Xayriel orakelt: ESC 2015 – Nachklapp

So langsam habe ich das Drama vom Wochenende verdaut und kann mich der Auswertung meiner Orakelei widmen.

Schweden hat wie erwartet gewonnen, dicht gefolgt von Russland, das zwischenzeitlich sogar vorn lag. So weit, so gut.

Großbritannien – nun ja. 24. mit 5 Punkten. Favoriten sehen anders aus 😉

Polen und Armenien erhielten keinen Mitleidsbonus, gut so!

Vom Exotenbonus profitieren konnte hingegen Australien, welches einen soliden 5. Platz belegte. Serbien wurde 10. trotz oder wegen des ballonmäßig aufgepusteten Kleides.

Verlierer sind dieses Jahr ziemlich viele geworden, quasi alle ab Platz 10 abwärts. Was mir nämlich bereits bei der Livepunktevergabe auffiel und dieses Jahr äußerst ungewöhnlich war, ist dass die Wertungen sehr homogen abgegeben wurden. Gab es in den letzten Jahren meist nur 3, maximal 4 Beiträge, die von fast jedem Land Punkte bekommen haben, so sind es dieses Jahr 8 Künstler. Damit bleibt relativ wenig Spielraum für die Vergabe der Restpunkte. Bezeichnend dafür auch die riesigen Sprünge zwischen den einzelnen Kandidaten. So klafft eine Lücke von 75 Punkten zwischen Platz 3 und 4, von 80 (!) Punkten zwischen den Plätzen 6 und 7 und von 44 Punkten zwischen den Plätzen 9 und 10. In der Vergangenheit gab es maximal eine derartige Lücke zwischen den Platzierungen, die jeweils ersten 3 Plätze ausgenommen.

Woran das jetzt liegen mag, darüber darf gerne spekuliert werden. Ich vermute, dass die derzeitige Regelung mit 5 Juroren + Televoting und jeweils die Mittelung daraus die Ergebnisse zu sehr glättet und dann solche Ergebnisse daraus resultieren. Wenn man sich die Einzelergebnisse (Downloadlink zu Exceldatei) anschaut, dann sieht man, dass es schon eine ordentliche Streuung gibt. Bei Deutschland geht die Jurorenwertung von Platz 2 bis 27, wobei ganz viele 11. Plätze dabei sind.
Bei Schweden sind sich alle relativ einig gewesen, aber Russland wiederum hat auch eine ordentliche Streuung.

Das soll jetzt keinesfalls die Leistung Schwedens schmälern und den deutschen Beitrag schön reden, aber bemerkenswert finde ich es trotzdem.

Bei Frankreich, Griechenland und Albanien hatte ich Recht, bei Lettland und Italien allerdings lag ich ganz schön weit daneben. Österreich überraschte tatsächlich in seinem Kampf um den letzten Platz, Belgien landete ganz stark auf Platz 4. Bei Estland lag ich tendenziell richtig.

Als persönliche Schlussbemerkung wünsche ich mir für nächstes Jahr weniger bedeutungsschwangere Balladen und wieder mehr humorvolle Beiträge à la Guildo Horn oder Lordi oder diesem Spanier aus dem Jahr 2008:

Xayriel orakelt: ESC 2015

Endlich ist es wieder soweit und der Eurovision Song Contest geht in die nächste Runde.

Bevor ich mir heute Abend das erste Halbfinale anschaue, verkünde ich schon mal den diesjährigen Sieger:

AUSTRALIEN!

Nein, das ist jetzt kein Tippfehler, ich meine tatsächlich das Land der Kängurus und Koalas. Die Europäische Rundfunkunion, die sich ja bekanntlich nicht an den geografischen Grenzen Europas orientiert, hat dieses Jahr das besonders lange Lasso ausgepackt und Australien eingefangen.

Aus gutem Grund, denn die Australier sind absolut ESC-verrückt, noch viel mehr als wir hier vor Ort. Die stehen morgens in aller Herrgottsfrühe auf, versammeln sich vor den TV-Geräten und feiern eine riesige Partie, wie mir durch meine Facebook-Bekannten bestätigt wurde. Und da der ESC dieses Jahr 60. Jubiläum feiert, darf Australien eben mitmachen.

Ganz ehrlich, ich hab den australischen Beitrag noch nicht gesehen, aber sie könnten auch eine Pappfigur auf die Bühne stellen und ein leierndes Playback laufen lassen, Australien würde trotzdem gewinnen. Da wird der Exotenbonus – siehe Lordi, Dana International oder Conchita Wurst – mit voller Wucht zuschlagen, ganz egal, wie stark die sonstige Konkurrenz ist. Das mag jetzt schade für diese Beiträge sein, aber wäre es nicht Australien, dann wäre es die Balkan-Punkte-Allianz oder die Skandinavien-Connection oder das gute oder schlechte Wetter.

Ich geh jetzt den Prosecco kalt stellen und nach dem zweiten Halbfinale am Donnerstag gibt es ein weiteres Orakel mit den Chancen der restlichen Teilnehmer. Es muss ja schließlich auch jemand letzter werden 😉