Kindergartenschließzeit

Wer sowas erfunden hat, veranstaltet auch Kindergeburtstage oder war in einem früheren Leben Mitarbeiter bei der Spanischen Inquisition.

An die zwei Wochen Schließzeit zu Weihnachten und in den Sommerferien haben wir uns gewöhnt und können uns gut darauf einrichten bzw. sind die Tage eh schon komplett durchgeplant. Anders jetzt bei der für uns spontanen Auszeit in den Osterferien.

Der Kindergarten hatte es versäumt, uns den Jahresplan zu schicken, in dem alle geplanten Schließzeiten vermerkt sind. Nur weil wir gerade unseren Jahresurlaub planten und ich wissen wollte, wann der Kindergarten geschlossen hat, um das entsprechend berücksichtigen zu können, erfuhren wir drei Tage vor Ostern, dass die 4 Tage danach keine Betreuung stattfindet.

Nachdem ich nun schon mehrfach dieses Jahr sowohl spontan als auch geplant ausgefallen bin und meine Probezeit immer noch nicht vorbei ist, hielt sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Zudem habe ich nur noch 7 Tage Urlaub übrig und die wollte ich ganz gemütlich um Weihnachten rum nehmen. Dem Chef also gebeichtet, vor welcher Herausforderung wir stehen und dass ich sehr kurzfristig zwei Tage Urlaub nehmen müsste, er aber entscheiden könnte, ob ihm Dienstag + Mittwoch oder Donnerstag + Freitag lieber seien.

Überraschenderweise sah mein Chef das ganz entspannt, 3 Tage Vorlauf wären doch viel, er hätte selber schon mal mit zwei Kindern vor der geschlossenen Kita gestanden, weil er die Schließzeit verpennt hatte und bei ihm kam noch erschwerend hinzu, dass keiner seiner beiden Chefs anwesend war und so auch niemand seinen Urlaub genehmigen konnte.
Feine Sache, so ein Chef.

So hatte ich vorgestern und gestern frei. Zum Glück hatten wir den Großen schon vorher für die Osterferien an die Großeltern verkauft, aber er hätte auch in den Hort gehen können. Blieb nur die Kleene und sie ist gerade in einer sehr anstrengenden, weil sprunghaften Phase. Sie kommt mit einem Buch an, doch kaum ist die erste Seite durchgelesen oder angeschaut, klappt sie das Buch zu, rennt los und holt ein neues. Manchmal kann ich sie überreden, das Buch bis zum Ende anzuschauen und Details auf den Bildern zu finden, aber oft genug ist plötzlich der Teddy interessanter. Oder die Wasserflasche.

So bespaßte ich meine Süße nach Leibeskräften, wir frühstückten ausgiebig zusammen, ich las mit ihr alle Bücher durch. Zweimal. Spielte 5 Mal Hoppe-hoppe-Reiter und baute tischhohe Duplosteintürme.
Geschafft dachte ich, es wäre Zeit für den Mittagsschlaf, doch als ich auf die Uhr schaute, war es gerade 9:30 Uhr. Uahhhhh!

Dann eine Runde zum Spielplatz, aber genau in dem Moment ging ein Wolkenbruch nieder. Sandschäufelchen wieder weggepackt, draußen war keine Option, zumal ein ekliger Wind aus Westen übers Land fegte.

In meiner Verzweiflung schaltete ich Kika an, das hat tatsächlich geholfen, denn zwischen der 3., 4. und 5. Vorleserunde (Ich kann jetzt die Eule mit der Beule und den Grüffelo auswendig. Rückwärts! Ich weiß bei den Wimmelbüchern, wo jedes einzelne Objekt ist, mit geschlossenen Augen, nur durch das Geräusch beim Umblättern der Seite! Warum noch mal wurde Wetten, dass?! eingestellt?) schaute sie sich immer mal wieder ein bisschen die Trickfilme an.

Zum Mittagessen verspachtelten wir mit großem Genuss bunte, hartgekochte Eier. Meine waren fein säuberlich geschnitten auf einem Brot verteilt, die Kleene stopfte ein Ei im Ganzen in den Mund und kauwürgte die nächsten 10 Minuten daran herum. So haben wir die Zeit bis 13 Uhr geschafft, dann ging es zum Mittagsschlaf, den wir beide nötig hatten und der bis halb vier dauerte.

Das Wetter war immer noch mies und ich entschied mich für Wäsche machen. Also zuerst trockene Wäsche von der Leine nehmen, mit tatkräftiger Unterstützung meines Mädchens, die schon sehr gut Wäschestücke von der Leine angeln kann und diese dann großzügig im Raum verteilt, ganz besonders in den Ecken mit den Wollmausbrutstätten. Bei der frisch gewaschenen Wäsche ist es anders herum, da werden die feuchten Socken erst den Wollmäusen vorgestellt, bevor sie dann in der Nähe des Wäscheständers auf den Boden geworfen werden.

Immerhin ging dadurch die Zeit gut rum und bald darauf konnte Daddy, der glücklicherweise arbeiten durfte, übernehmen, während ich ganz freiwillig das Abendessen kochte.

Der zweite Tag lief ähnlich ab, nur dass uns mittendrin die Eier ausgingen. Außerdem versuchte ich, das Kindlein für jeweils kurze Zeit alleine zu lassen, um den Geschirrspüler einzuräumen oder im Kinderzimmer des Großen zu werkeln, was jedes Mal darin resultierte, dass ich das Wohnzimmer hinterher aufräumen musste. Waren dem Großen in diesem Alter unsere Dinge vollkommen egal, räumt die Kleene mit Vorliebe unsere Tische leer, öffnet alle Schränke, räumt sämtliche Bücher und CDs aus den Regalen und dekoriert alles mit Duplosteinen.
Ein Gutes hat das Ganze aber: Man kriegt mit aufräumen, fluchen und putzen ziemlich gut die Zeit rum.

Zum Glück durfte ich heute wieder auf Arbeit, in den anderen Kindergarten 😉

 

Zipperlein und Namen

Am Wochenende konnte ich es nicht länger vor mir herschieben: das Weihnachtszeug musste endlich weg. Ich wollte es eigentlich schon in der Woche machen, aber da ich zwischenzeitlich mein Rentnerdiplom ablege, hab ich grundsätzlich nie Zeit. Dann also am Sonnabend losgelegt. Baum ohne Verluste abgeputzt, alle Räuchermännchen, die sich irgendwie heimlich vermehrt haben müssen, in Kartons verstaut, den Herrnhuter Stern wieder auseinandergefummelt und unseren superkitschigen Glitzerweihnachtskranz von der Wohnungstür genommen. Dazu kam mein Mann auf die glorreiche Idee, alle unsere Weihnachtssachen in einen großen Umzugskarton zu packen, damit wir alles an einem Platz haben. Daraus sind jetzt zwei Kartons geworden, wunderbar kreativ beschriftet mit X-Mas: Baum, Türkranz, Drehdingens.

Ich machte fleißig mit, bei Weihnachtskram versteh ich nämlich keinen Spaß. Ist vermutlich ein Relikt meiner Ma, für die Weihnachten und Ostern ein todernstes Geschäft ist und die gesamte Wohnung zum Sperrgebiet erklärt wird. Da stehen hunderte kleiner oder großer Figuren, sogar aufm Klo lächelt einen noch ein Nussknacker oder Osterhase an. Und nur sie darf die Sachen anfassen. Würde auch sonst niemand wagen.

Die Zeche zahlte ich dann am Sonntag, da ging bei mir gar nichts mehr. Paracetamol zum Frühstück ist keine ausgewogene Mahlzeit, aber mehr ging wirklich nicht. Bin dann auch relativ zeitnah wieder ins Bett gekrabbelt und hab mehr oder weniger den gesamten gestrigen Tag verschlafen.
Heute ist es wieder viel besser, Schmerzen halten sich in Grenzen und ich hab wieder Zeit und Energie. Werde aber nicht zuviel machen, denn der morgige Tag wird heftig werden, 2 Termine in der Stadt.

Bei meinen Märzmamis entspann sich eine lebhafte Diskussion über einen Vornamen. Eine der Frühchenmamis war in der 30. Woche ins Krankenhaus gekommen, ohne einen passenden Namen für ihr Kind zu haben. Also befragte sie kurzerhand die Crowd und es kamen wunderbar kreative Vorschläge, die später alle mal bei RTL2 Karriere machen könnten. Einer davon war Filena, der sofort das Herz besagter Mami eroberte. Als sie nun heute den Namen beim Standesamt eintragen lassen wollte, meinte selbiges: öhm, nö, wir kennen den Namen nicht und der müsse jetzt erstmal geprüft werden.

Oh, ist die Aufregung im Forum groß. Da wird die deutsche Bürokratie beschimpft und verflucht, mangelndes Feingefühl angekreidet, fehlende Rücksichtsname reklamiert, denn schließlich ist das doch eine Frühchenmama und überhaupt, wie kann man nur. Auf den Gedanken, dass der Name vielleicht doch ein wenig ungeschickt gewählt ist, kommt niemand.
Ich bin gespannt, wie sich die Sache weiter entwickelt.

Und dass meine Familie vor gewöhnungsbedürftigen Namen nicht gefeit ist, teilte mir heute mein Papa mit. Meine Cousine hat diese Nacht ein Mädchen bekommen und dieses Neike oder Nike (Schreibweise ist bislang unbekannt) genannt. Dazu einen urdeutschen Nachnamen. Es sollte zumindest beim Standesamt keine Probleme geben, wenigstens das.

In spätestens 2,5 Monaten dürfen alle über unseren ausgesuchten Namen lästern 😛