Xayriel orakelt: Fußball-Europameisterschaft 2016

Wales: Fangen wir den Reigen mit dem zweitteuersten Spieler an: Gareth Bale. Der gehört zur walisischen Nationalmannschaft und hat kürzlich die Champions League gewonnen. Zusammen mit dem teuersten europäischen Spieler, aber der kickt für Portugal. Sonst hat das walisische Team nicht viel zu bieten, außer dass es den nicht mehr so geheimen Favorit Belgien in der Qualifikation mit 1:0 vom Platz geschickt hat, nachdem es im Hinspiel schon ein Unentschieden erspielt hatte. Könnte mit viel Glück fürs Viertelfinale reichen.

Schweden: Noch so eine Mannschaft, bei der DER Star es sich eigentlich schon lange auf dem Altenteil hätte gemütlich machen sollen. So aber kickt Ibrahimović weiter und wird dies auch noch tun, wenn sich seine einstmals prächtige Mähne bereits endgültig auf die Auswechselbank verzogen hat. Zu seiner Verteidigung sei allerdings gesagt, dass ein Stürmer der alten Klasse ja quasi nur vor dem Tor rumsteht und wartet, bis ihm der entscheidende Pass vor die Füße fällt und Rumstehen geht meist auch im hohen Alter noch recht gut. Mit Forsberg hat er einen exzellenten Passgeber und wenn die beiden ein gutes Gespür füreinander entwickeln, können so schöne und zahlreiche Tore entstehen. Ansonsten ist die Qualität des Kaders eher überschaubar, eher so im Sinne von Hauptsache dabei.

England: Wie immer hoch gehandelt, vermutlich ebenso wie immer in der Vorrunde oder direkt danach raus. Nach dem überaus strittigen WM-Sieg 1966 reden viele vom Fluch von Wembley und wenn die Engländer endlich zugeben würden, dass das Tor irregulär war, dann würden sie auch wieder bei Turnieren erfolgreich sein. Da dies immer noch nicht geschehen ist, wird die englische Mannschaft wie gewohnt spätestens im Achtelfinale ausscheiden. Völlig unabhängig davon, ob Cahill, Rooney, Sturridge, Hart oder Kane im Kader stehen. Sicherlich werden die Tweets von Gary Lineker über das frühe Ausscheiden hinweghelfen.

Polen: Lewandowski. Und dann eine ganze Weile nichts. Und dann Piszczek und Błaszczykowski, deren Namen den an sich schon viel Leid gewohnten Dortmunder Trikotbeflocker regelmäßig in den Wahnsinn trieben. (Błaszczykowski ist zum AC Florenz gewechselt, aber ich bin sicher, dass Dortmund adäquaten Namensersatz finden wird.) Der Rest der Mannschaft wird zur einen Hälfte aus europäischen Legionären und zur anderen aus daheimgebliebenen Spielern gebildet. Bis auf drei Abwehrspieler verdienen alle Spieler ihre Brötchen in unterschiedlichen Mannschaften, was für das Mannschaftsgefüge sicherlich eine Herausforderung wird. Könnte aber tatsächlich zum allerersten EM-Spiel-Sieg überhaupt reichen. Aber bitte nicht gegen Die Mannschaft!

Rumänien: Fußballerisch lange Jahre von der Landkarte verschwunden, untergegangen im Mittelmaß, versenkt von Korruption und Machtmissbrauch. Jetzt Auferstanden aus Ruinen und das mit einer bärenstarken Abwehr, die dem Land endlich wieder eine EM-Endrundenteilnahme sicherte. Mir sagen die Spielernamen durchweg nichts, was daran liegen mag, dass von den 25 Spielern zwar 16 im Ausland spielen, darunter in Spanien, Italien oder England, aber dort meist nur in den weniger bekannten Vereinen der Oberklasse. Könnte einer der vielen, vielen Geheimfavoriten sein.

Tschechien: EM-Finale 1996. Deutschland-Tschechien. Golden Goal von Oliver Bierhoff. EM-Halbfinale 2004. Griechenland-Tschechien. Silver Goal von Traianos Dellas. Tragik hat einen Namen, auch weil man den Tschechen irgendwie endlich den großen Erfolg wünscht. Allein der Torhüter Petr Čech könnte sämtliche EM-Spiele allein bestreiten und würde die Hälfte davon gewinnen. Mindestens! Der restliche Kader hat klingende, und vor allem bekannte Namen aufzubieten. Dass die Namen hauptsächlich deshalb bekannt sind, weil sie gefühlt seit Erfindung des Fußballs auf den Trikots stehen, dämpft ein wenig die Euphorie. Die ebenfalls klingenden Namen der Vorrundengegner tun ihr übriges. Könnte eng werden.

Portugal: Immer dabei, immer irgendwie auch Favorit, aber wirklich gerissen hat Portugal nie was – trotz (oder wegen?) CR7. Immerhin wurde der bei der letzten EM Torschützenkönig. Dieses Mal Gruppenerste in der Qualifikation. Ein sehr guter Kader mit vielen Juwelen und zwei Champions League Gewinnern. Also alles wie immer?!

Kroatien: Perišić, Rakitić, Mandžukić, Modrić, Kovačić. Was klingt wie Gäste in Pavels und Bronkos Talkrunde in der Bullyparade, sind aktuelle kroatische Nationalspieler und zwei davon haben dieses Jahr die Champions League gewonnen. Ansonsten glänzt die Mannschaft eher durch zwielichtige Machenschaften des Trainers und rassistische Aussetzer des Fanlagers. Wenn sich die Kroaten bei der Endrunde aufs Fußballspielen konzentrieren, könnte einiges drin sein.

Ungarn: „Wer spielt denn heute? – Österreich-Ungarn. – Und gegen wen?“ Mehr als diesen über seinen eigenen Bart stolpernden Witz weiß ich nicht über Ungarns Fußballnationalmannschaft. (Na gut, Wunder von Bern und so, aber das war ja kurz nachm Krieg und weeeeeit vor meiner Geburt.) Vom Kader kenne ich genau 4 Spieler, und das sind die, die in der 1. und 2. Bundesliga spielen. Mag aber auch daran liegen, dass der größte Teil der Spieler in der ungarischen Liga eine Heimat gefunden hat und die in der hiesigen Berichterstattung Null Beachtung findet. Was wiederum die Stärke der Mannschaft schwer einzuschätzen lässt. Ein deutscher Trainer hat ja bereits 2004 mit einer völlig unbekannten Mannschaft ein Wunder vollbracht und Andy Möller ist auch noch Co-Trainer. Viel kann da nicht mehr schief gehen!

Spanien: Die Zeiten des Tiki-Taka sind vorbei, obwohl die spanische Mannschaft immer noch einige Spieler aus den Hochzeiten des iberischen Kurzpassspiels enthält. Ein paar neue sind dabei, aber die drücken den Altersdurchschnitt nur unwesentlich. Ob sich das Übermass an Erfahrung gegen das Ungestüm und die Sorglosigkeit jüngerer Mannschaften auszahlt, wird sich im Turnierverlauf zeigen. Immerhin steht Iniesta nur noch im erweiterten Kader und Torres ist ganz raus, das gibt Hoffnung.

Türkei: Neben Russland und Italien die Mannschaft mit den meisten Heimspielern im Kader, nur 5 hat es ins Ausland verschlagen. Zwar gibt es immer wieder mal kleinere Berichte über die Süper Lig, aber bis auf die Spieler der Bundesliga sagen mir die Namen nichts. Immerhin hat die Türkei die Qualifikationsgruppe der Niederlande, Tschechien und Island überlebt, dennoch lässt sich die aktuelle Stärke schwer abschätzen. Unglückliches Aus in der Vorrunde.

Russland: Nur ein Spieler aus dem aktuellen Kader spielt nicht in der russischen Liga, damit belegt Russland bei den Heimspielern schon mal Platz 1. Beim Altersschnitt ist die Mannschaft ebenfalls weit vorn. Dann stehen noch so ein oder zwei Dopingvorwürfe im Raum. 3 der 5 letzten Spiele wurden verloren, ein Unentschieden. Favoriten sehen irgendwie anders aus. Auch die geheimen.

Island: Haben die überhaupt genug eisfreie Fläche für ein Spielfeld? Werden den Spielern regelmäßig von Trollen und Elfen die Beine gestellt? Und wie haben die eigentlich die Qualifikation geschafft? Ziemlich viele Fragen und nicht ganz unberechtigt, wenn man bedenkt, dass sich Island bislang weder für eine WM- noch für eine EM-Endrunde qualifizieren konnte. Der Kader sagt mir bis auf den Augsburger Finnbogason nix. Aber wer in der Qualifikation zweimal die Niederlande besiegt und Gruppenzweiter wird, hat sich den Stempel Geheimfavorit redlich verdient.

Irland: Wenn man sich anschaut, wo Irlands Nationalspieler kicken, könnte man die Mannschaft auch England II nennen. Nur der Kapitän spielt in den USA, ist wahrscheinlich ein Messfehler. Irland hat sogar ein Maskottchen dabei, Shay Given, der mit seinen 40 Jahren wohl kaum wegen seiner Spritzigkeit nominiert wurde. Auch sonst glänzt der Kader eher mit Erfahrung und einer robusten Spielweise. Könnte schwer werden in der Gruppe.

Belgien: Bei der letzten WM als Geheimfavorit gehandelt, bei dieser EM ebenso. Wobei das Geheim ziemlich offensichtlich ist, denn der Kader rekrutiert sich aus Spielern aus allen großen Mannschaften aus fast allen großen europäischen Ligen. Nur weil Kevin de Bruyne nicht mehr bei Wolfsburg kickt, ist die Bundesliga in der Aufzählung nicht dabei. Wenn sie die Vorrunde überstehen, kann es weit gehen.

Slowakei: Mein erster Gedanke war, dass irgendjemand den Bus vollmachen muss. Mein zweiter war, dass nach der Vorrunde auch 8 Mannschaften wieder nach Hause müssen. Der dritte, das es genau dafür die Slowakei gibt. Auch wenn sie Deutschland vor wenigen Wochen besiegt haben.

Italien: Der Angstgegner. Die Schauspieltruppe. Der Unsympath im blauen Dress. Aber so wirklich will sich die Abscheu dieses Jahr nicht einstellen, dafür sind die Spieler im Kader zu unbekannt, die großen gewohnten Feindbilder fehlen alle. Bis auf Buffon. Einerseits befreit das Italien von der Favoritenrolle, andererseits macht sie das gleichzeitig zum Geheimfavoriten. Verrückte, verkehrte Welt. Und ein Turnier folgt immer eigenen Gesetzen.

Schweiz: Seit sich die Schweiz mit Spielern mit Migrationshintergrund verstärkt hat, klappt’s auch im internationalen Geschäft. Trotzdem blieben die wirklich großen Erfolge bislang aus. Das könnte sich bei dieser EM ändern, der Kader dafür ist allemal stark genug. Es sei denn, es kommt zum Elfmeterschießen.

Österreich: Bei der EM im eigenen Land haben die Österreicher bereits zu überraschen gewusst. Seitdem scheint sich die ausgeprägte Nachwuchsförderung immer mehr bezahlt zu machen und der österreichische Kader weist ein paar klingende Namen auf, die im Verbund durchaus weit kommen können. Zudem führt mit Christian Fuchs ein Spieler die Mannschaft an, der gerade mit dem absoluten Underdog Leicester City englischer Meister geworden ist. Vielleicht schwappt ja diese Erfolgswelle bis rüber in die Alpenrepublik. Kriegt von mir ebenfalls den Stempel Geheimfavorit mitten auf die Stirn gedrückt.

Ukraine: Mein 7-jähriger Sohn hat das Konzept von Nationalmannschaften nur bedingt verstanden und denkt immer wieder mal, dass Bayern München gegen Deutschland spielt. Bei der Ukraine hätte er damit gar nicht so unrecht, nur hieße dort die Begegnung Schachtar Donezk gegen Dynamo Kiew. Wie immer bei solchen heimspielerstarken Mannschaften in eher wenig betrachteten Ligen ist die Einschätzung der tatsächlichen Stärke schwierig. Dazu hat die Mannschaft eine unbequeme Gruppe erwischt. Spätestens im Achtelfinale ist Schluss.

Albanien: Der niedliche Exot. Wie Costa Rica bei der WM 2014. Steht laut UEFA-Koeffizienten nur knapp vor Nordirland, welche bei dieser EM in der Hinsicht die rote Laterne tragen. Dazu eine eher leichte Gruppe und der eine (Mavraj) oder andere (Abrashi) bekannte Name. Kein Geheimfavorit, aber zum Überstehen der Vorrunde könnte es reichen.

Nordirland: Die rote Laterne der Teilnehmer, wenn es nach dem UEFA-Koeffizienten geht. Mit Deutschland, Polen und der Ukraine eher undankbare Vorrundengruppengegner erwischt. Hat sich aber immerhin direkt für die allererste EM-Endrundenteilnahme des Landes qualifiziert und wurde zum größten Teil in den englischen Ligen gestählt. Es wird dennoch nicht fürs Achtelfinale reichen.

Frankreich: Wenn eine Mannschaft die Höhen und Tiefen von EM- und WM-Turnieren kennt, dann die französische. Bei der WM 1998 im eigenen Land den Titel geholt, zwei Jahre später noch locker-flockig den EM-Sieg hinterher geschoben, um dann 2002 bei der WM sang-, klang- und vor allem torlos bereits in der Vorrunde auszuscheiden. Seitdem bestimmten Skandale das Auftreten Frankreichs bei internationalen Turnieren. Sei es Zidanes Kopfstoß 2006 oder der Eklat in Südafrika 2010. Dieses Jahr könnte sich das Blatt jedoch wenden. Wieder haben die Franzosen den Heimvorteil, und vor allem haben sie eine starke Mannschaft und vorsichtshalber die potentiellen Störenfriede daheim (nunja, woanders jedenfalls) gelassen. Griezmann ist ein ganz heißer Anwärter auf den Torschützenkönig des Turniers. Der Kader wartet außerdem noch mit anderen bekannten Namen auf. Und wenn sich Coman zusammenreißt und ein wenig auf seine Mitspieler achtet, könnte erneut der ganz große Wurf gelingen.

Deutschland: Wird gewinnen. Oder hat da irgendjemand Zweifel daran? Ist doch egal, ob der Kader überaltert ist, oder ob Langzeitverletzte wie Schweinsteiger, Hummels oder Tah oder Beinahe-Rentner wie Podolski, nochmals Schweinsteiger oder Gomez nominiert wurden. Neuer wird wie immer als doppelter Spieler, Torhüter und Libero, Der Mannschaft den Hintern retten. Und wenn Löw auch die mitgenommenen Jungspunde Kimmich, Weigl und Sané ran lässt, könnte es tatsächlich mit dem Titel klappen. Turniermannschaft, ein Spiel, 22 Mann, 90 Minuten und am Ende und so! Außerdem haben wir Müller und der kann wirklich in allen Lebenslagen ein Tor schießen.

Zusammenfassung: Überraschungen sind bei einer EM immer möglich, siehe Dänemark oder Griechenland oder Tschechien, die sich erst im Finale Deutschland geschlagen geben mussten. Wie der Pokal hat auch eine EM ihre eigenen Gesetze.

Gruppensieger: Sieger (2.-Platzierter)
Gruppe A: Frankreich (Schweiz)
Gruppe B: England (Wales)
Gruppe C: Deutschland (Polen)
Gruppe D: Tschechien (Türkei)
Gruppe E: Belgien (Italien)
Gruppe F: Portugal (Österreich)

Halbfinalteilnehmer: Schweiz, Portugal, Deutschland, Frankreich

Europameister: Deutschland

Torschützenkönig (Land): Frankreich

Xayriel orakelt: ESC 2016

Dieses Jahr gibt es die Orakelei zum Sangeswettstreit erst kurz vorm Finale, mit dem Wissen der Halbfinale und natürlich wie immer sehr persönlich gefärbt, so dass die tatsächlichen Ergebnisse meilenweit daneben liegen können.

Fangen wir mit den Chancen für Deutschland an. Jamie-Lee hat an sich alles, was eine deutsche Grand-Prix-Gewinnerin mitbringen muss: jung, niedlich, völlig unbedarft, markante Stimme, ganz brauchbares Lied. Für Nicole und Lena hat diese Mischung gereicht, bei Jamie-Lee bin ich mir leider nicht so sicher, was hauptsächlich am Lied liegt, welches für meinen Geschmack einen Ticken zackiger und mit mehr Akzenten hätte sein können. So plätschert es ein wenig vor sich hin, ohne richtig in die Gänge zu kommen. Ich tippe auf einen Platz im oberen Mittelfeld (= im unteren Drittel auf der linken Seite des Tableaus).

Tja, und dann geht es direkt weiter zum Titelkampf. Russland, sagen die Buchmacher, wird es machen. Ja, die Show ist klasse, die visuellen Effekte bis zum Maximum ausgereizt. Macht man aber die Augen zu, bleibt ein dünnes Allerweltslied, welches mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen hat.

Das taten eher Georgien oder Bulgarien. Die Georgen mit einem Lied im besten Grunge-Rock, hauptsächlich handgemacht mit Gitarren und Schlagzeug, was eine schöne Abwechslung zu den vorherrschenden Synthieklängen direkt aus dem Computer ist. Diese setzt zwar Bulgarien ein, kreiert damit aber ein schönes, treibendes Lied, bei dem man automatisch mitwippt und ich mir wünschte, ich wäre 15 Jahre jünger und könnte mich dazu auf einer Tanzfläche austoben.

Österreich geht nach dem Reinfall im letzten Jahr, wo sie sich die 0-Punktewertung mit Deutschland teilten, mit einem komplett in französcher Sprache gesungenen Beitrag an den Start und könnte damit den großen Wurf landen. Auf jeden Fall gibt es dafür mehr Punkte als im letzten Jahr, da leg ich mich fest!

Belgien hingegen verfolgt das Motto „gut geklaut ist besser als schlecht selber komponiert“ und sampelt Queens „Another one bites the dust“. Für mich zu plump, aber der Erfahrung nach übersieht der ESC-Zuschauer solche Details gerne, zählt also zum erweiterten Favoritenkreis.

Dazu zählt wohl auch die Niederlande, die seit den Common Linnets den Countryfolkpop für sich entdeckt haben. Ich fand es langweilig, aber ich habe ja auch keine Ahnung.

Was die letzten Jahre schon nervte, aber dieses Jahr scheinbar einen neuen Höhepunkt fand, sind Balladen. Ab und zu mal eine Ballade kann schon schön sein, besonders wenn ein paar besondere Effekte dabei sind. Die allermeisten Balladen sind jedoch – ich entschuldige mich für die Wortwahl – kotzelangweilig, allen voran Tschechien.

Zum Glück haben die allermeisten die Halbfinale nicht überstanden. Übrig geblieben sind Armenien, Kroatien, Israel, Polen und Serbien. Aber irgendjemand muss ja den Bus voll machen 😉

Eine der ganz wenigen Balladen, die mir gefallen hat und die auch weit vorne landen könnte, ist die aus der Ukraine. Sehr kraftvoll und teilweise in krimtatarisch gesungen.

Am Ende gewinnt jemand, den niemand auf der Rechnung hatte, Zypern zum Beispiel. Oder Litauen. Oder Schweden, das als Titelverteidiger gut nachgelegt hat.

Was macht Australien diesmal? Erstens sind sie wieder dabei, was für mich überraschend kam. Aber die EBU hat wohl eingesehen, dass der australische Markt zu groß ist, um ihn mit einer einmaligen Teilnahme abspeisen zu können. Gefällt mir gut, da ich mir viel von den australischen Beiträgen erhoffe und so enttäuscht mich Dami Im auch nicht, wobei es für den Sieg nicht reichen wird.

Und der Rest? Wird sich mit den Balladenschmetterern die rechte Seite des Tableaus teilen, denn sowohl Aserbaidschan als auch Frankreich, Lettland,  Großbritannien und Spanien kommen mit seichtem, akzentfreien Pop daher. Ungarn ist ebenso poppig, hat aber ein durchaus schnuckliges männliches Model am Start, wohingegen Italien die Langweiligkeit der Einheitsbreipopsongs sogar noch steigern kann. Malta wird separat erwähnt, weil die Sängerin so unglaublich hartnäckig ist. Reichte es 2001 immerhin für den 2. Platz, wird es dieses Jahr mit viel Glück eine Platzierung im Mittelfeld werden.

Kurz zusammengefasst: Sieger wird Bulgarien, 2. Russland, 3. Ukraine. Die restliche Top-10, unsortiert: Deutschland, Schweden, Georgien, Zypern, Belgien, Niederlande, Österreich.

P.S. Mein bester Freund, der das bei Fußballthemen ganz wunderbar und treffsicher kann, orakelt: Schweden 1., Deutschland 4.

Nachtrag: Xayriel orakelt die WM

War das nicht eine schöne WM? So wenige gelbe Karten, so viele verletzte Spieler, so überaus kompetente Schiedsrichter, so professionelle Kommentatoren.*

Im Ernst, die WM war gerade zu Anfang von Überraschungen geprägt, die mich bei meinen ganzen Tippspielen doch recht alt haben aussehen lassen – genauso wie bei meinen Orakelvorhersagen. Ich geh sie am besten mal im Einzelnen durch:

Weltmeister wurde tatsächlich Deutschland! Yeah! Freudentaumel allerorten!

Vizeweltmeister ist nicht Spanien geworden, sondern Argentinien. Hatte ich außer als Gruppenerster überhaupt nicht auf dem Zettel.

3.platzierter wurde letztendlich die Niederlande und das recht mühelos gegen desolat auftretende Brasilianer.

Überraschungserfolg war nicht Belgien, die zwar recht weit gekommen sind, sondern Costa Rica, welche nicht nur Gruppensieger in einer Gruppe mit 3 ehemaligen Weltmeistern wurden, sondern auch bis ins Viertelfinale vordrangen und dort nur knapp von den Niederlanden im Elfmeterschießen niedergerungen wurden.

Miroslav Klose hat sich allerdings den WM-Torschützenkönig aller Zeiten geholt, tatsächlich mit einem Tor gegen Ghana in der Vorrunde. Allerdings war sein 16. Treffer nicht im Finale, sondern bereits im Halbfinale gegen Brasilien, wo schließlich jeder ein Tor machen konnte, der wollte 😉

Torschützenkönig wurde James Rodriguez aus Kolumbien mit 6 Toren, einem mehr als Thomas Müller. Neymar hat „nur“ 4 Tore geschossen, David Villa hatte durch das frühe Ausscheiden Spaniens keine echte Chance auf den goldenen Schuh.

Die Gruppensieger (tatsächlich, getippt von mir, getippt von meinem bester Freund):

  • Brasilien, Brasilien, Mexiko
  • Niederlande, Spanien, Niederlande
  • Kolumbien, Japan, Griechenland – wer tippt auch schon auf Kolumbien? 😉
  • Costa Rica, England, Uruguay
  • Frankreich, Schweiz, Schweiz
  • Argentinien, Argentinien, Argentinien
  • Deutschland, Deutschland, Deutschland
  • Belgien, Belgien, Belgien

Fazit:

So ganz ungeeignet als Orakel scheine ich nicht zu sein, lag aber bei einigen Tipps ganz weit daneben. Ist aber nicht sonderlich verwunderlich, wenn ein Twitter-Hashtag #dieseWMistuntippbar lautete 🙂

Und was bleibt von der WM?

  • Freistoßspray
  • Torlinientechnik
  • zweifelhafte Schiedsrichtervorgaben mit entsprechend schlechten Schiedsrichterleistungen
  • überragende Torhüter mit unglaublichen Rettungstaten
  • der 4. Stern für Deutschland

 

* Vorsicht, könnte Ironie enthalten.

Xayriel orakelt

Heute: die FIFA-Fußball-WM

Dieses Orakel ist wesentlich schwieriger als der Eurovision Song Contest, vor allem, weil ich die allerwenigsten Teilnehmer in letzter Zeit habe spielen sehen und wirklich einschätzen kann. Zudem sind gerade beim Fußball meine Tipps emotional eingefärbt.

Weltmeister: Natürlich Deutschland! Realistisch denke ich jedoch, dass spätestens im Halbfinale das Ende der sportlichen Fahnenstange erreicht sein wird, es sein denn, Jogi hat noch ein ganz unbekanntes Spielsystem im Ärmel und/oder lässt vornehmlich die jüngeren Akteure auflaufen. Immerhin wären sie dann mal wieder die Weltmeister der Herzen. Sollten sie allerdings bereits in der Vorrunde ausscheiden, was bei den nicht gerade superschwachen Gruppengegnern gar nicht so unwahrscheinlich ist, seh ich auch schwarzrotgold für die Herzensmeisterschaft.

Für den Fall, dass es Deutschland nicht schafft, hat Brasilien echt gute Karten, zumal mit dem Heimvorteil im Rücken. Als Joker setze ich England, welches vermutlich das jüngste WM-Team aller Zeiten stellt 🙂

Vizeweltmeister: Spanien, da die Iberer nicht schon wieder Meister werden können. 3 Titel in Folge sind schlicht zuviel des Guten!

3.Platzierter: Deutschland, welches im Spiel um Platz 3 Italien furios schlägt! Weltmeister der Herzen und so* 😀

Überraschungserfolg: Belgien, wird von einigen auch als Weltmeister gehandelt.

Torschützenkönig: David Villa oder Neymar. Da die Deutschen mit nur einem echten Stürmer in Brasilien auflaufen und wir ganz viele Spieler mit Torriecher haben, werden wir den Torschützenkönig eher nicht stellen, dafür aber ganz viele deutsche Spieler in die Torschützenliste eintragen können.
Miroslav Klose wird allerdings den WM-Torschützenkönig aller Zeiten klar machen und Ronaldo überholen, mit einem Tor in der Vorrunde gegen Ghana und dem titelentscheidenden Tor für uns im Finale gegen Brasilien! Und nach seiner Rückkehr nach Deutschland wird ihm ein überlebensgroßes Denkmal gesetzt, gleich neben dem Hermann im Teutoburger Wald 😉

Gruppensieger:

  • A: Brasilien
  • B: Spanien
  • C: Japan
  • D: England*
  • E: Schweiz
  • F: Argentinien
  • G: Deutschland*
  • H: Belgien

Jetzt muss ich noch fix die Tipps in meinen 4(!) Tipprunden abgeben und dann kann es losgehen. Ich hoffe auf eine schöne, spannende und faire WM und am Ende kommt eh wieder alles gaaaaanz anders!

* Bei der Konstellation Deutschland Sieger Gruppe G und Italien Zweiter Gruppe D ist mein prophezeites Spiel um Platz 3 so nicht möglich, da die beiden Mannschaften bereits im Achtelfinale aufeinander treffen, ebenso bei der Konstellation Italien Gruppenerster und Deutschland Gruppenzweiter. Falls dies eintritt, bomben wir eben die Niederländer im Spiel um Platz 3 weg, denn 3. Plätze können wir nunmal richtig gut 😉

NACHTRAG:

Mein vom Fußball richtig Ahnung habender bester Freund meint, dass ich sehr daneben orakeln würde. Und weil Meckern ja schließlich jeder kann und am Ende die Ente ihre Stoffwechselendprodukte ausscheidet, gibt es hier seine Orakeltipps:

Gruppensieger:

  • A: Mexico
  • B: Niederlande
  • C: Griechenland
  • D: Uruguay
  • E: Schweiz
  • F: Argentinien
  • G: Deutschland
  • H: Belgien

Halbfinale: 

  • Deutschland
  • Uruguay
  • Niederlande
  • Belgien

Weltmeister:

  • Deutschland