Bewerbung – Referent/in

Es ging um eine Stellenausschreibung meiner Heimatstadt, in der ein/e Referent/in gesucht wurde, der/die für den Oberbürgermeister die Kommunikation übernahm. Reden schreiben, Pressemitteilungen verfassen, Broschüren erstellen. Mein Anschreiben lautete wie folgt:

Sehr geehrte Frau XYZ,

Das Schwierigste an Bewerbungen, aber auch bei Reden oder Vorträgen ist immer, einen passenden Einstieg zu finden. Knackig und prägnant, eventuell auch pointiert sollte er sein, weswegen ich ohne weitere Umschweife zum Punkt komme: Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle der Referentin für den Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters und des Stadtrates im Referat Grundsatzfragen.

Schnittstellenarbeit ist seit je her ein zentrales Thema in meinem Werdegang als Projektmanagerin und -assistentin, vor allem abteilungs- und auch standortübergreifend. Dabei stand und steht immer die Kommunikation als wichtigstes Werkzeug im Mittelpunkt. Als Call-Center-Mitarbeiterin
und später Teamleiterin war der Umgang mit Menschen auch in schwierigen oder stressigen Situationen äußerst wichtig und mir gelang es stets, auf alle Beteiligten individuell einzugehen und Eskalationen zu vermeiden. Besonders im Projektmanagement ist das Zusammenbringen verschiedenster Interessengruppen mit knappen zeitlichen Ressourcen eine große Herausforderung.

Schon während meiner Werkstudentenzeit bei Musterfirma habe ich White Papers und Spezifikationen für aktuelle und zukünftige Projekte erstellt. Später wurden daraus Handbücher, Dienstanweisungen oder Datenschutzregelungen. Diese Aufgabe begleitet mich mein gesamtes Berufsleben und ich hoffe, diese Erfahrungen ebenso als Referentin gewinnbringend einsetzen zu können.
Außerdem betreibe ich privat zwei Blogs, eines auf deutsch, das andere auf englisch, mit denen ich permanent meine sprachlichen Fähigkeiten immer weiter verfeinere und zudem neue sprachliche Mittel ausprobiere. Ich bin zuversichtlich, damit gut für die ausgeschriebene Position gerüstet zu sein.

Gerade in meiner letzten Anstellung bei der Radio ABC, welche mir leider betriebsbedingt gekündigt wurde, durfte ich als Assistentin der IT-Leitung häufig Prozesse im IT-Bereich vorbereiten und deren spätere Steuerung mit unterstützen bzw. selbstständig überwachen.
Ebenso habe ich da bereits den IT-Leiter bei Terminen und Konferenzen begleitet oder vertreten. Mögen die zukünftigen Themen im Referat Grundsatzfragen nicht viel gemein haben mit denen im IT-Sektor, so sind doch die grundsätzlichen Anforderungen zur Aufgabenerfüllung beinahe deckungsgleich. Durch die vielen verschiedenen Stationen in den unterschiedlichsten Branchen in meinem Lebenslauf musste ich mich immer wieder in neue Sachverhalte und Wissensgebiete einarbeiten, was mir jedes Mal innerhalb kürzester Zeit gelang.

Ich bin vielseitig interessiert, verfolge die Entwicklungen in Stadt X aufmerksam und möchte meinen Teil dazu beitragen, das Leben in dieser aufregenden Stadt noch attraktiver zu machen.
Ein Ziel, welches Oberbürgermeister Max Mustermann ebenfalls sehr am Herzen liegt. Ich hoffe, Ihr Interesse geweckt zu haben und freue mich, weitere Fragen in einem persönlichen Gespräch zu beantworten.

Beste Grüße

Xayriel

 

Geburtsvorbereitungskurs – Teil 5

Nachdem sich mein Puls und Blutdruck nach der Lektüre dieses Kinderdoc-Posts, vor allem der zugehörigen Kommentare, wieder ein wenig normalisiert haben, kann ich mich dem Bericht des letzten Teils meines GVKs widmen.

An  Teil 4 vergangene Woche konnte ich leider nicht teilnehmen, weil der Große mit Bindehautentzündung und nervigem Husten zuhause bleiben musste.

Nach der Begrüßung wurden wir gefragt, ob wir noch brennende Themen hätten, die wir unbedingt noch besprechen sollten, aber alle Teilnehmer waren da wunschlos glücklich. Da mir ein Teil fehlte, wollte ich auch nicht planlos dazwischen quatschen und hielt mich mit Vorschlägen zurück. Die Hebamme hatte allerdings noch das Thema Stillen auf ihrer Liste und es folgte wieder der Erfahrungsaustausch.

Fast alle hatten mehr oder weniger mit entzündeten Brustwarzen zu kämpfen, welche jedoch ausnahmslos mit Lanolin gut behandelt werden konnten. Diverse Mamas hatten schmerzhafte Milchstaus mit Fieber und Schüttelfrost. Ich berichtete von meinem äußerst heftigen Milcheinschuß und dass ich davor aktuell auch richtig Panik habe. Die Hebamme empfahl mir, vorher zu versuchen, eher wenig zu trinken, da viel  Flüssigkeit die Menge des Milcheinschußes beeinflussen würde. Nur immer schlückchenweise an Pfefferminztee nippen und aufs Beste hoffen. Na, ich bin gespannt, ob das hilft.

Dann folgte eine Lockerungs- und Atemübung. Wir sollten uns vorstellen, uns umgebe eine Glaskugel und wir würden diese von innen anmalen. Erst mit einem großen dicken Pinsel für die Flächen, dann ein kleiner Pinsel für die Akzente wie Wellenlinien und zum Schluss viele Punkte. Zu den Bewegungen die entsprechenden Geräusche: swusch, ssssssst, tock tock tock.

Es folgte eine Partnerübung, bei der sich zwei Frauen gegenüber sitzen und sich nur an den Fingerspitzen berühren. Eine macht die Augen zu, die andere führt die Hände und schaut, wie gut das funktioniert. Dann wird gewechselt. Am Ende machen beide Partner die Augen zu und warten ab, was passiert. Entweder jemand übernimmt die Führung oder die beiden lassen einfach bewegungslos ihre Fingerspitzen gegeneinander stehen.

Dann wurde ausgewertet, wie die jeweile Situation empfunden wurde. Die meisten fanden es gut, zu führen, konnten aber auch problemlos die Verantwortung abgeben und sich führen lassen. Beim gleichberechtigten Teil wurde gleichmäßig die Führung verteilt. Nur bei meiner Partnerin nicht. Als ich sie führte, versuchte sie immer, ihren Weg zu gehen und zu „sagen“, wo es lang geht. Ich hab diverse Male dagegen gehalten, aber so richtig aufgeben wollte sie nicht. Beim gemeinsamen Führen hab ich sie dann machen lassen, weil ich nicht mit ihr „streiten“ wollte 🙂
Die Hebamme meinte daraufhin, dass sie wohl eher der Typ sei, der sehr klare und nachdrückliche Führung benötige und man sich während der Geburt darauf einstellen müsse.

Es folgte die berühmt-berüchtige Bauchmalaktion, bei uns zum Glück nur auf dem Papier. Wir sollten überlegen, was wir unserem Kind im ersten Jahr mit auf den Weg geben wollen und sollten dies künstlerisch-kreativ auf einem Stück Papier umsetzen. Wir könnten dazu eine Blume malen und in die Blütenblätter unsere Wünsche schreiben oder eine Hand zeichnen und die Finger beschriften oder aber was ganz anderes.

Ich wählte ein breites Band, welches sich über mein Blatt schlängelte und schrieb darauf Liebe, Hoffnung, Vertrauen, Lachen, Geborgenheit und Glück. Ich ließ einige Stellen frei für Dinge, die mir später noch einfallen würden. Jede erzählte kurz etwas zu ihren Wünschen, aber letztendlich waren sich alle im Grunde ähnlich. Warum sollten wir auch das (Mutter-)Rad neu erfinden?

Die obligatorische Entspannungsübung schloss sich an und ich hatte echt zu tun, dabei nicht einzuschlafen. Meine Nacht war mal wieder sehr unruhig und ich hatte nur 3 Stunden geschlafen und so eine säuselnde Stimme, untermalt von ruhiger Musik …

Ganz zum Abschluss sollten wir reihum ein Feedback zum Kurs geben und offenbaren, was uns unserer Meinung nach zu einer guten Mutter mache. Uff!
Feedback war ja nicht das Problem, aber dieses gute-Mutter-Ding schon. Ich hab doch sehr oft Zweifel, ob das, was ich mache, richtig ist und ich stelle mir immer wieder die Frage, ob ich denn einigermaßen eine  gute Mutter sei.

Spontan wollte ich antworten: ich bin eine gute Mutter, weil ich mein Kind nicht schlage. Doch ich habe gesagt: ich bin eine gute Mutter, weil ich so gar nicht wie meine Mutter bin. Ich denke, das sagt viel über meine Mutter und mich aus. Und ich bin stolz, dass ich es geschafft habe, meine Mutter ein wenig mit in meine Richtung, auf meinen Weg zu ziehen und dass sie sich darauf eingelassen hat.
Trotzdem beschäftigt mich diese Frage immer noch und vielleicht werde ich darauf in einem separaten Eintrag eingehen.

Da ich die ganze Stunde, wie sonst eigentlich auch, bei jeder Bewegung gestöhnt und geächzt habe, machte mir die Hebamme noch eine Überraschung. Ich durfte mich nach Kursende auf eine spezielle Liege legen, die eine Aussparung für den Bauch hat, genauso wie ein Loch für das Gesicht. Es war traumhaft. Besonders mein unterer Rücken freute sich und konnte seit Wochen mal wieder locker lassen. Sowas hätte ich gern für zuhause, auch wenn ich nicht weiß, wohin mit so einem Riesending 🙂

Und dann war der GVK endgültig vorbei. Wir trugen unsere Mailadressen noch auf einer Liste ein, wünschten uns gegenseitig alles Gute und zogen dann in eine unbekannte, doch sehr spannende, Zukunft davon.