Ende der Fahnenstange

Boah! Ich bin gleichzeitig sprachlos und könnte ausflippen. Und worum geht’s, um die Arbeit. Natürlich!

Ein Kollege aus dem IT-Bereich, der mit mir angefangen hat, fragte die letzte Zeit immer öfter nach, wie es denn mit der Entfristung seines Arbeitsvertrages aussieht. Erst wurde ihm empfohlen, sich doch drei Monate vorm Vertragsende beim Arbeitsamt zu melden, könne ja nicht schaden. Dann wurde ihm gesagt, dass man noch nicht einschätzen könne, ob er tatsächlich ein Zugewinn fürs Team ist und sie noch mehr Zeit benötigen – nach 1,5 Jahren Firmenzugehörigkeit. Dann wurde ihm gesagt, sie würden die Teams neu zusammenwürfeln und sie müssten schauen, ob er von seinen Qualifikationen in eines der neuen Teams passe.

Super Aussagen, die mich sehr hoffnungsvoll gestimmt haben, denn auch bei mir geht es um die Entfristung. Da bei mir aber die gleichen Leute die Entscheidung fällen, erwarte ich keine anderen Aussagen und habe mir Nachfragen bislang gespart.

Jetzt allerdings meinte eine Kollegin, dass neuerdings eine Stellenanzeige auf der Firmenhomepageaufgetaucht ist, die genau meine jetzt von mir besetzte Position beschreibt. Veröffentlichungsdatum: heute, 30.03.2017.

Ich koche innerlich und weiß nicht, was ich dazu sagen soll!

Bewerbungen bisher

Ich wollte bei den derzeitigen Bewerbungen ja ein wenig mutiger sein und bislang haben es folgende Aufhänger in die Anschreiben geschafft:

  • „Pflaster drauf und pusten“ – für ein Medizintechnikunternehmen
  • „den Stier bei den Hörnern packen“ – für einen Spezialwerkzeughersteller, der offensiv mit einem Bullen auf der Unternehmensseite wirbt
  • „völlig elektrisiert“ und „mit Spannung“ – für ein Energieunternehmen

Was mich mal wieder völlig nervt, ist dieser unsägliche Gehaltspoker. Seit ich ins Berufsleben eingestiegen bin, hat sich mein Gehalt immer im gleichen Rahmen bewegt, +- 500€. Das kann es doch irgendwie auch nicht sein, ich habe heute wesentlich mehr Erfahrungen und Zertifikate als direkt nach dem Studium. Gebe ich meine Gehaltsvorstellung jedoch zu niedrig an, wird sich dieser Zustand nie ändern, gehe ich zu hoch rein, fliege ich womöglich wegen zu teuer aus dem Bewerberpool. Dabei hat doch jedes Unternehmen eine Vorstellung, was ihm die Leistung eines neuen Mitarbeiters wert ist. Warum geben sie das nicht an und der Bewerber entscheidet, ob ihm das genug ist. Verhandeln kann man dann ja immer noch. Außerdem diese deutsche Unsitte, bloß nicht über sein Gehalt zu reden. Man könnte sich soviel besser orientieren, was man selber auf dem Markt wert ist. Und dann würden Frauen, die ja eh immer ein wenig zurückhaltender sind, weil wegen der Kinder und so, auch mal ansatzweise die Chance auf Gleichbezahlung haben.

Dann meinte die Personalerin von der DIS-AG, ich solle doch meine beiden Kinder in den Lebenslauf aufnehmen, weil die anderen Personaler dann im Allgemeinen davon ausgehen, meine Familienplanung wäre abgeschlossen, vor allem bei meinem Alter. Bislang habe ich das immer weggelassen, weil Kinder für mich und meine Arbeit nur nebensächlich sind, da sich im Krankheitsfall mein Mann darum kümmert, weil er den flexibleren Job und die besseren Möglichkeiten für Home Office hat. Geben Männer in ihren Bewerbungen die Zahl ihrer Kinder an? Wenn ja, wäre das ebenso ein Einstellungshinderungsgrund wie bei Frauen?
Jetzt bin ich gespannt, wie gut die Kinder ankommen.

Aktuell sind 3 Bewerbungen raus. Bei einer an sich gut passenden Stelle habe ich Kontakt zu meiner Vermittlerin bei der DIS aufgenommen, welche für die Position zuständig ist. Eine Stelle wäre bei einem früheren Arbeitgeber und eine bei Randstad und bei beiden ziere ich mich noch ein wenig.
Bleibt als positive Erkenntnis der ersten Runde: Es ist also nicht komplette Ebbe auf dem Stellenmarkt.