Katzen!

Unsere Katzen gibt es in genau 3 Zuständen: fressend, wie bekloppt durch die Wohnung jagend und schlafend.

Zum Glück wählen sie den letzteren Zustand für die allermeiste Zeit des Tages. Und ihre Schlafplätze sind überall, manche nachvollziehbar bequem, manche ganz offensichtlich unbequem. Die kleine Katze, Trinity, schläft gerne bei mir auf dem Rechner unterm Tisch. Bekanntermaßen hat diese Katze die Geschicklichkeit nicht erfunden, sie ist gerüchteweise mal daran vorbei gelaufen – in 200m Entfernung.

Während sie schläft, sinkt ihr Geschick weiter und solange sie nicht direkt auf dem Boden schläft, ist die Chance recht groß, dass sie irgendwann abstürzt. Gerade eben wieder geschehen, während sie auf meinem Rechner lag.

Entgegen der landläufigen Meinung landen Katzen auch nicht zwangsläufig auf den Pfoten, sondern eben auch mal volle Breitseite auf dem Rücken. So wie Trinity, die dadurch den zentralen Steckdosenleistenschalter betätigt hat. Gerade, als ich in Diablo3 kurz vorm Abschluss des 5. Kopfgeldes im 5. Akt stand und schon ein wenig frohlockend auf die spezielle Zutat (Heiliges Wasser aus Westmark) aus eben jenen Akt schaute, die mich als Belohnung erwartete.

Wär ja an sich nicht so schlimm, hätte nicht meine Grafikkarte das Problem, spontan an mehreren Stellen in eben jenem 5. Akt abzustürzen und es durchaus eine Leistung war, soweit zu kommen.

Bis zum Absturz. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich heulen oder lachen soll. Ach, am besten beides 😉

Kein Beinbruch

Wir hatten gestern Abend festgestellt, dass der Schwanz unserer kleinen Katze Trinity einen seltsamen Knick aufweist, direkt am oberen Schwanzende, also dort wo der Schwanz aus der Katze rauskommt, und der restliche Schwanz eher schlaff runterhängt.

Heute morgen nun bin ich mit der Katze zum Tierarzt gefahren. Trinity fand das überhaupt nicht witzig und hat sich mit sämtlichen Krallen gegen das Einfangen gewehrt, mit dem Ergebnis, dass meine schöne Strickjacke jetzt jede Menge gezogene Fäden und mein linker Zeigefinger einen sehr tiefen Riss, der unschön pocht, hat.

Die Tierärztin schaute sich die Katze an, befühlte ausgiebig die geknickte Stelle und maß Fieber. Dann meinte sie, dass man bei einem Schwanzbruch nicht viel machen könne. Sie weiß auch nicht, ob es denn nun ein Bruch oder nur ausgerenkte Wirbel sind, die betroffene Stelle selbst sei aber fest. Schienen oder gipsen geht auch nicht, das würde eh nicht halten.

Also bleibt uns nur, der Katze Schmerzmittel zu geben und die Entwicklung zu beobachten. Bis alles ausgeheilt sei, kann es gut 6 Wochen dauern. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie den Knick im Schwanz behalten, sonst aber keine Einschränkungen haben.

Wir allerdings müssen die nächsten Wochen besonders gut auf Trinity aufpassen und schauen, dass sie immer gut isst und trinkt, dass sie normal und regelmäßig aufs Klo geht, dass sie sich normal bewegt und aktiv ist und dass sie ihren Schwanz immer mehr und bis in die Schwanzspitze benutzt, was sie gestern verständlicherweise eher nicht getan hat, weil das bestimmt höllisch weh getan hat.

Bei abweichenden Verhalten sollten wir sofort wieder zum Tierarzt, vor allem, wenn die Katze anfängt, durch Kratzen oder Kauen ihren Schwanz zu verstümmeln. In 2 bis 3 Wochen müssen wir zur Kontrolle hin.

Jetzt bin ich erstmal froh, dass es nichts ernsthaftes ist und die Katze nicht unters Messer muss. Zuhause hat sich Trinity als erstes auf den Futternapf gestürzt und seitdem liegt sie im Küchenfenster. Jeannie liegt direkt davor und es sieht so aus, als wenn sie die kleine Katze beschützt ❤

Irgendwas ist ja immer

Eigentlich wollte ich morgen ganz in Ruhe ein paar Blogeinträge zu unserem durchaus interessanten Wochenende verfassen.

Doch dann stellten wir heute Abend entsetzt fest, dass sich unsere kleine Katze, die mit dem Dachschaden, ihren Schwanz gebrochen oder wohl zumindest irgendwie ernsthaft verletzt hat. Da sie einen ganz fitten Eindruck und immer noch jede Menge Blödsinn macht, gehen wir nicht davon aus, dass sie unerträgliche Schmerzen leidet und sparen uns den Besuch in der Notaufnahme.

Also werde ich morgen früh erstmal zum Tierarzt gehen und hoffen, dass es dort an einem Montag Morgen nicht so voll ist wie bei einem Menschenarzt.

Kind und Katze

Meine Süße ist derzeit in dem Alter, in dem alle Dinge mit dem Mund angeschaut werden. Sie entdeckt etwas interessantes und schon schießen die Patschhändchen hervor und greifen danach. Liegt das Objekt der Begierde außerhalb der Reichweite, so dreht, windet, schaukelt und manchmal beamt sich sich auch, anders kann ich mir den innerhalb kürzester Zeit überbrückten Abstand zum Zielobjekt nicht erklären, dorthin.

Kaum hat sie das Ding umklammert, steckt es schon im Mund und wird von allen Seiten angelutscht. Am Besten ist das Ding jedoch, wenn da ein Waschzettel dran ist. Da dies wohl eine genetische Sache ist und bei allen Babies vorkommt, gibt es Schnuffeltücher, deren kompletter Rand mit Waschzetteln umkranzt ist.

Jetzt laufen bei uns auch zwei Katzen, leider ohne Waschzettel, weder im Ohr, noch am Schwanz und zum Glück auch nicht am Hintern, durch die Wohnung und alles, was sich bewegt, ist für ein so kleines Kind noch viel interessanter. Übrigens auch für größere Kinder, doch das ist eine andere Geschichte. Manchmal machen die behaarten Vierbeiner allerdings den Fehler und kommen dem Grabschekind – dem kleinen – zu nah. Das tut dann wiederum brav seine Pflicht und grabscht nach Ohr, Schwanz oder Schnurhaar und versucht, sich die Beute in den Mund zu stopfen, was allerdings dadurch erschwert wird, dass Katzen im allgemeinen, und Jeannie im speziellen, zu schwer sind, um einfach so von ihrem momentanen Aufenthaltsort weggezogen werden zu können. Außerdem finden sie das Grabschen gar nicht lustig, denn das Feingefühl eines solchen felllosen Winzlings gleicht eher dem einer Abrissbirne, worauf mich meine felinen Mitbewohner bereits mehrmals durch lautes Maunzen hingewiesen haben.

Das allerdings hält meine Süße nicht davon ab, es immer und immer wieder von Neuem zu probieren, denn nur wenn ein Objekt einmal ordentlich vollgesabbert ist hat man sich satt gesehen und kann sich anderen interessanten Dingen zuwenden.

Ich bin gespannt, wie es wird, denn meine Kleine erstmal krabbeln oder gar laufen kann.

Treffsicher

Ich glaube, der Dachschaden bei Katzen ist ansteckend. Trinity wühlt immer noch ab und zu ihre Kotbrocken aus dem Katzenklo, doch seit einiger Zeit hat sich Jeannie eine ähnliche Marotte angewöhnt.

Wenn sie pinkeln muss, sucht sie zwar das Klo auf, klettert aber nicht mehr vollständig in die Box. Je nach Verfassung und – wie ich vermute – Füllzustand des Klos steckt mehr oder weniger Katze im Klo. Das Ergebnis ist jedes Mal das selbe: eine riesige Pinkelpfütze direkt vor dem Klo. Wenn wir Glück haben, entdecken wir die Pfütze relativ schnell, so wie gerade eben, oder erst nach Stunden, wenn die Katze mitten in der Nacht ihre Treffsicherheit demonstrieren musste. Wird dann zusätzlich von dem unvergleichlichen Katzenpissegestank angezeigt 😦

Ich bin jetzt am Überlegen, was helfen könnte. Größere Klos? Häufigere Reinigung? So eine flache Schale mit Deckelrand? Jedenfalls hab ich keine Lust, ständig den Katzen ihre Stoffwechselendprodukte nachzutragen!

Dachschaden

Dass unsere Katze Trinity anders als normale Katzen ist, war uns relativ schnell klar. Tierheimfindelkatzen haben im Allgemeinen eine Geschichte und diese ist nur selten schön. Es ist nur immer wieder überraschend, welche Auswirkungen diese Geschichte auf die Tierpsyche hat.

Trinity wurde relativ jung von ihrer Mama getrennt und lernte so nie die fundamentalsten Katzenkommunikationssignale. Sie versteht nicht, dass Blinzeln oder langsames Zwinkern eine Vertrauensgeste ist. Sie weiß nicht, dass angelegte Ohren ein Alarmsignal sind. Sie kann nicht buckeln, um sich so größer zu machen. All dies macht das Zusammenleben mit unserer großen Katze Jeannie sehr schwierig. Und so ist es keine Überraschung, dass die beiden Katzen sich ungefähr einmal täglich quer durch die gesamte Wohnung jagen, Gefauche, Kratzen und Beißen inklusive. Vorzugsweise nachts.

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Da Trinity schon als ganz kleine Katze gegen den Hungertod kämpfen musste, ist sie auch heute noch ständig auf Nahrungssuche. Für sie ist grundsätzlich jede Mahlzeit die letzte. Selbst regelmäßige Fütterungszeiten haben daran bisher nichts ändern können. Auf der Suche nach Futter ist sie entsprechend rücksichtslos. Mehr als einmal hat sie unsere Küche verwüstet. Sie zerpflügt regelmäßig gebrauchte Teebeutel oder wühlt in nicht sofort weggeräumten Mandarinenschalen, ob nicht doch was fressbares dabei ist. Gebrauchte Schüsseln und Teller werden grundsätzlich ausgeleckt und es ist der Katze auch egal, ob das gut für sie ist oder nicht.

Als ungewöhnlichster Charakterzug stellte sich allerdings etwas ganz anderes heraus. Trinity machte es sich zur Angewohnheit, Kotbrocken aus dem Katzenklo zu wühlen und mit diesen zu spielen, obwohl sie genug Katzenspielzeug hat. Es hilft auch nicht, das Katzenklo täglich zu reinigen, da sie jederzeit neuen Nachschub erzeugen kann und dies auch tut.

Letzte Woche waren wir nun beim Tierarzt, die jährliche Impfung stand an. Wir berichteten der Tierärztin von dem ungewöhnlichen Verhalten und hofften, wir bekämen Tipps, um das zu ändern. Doch leider war auch die Ärztin ratlos. Sie meinte, das klingt sehr nach Dachschaden, denn an sich sind Katzen sehr reinliche Tiere und würden niemals nie nicht mit ihrem Kot spielen.

Vermutlich haben wir unsere Enttäuschung zu sehr gezeigt, denn die Tierärztin fragte ganz erschrocken, ob wir denn die Katze trotzdem lieb hätten.

Was für eine Frage. Na klar lieben wir unsere Dachschadentrinity. Wie langweilig wäre denn unser Alltag ohne sie. Und außerdem ist sie ja nicht die einzige in der Familie mit einer Macke 🙂

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Der Grund, warum Blogeinträge manchmal länger dauern 🙂

Wieder zurück

Eigentlich schon seit Sonnabend abend, aber erst jetzt hab ich die Energie und Zeit, das auch hier festzuhalten.

Der Urlaub war bis auf einzelne Ausnahmen großartig, es hat alles funktioniert, was wir geplant hatten und wir haben so viele Eindrücke gesammelt, dass wir davon sicher einige Zeit zehren können. Körperlich waren die letzten 3 Wochen eine Herausforderung und ich merke immer mehr, dass mir mein Körper nicht mehr alleine gehört.

Ich werde die nächsten Tage ausführlich über die Reise berichten und auch das eine oder andere Foto posten (wir haben über 2600 Fotos und 26 Videos gemacht).

Unsere Katzen haben die Auszeit auch einigermaßen gut überstanden, nur Trinity plagt sich die letzten Tage ein wenig mit vermuteten Magen-Darm-Infekt rum und kotzt uns ordentlich die Bude voll. Der Arzt hat ihr heute erstmal drei Spritzen und ein Antibrechmittel für zuhause gegeben und am Mittwoch müssen wir zur Kontrolle und der zweiten Antibiotikumspritze hin. Außerdem hat die nette Tierhüterin vom Tierheim ihre Fürsorge ein wenig übertrieben und die Katzen regelrecht gemästet. Jeannie ist zum Glück dagegen einigermaßen resistent, aber die Kleene hat sich wie bekloppt den Bauch vollgefuttert, locker mehrere 100 Gramm zugenommen und jetzt eine schicke Homer-Simpson-Gedächtnis-Wampe. Aber immerhin hat sie so mehr zum zusetzen in ihrer jetzigen Verfassung.

Die Arbeit hat mich auch wieder, aber auch hier Entwarnung, meine 4-wöchige Abwesenheit scheint gut verkraftet worden zu sein. Ob das für oder gegen mich spricht, sei mal dahin gestellt 🙂

Ansonsten heißt es jetzt erst einmal, wieder zurück in den Alltag finden. Das triste Wetter jedenfalls hilft schon mal sehr gut dabei.

Trinity, Teil 2

Die kleine Katze gewöhnte sich recht schnell bei uns ein und auch Jeannie fand sich langsam mit ihr ab. Trinity war eine typische Straßenkatze, ewig hungrig und immer auf der Suche nach Futter. Alles, war irgendwo offen rum lag, wurde angeknabbert und getestet, ob es nicht doch was fressbares sei. Später entwickelte sie die Angewohnheit, Jeannie von ihrem Fressnapf zu vertreiben, nachdem der halbleer gefressen war, um selber die andere Hälfte zu vertilgen. Da unserer Dicken ein paar Gramm weniger nicht schaden konnten, haben wir nicht eingegriffen. Außerdem ist die Große durchaus in der Lage, ihr Futter zu verteidigen, wenn der Hunger groß genug ist.

Es lief also bei den beiden Katzen auf tolerierte Koexistenz hinaus. OK, mehr ist bei der Diva Jeannie wohl auch nicht zu erwarten gewesen. Allerdings änderte sich das, als Trinity in die Rolligkeit kam und kurz danach kastriert wurde.
Wir haben es erst im dritten Anlauf geschafft, sie kastrieren zu lassen, weil sie beim ersten angesetzten OP-Termin bereits in der nächsten Rolligkeit war und beim 2. Termin war diese noch nicht vorbei. Beim dritten hat es dann geklappt. Tierarzt und ich waren uns einig, dass diese verrückte Katze verrückt genug ist, sich in nullkommanix die Bauchwunde wieder aufzulecken, so dass ein Trichter unbedingt getragen werden sollte. Leider hatte der Arzt nur die kleinste Größe vorrätig, weil die halbe Katzennachbarschaft gleichzeitig rollig geworden war, aber da die Katze ja eh so klein und schmächtig ist, würde das schon gehen.

Jeannie fand die Halzkrausen-Trinity überhaupt nicht witzig und knurrte sie in einem Fort an. Nicht weiter verwunderlich, immerhin stank sie ja nach Tierarzt und sah mit dem Trichter auch furchteinflössend aus.
Da Jeannie und Murphy nach ihren Kastrationen keine Halskrausen brauchten, war es auch für uns eine Premiere. Und eine drollige dazu. Die eh noch von der Narkose benebelte Katze eckte aller Nase lang an irgendwelchen Sachen an und bei Fressen schippte sie das Futter mehr aus dem Napf, als dass sie es fraß.

Aber irgendwann hatte sie den Dreh raus und eckte nur noch ab und zu mal an. Die Wunde verheilte auch schön, so dass wir zuversichtlich waren, nach einer Woche die Fäden ziehen und den Trichter abnehmen zu können. Aber Trinity machte uns einen Strich durch die Rechnung. In der letzten Nacht schaffte sie es, mit der Kante des dann doch zu kleinen Trichters die fast verheilte Wunde so aufzukratzen, dass der Tierarzt fast aus den Latschen kippte.
Hieß also, noch eine weitere Woche Trichter für die kleine Katze. Diesmal hatte der Arzt auch wieder große Trichter im Angebot.

Mit der großen Krause klappte die Wundheilung dann besser. Nur tat sich die nächste Baustelle auf. Trinity hatte vermutlich eine Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergie entwickelt, jedenfalls scharrte sie sich mit der Halskrause die Ohren blutig. Es wurde auch nicht besser, als wir den Trichter endlich abnehmen konnten.
Im Gegenteil. Jetzt kam sie ja direkt mit ihren Krallen an die Ohren. Ich versuchte, mit einer Pflegelotion die wunden Ohren zu behandeln und mein Mann stellte die Zufütterung sämtlicher Leckerlis ein, denn dies war das einzige, was wir bei der Fütterung anders machten.

Aber so richtig half das nichts. Als sie eines Morgens großflächige, blutende Wunden an beiden Ohren hatte, bin ich wieder zum Tierarzt und er hat ihr ein Antihistaminikum gespritzt. Ich habe die Salbe weggelassen, weil es mir schien, dass Trinity danach erst recht anfing, sich die Ohren zu kratzen. Was auch immer es war, nach insgesamt 4 Wochen war der Spuk vorbei, die Bauchwunde und auch die Ohren waren verheilt. Aber leider sind an den Ohren Narben geblieben und das Fell am Bauch ist auch nie wieder richtig nachgewachsen.

Aber ansonsten hat sie sich zu einer frechen, immer noch schmächtigen Katze entwickelt, die sich ab und zu mit der großen balgt und immer wieder mal rumstänkert. Bevorzugt mit Nasenstübern, wenn Jeannie gerade schläft 🙂

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Trinity, Teil 1

Nachdem der Versuch mit Murphy leider nicht so gut geklappt hatte, wollten wir noch einen letzten Versuch starten, unserer Jeannie einen Gefährten zur Seite zu stellen.

Wieder führte uns unser Weg zum Tierheim und wir überlegten, ob wir eine der größeren Katzen aus dem Katzenhaus nehmen sollten. Wir besprachen unser Vorhaben mit dem Personal, aber wie schon zuvor rieten sie uns zu einer ganz jungen Katze. Nach dem Drama mit dem Kater wollten wir diesmal eine Katze, Zickenkrieg hin oder her.

Wir bekamen die Adresse einer netten, alten Dame, die die Katzenjungen in Pflege genommen hatte. Schnell war ein Besuchstermin vereinbart und wir fuhren alle zusammen hin. Die Katzenbabies waren noch sehr jung, gerade mal 10 Wochen alt. Die Dame erzählte uns, dass die Katzen im Alter von 4 Wochen kurz vorm Verhungern gefunden wurden und von der Katzenmama jede Spur fehlte. Seitdem würden sie von ihr aufgepeppelt.

Und es waren auch echte Dürrländer, nur Fell und Knochen, obwohl sie jetzt regelmässig Futter bekamen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sie ursprünglich ausgesehen haben. Der Wurf bestand aus 3 Schwestern, von denen wir aber nur 2 zu sehen bekamen. Die dritte verkroch sich die ganze Zeit hinterm Sofa. Die zweite wurde von der Pflegemama hochgenommen und als ich sie streicheln wollte, biss sie mir energisch in den Finger. Sympathie sieht irgendwie anders aus.

Blieb noch ein Kätzchen übrig. Dies wagte sich nach gutem Zureden hinter dem Sessel hervor, beschnupperte meine Hand und ließ sich streicheln. Kurz darauf rannte es zwar in irgendeine Ecke, schaute aber immer wieder mal neugierig zu uns herüber. Als die Dame mir die Katze dann auf den Arm setzte, schnurrte sie kurz, aber wollte wieder runter. Mir hat das aber gereicht, für mich war die Entscheidung gefallen. Wir fragten die Pflegerin noch ausgiebig, ob die Katzen auch wirklich stubenrein waren und erzählten ihr von unserem Dilemma mit dem Kater, welches wir unbedingt wieder vermeiden wollten. Aber sie sagte, die Katzen würden von Anfang aufs Katzenklo gehen und es gab nicht ein einziges Missgeschick.

Also war auch diese Hürde genommen. Wir müssten jetzt nur noch alles mit dem Tierheim klar machen, die Gebühren bezahlen und die Katze müsste zur Abschlussuntersuchung und letzten Impfung noch mal dem Tierarzt vorgestellt werden. Dann könnten wir sie mitnehmen.

Eine Woche später war es dann soweit. Wir holten eine gut 1000 Gramm schwere Katze von ihrer Pflegestelle ab und fuhren sie in ihr neues Zuhause. Wir waren sehr gespannt, wie Jeannie mit dem neuen Familienmitglied zurecht kommen würde. Und wir hatten sogar schon einen Namen gefunden, Trinity, in Anlehnung an den 3. Versuch.

Wie erwartet, war unsere alte Dame nicht sonderlich erfreut, über dieses neugierige, vorlaute Fellknäuel, welches ohne irgendwelche Vorbehalte aus der Transportbox sprang. Jeannie knurrte und fauchte, was das Zeug hielt, was aber Trinity unbeeindruckt ließ. Wohl auch, weil sie die Feinheiten des kätzischen Verhaltens nicht von ihrer Mutter lernen konnte und es für sie nur Hintergrundrauschen war.

Nach der ersten Nacht entdeckten wir das Malheur: die kleine Katze hatte in die Küche gekackt. Natürlich waren wir voller Sorge, dass sich das murphische Drama wiederholen würde. Unsere Befürchtungen wurden auch nicht weniger, als wir in nach der 2. Nacht eine Haufen auf der Schlafzimmerschwelle fanden. Da nun mittlerweile Wochenende war und wir mehr Zeit hatten, beobachteten wir die Katzen und ihren Umgang miteinander sehr genau. Und es stellte sich heraus, dass die kleine Katze durchaus aufs Katzenklo ging und dies auch ausgiebig nutzte, nur versperrte ihr die Große immer wieder mal den Weg dahin. Und irgendwann kann sich eine von Verdauungsproblemen geplagte Katze nicht mehr zurückhalten.

Übers Wochenende hatten sich die größten Aversionen der Dicken gelegt, so dass Trinity nun ungehindert Zugang zum Katzenklo hatte. Und seitdem gab es nie wieder Zwischenfälle in Sachen Katzenhygiene.

Wir versuchten inzwischen, die Katze so gut es geht an uns und unser Zuhause zu gewöhnen. Dazu gehörte auch, dass sie so schnell wie möglich den Geruch der alten Damen los wird und unseren annimmt. Wir hofften so auch auf bessere Akzeptanz bei Jeannie. Da ich gegen Katzenbaden bin, es sei denn aus wirklich triftigem Grund, hab ich mir die Kleine immer wieder mal in den Pullover gepackt. Sie fand es herrlich. Es war dunkel, es war warm, es war kuschlig und sie war geschützt. Und in nullkommanix „stank“ sie dann nach mir.

Und der Plan schien auch aufzugehen, an Tag 10 wurden beide Katzen friedlich nebeneinander schlafend auf der Couch gesichtet. 🙂

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