Xayriel orakelt: Eurovision Song Contest 2017

Die beiden Halbfinale sind durch, die ersten Lieder aus dem Wettbewerb verbannt und morgen steigt mal wieder einer der Höhepunkte des Jahres. Höchste Zeit für mich, meine persönliche Einschätzung zu ausgewählten Beiträgen abzugeben.

Wie immer beginne ich mit Deutschland. Die letzten Jahre hatten wir ansprechende Beiträge mit guten Künstlern und trotzdem landeten wir nur auf den ganz hinteren Rängen. Vermutlich wird es Levina ähnlich gehen. Das Lied ist zu sanft, zu farblos, um wirklich eine größere Menge an Zuschauern vom Hocker zu reißen. Daran wird auch die supersympathische Persönlichkeit der Sängerin und ihre tolle Stimme nichts ändern. (Ich hoffe, ich irre mich gewaltig 😉 )

Mein persönlicher Favorit ist Ungarn. Ein in jeder Sicht ungewöhnlicher Beitrag auf ungarisch und romani. Ein Sänger mit Format, der die verschiedensten Stile bunt durcheinander und dennoch stimmig mixt.

Wenn es Ungarn nicht macht, gewinnt Weißrussland. Das Lied hat einen schönen Beat, kommt kraftvoll daher und ich mag es mir gerne öfter anhören.

Aus der Spaßecke stammt der rumänische Beitrag: Yodel it! Titel ist Programm, es wird gejodelt, was das Dirndl hergibt. Dazu ein eingängiger Beat, muss vorne landen, denn wegen solcher Beiträge wurde der ESC überhaupt erfunden!

Die osteuropäische Ecke kommt gewohnt stark daher und so zählt auch Armenien zu meinen Favoriten. Spannende Choreografie mit landestypischen Einflüssen, an denen man merkt, dass der Orient gleich um die Ecke liegt.

Wird gerne auf der Landkarte übersehen, aber Moldau könnte dieses Jahr richtig groß rauskommen. Das Lied macht richtig gute Laune, das Saxophon geht sofort ins Ohr und krallt sich da fest.

Und der Westen? Strengt sich redlich an, aber liefert nicht wirklich was Überzeugendes ab. Portugal startet mit einem perfekten Schlaflied, was immerhin aus der Masse heraussticht. Eventuell kann Österreich dieses Jahr ein wenig punkten.

Positiv bleibt festzuhalten, dass fast sämtliche Balladen die Halbfinale nicht überlebt haben.
Ein Trend, der mir negativ aufgefallen ist, dass ungefähr die Hälfte der weiblichen Interpreten ein Lady-Di-Gedächtniskleid anhatten, welches durch geschickte Beleuchtung viel Bein ohne viel Haut zeigte. Mir ist das zu billig und zu offensichtlich die sex-sells-Schiene geritten.
Die Herren hingegen glänzten durch häufige Abwesenheit ihrer Socken, die durch Hochwasserhosen noch hervorgehoben wurde. Nennt sich wohl Mode, oder so.

In etwas mehr als 24 Stunden sind wir alle schlauer 🙂

Xayriel orakelt: Fußball-Europameisterschaft 2016

Wales: Fangen wir den Reigen mit dem zweitteuersten Spieler an: Gareth Bale. Der gehört zur walisischen Nationalmannschaft und hat kürzlich die Champions League gewonnen. Zusammen mit dem teuersten europäischen Spieler, aber der kickt für Portugal. Sonst hat das walisische Team nicht viel zu bieten, außer dass es den nicht mehr so geheimen Favorit Belgien in der Qualifikation mit 1:0 vom Platz geschickt hat, nachdem es im Hinspiel schon ein Unentschieden erspielt hatte. Könnte mit viel Glück fürs Viertelfinale reichen.

Schweden: Noch so eine Mannschaft, bei der DER Star es sich eigentlich schon lange auf dem Altenteil hätte gemütlich machen sollen. So aber kickt Ibrahimović weiter und wird dies auch noch tun, wenn sich seine einstmals prächtige Mähne bereits endgültig auf die Auswechselbank verzogen hat. Zu seiner Verteidigung sei allerdings gesagt, dass ein Stürmer der alten Klasse ja quasi nur vor dem Tor rumsteht und wartet, bis ihm der entscheidende Pass vor die Füße fällt und Rumstehen geht meist auch im hohen Alter noch recht gut. Mit Forsberg hat er einen exzellenten Passgeber und wenn die beiden ein gutes Gespür füreinander entwickeln, können so schöne und zahlreiche Tore entstehen. Ansonsten ist die Qualität des Kaders eher überschaubar, eher so im Sinne von Hauptsache dabei.

England: Wie immer hoch gehandelt, vermutlich ebenso wie immer in der Vorrunde oder direkt danach raus. Nach dem überaus strittigen WM-Sieg 1966 reden viele vom Fluch von Wembley und wenn die Engländer endlich zugeben würden, dass das Tor irregulär war, dann würden sie auch wieder bei Turnieren erfolgreich sein. Da dies immer noch nicht geschehen ist, wird die englische Mannschaft wie gewohnt spätestens im Achtelfinale ausscheiden. Völlig unabhängig davon, ob Cahill, Rooney, Sturridge, Hart oder Kane im Kader stehen. Sicherlich werden die Tweets von Gary Lineker über das frühe Ausscheiden hinweghelfen.

Polen: Lewandowski. Und dann eine ganze Weile nichts. Und dann Piszczek und Błaszczykowski, deren Namen den an sich schon viel Leid gewohnten Dortmunder Trikotbeflocker regelmäßig in den Wahnsinn trieben. (Błaszczykowski ist zum AC Florenz gewechselt, aber ich bin sicher, dass Dortmund adäquaten Namensersatz finden wird.) Der Rest der Mannschaft wird zur einen Hälfte aus europäischen Legionären und zur anderen aus daheimgebliebenen Spielern gebildet. Bis auf drei Abwehrspieler verdienen alle Spieler ihre Brötchen in unterschiedlichen Mannschaften, was für das Mannschaftsgefüge sicherlich eine Herausforderung wird. Könnte aber tatsächlich zum allerersten EM-Spiel-Sieg überhaupt reichen. Aber bitte nicht gegen Die Mannschaft!

Rumänien: Fußballerisch lange Jahre von der Landkarte verschwunden, untergegangen im Mittelmaß, versenkt von Korruption und Machtmissbrauch. Jetzt Auferstanden aus Ruinen und das mit einer bärenstarken Abwehr, die dem Land endlich wieder eine EM-Endrundenteilnahme sicherte. Mir sagen die Spielernamen durchweg nichts, was daran liegen mag, dass von den 25 Spielern zwar 16 im Ausland spielen, darunter in Spanien, Italien oder England, aber dort meist nur in den weniger bekannten Vereinen der Oberklasse. Könnte einer der vielen, vielen Geheimfavoriten sein.

Tschechien: EM-Finale 1996. Deutschland-Tschechien. Golden Goal von Oliver Bierhoff. EM-Halbfinale 2004. Griechenland-Tschechien. Silver Goal von Traianos Dellas. Tragik hat einen Namen, auch weil man den Tschechen irgendwie endlich den großen Erfolg wünscht. Allein der Torhüter Petr Čech könnte sämtliche EM-Spiele allein bestreiten und würde die Hälfte davon gewinnen. Mindestens! Der restliche Kader hat klingende, und vor allem bekannte Namen aufzubieten. Dass die Namen hauptsächlich deshalb bekannt sind, weil sie gefühlt seit Erfindung des Fußballs auf den Trikots stehen, dämpft ein wenig die Euphorie. Die ebenfalls klingenden Namen der Vorrundengegner tun ihr übriges. Könnte eng werden.

Portugal: Immer dabei, immer irgendwie auch Favorit, aber wirklich gerissen hat Portugal nie was – trotz (oder wegen?) CR7. Immerhin wurde der bei der letzten EM Torschützenkönig. Dieses Mal Gruppenerste in der Qualifikation. Ein sehr guter Kader mit vielen Juwelen und zwei Champions League Gewinnern. Also alles wie immer?!

Kroatien: Perišić, Rakitić, Mandžukić, Modrić, Kovačić. Was klingt wie Gäste in Pavels und Bronkos Talkrunde in der Bullyparade, sind aktuelle kroatische Nationalspieler und zwei davon haben dieses Jahr die Champions League gewonnen. Ansonsten glänzt die Mannschaft eher durch zwielichtige Machenschaften des Trainers und rassistische Aussetzer des Fanlagers. Wenn sich die Kroaten bei der Endrunde aufs Fußballspielen konzentrieren, könnte einiges drin sein.

Ungarn: „Wer spielt denn heute? – Österreich-Ungarn. – Und gegen wen?“ Mehr als diesen über seinen eigenen Bart stolpernden Witz weiß ich nicht über Ungarns Fußballnationalmannschaft. (Na gut, Wunder von Bern und so, aber das war ja kurz nachm Krieg und weeeeeit vor meiner Geburt.) Vom Kader kenne ich genau 4 Spieler, und das sind die, die in der 1. und 2. Bundesliga spielen. Mag aber auch daran liegen, dass der größte Teil der Spieler in der ungarischen Liga eine Heimat gefunden hat und die in der hiesigen Berichterstattung Null Beachtung findet. Was wiederum die Stärke der Mannschaft schwer einzuschätzen lässt. Ein deutscher Trainer hat ja bereits 2004 mit einer völlig unbekannten Mannschaft ein Wunder vollbracht und Andy Möller ist auch noch Co-Trainer. Viel kann da nicht mehr schief gehen!

Spanien: Die Zeiten des Tiki-Taka sind vorbei, obwohl die spanische Mannschaft immer noch einige Spieler aus den Hochzeiten des iberischen Kurzpassspiels enthält. Ein paar neue sind dabei, aber die drücken den Altersdurchschnitt nur unwesentlich. Ob sich das Übermass an Erfahrung gegen das Ungestüm und die Sorglosigkeit jüngerer Mannschaften auszahlt, wird sich im Turnierverlauf zeigen. Immerhin steht Iniesta nur noch im erweiterten Kader und Torres ist ganz raus, das gibt Hoffnung.

Türkei: Neben Russland und Italien die Mannschaft mit den meisten Heimspielern im Kader, nur 5 hat es ins Ausland verschlagen. Zwar gibt es immer wieder mal kleinere Berichte über die Süper Lig, aber bis auf die Spieler der Bundesliga sagen mir die Namen nichts. Immerhin hat die Türkei die Qualifikationsgruppe der Niederlande, Tschechien und Island überlebt, dennoch lässt sich die aktuelle Stärke schwer abschätzen. Unglückliches Aus in der Vorrunde.

Russland: Nur ein Spieler aus dem aktuellen Kader spielt nicht in der russischen Liga, damit belegt Russland bei den Heimspielern schon mal Platz 1. Beim Altersschnitt ist die Mannschaft ebenfalls weit vorn. Dann stehen noch so ein oder zwei Dopingvorwürfe im Raum. 3 der 5 letzten Spiele wurden verloren, ein Unentschieden. Favoriten sehen irgendwie anders aus. Auch die geheimen.

Island: Haben die überhaupt genug eisfreie Fläche für ein Spielfeld? Werden den Spielern regelmäßig von Trollen und Elfen die Beine gestellt? Und wie haben die eigentlich die Qualifikation geschafft? Ziemlich viele Fragen und nicht ganz unberechtigt, wenn man bedenkt, dass sich Island bislang weder für eine WM- noch für eine EM-Endrunde qualifizieren konnte. Der Kader sagt mir bis auf den Augsburger Finnbogason nix. Aber wer in der Qualifikation zweimal die Niederlande besiegt und Gruppenzweiter wird, hat sich den Stempel Geheimfavorit redlich verdient.

Irland: Wenn man sich anschaut, wo Irlands Nationalspieler kicken, könnte man die Mannschaft auch England II nennen. Nur der Kapitän spielt in den USA, ist wahrscheinlich ein Messfehler. Irland hat sogar ein Maskottchen dabei, Shay Given, der mit seinen 40 Jahren wohl kaum wegen seiner Spritzigkeit nominiert wurde. Auch sonst glänzt der Kader eher mit Erfahrung und einer robusten Spielweise. Könnte schwer werden in der Gruppe.

Belgien: Bei der letzten WM als Geheimfavorit gehandelt, bei dieser EM ebenso. Wobei das Geheim ziemlich offensichtlich ist, denn der Kader rekrutiert sich aus Spielern aus allen großen Mannschaften aus fast allen großen europäischen Ligen. Nur weil Kevin de Bruyne nicht mehr bei Wolfsburg kickt, ist die Bundesliga in der Aufzählung nicht dabei. Wenn sie die Vorrunde überstehen, kann es weit gehen.

Slowakei: Mein erster Gedanke war, dass irgendjemand den Bus vollmachen muss. Mein zweiter war, dass nach der Vorrunde auch 8 Mannschaften wieder nach Hause müssen. Der dritte, das es genau dafür die Slowakei gibt. Auch wenn sie Deutschland vor wenigen Wochen besiegt haben.

Italien: Der Angstgegner. Die Schauspieltruppe. Der Unsympath im blauen Dress. Aber so wirklich will sich die Abscheu dieses Jahr nicht einstellen, dafür sind die Spieler im Kader zu unbekannt, die großen gewohnten Feindbilder fehlen alle. Bis auf Buffon. Einerseits befreit das Italien von der Favoritenrolle, andererseits macht sie das gleichzeitig zum Geheimfavoriten. Verrückte, verkehrte Welt. Und ein Turnier folgt immer eigenen Gesetzen.

Schweiz: Seit sich die Schweiz mit Spielern mit Migrationshintergrund verstärkt hat, klappt’s auch im internationalen Geschäft. Trotzdem blieben die wirklich großen Erfolge bislang aus. Das könnte sich bei dieser EM ändern, der Kader dafür ist allemal stark genug. Es sei denn, es kommt zum Elfmeterschießen.

Österreich: Bei der EM im eigenen Land haben die Österreicher bereits zu überraschen gewusst. Seitdem scheint sich die ausgeprägte Nachwuchsförderung immer mehr bezahlt zu machen und der österreichische Kader weist ein paar klingende Namen auf, die im Verbund durchaus weit kommen können. Zudem führt mit Christian Fuchs ein Spieler die Mannschaft an, der gerade mit dem absoluten Underdog Leicester City englischer Meister geworden ist. Vielleicht schwappt ja diese Erfolgswelle bis rüber in die Alpenrepublik. Kriegt von mir ebenfalls den Stempel Geheimfavorit mitten auf die Stirn gedrückt.

Ukraine: Mein 7-jähriger Sohn hat das Konzept von Nationalmannschaften nur bedingt verstanden und denkt immer wieder mal, dass Bayern München gegen Deutschland spielt. Bei der Ukraine hätte er damit gar nicht so unrecht, nur hieße dort die Begegnung Schachtar Donezk gegen Dynamo Kiew. Wie immer bei solchen heimspielerstarken Mannschaften in eher wenig betrachteten Ligen ist die Einschätzung der tatsächlichen Stärke schwierig. Dazu hat die Mannschaft eine unbequeme Gruppe erwischt. Spätestens im Achtelfinale ist Schluss.

Albanien: Der niedliche Exot. Wie Costa Rica bei der WM 2014. Steht laut UEFA-Koeffizienten nur knapp vor Nordirland, welche bei dieser EM in der Hinsicht die rote Laterne tragen. Dazu eine eher leichte Gruppe und der eine (Mavraj) oder andere (Abrashi) bekannte Name. Kein Geheimfavorit, aber zum Überstehen der Vorrunde könnte es reichen.

Nordirland: Die rote Laterne der Teilnehmer, wenn es nach dem UEFA-Koeffizienten geht. Mit Deutschland, Polen und der Ukraine eher undankbare Vorrundengruppengegner erwischt. Hat sich aber immerhin direkt für die allererste EM-Endrundenteilnahme des Landes qualifiziert und wurde zum größten Teil in den englischen Ligen gestählt. Es wird dennoch nicht fürs Achtelfinale reichen.

Frankreich: Wenn eine Mannschaft die Höhen und Tiefen von EM- und WM-Turnieren kennt, dann die französische. Bei der WM 1998 im eigenen Land den Titel geholt, zwei Jahre später noch locker-flockig den EM-Sieg hinterher geschoben, um dann 2002 bei der WM sang-, klang- und vor allem torlos bereits in der Vorrunde auszuscheiden. Seitdem bestimmten Skandale das Auftreten Frankreichs bei internationalen Turnieren. Sei es Zidanes Kopfstoß 2006 oder der Eklat in Südafrika 2010. Dieses Jahr könnte sich das Blatt jedoch wenden. Wieder haben die Franzosen den Heimvorteil, und vor allem haben sie eine starke Mannschaft und vorsichtshalber die potentiellen Störenfriede daheim (nunja, woanders jedenfalls) gelassen. Griezmann ist ein ganz heißer Anwärter auf den Torschützenkönig des Turniers. Der Kader wartet außerdem noch mit anderen bekannten Namen auf. Und wenn sich Coman zusammenreißt und ein wenig auf seine Mitspieler achtet, könnte erneut der ganz große Wurf gelingen.

Deutschland: Wird gewinnen. Oder hat da irgendjemand Zweifel daran? Ist doch egal, ob der Kader überaltert ist, oder ob Langzeitverletzte wie Schweinsteiger, Hummels oder Tah oder Beinahe-Rentner wie Podolski, nochmals Schweinsteiger oder Gomez nominiert wurden. Neuer wird wie immer als doppelter Spieler, Torhüter und Libero, Der Mannschaft den Hintern retten. Und wenn Löw auch die mitgenommenen Jungspunde Kimmich, Weigl und Sané ran lässt, könnte es tatsächlich mit dem Titel klappen. Turniermannschaft, ein Spiel, 22 Mann, 90 Minuten und am Ende und so! Außerdem haben wir Müller und der kann wirklich in allen Lebenslagen ein Tor schießen.

Zusammenfassung: Überraschungen sind bei einer EM immer möglich, siehe Dänemark oder Griechenland oder Tschechien, die sich erst im Finale Deutschland geschlagen geben mussten. Wie der Pokal hat auch eine EM ihre eigenen Gesetze.

Gruppensieger: Sieger (2.-Platzierter)
Gruppe A: Frankreich (Schweiz)
Gruppe B: England (Wales)
Gruppe C: Deutschland (Polen)
Gruppe D: Tschechien (Türkei)
Gruppe E: Belgien (Italien)
Gruppe F: Portugal (Österreich)

Halbfinalteilnehmer: Schweiz, Portugal, Deutschland, Frankreich

Europameister: Deutschland

Torschützenkönig (Land): Frankreich

Xayriel orakelt: ESC 2016

Dieses Jahr gibt es die Orakelei zum Sangeswettstreit erst kurz vorm Finale, mit dem Wissen der Halbfinale und natürlich wie immer sehr persönlich gefärbt, so dass die tatsächlichen Ergebnisse meilenweit daneben liegen können.

Fangen wir mit den Chancen für Deutschland an. Jamie-Lee hat an sich alles, was eine deutsche Grand-Prix-Gewinnerin mitbringen muss: jung, niedlich, völlig unbedarft, markante Stimme, ganz brauchbares Lied. Für Nicole und Lena hat diese Mischung gereicht, bei Jamie-Lee bin ich mir leider nicht so sicher, was hauptsächlich am Lied liegt, welches für meinen Geschmack einen Ticken zackiger und mit mehr Akzenten hätte sein können. So plätschert es ein wenig vor sich hin, ohne richtig in die Gänge zu kommen. Ich tippe auf einen Platz im oberen Mittelfeld (= im unteren Drittel auf der linken Seite des Tableaus).

Tja, und dann geht es direkt weiter zum Titelkampf. Russland, sagen die Buchmacher, wird es machen. Ja, die Show ist klasse, die visuellen Effekte bis zum Maximum ausgereizt. Macht man aber die Augen zu, bleibt ein dünnes Allerweltslied, welches mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen hat.

Das taten eher Georgien oder Bulgarien. Die Georgen mit einem Lied im besten Grunge-Rock, hauptsächlich handgemacht mit Gitarren und Schlagzeug, was eine schöne Abwechslung zu den vorherrschenden Synthieklängen direkt aus dem Computer ist. Diese setzt zwar Bulgarien ein, kreiert damit aber ein schönes, treibendes Lied, bei dem man automatisch mitwippt und ich mir wünschte, ich wäre 15 Jahre jünger und könnte mich dazu auf einer Tanzfläche austoben.

Österreich geht nach dem Reinfall im letzten Jahr, wo sie sich die 0-Punktewertung mit Deutschland teilten, mit einem komplett in französcher Sprache gesungenen Beitrag an den Start und könnte damit den großen Wurf landen. Auf jeden Fall gibt es dafür mehr Punkte als im letzten Jahr, da leg ich mich fest!

Belgien hingegen verfolgt das Motto „gut geklaut ist besser als schlecht selber komponiert“ und sampelt Queens „Another one bites the dust“. Für mich zu plump, aber der Erfahrung nach übersieht der ESC-Zuschauer solche Details gerne, zählt also zum erweiterten Favoritenkreis.

Dazu zählt wohl auch die Niederlande, die seit den Common Linnets den Countryfolkpop für sich entdeckt haben. Ich fand es langweilig, aber ich habe ja auch keine Ahnung.

Was die letzten Jahre schon nervte, aber dieses Jahr scheinbar einen neuen Höhepunkt fand, sind Balladen. Ab und zu mal eine Ballade kann schon schön sein, besonders wenn ein paar besondere Effekte dabei sind. Die allermeisten Balladen sind jedoch – ich entschuldige mich für die Wortwahl – kotzelangweilig, allen voran Tschechien.

Zum Glück haben die allermeisten die Halbfinale nicht überstanden. Übrig geblieben sind Armenien, Kroatien, Israel, Polen und Serbien. Aber irgendjemand muss ja den Bus voll machen 😉

Eine der ganz wenigen Balladen, die mir gefallen hat und die auch weit vorne landen könnte, ist die aus der Ukraine. Sehr kraftvoll und teilweise in krimtatarisch gesungen.

Am Ende gewinnt jemand, den niemand auf der Rechnung hatte, Zypern zum Beispiel. Oder Litauen. Oder Schweden, das als Titelverteidiger gut nachgelegt hat.

Was macht Australien diesmal? Erstens sind sie wieder dabei, was für mich überraschend kam. Aber die EBU hat wohl eingesehen, dass der australische Markt zu groß ist, um ihn mit einer einmaligen Teilnahme abspeisen zu können. Gefällt mir gut, da ich mir viel von den australischen Beiträgen erhoffe und so enttäuscht mich Dami Im auch nicht, wobei es für den Sieg nicht reichen wird.

Und der Rest? Wird sich mit den Balladenschmetterern die rechte Seite des Tableaus teilen, denn sowohl Aserbaidschan als auch Frankreich, Lettland,  Großbritannien und Spanien kommen mit seichtem, akzentfreien Pop daher. Ungarn ist ebenso poppig, hat aber ein durchaus schnuckliges männliches Model am Start, wohingegen Italien die Langweiligkeit der Einheitsbreipopsongs sogar noch steigern kann. Malta wird separat erwähnt, weil die Sängerin so unglaublich hartnäckig ist. Reichte es 2001 immerhin für den 2. Platz, wird es dieses Jahr mit viel Glück eine Platzierung im Mittelfeld werden.

Kurz zusammengefasst: Sieger wird Bulgarien, 2. Russland, 3. Ukraine. Die restliche Top-10, unsortiert: Deutschland, Schweden, Georgien, Zypern, Belgien, Niederlande, Österreich.

P.S. Mein bester Freund, der das bei Fußballthemen ganz wunderbar und treffsicher kann, orakelt: Schweden 1., Deutschland 4.

Xayriel orakelt: ESC 2015 – Nachklapp

So langsam habe ich das Drama vom Wochenende verdaut und kann mich der Auswertung meiner Orakelei widmen.

Schweden hat wie erwartet gewonnen, dicht gefolgt von Russland, das zwischenzeitlich sogar vorn lag. So weit, so gut.

Großbritannien – nun ja. 24. mit 5 Punkten. Favoriten sehen anders aus 😉

Polen und Armenien erhielten keinen Mitleidsbonus, gut so!

Vom Exotenbonus profitieren konnte hingegen Australien, welches einen soliden 5. Platz belegte. Serbien wurde 10. trotz oder wegen des ballonmäßig aufgepusteten Kleides.

Verlierer sind dieses Jahr ziemlich viele geworden, quasi alle ab Platz 10 abwärts. Was mir nämlich bereits bei der Livepunktevergabe auffiel und dieses Jahr äußerst ungewöhnlich war, ist dass die Wertungen sehr homogen abgegeben wurden. Gab es in den letzten Jahren meist nur 3, maximal 4 Beiträge, die von fast jedem Land Punkte bekommen haben, so sind es dieses Jahr 8 Künstler. Damit bleibt relativ wenig Spielraum für die Vergabe der Restpunkte. Bezeichnend dafür auch die riesigen Sprünge zwischen den einzelnen Kandidaten. So klafft eine Lücke von 75 Punkten zwischen Platz 3 und 4, von 80 (!) Punkten zwischen den Plätzen 6 und 7 und von 44 Punkten zwischen den Plätzen 9 und 10. In der Vergangenheit gab es maximal eine derartige Lücke zwischen den Platzierungen, die jeweils ersten 3 Plätze ausgenommen.

Woran das jetzt liegen mag, darüber darf gerne spekuliert werden. Ich vermute, dass die derzeitige Regelung mit 5 Juroren + Televoting und jeweils die Mittelung daraus die Ergebnisse zu sehr glättet und dann solche Ergebnisse daraus resultieren. Wenn man sich die Einzelergebnisse (Downloadlink zu Exceldatei) anschaut, dann sieht man, dass es schon eine ordentliche Streuung gibt. Bei Deutschland geht die Jurorenwertung von Platz 2 bis 27, wobei ganz viele 11. Plätze dabei sind.
Bei Schweden sind sich alle relativ einig gewesen, aber Russland wiederum hat auch eine ordentliche Streuung.

Das soll jetzt keinesfalls die Leistung Schwedens schmälern und den deutschen Beitrag schön reden, aber bemerkenswert finde ich es trotzdem.

Bei Frankreich, Griechenland und Albanien hatte ich Recht, bei Lettland und Italien allerdings lag ich ganz schön weit daneben. Österreich überraschte tatsächlich in seinem Kampf um den letzten Platz, Belgien landete ganz stark auf Platz 4. Bei Estland lag ich tendenziell richtig.

Als persönliche Schlussbemerkung wünsche ich mir für nächstes Jahr weniger bedeutungsschwangere Balladen und wieder mehr humorvolle Beiträge à la Guildo Horn oder Lordi oder diesem Spanier aus dem Jahr 2008:

Xayriel orakelt: ESC 2015 – Jetzt erst recht

Die beiden Halbfinale sind Geschichte, von meinen Favoriten sind einmal 6 und einmal 7 von 10 durchgekommen, zeigt also, dass ich ehrlich absolut keine Ahnung habe, was ich hier eigentlich mache 😉
Dennoch möchte ich versuchen, ein paar Favoriten und nicht ganz so doll einschlagende Beiträge zu prophezeien.

Sieger: Extrem schwierig dieses Jahr. So richtig vom Hocker gehauen hat mich in den Halbfinals nichts. Als Favorit wird von den Buchmachern Schweden gehandelt. Ich fand das Lied an sich eher so mittelprächtig, aber die Show war schon klasse. Erfrischend anders zeigt sich Großbritannien, aber solche Lieder sind immer schwierig einzuschätzen, da kann vom ersten bis letzten Platz alles drin sein. Polen und Armenien haben den Mitleids-, Australien hat den Exotenbonus, wobei diese Lieder ohne Bonus wohl eher unter ferner liefen laufen würden. Wird sich zeigen, wie sehr die Zuschauer darauf anspringen. Russland darf wie immer zu den Favoriten gezählt werden, obwohl ich ihnen für diesen heuchlerischen Beitrag den letzten Platz wünsche! Serbien klingt ganz gut, damit könnt ich als Sieger ganz gut leben, solange nicht das Kleid der Sängerin wieder von unten aufgepustet wird.

Verlierer: Wenn es nach mir ginge, würde hier Armenien ganz vorne liegen, zu melodramatisch, zu bedeutungsschwanger, das passt irgendwie nicht zum ESC, auch wenn das Thema selbst definitiv wichtig ist.
Frankreich ist ganz heißer Kandidat für den letzten Platz, absolut nichtssagendes Lied. Da Balladen eher selten gewinnen, wird sich Griechenland ebenfalls hinten einreihen, genauso wie Italien, daran werden auch die schnuckligen drei Jungs nichts ändern. Lettland finde ich ganz furchtbar und frage mich, wie das Lied bis ins Finale kommen konnte, ebenso wie Albanien.

Überraschungskandidaten: Österreich könnte die Niederlande des Vorjahres werden, aber vermutlich verhindern die Frisuren eine Topplatzierung 😉 Im Ernst, ich mag das Lied, das ist schön eingängig und das dürfte von mir aus auch im Radio hoch und runter laufen.
Belgien kommt minimalistisch daher, kann funktionieren, wird es aber wohl eher nicht.
Wenn die Stimmen, anders als im Halbfinale halten, könnte Estland eine echte Überraschung werden.

Und Deutschland? Joar. Grundsätzlich hat sich die Qualität der deutschen Beiträge in den letzten Jahren deutlich verbessert und zum Glück sind wir weit weg von Gracia oder den No Angels. Nichtsdestotrotz ist Qualität beim ESC kein Erfolgsgarant, wie Texas Lightning oder Elaiza zeigen, die es beide nicht auf die linke Seite des Tableaus geschafft haben.
Wenn Ann Sophie den roten Hosenanzug statt des schwarzen trägt und ein bisschen weniger auf Lena macht, könnte es für eine vordere Platzierung reichen, das Lied ist gut genug dafür. Auf den Sieg zu hoffen ist wohl zu vermessen, nichtsdestotrotz werde ich die Daumen drücken und jeden einzelnen Punkt für Germany bejubeln.

Gehört ja schließlich dazu 🙂

Und am Ende kommt eh wieder alles ganz anders!

P.S.: Wer möchte, kann mit mir den ESC live auf Twitter verfolgen @Xayrielle

Shopping Spree

Eigentlich wollte ich nur kurz in die Stadt. Aufmerksame Leser wissen jedoch, dass wenn ich Sätze mit eigentlich beginne, am Ende etwas völlig anderes herauskommt 🙂

Ich wollte nur kurz in die Stadt, zur Bank, Kontoauszüge und ein bisschen Geld holen, nach Bodies für meine Süße schauen und zum ADAC, mich wegen der Italienreise informieren.

Bis zur Bank funktionierte auch alles nach Plan. Doch dann bei den Bodies eskalierte die Situation ein wenig. Ich habe Kurz- und Langarmbodies gekauft, einen Strampler mit Drache drauf, eine Hose + Jacke, 2 ärmellose Strampler + T-Shirts (einer davon mit Giraffe) und eine Mütze. Für mich fiel noch ein Rock ab, der im Sommerschlussverkauf und nochmaligem 50%-Rabatt nur noch 7,50 Euro kostete. Da muss ich doch zuschlagen, oder? Im Geschäft nebenan steckte ich einen Pullover für den Großen ein und zwei Kleidchen für die Kleene.

Beim ADAC bekam ich wie gewünscht die Straßenkarten mit den netten Reisetipps, die Österreichvignetten und die Videomaut für die Brennerautobahn. Zack, 34 Euro ärmer und wir sind noch keinen Meter in Richtung Italien gefahren. Wo ich schon mal da war, konnte ich wenigstens gleich nach der Auslandskrankenversicherung fragen, die ich letztes Jahr abgeschlossen habe. Der gelbe Engel erklärte mir, dass diese automatisch verlängert wurde und genauso automatisch alle alten und neuen Familienmitglieder versichert sind.

Dann noch fix zum Hauptquartier von einem der örtlichen Fußballvereine, Karten für die erste Runde des DFB-Pokals holen. Die Verkäuferin erspähte meine Süße, die ich aber auch nicht sonderlich gut versteckt im Bondolino vor mir her trug, und verkündete, dass sie neuerdings Babybodies im Angebot hätten. Ich dachte kurz darüber nach und ließ mir ein Exemplar einpacken, morgen ist schließlich das erste Ligaspiel.

Um die Sache abzurunden, bin ich danach zum Whiskyhändler meines Vertrauens gegangen, ich brauchte Nachschub meiner Lieblingssorte. Zu meinem tiefsten Bedauern musste ich feststellen, dass diese nicht mehr hergestellt wird und der Laden auch keine Restbestände mehr führte. Ich wartete daher auf einen kundigen Berater, welcher mir eine neue Marke empfahl, die sogar ein wenig preiswerter als meine alte war. Eine erste Kostprobe hat jedoch ergeben, dass der von ihm so hochgelobte Eichenfassgeschmack für mich zu dominant ist, die Torfnote  nicht vorhanden und die angekündigten Vanillearomen leider nur bei der Geruchsprobe in Erscheinung treten. Werde also weiter nach einem adäquaten Ersatz suchen müssen.

Eigentlich wollte ich noch zu meinem Stammcafé und mir einen großen White Chocolate Mocca für den Heimweg mitnehmen, aber die Kleene war nach mittlerweile drei Stunden so unruhig, dass ich weitere Wartezeiten nicht riskieren wollte.

Tja, und das alles war ein bisschen zuviel für meine Süße. Sie lässt sich den ganzen Abend nicht ablegen, ist völlig übermüdet, findet aber nicht in den Schlaf und schreit stattdessen. Kurz nach Mitternacht ist das erste Mal endlich weggenickt, so dass ich sie auf ihre Decke aufs Sofa legen konnte. Doch leider, leider ist sie nach 10 Minuten vom Klappern meiner Tastatur wieder wach geworden. Vielleicht sollte ich mir eine neue, extra leise Tastatur zulegen …

Nachtrag: Xayriel orakelt

War ich doch gar nicht so schlecht als Orakel 🙂

Ich hab den Gewinner und den letzten Platz richtig vorher gesagt. Glückwunsch an Conchita Wurst!

Armenien und Schweden sind tatsächlich weit vorne gelandet, leider habe ich die Niederländer übersehen, die sich ganz frech davor drängelten.

Polen ist im Mittelfeld gelandet, ob das ein gutes Ergebnis ist, liegt im Auge des Betrachters.

Nur bei Elaiza lag ich deutlich daneben. Schade, gefällt mir das Lied doch sehr.

Wenn das beim Lotto nur auch so gut klappen würde 😉

 

Positiv bleiben vom gestrigen Abend die Toleranz fast ganz Europas gegenüber Andersartigem und das Aufbrechen der alten Punkte-Zuschieb-Allianzen in Erinnerung. Und eine sehr gelungene Show mit sehr hochwertigen Beiträgen. Das hab ich in vergangenen Jahren schon ganz anders erlebt.

Als Abschluss noch mein All-time-Eurovision-Song-Contest-Favourite:

Xayriel orakelt

Heute: die Eurovision Song Contest Platzierungen!

Ich denke und hoffe, dass Österreich und die fabelhafte Conchita Wurst gewinnen wird. Wenn nicht, wird sie vermutlich Letzte 😉

Elaiza wird in den Top 10 landen.

Polen hat sehr schlagende Argumente, welche eine gute Platzierung garantieren. Das Lied ist auch nicht so verkehrt.

Frankreich ist heißer Kandidat für den letzten Platz, obwohl ich dort viel lieber Weißrussland sehen würde.

Armenien und Schweden werden Platz 2 und 3 belegen, obwohl ich die Beiträge jetzt nicht so prall finde (im Gegensatz zu Polen*gg*).

Sehr gespannt bin ich, wie die Schweiz abschneiden wird.

 

Am Ende kommt es eh alles ganz anders 🙂