Hebammenvorsorge

Heute hatte ich wieder Vorsorge mit meiner Hebamme und einer Praktikantin.

Mein Bauch wurde wieder vermessen, 106 cm Umfang. Es wurde auch noch die Größe des Kindes bestimmt, aber da wurde mir das Ergebnis nicht gesagt. Mein Gewicht kontrolliert, ist auch ok.

Heute sollte ausführlich CTG geschrieben werden und die Praktikantin gab sich ganz viel Mühe, die beiden Pads an brauchbaren Positionen an meinem Bauch zu befestigen, kam aber nicht so richtig mit den Haltebändern klar. Außerdem musste vorher noch die Lage des Kindes ertastet werden, was heute eine besondere Herausforderung war. Der Krümel hatte sich nämlich letzte Nacht so richtig ausgetobt und hin und her gedreht und ich konnte nicht sagen, wie rum er nur lag. Die beiden Mädels diskutierten ausgiebig und am Ende einigten sie sich darauf, dass er wohl mit dem Rücken meiner Wirbelsäule liegt – also völlig falsch.

Mir wurde darauf hin aufgetragen, jetzt immer brav auf der linken Seite zu liegen und, soweit möglich, den Krümel zu animieren, sich wieder in die stabile Seitenlage zu begeben. Außerdem sollte ich per Strichliste die Kindsbewegungen notieren, üblich wären 10 Stück innerhalb von 2 Stunden. Ich hab heute zwar keine richtige Strichliste erstellt, aber immer mal gedanklich mitgezählt. Passt soweit.

Während ich am CTG lag, konnte ich in  Ruhe alle meine Fragen stellen, die in den letzten Tagen so aufgelaufen sind.
Gestern bei der Akupunktur habe ich Nadeln in den kleinen Zeh bekommen und wollte wissen, wofür die sind. Für schöne Wehen. Und ein bisschen Wehen anstupsen. Was mich wunderte, da nach Aussage der nadelnden Hebamme anstupsen nicht vor ET gemacht wird. Meine Hebamme meinte daraufhin, dass die richtigen Anstupsnadeln an der Hand gesetzt werden und es mit denen auch wirklich losgeht.

Mit einer Freundin diskutierte ich die letzten Tage darüber, was man bei einem Nabelschnurvorfall macht. Meine erste Idee war zurückschieben, auch wenn ich mir das Wie nur schwer vorstellen konnte. Da meine Hebamme das in ihrer Praxis bereits einmal erlebt hatte, fragte ich nach.
Sie meinte, Becken hoch lagern, Kind tatsächlich zurück schieben und versuchen, die Nabelschnur am Kopf vorbei zu schieben. Im Extremfall würde nur ein Kaiserschnitt helfen. Und dann erzählte sie ihre Geschichte.

Sie hat eine Weile in Afrika gearbeitet und eine der Schwangeren hatte einen Nabelschnurvorfall. Zum Glück konnte schnell reagiert werden und die Frau landete unverzüglich im OP, wo schon alles für den Kaiserschnitt bereit stand. Meine Hebamme verließ nur ganz kurz den OP, um Tücher für das Baby zu holen und als sie wieder zurück kam, wurde die Frau wieder aus dem OP geschoben und die Ärzte meinten, die Frau könne das Kind doch auf normalem Weg bekommen. Meine Hebamme fiel aus allen Wolken und auch ein wenig in Panik. Sie schnappte sich eine weitere Hebamme, sprach sich kurz mit ihr und der Schwangeren ab und warf sich dann beherzt auf den Bauch der Frau, während die zweite Hebamme bereit stand, das Kind aufzufangen. Ohne Rücksicht auf Verluste drückten sie das Baby aus der Frau raus und schafften es auch irgendwie.
Dem Kind ging es den Umständen entsprechend schlecht und es brauchte eine ganze Weile, bis es sich von der Geburt erholt hatte. Ich erkundigte mich, wie es denn der Frau dabei gegangen ist, ist ja quasi der Horror schlechthin. Meine Hebamme meinte, auf die Frau wird in der Gegend keine Rücksicht genommen, Frauen zählen dort nicht viel. Meine Hebamme hätte aber am liebsten das ganze Krankenhaus zusammen geschlagen, so sauer und fassungslos war sie.

Auch, wenn es in unseren Breiten ein wenig anders zugeht, war ich doch mehr als erleichtert, als mir meine Hebamme mitteilte, dass der Babykopf schön tief und fest im Becken steckt und es keine Gefahr mehr bei einem Blasensprung gibt. Ich müsste nicht mal zwangsweise liegen.

Ich lag ziemlich lange am CTG und es war auch alles unauffällig. Zu unauffällig für den Geschmack meiner Hebamme. Herzfrequenz des Kindes bei 120, es machte ganz gemütlich ein Nickerchen. Aber Schlafen ist nicht, also wurde das Kind immer wieder angeschubst, was es mit mürrischen Tritten und einer erhöhten Herzfrequenz von 140 quittierte. Keine Minute später war der Krümel wieder eingeschlafen und nach 15 Minuten wurde es erneut geweckt.
Ich bin also nicht die Einzige, die das Kindlein ärgert 😉

Mit einem abschließenden Blick auf das CTG meinte meine Hebamme, dass es nicht mehr lange mit der Geburt dauert. Ich fragte, woran sie das erkennt und sie sagte, sie sieht das am CTG, ohne jetzt genau benennen zu können, woran sie das sieht. Es wäre einfach der gesamte Verlauf der Linien. Sowas wollte ich hören, auch wenn ich jetzt doch ein wenig Angst habe. So wie vor einer wichtigen Prüfung, ganz egal, wie gut man gelernt hat.

Ich erkundigte mich als letztes wegen der Rufbereitschaft, da ich durch die Aussagen bei der Geburtsaufklärung ein wenig verunsichert war, wann ich denn anrufen dürfe. Ich hatte die letzten Tage immer wieder mal Wehen, auch regelmäßig und schmerzhaft, teilweise 2 bis 3 Stunden lang und war mir nicht sicher, ob ich da schon anrufen sollte. Immerhin würden sie ja bei Alarm ihre Termine verschieben und das ganze Prozedere anwerfen und ich will da keine unnötigen Umstände machen. Ebenso möchte ich nicht mitten in der Nacht anrufen und meine Hebamme wecken wegen nix.
Sie beruhigte mich aber. Wenn es länger als 3 Stunden dauern und regelmäßig ziepen würde, dann könne ich schon anrufen. Sie würde voraussichtlich eh erst mal bei mir zuhause vorbei kommen und die Gesamtsituation checken, bevor es richtig los geht. Auch nächtliche Ruhestörung wäre kein Problem, sie könne innerhalb von Minuten wieder einschlafen und sie hätte dieses Wochenende Rufbereitschaft, so dass ich mir gar keine Sorgen zu machen brauche.

Tja, und damit waren dann sämtliche Fragen geklärt, alle Werte geprüft, alles für gut befunden worden. Falls es am Wochenende nicht los geht, dann habe ich am Montag den nächsten Termin mit dem CTG, nur um sicher zu gehen.

Trinity, Teil 2

Die kleine Katze gewöhnte sich recht schnell bei uns ein und auch Jeannie fand sich langsam mit ihr ab. Trinity war eine typische Straßenkatze, ewig hungrig und immer auf der Suche nach Futter. Alles, war irgendwo offen rum lag, wurde angeknabbert und getestet, ob es nicht doch was fressbares sei. Später entwickelte sie die Angewohnheit, Jeannie von ihrem Fressnapf zu vertreiben, nachdem der halbleer gefressen war, um selber die andere Hälfte zu vertilgen. Da unserer Dicken ein paar Gramm weniger nicht schaden konnten, haben wir nicht eingegriffen. Außerdem ist die Große durchaus in der Lage, ihr Futter zu verteidigen, wenn der Hunger groß genug ist.

Es lief also bei den beiden Katzen auf tolerierte Koexistenz hinaus. OK, mehr ist bei der Diva Jeannie wohl auch nicht zu erwarten gewesen. Allerdings änderte sich das, als Trinity in die Rolligkeit kam und kurz danach kastriert wurde.
Wir haben es erst im dritten Anlauf geschafft, sie kastrieren zu lassen, weil sie beim ersten angesetzten OP-Termin bereits in der nächsten Rolligkeit war und beim 2. Termin war diese noch nicht vorbei. Beim dritten hat es dann geklappt. Tierarzt und ich waren uns einig, dass diese verrückte Katze verrückt genug ist, sich in nullkommanix die Bauchwunde wieder aufzulecken, so dass ein Trichter unbedingt getragen werden sollte. Leider hatte der Arzt nur die kleinste Größe vorrätig, weil die halbe Katzennachbarschaft gleichzeitig rollig geworden war, aber da die Katze ja eh so klein und schmächtig ist, würde das schon gehen.

Jeannie fand die Halzkrausen-Trinity überhaupt nicht witzig und knurrte sie in einem Fort an. Nicht weiter verwunderlich, immerhin stank sie ja nach Tierarzt und sah mit dem Trichter auch furchteinflössend aus.
Da Jeannie und Murphy nach ihren Kastrationen keine Halskrausen brauchten, war es auch für uns eine Premiere. Und eine drollige dazu. Die eh noch von der Narkose benebelte Katze eckte aller Nase lang an irgendwelchen Sachen an und bei Fressen schippte sie das Futter mehr aus dem Napf, als dass sie es fraß.

Aber irgendwann hatte sie den Dreh raus und eckte nur noch ab und zu mal an. Die Wunde verheilte auch schön, so dass wir zuversichtlich waren, nach einer Woche die Fäden ziehen und den Trichter abnehmen zu können. Aber Trinity machte uns einen Strich durch die Rechnung. In der letzten Nacht schaffte sie es, mit der Kante des dann doch zu kleinen Trichters die fast verheilte Wunde so aufzukratzen, dass der Tierarzt fast aus den Latschen kippte.
Hieß also, noch eine weitere Woche Trichter für die kleine Katze. Diesmal hatte der Arzt auch wieder große Trichter im Angebot.

Mit der großen Krause klappte die Wundheilung dann besser. Nur tat sich die nächste Baustelle auf. Trinity hatte vermutlich eine Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie entwickelt, jedenfalls scharrte sie sich mit der Halskrause die Ohren blutig. Es wurde auch nicht besser, als wir den Trichter endlich abnehmen konnten.
Im Gegenteil. Jetzt kam sie ja direkt mit ihren Krallen an die Ohren. Ich versuchte, mit einer Pflegelotion die wunden Ohren zu behandeln und mein Mann stellte die Zufütterung sämtlicher Leckerlis ein, denn dies war das einzige, was wir bei der Fütterung anders machten.

Aber so richtig half das nichts. Als sie eines Morgens großflächige, blutende Wunden an beiden Ohren hatte, bin ich wieder zum Tierarzt und er hat ihr ein Antihistaminikum gespritzt. Ich habe die Salbe weggelassen, weil es mir schien, dass Trinity danach erst recht anfing, sich die Ohren zu kratzen. Was auch immer es war, nach insgesamt 4 Wochen war der Spuk vorbei, die Bauchwunde und auch die Ohren waren verheilt. Aber leider sind an den Ohren Narben geblieben und das Fell am Bauch ist auch nie wieder richtig nachgewachsen.

Aber ansonsten hat sie sich zu einer frechen, immer noch schmächtigen Katze entwickelt, die sich ab und zu mit der großen balgt und immer wieder mal rumstänkert. Bevorzugt mit Nasenstübern, wenn Jeannie gerade schläft 🙂

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