Das war jetzt zu einfach!

Die letzten Monate waren echt nervenaufreibend für mich und dies hatte unter Anderem mit dem Einschlafverhalten meiner Süßen zu tun.

Bislang war es so, dass sie, wenn es Zeit zum ins Bett gehen war, gemütlich auf dem Sofa einschlafgestillt wurde. Das klappe zuverlässig gut, nach 10 Minuten war sie eingeschlafen, nach weiteren 10 Minuten konnten wir sie problemlos ins Bett legen, wo sie seelenruhig weiter schlief. Ich wußte, ich hab um spätestens 20:30 Uhr Feierabend und konnte den Abend entsprechend planen. Natürlich gab es auch da Ausnahmen, aber es waren tatsächlich Ausnahmen, die vielleicht ein- oder zweimal im Monat vorkamen.

Seit Anfang dieses Jahres war es aber anders. Das mit dem Stillen klappte zwar immer noch gut, mein Mädchen schlief auch dabei ein, doch sobald ich sie ins Bett legen wollte, wurde sie wach und weinte los. Dabei war es völlig egal, wie lange ich nach dem Einschlafen wartete oder ob das Kindlein bereits tief und fest schlief und schnarchte, sie wurde jedes Mal wach. Auch wenn ich sie sofort wieder aus dem Bett nahm, regte sie sich dermassen auf, dass es eine gute Stunde brauchte, bis sie sich wieder beruhigt hatte und wir den nächsten Versuch starten konnten. Nicht selten endete es damit, dass ich dann direkt mit ihr zusammen ins Bett gegangen bin, so dass ich Null Feierabend hatte. Ein- oder zweimal mag das ja noch angehen, aber nicht jeden Tag über mehrere Wochen. Entsprechend frustriert war ich und oft drückte ich das schreiende Kind meinem Mann in die Hand, um wenigstens noch Wäsche aufhängen oder Behördenkram erledigen zu können.

Wir waren einigermassen ratlos, wie wir weiter verfahren sollten und ich versuchte mich daran zu erinnern, wie wir das beim Großen gemacht hatten. Am Anfang war auch das Einschlafstillen und irgendwann haben wir ihn einfach so ins Bett gelegt, vorher eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und das war’s. An größere oder langanhaltende Dramen konnte ich mich nicht erinnern.

Also versuchten wir das mit der Süßen. Das Stillen vorm Schlafen gehen wie gehabt. Ich könnte da zwar auch drauf verzichten, aber ich habe den Eindruck, die Kleene braucht diese Extraportion ganz engen Körperkontakts, um vom Tag runter zu kommen, weshalb ich ihr das gebe und wirklich stören tut es mich auch nicht. Ich vermute zudem, dass sich das in der nächsten Zeit von selbst erledigt.
Beim Nuckeln schlief sie aber nicht mehr ein und so legten wir sie einfach wach ins Bett. Auf dem Weg dorthin erklärte ich ihr, dass es schon ganz spät sei, ihr Bruder jetzt auch ins Bett ginge und es schon dunkel wird. So dunkel, dass wir im Schlafzimmer sogar das Licht anmachen müssen. Dann legte ich sie ins Bett, sagte meinen Gute-Nacht-Gruß („Gute Nacht, schlaf gut, träum was Süßes, ich liebe dich!“), knipse das Licht aus und ging aus dem Zimmer.

Anfangs ließen wir die Tür auf und im Raum davor das Licht an, aber das brachte gar nichts, die Kleene jammerte und wollte unbedingt aus dem Bett raus. Also versuchten wir es mit geschlossener Tür. Sie jammerte zwar immer noch, aber ich hatte den Eindruck, dass es mehr ein Protest- als ein Unglücksjammern ist. Wir warteten ab und wenn sie länger als 3 Minuten jammerte, holten wir sie wieder aus dem Bett. Dann kuschelten wir ausgiebigst und eine Viertelstunde später starteten wir den nächsten Versuch. Das mussten wir allerdings nur zweimal machen, die anderen Male beruhigte sie sich nach einer Minute.

Seit einer Woche geht es fast ganz ohne Jammern, nur ein heftiges „Neeeein“, wenn ich sage, dass es ins Bett geht und maximal ein lautes Klagen beim ins Bett legen. Meist dreht sie sich einfach um, grabscht nach ihrem Teddy und schläft ein. Einfach so.

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Ich hätte nicht erwartet, dass es sooooo einfach geht. Daumen drücken, dass es so bleibt!

Doofe Katze

Manchmal könnten man ihnen doch glatt den Hals umdrehen!

Die Süße war vorhin nach Badewanne und Abendessen grad ganz wunderbar in meinem Arm ins Traumzauberland entschlummert, da fiel der dicken Katze nichts besseres ein, als die Schlafzimmertür mit viel Getöse aufzuspringen.

Nachdem ich die Katze gerade noch daran hintern konnte, im Schlafzimmer zu verschwinden und sie des Wohnzimmers verwiesen hatte, war das Kindlein wieder hellwach und fand die Idee, jetzt tatsächlich schlafen zu müssen äußerst lächerlich. Ich allerdings wollte endlich meinen wohlverdienten Feierabend genießen, aber das geht leider nur, wenn alle Kinder friedlich in ihren Betten schlummern.

Also versuchte ich, mein Mädchen nach allen Regeln der Kunst zum erneuten Nachtschlaf zu überreden, doch dauerte dies gute 1,5 Stunden, während derer die dicke Katze mehr oder weniger pausenlos versuchte, sich durch die Stubentür zu kratzen. Ha, aber die ist dick, da reichen anderthalb Stunden nie im Leben 😛

Irgendwann nach Stunden und Tagen des im Arm wiegen und gut zureden war das Kindlein bereit, ins Bettchen gebracht zu werden. Mein Feierabend hatte sich halbiert und mein linker Arm tut jetzt weh wie sonst was und fühlt sich so schlapp an, dass ich damit kaum das Knabbergebäck zum Ausklang des Tages zum Mund führen kann.

Gute 10 Kilo sind eben nicht mehr so einfach in den Schlaf zu schaukeln :/

Schlaflos in L. an der P.

Bisher war der Nachtschlaf bei meiner Süßen eine zuverlässige Größe. Gegen 23 Uhr wurde sie langsam müde, dementsprechend bettfertig gemacht und spätestens um 24 Uhr lag die Kleine friedlich schlummernd im Bett. Um 2 oder 3 Uhr wurde sie kurz wach, wanderte dann zu uns ins Familienbett und schlief dann weiter bis zum Morgen.

Seit vier Tagen allerdings ist alles anders. Schlafen ist doof. Und zwar so richtig. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Kindlein hundemüde ist, sich ständig die Augen reibt und gähnt. Alle üblichen Maßnahmen greifen nicht, sie knatscht muntermüde weiter. Am Ende schläft sie halb oder um 3 Uhr ein, aber nur, wenn ich neben ihr liege, alles dunkel ist und ganz fest mindestens eine ihrer Hände halte.

Die drei Stunden bis dahin zehren extrem an den Nerven, zumal wir Großen ja auch schon einen ganzen, anstrengenden Tag hinter uns haben. Außerdem sind, seit mein Mädchen laufen kann, diese 2 – 3 Stunden nachts, bevor sie wieder wach wird, die einzige Zeit am Tag, an dem ich mal effektiv etwas am Rechner machen kann. Tagsüber gehen nur Dinge, die ich jederzeit unterbrechen kann.

Gerade eben liegt sie an ihren Papa gelehnt auf der Couch, welcher schon eingenickt ist und glotzt die bunte Sternchenlichterkette an, die unser Wohnzimmer nur dürftig erhellt. Von Schlafen weiterhin keine Spur. Würde ich jetzt versuchen, sie ins Bett zu bringen, würde es nur in einer weiteren Schreiorgie enden. Kleinste Geräusche machen sie sowieso wach.

So werde ich mich wohl mit ihr und dem Harry Potter Hörbuch ins Bett begeben und hoffen, dass wenigstens das schnell hilft. Zumindest bei mir wirkt das zuverlässig 😉

Das glaubt uns keiner

Die Kleene war heute sehr unruhig und nervös, das kleinste Geräusch erschreckte sie, so dass sie anfing zu weinen. Nun ist das Zusammenleben mit einem großen Rabaukenbruder und zwei Katzen nicht sonderlich geräuscharm, so dass meine Süße heute recht oft erschrocken ist. Nach einer recht entspannten Phase um den Mittag rum ließ sich sich seit dem Nachmittag aber nicht mehr ablegen.

Wir schleppten und wiegten sie, ab und zu schlief sie für kurze Zeit mal ein, bis sie wieder hochgeschreckt wurde. Ich merkte ihr an, dass sie total müde war, aber einfach nicht in den Schlaf fand. Am Abend waren wir alle recht geschafft und ich wollte sie nicht mehr durch die Gegend tragen, nur damit sie beim Ablegen wieder wach würde und der ganze Spaß von vorne los ginge.

Ich legte sie also auf ihre Decke, setzte mich daneben und hielt ihre Hand fest. Sie meckerte und keckerte in bester Ottermanier und ich wartete eigentlich nur darauf, dass sie endlich einnickte.
Doch plötzlich schrie sie wie am Spieß los, als wenn wir sie mit rotglühendem Eisen foltern würden. Erschrocken schaute ich sie an und versuchte herauszufinden, was denn los ist, ob ihr etwas weh tut. Und während ich noch grübelte, was wohl ingesamt eine oder anderthalb Minuten – gefühlt natürlich eine halbe Ewigkeit – gedauert hat, holt sie auf einmal ganz tief Luft, schluchzt noch zweimal, wie man das nach ganz großem Gejammer eben so tut, dreht den Kopf zur Seite und ist eingeschlafen.

Echt jetzt, ich hätte das filmen sollen, denn das glaubt uns sonst niemand.

P.S. Leider ist die Süße immer noch so nervös und hat sich von meinem Tastengeklacker so erschreckt, dass sie wieder wach geworden ist 😦

Keckerlise

Dass meine Süße ein wenig anspruchsvoller ist, habe ich das eine oder andere Mal bereits erwähnt. Ihr nervigste Angewohnheit ist das Keckern, wenn ihr etwas nicht passt. Wenn sie keckert ist sie zu 95% müde und zu 5% supermüde.

Und anstatt es sich einfach bequem zu machen und die Augen zu schließen, keckert sie lieber wie ein Otter vor sich hin. Immer und immer wieder, bis sie sich in Rage gekeckert hat. Dann brüllt sie 5 Minuten auf voller Lautstärke, nur um dann innerhalb von 30 Sekunden in den Tiefschlaf zu fallen.

Wäre ja alles nur halb so schlimm, wenn dieses Keckern bei mir nicht jedes Mal bis in die letzte Gehirnwindung vordringt. Jeder dieser abgehackten Schreie gleicht einem Schlag auf den Kopf und schmerzt mir in den Ohren. Es verursacht massive Kopfschmerzen und manchmal auch Tinnitus.
Da ich gegen das Keckern selbst nichts machen kann – was auch, wenn das Kind schlafen will, sind alle zusätzlichen Reize kontraproduktiv – habe ich mir jetzt Ohropax gekauft.

Das nimmt dem Keckern die fiese Spitze und ich kann meinem Mädchen wesentlich entspannter beim Einschlafen beistehen. Allerdings hoffe ich inständig, dass sie diese Phase sehr bald hinter sich hat und einfach ohne zu meckern einschläft. Aber vermutlich werde ich noch sehr lange auf die Erfüllung dieses Wunsches warten müssen.

Bis dahin weiß ich jetzt, wo es Ohropax gibt. Nämlich direkt neben den Kondomen. Warum das so ist, darüber darf jeder für sich spekulieren 😉

Schlaf, Kindlein, schlaf

Als ich vor knapp einem Monat einen Beitrag über meine Ängste bezüglich des plötzlichen Kindstods veröffentlichte, bekam ich vom Kat in den Kommentaren eine wunderbare Linkempfehlung, welche wiederum einen Link zum Thema Familienbett enthielt. Beide Artikel bestätigten das, was ich schon vermutete, was ich aber durch die alles verblendende Angst nicht sehen konnte.

Gerade beim Thema Familienbett war ich sehr verunsichert, wurde doch eine schottische Studie angeführt, welches ein höheres Risiko für SIDS zeigte, wenn das Kind bei den Eltern im Bett schläft. Die Ergebnisse der Studie widersprachen aber ganz grundlegend meinem und dem Bedürfnis meiner Tochter nach Nähe, so dass ich die ersten Wochen nur mit sehr schlechtem Gewissen und ständiger latenter Panik ins Bett gegangen bin.

Bei meinem großen Kind handhabten wir es damals so, dass er die ersten beiden Wochen bei uns im Bett lag. Dann las ich irgendwo oder jemand empfahl mir, dass Kind in seinem eigenen Bett schlafen zu lassen. Da unsere damalige Wohnsituation es nicht zuließ, das Kinderbett mit ins Elternschlafzimmer zu stellen, schlief mein Junge also im eigenen Zimmer im eigenen Bett. Ich tigerte aller 20 Minuten zu ihm, um zu schauen, ob es ihm noch gut geht. Wenn er nachts wach wurde, weil er Hunger hatte, setzte ich mich in sein Zimmer, stillte ihn, fror mir dabei den Hintern ab, da es dort ja nur die empfohlenen 16-18 Grad hatte und legte ihn danach wieder ins Bett. Dann wartete ich, bis er auch wirklich eingeschlafen war, schlich mich wie ein Dieb aus dem Zimmer und versuchte, selber ein wenig zu schlafen.

Aber wirklich geschlafen habe ich in dieser Zeit nie, ich war ständig mit einem Ohr im Kinderzimmer und unzählige Male auch mit dem restlichen Körper. Nach zwei Wochen wurde es mir zu blöd, ich hab mir gesagt, dass es das doch nicht sein kann, dass ich ständig müde und in Sorge bin. Ich holte ihn wieder zurück ins Familienbett und schlief endlich wieder normal. Dem Kleinen war das zum Glück alles egal, der ratzte hier wie dort.

Irgendwann kam er ins mobile Alter und robbte im Schlaf trotz Schlafsacks quer durchs Bett, drängelte uns an den Rand und weckte uns, weil wir einen Fuß im Gesicht hatten oder ähnliches. Ein Beistellbett ist bei uns konstruktionsbedingt nicht möglich, da der Rand unseres Bettes zu breit ist.
Wir wechselten also unsere Taktik: Er schlief am Anfang in seinem Bett in seinem Zimmer und wenn er wach wurde, kam er zu uns und schlief dort weiter.
Aber auch das jagte mir eines Morgens einen Riesenschreck ein, als ich aufwachte am helllichten Tage und kein Baby neben mir fand. Sämtliche Schreckensszenarien in meinem Kopf durchspielend bin ich ins Kinderzimmer gerannt, aber der Bub lag friedlich schlafend in seinem Bett. Seit diesem Zeitpunkt hat er eigentlich immer durch geschlafen.

Bei meinem Mädchen ist es wieder ganz anders. Wir haben zwar das Kinderbett keinen Meter vom Elternbett entfernt im Schlafzimmer stehen, aber sie hat noch nicht eine Nacht darin geschlafen. Sie braucht Kontakt, um überhaupt einschlafen zu können. Wenn ihr niemand die Hand hält, wird sie unruhig und kann sich regelrecht in Panik brüllen. Und auch mich beruhigt es ungemein, wenn ich ihre Hand in meiner halte.

hand

Unser Bett ist genügend groß, 2 x 1,80 m. Wir haben die großen Kopfkissen aus dem Bett verbannt und schlafen mit Huschelkissen (35×35 cm). Damit bleibt für die Kleine genug Platz und sie kann sich nicht unter ein Kissen wühlen. Da ich ihre Hand festhalte, spüre ich jede Bewegung. Auch, wenn ich mich dabei nicht beobachten konnte, gehe ich davon aus, dass ich, ebenso wie im Artikel oben beschrieben, im Schlaf mein Kind beruhige und automatisch die Vitalzeichen checke. Ich glaube, diese Fähigkeit bekommt man beim Mama werden kostenlos mit.

Seit ich das so mache und seit den beiden Artikeln schlafe ich endlich wieder gut und die Ängste sind nur noch minimal vorhanden. Ganz werden sie eh nie verschwinden, aber derzeit praktizieren wir alles uns Mögliche, um Schaden vom Kind abzuwenden.

Wir pucken nicht. Wir haben das beim Großen gemacht und es hat ihn beruhigt. Bei der Kleenen habe ich es einmal im Krankenhaus gemacht, weil ich zu erschöpft war, um sie noch länger zu tragen, sie sich aber nach 2 Stunden Schreien einfach nicht beruhigen wollte.
Wenn es jetzt solche Situationen gibt, dann packe ich sie tagsüber ins Tragetuch, umarme und streichel sie beruhigend und Sch-sch-sche leise auf sie ein. Sie beruhigt sich dann meist recht fix. Nachts halte ich ihr beide Hände fest, was ja quasi nichts anderes als beim Pucken ist, und je nach Tagesform fängt sie sich mal schneller, mal weniger schnell wieder.

Mir hilft es auch zu wissen, dass Schreien für die Kinder DAS Mittel zur Stressverarbeitung ist. Und auch Babys können schon gestresst sein. Der unangenehme Besuch beim Arzt, die unbedingt kuscheln wollende Oma, Straßenlärm beim Shopping, Hundegebell in der Nachbarschaft oder das dauernd dudelnde Radio. Zu grelles Licht, zu viele Lichtwechsel. Alles neu für das Baby, alles ungewohnt, alles Sinneseindrücke, die verarbeitet werden müssen. Was meiner Erfahrung nach dann gut hilft, ist eine reizarme Umgebung schaffen und sich selber nicht stressen. Kinder spüren den Stress ihrer Eltern und das verstärkt ihren eigenen Stress.

Auch hier wieder: Tragetuch, Sch-sch-sch, sanft streicheln, Licht und Ton aus, laufen oder im Sitzen hin und her wiegen. Falls sich noch jemand fragt, wofür Schaukelstühle erfunden wurden: genau dafür. Wir haben 2 Poängs und ich hab einen genialen Bürostuhl mit herrlicher Kippelfunktion 🙂

Aber gerade abends im Bett merke ich, dass man als Elternteil es auch einfach mal aushalten muss, wenn das Kind den Tag verarbeitet. Sie ist frisch gewickelt, randvoll gestillt, sie liegt in einem dunklen, ruhigen Raum, ich halte ihre Hände und sie schreit und schreit. Es ist kein Schmerzschrei und auch kein Hunger, das höre ich, das ist purer Stress. Mir tut das auch jedes Mal leid und ich wünschte, ich könnte ihr irgendwie helfen, aber alles, was ich tun würde, würde einen weiteren Reiz erzeugen und ihren Stress vergrößern. Das Schwierigste ist, dabei nicht die Nerven zu verlieren.
Manchmal würde ich sie gerne anbrüllen und bitten: so sage mir doch, was los ist. Ich merke, wie meine Nerven blank liegen und dann zwinge ich mich, ganz tief durchzuatmen, mir mantramäßig immer wieder zu sagen „ich bin ganz ruhig, ich bin ganz ruhig“ und meinen Unterkiefer und meine Schultern zu lockern. Ich weiß, sie wird sich beruhigen. Sollte ich aber meine Nerven verlieren, dann verliert sie einen Teil des Vertrauens in mich als Fels in der Brandung und das werde ich nie wieder gut machen können.

Meine Süße ist ein sehr unruhiges, nervöses Kind, aber wir haben uns aufeinander eingestellt und die Abläufe sind eingespielt. Ich höre weiter auf meinen Bauch und so lange der mir sagt, dass sie unmöglich alleine in ihrem Bett schlafen kann, schläft sie neben mir. Ich habe dabei kein schlechtes Gewissen, sondern kann beruhigt schlafen.

Ich wünsche allen eine Gute Nacht!

Schreischratline

Dass mein Mädchen anders ist als ihr großer Bruder hatte ich schon öfter erwähnt. Vor allen Dingen ist sie unruhiger.

Sie braucht viel länger beim Trinken, verschluckt sich häufig, zieht viel Luft, spuckt viel oder erbricht schwallartig, weil sie viel zu viel getrunken hat.

Sie weint viel, kann nur selten abgelegt werden, muss viel getragen werden und braucht generell mehr Körperkontakt.

Sie erschrickt bei kleinsten Geräuschen, wenn ich spreche, mein Mann hustet, der große Bruder niest, eine der Katzen geräuschvoll auf dem Boden landet.

Wenn sie mal liegt, dann ist sie ständig in Bewegung, die Hände fuchteln wie wild herum, die Beine strampeln unentwegt, der Kopf wird hin und her gedreht.

Selbst im Schlaf ist sie unruhig, träumt wild, schlägt mit den Armen um sich, quietscht laut, weckt sich dadurch selber und mich.

Ich weiß nicht, ob das noch die Nachwirkungen des Krankenhausaufenthalts sind, ob sie irgendwelche anderen Geister umtreiben oder ob es einfach ihre Natur ist. Was auch immer es ist, es ist unglaublich anstrengend, da sie nur bei mir zur Ruhe kommt und ich sie nicht für einige Zeit zum Papa geben kann.

Wenn sie mich dann allerdings mit ihren großen, dunkeln Augen anschaut und lächelt, geht mir das Herz über. Böse bin ich ihr eh nie ❤

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Und ja, das ist der Hexenhut, der endlich passt 🙂

Müde

Sehr sogar.

Jedoch nicht von zu wenig Schlaf. Ich denke, es sind immer noch die Nachwirkungen des Krankenhausaufenthalts.

Meine Kleene hat sich wieder gefangen, weint nur noch selten, und wenn, dann weil ich nicht schnell genug bei der Futterversorgung bin. Trinkt aber viel mehr als zuvor, was mich wiederum regelmäßig auslaufen lässt.

Wir beide schlafen viel, 10-12 Stunden pro Nacht, nur kurz von Trinkpausen aller 3 oder 4 Stunden unterbrochen. Und dennoch bin ich morgens nicht fit.

Vielleicht schlafe ich nicht tief genug, ständig mit der Überwachung meines Mädchens beschäftigt, aus Angst, ihr könnte nachts etwas zustoßen. Ich weiß, ich sollte ihr vertrauen, immerhin hat sie die Vollnarkose so bravourös gemeistert, aber Kopf und Herz gehen da leider sehr auseinander.

Und so können wir beide nur schlafen, wenn wir einander die Hand halten.

Fehlalarm

Letzte Nacht dachte ich – mal wieder – es geht endlich los.

Gegen halb 5, ich lag wegen dieser doofen Rechnungsgeschichte immer noch wach, ziepte es wieder im Bauch. Ich schaute vorsorglich auf die Uhr, versuchte aber trotzdem weiter, einzuschlafen. 10 Minuten später das nächste Ziepen, schon ein wenig heftiger.

Eine halbe Stunde später waren die Abstände auf 5 Minuten verkürzt und das Ziepen wurde richtig unangenehm. So unangenehm, dass ich teilweise in den Schmerz atmen musste, aber noch nicht so dolle, dass ich aufgestanden wäre und ein Schmerzmittel genommen hätte.

Irgendwann drehte ich mich auf die andere Seite und schwupps, schon war das Ziepen weniger heftig und auch die Abstände wurden wieder länger, lagen nun bei 7 Minuten. Scheint wohl doch nicht der große Tag zu sein. Mittlerweile war es halb 7 und ich echt knülle, also versuchte ich es nochmal mit Schlaf.

Leider weckte mich das Ziepen immer wieder aus meinem Schlummer, und erst, als das nach 8 endgültig weg war, konnte ich richtig schlafen.

Da ich derzeit nach der Devise lebe: ich nehm jeden Schlaf, den ich kriegen kann, egal wann, egal wie lange, wer weiß, wann es los geht und ob ich danach noch zum schlafen komme, schlief ich mich gründlich aus. Dass ich dann erst um 15 Uhr zum frühstücken komme, ist eben so. Jetzt etwas daran zu ändern halte ich für sinnlos, in ein paar Tagen wird so ein kleiner Quälgeist meinen Tagesrhythmus bestimmen und wer weiß, wie komisch der dann ist 🙂

Nächtliche Ruhestörung

Eines der Dinge, die man direkt mit der Geburt geliefert bekommt – abgesehen vom Baby – und von denen einem vorher niemand erzählt, sind ultrafeine Antennen für Kindergeräusche. Fortan arbeiten diese Antennen 24 Stunden 7 Tage die Woche auf Höchstleistung und scannen die Umgebung und schlagen sofort Alarm, wenn etwas anders als gewohnt klingt oder sogar gar nicht klingt.

Besonders fein sind die Antennen allerdings in der Nacht, da wird noch mal 50% mehr Leistung drauf gegeben. Dass Mama dadurch nur noch bedingt gut schläft muss man wohl in Kauf nehmen, ich habe leider noch keine offizielle Beschwerdestelle gefunden, vom Ehemann vielleicht mal abgesehen.

An sich eine sinnvolle Einrichtung von Mutter Natur, denn es ist unmöglich, das Kind immer im Auge zu haben. Vor allem wenn es schläft, will die Ruhe ja auch genutzt werden und dann ist es eben hilfreich, wenn man ein unnatürliches, leises Röcheln im Zimmer nebenan hört, auch wenn der Fernseher läuft – so passiert, als der Kleene damals mit Pseudo-Krupp mitten in der Nacht wach wurde.

Wenn Kind größer wird, wird es im Allgemeinen auch lauter und so brüllt es einen gut hörbar durch zwei Türen und 3 Zimmer weiter hellwach, gerade dann, wenn das Bett endlich auf Kuscheltemperatur gebracht wurde und man sich süßen Träumen hingibt. Wobei mit zunehmendem Alter auch die Bandbreite der Themen, warum Kind ausgerechnet jetzt mütterlichen Beistand braucht, zunimmt.
Das kann von einem komplett in alle Ecken zugekotzten Bett über Nachtschreck/Alpträume bis zu ganz dringend aufs Klo müssen reichen, wobei zur Verteidigung des Kindes gesagt werden muss, dass die wirklichen Notfälle bei Weitem überwiegen.

So richtig gut schlafen wird Mama erst können, wenn Kind ausgezogen ist und vermutlich dann auch nicht sofort, weil die fehlenden Geräusche eine ganze Zeit die Antennen durcheinander bringen werden. Deswegen ist es hilfreich, wenn die Antennen anderweitig entlastet werden. Aktuell geschieht dies, wenn mein Mann die morgendliche Kinderbetreuung übernimmt oder wenn das Kind im Kindergarten oder bei einem Großelternurlaub ist. Dann muss nicht mehr auf Höchstleistung gescannt werden und der Nachtschlaf wird schlagartig besser, es sei denn, der dauerschnarchende Partner sorgt für ausreichende Störgeräusche.

Um also nicht innerhalb kürzester Zeit zu einem nervlichen, weil völlig unausgeschlafenem Wrack zu mutieren, empfiehlt es sich, die Kunst des Mittagsschlafs oder auch des Power Nappings zu erlernen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie Sachen, die man als Kind total doof fand, so verlockend und wertvoll im Erwachsenenalter werden 🙂