Kommando zurück

Hieß es am Freitag noch, dass es so aussieht, als wenn sich der Krümel sehr bald auf den Weg macht, so gab es heute ein ernüchterndes Ergebnis beim CTG.

Der Krümel war heute, im Gegensatz zum Freitag, recht aktiv und das hat sich auch in der Herztonkurve niedergeschlagen. Das war ein einziges Auf und Ab, nichts mehr zu sehen von der sonstigen gemütlich-geraden Linie. Dafür war die Wehenlinie absolut unauffällig, keinerlei nennenswerte Ausschläge, obwohl ich schon immer mal das Gefühl hatte, dass der Bauch hart wird.

Hätten sie doch mal das Gerät gestern Abend an meinen Bauch gedübelt, da wären richtig spannende Linien drauf gewesen.

Wie auch immer, meine Hebamme warf einen Blick auf die Kurve und meinte dann: oh, das sieht aber so aus, als wenn es dem Krümel richtig gut im Bauch gefällt und ich denke nicht, dass es bald los geht.

Ja, sowas will ich hören, nachdem wir seit zwei Wochen mit gepackter Tasche hier rumsitzen. Aber drängeln nützt ja auch nix, das Kind wird sich auf den Weg machen, wenn es eben fertig ist.

Es gab dann noch ein Update zu einer Mitschwangeren aus dem GVK, mit der ich immer zusammen die Paarübungen machte. Sie hatte am Freitag eigentlichen Termin und entbindet auch im Geburtshaus bei „meinem“ Hebammenteam. Sie kann es ebenso wie ich kaum abwarten, dass es endlich los geht, doch sie hat mit ihren Wünschen ebenso viel Glück wie ich. Mal schauen, am Ende entbinden wir beide noch parallel 😉

Schriftlicher Räumungsbefehl

Sehr geehrter Untermieter Krümel,

Ihnen wird hierdurch mitgeteilt, dass das zwischen Ihnen und Mama geschlossene Mietverhältnis von Anfang Juli 2013 zum 21.03.2014 gekündigt ist. Sie sind aufgefordert, den von Ihnen angemieteten Wohnraum bis zu oben genannten Zeitpunkt zu verlassen.

Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, wird der Zwangsräumungsprozess eingeleitet.

Mama bedankt sich für die weitgehend stressfreien vergangenen 9 Monate und wünscht Ihnen, lieber Krümel, für die Zukunft alles erdenklich Gute.

Beste Grüße

Mama

😉

Im Osten nichts Neues

Mutter und Kind sind immer noch innigst vereint, ich hab immer wieder mal Übungswehen, vorzugsweise nachts kurz vorm Einschlafen.

Ich hatte heute wieder Akupunktur, diesmal auch mit den fiesen Nadeln für die kleinen Zehen – autsch. Ich trinke fleißig Zimttee, obwohl ich davon barbarisches Sodbrennen bekomme, aber so langsam geht mir die Geduld aus.

Mir passt meine Umstandshose nicht mehr, der Bund drückt unangenehm und die Bauchbinde rutscht immer wieder vom Bauch runter. Mein Schwangerschaftsshirt schafft es nicht, den Bauch von oben abzudecken. Schuhe zubinden ist abenteuerlich.

Morgen gibt’s den schriftlichen Räumungsbefehl 😉

Fehlalarm

Letzte Nacht dachte ich – mal wieder – es geht endlich los.

Gegen halb 5, ich lag wegen dieser doofen Rechnungsgeschichte immer noch wach, ziepte es wieder im Bauch. Ich schaute vorsorglich auf die Uhr, versuchte aber trotzdem weiter, einzuschlafen. 10 Minuten später das nächste Ziepen, schon ein wenig heftiger.

Eine halbe Stunde später waren die Abstände auf 5 Minuten verkürzt und das Ziepen wurde richtig unangenehm. So unangenehm, dass ich teilweise in den Schmerz atmen musste, aber noch nicht so dolle, dass ich aufgestanden wäre und ein Schmerzmittel genommen hätte.

Irgendwann drehte ich mich auf die andere Seite und schwupps, schon war das Ziepen weniger heftig und auch die Abstände wurden wieder länger, lagen nun bei 7 Minuten. Scheint wohl doch nicht der große Tag zu sein. Mittlerweile war es halb 7 und ich echt knülle, also versuchte ich es nochmal mit Schlaf.

Leider weckte mich das Ziepen immer wieder aus meinem Schlummer, und erst, als das nach 8 endgültig weg war, konnte ich richtig schlafen.

Da ich derzeit nach der Devise lebe: ich nehm jeden Schlaf, den ich kriegen kann, egal wann, egal wie lange, wer weiß, wann es los geht und ob ich danach noch zum schlafen komme, schlief ich mich gründlich aus. Dass ich dann erst um 15 Uhr zum frühstücken komme, ist eben so. Jetzt etwas daran zu ändern halte ich für sinnlos, in ein paar Tagen wird so ein kleiner Quälgeist meinen Tagesrhythmus bestimmen und wer weiß, wie komisch der dann ist 🙂

Strampeltier

Ich glaube, ich bin nicht mit einem menschlichen Baby schwanger, sondern mit einem Trampeltier. Seit heute morgen tritt und strampelt der Krümel, als wenn es kein Morgen gäbe. Immer schön in meine rechte Seite, immer ganz knapp unter den Rippenbogen. Es ist wirklich atemberaubend.

Ich hoffe, dass es der Krümel nicht übertreibt, jedenfalls nicht so wie sein großer Bruder. Der hat sich durch das ganze Rumgeturne in meinem Bauch wunderschöne Sichelfüße antrainiert, die jetzt mühevoll und langwierig mit Schuheinlagen wieder korrigiert werden müssen. Darauf können wir gerne verzichten.

Nicht mehr lange, und das Strampeltier darf ganz ungehemmt und ohne Begrenzungen turnen 🙂

Pottwal

Jetzt ist es endlich soweit, ich habe das berühmt-berüchtigte Pottwalstadium erreicht.

Fortbewegung an Land ist nur noch bedingt möglich und das liegt nicht nur daran, dass ich kaum noch ohne Hilfe Schuhe anziehen kann. Ich kann auch nicht mehr gescheit laufen, watschel wie ein betrunkener Seemann an Land umher. Meine Proportionen eignen sich schlicht nicht mehr für den Landgang.

Entsprechend wohl fühle ich mich nur noch im Wasser. Ist zur Zeit eine recht preiswerte Angelegenheit, es reichen 10 cm heißes Wasser in der Wanne für ein Vollbad. Es zeigt sich aber auch, dass solche Platzsparwannen nicht für schwangere Wale gedacht sind.

Mittlerweile nehmen die körperlichen Gebrechen überhand. Rückenschmerzen sind unerträglich, das Becken wackelt munter vor sich hin. Ich keuche und röchel vor mich hin und hab permanent das Gefühl, nicht genug Luft zu kriegen. Sodbrennen ist ein Dauerzustand. Egal, was ich esse, es steht immer kurz davor, wieder hoch zu kommen. Also futter ich Natrontabletten wie andere Leute Chips. Meine Finger sind angeschwollen und fühlen sich wie Weißwürste kurz vorm Platzen an. Dabei habe ich bisher nur 8 Kilo zugenommen. Massive Schlafstörungen kommen dazu, im Moment funktioniert nur noch etappenweiser Schlaf, und das trotzdem ich permanent müde bin.

Entsprechend schnell bin ich genervt und würde am liebsten permanent meine Ruhe haben. Ich mag nicht mehr raus gehen, weil ich keinen Bock auf Kontakt mit fremden Menschen habe. Außerdem bin ich extrem nah am Wasser gebaut. Alles Mögliche oder Unmögliche kann als Auslöser reichen, damit ich in Tränen ausbreche.

Dazu kommt eine allgemeine Panik vor der Geburt und der Zeit danach. Ich weiß, was auf mich zukommt und das ist auch das Problem. Dazu kommt, dass ich ständig über irgendwelche Geschichten mit Komplikationen stoße und nicht mal danach suche. Dauernd hab ich Angst, dass es dem Krümel nicht mehr gut geht. Nur, wenn er sich bewegt, beruhigt mich das, nur um ein paar Minuten später davon genervt zu sein, weil die Tritte mittlerweile richtig schmerzhaft geworden sind.

Noch 5 Wochen bis zum errechneten Termin, aber ich hätte absolut nix dagegen, das Ganze um ein oder zwei Wochen abzukürzen.

Vorsorgetermin und die Teetassenmission

Heute mal wieder Vorsorge bei meiner Frauenärztin und einmal das volle Programm.

Los ging es mit Blutdruck, schicke halbtote 105 zu 65, danach Eisenwert, ebenso schicke 11,5 wobei der untere Grenzwert bei 12 liegt, und dem Gewicht, über das ich wie gewohnt den Mantel des Schweigens breiten werde. Derzeit rangiere ich bei +7 Kilo und habe noch 4 Kilo Luft bis zu „meiner“ Obergrenze.

Dann ging es zum CTG. Das war jetzt wirklich schick, keine Wehen, dafür ordentlicher Herzschlag. Nur der Krümel fand es nicht witzig und stemmte sich mit aller Kraft gegen das Pad, was schon recht unangenehm war. Außerdem strengte es ihn so dermaßen an, dass der Herzschlag zwischenzeitlich auf 160-170 Schläge pro Minute hochschnellte. Das Kind scheint also ordentlich Temperament zu haben 🙂

Zum Abschluss folgte noch der letzte Ultraschall, wo wir noch mal nach der Stauung schauten. Die ist leider immer noch da, aber ist nicht größer geworden, immerhin. Außerdem ist die Blase gefüllt, so dass anscheinend alles so arbeitet, wie es soll. Ob sich die Stauung noch zurückbildet, wird sich zeigen, stellt aber soweit erstmal kein Problem dar. Der Kopf und der Oberschenkelknochen wurden vermessen und beide Werte sind übereinstimmend für 30+2 passend. Da ich 30+4 bin, passt das also auch wunderbar. Nach der Vermessung des Brustkorbs, siehe Bild, wurde das aktuelle Gewicht auf ca. 1.800 Gramm geschätzt.

rippen

Und schöne Profilbilder kann jeder, wir können dafür ungewöhnlich. Auf Beweisstück B ist ein Ohr zu sehen und ein Finger, der sich auf den Weg macht, in selbigem zu puhlen. Ich habe es allerdings spontan als Baum identifiziert und warte jetzt darauf, vom Gegenteil überzeugt zu werden 😉

ohr

Das nächste Mal, dass ich mein Kind sehe, wird dann wohl in echt sein. Wow!

Und dann gab es ja noch die Mission Teetasse. Mein bisheriger, heißgeliebter Pott machte vor ein paar Monaten leider die Bekanntschaft mit den Küchenbodenfliesen und bezahlte dies mit dem Leben. Seitdem bin ich auf der Suche nach einem Ersatz, bislang ohne Erfolg. Da ich heute ohnehin in der Stadt zu tun hatte, siehe nächster Beitrag, suchte ich dort zwei große Kaufhäuser und einen Einrichtungsladen auf, aber keines des Geschäfte hatte einen ausreichend großen Becher. So musste ich unverrichteter Dinge wieder tassenlos nach Hause gehen.

Bereits unterwegs stellte ich fest, dass der Tag extrem an meine Substanz gegangen ist, die letzten Meter zum Auto konnte ich nur noch unter Schmerzen zurücklegen. Zuhause machte ich mir noch schnell etwas zu Essen, konnte nicht mehr aufrecht stehen und bin dann völlig erschöpft auf der Couch umgefallen, wo ich schlief, bis meine Männer heim gekommen sind. Immer noch nicht wieder fit, schickte mich dann mein Kleener ins Bett, damit ich mich da weiter ausschlafen konnte. Fand ich total süß, auch wenn ich weiß, dass er ohne mich viel ungestörter seine Kindertrickfilme (Hase und Wolf, Shaun das Schaf und den Käpt’n Blaubär Film) gucken kann 😉

Gegen Mitternacht wachte ich wieder auf und bin jetzt hellwach, aber immer noch körperlich leicht angeschlagen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich eigentlich noch 2 Wochen arbeiten gehen müsste, wird mir ganz anders und ich habe höchsten Respekt für alle Schwangere, die das bis zum Ende durchziehen. Ich bin aber heilfroh, morgen genau nichts machen zu müssen 🙂

Geburtsvorbereitungskurs – Teil 1

Es ist ja noch ein bisschen hin bis zum Stichtag am 21.3., doch der Geburtsvorbereitungskurs im Geburtshaus meines Vertrauens startete schon heute. Es ist ein spezieller Kurs für Wiederholungstäterinnen und ohne Männer. Ich war sehr gespannt auf den Kurs, erstens weil die Klientel eines Geburtshaus doch ein wenig anders ist und ich nicht wusste, ob und wie ich mich da jetzt einfügen würde und zweitens weil ich so gar keine Vorstellung davon hatte, was in dem Kurs passieren wird.

Ich war extra pünktlich da, weil die Parkplätze in der Gegend recht knapp sind und zeitiges Kommen, wenn auch nicht die besten, so doch immerhin Plätze sicherte. Ein wenig erstaunt war ich, als ich den Raum betrat und dort einen Stuhlkreis vorfand. Vom letzten Kurs konnte ich mich noch erinnern, dass wir da immer auf Matten auf dem Boden gelümmelt haben. Nachdem der organisatorische Teil erledigt und alle Teilnehmerinnen eingetroffen waren, begann die obligatorische Vorstellungsrunde, die aber ein wenig anders ablief als ich das bisher kannte.

Wir wurden gebeten, unseren Namen zu sagen, und zwar denjenigen, mit dem wir auch angesprochen werden wollen, das konnte der echte oder aber auch ein Spitzname sein. Dazu sollten wir noch die Entstehungsgeschichte erzählen, wie unsere Eltern denn genau auf diesen Namen gekommen sind. Ungefähr die Hälfte hatte biblische Vornamen, weil die Eltern gläubige Christen sind. Die andere Hälfte hatte Vornamen nach Schauspielerinnen, Sängerinnen oder den Namen aus einem Filmabspann. Niemand hatte und wollte einen Spitznamen, jeder war mit seinem Namen zufrieden.
Außer mir. Mein echter Name war eine Notlösung meiner Mutter. Sie wollte mich ursprünglich ganz anders nennen, aber im Krankenhaus wurde ihr gesagt, das wäre kein richtiger Name und sie solle doch einen anderen aussuchen. Daraufhin wählte sie einen Allerweltsnamen, den ich dann im Gymnasium in unserer 20er Klasse mit 3 anderen Mädels teilte. Wenige Jahre später hab ich mir bei meinen ersten Gehversuchen im Internet einen Nickname ausgesucht, aus dem sich ein Spitzname entwickelte, mit dem mich heute alle anreden außer meinen Eltern und Arbeitskollegen.

Dann wurde geschaut, woher wir alle kamen und wo wir wohnten. Nicht eine Einzige wurde hier in der Stadt geboren, einige kamen es dem Umland, viele aus einem ca 150 km Umkreis, zwei von ganz weit weg. Wohnhaft sind bis auf einen „Wessi“ alle im Osten, Südosten oder Süden der Stadt.

Spannend war dann die Aufteilung nach Geschwistern. Als erstes die eigenen Kinder. Bis auf eine 3-fache Mutter haben alle nur ein Kind. Von den bereits vorhandenen Kindern sind zwei Mädchen, der Rest alles Jungs. Die Verteilung der „neuen“ Kinder wurde nicht erfragt, aber die errechneten Termine und die erstreckten sich vom 1.3. bis zum 14.4. Wir sind jetzt alle gespannt, wie gut diese Reihenfolge eingehalten wird und haben zur Erinnerung ein Foto gemacht.
Die Aufteilung „unserer“ Geschwister folgte. Ich war das einzige Einzelkind, die eine Hälfte war große Schwester, die anderen Hälfte hatte mindestens einen großen Bruder oder eine große Schwester, viele auch mehrere Geschwister (ich glaube, der Rekord lag bei insgesamt 7 Kindern).

Hier erzählte ich dann auch das erste Mal etwas recht persönliches, da meine Familiengeschichte minimal kompliziert ist. Denn mein leiblicher Vater hat noch 3 andere Kinder, meine Halbgeschwister. Ich kenne meinen leiblichen Vater aber nicht, da den Job mein Papa übernommen hat, welcher meine Ma kennenlernte, als ich 4 Monate alt war. Durch diese Konstellation habe ich auch keine Geschwister, da meine Eltern, allen voran meine Ma, befürchteten, dass sie ein gemeinsames leibliches Kind mir vorziehen würden und das wollten sie mir nicht antun. Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Befürchtung leider auch nicht, denn die Schwester meiner Mutter hat nämlich genau dies getan. Meine Cousine stammt aus der ersten Ehe, ihre beiden Schwestern aus der zweiten Ehe und der Stiefvater hatte absolut keine Liebe übrig für sie und behandelte sie auch entsprechend. Ich fand das als Kind immer recht seltsam, begriff aber zu diesem Zeitpunkt die Zusammenhänge nicht.
Ich wollte immer Geschwister haben, weil ich dies von meinen Klassenkameraden kannte und ich auch einen Verbündeten gegen meine Eltern haben wollte. Aus genannten Gründen wurde mein Wunsch nicht erfüllt und ich bin mir auch des Opfers bewusst, das meine Eltern für mich gebracht haben, wenngleich ich die tatsächliche Gefahr des Vernachlässigtwerdens als sehr gering einschätze allein durch die Tatsache, dass meine Eltern sich genau dieses Umstands bewusst waren und alles getan hätten, um dies zu vermeiden. Aber dies ist nun nicht mehr zu ändern.

Die Geschichten der Geschwisterkinder waren auch sehr spannend und reichte von innigen Verhältnissen über erbitterte Konkurrenzkämpfe bis hin zum teilweisen Übernehmen der Mutterrolle für kleinere Geschwister. Bei einigen Geschichten merkte ich, dass sich damit schon intensiv auseinandergesetzt wurde, es aber immer noch einiges an Hadern mit dem Schicksal gibt. Ich finde, dass es für die generelle gute Atmosphäre in der Gruppe spricht, dass bereits beim ersten Termin so offen über augenscheinlich sehr emotionale Aspekte gesprochen wurde.

Nach diesem ersten Kennenlernen brauchten wir alle eine Verschnaufpause und so machten wir ein paar Bewegungsübungen. Beckenkreisen, Beckenkippen, Schultern lockern, mit den Armen schlenkern, räkeln und strecken. Alles Sachen, bei denen man so herrlich dusslig und ungelenk aussehen kann 🙂

Gleich darauf ging es wieder ans Eingemachte. Wir sollten von unserer ersten Geburt erzählen, wobei wir den Fokus auf die Dinge legen sollten, auf die wir besonders stolz sind und was uns vielleicht vom ersten Mal noch nachhängt und in die neue Geburt mitgeschleppt wird. So wie jede Geburt waren auch die Geschichten sehr unterschiedlich.

Die erste ging recht blauäugig ran, hatte sie sich doch mit Büchern von Frédérick Leboyer belesen und fühlte sich so ausreichend auf die Geburt vorbereitet. Die Realität hat sie dann ganz schnell ernüchtert, aber sie hat die Geburt trotzdem gut über die Bühne gebracht.
Die nächste fand sich zu sehr von der Klinik zu Schmerzmitteln und Medikamenten gedrängelt und möchte dieses Mal mehr selbstbestimmt sein.
Es folgte eine unkomplizierte Hausgeburt.
Dann eine weitere Klinikgeburt, die übermäßig lange dauerte, nach Vermutung der Mutter, weil sie noch nicht bereit war, loszulassen.
Als nächstes eine dramatische Geburt mit Blasensprung in der 32. Woche und Notkaiserschnitt, Frühchenintensiv und Infektionen, massiven Stillproblemen. Das Kind hat zwar alles gut überstanden, aber man sah der Mama an, dass noch ganz viel unverarbeitetes Trauma und Schuldgefühle dabei waren. Völlig nachvollziehbar, dass sie sich jetzt nichts sehnlicher als eine normale spontane Geburt wünscht, sie aber oft mit dem (Vor-)Urteil „einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt“ zu kämpfen hat.
Die Dreifachmama wünschte sich, dass die vierte Geburt ein wenig länger dauern würde, da ihre bisherigen Geburten alle turbomässig abliefen und keine zwei Stunden dauerten. Dafür waren alle ihre Kinder ca. 2 Wochen übertragen, jedoch ohne negative Folgen.
Die nächste Mama wurde eingeleitet, da bei ihr, zum Glück erst relativ spät in der Schwangerschaft, HELLP auftrat. Die Geburt war trotz Einleitung schön und auch nicht über die Maßen schmerzhaft. Hinterher stellte sich heraus, dass das Kind wohl schon zwei Wochen lang nicht mehr richtig versorgt wurde, es war nicht mehr gewachsen und die Plazenta war völlig verkalkt.
Als letztes noch eine Mama mit Diabetes Typ 1, die nach Einleitung und Geburtsstillstand per Kaiserschnitt entbunden wurde. Das Kind musste danach auf die Frühchenintensiv, aber dies scheint wohl üblich zu sein bei diesem Diabetes-Typ und auch beim jetzigen Kind wird es so sein. Da aber alle Bescheid wissen, ist das letztendliche Risiko für Mutter und Kind überschaubar. Auch dieser Mama merkte man beim Erzählen an, dass sie noch einen ordentlichen Rucksack mit sich rumschleppte.
Und meine Geschichte? Die folgt in einem separaten Eintrag 🙂

Nach diesem Trip in die Vergangenheit erstmal wieder was unverfängliches und so besprachen wir die möglichen Kursinhalte. Was wollten wir unbedingt noch wissen, was ist uns wichtig, was musste aufgefrischt werden, was kann aber auch weggelassen werden. Am Ende unterschied sich die Liste nicht wesentlich von meinen Erinnerungen aus dem ersten Kurs, aber Wiederholen kann ja nie schaden.

Zum Abschluss entspannten wir noch ein wenig bei meditativer Musik, die Kursleiterin lenkte unseren Fokus mal auf unsere Gedanken, mal auf unsere Atmung, mal auf unsere Bäuche. Es war ein guter Ausklang, wir konnten nochmal über die letzten 2 Stunden reflektieren und wurden nicht ganz so unsanft wieder in die kalte Realität geschubst.
Doch, war ein guter Termin, der noch ein wenig nachwirkt.

Weihnachtsstress – Nachtrag

Uff, mal wieder überstanden.

Entgegen den ersten Befürchtungen blieben die großen Dramen aus. Wir durften auch, ganz unserem ursprünglichen Plan folgend, in Ruhe in die Apotheke fahren, das Läusemittel kaufen, um es dann bei meinen Eltern daheim anzuwenden. Meiner Ma ist in der Zwischenzeit auch aufgefallen, dass sie sich beim letzten Besuch des Enkels hätte anstecken können.
Zeichen und Wunder 😉

Trotzdem war es anstrengend. Meine Eltern wollten außerdem dieses und jenes an ihren Rechnern eingerichtet haben und gleichzeitig motzte der WLan-Router rum. Das neue Handy meines Mannes wollte auch versorgt werden, zum Glück hatte mein Guter seine Pin-Nummer nicht im Kopf. Also war ich den Großteil der Zeit damit beschäftigt, die Technik auf Vordermann zu bringen. Ob es geklappt hat, wird sich die nächsten Tage zeigen.

Der Krümel tobt seit einigen Tagen auch wieder wie verrückt und probiert alle möglichen Positionen mal aus, so dass ich wahlweise Tritte auf die Blase, in die Seite oder gegen die Rippen kriege. Alles immer atem- und schlafraubend. Dazu noch ne dicke Erkältung bei meinem Mann und bei mir ein leichter Schnupfen, so dass wir uns nachts gegenseitig durch unser Schnarchen wach halten.

Jetzt will ich die nächsten Tage einfach mal nix tun, viel schlafen und erholen und vielleicht auch wieder mal bloggen, hab so ein paar Themen auf Halde, für die mir aber in der letzten Zeit der Nerv fehlte.

Vorsorgeuntersuchung

Lange hab ich nach der völlig vermurksten Feindiagnostik auf diesen Termin gewartet. Durch viele Gespräche mit Medizinern und Freunden und durch ausgiebiges Stöbern im Internet haben sich die Sorgen relativiert, auch wenn sie nie wirklich weg sind, was aber wohl nur natürlich ist. Trotzdem wollte ich mit eigenen Augen sehen, dass es dem Krümel gut geht und sich die Situation nicht verschlimmert hat oder gar etwas Neues hinzugekommen ist.

Aber zuerst das übliche Vorspiel: Blutdruck und Gewicht messen, Zipperchen besprechen, nach Wassereinlagerungen und Krampfadern fragen. Dann zweimal Blut abzapfen. Das erste Mal aus der Armbeuge zur Bestimmung von Antikörpern, das zweite Mal aus meinem linken Mittelfinger zur Kontrolle der Eisenwerte. Und obwohl ich keine Eisenpräparate mehr nehme – das erste hab ich nicht vertragen und an das homöopathische glaube ich nicht genug – hat sich der Wert wieder verbessert und liegt jetzt genau am unteren Grenzwert, aber eben im grünen Bereich.
Dann durfte ich noch an den Wehenschreiber, aber auch hier alles unauffällig.

Zum Schluss endlich der Ultraschall. Die Ärztin guckte als erstes nach dem Kopf, dort war alles in Ordnung. Dann drängelte sich der Oberschenkelknochen ins Bild, was sie sogleich ausnutzte und ihn vermessen hat. 4,5 cm, was einer ungefähren Krümelgesamtlänge von 31,5 cm entspricht. Mit der Größe wiegt er vermutlich auch irgendwas um die 600 Gramm, was ich schon ziemlich beachtlich finde. Und das Wichtigste zum Schluss: die Stauung im Becken ist nicht größer geworden, der Krümel aber schon 🙂

In 6 Wochen ist dann der dritte, reguläre Ultraschalltermin, mal schauen, ob die gute Entwicklung bis dahin weiter anhält.

Und ich hab ein Foto bekommen, wie der Krümel an der Plazenta nuckelt. Vermutlich nimmt es den Begriff Mutterkuchen zu wörtlich 😀 :

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