Leben in Warteposition

Es gibt Situationen, in denen sich alles ändert. Dinge laufen viel langsamer ab als sonst, die bekannte Welt schrumpft und Prioritäten verschieben sich dramatisch.

Für mich begann ein solche Situation mit dem Anruf, dass wir am nächsten Tag stationär ins Krankenhaus sollten. Gleichzeitig begann damit auch eine quälende Warterei.
Ich wartete. Darauf, dass es endlich los ging. Darauf, dass ein Arzt kam. Darauf, dass mein Mädchen wach wird. Ich wartete auf alles mögliche und fürchtete zugleich diese Momente. Die daraus resultierende Zerrissenheit ist unglaublich zermürbend.

Wir packten also am Mittwoch Morgen unsere Sachen und begaben uns zur vereinbarten Zeit ins Krankenhaus, wo wir auch schon erwartet wurden. Während ich an der Anmeldung sämtliche Formalitäten klärte, wurde die Kleene bereits auf der Station aufgenommen, vermessen und das erste Mal begutachtet. Als ich dazu kam, war dieser Teil fast abgeschlossen und mir wurde das Zimmer gezeigt. In einer Ecke stand ein offensichtlich bereits belegtes Bett, in einer anderen ein schwarzer Sessel. Dieser wurde mir als meine zukünftige Bettstatt vorgestellt, was ich allerdings für einen Scherz hielt.

Es war nur keiner, denn fünf Minuten später meinte die Schwester, sie würde versuchen, ein Klappbett zu organisieren, aber falls keines mehr da wäre, könnte der Sessel ausgeklappt werden. Das war das erste von ganz vielen Malen, an dem ich am liebsten sofort wieder nach Hause gegangen wäre.
Mir wurde mein Spind gezeigt, mein Nachtschränkchen, das Bad, die Schwesternstation, die Getränkestation, die Küche, alles nur mit knappen Erklärungen begleitet, wenn überhaupt. Ich hatte ja die nächsten Tage genügend Zeit, alles selbst heraus zu finden.

Als nächstes wartete ich auf die Blutabnahme.
Bei selbiger war mein Mädchen unglaublich tapfer. Die Schwestern wollten ihr Blut vom Kopf abnehmen, weil dort die Venen am besten zu sehen waren. Sie meinten zudem, sie hätten gerne, wenn das Kind richtig schreit, weil dann das Blut durch die Anstrengung besser fließen würde und bei so kleinen Babies wäre es schwierig, die benötigte Menge an Blut zu bekommen. Nur hatten sie die Rechnung ohne mein Kind gemacht. Nach einem kräftigen Brüller direkt nach dem Einstich beruhigte sie sich wieder und lang dann friedlich auf der Liege und harrte der Dinge, die da noch kommen mögen, während die Schwestern an ihrem Kopf rumdrückten und fieberhaft versuchten, die drei kleinen Röhrchen mit Blut zu füllen, was ihnen letztendlich auch gelang.

Danach war es Zeit fürs Mittagessen und ich war gespannt, wie es schmecken würde, hatte ich doch die verschiedensten Horrorgeschichten im Hinterkopf. Da ich mich am Vortag nicht für ein bestimmtes Gericht anmelden konnte, musste ich nehmen, was mir angeboten wurde und das war Hühnerbrust mit Kartoffeln und Möhrengemüse. Durchaus essbar, wenn auch fad gewürzt, was jedoch zu erwarten war.

wpid-20140402_115252.jpg

Dann wieder warten. Auf die OP-Aufklärung. Die Anästhesie-Aufklärung. Das Klappbett. Welches im Laufe des Nachmittags kam, im noch zusammengeklappten Zustand. Ich wartete auf einem harten Stuhl, der mit jeder Minute unbequemer wurde. Gerne hätte ich mich auf das Bett gelegt, durfte es aber alleine nicht aufbauen.

Wie ich sehr viele Dinge nicht alleine durfte. Mir beispielsweise Obst vom Essenswagen nehmen, das durfte aus Hygienegründen nur die Essensausgeberin, wie sie mir unmissverständlich klar machte.

Alleine allerdings durfte ich das Kind wickeln, das Babybett sauber machen, gefühlt permanent Temperatur beim Kind messen. Am späten Nachmittag kam der Papa nochmal vorbei und wir sind raus in den Park gegangen, ein wenig Sonne und Ruhe abfassen. Meine Zimmergenossin hatte seit Mittag erst ihre Mutter zu Besuch, ab Nachmittag kamen dann noch Mann und Kind dazu und alle waren ständig am Schwatzen, über was, weiß ich nicht, da sie sich auf Russisch unterhielten.
Durch den Spaziergang verpasste ich das reguläre Abendessen und durfte dann bei der Essensdame, bei der ich schon zum Kaffee negativ aufgefallen bin, um zwei Scheiben Brot und etwas Wurst betteln. Ich musste alles ganz fix essen, denn um 19 Uhr musste das gesamte Geschirr abgewaschen sein und sie dürfe nachträglich nichts per Hand spülen, besagt die Krankenhausvorschrift.

Die Nacht verlief einigermaßen ruhig, außer dass aller Stunden eine Schwester mit Taschenlampe in den Zimmern nachschaute, ob alle Patienten noch da sind.
Ich hatte mir vorsorglich den Wecker auf 3 Uhr gestellt, zu diesem Zeitpunkt durfte das Kind zum letzten Mal vor der OP gestillt werden. Das klappte auch ganz gut und wir waren gerade wieder eingeschlafen, als mich die Nachtschwester weckte und meinte, ich solle doch das Kind stillen, wäre ja das letzte Mal vor der OP. Hmpf.
Ich hoffte, dass sich das Kind ordentlich voll gefuttert hatte und bis zum Morgen schlafen würde, aber nein, mein Mädel wurde um 5 Uhr wach und hatte Hunger. Zwei Stunden lang.
Ich versuchte, sie so gut es eben ging zu beruhigen und zählte die Minuten bis 7:30 Uhr, wollte aber gleichzeitig die Zeit anhalten, um mein Mädchen nicht hergeben zu müssen.

Pünktlich holte uns eine Schwester ab und brachte uns in den Aufwachraum, wo wir noch so lange miteinander kuscheln durften, bis das OP-Team komplett war. Mit uns wartete ein ca. 14-jähriger Junge, der immer wieder zu uns herüber schaute. Sicher bereute er in diesem Moment seine Entscheidung, die Mama nicht vor der OP dabei haben zu wollen, er wäre doch kein Kind mehr, aber so aufgeregt und unsicher wie er aussah, hätte ihm eine mütterliche Umarmung bestimmt gut getan.
Meine Kleine wurde mir dann von einer Schwester abgenommen und in den OP gebracht, während ich auf wackligen Beinen und den Tränen nahe wieder auf mein Zimmer ging und wartete.
Es gab Frühstück und ich würgte appetitlos das Brötchen herunter und zählte wiederum die Minuten. Ich sah der Putzfrau staunend zu, wie sie mit dem Wischer das ganze, ca. 30 Quadratmeter große Zimmer in einem Rutsch reinigte nass machte. Eine weitere Schwester wischte Staub. Dazwischen eine Meute Weißkittel, die Visite hielt. Ein wenig Abwechslung bei der Warterei.

Ich war so durch den Wind, dass ich gar nicht checkte, dass der Arzt, der kurz nach 9 Uhr das Zimmer betrat, zu mir wollte. Erst, als er schon zwei Sätze auf mich eingesprochen hatte, begann mein Gehirn die Informationen auch zu verarbeiten. Die OP ist gut verlaufen, die Ureterozele wurde geschlitzt und ist sofort in sich zusammengefallen. Es gab keine Komplikationen und mein Kind liegt bereits im Aufwachraum, wohin ich in Kürze gehen dürfte.
So richtig kapiert hab ich das in dem Moment alles nicht, ich nickte automatisch und bedankte mich beim Arzt. Und wartete wieder.

Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit, obwohl es in Wirklichkeit nur 10 Minuten waren, kam eine Schwester und brachte mich zum Aufwachraum. Als erstes sah ich das leere Kinderbett, in dem noch ihr Drache hockte. Erst als mich die Aufwachraumschwester in Empfang nahm, bemerkte ich, dass mein Kind in einem Wärmebettchen lag und ein Monitor ihre Vitalwerte anzeigte  und munter vor sich hin piepte. Die sehr nette Schwester erklärte mir, dass sie nach der Operation ein wenig ausgekühlt sei und sie deswegen im Wärmebett liegt, bis sichergestellt ist, dass sie alleine die Temperatur halten kann. Wenn der Monitor hektisch zu piepsen anfinge, solle ich mir keine Sorgen machen, die Sensoren messen mitunter nicht richtig, besonders bei so kleinen Kindern. Erst wenn die Schwester herbei geeilt käme, wäre es mehr als nur ein verrutschter Sensor.
Ahja.

Ich setzte mich neben das Wärmebett, schaute mein Mädchen an und wartete.
Die Schwester schaute immer wieder mal vorbei, stellte erst die Wärmelampe über dem Bett aus, dann die Heizung des Bettes selber und prüfte, ob alles so ist, wie es sein sollte. Das Kindlein schlief.
Zwischendrin wurde der Jugendliche vom Morgen in den Aufwachraum gebracht. Ich war froh und erleichtert, dass er seine OP auch gut überstanden hatte. Ich musste schmunzeln, als er, einigermaßen wieder zu sich gekommen, darum bat, dass seine Mama darüber informiert würde, dass alles gut gegangen ist, sie mache sich sicher Sorgen.
Nach zwei Stunden im Aufwachraum, davon eine Stunde lang ohne äußere Wärmezufuhr durften wir zurück auf die Station, natürlich nur im Begleitung einer Schwester.
Auf Station angekommen, wartete ich, dass die Kleene wach wird. Sie aber schlief und schlief und schlief. Sehr zum Leidwesen meiner Brüste, die mir zu verstehen gaben, dass 8+ Stunden ohne Entleerung nicht im Sinne des Erfinders und vor allem schmerzhaft sind.

Meine Warterei wurde durch das Mittagessen unterbrochen, diesmal irgendetwas Fischiges mit Reis und nennen wir es mal Gurkensalat.

wpid-20140403_120120.jpg

Ich rief meinen Mann an und fragte, ob und wann er denn an diesem Tag vorbei kommen wollte, was dieser wiederum als Startschuss verstand und sich sofort auf den Weg machte. Während ich also darauf wartete, dass die Kleene aufwacht, wartete ich auf meinen Mann. Als dieser dann kam, war er recht enttäuscht, dass sein Nachwuchs immer noch seinen Rausch ausschlief. Auch die Schwestern schauten immer wieder nach.

Da meine Brüste mittlerweile heftig schmerzten, versuchte ich, mein Mädchen sanft zu wecken. Dort ein Kitzeln, da ein Streicheln, aus dem Bett nehmen, mit ihr sprechen – alles nur mit mäßigem Erfolg.

Gegen 14 Uhr zeichnete sich ein Ende der Aufwachwartezeit ab, eine halbe Stunde später wollte sie dann tatsächlich das erste Mal etwas trinken.
Riesengroße Erleichterung.
Der Familienanhang meiner Zimmerkollegin hatte sich in der Zwischenzeit wieder vollständig eingefunden. Da ich dafür keinen Nerv hatte und draußen herrlich die Sonne schien, fragten wir, ob wir mit der Kleinen eine Runde in den Park dürften. Durften wir nicht, es wäre zuviel für sie. Kurz darauf ging mein Mann wieder heim und ich wartete alleine.
Auf die Vesper. Auf das Abendessen. Auf die nächste Wachphase des Kindes. Darauf, dass irgendwas passiert.
Aber außer einem Kontrollultraschall, bei dem festgestellt wurde, dass sich die Stauung bereits verkleinert hatte, wurde meine Warterei durch nichts unterbrochen.

Ich las mein Buch zu Ende, spielte mit meinem Handy und wartete, dass ich endlich schlafen gehen konnte.
Kaum lag ich im Bett, war ich auch schon eingeschlafen. Gegen Mitternacht weckte mich mein Kind und hatte Hunger. Und was für welchen. Nach über einer Stunde Dauertrinken und Nuckeln an der Brust, konnte ich nicht mehr, die Schmerzen wurden zu groß. Dem Baby war das egal, es wollte mehr. Mehr trinken. Oder mehr kuscheln. Oder was auch immer. Auf jeden Fall schrie es, was ich bisher gar nicht kannte.
Ich wartete darauf, dass sie sich beruhigt, doch erst gegen 2 Uhr, nachdem ich sie improvisiert gepuckt und eine Stunde durchs Zimmer geschleppt hatte, selber ständig kurz davor, vor Erschöpfung umzufallen, hörte sie auf und schlief einfach ein.
Und schlief, bis wir morgens von den Schwestern geweckt wurden.

Wir sollten an diesem Tag entlassen werden, aber niemand konnte uns sagen, wann das ungefähr sein wird. Ich wartete wieder, diesmal darauf, dass uns irgendjemand informiert. Die Warterei wurde durch einen neuerlichen Ultraschall unterbrochen, bei dem die Ärztin jedoch keine weitere Veränderung feststellen konnte.
Gegen 11 Uhr fragte ich bei den Schwestern, die sich bis dahin außergewöhnlich rar gemacht hatten, nach, ob und wann ich denn nach Hause könne, wurde aber auf die noch ausstehende Visite vertröstet.
Ich weiß nicht, wann genau, aber letztendlich tauchte die Armada der Weißkittelberockten auf und gaben uns grünes Licht für die Entlassung. Ich solle am Montag zum Kinderarzt zur Kontrolle und in 3 Wochen zur Nachsorge in die Klinik. Mach ich alles, nur lasst mich endlich da raus.

Ich rief meinen Mann an, er solle uns abholen. Während ich auf ihn wartete, führte ich mir ein letztes Krankenhausmittagessen zu Gemüte, Geflügelkräuterbällchen mit Kartoffelmus und Wurzelgemüse, das unleckerste der drei Gerichte.

wpid-20140404_120720.jpg

Mein Mann kam und erlöste uns endlich von dieser unsäglichen Warterei. Das Leben findet wieder in Normalgeschwindigkeit statt, der Horizont erweitert sich. Knapp drei Tage war ich der Welt entrückt, keine Nachrichten, kein Fernsehen, keine Zeitung. Nur Sorge um mein Mädchen und warten.

Äußerlich hat sie den Krankenhausaufenthalt gut überstanden. Seelisch hat sie noch eine Menge zu verarbeiten. Seit gestern schreit sie nach jedem Stillen, lässt sich frühestens nach 10 Minuten Dauerbrüllens beruhigen und kommt nur noch im Tragetuch zur Ruhe. Vom tiefenentspannten, pflegeleichten Kind ist fast nichts mehr übrig. Ich hoffe, dass sich das bald legt und sie ihr sonniges Gemüt wiederfindet.

wpid-20140404_074835.jpg

 

Wie aus dem Lehrbuch

Wie angekündigt, sind wir heute morgen in die Uniklinik gegangen, um die Kleine von Experten untersuchen zu lassen.

Nach der Anmeldung durften wir in der Notfallklinik warten, zusammen mit vielen, vielen anderen Kindern. Wir wurden irgendwann (mein Zeitgefühl geht beim Warten regelmäßig flöten) aufgerufen und durften unser Anliegen schildern. Ein sehr netter Arzt mit einer angenehm ruhigen Art hörte sich alles genau an und überwies uns dann in die hauseigene Radiologie.

Dort angemeldet und wieder gewartet. In der Zwischenzeit das Kindlein gestillt, damit es nicht unnötig unruhig bei der anstehenden Untersuchung ist. Bald darauf wurden wir aufgerufen und ein junger Arzt schickte sich an, die Ultraschalluntersuchung zu machen. Er gab sich viel Mühe, hatte extra das Gel vorher angewärmt und einen extra kleinen Schallkopf (der war niedlich) angestöpselt. Beide Nieren wurden geschallt, die Harnleiter, die Stauungen, die Blase. Zur Absicherung holte der Arzt noch seine Chefin, damit sie seine Befunde bestätige.

Sie kam bald darauf, der Arzt erklärte seine Befunde und die Ärztin bestätigte jeden einzelnen. Sie meinte, Doppelniere, Stauung und Ureterozele seinen alle klassisch und sehen typisch für diese Krankheit aus. Mich beruhigte das irgendwie, denn immerhin waren alle Symptome bekannt, also wird es auch erprobte Behandlungsmethoden geben. Die Kleene fand die Untersuchung doof, vor allem, weil ihr immer wieder die Beine festgehalten wurden. Letztendlich war sie aber doch ganz tapfer, hat sich nach einer Weile beruhigt und dann ganz brav mitgemacht.

Danach sind wir wieder zurück in die Notfallklinik, zum Glück sind in der Kinderklinik die Wege relativ kurz, und warteten darauf, dass der Arzt mit uns die weitere Behandlung bespricht. Der Arzt passte uns auf dem Gang ab, nahm sogleich den Bericht an sich und fünf Minuten später schickte er uns in die Urologie, wir wären schon angemeldet und dort würde das Kind nochmal, diesmal von den richtigen Spezialisten, untersucht.

Wir zogen also erneut um und wurden von einer Schwester in Empfang genommen. Sie bat uns zu warten, weil der Arzt gerade bei einem anderen Patienten sei, aber er wolle sich die Kleene unbedingt noch anschauen. Selbige verschlief die Wartezeit zum größten Teil, jedoch wurde ihr Schlummer immer wieder von den sehr lauten automatischen Türen gestört.

Gegen 12 Uhr durften wir dann zum Arzt, welcher sich unser Mädchen und den Befund sehr intensiv anschaute und uns dann genau erklärte, was bei den Untersuchungen herausgekommen ist. Die Doppelniere rechts ist ja bekannt und der obere und untere Teil haben jeweils separate Harnleiter in die Blase. Einer der Harnleiter mündet direkt in die Blase, der andere jedoch in eine sogenannte Ureterozele (Wikipedia). Das ist eine kleine Blase oder ein Sack innerhalb der Harnblase, welcher keinen oder nur einen sehr kleinen Abfluss in die eigentliche Blase hat und dadurch die Stauung in der Niere verursacht. Die Ureterozele kann mittels einer minimalinvasiven Operation perforiert werden, was die Ärzte gerne auch demnächst machen möchten, bevor sich irgendwelche schweren Infekte bilden.

Der Arzt müsse noch einen Termin finden und sich deswegen mit einem Kollegen absprechen und sobald sie ein geeignetes Datum hätten, würden sie uns anrufen und informieren. Da dies recht kurzfristig geschehen kann, sollten wir doch bitte die Stadt nicht verlassen wurden wir gefragt, ob wir in der nächsten Zeit verfügbar wären, was wir bejahten.

Dann durften wir endlich wieder nach Hause. Die Untersuchungen waren nicht schlimm, aber zusammen mit der Warterei waren wir ordentlich geschlaucht. Daheim haben wir ausgiebig gebruncht und dann noch ausgiebiger Mittagsschlaf gehalten.

Geweckt wurde ich durch einen Anruf der Klinik, sie hätten sich auf einen Termin einigen können und ob es denn möglich wäre, wenn ich morgen Vormittag in die Klinik komme, um dort zusammen mit dem Kind stationär aufgenommen zu werden. Die OP ist für Donnerstag geplant und wenn alles gut ginge, könnten wir Freitag wieder nach Hause.

Ich hab das alles bejaht und noch Fragen gestellt, wo wir uns melden sollten und was wir mitbringen müssten, aber das lief alles automatisch ab. Ich war total überrumpelt, dass es so schnell ging, dass es eine richtige Operation ist, dass wir stationär aufgenommen würden. Ich ging in meinem jugendlichen Leichtsinn davon aus, dass der Eingriff ambulant, quasi auf dem Gang, gemacht werden kann. Erst jetzt im Nachhinein wird mir klar, dass so ein kleines, strampelndes Bündel eher ungeeignet dafür ist und dass vorher und nachher schon nach etwaigen Infektionen geschaut werden sollte.

Also bin ich dann die nächsten Tage mal weg und hoffe, dass der Eingriff komplikationslos über die Bühne geht.