Etwas ist faul im Staate Dänemark!

Immer wieder gibt es Phasen in meinem Leben, da könnte ich die Wände hochgehen. Da laufe ich wie eine Raubkatze in einem viel zu kleinen Käfig ständig auf und ab, ohne Ziel, ohne Ende. Dann kann ich mich auf nichts mehr konzentrieren, mich nicht ablenken, innerlich wie gelähmt.

Mich machen diese Phasen völlig verrückt, denn jede einzelne Aufgabe ist dann eine extra Anstrengung. Mal eben kurz den Geschirrspüler einräumen dauert eine halbe Stunde, und das auch nur, wenn ich mich mindestens 3 Stunden lang immer wieder selbst ermahnt habe, endlich diesen doofen Geschirrspüler einzuräumen.

Ein innerer Drang, irgendetwas tun zu müssen, lässt mich hunderte Dinge anfangen, aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgeben. So liegen derzeit um die 5 Blogartikel als Entwürfe rum und wohl alle werden sich in die 30 Entwurfsartikel aus früheren Phasen einreihen. Ich überlege, ein neues Buch anzufangen oder angefangene Bücher weiter zu lesen. Oder ein neues Stück zu häkeln. Oder etwas zu malen. Oder ein neues Spiel zu spielen. Ganz egal was, Hauptsache etwas.

Aber allein darüber nachzudenken, welches Buch es denn letztendlich sein soll oder was man im Sommer schon häkeln sollte oder welches der 15 Spiele auf Halde ich starte, überfordert und erschöpft mich. Jeden Tag aufs Neue. Dann also nur ein stupides Metzelspiel, bei dem ich nicht nachdenken muss. Sollten doch mal die grauen Zellen erforderlich sein, schalte ich das Spiel aus, um es 5 Minuten später erneut zu starten, einen anderen Char wähle, um weiter ohne zu denken spielen zu können.

Dies geht bereits einige Tage so. Immer beginnt es schleichend, so dass es anfangs gar nicht auffällt. Erst, wenn es richtig schlimm wird, werde ich stutzig und überlege, was denn nun schon wieder los ist. Was mein Kopf versucht zu verdrängen, weil die Realität einfach zu doof ist.

Die Finanzsorgen vielleicht? Möglich, aber es gibt noch ein paar Kniffe, um den Bankrott abzuwenden und alle Ausgaben unter einen Hut zu bringen. Die Urlaubsplanung? Jein. Ich bin zwar komplett urlaubsreif, aber überhaupt noch nicht in Urlaubsstimmung. Da fällt es mir schwer, Ausflüge zu planen, mögliche Ziele zu ermitteln oder Reiseführer zu durchforsten. Der Schwiegervater? Wohl kaum. Er ist letzten Freitag gestorben, ist wohl immer wieder mal nur kurz aus dem Koma aufgewacht, bevor ihn ein Nierenversagen endgültig dahingerafft hat. Anna übernimmt die Planung der Beerdigung und will da auch keine Hilfe. Soll sie haben. Das ISO-Projekt auf Arbeit? Das wird einfach nur immer lächerlicher. Mittlerweile wurde es offiziell gestartet, der Vorstand steht voll hinter dem Projekt, das bis Ende Dezember abgeschlossen sein soll. Geschätzter Aufwand sind 100-150 Personentage für ein 3-Personen-Kernteam – eine der Personen bin ich -, bei dem alle Mitglieder natürlich noch ihre Hauptjobs haben und nicht für das Projekt abgestellt sind. Angeblich gibt es ein Projektbudget, um für die Zertifizierung notwendige Ausgaben finanzieren zu können, aber weder der Projektleiter noch mein Chef haben je etwas davon gehört. Wir hätten da auch ganz dringend Bedarf an einer neuen Software, die den zentralen Bestandteil der Zertifizierung abdecken würde, aber wir wissen weder, wen wir dafür anbetteln müssen, noch ob das Geld dafür reicht. Und so rennen wir lachend in die Kreissäge. Da das aber wirklich nur Arbeit ist, ist es mir tatsächlich egal. Meinem Chef irgendwie auch, der ist mit zwei anderen superwichtigen Projekten und dem Tagesgeschäft mehr als ausgelastet. Meine neuerliche Asthmakrankheit? Kommt zwar ungünstig, ist aber behandelbar. Das warme, feuchte Wetter hat das allergische Asthma wieder aufblühen lassen, doch bin ich diesmal sofort zum Arzt, bevor sich das wieder zu einer Lungenentzündung auswächst, so wie letzten August. Die Ärztin hat mir ein Spray verschrieben und mich für 3 Tage krank geschrieben, bis die akute Entzündung abgeklungen ist. Heute merkte ich noch nicht allzu viel davon, beim Kind vom Hort abholen und kurz fürs Abendbrot einkaufen gehen, dachte ich, ich wäre eine Marathon gelaufen. Null Luft und nach der halben Stunde war ich todmüde.

Das ist zwar alles nicht schön, aber erklärt die Unruhe nicht. Bis mein Blick auf den Kalender fiel, auf dem stand: 19.- 22. Süße Krankenhaus.

Diese blöde OP. Ich weiß, es ist nur ein kleiner Eingriff und wenn alles gut geht, können wir danach das Antibiotikum absetzen. Aber trotzdem findet der Eingriff unter Vollnarkose statt und gerade in letzter Zeit habe ich von verschiedensten Fällen gehört, wo Patienten nicht mehr aufgewacht sein. Es stellte sich zwar hinterher heraus, dass alle medizinisch vorbelastet waren, aber was nützt mir das, wenn sich das hinterher auch bei meiner Süßen herausstellt?

Ich habe richtig Schiss vor dem Eingriff. Der dritte. Aller guten Dinge sind drei? Three’s the charm? Wenn ich mir sage, dass die Ärzte eine Narkose heutzutage punktgenau dosieren können und sie ja bei dem Eingriff auch so keine Schmerzen hat, sondern nur ruhig daliegen muss, die Narkose also eh leichter als üblich sein kann, dann beruhigt mich das nicht. Es ist und bleibt eine verdammte Vollnarkose.

Unklar ist auch noch, was ich mit der Voruntersuchung mache. Bei einer ersten Besprechung hieß es, alle notwendigen Untersuchungen und Aufklärungsgespräche würden am Sonntag vor der OP stattfinden, es könnte nur sein, dass ich ein wenig länger warten müsste. Da wir eh im Krankenhaus wären, war mir das egal. Kurz darauf hieß es, dass der Chefarzt persönlich gerne die Aufklärung und Untersuchung übernehmen möchte, und wir am Donnerstag oder Freitag davor ins Krankenhaus kommen sollten. Natürlich ohne stationäre Aufnahme und das KH stellt auch keine Bescheinigung für Kind krank oder ähnliches aus. Hieße für mich, ich müsste wieder einen Urlaubstag nehmen. Da ich aber dieses Jahr bereits 3 Tage für diese Untersuchungen, die alles andere als Urlaub sind, nehmen musste, hab ich dafür schlicht keine mehr übrig. Ein Anruf bei der Krankenkasse über meine Möglichkeiten ergab, dass ich mich vom Hausarzt oder das Kind vom Kinderarzt krankschreiben lassen sollte für diesen Tag. Das Kind hat bereits 6 Tage vom Konto verbraucht und es sind noch über 6 Monate vom Jahr übrig. Bleibt also nur der Hausarzt, aber mit widerstrebt es, mich nichtkrank krankschreiben zu lassen. Ich werde morgen aber trotzdem mal fragen.

Jetzt weiß ich zwar, was mich die Wände hochtreibt, aber immer noch nicht, was ich dagegen unternehmen kann. Vermutlich einfach weiter stupide Monster metzeln, Hauptsache, die Zeit geht irgendwie rum :/

© Foto von Flickr/Stig Nygaard „Whhhhhiiiiiieeeeeeehhh…“CC BY 2.0

Vorzimmerdrache

Jetzt sitzt ich zwar bei meinem Chef mit im Büro, aber Feuer kann ich trotzdem ganz ordentlich speien. Besonders, wenn jemand versucht, meinen Chef oder mich oder gar uns beide zusammen zu ärgern!

Mein Chef ist derzeit für eine Woche im Urlaub. Hat er sich verdient und den soll er auch genießen. Und zwar in Ruhe. Dass er dennoch mindestens einmal täglich seine Mails checkt und diverse Anrufe anderer Kollegen entgegennimmt, kann ich nicht verhindern, es sei denn, ich lasse seinen VPN-Zugang sperren, worüber ich bereits ernsthaft nachgedacht habe. Ich finde, Urlaub ist Urlaub und es muss möglich sein, dass der Laden mal eine Woche ohne meinen Chef läuft.

Nachdem nun mehr oder wenige alle anderen wichtigen Personen im Unternehmen mitbekommen haben, dass mein Chef ganz 4 Tage nicht im Haus ist, packten sie ihm die Woche davor bis oben hin mit Terminen zu. Da ich krank war, konnte ich dagegen nicht viel ausrichten, vertraute aber darauf, dass quasi eine natürliche Auslese bei den Besprechnungsterminen stattfinden wird.
Allerdings sind nun all jene, die letzte Woche nicht mehr dran gekommen sind, äußerst erpicht darauf, sofort als erstes in der nächsten Woche angehört zu werden. So hagelte es eine Einladung nach der anderen und aktuell sieht der Kalender meines Chefs so aus, dass er durchgehend von Montag bis Mittwoch in allen verfügbaren Zeitslots mindestens zwei, meist sogar drei parallele Termine hat.

Was ich als unwichtig erachtet habe oder wo er nur optional eingeladen wurde oder wo zeitgleich Vorstandstermine angesetzt wurden, habe ich umgehend abgesagt. Dennoch sind viele Termine übrig, die ich nicht einschätzen kann und über die mein Chef am Montag selbst entscheiden soll.

Dennoch fühlen sich einige berufen, noch wichtiger zu sein und verlangen dann von mir, in dem eh schon übervollen Kalender trotzdem noch einen Termin reinzuquetschen und dafür andere Termine abzusagen. Sowas kann ich ja richtig gut leiden, da lauf ich sofort zur Höchstform auf. Meist reicht es, wenn ich diesen Experten schlicht den Kalender zeige und darauf hinweise, dass mein Chef sich nicht zerteilen kann und es einfach keinen freien Termin mehr gibt. Mitunter weise ich bei besonders hartnäckigen Exemplaren zusätzlich darauf hin, dass generell von meinem Chef verlangt wird, dass er Termine vor- und nachbereitet und wie er das bitteschön machen soll, wenn er pausenlos – im wahrsten Sinne des Wortes – in Besprechungen sitzt.

Der Kandidat heute war allerdings besonders lustig. Er meinte, ich könne doch die halbe Stunde vor dem wirklich ersten Termin für ihn blocken, da wäre ja nur Themenbearbeitung. Diese halbe Stunde steht nicht ohne Grund dort, denn wenn mein Chef hier nach einer Woche Abwesenheit wieder aufschlägt, dann stehen 5 Sekunden später 7 Leute an seiner Tür und wollen mit ihm sprechen. Da hat der gute Mann gerade mal seine Tasche abgestellt, aber noch nicht die Jacke ausgezogen oder gar seinen Rechner eingeschaltet. Und bis die 7 Personen verarztet sind, ist die halbe Stunde locker rum und er wird vermutlich zu spät zu seinem ersten Termin kommen. Und dort rein soll ich jetzt noch einen Termin knallen?

Ich denke nicht!

Das sagte ich dem Kandidaten, auch in dieser Ausführlichkeit und mit entsprechendem Nachdruck, woraufhin er trotzig rumbrabbelte, dass es hier schließlich um Kunde XY-Superwichtig ginge und wenn ich das denn verantworten könnte, dass das Gespräch nicht stattfindet, etc. blabla.

Oh ja, kann ich, weil es selbst mit Blocker unwahrscheinlich ist, dass das Gespräch genau zu diesem Zeitpunkt stattfindet – aus oben angeführten Gründen. Es werden sich vielleicht zwischen den Terminen kleine Zeitfenster für das Telefonat finden lassen, aber die auch nur spontan und vor allem mit der Möglichkeit, dass mein Chef überhaupt erstmal erfassen kann, worum es eigentlich geht.

Der Kandidat zog dann beleidigt ab und meinte im Weggehen, dass er eine Mail schreiben würde und dann solle mein Chef eben selbst entscheiden.

Ich kann nicht ausschließen, dass dies eine Drohung war, aber Drachen haben dicke Schuppen 🙂

© Foto von Flickr/Björn Rudner „Drache“, (CC BY-SA 2.0)

 

Es geht voran

Oder so.

Ich habe jetzt einen Termin bei meiner Psychotherapeutin bekommen – Ende April. Mein Arbeitszeugnis werde ich hoffentlich bald in den Händen halten. Innerlich bereite ich mich auf die ersten Bewerbungen vor, merke aber, wie sehr mich das mitnimmt.

Was mich momentan betrübt ist, dass meine Kreativität irgendwie abhanden gekommen ist, was sich unter anderem in den sehr sporadischen Blogbeiträgen niederschlägt. Ich habe zwar noch genügend zu erzählen, aber überhaupt keinen Antrieb, dass aufzuschreiben.

Mein Großer bereitet mir derzeit große Sorgen, da er in der letzten Zeit komplett frei dreht. So schlimm, dass sich sogar schon die Kindergartenerzieherinnen darüber beschwert haben. Er hört nicht zu, benimmt sich wie die Axt im Walde, malträtiert die Katzen bei jeder sich gebenden Gelegenheit und schubst einfach so seine Schwester um. Das alles ohne sichtbare Reue oder ansatzweises Nachdenken. Eine Freundin meinte, dass das Vorschuljahr auch die kleine Pubertät genannt wird und das Verhalten, so doof wir das auch finden mögen, normal ist. Wenn das allerdings die kleine Pubertät ist, ziehe ich bei der großen vermutlich aus.

Ein mächtiger Lichtblick ist meine Süße, welche mittlerweile laufen gelernt hat. Es ist eine wahre Freude, ihr bei den tapsigen Schritten zuzuschauen, mit denen sie die Wohnung erkundet. Sobald irgendwo Musik läuft, fängt sie an zu tanzen und klatscht dabei in die Hände. Das ist so unglaublich herzerwärmend, dass ich das gar nicht richtig in Worte fassen kann.

Dank der steigenden Zahl von Impfgegnern gibt es aktuell auch einen Masernfall im Kindergarten des Großen. Dadurch muss er heute zuhause bleiben, damit der Impfstatus aller Mitarbeiter überprüft und weitere Maßnahmen abgestimmt werden können. Bis auf weiteres haben alle Nichtgeimpften bzw. Personen mit unklarem Masernimpfstatus Hausverbot im Kindergarten. Das betrifft bei uns nur meine Süße, die erst Anfang April ihre erste Masernimpfung bekommt, aber ich habe seit Bekanntwerden der ersten Masernfälle bei uns den Großen eh nicht mehr vom Kindergarten abgeholt, zu groß war mir einfach das Risiko, und das zurecht, wie es sich jetzt herausstellt.

Ansonsten quälen wir uns tapfer durch die Grippe- bzw. Erkältungswelle. Ich bin seit Wochen dauerverschnupft, mein Mann hat seit dem Wochenende die Grippe. Nur die Kinder sind bislang glimpflich davon gekommen. Hoffen wir mal, dass das so bleibt 🙂

Nichts Genaues weiß man nicht

Seit heute um 14 Uhr rufe ich aller zwei Stunden auf der Station an, um zu erfahren, für wann denn morgen die OP der Kleinen geplant ist. Und jedes Mal erhalte ich als Antwort, dass sie es nicht wissen, weil sie den OP-Plan noch nicht erhalten haben.

Beim letzten Anruf um 20 Uhr wurde es der Schwester zu bunt, sie bestellte uns einfach für morgen früh um 7 Uhr (wir erinnern uns, kein Puls und nur sporadische Atmung – yay) auf Station, denn der frühestmöglichste OP-Termin wäre um 7:30 Uhr und sie geht davon aus, dass sie ob ihres Alters (also das der Süßen, nicht das der Schwester) als Erste dran wäre.

Beruhigt mich jetzt natürlich ungemein. Was aber viel doofer ist, ist die Ungewissheit, wie das mit dem Essen für die Kleene ist. Wenn sie als Erste dran kommt, alles gut, da wird sie um 2 oder 3 Uhr nachts das letzte Mal gestillt und verschläft den Rest. Sollte sie aber allerdings erst später dran kommen, dann darf ich mehrere Stunden lang ein Hungermonster in Zaum halten. Und so kleine Kinder sind ja immer so verständnisvoll 😉

Das wird sicher ein Spaß!

Breikost

Seit drei Wochen versuche ich, meinem Mädchen die Vorzüge von Breinahrung nahe zu bringen. Ich find die ehrlich sehr lecker, zumindest einige Sorten wie Pastinake oder Kürbis oder beides in Kombination mit Kartoffeln. Da ich jetzt eher nicht so das Hausmütterchen bin, greife ich auf die praktischen Gläschen der Drogerieeigenmarken zurück. Die sind preiswert, aus biologischem Anbau und die Gemüsesorten ab dem 4. Monat sind ohne Zucker oder andere doofe Zusätze.

Meine Süße findet die Breie auch voll toll, weil man herrlich mit den Fingern darin rummatschen kann und falls doch mal ein Löffelchen seinen Weg in den kindlichen Mund gefunden hat, kann man den Inhalt wunderbar wieder herausprusten. Genau so, als wenn man jemandem geräuschvoll die Zunge rausstreckt. Ganz großes Kino.

Mit ganz viel Mühe schafft die Kleene es wenigstens einmal am Tag, so zwei oder drei große Löffel, verteilt auf viele kleine Portionen, Brei zu sich zu nehmen. Manchmal macht sie sogar den Schnabel richtig weit auf, wenn sie den Löffel sieht, aber ich muss dann sehr schnell und treffsicher den Löffel im Mund versenken, sonst klappt die Ladeluke wieder zu und nur die äußerste Löffelspitze hat den Weg ins Ziel gefunden. So richtig optimal ist das nicht.

Das mit dem Trinken funktioniert gar nicht. Zur U2 oder U3 hatten wir vom Kinderarzt ein Starterpaket bekommen und darin war auch eine Flasche mit Sauger, welche wir für die ersten Trinkversuche nutzen. Ganz doofe Idee. Der Nubbel fühlt sich zwar entfernt wie eine Brust an, aber der Inhalt entsprach überhaupt nicht den Vorstellungen. Ich habe dann also breitere Sauger, die wie Aufsätze für Schnabeltassen aussehen, geholt und damit hatten wir minimal bessere Erfolge. Da wird zwar das Wasser rausgesaugt, aber nicht geschluckt, sondern einfach so aus dem Mund wieder rauslaufen gelassen.

An sich könnte mir das alles egal sein, ich habe keine Eile mit dem Füttern und Trinken, mich stört das Stillen nicht. Aber leider stehe ich ein wenig unter Zeitdruck.
So hatte ich ja für Juli diesen Jahres eine Vorladung als Schöffe für drei Verhandlungstermine erhalten, welche ich aber mit der Begründung, dass meine Süße zu diesem Zeitpunkt noch viel zu klein ist, um mehr als zwei Stunden ohne mütterliche Versorgung auszukommen, absagte. Zudem bat ich darum, aus eben diesem Grund von weiteren Terminen bis zum Ablauf der Elternzeit im März nächsten Jahres abzusehen.
Den ersten Teil hat der bearbeitende Gerichtsdiener verstanden, den zweiten jedoch nicht und so flatterte mir im August eine Vorladung für einen Gerichtstermin am 25.11. in den Briefkasten. Ich überschlug im Kopf, wie weit das Kindlein dann sei und kam zu dem Schluss, dass es bis dahin eigentlich mit Brei und Tee ganz gut über die Runden kommen müsste und schickte die „Ich bin dabei“-Bestätigungskarte ans Gericht.

Nach dem Ausbleiben von großartigen Erfolgen oder nennenswerten Fortschritten, was die externe Versorgung des Babies angeht, bin ich derzeit eher weniger optimistisch, mich in fünf Wochen für einen kompletten Tag verabschieden zu können. Außerdem bin ich ratlos, was ich machen soll.
Abwarten und hoffen, dass es sich bis dahin gibt? Dem Gericht Bescheid geben, dass sie sich doch bitte um einen Ersatz kümmern sollen? Noch eine Woche warten und dann Bescheid geben?

Einerseits bin ich schon neugierig, wie das bei Gericht ist, aber dann den ganzen Tag voller Sorge ums Kind dem Verfahren beiwohnen ist wohl auch nicht das Gelbe vom Ei. Mein Mann kann mich ja nicht mal eben so aus der Verhandlung rauszerren, da müsste das ganze Verfahren neu aufgerollt werden, neuer Schöffe, neuer Termin und dass, wo die bei Gericht eh kaum freie Termine haben.

Gna, ich find die Situation gerade völlig unmöglich *seufz*

Kommando zurück

Hieß es am Freitag noch, dass es so aussieht, als wenn sich der Krümel sehr bald auf den Weg macht, so gab es heute ein ernüchterndes Ergebnis beim CTG.

Der Krümel war heute, im Gegensatz zum Freitag, recht aktiv und das hat sich auch in der Herztonkurve niedergeschlagen. Das war ein einziges Auf und Ab, nichts mehr zu sehen von der sonstigen gemütlich-geraden Linie. Dafür war die Wehenlinie absolut unauffällig, keinerlei nennenswerte Ausschläge, obwohl ich schon immer mal das Gefühl hatte, dass der Bauch hart wird.

Hätten sie doch mal das Gerät gestern Abend an meinen Bauch gedübelt, da wären richtig spannende Linien drauf gewesen.

Wie auch immer, meine Hebamme warf einen Blick auf die Kurve und meinte dann: oh, das sieht aber so aus, als wenn es dem Krümel richtig gut im Bauch gefällt und ich denke nicht, dass es bald los geht.

Ja, sowas will ich hören, nachdem wir seit zwei Wochen mit gepackter Tasche hier rumsitzen. Aber drängeln nützt ja auch nix, das Kind wird sich auf den Weg machen, wenn es eben fertig ist.

Es gab dann noch ein Update zu einer Mitschwangeren aus dem GVK, mit der ich immer zusammen die Paarübungen machte. Sie hatte am Freitag eigentlichen Termin und entbindet auch im Geburtshaus bei „meinem“ Hebammenteam. Sie kann es ebenso wie ich kaum abwarten, dass es endlich los geht, doch sie hat mit ihren Wünschen ebenso viel Glück wie ich. Mal schauen, am Ende entbinden wir beide noch parallel 😉

Gerichtstermin, Nachtrag

Ich habe heute die in dem Brief angegebene Telefonnummer angerufen und mein „Problem“ geschildert und gefragt, wie das dann mit den Gerichtsterminen geht. Ist alles total unkompliziert. Ich werde voraussichtlich Mitte Dezember eine Liste mit den angesetzten Terminen bekomme und dann schaue ich, ob ich die wahrnehmen kann oder nicht.

Wenn nicht, kann ich die Termine absagen, mit der Begründung, dass ich kurz vor der Geburt stehe oder gerade entbunden habe und muss dazu nur eine Kopie des Mutterpasses mit den entsprechenden Daten beifügen. Ich muss also nicht das Amt komplett aufgeben, sondern kann wirklich nach Situation entscheiden.

Gefällt mir 🙂

Nächste Woche ist dann die Einführungsveranstaltung, mal schauen, was es da Interessantes zu erfahren gibt.

P.S. Da die Geschichte nun doch weiter geht, kriegt sie eine eigene Kategorie.

Gerichtstermin

Im Frühjahr diesen Jahres gab es im Lokalfernsehen einen Aufruf, dass für die nächste Amtsperiode Schöffen gesucht werden. Da ich gerne mal in andere Berufsfelder reinschaue, aber nicht unbedingt den Drang nach einer kriminellen Karriere verspürte, bewarb ich mich dafür.

Heute kam dann ein Brief: „Sie wurden als Hauptschöffe für die Amtsperiode 2014-2018 beim Amtsgericht gewählt.“
Ich hatte ja schon damit gerechnet, da sich wohl die Bewerberanzahl in eher engen Grenzen halten wird. Ich persönlich kenne niemanden, der das macht und immer, wenn das Thema in der Vergangenheit irgendwo mal aufkam, wurde Desinteresse und Ablehnung signalisiert.

Seit ich mich damals beworben habe, hat sich ja doch ein entscheidender Umstand ergeben, zu dem ich auf Anhieb nichts finden konnte, ob und wie das mit dem Amt vereinbar ist. Ich möchte schon gerne Schöffe sein, aber andererseits sind eine bevorstehende Geburt und die Säuglingsbetreuung gerade in den ersten Monaten relativ unplanbare Größen. Und ich möchte nicht dran Schuld sein, wenn sich Verfahren verzögern oder gar platzen, nur weil ich die Termine nicht wahrnehmen kann. Also werde ich da morgen mal anrufen und mich nach dem weiteren Vorgehen erkundigen. Vielleicht können sie mich ja bis Herbst nächsten Jahres quasi auf Halde schieben.

Und falls sie mich immer noch haben wollen, würde ich schon gern über meine Erfahrungen bei Gericht schreiben, muss dann aber sehen, über was ich genau schreiben darf und was unter die Verschwiegenheitsklausel fällt.

Kennt sich vielleicht einer meiner Mitleser mit der Schöffentätigkeit aus und kann mir Tipps dazu geben? Sachdienliche Hinweise bitte gerne in den Kommentaren oder an xayriel [at] gmx . de. Dankeschön 🙂