Schmerzgrenze

Was ich ja überhaupt nicht mag ist, wenn mich Menschen frühmorgens zutexten und nicht mal in Ruhe abwarten können, bis ich ausreichend wach bin. Noch dazu montags, wenn mein Gehirn sich noch krampfhaft an den vergangenen Sonntag klammert und die Nacht wie so oft viel zu kurz war.

Während heute morgen mein Rechner auf Arbeit gerade startete, tapperte ich mit müde verquollenen Augen und meiner Wasserflasche zum Wasserspender. Diese Gelegenheit nutzte ein Kollege sofort aus, kam auf mich zu und fragte mich, wie gut ich denn im Schmerzen aushalten bin. Dass es mich nur zur Wasserstelle trieb, damit ich die zwei Paracetamol gegen meine Rückenschmerzen nicht trocken herunterwürgen musste, konnte er ja nicht ahnen. Vielmehr wollte er mir ganz stolz von seinem neuen Tattoo berichten und wie sehr es doch an seiner Wade zwicken und jucken würde.

Mein Mitleid hielt sich in Grenzen und ich murmelte was von „selbstgewähltes Schicksal“. Er meinte, es würde mich vielleicht interessieren, wenn ich dann selber mein Tattoo stechen ließe. Ja ok, wir hatten uns ein paar mal darüber unterhalten und ich hätte auch gerne eins, aber im Moment habe ich weder das Geld noch irgendeine Idee, was wo wie hin soll. Wahrscheinlich war ich der erste Mensch abseits der sozialen Medien, dem er davon erzählen konnte, was mich schon traurig machte und normalerweise hör ich auch gern zu. Nur heute hatte er sich einfach einen sehr ungünstigen Moment ausgesucht.

Der erste Schultag nach den Herbstferien, dazu der erste Tag, wo der Große mit Krücken zur Schule und dort in den 4. Stock musste. Mein Plan, deswegen extra zeitig loszugehen, ging nicht auf, weil ich die einbeinigen Hygiene- und Bekleidungskünste meines Kindes maßlos überschätzte. So machten wir uns eine Viertelstunde vor Schulbeginn auf den Weg und die 500 m, für die wir sonst 5 Minuten benötigen, dauerten 20 Minuten. Dann noch die nicht enden wollende Treppe hinauf zum Klassenzimmer, wohin ich den Rabauken heute ausnahmsweise begleitete, denn Eltern dürfen sonst nur bis zum ersten Treppenabsatz mit und müssen sich dann von ihrem Nachwuchs verabschieden.
Die Lehrerin war aber verständnisvoll, ließ mich das Kind samt Ranzen an seinem Platz parken und erkundigte sich, ob wir den Schulstoff nachgeholt hatten, was ich bejahte.

Alsdann flitzte ich zur Haltestelle, wo ich meinem Bus nur noch hinterherwinken konnte. Machte aber nichts, denn der nächste Bus sollte bereits 3 Minuten später kommen. Die 3 Minuten dauerten aufgrund eines Fehlers im Raum-Zeit-Gefüge (oder wegen einer Baustelle) 15 Minuten , so dass ich knapp eine Stunde nach meiner üblichen Zeit endlich auf Arbeit war.

Das Schmerzmittel hatte noch nicht angefangen zu wirken, als ich den ersten Anruf in einer langen Reihe von Telefonaten bekam, alle mit dem gleichen Inhalt. Man warte auf Zuarbeiten meines Chef, ob ich ihm denn Bescheid sagen könnte. Kann ich, wenn ich ihn sehe, was aber unwahrscheinlich ist, denn erstens ist sein Terminkalender lückenlos bis zum späten Nachmittag voll und zweitens ist für die nächsten drei Tage eine wichtige Revision anberaumt. Aber Sie sagen ihm Bescheid? Ja, wenn ich ihn sehe, dann tue ich das, aber wie gesagt, es ist nicht sicher, dass ich ihn überhaupt sehe. Aber Sie sagen ihm Bescheid?!
Aaaaargh! Kopf -> Tisch!
Und nach dem 5. Mal tut es schon weh.

Ich rettete mich bis zum Mittag, wo ich mir zwei Ibuprofen einwarf, denn die Schmerzen waren immer noch unerträglich. Wie ich es bis 15 Uhr geschafft habe, wo ich erneut 2 Paras schmiss, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, woher diese unsäglichen Schmerzen kommen, aber ich weiß, dass sie mir aktuell den Nerv rauben und ich kaum noch klar denken kann. 😦

Risiken und Nebenwirkungen

Grundsätzlich lese ich keine Beipackzettel von Medikamenten, bis auf die Einnahmehinweise vielleicht, wenn mein Arzt mir da keine klaren Anweisungen gegeben hat oder ich unsicher bin, ob vor, während oder nach dem Essen die beste Zeit ist. Ich denke nämlich, dass wenn ich die Nebenwirkungen kenne, ich diese auch umgehend bekomme 🙂

Am Donnerstag nahm ich die erste halbe Tablette Sertralin und tat das, was ich bis dahin auch schon getan hatte. Nach einer Stunde dieses Tuns merkte ich, dass mir irgendwie labbrig wurde und meine Beine ganz wackelig wurden. Ungefähr so, als wenn ich sehr lange gestanden und dabei nichts gegessen hätte. Beides traf nicht auf mich zu, also schnappte ich mir den Beipackzettel und schaute mir die Nebenwirkungen an. Und siehe, da stand bei „gelegentlich“: Muskelschwäche, Schwindelgefühl beim Aufstehen.

Beim Lesen bis zu dieser Stelle bin ich allerdings über sich widersprechende Nebenwirkungen gestoßen und sowas amüsiert mich immer wieder aufs Neue. Appetitlosigkeit, verstärkter Appetit; Schüttelfrost, Hitzewallungen; langsamer Herzschlag, schneller Herzschlag; Durchfall, Verstopfung.

Ich hab dann gar nicht weiter gelesen, weil schon bei den sehr häufigen und häufigen Nebenwirkungen so ziemlich alles dabei war.

Bis heute. Seit gestern plagen mich abartige Rückenschmerzen, als hätte ich den ganzen Tag Zementsäcke geschleppt oder sowas. Hab ich aber nicht, nur ein wenig die Süße hochgehoben und bei den Arztbesuchen länger mal auf dem Arm gehabt. Aber nichts, was derartige Schmerzen rechtfertigen würde. Außerdem reichte es in der Vergangenheit, wenn ich mir eine volle Dröhnung Paracetamol vorm Schlafen gehen eingeworfen habe, da konnten sich die verspannten Muskeln über Nacht schön entspannen und am nächsten Tag war alles gut.

Nun hat jedoch bereits die dritte Dröhnung ihre Wirkung versagt, so dass ich dann doch noch einmal den Beipackzettel hervorkramte. Angespannte Muskeln, Muskelschmerzen, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Muskelzucken, Rückenschmerzen. Gut, dass wir drüber geredet haben :/

Sonst hab ich ganz selten irgendwelche Nebenwirkungen, aber hier fass ich mal richtig tief in die Trickkiste. Obwohl, wenn ich mir den Rest wie Sehstörungen, pfeifender Atem, Bauchschmerzen, Halluzinationen, Amnesie, Nesselsucht so anschaue, sollte ich vielleicht froh sein, dass es nur muskuläre Reaktionen sind.

Ich werde weiter beobachten, mal schauen, ob ich noch was von den seltenen Nebenwirkungen ergattern kann. Ist so ein bisschen wie Bullshit-Bingo 😉

Weltschmerz

Wie ich gestern bereits kurz angedeutet habe, ist meine Süße derzeit einfach nur unleidlich. Als Hauptgrund vermute ich massiven Zahnungsschmerz, denn mein Mädchen hat sich vorgenommen, alle Zähne gleichzeitig zu bekommen.

Jedenfalls schreit sie den ganzen Tag – und ich meine wirklich den ganzen Tag. Und überall. Im Tuch. Im Laufgitter. Auf dem Arm. Im Bett. Nichts kann sie trösten, außer wenn sie an der Brust nuckelt, was sie gefühlt 50% der Zeit macht. Ist sie irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen, wird sie spätestens nach 5 Minuten durch die Schmerzen oder das kleinste Geräusch wieder wach. Und schreit.

Ich lauf den ganzen Tag mit Ohropax rum, damit ich nicht völlig die Nerven verliere, denn ein direkt neben dem Ohr auf voller Lautstärke brüllendes Kind ist echt kein Spaß.

Als letzten Ausweg, den wir leider immer häufiger nehmen müssen, geb ich ihr ein Zäpfchen. Sobald die Wirkung einsetzt, ist das Kind wie ausgewechselt. Es lächelt, es brabbelt auch mal fröhlich vor sich hin und vor allen Dingen kann es auch mal abgelegt werden. Leider wirkt so ein Zäpfchen nicht ewig und unter Dauermedikation will ich sie ja auch nicht setzen.

Dinge zum drauf rumkauen lehnt sie ab, sie akzeptiert nur meine Finger. Ich geb sie ihr auch gerne, aber nach 2 Stunden Dauernagens ist es dann auch kein Spaß mehr.

Zu unser aller Glück schläft sie nachts aber wie gewohnt durch, ich kann sie nur nicht mehr zu einer zweiten Runde überreden, wie es noch bis vor wenigen Wochen ging.

Ich hoffe, die Zähne beeilen sich und ich bekomme mein – zumindest manchmal – fröhliches Kind zurück :/

Frustriert

Ich hab die Nase gestrichen voll. Nicht nur, dass mir diese elende Warterei gehörig auf den Keks geht, sondern mittlerweile habe ich auch keinen Bock mehr, schwanger zu sein.

Ich hab seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen. Mir tut mein Kreuzbein jeden Tag mehr weh und ich weiß nicht, wie ich stehen, sitzen oder liegen soll. Ich versuche die Schmerzen in der Hüfte durch Umlagerung zu lindern, aber das einzige, was das bringt, sind verspannte Schultern, die wiederum in den Nacken ausstrahlen und mir tierische Kopfschmerzen verursachen.

Die seit mehr oder weniger zwei Wochen anhaltenden, absolut nichts außer Schmerzen bringenden Wehen nerven. Das Sodbrennen ist mittlerweile unerträglich. Egal, was ich esse, ich werfe vorsorglich ein paar Bullrichsalztabletten ein, mindestens 10 Stück pro Tag, häufiger sind es aber um die 20. Die helfen jedoch nur bedingt und oft genug steht mir die Suppe in der Kehle, ab und zu auch darüber hinaus.

Ich möchte am liebsten schreien, weinen und etwas kaputt schlagen. Ich überlege, ob ich ins Krankenhaus fahre und die Ärzte dort anbettel, endlich das Ding aus mir rauszuholen.

Ich will nicht mehr schwanger sein, der Zauber ist verflogen. Ich will endlich wieder meinen Körper für mich haben. Ich will nicht mehr die ständigen Tritte in den Magen, gegen die Rippen, auf die Blase. Ich will wieder normal atmen, mich bücken, mir meine verdammten Schuhe alleine zubinden können. Ich will wieder normal schlafen können, in der Position, die mir gefällt und nicht, in der ich am wenigsten Tritte bekomme. Ich will wieder das essen können, worauf ich Appetit habe. Ich will bei Schmerzen endlich wieder die wirklich wirksamen Tabletten nehmen können.

Ich will, dass es vorbei ist!

Ich will meine gute Laune zurück!

Pottwal

Jetzt ist es endlich soweit, ich habe das berühmt-berüchtigte Pottwalstadium erreicht.

Fortbewegung an Land ist nur noch bedingt möglich und das liegt nicht nur daran, dass ich kaum noch ohne Hilfe Schuhe anziehen kann. Ich kann auch nicht mehr gescheit laufen, watschel wie ein betrunkener Seemann an Land umher. Meine Proportionen eignen sich schlicht nicht mehr für den Landgang.

Entsprechend wohl fühle ich mich nur noch im Wasser. Ist zur Zeit eine recht preiswerte Angelegenheit, es reichen 10 cm heißes Wasser in der Wanne für ein Vollbad. Es zeigt sich aber auch, dass solche Platzsparwannen nicht für schwangere Wale gedacht sind.

Mittlerweile nehmen die körperlichen Gebrechen überhand. Rückenschmerzen sind unerträglich, das Becken wackelt munter vor sich hin. Ich keuche und röchel vor mich hin und hab permanent das Gefühl, nicht genug Luft zu kriegen. Sodbrennen ist ein Dauerzustand. Egal, was ich esse, es steht immer kurz davor, wieder hoch zu kommen. Also futter ich Natrontabletten wie andere Leute Chips. Meine Finger sind angeschwollen und fühlen sich wie Weißwürste kurz vorm Platzen an. Dabei habe ich bisher nur 8 Kilo zugenommen. Massive Schlafstörungen kommen dazu, im Moment funktioniert nur noch etappenweiser Schlaf, und das trotzdem ich permanent müde bin.

Entsprechend schnell bin ich genervt und würde am liebsten permanent meine Ruhe haben. Ich mag nicht mehr raus gehen, weil ich keinen Bock auf Kontakt mit fremden Menschen habe. Außerdem bin ich extrem nah am Wasser gebaut. Alles Mögliche oder Unmögliche kann als Auslöser reichen, damit ich in Tränen ausbreche.

Dazu kommt eine allgemeine Panik vor der Geburt und der Zeit danach. Ich weiß, was auf mich zukommt und das ist auch das Problem. Dazu kommt, dass ich ständig über irgendwelche Geschichten mit Komplikationen stoße und nicht mal danach suche. Dauernd hab ich Angst, dass es dem Krümel nicht mehr gut geht. Nur, wenn er sich bewegt, beruhigt mich das, nur um ein paar Minuten später davon genervt zu sein, weil die Tritte mittlerweile richtig schmerzhaft geworden sind.

Noch 5 Wochen bis zum errechneten Termin, aber ich hätte absolut nix dagegen, das Ganze um ein oder zwei Wochen abzukürzen.

Ein Unglück

kommt selten allein. Wobei es so richtige Unglücke nicht sind, eher Unannehmlichkeiten, die den schönen Alltag doch mächtig stören.

Am Freitag nach dem GVK (Bericht folgt) bin ich noch fix in die Stadt, ich brauchte ein Buch, eine Glühlampe, ein Sitzkissen und Bilderrahmen. Alles auch schön schnell bekommen, nur die Bilderrahmen machten Probleme. Die waren nämlich mächtig groß und damit sehr unhandlich für den Transport zu Fuß zum Parkhaus. Die Verkäuferin gab sich zwar viel Mühe und nahm sich viel Zeit, aber so richtig brauchbar war das Einpackergebnis nicht, bereits nach 10 Metern schliffen 2 der Rahmen auf dem Boden und das ganze Paket war in Auflösung begriffen. Also bastelte ich mir selbst was zusammen, was dann wenigstens die 500 m zum Parkhaus hielt. Aber durch die Einpackarie und das neuerliche Gefummel war ich grad so in die nächste Parkstunde gerutscht und durfte extra zahlen, was bei uns in der Innenstadt echt nicht billig ist.

Entsprechend geschafft und genervt kam ich daheim an, um dann dort festzustellen, dass unser Internet mal wieder nicht funktionierte. Ich mich aufgerafft und geschaut, wo das Problem liegt. Nach einer Stunde Suche gab ich mit der Diagnose auf, dass unser Wlan-Router kaputt sei, einfach so, von jetzt auf gleich. Mittlerweile war es zu spät, um noch loszuziehen und das Gerät umzutauschen, war ja noch Garantie drauf.

Nach all diesen Aktionen meinte der Krümel, er müsse seinen Unmut dadurch kundtun, dass er wie doof in meinem Bauch rumturnt. Und zwar ununterbrochen. Die ganze Nacht. Auf den empfindlichen Stellen rumtrampelnd. Ich war genervt, ich war müde und ich wusste nicht mehr, wie ich liegen sollte. Dazu noch unerträgliches Sodbrennen, welches auch nach 4 Natriumtabletten nicht besser wurde. Bei einer meiner nächtlichen Wanderungen zum Klo war es dann zuviel und was auch immer noch in meinem Magen war, wollte wieder ans Licht.

Das hatte mir gerade noch gefehlt, aber immerhin war das Sodbrennen weg. Dachte ich. Doch weit gefehlt. Das Sodbrennen war immer noch da und eine Dreiviertelstunde später kam der Rest und noch ein bisschen mehr raus. Ganz großes Kino.
Hab den Rest der Nacht vor mich hingedöst, aber wirklich schlafen war nicht drin.

Zum Frühstück gab es dann leckeren Fencheltee und Zwieback, beides innerhalb kürzester Zeit wieder draußen. Die Tasse nur Fencheltee auch. Pures Wasser ebenso.
Eigentlich wollten wir an diesem Tag zusammen zum Fußball gehen, endlich wieder nach der Winterpause, aber ich hab dann dankend abgelehnt. Sind meine Männer eben alleine gegangen, während ich auf dem Sofa rumdämmerte. Bis zum Abendessen keine Besserung der Grundsituation.
Dazu sind allerdings Rücken- und Kopfschmerzen gekommen.

Meine Jungs sind völlig durchgefroren heimgekommen und der Kleene hatte nen ganz schlechten Tag erwischt, nur am Ningeln und Jammern und Rummotzen. Mein Mann ist dann nochmal losgezogen, den Router tauschen ohne Kassenbon, da wir den nicht mehr gefunden haben. Die netten Damen von Conrad waren auch so kulant und haben das Gerät getauscht und ich versuchte dann erneut, in unserer Wohnung drahtloses Internet zum Laufen zu kriegen. Das war eine echte Tortur, konnte ich doch kaum noch aufrecht stehen und mein Kreislauf war mittlerweile jenseits von gut und böse. Hab nach einer Stunde aufgegeben, der Router wollte das Internetsignal einfach nicht weiterleiten und mir fehlte der Nerv zur ausgiebigen Fehlersuche.

Zu später Stunde versuchte ich es erneut mit Fencheltee, vorsorglich mit 2 Bullrichsalz und yay, er blieb drinnen. Zwei Stunden später nochmal eine große Tasse und sogar ein paar Zwieback, woraufhin zwar mein Bauch grummelte, aber sich sonst soweit still verhielt.
Ich bin daraufhin ins Bett und lag dort bis in die frühen Morgenstunden wach, weil mir mittlerweile irgendwie alles weh tat. Wagemutig probierte ich eine Paracetamol und bin, sobald diese anfing zu wirken, eingeschlafen. Als ich wieder wach wurde, waren immerhin die Kopfschmerzen weg.

Ich versuchte es mit Frühstück und stellte beim Vorbereiten desselbigen fest, dass wir in der Nacht nur knapp einer Katastrophe entkommen sind. Das Kabel einer Küchenlampe hatte einen Kurzschluss und hatte angefangen zu schmoren. Zum Glück kam die Sicherung und außer dem verkokelten Kabel ist nichts passiert. Allerdings wird mir ganz schlecht, wenn ich daran denke, was alles hätte passieren können.

Wenigstens klappte das Frühstück gut, ich konnte die Dosis sogar auf eine Tasse Fencheltee und ein halbes Brötchen steigern \o/
Danach probierte ich wieder am WLan rum und stellte irgendwann fest, dass das Kabelmodem und der Router die gleiche IP haben. So kann das ja nix werden. Jetzt musste ich nur noch die Stelle finden, an der ich die IP des Routers ändern konnte, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Doch auch das war irgendwann vollbracht, wir hatten wieder Internet und mein Mann hörte endlich auf mit Grummeln.

Bin trotz allem immer noch total wacklig auf den Beinen und hab den Tag mehr oder weniger dösend auf dem Sofa verbracht. Ich hoffe nur, dass es morgen besser wird, denn ich möchte endlich die Babyecke fertig einrichten.

A Trip down Memory Lane

Ich hatte es schon angedroht, und hier kommt nun der Bericht zur Geburt von meinem Großen. Kann sein, dass alles auch ganz anders war, 5 Jahre und eine Menge Hormone können Erinnerungen ganz erheblich verfälschen 😉

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Freitags dachte ich, dass es losgeht, regelmäßige Wehen aller 8 Minuten. Doch nach 3 Stunden hatten sie sich wieder verflüchtigt und so kam das Baby dann doch nicht am Geburtstag meines Mannes und ich musste mir etwas anderes als Geschenk einfallen lassen 😉

Am Dienstag darauf wurde es aber tatsächlich ernst. Ich war am Abend gegen 23 Uhr ins Bett gegangen und wurde dann gegen 1 Uhr morgens wach, als mein Mann ins Bett kam. Und ich spürte, dass irgendetwas anders war. Ich hatte wieder Wehen, wieder recht regelmäßig aller 8 Minuten. Es tat nicht weh, war nur ein wenig unangenehm. Ich versuchte noch, ein wenig zu schlafen, aber das wollte mir nicht gelingen. Also weckte ich gegen 3 Uhr morgens meinen Mann und teilte ihm mit, dass wohl heute der große Tag sei. Er könne noch in Ruhe wach werden und Kaffee trinken, aber irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft sollten wir uns doch auf ins Krankenhaus machen.

Ich packte in Ruhe die Sachen, maß die Abstände zwischen den Wehen, die weiter aller 7 oder 8 Minuten kamen und allmählich stärker wurden, aber immer noch erträglich waren. Um halb 5 setzten wir uns ins Auto und ich, da mein Mann nie Autofahren gelernt hat, fuhr uns ins 1,5 km entfernte Uniklinikum. Wir meldeten uns auf der Geburtsstation an und kamen in ein kleines Untersuchungszimmer, wo kurze Zeit später eine Hebamme nach mir schaute und meinte, ja, das wären schon Wehen, aber Muttermund erst bei 1-2 Zentimeter, also keine Eile geboten. Ich solle erstmal in dem Zimmer warten, nach dem Schichtwechsel um 6 würde ich dann in einen Kreißsaal kommen. Da es mir soweit gut ging und auch das Fachpersonal der Ansicht war, dass es „echte“ Wehen sind, war ich erstmal beruhigt und wartete geduldig.

Der Schichtwechsel kam und brachte neben unserem eigenen Zimmer leider eine ältere Hebamme, die gut und gerne auch als Feldwebel auf dem Kasernenhof Karriere hätte machen können. Da fehlte jegliches Einfühlungsvermögen und menschliche Wärme, weswegen ich nicht sonderlich böse drum war, dass sie sich nur aller 2 Stunden mal blicken ließ. Mich wunderte es auch nicht, dass zum Mittag der Muttermund immer noch bei nur 1-2 Zentimetern war. Damit sich irgendwas tut, wurden wir spazieren geschickt. Ich fand das doof, weil ich mich nicht in aller Öffentlichkeit schnaufend, watschelnd und manchmal vor Schmerzen leicht gekrümmt präsentieren wollte. Aber das Zimmer ging mir auch langsam aufn Keks. So drehten wir also 1,5 Stunden lang unsere Runden im Klinikgarten und waren kurz vor Schichtwechsel wieder „daheim“. Wehen kamen ein wenig häufiger, die Schmerzen waren aber immer noch erträglich. Ich hatte bislang nur prophylaktisch einen Zugang gelegt und zwei Paracetamol bekommen.

Kurz nach dem Schichtwechsel wurde beschlossen, dass mein Mann, der vor Müdigkeit mittlerweile kaum noch aufrecht stehen konnte, erstmal wieder nach Hause gehen kann, da das hier alles noch ein wenig dauern würde. Auf dem Rückweg könne er doch bitte noch Schokolade mitbringen, denn echte feste Nahrung durfte ich nicht essen, das Abendbrot tags zuvor war meine letzte Mahlzeit gewesen und so langsam hatte ich ein wenig Hunger.

Irgendwann bekam ich auch einen Einlauf, ob nun in dieser oder der Schicht davor weiß ich nicht mehr. Mir war es recht, da so erstens mehr Platz fürs Baby war und so auch die Sauerei bei der Geburt nicht noch vergrößert wurde. Mit dem Schichtwechsel bekam ich auch wieder eine neue Hebamme, auch wieder etwas älter und mit osteuropäischem Akzent, die sich wunderbar um mich kümmerte. Sie erklärte mir die Situation, besprach die nächsten Schritte und erzählte auch, dass auf der Station gerade viele Frauen entbinden würden und es bei einigen wohl zu Komplikationen gekommen ist, weswegen sie nicht permanent bei mir wäre. Sie würde aber die Hebammenschülerin bei mir lassen, was sie dann auch tat. Eben diese Schülerin quälte mich in der Zwischenzeit damit, dass ich mich permanent auf dem Bett von links nach rechts und wieder zurück wälzen musste.

In meinem Pottwalzustand eine echte Tortur und ich ächzte und stöhnte, während ich meinen Bauch ein ums andere Mal auf die andere Seite wuchtete. In diesem Moment war ich heilfroh, den Geburtsvorbereitungskurs gemacht zu haben, denn so wusste ich, dass sich dadurch das Baby ordentlich in den Geburtskanal schrauben kann. Ich teilte auch der Schülerin mit, dass ich sie ohne dieses Wissen wohl auf ewig verfluchen würde. Sie lächelte erleichtert, vermutlich hatten einige Frauen in der Vergangenheit keinen solchen Kurs besucht und genau dies getan. Ich wurschtelte also auf dem Bett rum und wehte fröhlich vor mich hin. In meiner Erinnerung war das alles zwar anstrengend, aber immer noch erträglich.

Im Laufe der ganzen Prozedur fragte ich mal nach PDA, aber da wurde mir gesagt, dass ich damit nicht mehr in die Wanne könne und außerdem mindestens 24 Stunden lang im Krankenhaus bleiben müsse, was ich nicht unbedingt wollte. Also ging es weiter mit Paracetamol und ordentlichem Atmen. Ein wirkliches Zeitgefühl hatte ich bereits nicht mehr, ich war einfach zu sehr beschäftigt, um darauf zu achten. Irgendwann nach 16 Uhr registrierte ich, dass die Hebammenschülerin anfing, Babyklamotten rauszulegen, was ich spannend fand, da die Geburt ja eigentlich noch einige Stunden dauern sollte. Kurz darauf kam die Hebamme rein, untersuchte mich und meinte, dass wir dann doch mal den Papa anrufen sollten. Ich war ein wenig erschrocken, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Muttermund war mittlerweile vollständig auf und an sich konnte es nun richtig losgehen.

Die Anrufversuche blieben lange Zeit erfolglos, was mich nicht wunderte, denn wenn mein Mann einmal schläft, dann aber richtig. Gegen 17 Uhr erreichte sie ihn dann und er machte sich wieder auf den Weg. Ich kämpfte nun mit den richtigen Presswehen und die waren auch recht schmerzhaft. Dagegen bekam ich ein Morphiumderivat in die Pobacke gespritzt. Was für ein krasses Zeug. Ich spürte die Schmerzen zwar immer noch in voller Stärke, aber es war mir scheißegal. Ich kann völlig nachvollziehen, warum jemand davon abhängig werden kann. Ich schwebte wie in Watte gepackt auf meinem Bett, presste aber bei jeder Wehe ganz brav mit. Auch wenn die Schmerzen echt heftig waren, fand ich die Situation selbst viel angenehmer als die vielen Stunden davor. Ich war zwar immer noch hilflos, konnte aber das erste mal wirklich etwas tun, aktiv werden. Und so presste ich mit aller Kraft.

Um 17:30 Uhr hatte es dann mein Mann geschafft und traf wieder im Kreißsaal ein, pünktlich zum Show-Down. 3 Presswehen später war der Kleene da und wir endlich eine richtige Familie.
Blieb noch die Frage, wer die Nabelschnur durchschneidet. Mein Mann hatte vorher schon abgelehnt, da er für solche Situationen nicht geschaffen ist. Wir hatten auch vereinbart, dass er jeder Zeit gehen könne, wenn es ihm zuviel wird, ich würde es ihm nicht übel nehmen. Und dem Personal ist auch geholfen, wenn sie nicht noch einen zusätzlichen Patienten zu versorgen hätten. Ich hatte vorher die Hebamme gebeten, mich nach der Geburt zu fragen, ob ich denn die Nabelschnur durchschneiden wollte, was diese auch tat. Aber als ich so nach unten schaute und mir dort ein blutverschmiertes Ärmchen entgegenwinkte, lehnte auch ich ab. War für mich die richtige Entscheidung, die ich nie bereut habe.

Das Kind wurde also von der Hebamme abgenabelt und mit den Worten „Es ist ein Jun-g-e“ (die herrliche Betonung ist uns allen in Erinnerung geblieben) begrüßt. Der größte Schmodder wurde beseitigt und dann lag das Baby auch schon bei mir auf der Brust. Ich bekam ein Wehenmittel gespritzt, damit die Plazenta möglichst schnell nachkam, was sie auch tat. Unter heftigen Ziehen löste sie sich, was ich als äußerst unangenehm empfand und mich immer noch frage, ob man nicht 5 Minuten länger hätte warten können.
Danach kam der Arzt und begutachtete den angerichteten Schaden, ein Dammriss 2. Grades und ein paar Abschürfungen, die genäht werden mussten. Der Arzt machte sich sogleich daran und diese Prozedur war schlimmer als die gesamten Stunden zuvor. Die Nahtstellen wurden lokal betäubt und waren auch nicht das Problem. Nur wischte der Arzt immer wieder das Gebiet trocken und das fühlte sich an, als wenn er dazu grobes Sandpapier benutzte. Das waren einfach nur schreckliche Schmerzen. Außerdem fiel in dieser Zeit auch die gesamte Anspannung der letzten Stunden, Tage, Monate von mir ab und die musste irgendwie raus und so schrie ich bei jedem Wischer. Ich versuchte auch dem Arzt zu erklären, wie es sich anfühlt, was er da machte, aber das schien ihn nicht zu interessieren, er wischte weiter großzügig und inbrünstig da unten rum und es fühlte sich an, als würde es stundenlang kein Ende nehmen.

Als er dann irgendwann fertig war, konnte ich endlich mein Mamaglück genießen und das Kind richtig betrachten und es zum ersten Mal anlegen, was auch sofort gut klappte. Mein Mann kümmerte sich um die Dokumentation der Geschehnisse. Ich hatte vorher mit ihm vereinbart, dass er, sobald das Kind da ist, er sich nur noch um das Kind kümmern sollte. Wenn irgendwas mit ihm ist, wenn es Komplikationen gibt und es spezielle Versorgung braucht, dann solle er ihm nicht von der Seite weichen und gut auf es aufpassen. Ich würde mich um mich selber kümmern bzw. war ich nicht so wichtig. Außerdem war mir so auch eine große Sorge genommen, wusste ich doch den Kleinen gut versorgt.

Der war in der Zwischenzeit begutachtet und für schick befunden worden, so dass wir erstmal wieder alleine gelassen wurden und uns in der neuen Situation zurecht finden konnten. Aus gut informierten Kreisen weiß ich, dass dies nicht aus Rücksichtnahme auf die Eltern passiert, sondern draußen nur jede Menge Papierkram wartete, der ausgefüllt werden musste. Wir bekamen mitgeteilt, dass wir bis zu 4 Stunden nach der Geburt im Kreißsaal bleiben durften, also da auch keine Eile bestand. Da soweit alles gut gelaufen ist, beschlossen wir, unserem ursprünglichen Plan zu folgen und direkt wieder nach Hause zu fahren. Wir teilten das dem Personal mit, die darauf bestanden, dass das Baby vorher noch vom Kinderarzt gecheckt würde. Die Ärztin war jedoch sehr zufrieden mit ihm und so konnten wir gegen 22:30 Uhr wieder nach Hause fahren.

Wir packten also wieder alles ins Auto, schnallten den Kleenen gut in der Babyschale fest, und da mein Mann in der Zwischenzeit immer noch nicht gelernt hatte, Auto zu fahren, setzte ich mich ans Steuer und 5 Minuten später waren wir tatsächlich daheim. Der stolze Papa trug das Baby über die Schwelle in die Wohnung und dort standen wir, erstmal ratlos, was wir denn nun machen sollten. Ich rief meine Hebamme an, hatte kurz zuvor noch schnell ein schlechtes Gewissen, da es ja doch recht spät war, doch als sie ran ging, hörte ich laute Stimmen und Musik im Hintergrund, und ich erzählte ihr von den Neuigkeiten. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag und sie sprach uns Mut zu, dass wir es bis dahin schon packen würden. Es folgte noch ein schneller Anruf bei meinen Eltern und es reichten genau zwei Worte, um die Neuigkeiten zu überbringen: Hallo Opa 🙂

Da für uns alle der Tag sehr anstrengend war, sind wir direkt danach ins Bett, der Kleene hat sich noch schnell eine weitere Mahlzeit geholt und kurze Zeit später waren wir alle eingeschlafen und sind erst 8 Stunden später wieder wach geworden.

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Und hier noch das dazugehörige Zahlenwerk:

Geburtsdatum: 03.03.2009
Uhrzeit: 17:44 Uhr
Gewicht: 3330 g
Kopfumfang: 33 cm
Länge: 49 cm

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Und den Namen gibt es als kleines Rätsel 🙂

Das Kind wurde nach dem Sänger meiner Lieblingsband benannt, welche genauso alt ist wie ich, Baujahr ’77.
Den vollständigen Namen inklusive Zweitnamen haben wir 1:1 von einem Schriftsteller übernommen, der, neben ganz vielen anderen, so wunderbare Werke wie „The Merry Men and Other Tales and Fables“ oder „The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“ geschaffen hat.

Jammern

Ich muss das jetzt mal machen. Ich tu mich da eher schwer damit, weil ich doch dankbar bin, überhaupt schwanger zu sein und auch noch weiter sein zu dürfen. Viele meiner Mitschwangeren haben nicht so viel Glück, sind bereits Frühchenmamas geworden oder ihnen droht eine Frühgeburt und sie werden im Krankenhaus dauerüberwacht.

Seit zwei Tagen habe ich ziemlich heftige Schmerzen im Kreuzbein und dem gesamten Becken, hervorgerufen durch die ganz normale, schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung. Dann muckert meine rechte Schulter (mal wieder), was wunderbar in den Nacken und den rechten Arm ausstrahlt, verbunden mit spannungsbedingten Kopfschmerzen. Meine Beine schmerzen.
Mein Bauch sowieso, besonders wenn ich länger stehe oder laufe.

Ich krieg kaum noch Luft, schnaufe ständig wie eine Dampflokomotive und wenn ich die Treppen bis zu unserer im 3. Stock liegenden Wohnung hochsteige, brauche ich anschließend ein Sauerstoffzelt. Der Krümel strampelt sich eins ab und liegt immer noch in BEL, so dass es sich wunderbar auf meiner Blase rumhüpfen lässt und ich aller Nase lang aufs Klo muss.
Besonders schlimm ist es nachts, da komm ich vor Schmerzen überhaupt nicht in den Schlaf. Ich weiß nicht, wie ich liegen soll, wälze mich mit meinem dicken Bauch hin und her, während mein Mann lustig laut neben mir schnarchte. Vorletzte Nacht halfen immerhin 2 Paracetamols, nach denen ich dann relativ gut schlafen konnte.

Dann war ja gestern die Aktion mit Kabel Deutschland, bei der ich immer wieder zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer pendeln und in einer kleinen Ecke, in der wir die technischen Gerätschaften verstaut haben, rumkrauchen durfte. Nach den 1,5 Stunden, die das Ganze gedauert hat, war ich ziemlich kaputt und bin auch früh (für meine Verhältnisse) ins Bett. Dort lag ich dann wach, warf nach 2 Stunden wieder 2 Paras ein und lag weiter wach, weil es in jeder Position anders weh tat und das Schmerzmittel überhaupt nicht half. Also nochmal nachdosiert, dabei ein richtig schlechtes Gewissen bekommen, weil ich dies laut Packungsbeilage erst nach 6 und nicht schon nach 2 Stunden hätte tun dürfen. Ich lag noch ein bisschen wach und „freute“ mich auf den heutigen Friseurbesuch.

Irgendwann schlummerte ich weg und wurde ziemlich rüde von meinem Wecker geweckt. Quälte mich unter die Dusche und haderte mit mir selbst, ob ich zum Friseur laufen oder doch lieber fahren sollte. Nach langem Ringen entschied ich mich fürs Laufen, weil ich dachte, dass mir das nach zwei Stunden sitzen auf einem mehr oder weniger bequemen Stuhl gut tun würde.

Beim Friseur selbst ging es erstaunlich gut, ich hatte da wirklich mit Schlimmerem gerechnet. Aber es tut einfach gut, wenn mir jemand ausgiebig auf dem Kopf rumfummelt. Eine neue Farbe gab’s auch, Aubergine mit kupferfarbenen Strähnchen. Für die nichtschwulen und -metrosexuellen Männer: lila mit orange 😉
Trotz allem war ich froh, als ich wieder gehen konnte, obwohl mir mein Bauch den ganzen Heimweg durch Ziehen und Schmerzen signalisierte, dass ich doch besser das Auto genommen hätte. Daheim angekommen hab ich es nur noch geschafft, mir was Kleines zu Essen zu machen und bin dann erstmal auf der Couch umgefallen.

Jetzt geht es einigermaßen, nur das Becken schmerzt bei jeder kleinen Bewegung. Aber ab und zu muss ich mich bewegen, weil sonst mein Steißbein erst taub wird und dann weh tut.

Morgen hab ich das erste Mal meinen Geburtsvorbereitungskurs, da werd ich fragen, was ich außer Medikamenten gegen die Schmerzen tun kann. Und jetzt hoffe ich auf eine halbwegs ruhige Nacht, in der ich auch mal zum schlafen komme. Denn so richtig Jammern mag ich nicht.

Unruhig

Im Moment bin ich total unruhig und weiß nicht so recht, warum. An sich sind ja seit dem Urlaub alle kritischen Themen durch und ich könnte mich jetzt wieder auf die Schwangerschaft und die Arbeit konzentrieren. Aber so recht will mir das nicht gelingen.

Mir geht es seit Freitag körperlich nicht allzu gut, ich hab elendig dick geschwollene Knöchel, die auch übers Wochenende trotz viel Beine hochlegen nicht abgeschwollen sind. Hatte am Freitag schon Probleme mit meinen an sich superbequemen Turnschuhen, die permanent am Rand drückten. Die Rückenschmerzen sind leider auch schlimmer geworden und ich weiß teilweise nicht mehr, wie ich sitzen oder liegen soll.

Zu allem Überfluss zeigte der Kleene gestern Abend wieder Anzeichen einer herannahenden Erkältung, die mitten in der Nacht richtig dramatisch wurden. Ich hörte so gegen 1 Uhr in der Nacht ein leises Wimmern aus seinem Zimmer und als ich nachschaute, saß er auf seinem Bett und japste nach Luft. Seine Atemnot war so groß, dass er nicht mal mehr weinen oder nach uns rufen konnte und er glühte mit über 40 Fieber vor sich hin.

Ich schnappte mir also den Kleenen, gab ihm eine Dosis Fiebersaft, zog ihn fix an und dann am zur Notfallpraxis. Auf dem Weg dahin ging es ihm zum Glück schon etwas besser und er drohte nicht mehr jeden Moment zu ersticken. In der Praxis wurde mir als allererstes ein Zettel zu Pseudo-Krupp in die Hand gedrückt, auf dem tatsächlich alle Symptome meines Kindes beschrieben wurden. Der Arzt hat ihn gründlich untersucht und abgehorcht und bestätigte seinen Verdacht und gab dem Kleenen Cortisonsaft und verschrieb und noch Paracetamolsaft, falls unser gewohnter Fiebersaft das Fieber nicht ausreichend senken sollte.

Sehr erleichtert, aber auch sehr k.o. ging es dann wieder zurück nach Hause, wo der Kleene wieder ins Bett verfrachtet wurde und ich noch ein wenig wach blieb, um immer mal kontrollieren zu können. Er hat zwar ordentlich geschwitzt, aber doch friedlich geschlafen.

Als ich am frühen Morgen ins Bett gegangen bin, konnte ich recht schnell einschlafen, bin aber relativ schnell durch heftige Bauchkrämpfe geweckt worden. Jede Bewegung löste neue Krämpfe aus, aber ich musste mich immer wieder mal umdrehen, weil mir mein Rücken so weh tat. Irgendwann bin ich wieder eingeschlafen, aber nach nur 4 Stunden Schlaf war ich dann endgültig wach, jedoch total abgeschlagen. Habe versucht, heute nachmittag ein wenig zu schlafen, aber dazu war ich zu unruhig.

Mit all diesem Kram denke ich ernsthaft drüber nach, das Angebot der Ärztin nach einem kompletten Beschäftigungsverbot anzunehmen, denn ich habe keine Lust auf weitere Bauchkrämpfe nachts oder sonstwann. Andererseits hab ich ein total schlechtes Gewissen, meine Kollegen im Stich zu lassen, wo noch so viele Aufgaben offen sind. Dann wiederum mach ich mir schon Sorgen um den Bauchbewohner, denn solche Krämpfe haben sicherlich auch etwas zu bedeuten und die Angst, dass die Schwangerschaft ein vorzeitiges Ende finden könnte, ist schon massiv. Zumal es mich auch beunruhigt, dass ich innerlich überhaupt noch nicht auf das Kind eingestellt bin.

In den Foren erzählen sie alle, was sie schon gekauft haben, was sie noch besorgen müssen, wer alles umzieht oder die Kinderzimmer streicht und vom ganzen anderen Nestbaukram. Und ich hock hier und mir steht der Sinn so gar nicht danach. Wir haben ja im Prinzip auch alles da. Das einzige, was wir noch klären müssen ist, wo wir die Babysachen unterbringen und wie wir das Kind nennen.

Obwohl eigentlich alles so einfach sein sollte, finde ich das grad total kompliziert und die Gesamtsituation überfordert mich völlig 😦

 

Ich habe Rücken

Und das leider nicht zu knapp 😦

Mein Steißbein nimmt mir meine vorwiegend sitzende Bürotätigkeit gerade mächtig übel und nach 4 Stunden weiß ich nicht mehr, wie ich sitzen soll, weil alles im unteren Rückenbereich weh tut.

Richtig übel wird es allerdings, wenn ich abends ins Bett gehe und die tagsüber gequälten Muskeln endlich locker lassen können. Und dann denk ich dran, dass ja noch nicht mal Halbzeit ist …

Aber auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass ich den Krümel immer öfter und immer stärker im Bauch spüre, egal, was die Schwester am Mittwoch gesagt hat 🙂