Schimmel IV

Heute war also der Maler da, um sich unseres Problems anzunehmen. Wir hatten gestern noch so gut es ging den Flur leergeräumt, zum Glück ist gerade der Große bei den Großeltern, so dass wir sein Zimmer hemmungslos zustellen konnten. Beim Wegrücken des Regals sahen wir, dass dahinter noch viele schöne andere Flecken waren, die sich bis zur Schlafzimmertür zogen.

Der Maler kam und pinselte zuerst ein Reinigungsmittel auf die Flecken. Danach strich er mit einer Mineralfarbe mit echtem Schweizer Muschelkalk (ob andersländischer Muschelkalk anders wirkt?) über die Flecken und jetzt sieht unser Flur wieder ganz hübsch aus. Wir unterhielten uns über Katzen, er beseitigte durch Überpinseln einige der Katzenkratzspuren in der Tapete und gab uns den Tipp, einen Heizkörper unters Fenster bauen zu lassen. Ich meinte, wir würden das alles an die Hausverwaltung schreiben. Er meinte auch, bei Schimmel könne man unter Umständen sogar die Kündigungsfrist außer Kraft setzen und sofort raus aus der Wohnung. Ich entgegnete, dass wir doch aber vorher der Hausverwaltung schon noch die Chance geben sollten – und vermutlich auch müssen – nachhaltig etwas gegen den Schimmel zu tun, was er auch bejahte. Sollte aber nach seiner Grundbehandlung der Schimmel innerhalb weniger Wochen wieder kommen, könnten wir fristlos kündigen und müssten nicht die 3 Monate warten.
Kennt sich jemand damit aus und kann das bestätigen? Leider haben wir vor Jahren unsere Mietrechtsschutzversicherung bzw. diese Zusatzoption in der Versicherung gekündigt, sonst hätte ich direkt bei einem Anwalt nachgefragt.

Mal schauen, wie sich das entwickelt. Und weil wir finanziell noch nicht genug an der Backe haben, eröffnete mir mein Mann vor wenigen Tagen, dass er eine saftige Stromnachzahlung auf dem Tisch liegen habe, die er alleine nicht stemmen kann. (Hintergrund: mein Mann verdient wesentlich weniger als ich und bezahlt daher „nur“ den Strom und sämtliche Lebensmittel + evtl. kleinere Sonderausgaben.) Die Rechnung bereitet mir allerdings einige Kopfschmerzen, da wir keine 100 Kilowattstunden mehr als im Vorjahr verbraucht haben, aber jetzt 360 Euro nachzahlen sollen. Sind die Strompreise so sehr gestiegen? Warum wurden die Abschlagszahlungen dann nicht schon eher angepasst? Ein kurzer Vergleich zeigt, dass unser Stromtarif jetzt nicht so wahnsinnig teuer ist, wenn man von den verfügbaren Angeboten die Neukundenboni und Einmalgutschriften abzieht. Außerdem liegen wir mit rund 2300 kWh im Jahr für eine dreiköpfige Familie weit unter dem üblichen Verbrauch, verschwenden also nicht sinnlos den Strom.
Wie auch immer, 360 Euro tun gerade jetzt schon arg weh, also bat ich meinen Mann bei den Stadtwerken nachzufragen, ob Ratenzahlung möglich ist. Ist es, wenn wir

  • eine Anzahlung in Höhe von 40% leisten
  • eine Ratenzahlungsbearbeitungsgebühr von 22 Euro zahlen
  • auf den Restbetrag während der Ratenzahlungsdauer einen um 5% als den Basiszinsatz höheren Zins bezahlen.

Nö! Ich finde es unverschämt, solche Modalitäten einzufordern, denn wer mit dem Wunsch nach Ratenzahlung an ein Unternehmen herantritt, signalisiert zum einen einen finanziellen Engpass, den man durch zusätzliche Gebühren nicht noch verschärfen muss und zum anderen eine durchaus vorhandene Zahlungsabsicht, die man als Unternehmen vermutlich eher unterstützen sollte als sich durch langwierige Mahn- und Gerichtsprozesse zu quälen.
Ich werde jetzt mit der Zahlung abwarten, bis ich das nächste Elterngeld bekomme, dann sollte der Betrag gerade so drin sein, ohne uns gnadenlos in den Dispo zu treiben.

Eigentlich würde ich mich im Blog ja lieber ganz anderen Dingen wie bspw. den Urlaubsberichten widmen, aber dazu habe ich derzeit überhaupt keinen Nerv 😦

Schimmel III

Der Maler war gerade da, um sich unser Problem anzuschauen. Es verschlug ihm ein wenig den Atem, denn mit so schlimmen Befall hatte er nicht gerechnet. Er war ja letztes Jahr schon da und konnte sich noch gut an uns erinnern. Er bot an, morgen wiederzukommen und seine Spezialbehandlung mit Reiniger und Anti-Schimmel-Anstrich durchzuführen. Als ich ihn bat, doch mit der Hausverwaltung über eine dauerhafte Lösung zu verhandeln, winkte er nur ab. Er meinte, er könne das denen schon sagen, aber passieren wird da nichts.

Ich erwiderte, dass wir eh ausziehen wollen, denn so ist das ja kein Zustand und da nickte er nur, ist die beste Lösung. Um wirklich etwas gegen den Schimmel zu tun, müsste als erstes die Tapete runter und geschaut werden, wie es dahinter aussieht. Viele dieser alten Wohnungen hätten einen Ölsockel, da müsste dann die Wand bzw. der Putz abgehackt werden. Außerdem gehöre der Heizkörper unters Fenster und nicht dorthin, wo er jetzt ist. Andere Mieter hätten sich auf eigene Kosten einen elektrischen Heizkörper unters Fenster gebaut, was er aber für eine sehr teure Lösung hält, die letztendlich nur wieder am Mieter hängen bleibt.

Ich zeigte ihm noch unser Bad, bei dem eine Fliesenreihe zu niedrig gekachelt wurde und sich am oberen Rand bei jedem Duschen das Wasser sammelt und dann schön schimmelt, egal, wie viel Mühe wir uns geben. Der Maler winkte wieder ab, das bräuchten wir bei der Hausverwaltung gar nicht erst probieren, auf sowas reagierten die gar nicht erst. Er erzählte von einer Studenten-WG bei uns im Areal, bei denen nur genau eine Fliesenreihe überm Wannenrand war und die immer und immer wieder um Nachbesserung baten. Irgendwann zog ein Student ein, der einen Fliesenleger in der Verwandschaft hatte, der das dann auf WG-Kosten fachmännisch erledigte.

Morgen kommt der Maler mit seiner Ausrüstung und ich werde in der Zwischenzeit probieren, den Flur so weit es geht, freizuräumen.

Oh man, ich hoffe so sehr, dass die Wohnung am Sonnabend für uns passt und wir hier endlich raus können.

Schimmel II

Wegen des Schimmels hat mein Mann gestern noch die Hausverwaltung angerufen und vereinbart, dass sich zuerst der Hausmeister einen Überblick verschafft und zwar ab 12 Uhr. Um 11:16 Uhr klingelte es bei uns Sturm, aber ich war gerade dabei, die Kleene zu stillen und da renn ich nicht überstürzt zur Tür, schon gar nicht, wenn der vereinbarte Termin erst eine Dreiviertelstunde später ist.

Um 5 nach 12 klingelte es erneut, der Hausmeister wies mich über die Sprechanlage darauf hin, dass der Maler um halb 12 dagewesen sei und niemanden angetroffen habe. Der Maler würde morgen noch mal vorbei schauen, wann wir denn da wären. Ab 12 Uhr, erwiderte ich, jetzt bin ich gespannt, ob der Maler es bis morgen schafft, die Uhr zu lernen.

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Da wir über kurz oder lang nicht in der Wohnung bleiben können, es sei denn, die Hausverwaltung lässt sich etwas besseres einfallen, als einmal im Jahr den Maler vorbei zu schicken, der dann mit Anti-Schimmel-Farbe über den Mist pinselt, habe ich mich direkt auf die Wohnungssuche begeben. Wir möchten gern in diesem Stadtteil bleiben, aber ob wir das hinkriegen, steht in den Sternen. Die Mietpreise sind rasant gestiegen, gleichzeitig sind freie Wohnungen generell eher rar. Nichtsdestotrotz habe ich eine Wohnung gefunden, die auf den ersten Blick recht interessant aussieht. 4 Zimmer Maisonette, 105 qm, warm 90 Euro teurer als unsere jetzige Wohnung, dafür aber auch 10 qm größer.

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Die Wohnung hätte den Vorteil, dass beide Kinder ein eigenes Zimmer hätten, wir hätten zudem 2 Klos (der Große braucht teilweise stundenlang, wenn er erstmal auf dem Thron sitzt) und das Schulproblem wäre auch gleich mit erledigt. Besichtigungstermin ist am Sonnabend, mal schauen, was da rauskommt.

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An der ganzen Sache ist nur das Timing doof. Der Italienurlaub ist gerade so verdaut, die Sache mit dem Auto hängt noch in der Warteschleife, wird aber wohl demnächst wieder aktuell werden, durch den Unfall hat meine Versicherung die Prämien um über 200 Euro erhöht, die Hausverwaltung wird pünktlich zu Weihnachten die Betriebskostenabrechnung verschicken, bei der wir mit über 800 Euro Nachzahlung rechnen und dann noch der Umzug, bei dem allein die Umzugsfirmenkosten 1000 Euro betragen werden, dazu noch Farbe für die alte und die neue Wohnung sowie der obligatorische Kleinkram, der bei jedem Umzug anfällt. Desweiteren fällt noch die Kaution an, aber vielleicht kann man darüber verhandeln, Ratenzahlung oder Stundung, bis wir die Kaution der jetzigen Wohnung wieder kriegen. Reserven haben wir gerade noch für die Nebenkostennachzahlung, alles andere müssen wir schauen, wo wir das her kriegen. Der einzige Lichtblick ist, dass wir ab April wieder mehr Geld zur Verfügung haben werden, so dass der Zeitraum, wo wir richtig zu knabbern haben werden, überschaubar ist.

Die einzelnen Punkte kommen jetzt nicht überraschend, das neue Auto wäre so oder so fällig gewesen, genauso wie irgendwann der Umzug, nur hätte ich es eben gern ein wenig verteilter gehabt und nicht alles so auf einen Schlag.

Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert!

Hinweis zu den Bildern: das ist der aktuelle Stand und nur ein Teil des ganzen Befalls und in den letzten 10 – 14 Tagen so gewachsen. Vorher war da nichts!