Alle Jahre wieder!

Bald nun ist Weihnachtszeit und diese wird wie jedes Jahr von der Jagd nach Geschenken begleitet. Da gibt es plötzlich schwarze Freitage und Cybermontage und alle locken mit kräftigen Rabatten oder superduper Sonderangeboten. Was also liegt da näher, als sich überpünktlich dem Thema Verwandtenbeglückung am Heilig Abend zu widmen.

Weil auch bei uns nicht immer alles schief gehen kann, stellte uns die Hausverwaltung bereits 5 Wochen vor Jahresfrist, und nicht wie sonst üblich erst 2 Wochen eher, die Betriebskostenabrechnung zu. Da wir uns letztes Jahr hartnäckig weigerten, die vorgeschlagene Mietsenkung vorzunehmen, wartet nun eine Rückzahlung von über 700€ auf uns, zeitlich günstig, um sie in Geschenke zu investieren.

Gesagt, getan, schnell mit den Großeltern abgestimmt und so kann ich tatsächlich bereits heute verkünden, bis auf eines sämtliche Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr beschafft zu haben. Ich hab sogar schon fast alle Geschenke für die Geburtstagswelle Ende Februar/Anfang März. Mir macht das selber ein wenig Angst, aber irgendwie hatte ich ganz viele Ideen, was denn verschenkt werden könnte.

Falls jemand Inspiration braucht oder einfach nur neugierig ist, das bekommen meine Liebsten (die Links sind bis auf das T-Shirt Affiliates zu Amazon, siehe auch Disclaimer):

das kleine Kind, ein 2 3/4 Jahre altes Mädchen:

das große Kind, ein fast 8-jähriger Junge:

das ganz große Kind, aka Ehemann:

meine Eltern:

  • die CD Hardwired von Metallica
  • 2 Packungen Schwermer Marzipan
  • den jährlichen Kinderfotokalender, ein von uns selbst gestalteter Fotokalender mit den besten Kinderbildern dieses Jahres
  • eine Flasche Limoncello
  • ein Bildband mit historischen Aufnahmen ihrer Heimatstadt
  • den Krimi Binärcode von Christian Gude

Natürlich bekommen alle großen und kleinen Kinder noch Schokoladenhohlkörper in vielen Formen und Größen und jede Menge anderes Naschwerk.

Unschlüssig bin ich noch, ob ich meinem Mann die deutsche Version der Tribute von Panem schenken soll. Er schaut die Filme echt gerne, fragt aber immer wieder nach Details, die Unstimmigkeiten in den Filmen hervorrufen oder nur unzureichend erklärt werden, in den Bücher aber ausführlich abgehandelt worden sind.

Was jetzt noch fehlt ist, alle Geschenke einzupacken. Das werde ich dann vermutlich am 23.12. abends machen, denn wie jedes Jahr kommt Weihnachten doch recht plötzlich. Und ich hoffe, dann sämtliche Geschenke, die in der Zwischenzeit vor neugierigen Kinderaugen versteckt wurden, wieder zu finden 😉

 

Adventskalender: Türchen 6 – Das Klebeband

Ich wuchs in einer Zeit und in einem Land auf, welches vor allem durch den Mangel geprägt wurde. Gutes Brot war selten, Butter gab es nicht immer, Obst und Gemüse nur in der jeweiligen Jahreszeit und für exotische Früchte musste man stundenlang Schlange stehen. Auf Autos wartete man mehrere Jahre und in der Zwischenzeit war man damit beschäftigt, eventuell später benötigte Ersatzteile für den fahrbaren Untersatz vorsorglich einzutauschen.

In jener Zeit hatten viele Dinge einen völlig anderen Wert als heute, wo ich jederzeit alles haben kann. So finde ich immer wieder in alten, dicken Kinderbüchern sorgfältig glatt gestrichenes Einwickelsilberpapier von Schokoladenweihnachtsmännern aus dem Westen. Manchmal ist es auch die Papierumhüllung einer Tafel Schweizer Schokolade. Alles aufbewahrt, weil es das eben nicht jeden Tag gab und dadurch wertvoll war.

Ebenso wurden viele Dinge mehrfach verwendet. Das Geschenkpapier wurde nicht einfach aufgerissen und danach weggeworfen, nein, das Geschenk wurde vorsichtig aus seiner Verpackung gelöst, das Papier ordentlich gefaltet und in einer Schublade für die nächste Verwendung gelagert, ebenso wie das Geschenkband. Damals war es geradezu frevelhaft, das kostbare Papier mit Klebeband zu verschandeln und es so unbrauchbar zu machen.

Aus jener Zeit stammt vermutlich meine Abneigung, Klebeband zum Geschenke verpacken zu benutzen. Verstärkt wurde diese Abneigung, als ich diverse Präsente bekam, die teilweise so mit Plastik zugeklebt waren, dass man das Papier nur noch zerschneiden konnte, um an den Inhalt zu gelangen.

Ich weiß, dass es ein wenig Mühe erfordert, Geschenke ohne diese kleinen praktischen Helferlein zu verhüllen, aber mit ein wenig Übung und dem einen oder anderen helfenden Finger ist das durchaus möglich. Für mich ist das in etwa so, wie einen Brief per Hand mit einem Füller zu schreiben, anstatt nur schnell eine Email zu tippen.

Am Ende ist die Verpackung jedoch völlig egal, denn die Devise lautet immer:
Der Inhalt ist das Wichtigste! 😉

Fröhlichen Nikolaus!

Adventskalender: Türchen 1

Weil das jetzt irgendwie alle machen, warum auch immer, dachte ich, ich bastel ebenso einen virtuellen Adventskalender. Heute also Türchen 1, was jetzt wirklich überraschend kommt 😉

Beim gemeinsamen Frühstück werteten meine lieben Kollegen ihre Adventskalender aus und mit welch leuchtenden Augen der jeweilige Nachwuchs die selbstgeklöppelten Säckchen, Kästchen oder Socken aufgefummelt und den Inhalt, meist irgendwas biologisch abbaubares, herausgeklaubt hat.
Ich erzählte, dass wir nur industrielle, immerhin selbst gekaufte Adventskalender aufgehängt haben und die schokoladigen Inhalte wegen chronischem morgendlichen Zeitmangels noch nicht von Kinderhänden großflächig in der Wohnung verteilt werden konnten.

Ich wurde sehr entsetzt und sehr schief angeschaut – mal wieder!

Nostalgie

Manchmal bin ich so wagemutig und dann trinke ich Alkohol in solchen Mengen, dass mein Urteilsvermögen leicht getrübt sein mag 😉 Leider sind manche Tage so und wäre ich ein besserer Mensch, würde ich mich stattdessen mit Pfefferminztee betrinken.

Da ich aber nun mal so bin, wie ich bin – und das war harte Arbeit – habe ich den Tee kurz vorm Servieren gegen eine Flasche Wein ausgetauscht, weil mir gesagt wurde, dass Pfefferminztee dann am besten schmeckt.

Wie der Abend voranschreitet und sich die Flasche merklich leert, werde ich Schluck um Schluck sentimentaler. Früher™ war das der Zeitpunkt, einer Freundin die Schulter vollzuheulen, heute motze ich Wildfremde im Internet an oder ich geh online shoppen.

Diese Nacht war Letzteres dran und aus dem banalsten Grund überhaupt. Mein bester(?) Freund verabschiedet sich in die Nacht und ich erwidere seinen Gruß mit den (für mich) üblichen Worten „und träum was Süßes von sauren Gurken“.

Und dann überkommt es mich. Ein unbändig trauriges Gefühl, gemischt mit ein bisschen Wut und ganz viel Bedauern und Wehmut.

Dieses Sprüchlein sagte ein Zwerg in einem meiner Lieblingskinderbücher. Das Buch war mein Schatz! Ich las es als Kind oft und immer mit Genuss. Ein Buch, das bei den Großeltern gelagert wurde, um den Enkelkindern als Lektüre zu dienen.

Bis zum Jahre 2002, als DIE FLUT (Wikipedia) meine Heimat heimsuchte. Zum Glück waren meine Eltern nur indirekt betroffen. Die Elbe war weit genug weg und nur der alte Elbarm hätte ihnen wirklich Sorgen bereiten können. Mit genügend Vorlauf hatten sie alle wertvollen Sachen aus dem Keller in ihre Wohnung im ersten Stock gebracht, alles schien sicher und unter Kontrolle.

Bis dann das Grundwasser den Abfluss im Keller hochdrückte und das Haus bis Oberkante Kellertreppe flutete.

Das Gute daran war, dass es nur klares Grundwasser war, kein Schlamm, kein reißender Strom mit Baumstämmen oder ähnlich verheerendem Treibgut.

Das Schlechte war, dass meine Eltern ein paar Kisten übersehen hatten. Meine ganzen Kinderbilder zum Beispiel. Oder die Kiste mit meinen Kinderbüchern.

Die Kinderbilder wurden nach Ablauf der Flut auf die vor dem Haus als Zaun gepflanzte Hecke zum Trocknen gelegt. Immer wieder sprintete ich los, wenn sich ein fast trockenes Bild dem Wind hingab und davon flatterte. Immerhin konnten wir so einen Großteil meiner Kinderbilder retten.

Bei den Büchern sah die Sache leider anders aus. Fast alle Bücher waren durchweicht, die Seiten pappten aneinander, oft war die Zellulose bereits zu einem einheitlichen Brei zersetzt.
Ein paar Bücher blätterte ich durch, versuchte ein letztes Mal die Geschichten zu verinnerlichen, doch ach, ich vergaß sie leider genauso schnell wieder 😥

Eine Geschichte jedoch blieb mir immer in Erinnerung. Ein Zwerg erkundet des nächtens eine Schokoladenfabrik. Er schaut sich sämtliche Maschinen an, es wird erklärt, warum Schokolade so zart ist, dass sie auf der Zunge schmilzt. Während seines nächtlichen Rundgangs – er mag doch so gerne saure Gurken und was gibt es Besseres als saure Gurken mit scharfem Senf – verschüttet er Senf direkt über einer Pralinenform und so werden am nächsten Morgen Senfpralinen gefertigt, was dem Zwerg unglaublich peinlich ist!

Aber was soll er machen? Also schleppt er sein Senfglas in seine Zwergenhöhle und bereitet sich auf den Schlaf vor.

Dieser Zwerg war der Held meiner Kindheit! Nicht nur, dass er in einer Schokoladenfabrik hauste, wo er jederzeit an feinste, zartschmelzende Schokolade heran kam. Nein. Er liebte auch Senf. Vermutlich sogar den mittelscharfen aus Bautzen!

Seit ich das erste Mal das Buch gelesen hatte, verabschiedete ich alle Freunde und Familienmitglieder mit den Zwergenworten in die Nacht. Mein Ritual, mein Bekenntnis der Zuneigung! Viel zu wenige kannten es und oft verpuffte es ohne jegliche Wirkung. Dabei wollte ich doch allen nur den Zwerg mit seinem großen Senfglas ans Herz legen, denn nicht alles Übel entspringt bösem Ansinnen!

Und so wünsche ich euch allen eine „Gute Nacht und träumt was Süßes von sauren Gurken!

P.S. Ein weiteres Buch, dass nur noch vage in meinen Erinnerungen lebt und welches ich doch so gerne wieder haben würde! Es erzählt einzelne Episoden. Es ist, glaube ich, in Tschechien hergestellt. In meiner Erinnerung ist es einfarbig gedruckt, schwarz mit rot/rosa, kleine Bildergeschichten für Kinder. Eine Geschichte handelt davon, dass der Opa (die Oma?) seine Brille sucht und die ganze Wohnung mit seiner Enkelin durchkämmt, um am Ende festzustellen, dass er die ganze Zeit die Brille auf dem Kopf/der Stirn/der Nase hatte. Wenn jemand weiß, wie das Buch heißt, so möge er doch bitte einen Hinweis in den Kommentaren hinterlassen.

Kann Spuren von Nüssen enthalten

Ich bin, unter anderem, Nussallergiker.

Eine halbe Walnuss ist vermutlich für mich tödlich, genauso wie eine Handvoll Haselnüsse. Paranüsse habe ich nie getestet, ich muss mein Glück ja nicht unnötig herausfordern.

Was aber immer ging, war reine Schokolade. Dass ich jetzt keine Vollmilch mit ganzen Nüssen, Hanuta, Nutella oder das Ossi-Äquivalent Nudossi oder eine Tafel Traube-Nuss esse, versteht sich von selbst. Aber eine harmlose Vollmilch oder Zartbitter stellte nie ein Problem dar, auch wenn auf der Verpackung steht „Kann Spuren von X-Nüssen enthalten.“ Für mich sind das Warnhinweise, um mögliche Schadensersatzklagen abzuwenden und die Spuren so gering, dass keinerlei allergische Reaktion ausgelöst wird.

Bis heute.

Ich hatte einen solchen Schoko-Hunger, dass ich an unsere eisernen Reserven ging. Im üblichen sind das Weihnachtsmänner oder Osterhasen von längst vergangenen Festivitäten. Diesmal war es ein Osterhase, der laut Inhaltsangabe nur Marzipan in seiner Möhre, ansonsten lediglich die üblichen Spuren von X enthielt.

Ich biss dem Hasen also herzhaft in die Ohren, fand die Schokolade ein wenig zu zuckrig, um meinen Appetit wirklich zu befriedigen, und merkte nach wenigen Sekunden dieses verdächtige Kribbeln auf der Zunge. Ich las nochmals die Inhaltsangabe, aber entdeckte nichts Neues neben dem Möhrenmarzipan.

Also schnell eine Lorano eingeworfen und jetzt hoffe ich darauf, dass es nur bei den krabbelnden Pusteln auf der Zunge bleibt und nicht noch zu Übelkeit und Atemnot kommt.

Na ja, passt irgendwie zu dem Tag *seufz*

erfolgreicher Beutezug

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Männer und Frauen sprechen zwar die selbe Sprache, doch werden die Wörter nicht unbedingt mit der gleichen Bedeutung verwendet. Als mich mein Mann Anfang Oktober, gefühlt Mitte August, bei einem Einkauf fragte, ob wir denn bei den Adventskalendern zuschlagen sollten, meinte ich: Jetzt nicht.

Mein JETZT bezog sich tatsächlich nur auf diesen einen konkreten Einkauf. Das JETZT meines Mannes bezog sich auf diesen und alle zukünftigen Einkäufe bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Und so eröffnete er mir Anfang der Woche, dass wir immer noch keinen Adventskalender für den Kleenen haben und es im Supermarkt unseres Vertrauens (wobei das Vertrauen einzig daraus besteht, dass er knappe 100 m von uns entfernt ist) keine mehr gibt.

Suboptimal, aber ich versprach, mich drum zu kümmern. Also zog ich nun heute los, um zu schauen, ob es nicht doch noch irgendwo Adventskalender gibt. Ich steuerte als erstes einen großen Drogeriemarkt an, der Drogerieprodukte nur eher nebensächlich vertreibt, dafür aber bei Schreibwaren, Spielzeug und Multimedia ganz vorne dabei ist. Und ich wurde sofort fündig, schicke Kalender voll leckerer Schokolade zu angemessenem Preis, genau was ich suchte. Also drei Stück eingepackt, gibt in der Familie ja auch große Kinder, eins davon bin ich 🙂

Bin dann direkt gegenüber ins Karstadt, weil der Weg da durch für mich eine Abkürzung zum nächsten Ziel war und musste dort mit Entsetzen feststellen, dass sie dort für die gleichen Adventskalender 60% oder 70% mehr Geld verlangten. Keine 50 m Luftlinie entfernt.

Bin dann noch fix ins Elektronikfachgeschäft, weil ich eine neue Computermaus brauchte. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass die USB-Schnittstellen an meinem alten Notebook gar nicht defekt waren, sondern die immer wieder auftretenden Aussetzer an der Maus lagen. Auch da schnell fündig geworden, sogar in kabellos.

Mittlerweile hatte ein doch fieser Regen eingesetzt, so dass ich nicht noch über den Weihnachtsmarkt gebummelt bin, sondern direkt nach Hause gefahren. Fix noch die Adventskalender aufgehangen, die Maus eingestöpselt und dann ab auf die Couch, gemütlich Biathlon gucken.

Ich wünschte, alle Einkäufe gingen so schnell und problemlos über die Bühne!