Weihnachtsstress – Nachtrag

Uff, mal wieder überstanden.

Entgegen den ersten Befürchtungen blieben die großen Dramen aus. Wir durften auch, ganz unserem ursprünglichen Plan folgend, in Ruhe in die Apotheke fahren, das Läusemittel kaufen, um es dann bei meinen Eltern daheim anzuwenden. Meiner Ma ist in der Zwischenzeit auch aufgefallen, dass sie sich beim letzten Besuch des Enkels hätte anstecken können.
Zeichen und Wunder 😉

Trotzdem war es anstrengend. Meine Eltern wollten außerdem dieses und jenes an ihren Rechnern eingerichtet haben und gleichzeitig motzte der WLan-Router rum. Das neue Handy meines Mannes wollte auch versorgt werden, zum Glück hatte mein Guter seine Pin-Nummer nicht im Kopf. Also war ich den Großteil der Zeit damit beschäftigt, die Technik auf Vordermann zu bringen. Ob es geklappt hat, wird sich die nächsten Tage zeigen.

Der Krümel tobt seit einigen Tagen auch wieder wie verrückt und probiert alle möglichen Positionen mal aus, so dass ich wahlweise Tritte auf die Blase, in die Seite oder gegen die Rippen kriege. Alles immer atem- und schlafraubend. Dazu noch ne dicke Erkältung bei meinem Mann und bei mir ein leichter Schnupfen, so dass wir uns nachts gegenseitig durch unser Schnarchen wach halten.

Jetzt will ich die nächsten Tage einfach mal nix tun, viel schlafen und erholen und vielleicht auch wieder mal bloggen, hab so ein paar Themen auf Halde, für die mir aber in der letzten Zeit der Nerv fehlte.

Unruhig

Im Moment bin ich total unruhig und weiß nicht so recht, warum. An sich sind ja seit dem Urlaub alle kritischen Themen durch und ich könnte mich jetzt wieder auf die Schwangerschaft und die Arbeit konzentrieren. Aber so recht will mir das nicht gelingen.

Mir geht es seit Freitag körperlich nicht allzu gut, ich hab elendig dick geschwollene Knöchel, die auch übers Wochenende trotz viel Beine hochlegen nicht abgeschwollen sind. Hatte am Freitag schon Probleme mit meinen an sich superbequemen Turnschuhen, die permanent am Rand drückten. Die Rückenschmerzen sind leider auch schlimmer geworden und ich weiß teilweise nicht mehr, wie ich sitzen oder liegen soll.

Zu allem Überfluss zeigte der Kleene gestern Abend wieder Anzeichen einer herannahenden Erkältung, die mitten in der Nacht richtig dramatisch wurden. Ich hörte so gegen 1 Uhr in der Nacht ein leises Wimmern aus seinem Zimmer und als ich nachschaute, saß er auf seinem Bett und japste nach Luft. Seine Atemnot war so groß, dass er nicht mal mehr weinen oder nach uns rufen konnte und er glühte mit über 40 Fieber vor sich hin.

Ich schnappte mir also den Kleenen, gab ihm eine Dosis Fiebersaft, zog ihn fix an und dann am zur Notfallpraxis. Auf dem Weg dahin ging es ihm zum Glück schon etwas besser und er drohte nicht mehr jeden Moment zu ersticken. In der Praxis wurde mir als allererstes ein Zettel zu Pseudo-Krupp in die Hand gedrückt, auf dem tatsächlich alle Symptome meines Kindes beschrieben wurden. Der Arzt hat ihn gründlich untersucht und abgehorcht und bestätigte seinen Verdacht und gab dem Kleenen Cortisonsaft und verschrieb und noch Paracetamolsaft, falls unser gewohnter Fiebersaft das Fieber nicht ausreichend senken sollte.

Sehr erleichtert, aber auch sehr k.o. ging es dann wieder zurück nach Hause, wo der Kleene wieder ins Bett verfrachtet wurde und ich noch ein wenig wach blieb, um immer mal kontrollieren zu können. Er hat zwar ordentlich geschwitzt, aber doch friedlich geschlafen.

Als ich am frühen Morgen ins Bett gegangen bin, konnte ich recht schnell einschlafen, bin aber relativ schnell durch heftige Bauchkrämpfe geweckt worden. Jede Bewegung löste neue Krämpfe aus, aber ich musste mich immer wieder mal umdrehen, weil mir mein Rücken so weh tat. Irgendwann bin ich wieder eingeschlafen, aber nach nur 4 Stunden Schlaf war ich dann endgültig wach, jedoch total abgeschlagen. Habe versucht, heute nachmittag ein wenig zu schlafen, aber dazu war ich zu unruhig.

Mit all diesem Kram denke ich ernsthaft drüber nach, das Angebot der Ärztin nach einem kompletten Beschäftigungsverbot anzunehmen, denn ich habe keine Lust auf weitere Bauchkrämpfe nachts oder sonstwann. Andererseits hab ich ein total schlechtes Gewissen, meine Kollegen im Stich zu lassen, wo noch so viele Aufgaben offen sind. Dann wiederum mach ich mir schon Sorgen um den Bauchbewohner, denn solche Krämpfe haben sicherlich auch etwas zu bedeuten und die Angst, dass die Schwangerschaft ein vorzeitiges Ende finden könnte, ist schon massiv. Zumal es mich auch beunruhigt, dass ich innerlich überhaupt noch nicht auf das Kind eingestellt bin.

In den Foren erzählen sie alle, was sie schon gekauft haben, was sie noch besorgen müssen, wer alles umzieht oder die Kinderzimmer streicht und vom ganzen anderen Nestbaukram. Und ich hock hier und mir steht der Sinn so gar nicht danach. Wir haben ja im Prinzip auch alles da. Das einzige, was wir noch klären müssen ist, wo wir die Babysachen unterbringen und wie wir das Kind nennen.

Obwohl eigentlich alles so einfach sein sollte, finde ich das grad total kompliziert und die Gesamtsituation überfordert mich völlig 😦

 

Wieder zurück

Eigentlich schon seit Sonnabend abend, aber erst jetzt hab ich die Energie und Zeit, das auch hier festzuhalten.

Der Urlaub war bis auf einzelne Ausnahmen großartig, es hat alles funktioniert, was wir geplant hatten und wir haben so viele Eindrücke gesammelt, dass wir davon sicher einige Zeit zehren können. Körperlich waren die letzten 3 Wochen eine Herausforderung und ich merke immer mehr, dass mir mein Körper nicht mehr alleine gehört.

Ich werde die nächsten Tage ausführlich über die Reise berichten und auch das eine oder andere Foto posten (wir haben über 2600 Fotos und 26 Videos gemacht).

Unsere Katzen haben die Auszeit auch einigermaßen gut überstanden, nur Trinity plagt sich die letzten Tage ein wenig mit vermuteten Magen-Darm-Infekt rum und kotzt uns ordentlich die Bude voll. Der Arzt hat ihr heute erstmal drei Spritzen und ein Antibrechmittel für zuhause gegeben und am Mittwoch müssen wir zur Kontrolle und der zweiten Antibiotikumspritze hin. Außerdem hat die nette Tierhüterin vom Tierheim ihre Fürsorge ein wenig übertrieben und die Katzen regelrecht gemästet. Jeannie ist zum Glück dagegen einigermaßen resistent, aber die Kleene hat sich wie bekloppt den Bauch vollgefuttert, locker mehrere 100 Gramm zugenommen und jetzt eine schicke Homer-Simpson-Gedächtnis-Wampe. Aber immerhin hat sie so mehr zum zusetzen in ihrer jetzigen Verfassung.

Die Arbeit hat mich auch wieder, aber auch hier Entwarnung, meine 4-wöchige Abwesenheit scheint gut verkraftet worden zu sein. Ob das für oder gegen mich spricht, sei mal dahin gestellt 🙂

Ansonsten heißt es jetzt erst einmal, wieder zurück in den Alltag finden. Das triste Wetter jedenfalls hilft schon mal sehr gut dabei.

Heimische Krankenstation

Was immer den Kleenen am Freitag erwischt hat, er hat es erfolgreich weiter gegeben.

Ich bin heute früh überhaupt nicht in die Gänge gekommen, obwohl mein Göttergatte mich satte 9 Stunden hat schlafen lassen. Ich bin aufgestanden und konnte mich grad so zur Couch schleppen. Das Frühstück hat mich völlig überfordert und bin danach direkt wieder zum Sofa übergesiedelt.

Am Nachmittag habe ich es unter ziemlichen Anstrengungen geschafft, mich unter die Dusche zu stellen und mich einigermaßen herzurichten. Der Bruder meines Mannes wollte zu Besuch kommen und hatte jede Menge Neues zu erzählen, auf das wir auch wahnsinnig neugierig waren und schon allein deswegen wollte ich den Termin nicht absagen.

Als er sich gute 3 Stunden später wieder verabschiedete, ging erst der Kleene, dann der Große ins Bett. Ich lag schon wieder auf dem Sofa, mittlerweile mit laufender Nase, Kopfschmerzen und leichten Fieber.

Nach diesem kurzen Zwischenstop an den Rechner werde ich mich auch gen Bett verabschieden, gute zwei Stunden vor meiner Zeit.

Verschnupfte Grüße!

Zeit für einen neuen

Nämlich für einen neuen Kinderarzt.

Ich bin ja schon seit längerer Zeit nicht mehr so glücklich mit unserem Kinderarzt, da ich dort immer mindestens 2 Stunden warten muss, egal, ob ich einen Termin habe oder nicht und auch egal, ob es dem Kleinen grottenschlecht geht oder er nur ein bissl Rotznase und Husten hat. Hinzu kommt, dass es jedes Mal unerträglich laut ist im Wartezimmer, was ja kein Wunder ist, wenn da 20 oder mehr Kinder rumtoben und den meisten Eltern das egal ist.

Da dies eine Gemeinschaftspraxis mit mehreren verschiedenen und auch häufiger wechselnden Ärzten ist, kriegt man jedes Mal einen anderen Arzt vorgesetzt. Die meisten sind total lieb und kompetent und oft gerade frisch von der Uni und noch entsprechend motiviert, endlich am lebenden Material werkeln zu können. Nur habe ich leider das Pech, sehr häufig eine vermutlich ehemalige Lagerärztin aus dem russischen Raum als betreuenden Arzt zu erwischen. Mich stört noch nicht mal so sehr ihr gebrochenes Deutsch, obwohl ich schon gerne verstehen würde, worum es eigentlich geht, als mehr ihr strenger Befehlston und liebloser Umgang mit dem Kind. Sie könnte auch locker als Drill Sergeant bei den US Marines arbeiten.

Als heute der Kindergarten anrief und mitteilte, dass der Kurze fiebrig und völlig schlapp in einer Ecke liegt und über starke Kopfschmerzen klagt, wollte ich gleich die Gelegenheit nutzen und einen neuen Kinderarzt, der erst vor ein paar Monaten seine Praxis in der Nähe aufgemacht hat, austesten. Zu blöd nur, dass er gerade jetzt Urlaub hat. Hieß also für uns, wieder in die Gemeinschaftspraxis.

Dort werden Patienten ohne Termin nur bis 11 Uhr angenommen und ich war 10 vor 11 in der Praxis, ohne nochmal zu Hause Fieber zu messen, weil es sonst wahrscheinlich zu knapp geworden wäre. Ich schilder also den geduldigen Schwestern am Empfang das Problem, das Kind ist in der Praxis bekannt und wir dürfen uns in den Wartebereich setzen. Der Kleene schläft mir mehrfach während des Wartens weg, wird aber immer wieder durch das laute Plärren der anderen Kinder geweckt. Nach 1 1/2 Stunden Wartens dürfen wir endlich in einen der 4 Behandlungsräume, immerhin ein Fortschritt.

Ausgerechnet jetzt muss der Kleene aufs Klo. Also kurz der Schwester Bescheid gesagt, nicht, dass die denken, wir hätten keinen Bock mehr. Haben wir zwar tatsächlich nicht mehr, aber jetzt aufgeben bringts ja auch nicht. Wieder zurück jammert der Kleene, dass er müde ist und heim will. Nur mit Mühe kann ich ihn bei Laune halten. Nach 15 Minuten im Raum sollen wir plötzlich in einen anderen Raum umziehen. Also schnapp ich ihn mir und bugsiere ihn nach nebenan. Kurz darauf stürmt auch schon Fr. Dr. Feldwebel in den Raum.

Ich versuche ihr zu erklären, was das Problem ist und dass der Kleene das schon mal in der Nacht von Montag auf Dienstag hatte, aber Mittwoch und Donnerstag wieder fit genug für den Kindergarten war. Aber keine Chance, sie plappert im Stakkato-Dauerfeuer auf mich ein, ich solle ihn doch gefälligst mal ausziehen, guckt erst ins Ohr links, dann ins Ohr rechts, drückt mit Gewalt und einem Spatel die Zunge des Kindes runter, so dass der eher geduldige Filius laut aufschreit, fragt mich nach Fieber, was ich weder bestätigen noch verneinen kann, da ich es aus Zeitmangel nicht messen konnte. Sie staucht mich zusammen, dass ich aber immer Fieber messen müsse und herrscht die Schwester an, warum denn noch kein Fieberthermometer einsatzbereit wäre.

Ich hab mittlerweile ordentlich Puls. Sie drückt lieblos auf dem Kinderbauch rum und ignoriert, dass sich der Kleene durch die grobe Behandlung auf der Pritsche windet. Dann verschwindet sie zum Computer und ich soll noch Fieber messen. Ich versuche also bei dem schon völlig verstörten Kind das ohnehin gehasste Prozedere durchzuführen, während sie mich hintern Tisch anschreit, ob ich denn Fiebermittel-zuhause-habe-habe-sie-Fiebermittel-habe-sie-Fiebermittel-FIEBERMITTEL-HABE-SIE-FIEBERMITTEL-HABE-SIE-FIEBERMITTEL-ICH-FRAGE-HABE-SIE-FIEBERMITTEL-SO-ANTWORTEN-SIE.

Entnervt entgegne ich, dass ich gerade versuche, hier Fieber zu messen und ich sie sehr wohl höre. Sobald das Thermometer am richtigen Platz ist, nach lautem Protest vom Kleenen, entgegne ich ihr, dass wir sehr wohl noch Fiebersaft zu Hause haben. Sie verschreibt mir trotzdem welches. o.O

Dann will sie die erste Dosis aber schon in der Praxis geben und fragt mich, wie schwer der Kurze ist. Ich entgegne, so zwischen 15 und 16 Kilo. Sie meint, dass kann nicht sein. Ich sage wieder 15-16 Kilo. Sie fragt, wie alt er ist, Er sagt 4 Jahre. Sie sagt, dass kann nicht sein. Ich sage, 16 Kilo, ist ja auch nix dran an ihm. Sie holt eine Waage und er muss sich draufstellen. 16,0 Kilo.

Das war das erste Mal in den 5 Minuten, gefühlt 3 Stunden, dass Fr. Feldwebel nichts gesagt hat.

Sie fragte mich nach Krankschreibung, was ich bejahte, meinte noch, dass Rezept und Schein am Empfang liegen würde, wünschte kurz noch gute Besserung und verschwand dann wieder grußlos.

Ich sehe ein, dass die Ärzte Stress haben, dass viele Kinder behandelt werden wollen und die bestellte Pizza langsam kalt wurde. Aber ich war dort nicht zu Besuch, weil ich grad nix besseres zu tun hatte oder um sie zu ärgern. Und nichts rechtfertigt diese lieblose Abfertigung eines kleinen, kranken Kindes.

Achja, ich weiß leider immer noch nicht, was der Kleene hat, aber falls es übers Wochenende nicht besser wird, darf ich am Montag wieder vorstellig werden. Weil Arztpraxen ja Montags immer ein besonderes Vergnügen für alle Beteiligten sind *seufz*