das nicht gelingen.

Mir geht es seit Freitag körperlich nicht allzu gut, ich hab elendig dick geschwollene Knöchel, die auch übers Wochenende trotz viel Beine hochlegen nicht abgeschwollen sind. Hatte am Freitag schon Probleme mit meinen an sich superbequemen Turnschuhen, die permanent am Rand drückten. Die Rückenschmerzen sind leider auch schlimmer geworden und ich weiß teilweise nicht mehr, wie ich sitzen oder liegen soll.

Zu allem Überfluss zeigte der Kleene gestern Abend wieder Anzeichen einer herannahenden Erkältung, die mitten in der Nacht richtig dramatisch wurden. Ich hörte so gegen 1 Uhr in der Nacht ein leises Wimmern aus seinem Zimmer und als ich nachschaute, saß er auf seinem Bett und japste nach Luft. Seine Atemnot war so groß, dass er nicht mal mehr weinen oder nach uns rufen konnte und er glühte mit über 40 Fieber vor sich hin.

Ich schnappte mir also den Kleenen, gab ihm eine Dosis Fiebersaft, zog ihn fix an und dann am zur Notfallpraxis. Auf dem Weg dahin ging es ihm zum Glück schon etwas besser und er drohte nicht mehr jeden Moment zu ersticken. In der Praxis wurde mir als allererstes ein Zettel zu Pseudo-Krupp in die Hand gedrückt, auf dem tatsächlich alle Symptome meines Kindes beschrieben wurden. Der Arzt hat ihn gründlich untersucht und abgehorcht und bestätigte seinen Verdacht und gab dem Kleenen Cortisonsaft und verschrieb und noch Paracetamolsaft, falls unser gewohnter Fiebersaft das Fieber nicht ausreichend senken sollte.

Sehr erleichtert, aber auch sehr k.o. ging es dann wieder zurück nach Hause, wo der Kleene wieder ins Bett verfrachtet wurde und ich noch ein wenig wach blieb, um immer mal kontrollieren zu können. Er hat zwar ordentlich geschwitzt, aber doch friedlich geschlafen.

Als ich am frühen Morgen ins Bett gegangen bin, konnte ich recht schnell einschlafen, bin aber relativ schnell durch heftige Bauchkrämpfe geweckt worden. Jede Bewegung löste neue Krämpfe aus, aber ich musste mich immer wieder mal umdrehen, weil mir mein Rücken so weh tat. Irgendwann bin ich wieder eingeschlafen, aber nach nur 4 Stunden Schlaf war ich dann endgültig wach, jedoch total abgeschlagen. Habe versucht, heute nachmittag ein wenig zu schlafen, aber dazu war ich zu unruhig.

Mit all diesem Kram denke ich ernsthaft drüber nach, das Angebot der Ärztin nach einem kompletten Beschäftigungsverbot anzunehmen, denn ich habe keine Lust auf weitere Bauchkrämpfe nachts oder sonstwann. Andererseits hab ich ein total schlechtes Gewissen, meine Kollegen im Stich zu lassen, wo noch so viele Aufgaben offen sind. Dann wiederum mach ich mir schon Sorgen um den Bauchbewohner, denn solche Krämpfe haben sicherlich auch etwas zu bedeuten und die Angst, dass die Schwangerschaft ein vorzeitiges Ende finden könnte, ist schon massiv. Zumal es mich auch beunruhigt, dass ich innerlich überhaupt noch nicht auf das Kind eingestellt bin.

In den Foren erzählen sie alle, was sie schon gekauft haben, was sie noch besorgen müssen, wer alles umzieht oder die Kinderzimmer streicht und vom ganzen anderen Nestbaukram. Und ich hock hier und mir steht der Sinn so gar nicht danach. Wir haben ja im Prinzip auch alles da. Das einzige, was wir noch klären müssen ist, wo wir die Babysachen unterbringen und wie wir das Kind nennen.

Obwohl eigentlich alles so einfach sein sollte, finde ich das grad total kompliziert und die Gesamtsituation überfordert mich völlig 😦