Bloß von hier weg …

… so weit wie möglich!

Ging mir ja bei meinem letzten Blogeintrag nicht so dolle und die einzige vernünftige Lösung war, etwas an dem grundlegenden Problem zu ändern. Da ich C3 nicht austauschen kann, habe ich mich aus der Partie entfernt.

Ich bin also am nächsten Tag zu meiner Psychiaterin von vor zehn Jahren gegangen. Zumindest wollte ich das. Die Empfangsdame allerdings meinte, dass die Ärztin von damals verstorben sei. War mir egal, wie so ziemlich alles an diesem Tag. Die Dame meinte auch, ich könne einen Termin machen, in 2,5 Wochen.

Das wiederum war mir nicht egal, denn es ging mir JETZT schlecht. Ob ich denn nicht zu meinem Hausarzt gehen könne. Theoretisch ja, aber ich wollte auch Medikamente und Hausärzte sind dort nicht so bewandert. Dann müsste ich sehr lange warten. Ok, meinte ich, mir wäre es gleich, mir ging es einfach nur elend.

Ich wartete geduldig und hatte Glück, ein anderer Patient hatte kurzfristig abgesagt und so konnte ich bereits eine Stunde später mit der Ärztin sprechen. Sie ließ sich kurz meinen Werdegang schildern und den Grund für die jetzige Situation und war wie ich der Ansicht, dass aktuell der einzige Weg ist, mich dort rauszuholen, also krankzuschreiben.

Medikamente würde sie mir geben, denke aber, dass ich sie eigentlich nicht nötig habe, weil die Ursache klar ist und ich durch meine Vergangenheit reflektiert genug bin, um das ohne pharmazeutische Unterstützung hinzukriegen. Sie meinte zudem, dass sie keine Schwierigkeiten hätte, mich bis zum Ende der Befristung aus dem Rennen zu nehmen. Außerdem machte sie einen Vermerk, dass falls ich selbst kündigen sollte, ich nicht in die Sperrfrist vom Arbeitsamt laufe.
Am Ende des Gesprächs vereinbarten wir, dass ich es vorläufig ohne Medis versuchen sollte, wenn es aber nicht ginge, ich mir jederzeit das Rezept abholen könne. In zwei Wochen solle ich wiederkommen und die Verlängerung der AU abholen. Falls ich Gesprächsbedarf hätte, könnte ich auch zu ihr rein.

Ich fand das alles super, vor allen Dingen, dass sie mir so vorbehaltlos glaubte und meine Geschichte nicht als Befindlichkeit oder Übertreibung abtat. Erst da merkte ich, wie sehr mir dieses mich als Lügner zu bezeichnen zugesetzt hatte.

Seit drei Tagen bin ich nun zuhause und genieße die Zeit. Ich denke immer noch viel über die ganze Situation nach, habe aber für mich die Entscheidung getroffen, nicht wieder in die Firma zurückzukehren, solange C3 dort noch ist.

Die freie Zeit werde ich nutzen, um Bewerbungen zu schreiben und wieder auf die Beine zu kommen. Mir kommt das alles so bekannt vor, vor 10 Jahren ging es mir ganz ähnlich. Ein doofer Job, ein beschissener Chef, Depressionen und Panikattacken. Nur damals habe ich viel zu lange gewartet, habe völlig am Boden eine neue Stelle angetreten und ein Jahr später musste ich den eigentlich coolen und gut bezahlten Job mit sehr gutem Chef aufgeben. Ich befürchte, dass es diesmal wieder so kommen könnte, von daher bin ich sehr dankbar für die Pause.

Meinen Lebenslauf habe ich schon auf Vordermann gebracht, die wichtigsten Unterlagen hatte ich vor ein paar Wochen bereits mit nach Hause genommen. Nächste Woche werde ich eine Email an meine ISO-Kollegen schreiben, in der ich die Situation erkläre und mich entschuldige, sie im Stich lassen zu müssen. Was C2 oder C3 von meiner Abwesenheit halten, ist mir egal, immerhin haben sie es sich selbst zuzuschreiben.

Seit dieser Entscheidung geht es langsam wieder aufwärts. Ich bin neugierig, wo es mich hinverschlägt. Oder vielleicht mache ich mich auch selbstständig, so ein oder zwei Ideen habe ich bereits seit Längerem im Hinterkopf, bislang aber nie dem Mut gehabt, wirklich intensiver darüber nachzudenken.

Oder aber es kommt wieder alles gaaaaanz anders 🙂

Achterbahn

Jeden Tag was Neues, soll ja nicht langweilig werden.

Ich hatte am Dienstag meinen alten Chef gebeten, mich quasi wieder zurückzunehmen, weil die Situation zu belastend für mich geworden war. Dass dies nicht ging, war uns beiden klar, aber er versprach, sich etwas zu überlegen. Gestern fragte ich vorsichtig nach und er lud mich zu einer kurzen Unterhaltung ein.

Dabei kam heraus, dass ich neuerdings und von mir unbemerkt einen neuen Chef bekommen hatte, der dritte in 3 Monaten. Ich sollte anfangen, sie für den Blog durchzunummerieren. Chef 3 also ist der neue IT-Leiter, mit dem ich am Montag ein sehr ausführliches Gespräch geführt hatte, ohne zu wissen, dass das mein neuer Vorgesetzter ist. Es ging um die aktuelle generelle Situation und wie man am Besten die alten verkrusteten Strukturen aufbrechen und neue, zielführendere Prozesse etablieren kann. Ich fand ihn erfrischend, aber auch ein wenig naiv, versprach dennoch, tatkräftig mitzuhelfen.

Einen Tag später erzählte ein Kollege von seinen Erfahrungen mit Chef 3, welche mein Bild von ihm ein wenig eintrübte. Gestern rasselte ich ja persönlich mit ihm zusammen. Als mich dann Chef 1 fragte, wie ich Chef 3 einschätzte, konnte ich nur sagen, dass sich meine Meinung quasi stündlich ändere. Mal finde ich ihn toll, mal denke ich, was für ne Plinse. Was ich ihm aber zugute halten muss ist, dass ich offen mit ihm über Probleme reden kann, dass ich nicht das Gefühl habe, auf jedes Wort achten zu müssen und ich denke, dass er eher niemand ist, der andere in die Pfanne hat. Mit der Faust auf den Tisch hauen, das denke ich schon, aber kann bei den IT-lern nicht schaden, die lebten zu lange in ihrem Dornröschenschloss.

Chef 1 meinte weiterhin, dass er Chef 3 empfehlen wird, sich zwischen sämtliche seiner Mitarbeiter und der Beschaffungsabteilung, namentlich BK, zu stellen, um so einen Puffer zu bilden. C1 hätte das auch schon so gemacht, weil anders eine halbwegs konstruktive Zusammenarbeit mit BK nicht möglich gewesen wäre. Ich meinte, das ist toll, nur ist BK Teil des Lizenzmanagementteams, was es mir quasi unmöglich macht, C3 als Puffer zu verwenden, ich könne ihn ja schlecht zu den Teammeetings mitnehmen. C1 sagte, dass er empfehlen wird, das Lizenzmanagementteam aufzulösen, da die Beschaffung dort gar nichts zu suchen hat, sondern erst ins Spiel kommt, wenn es um den letztendlichen Kauf geht. Da sind alle wichtigen Fragen schon geklärt.

Ich hätte C1 knutschen können.

Erneut brachte ich die Sprache auf die Entfristung meines Vertrags und C1 war erstaunt, dass dies immer noch nicht geschehen ist. Ich erklärte, dass ich mit C2 damals beim Positionswechsel vereinbart hatte, dass dies mit der Entfristung einhergeht, aber als ich zwei Wochen später nachfragte, konnte sich C2 nicht mehr daran erinnern. Als ein Kollege C3 vor Kurzem nach der Entfristung fragte, meinte der nur trocken, es wäre ja noch genug Zeit und er sähe gar kein Problem darin, wenn sich der Kollege am 1. Juli erstmal auf dem Amt meldet.

Sowas kommt gar nicht gut und entsprechend zurückhaltend bin ich, jetzt selber C3 zu fragen. Das sagte ich C1 und der kannte – natürlich – die Geschichte auch schon. Und meinte, dass er diese Aussage für sehr unglücklich hielt und dafür C3 ein wenig den Kopf gewaschen hätte, woraufhin C3 einlenkte und seinen Fehler tatsächlich einsah. Der Kollege ist zwar immer noch befristet, aber ein Chef, der einen Fehler einsieht, ist schon mal eine klasse Sache.

Wenn sich die Umzugsgeschichte hier ein wenig beruhigt hat, werde ich einen erneuten Versuch der Entfristung starten. Muss doch irgendwie möglich sein.

Ansonsten unterhielten sich C1 und ich noch über dies und das, an generellen Gesprächsthemen mangelt es derzeit nicht. Ich bin jetzt ein wenig entspannter, was meine persönliche Situation angeht. Dafür verschärft sich die Arbeitslast gerade dramatisch, da wir Ende Mai das Voraudit zur ISO27001-Zertifizierung haben und aktuell nicht ein einziges Dokument auf einem halbwegs brauchbaren Stand ist. Diese ca. 50 Dokumente bis zum Termin aufzupäppeln, ist jetzt meine Aufgabe und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie ich das schaffen soll. Vermutlich so wie immer, ein Dokument nach dem anderen.

Mögest du in interessanten Zeiten leben.

Wie schaffen die anderen das?!

Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer häufiger. Egal, wie viel Mühe ich mir gebe und völlig gleich, auf welche persönlichen Belange ich verzichte, am Ende des Tages sind immer noch zu viele unerledigte Aufgaben übrig.

Ein typischer Wochentag sieht derzeit bei mir so aus:

  • 7:00 Uhr klingelt der Wecker. Dies ist der frühestmögliche Zeitpunkt an dem ich so etwas ähnliches wie ausgeschlafen bin und meiner Umgebung nicht mehr zwangsläufig schade. Experimente mit früheren Aufstehzeiten sind grandios gescheitert, entweder weil ich verschlafen hatte oder den ganzen Tag dauergrummelnd und -motzend herumgelaufen bin.
  • 7:10 Uhr wird das große Kind geweckt. Es ist zum Glück mittlerweile in der Lage, selbstständig aufs Klo zu gehen und sich danach die Klamotten anzuziehen, die ich ihm kurz zuvor rausgelegt habe. Experimente, die Auswahl der Anziehsachen dem Kind zu überlassen, scheitern regelmäßig, da bei -10 Grad die kurzen Hosen und bei +35 Grad der Rollkragenpullover gewählt werden. (Kein Scherz, beides exakt so geschehen.)
  • 7:25 Uhr bin ich hoffentlich mit meiner Morgentoilette fertig und kann mich der Draußenwelt präsentieren. Das Kind übernimmt jetzt das Bad, putzt sich die Zähne und befummelt seine Frisur.
  • 7:30 Uhr schmiere ich die Frühstücksbrote für die Schule, fülle die Wasserflasche auf, überprüfe nochmals den Ranzeninhalt.
  • 7:35 Uhr laufen wir los zur Schule.
  • 7:40 Uhr sind wir wieder daheim, weil die Sporttasche vergessen wurde. Manchmal überspringen wir diesen Punkt, weil uns auf dem Schulweg nicht auffällt, dass der Turnbeutel noch daheim liegt.
  • 7:45 Uhr liefer ich das Kind an der Schule/Straßenecke/auf halbem Weg ab und hetzte zurück zur Bushaltestelle.
  • 8:00 Uhr piepse ich mich auf Arbeit ein. Wenn ich den 48er Bus verpasst habe, kann es auch mal 8:10 Uhr sein, wenn der Bus noch Verspätung hat, 8:15 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich schon, ob ich an diesem Tag Minusstunden (oder -minuten) machen werde.
  • 16:35 Uhr piepse ich mich wieder auf Arbeit aus.
  • 16:38 Uhr kommt der Bus. Sagt der Fahrplan. Die Realität packt 3-10 Minuten drauf.
  • 16:57 Uhr hole ich das Kind aus dem Hort ab. Der Große ist typischerweise das letzte Kind, die Hortnerin hat schon die Handtasche über der Schulter, der Hausmeister wischt gerade den letzten Treppenabsatz.
  • 17:10 Uhr gehen wir im Supermarkt um die Ecke kurz einkaufen, weil wir sonst zum Abendbrot nur trocken Brot haben. Oder trocken Wurst, je nachdem, was gerade ausgegangen ist.
  • 17:45 Uhr kommen wir in der Wohnung an. Der Große bettelt, dass er ganz dringend noch eine Runde im Hof spielen will, also lass ich ihn, bis der Papa mit der Kleenen nach Hause kommt.
    In der Zwischenzeit mache ich mir etwas zu trinken und werfe eine Maschine Buntwäsche an.
  • 18:15 Uhr kommt der Rest der Familie nach Hause. Große Freude ob des Wiedersehens.
  • 18:30 Uhr bereiten wir das Abendbrot vor, decken den Tisch, räumen all die leckeren Sachen aus dem Kühlschrank auf den Esstisch. Die Kinder helfen fleißig mit. Die Süße kippt die offene Wurstpackung aus, der Große muss ganz dringend aufs Klo.
  • 18:45 Uhr gibt es Abendbrot. Die Kleene kann sich nicht entscheiden, was sie haben möchte und heult stattdessen lieber rum. Der Große mault, dass ausgerechnet das nicht da ist, worauf er gerade Appetit hat. Bloß gut, dass wir eine Stunde zuvor im Supermarkt waren, wo wir eben dies hätten mitbringen können. Als ich ihn auf diesen Umstand hinweise, heult auch er.
  • 19:15 Uhr ist die Kleene mit dem Abendbrot fertig und schmiert ihre fettverkrusteten Hände am Sofa ab, während ich ins Bad renne, um einen Waschlappen für eben jene Hände zu holen. Der Große hockt vor zwei belegten Scheiben Brot, offensichtlich pappsatt, aber weil er dies nicht zugeben möchte, knabbert er immer wieder an einer der Brotscheiben herum.
  • 19:30 Uhr räumen wir den Abendbrottisch wieder ab. Der Große starrt immer noch seine Brotscheiben an, die Kleene ärgert die Katze, die daraufhin die Krallen ausfährt und sie kratzt. Die Kleene heult.
  • Um 19:45 Uhr breche ich das Abendbrot ab, von den zwei angeknabberten Brotscheiben sind noch 4/5. übrig. Der Große wird zum Zähneputzen und Schlafanzug anziehen weggeschickt. Ich schnappe mir die Kleene und bereite sie aufs Bett vor.
  • 20:00 Uhr sind beide Kinder bettfertig. Es werden ausgiebige Gutenachtwünsche und Küsse verteilt. Dann bringe ich die Süße ins Bett, während mein Mann den Großen in sein Zimmer bringt und ihm noch eine Gutenachtgeschichte vorliest.
  • 20:15 Uhr beginnt quasi unser Feierabend. Ich checke meine Emails, rege mich über irgendwelchen Unsinn tierisch auf. Überfliege kurz Facebook, rege mich über den Unsinn auf, der da gepostet wird. Nebenbei läuft irgendeine Serie. Es ist völlig egal welche, wir kriegen eh nichts vom Plot mit.
  • 21 Uhr checke ich den Ranzen des Großen, überprüfe das Hausaufgabenheft und die Postmappe, finde einen Elternbrief samt Belehrung, die wir unterschrieben vorgestern hätten abgeben müssen und eine Mathehausaufgabe, die bis morgen erledigt werden müsste. Ich wappne mich für den Eintrag der Lehrerin, dass ich das Schreiben – mal wieder – verspätet abgegeben habe und hoffe inständig, dass der Große am Nachmittag im Hort die Hausaufgaben gemacht hat.
  • 21:30 Uhr fällt mir die Wäsche in der Waschmaschine ein. Mir fällt auch ein, dass beide Wäscheständer mit trockener Wäsche voll belegt sind, ich diese aber nicht wegräumen kann, weil ich dann eines oder beide Kinder wecken würde. So verschiebe ich Wäsche abnehmen und aufhängen auf den nächsten Tag.
  • 22 Uhr lese ich die neuen Blogbeiträge bei WordPress oder den interessanten Zeitungsartikel, der mir per Chat geschickt wurde oder klicke mich durch ein Quiz, dass mir wieder mal sagt, ich wäre ein Hufflepuff, obwohl ich im Innersten genau weiß, dass ich ein Gryffindor bin.
  • Um 23 Uhr stelle ich entsetzt fest, dass es bereits 23 Uhr ist und ich doch vor einer halben Stunde ins Bett wollte. Also lese ich fix den Artikel zu Ende, verkneife mir einen weiteren Kommentar in einer spannenden Diskussion und mache mit bettfertig.
  • 23:30 Uhr liege ich erschöpft im Bett und denke daran, dass ich noch Gymnastikübungen für den Rücken machen wollte, damit die Ischiasreizung nicht wieder kommt. Weil ich aber zu müde bin, reicht es nur, um mein Harry Potter Hörbuch anzuwerfen. Da ich mich nur noch an das Kapitel, aber nicht mehr die genaue Stelle erinnern kann, an der ich am Vorabend eingeschlafen bin, höre ich mir zum 5. Mal den selben Satz an.
  • 23:33 Uhr bin ich eingeschlafen.

Leider sind diese Tagesabläufe eher theoretisch. Die letzten Wochen war ich Montags immer mit dem Großen in der Stadt, dringende Einkäufe für die Schule erledigen oder Termine wahrnehmen. Dienstags und Donnerstag holt mein Mann den Großen vom Hort ab, da darf ich länger arbeiten. Je nach Einpiepszeit am Morgen schaffe ich 45-55 Minuten extra. Wenn ich länger als eine Stunde mehr arbeite, wird mir ab der 60. Minute 15 Minuten zusätzlicher Pause abgezogen, so dass ich mindestens 9 Stunden und 16 Minuten arbeiten muss, um überhaupt einen Nutzen zu haben. Wie an anderer Stelle erwähnt, bekomme ich Mehrarbeit erst ab Minute 31 gutgeschrieben, so dass ich, wenn ich nach 8 Stunden und 25 Minuten Nettoarbeitszeit auspiepse 25 Minuten der Firma schenke. Völlig beklopptes System, aber wohl rechtlich in Ordnung.

Mittwochs und Freitags hat der Große Fußballtraining, welches um 16:30 Uhr beginnt. Um mein Kind pünktlich zum Trainingsstart in Fußballmontur auf dem Feld stehen zu haben, muss ich spätestens um 15:35 Uhr von Arbeit los. Wenn dann alles passt, kann ich das Kind um 15:55 Uhr aus dem Hort mitnehmen. Sollte er draußen rumtoben und ich ihn erst suchen müssen, kann es sein, dass wir erst 16:10 Uhr vom Hort wegkommen. Dann nach Hause, umziehen, ins Auto, ab zum Sportplatz. Bei optimalem Verlauf sind wir 16:25 Uhr auf dem Trainingsgelände, bei suboptimalem erst 16:45 Uhr, weswegen ich versuche, einen Bus eher zu erwischen, was aber eben auch 20 Minuten weniger Arbeitszeit bedeutet. Da ich es mit viel Glück auf 1 3/4 Stunden Mehrarbeit pro Woche bringe, aber durch die Trainingszeiten jeweils mindestens eine Stunde einbüße, mache ich im Schnitt eine halbe Stunde pro Woche minus.

Zum Glück hat sich die Frau des Trainers bereit erklärt, den Großen Mittwochs aus dem Hort abzuholen und zusammen mit ihrem Sohn zum Training zu bringen. Wir hatten es erst mit den Eltern eines Klassenkameraden, der in der gleichen Mannschaft trainiert, probiert, aber dort gab es Missverständnisse, weil jene Eltern von einer einmaligen Sache ausgingen, während ich der Meinung bin, klar kommuniziert zu haben, dass dies jeden Mittwoch so wäre. Da ich niemandem zur Last fallen möchte und mich zudem noch der Hort wegen des Aufstands der Mutter in der zweiten Woche angerufen hat, fiel diese Option flach. Glücklicherweise sprang die Trainerfrau ein, da sie wohl eh immer Mittwochs in der Gegend wäre und da könnte sie den Großen problemlos mitnehmen. Das rettet mir ungefähr eine Dreiviertelstunde Arbeitszeit und wenn es gut läuft, stehen am Ende der Woche +20 Minuten auf meinem Arbeitszeitkonto.

Wenn es gut läuft. Und nichts dazwischen kommt. So wie diese Woche, wo wir die Sporttasche mit den Trainingssachen, der direkt neben dem Schulranzen stand, am Morgen vergessen hatten, mitzunehmen. Weil ich nicht wollte, dass mein Kind ohne Schienbeinschoner spielt – der Rest ist mir absolut rille – bin ich eine halbe Stunde eher als geplant los, nach Hause geeilt, die Sporttasche eingesackt und zum Sportplatz gerast. Nur eine Viertelstunde nach Trainingsbeginn war ich da und echt stolz, es so schnell geschafft zu haben, um dann festzustellen, dass das Kindlein neben einem kompletten Trikotsatz richtige Fußballschuhe und Schienbeinschoner geborgt bekommen hat. Die Mama erzählte mir dann, dass sie mittlerweile 4 komplette Trikotsätze hätten und das überhaupt kein Problem wäre.

Ich stellte mir die Frage, wie sie das machen. Unser Kind hat gerade mal den Trikotsatz vom Verein, aber nicht ein einziges irgendeiner Profimannschaft. Wir können uns die 70 oder mehr Euro für ein Shirt schlicht nicht leisten. Und das, obwohl ich 40 Stunden und mein Mann zwischen 30 und 35 Stunden arbeiten geht und wir beide mehrere Euros überm Mindeststundenlohn liegen. Trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht, wie ich hier im Blog oft genug erwähnt habe. Dann höre ich, dass die Trainerfamilie (Mutter, Vater, Kind) ein Haus gebaut hat, ein Sky-Abo besitzt, ein Auto aus deutscher Produktion fährt und zweimal pro Jahr in den Urlaub fliegt. Ich gönne ihnen das, ich bin auch nicht neidisch, nur stelle ich mir eben die Frage, wie sie das schaffen. Und warum wir das nicht hinkriegen.

Aufgrund der sehr knappen Zeit in der Woche müssen wir einen Großteil der Dinge am Wochenende erledigen. Wäsche waschen, Einkaufen, Wohnung putzen. Wenn ich dann erzähle, dass ich den Großen am Wochenende eben nicht auch noch zum Ligaspiel fahren kann, weil da ein halber Tag drauf geht, werd ich seltsam angeschaut. Immerhin wurde mir von einer anderen Mama angeboten, den Großen abzuholen und zum Ligaspiel zu fahren. Damit kann ich leben, aber ich habe ein schlechtes Gewissen, dass wir das nicht selber hinbekommen. So habe ich aus lauter Verzweiflung zugesagt, am kommenden Wochenende das Kind wieder selber zum Spiel zu begleiten. Bedeutet um 7 Uhr aufstehen am Sonntag, um 8 Uhr auf dem Sportplatz sein, um 9 Uhr startet das Spiel, um 10:30 Uhr ist Spielende, um 11 Uhr kommen wir vom Sportplatz weg, um 11:30 Uhr sind wir pünktlich zur Sendung mit der Maus daheim. Dann ist Mittagsschlaf, wo Lärm machen tabu ist. So komm ich erst gegen 16 Uhr dazu, zusammen mit meinem Mann die Wohnung zu putzen. Um 20 Uhr werde ich das Badezimmer feudeln und mir um 20:30 Uhr mein erkaltetes Abendessen aufwärmen und versuchen, die erste halbe Stunde des Sonntagsfilms aus dem Restprogramm zu eruieren.

Sollte an einem solchen Wochenende noch ein Heimspiel des lokalen Bundesligavereins stattfinden, wird jegliche Planung über den Haufen geworfen. Da gehen inklusive An- und Abreise locker 6 Stunden drauf und erfahrungsgemäß können wir an solchen Tagen sämtliche andere Vorhaben vergessen. Da bin ich doch echt dankbar, dass Heimspiele nur aller zwei Wochen vorkommen und dieser Rhythmus durch Länderspiele zusätzlich unterbrochen wird.

Und als wenn die Wochen nicht schon dicht genug gepackt sind, kommen in den nächsten Monaten weitere Zeitfresser hinzu. Wenn ich die Rehasportmaßnahme von der Krankenkasse genehmigt bekomme (Termin dazu am nächsten Montag um 17:15 Uhr), bin ich im nächsten halben Jahr Dienstags und Donnerstag ab 18 Uhr für 1,5 Stunden damit beschäftigt, meinen Rücken zu stärken. Ich benötige einen Routinezahnarzttermin. Ab Herbst, also quasi heute, muss ich mich wieder um die 2. Folge der Hyposensibilisierung kümmern. Das ist immens wichtig, denn mein allergisches Asthma wird mit jedem Tag schlimmer und aktuell röchel ich in bester Darth Vader Manier vor mich hin, Asthmaspray hin oder her. Die Hyposensibilierung geht nur nachmittags, früh schaff ich es wegen Schulstarttermin und Kernarbeitszeit nicht und ich muss bis spätestens 17 Uhr beim Arzt sein, da ich ja jedes Mal eine halbe Stunde vor Ort warten muss, ob sich eine allergische Reaktion zeigt. Entweder ich lege das auf Dienstag oder Donnerstag, wo ich kinderfrei und so mehr Zeit zur Verfügung habe, damit aber riskiere, beim Rehasport nicht richtig mitmachen zu können, weil der Arm wegen der Injektion zu weh tut, oder ich probiere Montag, muss dafür aber eher von Arbeit los, weil ich den Großen ja noch aus dem Hort abholen muss.

Dann merke ich, dass dieser ganze Terminstress mir sehr aufs Gemüt schläfgt und ich würde gerne meine Sitzungen bei meiner Psychotherapeutin weiter führen. Den spätesten Termin, den sie mir anbieten kann ist 15:30 Uhr. Da sie am anderen Ende der Stadt ihre Praxis hat, müsste ich sogar die Kernarbeitszeit, die bis 15 Uhr geht, verletzen, um den Termin wahrnehmen zu können. Was das mit meinem Arbeitszeitkonto macht, darüber möchte ich nicht mal ansatzweise nachdenken.

Beim letzten Elternabend empfahlen uns die Mathematik- und die Deutschlehrerin, dass wir mit den Kindern üben sollten. Jedes Wochenende ein Diktat, eine Leseübung und eine einseitige Rechenübung. Bei Bedarf gerne mehr. Vor den angekündigten Lernzielkontrollen (früher hieß das Klassenarbeit) müsste der Stoff mit den Kindern wiederholt werden. Dies alles ist nötig, weil die Bewertungsmaßstäbe so extrem hoch angesetzt sind. So gibt es nur bei erreichten 95% eine 1, bis 80% eine 2, bis 65% eine 3, bis 45% eine 4, bis 25% eine 5, darunter 6. Bei einem Diktat oder bei unangekündigten Kurzkontrollen gibt es die 1 nur bei 0 Fehlern.
Nichtüben verschafft uns mehr Luft, verbaut dem Kind aber auch die Chancen, also ist es keine Option. So werden wir dies also auch noch mit ins Wochenende stopfen.

Ja, ich weiß, eine Lösung wäre, verkürzt arbeiten zu gehen. Aber das ist finanziell nicht drin. Ich bin Hauptverdiener, von meinem Konto gehen sämtliche Fixkosten (Miete, Internet, Kindergarten, Hort, Versicherungen, Steuer, Kredit, etc.) ab, so dass am Ende nur um die 300 Euro an frei verfügbarem Geld übrig bleiben. Bei Teilzeit würde dieser Betrag gegen Null gehen, es gäbe keine Urlaube mehr, keine Klamotten für die Kinder, keine Fußballdauerkarten, keine Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke.

Und erneut frage ich mich, wie schaffen andere das? Meine Cousine und ihr Mann haben ein Haus gebaut. Er ist angestellter Handwerker, sie Rettungssanitäterin, beides durchaus ehrenwerte Berufe, aber keine, die den großen Reichtum mit sich bringen. Dennoch haben sie das Haus. Und egal, ob meine Mama meint, dass sie das Grundstück billig bekommen haben und er als Handwerker Hinz und Kunz kennt und die kostengünstig beim Bauen mitgeholfen haben, das Haus wird dennoch mindestens um die 100.000 Euro gekostet haben. Ein Betrag, den wir nie aufbringen könnten bzw. bei dem wir uns über 20 Jahre per Kredit an eine Bank binden würden, was mir völlig widerstrebt. Denn wenn mir mein Lebenslauf eins gelernt hat, dann dass nichts so beständig ist wie die Veränderung. Das Maximum, was wir derzeit verkraften ist der Kredit fürs Auto, welcher genau 2 Jahre lang läuft, genauso lang wie mein befristeter Arbeitsvertrag. Mag mein Chef noch so oft sagen, dass er mich so bald es geht entfristet, ich plane aktuell nicht länger als bis Oktober 2017.

Also kämpfe ich mich durch den Alltag, immer gehetzt von einem Termin zu anderen, die aktuellen Busfahrpläne, mein Arbeitszeitkonto, den nächsten Spieltag und die Arztöffnungszeiten im Hinterkopf.
Ich weiß nicht, wann wir das letzte Mal in Ruhe und mit Genuss einen Spielfilm angeschaut haben. Oder etwas mit unseren Freunden unternommen. Oder ausgeschlafen. Oder jenseits des Urlaubs entspannt.
Das letzte Mal mit meinem Mann intim? Ich würde laut loslachen, wäre ich nicht so erschöpft.

Dann sehe ich auf Facebook ein Foto eines Regenbogensmartieskindergeburtstagskuchen, selbstgebacken und wunderschön und breche in Tränen aus, weil wir es nicht mal hinbekommen, eine Kindergeburtstagsfeier zu organisieren, bei der ein solcher Kuchen den Höhepunkt darstellen könnte …

Wer es bis hierhin geschafft hat und ebenso wie ich ein wenig Entspannung benötigt: hier klicken!

Etwas ist faul im Staate Dänemark!

Immer wieder gibt es Phasen in meinem Leben, da könnte ich die Wände hochgehen. Da laufe ich wie eine Raubkatze in einem viel zu kleinen Käfig ständig auf und ab, ohne Ziel, ohne Ende. Dann kann ich mich auf nichts mehr konzentrieren, mich nicht ablenken, innerlich wie gelähmt.

Mich machen diese Phasen völlig verrückt, denn jede einzelne Aufgabe ist dann eine extra Anstrengung. Mal eben kurz den Geschirrspüler einräumen dauert eine halbe Stunde, und das auch nur, wenn ich mich mindestens 3 Stunden lang immer wieder selbst ermahnt habe, endlich diesen doofen Geschirrspüler einzuräumen.

Ein innerer Drang, irgendetwas tun zu müssen, lässt mich hunderte Dinge anfangen, aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgeben. So liegen derzeit um die 5 Blogartikel als Entwürfe rum und wohl alle werden sich in die 30 Entwurfsartikel aus früheren Phasen einreihen. Ich überlege, ein neues Buch anzufangen oder angefangene Bücher weiter zu lesen. Oder ein neues Stück zu häkeln. Oder etwas zu malen. Oder ein neues Spiel zu spielen. Ganz egal was, Hauptsache etwas.

Aber allein darüber nachzudenken, welches Buch es denn letztendlich sein soll oder was man im Sommer schon häkeln sollte oder welches der 15 Spiele auf Halde ich starte, überfordert und erschöpft mich. Jeden Tag aufs Neue. Dann also nur ein stupides Metzelspiel, bei dem ich nicht nachdenken muss. Sollten doch mal die grauen Zellen erforderlich sein, schalte ich das Spiel aus, um es 5 Minuten später erneut zu starten, einen anderen Char wähle, um weiter ohne zu denken spielen zu können.

Dies geht bereits einige Tage so. Immer beginnt es schleichend, so dass es anfangs gar nicht auffällt. Erst, wenn es richtig schlimm wird, werde ich stutzig und überlege, was denn nun schon wieder los ist. Was mein Kopf versucht zu verdrängen, weil die Realität einfach zu doof ist.

Die Finanzsorgen vielleicht? Möglich, aber es gibt noch ein paar Kniffe, um den Bankrott abzuwenden und alle Ausgaben unter einen Hut zu bringen. Die Urlaubsplanung? Jein. Ich bin zwar komplett urlaubsreif, aber überhaupt noch nicht in Urlaubsstimmung. Da fällt es mir schwer, Ausflüge zu planen, mögliche Ziele zu ermitteln oder Reiseführer zu durchforsten. Der Schwiegervater? Wohl kaum. Er ist letzten Freitag gestorben, ist wohl immer wieder mal nur kurz aus dem Koma aufgewacht, bevor ihn ein Nierenversagen endgültig dahingerafft hat. Anna übernimmt die Planung der Beerdigung und will da auch keine Hilfe. Soll sie haben. Das ISO-Projekt auf Arbeit? Das wird einfach nur immer lächerlicher. Mittlerweile wurde es offiziell gestartet, der Vorstand steht voll hinter dem Projekt, das bis Ende Dezember abgeschlossen sein soll. Geschätzter Aufwand sind 100-150 Personentage für ein 3-Personen-Kernteam – eine der Personen bin ich -, bei dem alle Mitglieder natürlich noch ihre Hauptjobs haben und nicht für das Projekt abgestellt sind. Angeblich gibt es ein Projektbudget, um für die Zertifizierung notwendige Ausgaben finanzieren zu können, aber weder der Projektleiter noch mein Chef haben je etwas davon gehört. Wir hätten da auch ganz dringend Bedarf an einer neuen Software, die den zentralen Bestandteil der Zertifizierung abdecken würde, aber wir wissen weder, wen wir dafür anbetteln müssen, noch ob das Geld dafür reicht. Und so rennen wir lachend in die Kreissäge. Da das aber wirklich nur Arbeit ist, ist es mir tatsächlich egal. Meinem Chef irgendwie auch, der ist mit zwei anderen superwichtigen Projekten und dem Tagesgeschäft mehr als ausgelastet. Meine neuerliche Asthmakrankheit? Kommt zwar ungünstig, ist aber behandelbar. Das warme, feuchte Wetter hat das allergische Asthma wieder aufblühen lassen, doch bin ich diesmal sofort zum Arzt, bevor sich das wieder zu einer Lungenentzündung auswächst, so wie letzten August. Die Ärztin hat mir ein Spray verschrieben und mich für 3 Tage krank geschrieben, bis die akute Entzündung abgeklungen ist. Heute merkte ich noch nicht allzu viel davon, beim Kind vom Hort abholen und kurz fürs Abendbrot einkaufen gehen, dachte ich, ich wäre eine Marathon gelaufen. Null Luft und nach der halben Stunde war ich todmüde.

Das ist zwar alles nicht schön, aber erklärt die Unruhe nicht. Bis mein Blick auf den Kalender fiel, auf dem stand: 19.- 22. Süße Krankenhaus.

Diese blöde OP. Ich weiß, es ist nur ein kleiner Eingriff und wenn alles gut geht, können wir danach das Antibiotikum absetzen. Aber trotzdem findet der Eingriff unter Vollnarkose statt und gerade in letzter Zeit habe ich von verschiedensten Fällen gehört, wo Patienten nicht mehr aufgewacht sein. Es stellte sich zwar hinterher heraus, dass alle medizinisch vorbelastet waren, aber was nützt mir das, wenn sich das hinterher auch bei meiner Süßen herausstellt?

Ich habe richtig Schiss vor dem Eingriff. Der dritte. Aller guten Dinge sind drei? Three’s the charm? Wenn ich mir sage, dass die Ärzte eine Narkose heutzutage punktgenau dosieren können und sie ja bei dem Eingriff auch so keine Schmerzen hat, sondern nur ruhig daliegen muss, die Narkose also eh leichter als üblich sein kann, dann beruhigt mich das nicht. Es ist und bleibt eine verdammte Vollnarkose.

Unklar ist auch noch, was ich mit der Voruntersuchung mache. Bei einer ersten Besprechung hieß es, alle notwendigen Untersuchungen und Aufklärungsgespräche würden am Sonntag vor der OP stattfinden, es könnte nur sein, dass ich ein wenig länger warten müsste. Da wir eh im Krankenhaus wären, war mir das egal. Kurz darauf hieß es, dass der Chefarzt persönlich gerne die Aufklärung und Untersuchung übernehmen möchte, und wir am Donnerstag oder Freitag davor ins Krankenhaus kommen sollten. Natürlich ohne stationäre Aufnahme und das KH stellt auch keine Bescheinigung für Kind krank oder ähnliches aus. Hieße für mich, ich müsste wieder einen Urlaubstag nehmen. Da ich aber dieses Jahr bereits 3 Tage für diese Untersuchungen, die alles andere als Urlaub sind, nehmen musste, hab ich dafür schlicht keine mehr übrig. Ein Anruf bei der Krankenkasse über meine Möglichkeiten ergab, dass ich mich vom Hausarzt oder das Kind vom Kinderarzt krankschreiben lassen sollte für diesen Tag. Das Kind hat bereits 6 Tage vom Konto verbraucht und es sind noch über 6 Monate vom Jahr übrig. Bleibt also nur der Hausarzt, aber mit widerstrebt es, mich nichtkrank krankschreiben zu lassen. Ich werde morgen aber trotzdem mal fragen.

Jetzt weiß ich zwar, was mich die Wände hochtreibt, aber immer noch nicht, was ich dagegen unternehmen kann. Vermutlich einfach weiter stupide Monster metzeln, Hauptsache, die Zeit geht irgendwie rum :/

© Foto von Flickr/Stig Nygaard „Whhhhhiiiiiieeeeeeehhh…“CC BY 2.0

Würfelspiele

Es findet ja gerade der 100. Katholikentag statt, bei dessen Eröffnungsfeier ein Einspieler gezeigt wurde, in dem Katholiken kurz erzählten, was sie mit Gott und dem Katholizismus verbindet und warum das so toll ist. Ich empfand das eher als Anti-Werbefilm, da für mich viele Erzählungen so klangen, als müsste Gott aufwändig in den Alltag integriert werden, ohne davon einen wirklichen Nutzen zu haben. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass krampfhaft vermieden werden sollte, Gott und die Religion mit negativen Dingen wie Tod oder Verlusten in Verbindung zu bringen, wo meines Erachtens nach dies aber genau die Hauptpunkte sind, wo Religion stabilisierend und aufbauend wirken kann.

Nun mag diese Einschätzung daran liegen, dass ich Religionen eher skeptisch gegenüber stehe. Ich möchte niemandem seinen Glauben absprechen und die meisten Religionen predigen ähnliche Werte – tu niemandem weh und sei nett zu deinen Mitmenschen und der Umwelt – aber ich kann nach diesen Werten leben, ohne mich einer Glaubensrichtung anschließen zu müssen.

Dennoch habe ich manchmal den Eindruck, dass es eine höhere Macht gibt und der ist manchmal langweilig. Und weil Gott nicht würfelt*, denkt er sich eben andere Spielchen aus und sucht sich geeignete Opfer.

Uns, zum Beispiel.

Gerade ist es mal wieder arg krass bei uns. Da beruhigt sich die kleine Pubertät des Großen gerade und die Trotzphase der Kleenen ebenso, so dass wir eigentlich ein paar ruhigen Momenten entgegen sehen könnten, aber nö, da grätscht der Rest des Lebens rein.

Finanziell ist bei uns der Notstand ausgebrochen. Wir haben uns in keinster Weise von den Mammutausgaben im Herbst und Winter – Autokauf, Jahreskarte ÖPNV, neues Kinderzimmer für den großen – erholt, da kommen die nächsten Batzen auf uns zu.

Fußballdauerkarten, im Vergleich zur Vorsaison dürfen jetzt beide Kinder für ihre Karten zahlen.Ja, wir wussten, dass das jetzt auf uns zukommt und auch die Höhe war uns ungefähr bekannt. Nur hatten wir absolut keine Gelegenheit, irgendwie darauf zu sparen. Die Karten nicht zu kaufen ist auch keine Option, da wir sonst nur noch teurere Karten erwerben könnten und außerdem wollen wir unsere geliebten Stammplätze nur ungern hergeben, zumal diese Plätze in der preiswertesten Kategorie liegen.

Urlaub. Eigentlich nicht drin, aber wir brauchen den so dringend nach den Querelen von vor 1,5-1 Jahr. Ich zähle jetzt schon die Tage und Wochen, bis es los geht, obwohl die Finanzierung noch völlig unklar ist. Zum Glück haben wir Ferienwohnungen, wo wir uns selbst bekochen und verpflegen können, denn ein- oder zweimal pro Tag im Restaurant essen ist definitiv nicht drin. Maximal ne Tüte Pommes. Einmal. Pro Woche. Die Eintrittsgelder machen mir noch ein wenig Sorgen, aber auch da hoffe ich, dass wir noch ein paar niedrigpreisige Attraktionen finden werden.

Jetzt bete ich nur noch, dass nichts Unvorhergesehenes wie defekte Waschmaschinen oder ähnliches dazwischen kommt, denn das würde uns derzeit das Genick brechen.

Auf Arbeit ist es gerade nur bedingt schön, was jedoch nicht an meinen direkten Mitstreitern liegt, sondern daran, dass die Firma von einem externen Investor aufgekauft wurde, der dann wiederrum eine kleinere Konkurrenzfirma dazukaufte und jetzt versucht, diese beiden Firmen unter einen Hut zu bekommen. Das ist mit soviel Unsicherheiten und Umstrukturierungen verbunden, dass jeder versucht, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Daraus resultiert ein Klima des Anschwärzens, Schuld zuschieben und abwälzen, Themen blocken oder unbedingt durchdrücken. Wir als Rechenzentrum stehen irgendwie immer ganz am Ende und kriegen fast immer den Schwarzen Peter zugeschoben, obwohl wir in den allerwenigsten Fällen etwas für die Probleme können, sondern im Gegenteil, permanent dem Rest der Firma den Arsch retten müssen, so dass unsere eigentlichen Aufgaben regelmäßig zu kurz kommen, worüber sich wiederum alle aufregen, denn das Rechenzentrum liefere nie pünktlich seine zugesagten Arbeiten ab. Mittlerweile sind wir soweit, dass wir überlegen, probehalber mal 1 oder 2 Tage nichts zu machen, um dem Rest zu verdeutlichen, was wir alles machen und wie schnell die anderen ohne uns aufgeschmissen wären.

Bei meinem Mann ist es auch stressig, wenn auch ein wenig anders. Dort hat die Firma einen Prestigeauftrag an Land gezogen, der, so er erfolgreich erledigt wird, viele weitere große und lukrative Aufträge nach sich zieht. So ackern dort alle für den Erfolg, es wurde ein Urlaubsstop verhängt und jeder Mitarbeiter wurde zu 48 Wochenstunden Arbeit verdonnert. Das harmoniert ganz wunderbar mit unseren Kinderbetreuungspflichten und so zirkeln mein Mann und ich mit unseren Arbeitszeiten, damit ich auf der einen Seite nicht in die Minusstunden rutsche und mein Mann andererseits nicht das komplette Wochenende im Home Office rackern muss, um die geforderten Stunden zu bringen. Familienleben hat derzeit dadurch Pause und wir haben einen weiteren triftigen Urlaubsgrund mehr.

Weil das an Chaos noch nicht reicht, haben wir quasi als Backup noch die Doppelniere der Süßen. Für die war eigentlich für diese Woche ein OP-Termin angesetzt, aber leider wurde die Kleene 1,5 Wochen vorher krank, so richtig mit Fieber und Ausschlag, so dass die OP kurzfristig um mindestens 4 Wochen verschoben werden musste. Fetzt, wenn mal alles schon auf den Termin ausgerichtet und geplant hat, der Chef auf Arbeit umdisponierte und am Ende alles wieder rückgängig gemacht werden musste. Macht man sich wahnsinnig viele Freunde damit.
Zum Glück fand sich schnell ein neuer OP-Termin, diesmal am 20. Juni und ich bete, dass es dann mit der OP klappt, weil wir sonst erst nach dem Urlaub operieren können und ich wollte da eigentlich schon ohne das Antibiotikum wegfahren.

Als Sahnehäubchen samt Kirsche kam dann am Sonntag die Hiobsbotschaft, dass mein Schwiegervater massive Lungenprobleme bekommen hat, ins Krankenhaus eingeliefert  und dort ins künstliche Koma versetzt wurde. Jeder, der sich an Anna erinnert, wird wissen, dass es mir herzlich egal ist, was mit meinem Schwiegervater passiert, aber dennoch ist er der Vater meines Mannes und für ihn ist das eine enorme Belastung. Da angedeutet wurde, dass die Möglichkeit besteht, dass der Vater nicht mehr aus dem Koma aufwacht, wurde meinem Mann nahe gelegt, ihn doch bitte im Krankenhaus zu besuchen. Nun ist er hin und her gerissen, denn wegen der 48-Stunden-Woche hat er dafür überhaupt keine Zeit, von den Nerven ganz zu schweigen. Aber es ist eben auch der Vater und eventuell ist es die letzte Gelegenheit, ihn noch mal zu sehen. Drüber reden will mein Mann nicht, was soll er auch sagen, ich kenne seine Gemütslage auch so.

An dieser Stelle würde ich der höheren Macht gerne die Würfel wegnehmen, aber wie gesagt, Gott würfelt nicht!

 

* God does not play dice with the universe: He plays an ineffable game of His own devising, which might be compared, from the perspective of any of the other players [i.e. everybody], to being involved in an obscure and complex variant of poker in a pitch-dark room, with blank cards, for infinite stakes, with a Dealer who won’t tell you the rules, and who smiles all the time.
~ Good Omens, Terry Pratchett & Neil Gaiman
(Gott würfelt nicht mit dem Universum: Er spielt ein unbeschreibliches selbst erdachtes Spiel, welches man aus der Perspektive eines jeden der anderen Spieler [z.B. jedermann] damit vergleichen kann, dass man bei einer undurchsichtigen und komplexen Pokervariante mitmacht, bei der man sich in einem stockdunklen Raum befindet, mit unbedruckten Karten und unendlich hohen Einsätzen, mit einem Geber, der dir die Regeln nicht verrät und der die ganze Zeit lächelt.)

© Foto von Flickr/Steve Johnson „Dice“, (CC BY 2.0)

Kochkurs

An manchen Tagen ist es wahrscheinlich besser, man hört auf sein Gefühl und bleibt einfach im Bett liegen. Man weiß direkt nach dem Aufwachen, dass aus diesem Tag nichts gutes wird.

Es fing ja alles ganz harmlos an, das Kind hat sich relativ quengelfrei zur Schule bringen lassen, der Bus war einigermassen pünktlich und ich hatte sogar mein Pausenbrot dabei. Doch direkt nach dem Frühstück ging es los. Der große Boss (Chef meines Chefs) mockierte einen kleinen Tippfehler in der Tagesordnung für das heutige interne Meeting (Chef + Boss). Gut, wenn es ihn denn glücklich macht, hätte man aber ruhig ein wenig freundlicher formulieren können.

Geh ich runter zu unseren ITlern, hatte ein Angebot für eine Schulung dabei, die gerade sehr preisgünstig offeriert wird und vom Titel her passen könnte. Leider passte sie doch nicht, da zwischen verwendeter Programmversion und angebotener Schulung zwei komplette Versionen liegen und somit die Schulung nichts nützt. Nahm ich zur Kenntnis und meinte, wir hätten noch mehr Schulungsangebote bekommen, die könnten wir in der regelmäßig Montags stattfindenden Besprechung durchgehen, da diese nicht wie das Angebot zeitlich begrenzt sind. Da motzt mich der eine Kollege voll, was das soll, sie hätten noch nie eine Schulung bekommen, das wird jetzt wieder so sein und ich solle mir doch die Luft sparen. Da ich grundsätzlich seinen Frust verstehe, erklärte ich, dass wir ein kleines Budget für Schulungen haben und wir das jetzt verwenden könnten. Blafft der Kollege weiter, dass er das Wort Budget nicht mehr hören kann und ich solle ja abziehen mit den Angeboten und er würde das alles erst glauben, wenn er in einer Schulung säße.

Ja, wie denn du Horst, wenn du nicht mal darüber sprechen willst?!?

Das habe ich natürlich nur gedacht, trotzdem war mein Puls auf 180.
Zwischenzeitlich hat sich der Boss wieder gemeldet, ein bestimmtes Dokument müsse nochmal bis 13:30 Uhr ausgedruckt werden. Derjenige, der das Dokument erstellt hat, ist aber gerade bis nach 13 Uhr in einer Besprechung und das Dokument besteht aus 5 oder 6 Teilen von 20 möglichen, deren Anordnung ich nicht kenne und somit ohne den Kollegen nicht ausdrucken kann. Ich schreibe eine Mail mit Dringlichkeitsvermerk und genauen Anweisungen, was mit dem Dokument geschehen soll, biete meine Hilfe an, drücke innerlich die Daumen und hoffe aufs Beste.

Kurz vorm Mittag kommt ein Anruf aus der IT (anderer Kollege), dass bei einem bestimmten Server eine Festplatte defekt sei, sie gerne den Server runterfahren und die Festplatte tauschen wollen, aber vorher wissen möchten, wer da gerade drauf arbeitet und wann der Neustart denn unkritisch sei. Cheffe, der sowas auf Anhieb weiß, steckt in der nächsten Besprechung fest, also frage ich mich bei allen möglichen Leuten durch, bis ich endlich jemanden kriege, der den Server wenigstens kennt. Zum Glück stellt sich heraus, dass das Ganze nicht kritisch ist, der Server nicht permanent genutzt wird und daher gefahrlos heruntergefahren werden kann.

Puhh, Katastrophe erstmal abgewendet.

Seit vielen Wochen begleitet mich ein Thema, bei dem eine bestimmte Software auf die aktuelle Version gebracht werden soll. Weil dieses Update aber Geld kostet, benötigen wir dafür das OK des Bosses. Seit ebenso vielen Wochen rennt mein Chef dem Boss hinterher, um endlich dieses OK zu kriegen, aber in schöner Regelmäßgkeit platzen diese Termine oder werden von aktuellen Entwicklungen und Fusionen ausgebremst oder durch beinahe Katastrophen (s.o.) in den Hintergrund gedrängt. Die dazugehörgen Tickets liegen aber bei mir und ich verschiebe in ebenso schöner Regelmäßigkeit die Fälligkeiten, jeweils mit entsprechender Begründung. Da steht dann eben „Entscheidung von Big Boss steht aus, Fälligkeit wird angepasst.“

So einen Eintrag gab es heute erneut, weil das Thema – mal wieder – verschoben wurde. Da poltert dann eine Abteilungsleiterin los, dass das ja wohl nicht anginge, dauernd die Termine zu verschieben und sie würde das Thema jetzt eskalieren und überhaupt. Ja ne, is klar, weil du jetzt tobst, wird Big Boss hüpfen o.O

Zu allem Überfluss lese ich gerade im lokalen Nachrichtenblatt, dass morgen bei uns in der Stadt gestreikt wird und unser Hort dabei ist.

Für betroffene Kitas, Horte und Betreuungsangebote ist keine Notbetreuung vorgesehen. Die Eltern seien informiert worden, heißt es von Seiten der Stadt.

Ha! Als ob!

Wir wurden nicht informiert, mein Mann hatte genauso wenig Ahnung davon wie ich. Vermutlich erfolgt die Informierung, wenn wir das Kind gegen 17 Uhr aus dem Hort abholen, so dass uns wahnsinnig viel Zeit bleibt, die morgige Kinderbetreuung mit unseren Arbeitgebern zu klären.

Ehrlich, ich koche gerade und zwar so richtig!

Mir fehlt auch ein wenig das Verständnis für die Streiks, da ich die geforderten 6% mehr Lohn tatsächlich ein wenig unverschämt finde, die angebotenen 3% hingegen angemessen. Zumal es erst letztes Jahr das ganze Theater und eine ordentliche Erhöhung gab, Stichwort Verhältnismäßigkeit.

Ja, Streiks sollen weh tun, aber so ein klitzekleines bisschen Reaktionszeit wären auch schön und würden definitiv die Solidarität in der arbeitenden Bevölkerung, die auf diese Betreuung angewiesen ist, erhöhen. Wegen verspätet geleerten Mülltonnen verliere ich nämlich im Zweifelsfall nicht meinen Job!

Jetzt warte ich auf meinen Chef, denn der ist nämlich seit einer Stunde verschwunden, aber ich hätte das Thema schon gern geklärt, bevor ich heute in den Feierabend entfleuche …

© Foto von Flickr/Annie Roi „Some fire“, (CC BY 2.0)

Manic Monday

Montag! Heute einer der feineren Sorte :/

Fing ja gestern Abend schon an und setzte sich dann in der Nacht fort. Wegen des verkürzten Feierabends beschloss ich spontan, dass 6 Stunden Schlaf auch ausreichen würden und bin erst eine Stunde nach meiner üblichen Zeit ins Bett gegangen. Allerdings meinte meine Süße um 3:30 Uhr, dass die Nacht vorerst vorbei ist.

Leider konnte ich ihr da nicht zustimmen, aber das machte nichts, sie tobte trotzdem durchs Bett. Erst gute 1,5 Stunden später fand sie wieder in den Schlaf, bis dahin robbte sie zwischen meinem Mann und mir herum, drehte sich mehrmals um sämtliche Achsen und wenn ihr langweilig wurde, fummelte sie an meinem Kopf rum.

Um kurz vor sechs schielte ich auf den Wecker und überlegte kurz, ob ich vielleicht ein wenig eher aufstehen sollte und dadurch einen Bus früher auf Arbeit fahren könnte. Die Überlegungen wurden jäh durch das Klingeln des Weckers unterbrochen, der mich wie vereinbart um 6:30 Uhr aus meinem halbstündigen Tiefschlaf holte, in den ich übers Nachdenken gefallen war.

Maximal grummelnd stand ich auf und schleppte mich unter die Dusche. Weckte danach das große Kind, dass mir sofort eine Diskussion über Schnee und das passende Schuhwerk aufs Auge drückte. Es hatte nämlich des nächtens geschneit, was mich sehr freute, da es das viel zu selten bei uns tut. Das Kindlein freute sich auch und musste mir diese Freude wortreich und lautstark kund tun.

Nun bin ich aber ein ausgesprochener Morgenmuffel, der morgens am Besten überhaupt nicht angesprochen werden sollte, wenigstens nicht vor 9 Uhr. Interessierte den Großen nicht die Bohne und keine 2 Minuten später erklärte er mir, wie ich seinen Schulfrühstücksapfel denn bitte zu schnitzen hätte und quittierte meinen Einwand, dass ich nicht mit der Messerspitze das Kerngehäuse aus der Apfelhälfte puhlen würde, mit lautem Gejammer. Macht meines Elterndaseins stellte ich ihn vor die Wahl, entweder die Apfelhälften mit Kerngehäuse nehmen oder aber den Apfel zu vierteln und dann den Griebsch rauszuschneiden. Über dieses Theater hatte ich ein wenig die Zeit aus dem Blick verloren und es war genau Abmarschzeit, nur hatten wir weder Zähne geputzt noch Schuhe und Jacken angezogen.

Siedendheiß fiel mir zu diesem Zeitpunkt ein, dass ein mit den aktuellen Schulbüchern (Montags Deutsch) bestückter Ranzen wesentlich zum Lernerfolg des Kindes beitragen würde, ebenso wie ein vollständig ausgerüsteter Turnbeutel. Also suchte ich hastig den Kram zusammen, dachte daran, dass am nächsten Wochenende bereits am Sonntag zu machen, lachte mich kurz innerlich selbst für diesen absurden Vorschlag aus, stürmte fix ins Schlafzimmer, Sehhilfe und Handy holen und keine 2 Minuten später standen wir vor der Tür.

An der Haltestelle angekommen zeigte mir die große Uhr an der Abfahrtszeitentafel, dass ich exakt 9 Minuten hatte, das Kind zur Schule zu schaffen und wieder zurück zur Haltestelle zu gelangen, wobei eine Strecke ca. 5 Minuten dauert. Uh, das könnte jetzt ein wenig eng werden. Ich nahm den Kind den Ranzen wieder ab und gemeinsam eilten wir der Schule entgegen. Kind, Ranzen und Turnbeutel an der Schultür übergeben und zur Haltestelle gerannt, wo mir die Anzeigetafel 2 Dinge anzeigte:
1. Ich hatte es eine Minute vor Abfahrtszeit zur Haltestelle geschafft!
2. Der Bus hat geschlagene 8 Minuten Verspätung.

Der Bus hat IMMER Verspätung, meist 2-3 Minuten, was mich jedes Mal wundert, denn vom Busstartpunkt bis zu uns sind es nur 3 Haltestellen und ich frage mich, wie man auf einer derart kurzen Strecke schon einen solchen Rückstand ansammeln kann. Trotzdem verlasse ich mich nicht darauf, dass der Bus tatsächlich verspätet eintrudelt, denn bei meinem Glück ist er nämlich dann an genau diesem Tag pünktlich. So wie vor 2 Wochen, als ich zum Feierabend 2 Minuten vor der Zeit an der Haltestelle stehe und den Rücklichtern des Busses hinterherschaute. Da dies der letzte Bus vor der Hortschließzeit war, kam das einer mittleren Katastrophe gleich und ich hatte damals Glück, dass mein Chef mich zur Schule gefahren hat.

Also stand ich mir in der Kälte die Füße in den Bauch, hundemüde, durchgeschwitzt, frustriert und genervt, während aus den 8 Minuten 12 wurden. Damit konnte ich es heute vergessen, überhaupt meine 8 Stunden auf Arbeit zu erfüllen. Irgendwann bog der Bus dann doch noch um die Ecke und brachte mich meiner Arbeitsstätte näher. Kurz vorm Ziel kam noch eine Durchsage, dass es aufgrund der Witterungsverhältnisse technische Probleme gab, die zur Verspätung führten.

@#*§$! Es lagen ganze 3 Schneeflocken pro Meter auf der Straße, die Temperaturen waren noch im Plusbereich und der Wetterumschwung inklusive Schneefall seit mindestens 3 Tagen in jedem Wetterbericht angekündigt. Zumal ja jedes Jahr auch bei uns in der Stadt Winter ist und es jedes besch… Mal zu technischen Problemen kommt, die man deswegen auch unmöglich vorhersehen kann.

Und das alles vorm ersten Tee und noch weit vorm Frühstück.

Ich hab daher beschlossen, überpünktlich Feierabend zu machen, das Kind vom Hort abzuholen, schnell neue Äpfel für morgen einzukaufen und mich daheim aufs Sofa zu hauen, in der Hoffnung, ein wenig Schlaf nachholen zu können, bevor dann Mann und kleines Kind nach Hause kommen. Ich muss jetzt nur noch die Zeit bis zum Feierabend überstehen *gähn*

Geschützter Raum

Seit einigen Wochen habe ich wieder regelmäßige Sitzungen bei meiner Psychologin. Da es mir derzeit einigermaßen gut geht, diskutieren wir jede Woche das Thema, was gerade am meisten brennt. Mal ist es die Jobsuche, mal mein Platz in der Welt – leider ein uraltes, immer noch nicht bewältigtes Thema, mal die Kindererziehung.

Letztere war diese Woche Thema. Ich hatte diverse Blogbeiträge gelesen, wie man möglichst am besten mit seinen Kindern umgeht. Alle leuchteten mir ein, aber bei allen merkte ich auch, dass ich sie derzeit so nicht umsetze und das machte mir ein mächtig schlechtes Gewissen. Beispiel gewaltfreie Erziehung. Natürlich lehne ich jegliche Gewalt ab, auch weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt und welche Spuren selbst die kleinste Ohrfeige, von exzessivem Hosenboden versohlen oder gar Schlimmeren mal ganz abgesehen, auf der Kinderseele hinterlässt. Als ich dann aber von einer Studie lass, dass Schreien ähnlich schlimm ist wie körperliche Gewalt, gab mir das schon sehr zu denken, denn das passiert mir dann doch öfter.

Vor allem dann, wenn der Große die Ohren komplett auf Durchzug geschaltet hat. Vor einem Jahr hatten wir massive Schwierigkeiten mit ihm, schoben es aber auf den plötzlichen Weggang seines Bezugserziehers und dem Hinzukommen seiner Schwester. Diese Schwierigkeiten zogen sich eine ganze Weile hin und eine Freundin meinte, dass wäre gar nicht ungewöhnlich, dieser Zeitraum wird nicht umsonst die kleine Pubertät genannt. Das mag alles sein, trotzdem war es anstrengend und ich hab ihn öfter mal angebrüllt, weil einfach die Nerven blank lagen.

Mit dieser Studie nun wurde mein eh schon sehr schlechtes Gewissen noch viel viel schlechter und für mich war dieses Thema einfach mal dran bei meiner Psychologin. Sie selbst hat zwei Jungs, der eine 11, der andere 8, sie wusste also selber genau, worüber ich sprach. Wie sehr mir das Kind den letzten Nerv rauben kann. Wie sehr es mich stresst, wenn die Ohren wie vernagelt sind. Dass sie weiß, wie leicht Kinder es schaffen, einen zur Weißglut zu treiben. Und dass es selbst ihr, der ausgebildeten, gestählten Psychologin nicht immer gelingt, angemessen und pädagogisch wertvoll zu handeln.

Scherzhaft meinte sie, dass die nach ihr kommenden Psychotherapeuten ja auch Arbeitsmaterial bräuchten und diese dann gerne ihre Erziehungsfehler ausbügeln könnten.

Sie gab mir keine konkreten Tipps, sie verurteilte mein Verhalten nicht, wofür ich sehr dankbar bin. Aber sie zeigte mir eine andere Perspektive und das war einer dieser Momente, wo es Klick macht und alle Puzzleteile wie von selbst an die richtige Stelle fallen.

Geduldig erklärte sie mir, dass es ganz normal ist, dass Kinder daheim frei drehen, die Sau rauslassen, den Bogen überspannen. Sie testen ihre Grenzen aus.

Sie werde immer hellhörig, wenn ihr jemand erzählt, wie lieb und folgsam doch das Kind wäre, wie angepasst und pflegeleicht. Wird ihr hingegen von Rabauken, Querulanten, Widerborsten und Aufmüpfigen berichtet, dann ist sie beruhigt.

Folgsam und angepasst werden Hunde, wenn sie ordentlich erzogen werden. Hunde bleiben allerdings auch ein Leben lang in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Herrchen, der sie umsorgt und Futter gibt. Kinder jedoch sind keine Hunde, sondern sie sollen irgendwann zu unabhängigen, eigenverantwortlichen Erwachsenen heranwachsen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und eine eigene Familie gründen wollen. Vor allen Dingen sollen sie irgendwann ausziehen 😉

Damit sie das auch können, müssen sie ihre Grenzen austesten, müssen sich im Konfliktverhalten erproben, müssen über die Stränge schlagen, ihren eigenen Willen durchsetzen. Das wiederum machen sie allerdings nur dort, wo sie sich sicher fühlen. Und am ehesten fühlt sich ein Kind zuhause am sichersten. Im Kindergarten, in der Schule oder bei den Großeltern laufen Kinder immer Gefahr, aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden, wenn sie sich nicht an die allgemeinen Gemeinschaftsregeln halten. Deswegen sind sie dort meist auch angepasst, machen widerspruchslos alles mit und sind ein gutes Mitglied der Gruppe.

Aber dieses Angepasstsein strengt unglaublich an. Ständig befindet sich das Kind im Zwiespalt mit sich, soll es gegen die Regeln verstoßen, weil das gerade so unglaublich verlockend ist und damit den Rauswurf riskieren oder bleibt es brav und muss nichts befürchten. Jeden Tag aufs Neue, in hundert verschiedenen Situationen täglich. Kein Wunder, wenn das Kind völlig vogelwild nach Hause kommt.

Meine Psychologin meint, dass es durchaus normal ist, wenn Erzieher oder Lehrer das eigene Kind ganz anders erleben als man selbst. Es ist, als hätte man zwei verschiedene Persönlichkeiten vor sich. Sorgen muss man sich vielmehr machen, wenn das Kind sich auffällig in Schule oder Kindergarten verhält. Das deutet daraufhin, dass es zuhause übermäßig angepasst sein muss und deswegen die Grenzen in Schule oder Kindergarten austestet, weil dort die Konsequenzen weniger schlimm sind, als wenn es das daheim tut.

Denn normalerweise ist es so, dass sich ein Kind zuhause in einem geschützten Raum befindet, wo es bedenkenlos seine Grenzen austesten kann. Egal, was es macht, egal, wie sehr es die Eltern nervt, diese werden es trotzdem lieben und bei sich behalten*. Natürlich mündet das mitunter in Grabenkämpfen, selbstverständlich ist das für beide Seiten Stress! Doch ist es eine Möglichkeit für das Kind, sich von den Eltern abzugrenzen, selbstständig zu werden, sich abzunabeln, für sich einzutreten, den eigenen Willen durchzusetzen. Alles wichtige Dinge, die man später, wenn man groß ist, braucht.

Es sollte also Eltern stolz machen, wenn sich ihr Kind so scheinbar ungezogen verhält, denn es zeugt davon, dass sich das Kind sicher und geborgen genug fühlt, um so agieren zu können. Mich jedenfalls hat es beruhigt und tatsächlich stolz gemacht, es lässt mich nachsichtiger mit meinem Großen sein. Ich schimpfe weniger und mir fällt es leichter, mich in seine Sicht der Dinge hinein zu versetzen. Das heißt nicht, dass ich jetzt bei allem nachgebe, mitnichten. Wir haben die Grabenkämpfe nach wie vor und bestimmte Dinge lasse ich einfach nicht durchgehen, Stichwort Steckdosen, gefährliche Gegenstände oder Straßenverkehr. Aber ich bewerte diese Kämpfe anders. Ich nehme sie nicht mehr persönlich, denke nicht, dass er mir extra eins auswischen will, weil ich ihm vor zwei Stunden im Supermarkt das Ü-Ei verweigert habe. Sondern nehme diese Aktionen für genau das, was sie sind: ausgetestete Grenzen, geprobte Unerzogenheit, getestete Unabhängigkeit, erlebte Persönlichkeit. Manchmal auch nur simples Dampf ablassen nach einem ganzen Tag angepasst sein im Kindergarten.

Daran ist nichts Hinterhältiges, keine Rache, nur normales groß werden. Das natürlich viel zu schnell geht ❤

* Dies deckt sich mit den Beobachtungen einer Heimerzieherin, die ich bei einer meiner Therapien kennenlernen durfte. Sie berichtete, dass neue Kinder im Heim, die ihr zugeteilt wurden, absichtlich irgendeinen Blödsinn angestellt haben, bspw. eine Kleinigkeit in einem Laden geklaut oder einem Schulkameraden „eins auf die Fresse gegeben“ haben, nur um zu testen, ob die Erzieherin sie verstößt, so wie ihre Eltern, oder ob sie bei ihnen bleibt und sie immer noch mag, obwohl sie gegen Regeln verstoßen haben. Schon damals hat mich das unendlich traurig gemacht.

Kleingedrucktes

Es gibt ja so einige Dinge, die einem als werdende Eltern nicht gesagt werden. Manche wie die schlaflosen Nächte und die Schreiattacken werden als bekannt vorausgesetzt. Andere wiederum wie bestialisch stinkende Babywindeln oder das rasante Wachstum werden den Neueltern vorenthalten. Aus gutem Grund, denn sonst würden sich einige Kandidaten das Ganze nochmal überlegen.

Zur letzteren Kategorie zählen auch „andere Eltern“. Bitte nicht falsch verstehen, die meisten Eltern sind nett und rücksichtsvoll, haben nette und rücksichtsvolle Kinder. Es gibt jedoch die „anderen Eltern“, die nicht nett und rücksichtsvoll sind und einem damit das eigene Elternsein vergällen.

Heute war Chinesisches Mondfest in Kindergarten des Großen und alle Eltern waren zu einer Aufführung der Mondfestgeschichte durch die Kinder und anschließendem Picknick eingeladen. Wir kamen pünktlich an, suchten uns ein ruhiges Plätzchen und breiteten unsere Decke auf. Die Aufführung verfolgten wir von einem kleinen Hügel aus, damit wir niemandem im Weg stehen. Die Darbietungen waren fantastisch und ich konnte sogar durch die „anderen Eltern“ hindurch ein paar brauchbare Fotos machen.

Beim Picknick versammelte sich plötzlich ein Haufen „anderer Eltern“ an unserer Decke und beredete völlig belangloses Zeug in einer Lautstärke, die es uns unmöglich machte, wegzuhören. Der Garten der Einrichtung ist riesig groß, es hätte genügend andere Ecken zum Treffen gegeben. So aber mussten sie permanent auf unserer Decke stehen oder auch einfach mal drüber laufen. Wie gesagt, wir hatten uns etwas abseits gesetzt, um genau so etwas zu vermeiden.

Es gab Stationen, an denen Kinder Süßigkeiten gewinnen konnten. Am Glücksrad stellte ich mich mit meinem Kind an und wir warteten geduldig, dass wir an der Reihe sind. Aber immer wieder drängelten sich Kinder und Erwachsene dazwischen. Als ich sie höflich bat, sich doch hinten anzustellen, wurde ich angepampt.

Mein Mann erzählte mir, dass an der anderen Station, wo es Zuckerperlenarmbänder als Belohnung für erfolgreiches Stäbchenessen gab, ein Kind sämtliche dieser Armbänder antatschen musste, während die Mutter daneben stand und es seelenruhig gewähren ließ.

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Später sollten Luftballons in die Luft gelassen werden, damit die Wünsche der Kinder in die Welt getragen werden. Manche Kinder gaben sich aber nicht mit einem Ballon zufrieden, sondern brauchten zwei oder drei, mindestens einem zum Behalten, einem zum Loslassen, welche natürlich von den „anderen Eltern“ beschafft wurden. Wäre das nicht gewesen, hätte jedes Kind und vermutlich jeder Erwachsene einen Ballon haben können. Originalaussage einer „anderen Mutter“: das Kind würde sonst nur weinen.

„Andere Eltern“ schauen mich grundsätzlich immer so an, als hätten sie etwas Übelriechendes unter der Nase, dabei versuche ich durchaus, meine persönliche Hygiene up-to-date zu halten. Ich weiß auch nicht, wie ich mich denen gegenüber verhalten soll. „Andere Eltern“ bringen grundsätzlich AKs mit Gruselnamen hervor.

Wie auch immer, solche Nachmittage bringen mich regelmäßig an meine Grenzen und ich bin heilfroh, dass sie nicht allzu häufig sind.

Ich geh jetzt meinen Kopfschmerz pflegen …

Uns gibt’s noch

Wir sind nur schwer beschäftigt mit den letzten Urlaubsvorbereitungen. In gut einer Woche geht es los und ich versuche einfach, alle noch zu erledigenden Aufgaben im Blick zu behalten. Ich schreibe Listen, was wir alles einpacken müssen und was geklärt werden muss und ganz plötzlich finde ich die Zeit ziemlich knapp.

Meine Süße mit ihrer fordernden Art ist nicht sonderlich hilfreich. Ich habe gestern über eine Stunde gebraucht, um Wäsche von Trockner abzunehmen und neue aufzuhängen. Ich muss die nächsten Tage unser geordnetes Chaos beseitigen, da wir zwei verschiedene Katzensitter während unserer Abwesenheit in unserer Wohnung haben werden und da sollte es wenigstens ein bisschen ordentlich aussehen. Dass schon eine Menge Urlaubssachen rumliegen, erleichtert die Aufgabe auch nicht.

Und an was wir alles denken müssen. Eine möglichst kleine Kühltasche samt Kühlakku für das Antibiotikum der Kleenen. In den Pensionen und Hotels gibt es zwar Kühlschränke (hoffentlich), aber auf den Wegen dahin brauchen wir externe Kühlung. Das Reisebett dürfen wir nicht vergessen. Wir haben überall 4-Bett-Zimmer gebucht, aber so ein Bett mit hohem Rand ist schon besser. Handtücher und Bettwäsche, da wir das sonst für viel Geld mieten müssen in einigen Unterkünften.

Ein paar Termine für nach dem Urlaub müssen vereinbart werden, das Leben geht hinterher weiter, aber mir ist derzeit gar nicht nach telefonieren. Die große Katze muss vorm Urlaub noch zum Tierarzt, ihre jährliche Impfung abholen. Seit gestern ist unser Navigationsgerät auf dem neuesten Stand, was mich weitere 4 Stunden gekostet hat. Zwei Stunden habe ich gebraucht, damit der TomTom-Server das Gerät erkennt und mitbekommt, dass es dazu den kostenlosen Kartenaktualisierungsservice gibt. Das Update selbst lief dann problemlos und nebenbei, aber die Nerven, die es mich bis dahin gekostet hat.

Die sind eh grad nicht sonderlich dick. Ich bin permanent leicht panisch, ob unsere Planungen hinhauen, ob alles gut geht, ob wir an alles gedacht haben. Klamotten für 3 Wochen ohne Waschmaschine müssen pünktlich sauber sein. Dazu habe ich die Klamottenkartons der Größe 74/80 geplündert. Die Süße ist zwar erst auf dem Weg zur 68, aber nur mit Hilfe der größeren Sachen bekommen wir die 3 Wochen überbrückt. Jetzt liegt ein Großteil davon ein wenig unordentlich im Schlafzimmer rum, da das Klamottenregal für diese Menge schlicht zu klein ist.

Die Tage direkt vorm Urlaub werden am heftigsten. Sämtliche Sachen müssen am Donnerstag, allerspätestens Freitag gepackt sein. Am Sonnabend haben wir keine Zeit. Da ist erst Fußball, von dort fahren wir direkt zu meinen Eltern, meine Tante, Cousine und deren Sohn feiern gemeinsam runde Geburtstage und es kommt mal wieder die gesamte Familie zusammen, was ich auf keinen Fall verpassen möchte. Abends geht es wieder nach Hause, dann packen wir alle Sachen ins Auto, ich versuche, mindestens 5 Stunden zu schlafen. Mitten in der Nacht, derzeitiger Planungsstand zwischen 3 und 4 Uhr, werden Kinder und Mann ins Auto gepackt und es geht auf gen Süden mit dem Ziel, dass der Nachwuchs so viel Autobahnzeit wie möglich einfach verschläft. Ich hoffe, wir sind gegen 9 Uhr, spätestens 10 Uhr in München, denn dann hat der Kleene wenigstens was zu Angucken, wenn er aus dem Fenster schaut. Die Autobahn ist bis dorthin einfach nur pottelangweilig. Später treffen wir uns in Österreich kurz mit meinen Eltern, die dann auch gerade auf dem Weg in den Urlaub sind. Geplant ist, dass wir für ein paar Stunden etwas zusammen unternehmen, bevor sie ins Zillertal und wir zum Gardasee weiterfahren.

Während dieser ganzen Planungszeit werd ich das Gefühl nicht los, dass ich etwas Wichtiges übersehen habe. Aber das ist wohl ganz normal …

Nachtrag: der doofe Badspiegelschrank hängt leider immer noch nicht wieder. Beim ersten Versuch ist mir der Dübel samt Turbokit und diversen Steinchen und Putzteilen entgegengekommen. Ich werde nicht drumrum kommen, neue Löcher zu bohren.