Magengeschwür

Kennt jemand die Folge von Malcolm mittendrin, wo sich Malcolm dauernd auf die Zunge beißt, um nicht in gewohnt sarkastisch-zynischer Art auf Aussagen oder Handlungen seiner Mitmenschen zu reagieren? Anfangs reagiert seine Umwelt überrascht und skeptisch, später finden sie diese neue Entspanntheit einfach nur gut.

Bis zu dem Zeitpunkt, wo Malcolm Blut spuckt, in die Notaufnahme eingeliefert wird, der behandelnde Arzt ein Magengeschwür in der Größe einer Ananas feststellt und sich wundert, woher ein 15-jähriger ein solches Magengeschwür hat.

In letzter Zeit war ich dieser Malcolm. Ich biss mir auf die Zunge, ich setzte mich auf die Hände, ich verkniff mir jeglichen nicht ganz so rosaroten Kommentar, aus Angst, er könnte anecken, Reaktionen provozieren. Zum Glück habe ich kein Magengeschwür entwickelt, aber sonderlich wohl fühlte ich mich auch nicht. Auf endlose Diskussionen mit fremden Menschen hatte ich ebenso keine Lust.

Irgendwann jedoch reichte es mir. Welches widersprüchliche Thema nun letztendlich der Auslöser war, weiß ich nicht mehr, aber ich entschied, mich wieder reinzuhängen. Nicht mehr zu schweigen, wenn mir grenzdebile Idioten die Welt erklären wollen. Ich fand, es ist meine Pflicht, eine wenn schon nicht vernünftige, so zumindest doch eine andere Meinung entgegen zu setzen.

Und so begann ich wieder, gegen Impfgegner zu argumentieren, Rassisten zu widersprechen, Beleidigungen anzukreiden, Fehlverhalten zu melden.

Ob ich damit erfolgreich bin, ist nachrangig. Ich möchte aber nicht das Internet kampflos den Wahnwichteln, den Aluhutträgern, den Volksverhetzern, den geistigen Hartz-iV-Empfängern, den Verschwörungstheoretikern oder den Meinungsdiktatoren überlassen.

Ich werde meine Meinung offen kundtun, höflich und konstruktiv. Dort, wo ich es für wichtig und richtig erachte.

Auf Magengeschwüre hab ich nämlich absolut keinen Bock!