Das glaubt uns keiner

Die Kleene war heute sehr unruhig und nervös, das kleinste Geräusch erschreckte sie, so dass sie anfing zu weinen. Nun ist das Zusammenleben mit einem großen Rabaukenbruder und zwei Katzen nicht sonderlich geräuscharm, so dass meine Süße heute recht oft erschrocken ist. Nach einer recht entspannten Phase um den Mittag rum ließ sich sich seit dem Nachmittag aber nicht mehr ablegen.

Wir schleppten und wiegten sie, ab und zu schlief sie für kurze Zeit mal ein, bis sie wieder hochgeschreckt wurde. Ich merkte ihr an, dass sie total müde war, aber einfach nicht in den Schlaf fand. Am Abend waren wir alle recht geschafft und ich wollte sie nicht mehr durch die Gegend tragen, nur damit sie beim Ablegen wieder wach würde und der ganze Spaß von vorne los ginge.

Ich legte sie also auf ihre Decke, setzte mich daneben und hielt ihre Hand fest. Sie meckerte und keckerte in bester Ottermanier und ich wartete eigentlich nur darauf, dass sie endlich einnickte.
Doch plötzlich schrie sie wie am Spieß los, als wenn wir sie mit rotglühendem Eisen foltern würden. Erschrocken schaute ich sie an und versuchte herauszufinden, was denn los ist, ob ihr etwas weh tut. Und während ich noch grübelte, was wohl ingesamt eine oder anderthalb Minuten – gefühlt natürlich eine halbe Ewigkeit – gedauert hat, holt sie auf einmal ganz tief Luft, schluchzt noch zweimal, wie man das nach ganz großem Gejammer eben so tut, dreht den Kopf zur Seite und ist eingeschlafen.

Echt jetzt, ich hätte das filmen sollen, denn das glaubt uns sonst niemand.

P.S. Leider ist die Süße immer noch so nervös und hat sich von meinem Tastengeklacker so erschreckt, dass sie wieder wach geworden ist 😦

Schreischratline

Dass mein Mädchen anders ist als ihr großer Bruder hatte ich schon öfter erwähnt. Vor allen Dingen ist sie unruhiger.

Sie braucht viel länger beim Trinken, verschluckt sich häufig, zieht viel Luft, spuckt viel oder erbricht schwallartig, weil sie viel zu viel getrunken hat.

Sie weint viel, kann nur selten abgelegt werden, muss viel getragen werden und braucht generell mehr Körperkontakt.

Sie erschrickt bei kleinsten Geräuschen, wenn ich spreche, mein Mann hustet, der große Bruder niest, eine der Katzen geräuschvoll auf dem Boden landet.

Wenn sie mal liegt, dann ist sie ständig in Bewegung, die Hände fuchteln wie wild herum, die Beine strampeln unentwegt, der Kopf wird hin und her gedreht.

Selbst im Schlaf ist sie unruhig, träumt wild, schlägt mit den Armen um sich, quietscht laut, weckt sich dadurch selber und mich.

Ich weiß nicht, ob das noch die Nachwirkungen des Krankenhausaufenthalts sind, ob sie irgendwelche anderen Geister umtreiben oder ob es einfach ihre Natur ist. Was auch immer es ist, es ist unglaublich anstrengend, da sie nur bei mir zur Ruhe kommt und ich sie nicht für einige Zeit zum Papa geben kann.

Wenn sie mich dann allerdings mit ihren großen, dunkeln Augen anschaut und lächelt, geht mir das Herz über. Böse bin ich ihr eh nie ❤

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Und ja, das ist der Hexenhut, der endlich passt 🙂