Wer lesen kann,

ist klar im Vorteil. Ganz ehrlich. Und auch besser für meinen Blutdruck. Wirklich.

Meine allerliebste Lieblingskollegin ist dieser hohen Kunst anscheinend nur bedingt mächtig, denn heute entspann sich folgender Emailverkehr:

„ich habe diese Rechnung kontiert und wollte sie dann sachlich richtig zeichnen. Hm, nun weiß ich nicht mehr weiter..
Bitte gucken Sie sich den Vorgang doch einmal an.“

Anbei ist ein Screenshot, auf welchem 2x groß eine Meldung prangt, warum die Rechnung nicht verarbeitet werden kann. In meiner Antwort weise ich sie entsprechend darauf hin:

„wie Sie dem Screenshot entnehmen können, fehlen in der Rechnung entscheidende Angaben: Achtung: Angabe1, Angabe2, Angabe3, Angabe4 müssen gefüllt sein. Und im Umlauf ist kein Angabe3 eingetragen.“

Für mich ist damit die Sache erledigt, aber nicht für Frau Schnittenfittich:

„das hatte ich alles eingetragen. Der Vorgang ging trotzdem nicht. Das Bild habe ich nur für Sie noch einmal aufgemacht.“

Ich schaue noch mal im System nach, vielleicht habe ich beim ersten Nachschauen doch etwas übersehen oder sie hat die fehlende Angabe inzwischen nachgetragen und das System weigert sich immer noch. Aber nein, Angabe3 ist weiterhin leer. Also der nächste Versuch meinerseits:

„Wenn ich den Umlauf öffne, fehlt Angabe3:“ Dazu hänge ich einen Screenshot an die Mail an, in der die fehlende Angabe rot umrandet markiert ist.

Als Antwort bekomme ich ein fröhliches: „ok, ich versuche es noch einmal. Das mit Angabe3 ist ein guter Hinweis. Dankeschön ;-))“

Kopf -> Tischplatte

 

Manchmal könnte ich

mich den ganzen Tag aufregen. Da scheinen sich Inkompetenz, Unwissen und allgemeine Hilflosigkeit zu ballen und sich gegen mich zu verschwören. Vorzugsweise geschieht dies an Tagen, an denen ich eh schon dünnhäutig bin, weil massiv unausgeschlafen. (Oder es fällt mir genau deswegen auf, während ich an anderen Tagen darüber hinwegsehen kann.)

War ich wegen unseres Englandurlaubs bei der Bank, da ich ganz dringend noch eine Kreditkarte brauche. EC-Karten scheinen da wohl nicht überall akzeptiert zu werden. Und natürlich hab ich mich vorher auf der Homepage http://www.bankname.de schlau gemacht. Dachte ich. Bei der Bank angekommen, teilte mir der freundliche Herr mit, dass besagte Homepage gar nicht die Seite der Bank ist, sondern die richtige Homepage http://www.banknamebank.de sei. Beide Seiten sehen gleich aus, benutzen die gleichen Logos, haben im Impressum die gleiche Anschrift, selbst die ausgegebenen Kreditkarten sehen gleich aus. Einziger Unterschied: die Kreditkarte bei Seite 1 kostet nur 5 Euro pro Jahr, bei Seite 2 20 Euro.
Und nun ratet mal, welche Option für mich zutrifft?
Richtig! *hmpf*
Zu allem Überfluss war der freundliche Mitarbeiter extrem langsam und nur mäßig kompetent, so dass ich eine geschlagene Dreiviertelstunde im zum Glück klimatisierten Büro hocken durfte.

Kaum bin ich nach 1,5 Wochen Krankheit wieder auf Arbeit, meldet sich meine allerliebste Lieblingskollegin und will wissen, ob denn ihr Chef die Übernachtung während des von uns organisierten Workshops bezahlen muss. Ich verneine und meine, dass sämtliche Kosten auf unsere Kostenstelle gehen. Jetzt will sie trotzdem wissen, was das Zimmer kostet. Will sie da auch einchecken, damit sie sich in gewohnter Weise schützend vor ihren Meister werfen kann?

Ein Mitarbeiter unseres externen Dienstleisters, über den wir unser Buchungssystem beziehen, wollte mir doch tatsächlich weis machen, dass wir das Programm ganz falsch benutzen und wenn wir es richtig (also so, wie er meint, dass man es benutzen soll) machen würden, hätten wir auch die Probleme nicht und er könnte sich die Arbeit sparen. Ich hab ihm dann per Mail mal gezeigt, wo die Harke hängt, denn wir haben erst vor einigen Wochen das Programm auf die jetzige Funktionalität umgestellt und er solle endlich in die Puschen kommen und das machen, worum ich ihn höflich gebeten habe.
Natürlich habe ich das in geschäftstauglichere Worte gefasst, konnte mir aber nicht verkneifen, seinen Chef in CC zu setzen. Sollen die sich halt untereinander besser absprechen.

Überhaupt Dienstleister. Ein nicht ganz unwichtiger Partner murkst seit 4 Wochen elendig rum, so dass wir gezwungen sind, nach vergeblichen Vermittlungsgesprächen auf Konventionalstrafen zurück zu greifen. Da die Zusammenarbeit in der Vergangenheit wirklich bestens war, bestand dazu nie ein Anlass und niemand weiß, ob und wie hoch solche Strafen angesetzt werden können. Wär mir ja alles egal, wenn ich nicht diejenige wäre, die jetzt sämtliche Verträge von anno dazumals nach diesen Klauseln durchforsten müsste.
Einmal mit Profis!

Und das ist nur das, was bis zum Ende der Mittagspause aufploppte.

Mal schauen, welchen Murks der Rest des Tages bringt.

Schweißtreibender Tag

Es gibt so Tage, da merkt man, dass die Kollegen auch nur höchst menschliche Wesen sind, die wie alle anderen auch Fehler machen. Wenn es an solchen, zugegebenermaßen seltenen Tagen, auch noch so extrem heiß ist wie heute, kann es zu äußerst unschönen Häufungen dieser Merkwürdigkeiten kommen.

Blafft mich heute morgen ein Controllerkollege an, warum ich ihm denn keine Auskunft über die Telefonkosten jedes einzelnen (!) Mitarbeiters geben könne. Als ich antworte, dass dies einfach nicht mein Aufgabengebiet ist, ich nur die Sammelrechnungen der Telekom kontiere und er sich an Kollege X wenden sollte, blafft der Controller weiter, dass er aber X nicht erreiche und ob ich denn wisse, wieso X ihm nicht antwortet. Ich schlug ihm Urlaub, Krankheit, sonstige Abwesenheit oder schlicht unterwegs im Hause vor, was er aber nicht schlüssig fand. Mehr helfen konnte ich ihm nicht, da ich nicht allen unseren Mitarbeitern das Händchen halte und die sich bei mir an- und abmelden.
Schade eigentlich.

Mein kleiner Chef, von allen IT-Kollegen liebevoll „unser kleiner Diktator“ genannt, schickte mir heute eine Projektdatei. Nachdem ich ihn darauf hinwies, dass ich die Datei nicht öffnen könne, weil mir das passende Programm dazu fehlt, grummelte er kurz und kramte dann irgendwo noch eine Lizenz dafür her. Zwei Stunden später war das Programm auf meinem Rechner, ich öffnete die Datei und sie war – leer. Nix. Niente. Nada. Nüschd.
Small Boss wollte das nicht glauben und konnte sich erst durch direkten Blick auf meinen Rechner und besagte Datei von der Wahrheit meiner Aussage überzeugen. Aufgelöst fragte er mich dann, wo denn die Projektordner sind. Ich hatte sie ihm vor zwei Tagen mittig auf seinen Schreibtisch gelegt, nachdem ich jede der 500 Seiten einzeln abgezeichnet und dabei ordentlich meine Griffel zermatscht hatte. SB konnte sich spontan nicht an die Ordner erinnern, aber nach längerem Nachdenken fiel ihm ein, dass er die wohl mit einem anderen Projekt verwechselt hatte.
Er fragte mich daraufhin, ob ich denn den Projektplan hätte oder wüsste, wo er liegen könnte. Als ich verneinen musste, weil ich noch nicht mal weiß, wo die originalen Vertragsdokumente dazu liegen und alles Big Boss selber verfasst und eigenhändig ausgedruckt hatte, war bei Diktator Schluss. Der Verzweiflung nahe fragte er mich, was er denn jetzt machen solle, die Ordner müssten schließlich zur Geschäftsführung zur Unterschrift.
Sorry, aber außer 500 mal meinen Krakel zu setzen habe ich nichts weiter mit dem Vertrag zu schaffen gehabt. Da wird er wohl mal als stellvertretender Chef eine unangenehme Nachricht überbringen müssen.

Eine Kollegin, die im Normalfall schon recht eigen ist, kam heute gar nicht mehr mit der Welt klar. Ich denke bei ihr häufiger, dass sie Alkoholikerin ist, kann aber nix bei ihr riechen, evtl. ist sie hier auf Arbeit auch ständig auf Entzug. Aber so verpeilt, wie die hier ständig rumläuft, das kriegt man als normaler Mensch gar nicht hin. Heute durfte ich ihr wirklich wieder den Urschleim in unserem Buchungssystem erklären. Das ist so, als wenn du einem 10.-Klässler das kleine 1×1 beibringen musst. Das ist eine Buchhalterin, sie arbeitet täglich mit diesem Programm o.O

Und meine Lieblingskollegin darf natürlich auch nicht fehlen. Schon gar nicht an so einem Tag wie heute. Ihr heißgeliebter Chef ist im Urlaub, hat aber vergessen, für die Zeit seiner Abwesenheit eine Vertretung in unserem Buchungssystem anzulegen. Ob ich denn nicht bei der Vorgesetzten vom Cheffchen anrufen könne und sie fragen, ob nicht Person Y die Vertretung machen könne, wie in der Vergangenheit auch, und es dann entsprechend einrichten.
Klar, im Prinzip kann ich. Aber heute hab ich keinen Bock auf deren Mist und ich bin generell gegen das Prinzip Stille Post. Ich bat sie höflichst, sich selbst an die Vorgesetzte zu wenden und mir dann ihre hoffentlich positive Antwort per Mail (ich heb die Mails zur Absicherung auf, nicht, dass mir nachträglich jemand ans Bein pinkeln will, warum denn Person ABC die Rechnungen von Z einsehen konnte, etc.) weiterleiten. Und gerne richte ich das dann innerhalb kürzester Zeit für sie ein.
Seitdem hab ich von ihr nichts mehr gehört.

Dann war eine liebe Buchhaltungskollegin total verwirrt und scheiterte an der hohen Kunst der Rechnungsbearbeitung. Ich hab ihr die 3 Klicks abgenommen und wir sind uns einig. dass es vermutlich produktiver gewesen wäre, wenn uns die Geschäftsführung statt der 2 zugegeben sehr leckeren Kugeln Eis den Nachmittag frei gegeben hätte. Wer weiß, was für Blödsinn die restlichen Kollegen unabsichtlich verzapfen.

Und jetzt auf ins heißeste Wochenende dieses Jahres \o/

Unser täglich Drama gib uns heute!

Die Frau gibt einfach keine Ruhe. Es war so ruhig um sie die letzten Monate und jetzt schlägt sie tatsächlich jeden Tag mit etwas Neuem auf.

Wie anderweitig bereits erwähnt, wurden und werden sämtliche Rechner im Unternehmen auf Windows 7 umgestellt. Dass dies unter anderem mit der Neuformatierung der Festplatte einhergeht, ist auch den meisten Laien bekannt. Dass nach einer Formatierung sämtliche Daten auf der Festplatte erstmal weg sind, auch. Damit aber auch wirklich jeder Mitarbeiter weiß, was auf ihn zukommt, gibt es diese und andere wichtige Informationen vorab nochmals fein säuberlich aufgelistet.

Nur Frau Schnittenfittich scheint dies nicht gewusst oder erfolgreich verdrängt zu haben, jedenfalls bekomme ich heute eine verzweifelte Email, in der sie mir mitteilt, dass sie eine Datei auf dem Desktop vermisst und diese ganz dringend wieder da braucht, weil sie ja am Freitag in den Urlaub geht. (Wow, DAS sind mal gute Neuigkeiten!)

Ich überlege kurz, wie ich ihr die schlechte Nachricht möglichst schonend beibringen kann, doch dann fällt mir unsere IT ein. Also mal kurz rüber gehüpft und das Problem geschildert und auf die Jungs ist einfach mal Verlass! Die sichern routinemäßig jeden Desktop und alle eigenen Dateien, damit auch ja nix verschwindet und sie werden sich auch dieses Problemchens annehmen. Ich könnt die grad knutschen 🙂

Und gerade, als ich die Mail archivieren will, fällt mein Blick auf den letzten Satz der Mail, welchen ich beim ersten Mal überlesen hatte: „Ich sende Ihnen die Datei einmal mit, damit Sie wissen, um welchen es sich handelt.“

Die hat tatsächlich die gesuchte Datei bei sich rumliegen und regt sich jetzt darüber auf, dass die nicht auf dem Desktop liegt? Und sie ist zu dusslig, besagte Datei von wo auch immer auf den Desktop zu transferieren? Obwohl sie es geschafft hat, ihn an die Mail zu pappen?

 

Drama, baby, Drama!

Geteiltes Leid

Um hier nicht den Eindruck zu erwecken, dass nur ich Schwierigkeiten mit Fr. Schnittenfittich habe, gibt es heute eine Begebenheit, die einer Kollegin passierte.

Unser aller Sonnenschein fragte bei meiner Kollegin an, ob diese ihr die Reisekosten der letzten beiden Jahre in einer Exceltabelle auflisten könne. Ja gut, hat sie auch fix erledigt, die Daten aus einem Programm exportiert, in eine Liste gepackt und diese auch noch ein bisschen aufgehübscht.

Keine 2 Minuten später kam die Frage, ob die Liste denn nicht auf die zwei Jahre aufgeteilt werden könne. Leicht augenrollend teilte nun meine Kollegin die Liste auf und schickte die neue Version per Email, samt dem Hinweis, dass Miss S. das durchaus auch hätte selber machen können.

Als Antwort kam – und ja, ich habe die Mail mit eigenen Augen gesehen: „hätte ich machen können, nur hatte ich dazu keine Zeit“.

Aber für sinnlosen Mailverkehr reicht’s offensichtlich noch.

Kleiner Finger

Die Frau schafft mich. Jeden Tag ein anderes Drama mit ihr. Aber dieses hier war ja irgendwie vorhersehbar. Nur hatte ich die Hoffnung, wenigstens dieses eine Mal falsch zu liegen.

Wir stecken gerade in einer unternehmensweiten Umstellung von Windows XP auf Windows 7, einhergehend mit einer Umstellung der Office-Produkte auf 2010. Damit unsere Schäfchen auch schnell wieder produktiv sind, bekommen alle Mitarbeiter grundlegende Schulungen in Windows 7 und den Office-Produkten. Für all diejenigen, die äußerst intensiv mit Office arbeiten, werden Tiefenschulungen angeboten. Die Trainer dafür sind kompetent und die Schulungszeiten ausreichend, um auch wirklich alle Fragen ausgiebig beantworten zu können.

Trotzdem kann es mal vorkommen, dass eine Frage nicht sofort beantwortet werden kann, vor allem, wenn es darum geht, dass das neue Programm auch 1:1 genauso aussehen soll wie das alte. Die Trainer bieten dann an, sich für diesen speziellen Fall zu erkundigen und liefern dann eine brauchbare Antwort zeitnah nach.

Am Freitag vorletzter Woche war auch Fr. Schnittenfittich dran. Sie hatte natürlich jede Menge Fragen, so viele, dass sie mir am Montag eine Mail schickte, um die Kontaktdaten der Trainerin zu erhalten. Da ich diese selber nicht habe, sondern jeglicher Kontakt über den Schulungsanbieter läuft, bot ich ihr an, ihre Frage mit einem entsprechenden Hinweis weiter zu leiten, was auf Zustimmung stieß.

Gesagt, getan. Mail an den Schulungsanbieter geleitet. Die Frage war offenbar recht simpel, so dass sie direkt von den Experten dort gelöst werden konnten. Da die erste Frage aber lt. Aussage meiner Lieblingskollegin nicht zufriedenstellend beantwortet wurde, verlangte sie Nachbesserung. Wieder leitete ich die Mail weiter. Der Expertin waren diese Umwege zu umständlich, also antwortete sie direkt Miss S.

Schwerer Fehler.

Denn gestern erhielt ich eine Mail von eben jener Expertin, in der sie mich darauf hinwies, dass Emailsupport nicht vom Vertrag gedeckt sei und wir diese Zusatzoption nicht ausgewählt hatten. Im Anhang waren Beispiele der Mailanfragen von Fr. Schnittenfittich der letzten Tage.

Ich wies also Miss S. darauf hin, dass solche Anfragen nicht gedeckt sind, bot ihr aber an, mich um weitere Schulungen zu kümmern, allerdings würden wir die anfallenden Kosten nicht übernehmen. (Das Budget unserer Kostenstelle ist schließlich begrenzt und wir schießen eh schon jeden Monat ordentlich übers Ziel hinaus.)

Eine Stunde später kam ihre Erklärung/Entschuldigung per Mail: „Frau Expertin hatte mich dazu direkt angeschrieben.“ 

Das war irgendwie so klar. Der Frau kannst du nicht den kleinen Finger geben. Hinterher fehlen dir der ganze Arm, ein Teil deines Beins und die Milz.

Erster Arbeitstag

Vor genau einem Jahr hatte ich meinen ersten Arbeitstag hier. Und bereits an diesem ersten Arbeitstag machte ich Bekanntschaft mit meiner Lieblingskollegin. Ein Ereignis, welches sich nachhaltig bei mir eingeprägt hat und immer wieder für Erheiterung sorgt.

Ich fing also damals an einem sonnigen Montag an und nachdem mich mein Chef ausführlich im Haus herumgeführt hat und ich die wichtigsten Formulare ausgefüllt und die ganzen internen Regelungen auswendig gelernt hatte, bekam ich gegen 14 Uhr meinen Rechner. Dieser musste noch für mich vorbereitet werden und da meine Vorgängerin und Vorbesitzerin des Rechners noch bis Freitag in Beschlag hatte, ging das eben nicht schneller. Ich startete also den Rechner, meldete mich an und öffnete mein Postfach.

Da waren auch schon Mails drin. 3 von meiner Vorgängerin mit wichtigen Infos zur Übergabe, damit ich nicht ganz so hilflos starte. 2 oder 3 weitergeleitete Mails, nichts wichtiges. 2 Mails von Fr. Schnittenfittich, eine davon vom Freitag. In dieser Mail stelle sie mir eine hochwichtige Frage zu dem Buchungssystem. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst ganze 2 Stunden mit dem System gearbeitet, kannte es vorher gar nicht und war noch voll in der Versuch-und-Irrtum-Phase.

Auszug aus der Mail:
„Seit nunmehr viel zu vielen Tagen kann ich keine Verträge einpflegen, o. a. Dinge bzgl. Verträge erledigen. Heute habe ich ins Buchungssystem geguckt, kann aber keine Funktion finden, wie Verträge zu suchen sind. Auch habe ich mir die Funktion „Verträge anlegen“ angesehen, jedoch gleich eine Fehlermeldung erhalten.“

OK, seit längerer Zeit kann sie ihrer Hauptaufgabe nicht mehr nachkommen. Sie hat als Verantwortliche nicht herausgefunden, wie man sucht. Sie hat die Fehler nicht gemeldet. Aber ich soll das jetzt 3 Tage VOR meinem Arbeitsantritt richten?

Das muss ein Witz sein. Definitiv. Vielleicht so eine Art Begrüßungsritual? Wohl eher nicht, wie mir die nächste Mail von Miss S. zeigte, welche am Montag um halb 2 in Fach flatterte, eine halbe Stunde BEVOR ich überhaupt einen Rechner zur Verfügung gestellt bekam:
„über eine kurzfristige Rückmeldung wäre ich Ihnen sehr dankbar.“

Ich antwortete ihr freundlich kurz nach 15 Uhr, dass ich ihr erstmal nicht helfen kann, da dies mein erster Arbeitstag wäre, ich mich noch in dem Programm zurecht finden muss und erst am Freitag eine Schulung dazu bekomme. Ich bot ihr aber an, den Kontakt zum Kundenservice des Buchungssystems herzustellen. Ihre Antwort war recht säuerlich, wurde inklusive des kompletten Mailverkehrs an 3 Buchhalterinnen mit mir im CC gesendet und schloss damit, dass es nicht ihre Aufgabe wäre, direkt beim Entwickler nachzufragen.

Na, dann kann der Leidensdruck ja auch nicht so groß sein. Und es ist ein wunderschönes Beispiel, wie man sich gleichzeitig ungemein beliebt macht und nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

 

 

 

Kasernenhof

Nachdem ich vorgestern über diese wunderbare Weltfremdheit meiner liebsten Lieblingskollegin geschrieben hatte, legte sie gestern auch gleich nach. Da ich den Schock vom Vortag noch gut in Erinnerung hatte, war ich einigermaßen auf diese neuerliche Wunderlichkeit gefasst.

Ich plane seit geraumer Zeit für meinen Chef einen Treffen mit 3 weiteren Großkopferlten des Unternehmens. Den schwierigsten Punkt, nämlich die Terminfindung, haben wir dabei erfreulich kurz und schmerzfrei hinbekommen. Am zweitschwierigsten, der Örtlichkeit, arbeiten wir noch.

Immerhin steht schon die Großstadt fest, wo es stattfinden soll. Aber dann soll das Hotel mal was anderes sein, es soll einen nicht zu großen, aber auch nicht zu kleinen Tagungsraum haben, es darf nicht die Welt kosten und sollte irgendwie zentral liegen. Dass so eine Perle nicht innerhalb eines Tages gefunden wird, sollte eigentlich klar sein. Zumal es nicht meine vorrangige Aufgabe ist, Reisepläne zu erstellen. Sowas überlasse ich ganz gerne dem Sekretariat, die kennen sich viel besser damit aus, haben ein feineres Gespür und vor allem haben sie die Kostenübernahmeformulare.

Damit mir die Delinquenten nach der Terminfindung nicht wieder entwischen, habe ich allen Teilnehmern einen Blockertermin geschickt mit dem Hinweis, dass die konkreten Ablaufpläne noch folgen, sobald sie feststehen. Nun drängelt aber Miss S. permanent nach aktualisierten Terminplänen und will alles aufs Genaueste geplant haben, damit sie „eventuell noch weitere Termine“ in den Kalender ihres Chefs reinquetschen kann. Wir reden hier über einen zweitägigen Workshop samt Abendessen und Übernachtung, da ist kein Platz für irgendwelche weiteren Termine. Nun gut, ich schicke also einen neuen Termin rum, mit aktuellen Anfangs- und Endzeiten und einem groben Ablauf und hoffe, dass mir dies ein wenig Luft verschafft.

Leider weit gefehlt, Frau Schnittenfittich schreibt darauf hin  eine Mail an meinen Chef mit folgendem Inhalt (Originaltext):

Hallo,
bitte beide Workshop-Termine als Einzeltermine senden.
Bitte die Teilnehmer in den Termin eintragen
Bitte den Ort des Workshops eintragen
Bitte das Hotel mitteilen und versenden.
Gruß S.

Als der nicht reagiert, leitet sie die Mail an mich weiter. Ich bin nett und verpacke den virtuellen Biss in die Tischkante in freundliche Worte und weise sie erneut darauf hin, dass ich dazu immer noch keine Aussage machen kann, aber ich, so sie denn wünscht, gerne einen weiteren Termin verschicke.

Ihre Antwort:

nein, dann brauche Sie nicht neu versenden. Geblockt haben wir ja noch im Kalender. Dann warten wir die aktuellen Termine ab.

Gut, wieder eine Viertelstunde wegen Nichts verplempert, mach ich doch gerne, hab eh grad nichts anderes zu tun …

Fehlende Worte

Mir fehlen die Worte, um eine passende Überschrift für die nachfolgend geschilderte Begebenheit zu finden:

In dem von mir auf Arbeit betreuten Softwaresystem gibt es verschiedene Bereiche für verschiedene Aufgaben, bspw. Rechnungen oder Verträge. Jeder dieser Bereiche beinhaltet neben den privaten Aufgabenbereichen der einzelnen Mitarbeiter Sammelordner für die Verwaltung. Das System gibt es seit ca. 2 Jahren bei uns in der Firma, seit einem Jahr bin ich dafür zuständig.

Heute flatterte eine EMail von Fr. Schnittenfittich in mein Postfach, in dem sie steif und fest behauptete, der private Aufgabenbereich ihres Chefs würde vor Verträgen überquellen, obwohl diese gar nicht zu ihm gehören und sie als Vertragsverwalterin die auch wo ganz anders hingeschickt hätte. Zur Verdeutlichung hing an der EMail noch ein Screenshot dran.

Ich las den Text und schaute mir das Bildschirmfoto an. Ich las den Text und schaute mir das Bildschirmfoto an. Ich zweifelte kurz an mir und schaute mir nochmals das Bild an. Da stand wirklich eindeutig, dass sich die Kollegin im Sammelordner für Verträge befand. Sie ist Verwalterin aller Verträge und arbeitet permanent in diesem Ordner. Das dies der Sammelordner ist, steht auch groß und fett dran.

Ich fragte sie per EMail, wie sie denn darauf komme, dass es sich um den Aufgabenbereich ihres Chefs handele. Und ob sie die Bemerkungen gelesen hätte, die an jeden Vertrag angeführt wurden und welche erklärten, warum die Verträge dort landeten und was damit weiter geschehen solle.

Und sie schreibt mir allen Ernstes zurück: „Ich wusste gar nicht, dass dies nicht der Ordner von Chefchen ist. Wieder etwas gelernt. Vielen Dank“.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, was danach mit mir passierte. Ich spürte den Zwang, laut los zu schreien und gleichzeitig hysterisch zu lachen. Dazu gesellte sich schiere Fassungslosigkeit und Verzweiflung. Aber nach einer halben Stunde hatte ich mich dann wieder unter Kontrolle und meine Gefühle sortiert 🙂 Aber für eine passende Überschrift reicht es trotzdem immer noch nicht 😀

Randnotiz: Da Frau Schnittenfittich nicht unwesentlich zum Amüsement bei meiner Arbeit beiträgt und die Arbeit selbst ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens ist und weil der ursprüngliche Zweck dieses Blog, das Warten auf den Krümel, erstmal vertagt wurde, kriegen beide jetzt eigene Tags oder eigene Kategorien.