Kaufrausch

An sich mag ich ja Facebook.

Ich bekomme so mit, was meine Freunde treiben. Die meisten haben Familie oder stressige Jobs oder zeitintensive Hobbies oder wohnen in anderen Städten oder Ländern oder auch alles zusammen und da finde ich diese verbindende Plattform echt hilfreich. Außerdem bekomme ich mit, wie sie so ticken und konnte bereits diverse versteckte Nazis oder Homophobe aus meinem Freundeskreis entfernen.

Früher™ habe ich einige Spiele auf Facebook gespielt, bei denen man eine Meeeeeenge Freunde brauchten, die dieselben Spiele spielten, um halbwegs darin mithalten zu können. Da Geld bekanntermaßen eher knapp bei uns ist, war das schiere, bedingungslose Anhäufen von „Freunden“ immerhin eine Alternative. In meinen Hochzeiten hatte ich weit über 1000 Freunde bei Facebook.

Mittlerweile habe ich solche Spiele eingestellt und meine Freundesliste gründlich ausgemistet. Dennoch sind über 100 Personen geblieben, die ich nur wegen der Spiele befreundet habe, mit denen ich aber über die Zeit eine mehr oder weniger intensive Beziehung aufgebaut habe. Bei vielen lese ich interessiert die Updates, gratuliere zu Kindern, kondoliere bei Trauerfällen und hinterlasse Geburtstagsgrüße. Bei einigen jedoch hat sich tatsächlich so etwas wie eine Freundschaft aufgebaut. Wir chatten in unregelmäßigen Abständen miteinander, wenn ich über Bilder oder Links stolpere, die mich an diese Person erinnern, dann teile ich das mit ihnen, ich frage nach, wenn ich längere Zeit nichts von ihnen höre.

Mich erstaunt es immer wieder, wie solche Fremden zu echten Freunden geworden sind, allein durch das Medium Facebook. Bei einer Handvoll bin ich sogar überzeugt, dass wenn ich sie mitten in der Nacht anrufe, sie würden mir Obdach geben oder sich zumindest mein Geheule anhören, was ich genauso im Gegenzug auch tun würde. Sollte ich mal in den USA, Australien, auf den Malediven oder in Serbien stranden, wäre ich nicht komplett auf mich gestellt.

So toll ich das alles finde, so sehr wird das manchmal zum Fluch. Wenn meine Freunde Links posten mit kreativen Ideen, mit genialen Produkten oder geekigen Gadgets, die mir gefallen. Manchmal kann ich widerstehen, meist, weil der Preis vieeeel zu hoch ist. Manchmal eben nicht.

Da gab es diesen Post, und ich musste unbedingt ein entsprechendes T-Shirt für unser Kind machen lassen.

Und dann tauchte dieser Werbelink in meiner Timeline auf. Und was soll ich sagen, wir werden bald um 4 T-Shirts reicher und einige Euros ärmer sein.

Vor einigen Wochen wurde ich auf den Ausverkauf im Nicht-Lustig-Shop aufmerksam gemacht, das Paket kommt morgen. Oder den Saisonabschluss-Sale unseres Fussballvereins, bei dem mehrere Sachen in der Schultüte des Großen landen werden.

Vielleicht sollte ich einfach mal eine Facebookpause machen 😀

Erster und Letzter

Heute war mein erster Arbeitstag nach der Elternzeit. Wie angekündigt, sollte es gleichzeitig auch mein letzter sein.

Pünktlich 9 Uhr fand ich mich an meinem Arbeitsplatz ein und stellte erfreut fest, dass der Aufzug defekt ist. Dann eben zu Fuß in den 4. Stock. Passte perfekt zu dem Tag. Etwas außer Atem oben angekommen, erwartete mich bereits meine Chefin.

Nach kurzem Smalltalk überreichte sie mir die Kündigung und mein Zwischenzeugnis, ich gab meine Zugangskarte ab, zwei Unterschriften und drei Jahre Betriebszugehörigkeit waren vorbei. Mir war ehrlich zum Heulen zumute. Ich war damals so froh, endlich einen Job gefunden zu haben, der mir liegt, bei dem ich die Kollegen mag und sie mich mögen und wo ich gerne jeden Tag hingehe. Ich hatte mich so auf den Wiedereinstieg gefreut und so ganz habe ich den Boden unter den Füßen noch nicht wieder gekriegt.

Schweren Herzens ging ich mich von den Kollegen verabschieden. Ich hatte vorher überlegt, ob ich zum Ausstand Donuts mitbringen sollte, mich aber dann dagegen entschieden, ich war absolut nicht in Feierlaune. Es stellte sich außerdem heraus, dass sämtliche IT-Kollegen durch Abwesenheit glänzten, sie waren in einem Workshop. War mir ganz recht, der Gang war so schon schwer genug.

So habe ich mich von meinen Buchhaltungsmädels verabschiedet. Sie erzählten mir von ihrer Unzufriedenheit, dass immer mehr Stellen gekürzt werden, aber die anfallende Arbeit gleich bliebe oder sogar noch mehr würde. Generell bereitet ihnen die Entwicklung große Sorgen.
Nach vielen Umarmungen und guten Wünschen verließ ich dann endgültig die nicht mehr ganz so heiligen Hallen.

Gegen den Frust und weil sich diverser benötigter Kleinkram angesammelt hatte, ging ich ein wenig shoppen. Ein Fühl-Bilderbuch für meine Süße zum Geburtstag, ein Fußballkartenspiel für den Großen für Ostern, ein neues Halstuch für ihn, weil er sein altes, innig geliebtes gestern im Urlaub mit den Großeltern verschmissen hat, Schuhe für meine Süße, weil ich beim ersten Versuch zu optimistisch war, was ihre Schuhgröße anbelangt und für mich einen neuen Whisky, irgendwie muss ich das ja alles ertragen 😉

Zum Abschluss noch einen großen, leckeren Kaffee und dann ab nach Hause, Sonnenfinsternis im Livestream gucken.

sofi

Bikinifigur

Man sagt, zu einer ordentlichen Bikinifigur gehören zwei Dinge:

  • ein Körper
  • ein Bikini

(Idealerweise befindet sich noch ein Strand in der Nähe 😉 )

Nun ist das mit meinem Körper so eine Sache. Richtig glücklich war ich noch nie mit ihm und derzeit hat er für meinen Geschmack ein paar Polster zuviel. Jedenfalls zuviele, um sie in einen Bikini zu zwängen und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aus diesem Grund war ich auch schon jahrelang nicht mehr baden. Wenn wir es mal ins Schwimmbad oder an einen Strand schaffen, dann dürfen meine Jungs sich gerne im Wasser vergnügen, ich schaue derweil von draußen zu.

Tja, aber irgendwie macht zugucken jetzt nicht so dolle Spaß und so habe ich beschlossen, wenn es denn in Italien noch warm genug sein sollte, dort auch mal zu planschen und zwar nicht nur mit den Füßen im Wasser. Da ich mangels Gelegenheit keinerlei brauchbare Badebekleidung habe, sind wir heute losgezogen, selbige käuflich zu erwerben. Ist ja grad noch Schlussverkauf, da lässt sich vielleicht das eine oder andere Schnäppchen erlegen.
Ein erster Blick auf die Bikiniständer zeigte mir jedoch, dass ich ein wenig mehr Stoff bevorzuge, egal, wie preiswert und farblich akzeptabel die Modelle gerade sind und so entschied ich mich letztendlich für einen Einteiler in schwarz ohne Schnickschnack, irgendwelche Aufdrucke, Applikationen, Abnäher, Polster, Schleifchen, dafür aber mit freiem Rücken.

Wie wir so durch die Kaufhäuser bummeln, fällt mein Blick auf Outdoorklamotten und da fällt mir ein, dass meine Regen-/Winterjacke seit zwei Jahren zwar noch gut gegen Winter, aber nicht mehr gegen Regen schützt und ich da etwas Neues brauche, es aber immer vergesse, bis es mal regnet und ich trotz Regenjacke bis auf die Haut nass bin. Zum Glück waren die auch im Angebot und so konnte ich mir eine schicke, rote Jacke für 50 Euro statt ursprünglich 150 sichern. Sie ist zwar eine Nummer zu klein, so dass derzeit kein dicker Pullover mehr drunter passt.

Das alles steckte ich in meinen niegelnagelneuen Rucksack, den ich mir kaufen musste, weil mein alter, wenn man einen knapp 1,5 Jahre alten Beutel als alt bezeichnen möchte, von Trinity vollgepinkelt wurde und so barbarisch nach Katzenpisse stank, dass selbst 10 Waschgänge den Geruch nicht getilgt hätten. Hab ich also wieder jede Menge Geld in der Stadt gelassen für Dinge, welche ich so gar nicht geplant hatte, die ich aber trotzdem brauchte.

Und nachdem ich mich daheim in den Badeanzug zwängte, mutigerweise entschied ich mich für eine 42, jedoch nicht ohne vorher an der Kasse zu fragen, ob ich ihn auch wieder zurückgeben könne, sah ich im Spiegel, dass noch nicht Hopfen und Malz verloren ist, aber mir 10-15 Kilo weniger auch ganz gut stehen würden. Da Jammern alleine nicht hilft, werde ich morgen mit einem Essenstagebuch anfangen. Einfach mal aufschreiben, was ich den ganzen Tag über so esse, um ein Bewusstsein und das Gefühl dafür zu entwickeln. Allzu oft landet nämlich die eine oder andere Kleinigkeit in meinem Mund und am Ende wunder ich mich, warum die Waage eine extra Runde dreht. Ein wenig mehr Sport kann auch nicht schaden, hab mir die Yogamatte ja nicht umsonst gekauft.

Mal schauen, wie konsequent ich bin 🙂

Shopping Spree

Eigentlich wollte ich nur kurz in die Stadt. Aufmerksame Leser wissen jedoch, dass wenn ich Sätze mit eigentlich beginne, am Ende etwas völlig anderes herauskommt 🙂

Ich wollte nur kurz in die Stadt, zur Bank, Kontoauszüge und ein bisschen Geld holen, nach Bodies für meine Süße schauen und zum ADAC, mich wegen der Italienreise informieren.

Bis zur Bank funktionierte auch alles nach Plan. Doch dann bei den Bodies eskalierte die Situation ein wenig. Ich habe Kurz- und Langarmbodies gekauft, einen Strampler mit Drache drauf, eine Hose + Jacke, 2 ärmellose Strampler + T-Shirts (einer davon mit Giraffe) und eine Mütze. Für mich fiel noch ein Rock ab, der im Sommerschlussverkauf und nochmaligem 50%-Rabatt nur noch 7,50 Euro kostete. Da muss ich doch zuschlagen, oder? Im Geschäft nebenan steckte ich einen Pullover für den Großen ein und zwei Kleidchen für die Kleene.

Beim ADAC bekam ich wie gewünscht die Straßenkarten mit den netten Reisetipps, die Österreichvignetten und die Videomaut für die Brennerautobahn. Zack, 34 Euro ärmer und wir sind noch keinen Meter in Richtung Italien gefahren. Wo ich schon mal da war, konnte ich wenigstens gleich nach der Auslandskrankenversicherung fragen, die ich letztes Jahr abgeschlossen habe. Der gelbe Engel erklärte mir, dass diese automatisch verlängert wurde und genauso automatisch alle alten und neuen Familienmitglieder versichert sind.

Dann noch fix zum Hauptquartier von einem der örtlichen Fußballvereine, Karten für die erste Runde des DFB-Pokals holen. Die Verkäuferin erspähte meine Süße, die ich aber auch nicht sonderlich gut versteckt im Bondolino vor mir her trug, und verkündete, dass sie neuerdings Babybodies im Angebot hätten. Ich dachte kurz darüber nach und ließ mir ein Exemplar einpacken, morgen ist schließlich das erste Ligaspiel.

Um die Sache abzurunden, bin ich danach zum Whiskyhändler meines Vertrauens gegangen, ich brauchte Nachschub meiner Lieblingssorte. Zu meinem tiefsten Bedauern musste ich feststellen, dass diese nicht mehr hergestellt wird und der Laden auch keine Restbestände mehr führte. Ich wartete daher auf einen kundigen Berater, welcher mir eine neue Marke empfahl, die sogar ein wenig preiswerter als meine alte war. Eine erste Kostprobe hat jedoch ergeben, dass der von ihm so hochgelobte Eichenfassgeschmack für mich zu dominant ist, die Torfnote  nicht vorhanden und die angekündigten Vanillearomen leider nur bei der Geruchsprobe in Erscheinung treten. Werde also weiter nach einem adäquaten Ersatz suchen müssen.

Eigentlich wollte ich noch zu meinem Stammcafé und mir einen großen White Chocolate Mocca für den Heimweg mitnehmen, aber die Kleene war nach mittlerweile drei Stunden so unruhig, dass ich weitere Wartezeiten nicht riskieren wollte.

Tja, und das alles war ein bisschen zuviel für meine Süße. Sie lässt sich den ganzen Abend nicht ablegen, ist völlig übermüdet, findet aber nicht in den Schlaf und schreit stattdessen. Kurz nach Mitternacht ist das erste Mal endlich weggenickt, so dass ich sie auf ihre Decke aufs Sofa legen konnte. Doch leider, leider ist sie nach 10 Minuten vom Klappern meiner Tastatur wieder wach geworden. Vielleicht sollte ich mir eine neue, extra leise Tastatur zulegen …

Shoppingwahn

Ich musste heute in die Stadt, weil der Große einen Sonnenhut braucht. Wenn er draußen spielt und dabei nur sein Basecap aufhat, dann verbrennt er sich den Nacken. Die Kleene ist Sommermützentechnisch äußerst unterversorgt, also noch ein Grund mehr. Und wenn ich schon mal dort bin, kann ich auch gleich bei meinen Kollegen vorbei schauen.

So bin ich denn mittags los und als erstes auf Arbeit. Die Freude vor allem der weiblichen Kolleginnen war groß und das Kindlein wurde von allen Seiten bestaunt und begutachtet und für gelungen befunden, was mich als Mama unheimlich stolz machte. Leider war eine meiner Lieblingskolleginnen nicht da, sie hatte der extreme Wetterumschwung auf die Matte geschickt. Die anderen sind aber in vollem Umfang für sie eingesprungen.
Sogar meine IT-Kollegen, alle männlich, freuten sich und erzählten von ihren Vatererlebnissen und dass die Kleinen ja leider so schnell groß werden und wie doch die Zeit rennt.
3 Stunden später war ich wieder draußen, jedoch mit weiteren Besuchsterminen im Gepäck, war gar nicht so einfach durch die bevorstehende Urlaubszeit.

Ich war schon ziemlich knülle, aber es fehlten noch die Mützen. Die üblichen zweibuchstabigen Ladenketten sind zum Glück gleich ums Eck und bei H&M wurde ich auch direkt fündig. Ein Piratenanglerhut für den Großen, ein weißes Mützchen für die Kleine. Kurze Jungenhosen waren gerade im Angebot, 2 Stück mitgenommen. Bei der 3 für 2 Aktion mitgemacht, 2 T-Shirts und eine kurze Schlumperhose eingepackt. Dazu noch ein Kleidchen, weil deswegen eben 😉

Nach nebenan zu C&A, „bloß mal gucken, was die so haben“. Ein knallrotes Safarimützchen für die Kleene mitgenommen und dann entdeckte ich Fußball-Bodies für die WM. Leider nicht in der passenden Größe, da gab es nur ein T-Shirt. Hab’s trotzdem mitgenommen, werde schon eine passende kurze Hose in meinem Fundus haben. Ansonsten könnte ich ja eine Klöppeln, mich juckts derzeit eh wieder in den Fingern.

Tja, eigentlich wollte ich ja nur 2 Mützchen …

Randnotiz: meine IT-Kollegen haben wieder ordentlich über meine Vertreterin gejammert und zwei reden mittlerweile gar nicht mehr mit ihr. Satte Leistung.

Freizeitstress

Ich brauch Urlaub. Dringend.

Die 4 Tage bei meinen Eltern waren so mit Aktivitäten vollgepackt, dass ich jetzt völlig kaputt bin:

  • wir haben 2x mal beim Griechen gegessen
  • wir waren 2x in einem Biergarten
  • wir besuchten 1x ein Brauhaus
  • der Große war beim Friseur
  • wir haben ausgiebige Spaziergänge gemacht
  • wir sind mehrfach Straßenbahn gefahren
  • wir haben eine Autotour von knapp 3 Stunden gemacht
  • wir waren mehrmals shoppen
  • ich hab mir meinen ersten leichten Sonnenbrand für dieses Jahr geholt

Ohje, ich werd schon beim Lesen der Auflistung wieder müde.

Erstaunlicherweise hat mein Mädchen das alles klaglos mitgemacht und bis auf jeweils 10 Minuten abends nicht gequengelt. Allerdings hat sie das gestern alles nachgeholt, wo sie nicht mal für fünf Minuten abgelegt werden konnte. Dafür schläft sie seit 3 Tagen nachts 7 (!) Stunden am Stück.

Mein Muskelkater lässt auch so langsam nach und ich könnte mir tatsächlich vorstellen, demnächst mal wieder raus zu gehen 😉

Die diversen Shoppingtouren waren erfolgreich, der Große wurde komplett neu eingekleidet, nachdem er aus fast allen seinen Sachen rausgewachsen ist. Mein Mädchen hat ihr erstes Kleid und einen neuen Schlafsack bekommen. Für mich gab es T-Shirts und einen Sportanzug, der Rückbildungskurs steht an und da wollte ich nicht in den allerletzten Lumpen auftauchen.

Den nächsten Kurzurlaub gibt es wohl erst im Juni und bis dahin muss ich ernsthaft meine Fitness steigern – oder ein Sauerstoffzelt mitnehmen 😀