Teetassenmission – Nachtrag

Manchmal hilft es ja, wenn man lange und laut genug jammert 🙂

Als ich mal wieder eines Abends mit meinem Schicksal haderte, meinen Tee aus so einer Minitasse trinken zu müssen, offenbarte mir mein Mann, dass er immer fleißig im Supermarkt nach einem Ersatz schaue, die aber meine originale Tasse nicht haben. Nur sein Modell und eines in Orange.

Ich schaute ihn ein wenig entgeistert an, bin ich doch bisher immer davon ausgegangen, dass sie gar keine großen Tassen mehr hätten. Hätten wir also mal eher richtig drüber gesprochen und hätte er es nicht wie immer zu perfekt machen wollen, hätte ich schon seit Monaten eine große Tasse haben können. Hmpf.

Meckern nützt ja nun auch nichts mehr und gleich am nächsten Tag hat er mir dann die große, orangene Teetasse mitgebracht, aus der ich jetzt genüsslich meinen Tee schlürfe.

Manchmal sind es wirklich die kleinen Dinge, die einen glücklich machen 🙂

Gesprächsbedarf

Das Blöde am Alltag ist, dass oft die wichtigen Dinge zu kurz kommen. Das Füreinander Zeit nehmen und das Miteinander reden. Aktuell wird die Situation noch dadurch verschärft, dass ich permanent müde bin und die eh schon knappe Zeit noch knapper wird. Also haben der Göttergatte und ich die letzten Wochen kaum noch geredet. Nur die essentiell notwendigen Dinge wurde besprochen wie „Was soll eingekauft werden?“ oder „Was gibt es zum Abendbrot?“.

Wenn dies passiert – das kommt ja jetzt nicht zum ersten Mal vor – schleicht sich bei mir eine Unruhe und Unzufriedenheit ein, die ich nur schwer verorten kann. Ich merke, dass etwas nicht stimmt, aber kann nicht benennen, was dieses etwas genau ist. Und das macht mich erst recht fuchtig.

Als mein Mann Anfang der Woche vorschlug, wir sollten die kinderfreie Zeit (der Kurze ist bei den Großeltern verurlaubt) mit einem Kinobesuch nutzen, hielt sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Ich konnte mich nicht so recht für einen der derzeit laufenden Filme entscheiden. Was sicherlich auch am Kinopgrogramm liegt, denn so ein richtiger cineastischer Brüller ist gerade nicht am Start. Aber es lag nicht nur daran, da musste es noch was anderes geben.

Auf dem Heimweg überlegte ich, was wir nun tun sollten. Einerseits fand ich es schön, dass sich mein Mann um eine Unterbrechung im Alltag bemüht hatte, andererseits hatte ich einfach keinen Nerv für Kino. Aber was könnte denn eine Alternative sein? Ich entschied mich, den Vorschlag eines gemeinsamen Abendessens bei unserem Stammgriechen zu machen. Nach der ersten Enttäuschung, dass wir nun doch nicht ins Kino gehen, fand der Vorschlag Anklang beim Göttergatten und so gingen wir los.

Am Anfang schleppte sich die Unterhaltung ein wenig, irgendwie mussten wir erst wieder den Draht zueinander finden. Doch das legte sich bald und am Ende haben wir über die aktuellen und zukünftigen Ereignisse in unser beider Leben sprechen können. Wir konnten über Ängste und Befürchtungen sprechen und diese auch gegenseitig relativieren. Es waren große Sachen dabei wie „was ist, wenn das Kind nicht gesund ist“, aber auch kleinere Sachen wie „zum Geburtsvorbereitungskurs gehst du diesmal alleine“.

Ich fand diesen gestrigen Abend sehr wichtig und notwendig und ich bin seitdem auch wieder viel ruhiger. Wir sollten allerdings in Zukunft beide darauf acht geben, dass wir mehr und öfter miteinander reden, um gar nicht erst diesen riesigen Gesprächsbedarf und die schleichende Entfremdung aufkommen zu lassen.