MONTAGSFRAGE // HABT IHR EUCH SCHON MAL VOR EINEM BUCH GEDRÜCKT, OBWOHL IHR ES EIGENTLICH LESEN WOLLTET?

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Oh ja, da gibt es einige.

Seit Jahren schiebe ich „Wüstenblume“ von Waris Dirie vor mir her. Ich weiß, worum es in dem Buch geht und allein die Vorstellung der Geschehnisse ist für mich beinahe unerträglich. Das Ganze dann schwarz auf weiß zu lesen macht mir gehörig Angst.

Irgendein beliebiges Buch aus dem Darkover-Zyklus von Marion Zimmer Bradley. Als Mädchen bzw. junge Frau habe ich die Bücher verschlungen, kaufte mir immer mal wieder eines, aber ich wollte sie gerne alle haben und vor einigen Jahren, als ich schon groß und mit einem richtigen Job war, konnte ich mir das endlich leisten. Als ich dann eines der Bücher angefangen habe zu lesen, merkte ich, dass ich in der Zwischenzeit zu alt, zu realistisch, zu desillusioniert oder was auch immer geworden bin und der Zauber dieser Welt verflogen war. Seit dem traue ich mich nicht mehr an diese Bücher heran.

Sehr lange habe ich mich vor den Harry Potter Büchern gedrückt. Ich fand den Hype, der darum gemacht wurde, viel zu albern und schwor mir, nie auch nur einen Cent für die Bücher auszugeben. Aber wie das Leben so spielt, einige Jahre später wollte einer unserer Freunde auswandern, entrümpelte dazu seinen ganzen Hausstand und vermachte mir seine englischen Originale, einige davon sogar Erstausgaben. Und wenn ich sie schon mal da hab, kann ich sie ja auch lesen.
Schwerer Fehler, denn seit dem hat mich das Harry Potter Fieber gepackt und zu den Büchern sind die Filme auf DVD und die Hörbücher von Stephen Fry gekommen.

Aus finanziellen Gründen gedrückt habe ich mich vor den „Sandman“-Comics von Neil Gaiman. In der 9. oder 10. Klasse gewann ich bei einer Verlosung unserer Schülerzeitung den ersten Band der Reihe und fand ihn großartig. Zu gerne hätte ich gewusst, wie die Geschichte weiter geht, aber 25 oder mehr Euro für eine Ausgabe überstieg sehr lange meine Möglichkeiten. Vor zwei Jahren, zu meiner jährlichen Weihnachtsbestellung, holte ich mir alle Bände sowie die eine oder andere Ergänzung. Das Warten hat sich gelohnt und die Comics sind ihr Geld definitiv wert.

MONTAGSFRAGE // WELCHE ROMANVERFILMUNGEN HABEN DIR IN DER LETZTEN ZEIT BESONDERS GUT GEFALLEN?

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Ahhhh, da sind wir wieder bei meinem grundlegenden Problem: zu wenig Zeit für zu viele Interessen.

So schaffe ich es nur noch selten, überhaupt ein Buch fertig zu lesen und ins Kino schaffe ich es ebenso höchst selten, wobei der Kinogang durch zwei kleine Kinder zusätzlich erschwert wird. Das letzte Mal im Kino war ich, glaube ich, zu Catching Fire und habe davor noch ganz schnell das Buch zu Ende gelesen, denn anders herum, also erst Film anschauen und dann Buch lesen geht ja mal gar nicht. Die Verfilmung war ok, zumal das Buch eine Kinoadaption denkbar einfach macht. Genauso wie bei Schiffbruch mit Tiger, wobei ich sagen muss, dass ich von den großartigen Bildern, verstärkt durch 3D, sehr angetan war.

Das Buch aber, welches mir spontan bei der Frage in den Sinn kam, ist The Lovely Bones (In meinem Himmel) von Alice Sebold, verfilmt von Peter Jackson nach dem Drehbuch von Fran Walsh und Philippa Boyens, die auch schon für die Herr der Ringe Drehbücher verantwortlich waren und ihr Handwerk wirklich verstehen. Das Thema, die Ermordung eines Kindes, ist sicherlich kein einfaches und auch, wenn die Autorin einen sehr feinsinnigen Roman, mit genau dem richtigen Maß an Gefühl, geschaffen hat, muss dass auch erst mal in ein filmisches Werk transferiert werden.
Ich finde, dass es hier sehr gut gelungen ist.

Edit: Ich muss mich korrigieren, das letzte Mal im Kino war ich zum 50. Geburtstag von Doctor Who The Day Of The Doctor im letzten November.

MONTAGSFRAGE // HABT IHR EINEN EREADER UND WENN JA, WELCHEN?

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Heute erst dienstags beantwortet, ich komme einfach nicht hinterher mit dem Bloggen :/

Nein, ich hab kein extra Gerät dafür. Derzeit les ich eBooks nur auf meinem Handy mit der Kindle-App. Außerdem erinnert mich die Frage daran, dass ich ja eigentlich zu meinem Geburtstag (wahlweise auch zu Weihnachten) gerne einen solchen eReader geschenkt bekommen möchte, ich mich dazu im Vorfeld aber schlau machen muss, um den Schenkenden (meinen relativ wenig technikaffinen Eltern) genau sagen zu können, was ich denn haben möchte.

Und damit komme ich wieder zum Anfang, dass ich im Moment zu wenig Zeit (oder zu viele Interessen und Aktivitäten) habe.

Vielleicht kann mir jemand einen Reader empfehlen? Was benutzt ihr so und wie zufrieden seid ihr damit? Und was mache ich mit den ca. 80 Doctor Who Comics, die bei mir digital rumschwirren?

MONTAGSFRAGE // GAB ES SCHON MAL EINE SITUATION, IN DER DIR DAS LESEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT PEINLICH WAR?

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Hmm, nein.

Was wohl hauptsächlich daran liegt, dass mir relativ wenig wirklich peinlich ist. Wenn mir nach heulen zumute ist, dann heul ich eben, wenn ich herzhaft lachen muss, dann tue ich das. Beides schon in der Bahn sitzend erlebt.

Erotische Literatur turnt mich irgendwie gar nicht an, so dass ich mir entsprechende Romane schenke. Was ich bspw. an Lady Chatterley am beeindruckendsten fand war, wie die verschiedenen Haarfarben des Wildhüters beschrieben wurden.

In letzter Zeit lese ich recht selten in der Öffentlichkeit, meine Familie fordert mich dafür viel zu sehr. Wenn doch, dann wünsche ich mir eigentlich immer, dass mich jemand fragt, was ich denn lesen würde und sich so ein interessantes Gespräch mit einem Fremden entspinnt.
Aber vermutlich signalisiert der Akt des Lesens zu sehr: Lass mich in Ruhe.

MONTAGSFRAGE // WO BEFINDEST DU DICH GEOGRAPHISCH GERADE IN DEINER LEKTÜRE?

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Die meiste Zeit in einem Krankenhaus irgendwo in den USA, manchmal zwischen den saftigen Schenkeln einer oder mehrerer Krankenschwestern, eventuell auch mal tief in den Eingeweiden von Notfallpatienten und ab und zu in Frankreich 🙂

Ich lese derzeit House of God von Samuel Shem.

MONTAGSFRAGE // BEKOMMST DU EIGENTLICH NOCH BÜCHER GESCHENKT?

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Nur noch, wenn ich sie mir explizit wünsche.

Meiner Erfahrung nach ist das auch besser so. In der Vergangenheit bekam ich hin und wieder Bücher geschenkt, meist von völlig unbekannten Autoren, und ich habe versucht, diese auch zu lesen. Leider konnte mich keines der Präsente wirklich fesseln.

Eine geschenkte Einstein-Biographie liegt allerdings noch auf meinem Sub und ich nehme mir seit Jahren ganz fest vor, diese zu lesen.

MONTAGSFRAGE // HAPPY END ERWÜNSCHT?

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Nein, bloß nicht!

Erstens mag ich Schnulzenromane nicht, bei denen das Happy End bereits von der ersten Seite an feststeht. Und zweitens finde ich das völlig weltfremd.

Bücher brauchen das Ende, welches zu ihnen passt, nicht das, welches sich der Leser wünscht. Und auch, wenn es weit weg von einem Happy End ist, fand ich das Ende von David Nicholls‘ One Day / Zwei an einem Tag mal so richtig doof. Da hätte es bessere Möglichkeiten gegeben.

Das Harry Potter glücklich enden muss, liegt in der Natur der Sache, Jugendbuch eben. Genauso Tolkiens Herr der Ringe. Wo würden wir denn hinkommen, wenn der Eine Ring eben nicht zerstört würde? Wo bliebe denn die Hoffnung der Menschheit?

Eigentlich finde ich es auch schade, dass mein Lieblingsgenre immer genau das eine Ende hat, im Krimi wird eben am Ende des Buchs der Mörder gefunden. Ab und zu gibt es Abweichungen von dem Muster, sei es, dass der Mörder auf der ersten Seite bekannt gemacht wird -> Ruth Rendells Urteil in Stein, oder aber dass es in ganz seltenen Fällen DEN einen Mörder nicht gibt -> Agatha Christies Mörder im Orientexpress.

Und welches Ende hat mir jetzt gefallen? Ich mach es jetzt mal daran fest, welches Ende mich nachhaltig beeindruckt hat, so sehr, dass es mir schwer fiel, überhaupt ein anderes Buch in die Hand zu nehmen, so lange wirkte es nach:

  • Barbara Vine: Die im Dunklen sieht man doch
  • Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb
  • Isabel Allende: Eva Luna

MONTAGSFRAGE // MIT WELCHER ROMANFIGUR WÄRST DU GERNE BEFREUNDET?

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Oh, für das Finden der für mich passenden Antwort habe ich eine ganze Weile gebraucht. Ich stellte mir vor, mit wem könnte ich an einem Strand liegen, Cocktails schlürfen und stundenlang schweigend auf die Wellen starren. Oder alternativ stundenlang mit einem Auto schweigend durch die Gegend gondeln.

Die üblichen Verdächtigen aus dem Harry-Potter- oder Scheibenweltuniversum, meine Krimidetektive oder Fantasieromanhelden fielen alle durch. Und dann dachte ich an Arya Stark. Das fände ich echt cool, mit ihr um die Häuser zu ziehen. Ich würde mich dabei im Hintergrund versteckt halten und ihr einfach bei ihrer Arbeit zuschauen.

Abends würden wir uns dann an den Strand legen und die Cocktails schlürfen. Niemand bräuchte ein Wort zusagen. Doch, das wär cool 🙂

MONTAGSFRAGE // HABT IHR AKTUELL BÜCHER VORBESTELLT?

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Vorbestellt nicht.

Aber ich warte seit November, dass mir „How to not kill your baby“ geliefert wird. Vermutlich kriege ich das Buch erst, wenn meine Kleene in die Schule kommt und dann brauche ich es wirklich nicht mehr.

Und ich habe eine Wunschliste, auf der alle Bücher des Witcher-Zyklus von Andrzej Sapkowski drauf sind und falls ich mal ganz viel Geld habe, dann werde ich mir die kaufen. Bis dahin schmachte ich Geralt eben in den ersten beiden Teilen der Computerspielserie an, deren 3. Teil ich mir definitiv vorbestellen werde 😉

MONTAGSFRAGE // HATTET IHR SCHON MAL EINE LESEFLAUTE?

Oh ja, ständig 🙂

Meine Lesephasen sind immer wellenförmig. Es gibt Phasen von 2-3 Monaten Dauer, da les ich alles, was mir in die Finger kommt. In letzter Zeit sind das dann hauptsächlich Blogs, weil die im Allgemeinen häppchenweise daher kommen und sich das mit meinem chaotischen Familienleben gut vereinbaren lässt. Und dann gibt es wieder Phasen, auch ungefähr 2-3 Monate lang, da lese ich fast gar nichts. Da kann mich selbst das spannendste Buch, der interessanteste Blog nicht begeistern, da les ich nicht mal Nachrichten.

Seltsamerweise wechseln sich diese Phasen absolut spontan ab, so dass es mir mitten in einem Buch passieren kann, dass ich es weglege und erst einige Monate später wieder in die Hand nehme.

Warum das so ist, darüber habe ich noch nie nachgedacht, ist aber schon seit meiner Kindheit so. Ich habe mich daran gewöhnt und quäle mich nicht mehr durch die letzten Kapitel des aktuellen Buches, sondern warte einfach die Flaute ab.