Das glaubt uns keiner

Die Kleene war heute sehr unruhig und nervös, das kleinste Geräusch erschreckte sie, so dass sie anfing zu weinen. Nun ist das Zusammenleben mit einem großen Rabaukenbruder und zwei Katzen nicht sonderlich geräuscharm, so dass meine Süße heute recht oft erschrocken ist. Nach einer recht entspannten Phase um den Mittag rum ließ sich sich seit dem Nachmittag aber nicht mehr ablegen.

Wir schleppten und wiegten sie, ab und zu schlief sie für kurze Zeit mal ein, bis sie wieder hochgeschreckt wurde. Ich merkte ihr an, dass sie total müde war, aber einfach nicht in den Schlaf fand. Am Abend waren wir alle recht geschafft und ich wollte sie nicht mehr durch die Gegend tragen, nur damit sie beim Ablegen wieder wach würde und der ganze Spaß von vorne los ginge.

Ich legte sie also auf ihre Decke, setzte mich daneben und hielt ihre Hand fest. Sie meckerte und keckerte in bester Ottermanier und ich wartete eigentlich nur darauf, dass sie endlich einnickte.
Doch plötzlich schrie sie wie am Spieß los, als wenn wir sie mit rotglühendem Eisen foltern würden. Erschrocken schaute ich sie an und versuchte herauszufinden, was denn los ist, ob ihr etwas weh tut. Und während ich noch grübelte, was wohl ingesamt eine oder anderthalb Minuten – gefühlt natürlich eine halbe Ewigkeit – gedauert hat, holt sie auf einmal ganz tief Luft, schluchzt noch zweimal, wie man das nach ganz großem Gejammer eben so tut, dreht den Kopf zur Seite und ist eingeschlafen.

Echt jetzt, ich hätte das filmen sollen, denn das glaubt uns sonst niemand.

P.S. Leider ist die Süße immer noch so nervös und hat sich von meinem Tastengeklacker so erschreckt, dass sie wieder wach geworden ist 😦

Oase in der Servicewüste

Ich reg mich ja ganz gerne auf, wenn andere Leute Murks machen, doch fehlt mir gerade so ein richtiger Aufreger. Die Fußballer haben gestern ordentlich geglänzt, mein Rückbildungskurs heute war auch schön entspannt und mein Besuch bei der Post ebenso durchweg positiv.

Meine Ma hatte sich vor einigen Wochen ein neues Handy gewünscht. Und damit das eine Weile hält, habe ich ihr empfohlen, eine externe Speicherkarte dazu zu holen, sonst reicht im entscheidenden Moment der interne Speicher nicht mehr aus, um noch ein Bild ihrer Enkel aufzunehmen. Da die Dinger bei Saturn und Co. unverschämt teuer sind, hab ich die Micro-SD-Karte bei Amazon bestellt.

Bei der Verwendung stellte sich dann allerdings heraus, dass die Karte defekt ist. Fotos werden nicht darauf gespeichert und wenn ich Musik drauf packe, werden die Titel ganz kryptisch umbenannt und der MP3-Player erkennt sie auch nicht mehr. Das alles unabhängig von Handy oder Rechner. Also dann eben reklamieren.

Amazon stellte mir dafür ein Retourenlabel zum Ausdrucken zu Verfügung, so dass ich die Karte nur noch zur Post bringen musste. Da die Karte, wie der Name schon sagt, klein ist, steckte ich sie in einen Briefumschlag, packte das Etikett drauf und dachte, wird schon so passen. Ich prüfte vorsichtshalber noch das Gewicht, satte 9 g, samt Umschlag und Aufkleber.

Die Christel von der Post fand das allerdings nicht so clever, denn das Etikett ist für ein Päckchen gedacht und ein Brief geht da beim besten Willen nicht als Päckchen durch. Sie sah mir wohl meine Verzweiflung an, denn ich überlegte angestrengt, wo ich einen einigermaßen kleinen Karton herkriegen sollte. Wir haben maximal Schuhkarton+ bei uns Zuhause und das fände ich dann schon übertrieben für so ein kleines Ding. Jedenfalls flitzte sie einmal durch den Laden und tauchte nach kurzer Zeit tatsächlich mit einem halbwegs passenden Karton wieder auf.

Ich durfte den Brief öffnen, sie legte die Karte, die noch in einer Plastikverpackung steckte, in den Karton, polsterte ihn mit Altpapier aus und klebte ihn zu. Dann fummelte sie noch das Etikett von Briefumschlag und pappte das auf den Karton. Ich stand die ganze Zeit mit offenem Mund daneben und staunte. Ich hab ja schon einiges bei der Post erlebt, aber das überraschte mich sehr.

Am Ende gab sie mir noch meinen Beleg, ich bedankte mich artig und strahlte sie an.

DAS ist Service.

Keckerlise

Dass meine Süße ein wenig anspruchsvoller ist, habe ich das eine oder andere Mal bereits erwähnt. Ihr nervigste Angewohnheit ist das Keckern, wenn ihr etwas nicht passt. Wenn sie keckert ist sie zu 95% müde und zu 5% supermüde.

Und anstatt es sich einfach bequem zu machen und die Augen zu schließen, keckert sie lieber wie ein Otter vor sich hin. Immer und immer wieder, bis sie sich in Rage gekeckert hat. Dann brüllt sie 5 Minuten auf voller Lautstärke, nur um dann innerhalb von 30 Sekunden in den Tiefschlaf zu fallen.

Wäre ja alles nur halb so schlimm, wenn dieses Keckern bei mir nicht jedes Mal bis in die letzte Gehirnwindung vordringt. Jeder dieser abgehackten Schreie gleicht einem Schlag auf den Kopf und schmerzt mir in den Ohren. Es verursacht massive Kopfschmerzen und manchmal auch Tinnitus.
Da ich gegen das Keckern selbst nichts machen kann – was auch, wenn das Kind schlafen will, sind alle zusätzlichen Reize kontraproduktiv – habe ich mir jetzt Ohropax gekauft.

Das nimmt dem Keckern die fiese Spitze und ich kann meinem Mädchen wesentlich entspannter beim Einschlafen beistehen. Allerdings hoffe ich inständig, dass sie diese Phase sehr bald hinter sich hat und einfach ohne zu meckern einschläft. Aber vermutlich werde ich noch sehr lange auf die Erfüllung dieses Wunsches warten müssen.

Bis dahin weiß ich jetzt, wo es Ohropax gibt. Nämlich direkt neben den Kondomen. Warum das so ist, darüber darf jeder für sich spekulieren 😉