Langweilig

Ich glaube, dem da oben ist manchmal langweilig und dann guckt er, wem es gerade zu gut geht. Und scheinbar heben wir uns da gut aus der Masse ab und zack, schon hat er uns mit seinem Schicksalshammer eins über die Rübe gezogen. Auto, Schimmel in der Wohnung, Umzug, Schulanmeldung, Kontonotstand reichen anscheinend noch nicht, denn gerade eben bekam ich einen Anruf von der Uniklinik.

Bei der letzten Kontrolluntersuchung der Kleenen vor einem Monat gab es eine Auffälligkeit beim Ultraschall. Die zwei Wochen nach ihrer Geburt geschlitzte Ureterozele scheint wieder zugewachsen oder gerade im Begriff wieder zuzuwachsen zu sein und das müsse überprüft werden. Wir dürfen daher im Dezember wieder in der Klinik vorbei schauen, wo das untersucht wird und wenn wir Pech haben, muss die Kleene erneut unters Messer. Ich bin froh, dass sich die Ärzte so gut kümmern und genau hinschauen, bevor sich das wirklich zu einem echten Problem auswächst.

Doch ganz ehrlich, so langsam tät ich auch mal wieder eine schöne Nachricht haben.

Die Nierchen wieder

Heute waren wir wieder zur Kontrolle der Doppelniere und deren Entwicklung in der Uniklinik. Früh um 8. Also zu völlig nachtschlafender Zeit. Und dass, wo der Biergarten nebenan gestern bis 2:30 Uhr laute Musik spielte und pünktlich 6:15 Uhr die Baustelle nebenan ihre Bagger anschmiss. Entsprechend ausgeruht und frisch schleppte ich uns zum Krankenhaus.

Als erstes stand wieder der Ultraschall an. Während der 45-minütigen Wartezeit gab meine Süße ihr Bestes und machte ordentlich die Windel voll. Yes. Also fix im Kinderwagen die Windel wechseln. Und dabei passierte etwas, dass sie _noch nie_ gemacht hat, nämlich einfach so ohne Windel um loszupinkeln. Schön mittig auf die Kinderwagenmatratze. Na, was solls. Windelwechsel abgeschlossen und Moltontuch auf die Matratze gelegt.

Beim sehr ausgiebigen Ultraschall pullerte sie irgendwann wieder, aber verfehlte die untergelegte Windel meilenweit. Das kannte ich bisher nur vom Goßen, welcher von Natur aus wesentlich mehr Bewegungsfreiheit in diesem Bereich hat. Da die Ärzte in der Kinderradiologie sowas bei jedem zweiten Patienten erleben, war es auch kein großes Drama. Nur ich durfte dann die 2. und letzte Ersatzwindel ihrer Bestimmung zuführen.

Viertel 10 war dann fertig geschallt und wir durften auf die urologische Station gehen. Dort angekommen teilte uns die Schwester mit, dass der Doktor gerade in einem anderen Termin sei und es noch bis um 10 Uhr dauere. Ich könne ein wenig spazieren gehen. Wenn ich den Wickelraum bräuchte, solle ich einfach Besched sagen, dann schließt sie mir den auf. Ich dagegen hoffte inständig, dass wir den Raum nicht mehr brauchen.

Zum angegeben Zeitpunkt fand ich mich wieder auf der Station ein, so wie 3 andere Patienten auch. Was fehlte, war der Arzt. Der tauchte gegen halb 11 auf und glücklicherweise waren wir die ersten, die dran gekommen sind.

Die Nierenbeckenerweiterung ist immer noch vorhanden und genauso groß wie beim letzten Mal. Der Arzt erklärte, dass dies nicht ungewöhnlich sei, da durch den enormen Druck der Anfangszeit die Wände des Harnleiter und die Niere selbst sich in der Struktur verändert hätten und dies eben seine Zeit dauere bzw. vermutlich so in der Form bestehen bleiben, aber durch das Größenwachstum der Kleenen relativiert wird. Zudem sei auch gar nicht sicher gestellt, dass die obere Nierenanlage, welche zusätzlich da ist und da eigentlich nicht hin gehört, überhaupt richtig arbeitet.

Beim nächsten Termin Mitte Oktober gibt es wie gewohnt den Ultraschall und zusätzlich noch eine MCU, bei der geschaut werden soll, ob eventuell Urin aus der Blase zurück Richtung Niere läuft. Sollte dies nicht der Fall sein, können wir endlich die Antibiotikumprophylaxe beenden. Bis dahin jedoch muss meine Süße jeden Abend ihre Medizin schlucken. Eine Nieren- oder Blaseninfektion will ich allerdings auch nicht riskieren und der Arzt versicherte mir, dass die Dosis nur ein Zehntel der üblichen AB-Menge bei einer richtigen Infektion beträgt. Mit Langzeitfolgen ist nicht zu rechnen, es könne maximal zu einer Störung der Darmflora und damit verbunden zu Durchfall kommen. Aber da die Kleene bislang keinerlei Unverträglichkeiten gezeigt hat, wird sie das vermutlich auch in Zukunft nicht tun.

Dann durften wir endlich wieder nach Hause und ich hau mich jetzt erstmal, zusammen mit meiner Süßen, eine Runde aufs Ohr, wir haben da etwas nachzuholen.
Achja, die Windel hat übrigens bis jetzt gehalten 🙂

U2 fast bestanden

Heute war es Zeit für die U2, von mir schon mit Spannung erwartet.

Unser Kinderarzt hat derzeit richtig viel zu tun, außerdem sind sie auch Notfallpraxis und dementsprechend war es kein Problem, einen Termin an einem Sonnabend zu bekommen. Ich hatte mich vorher erkundigt, wie das bei der U2 gehandhabt wird, da ich nicht wollte, das mein Frischgeschlüpftes neben Horden kranker Kinder warten muss und es wurde mir versichert, dass es dafür eine Lösung geben wird. Zudem ging ich davon aus, dass an einem Sonnabend Vormittag um 9 Uhr die Praxis mehr oder weniger verwaist sein würde.

Weit gefehlt. Schon als ich die Stufen zur Praxis hoch stieg, schlief mir das Gesicht ein, weil dort Unmengen an Kinderwagen standen und die ersten Kinder vor der Tür warteten. Hinter der Tür sah es nicht besser aus und ich musste eine Viertelstunde warten, bevor ich überhaupt an der Anmeldung dran kam. Die Arzthelferin wie gewohnt freundlich, ich bewunder das jedes Mal, wie sie im größten Trubel die Ruhe bewahren und geduldig alles erklären. Sie nahm die Daten auf, stellte ein paar Fragen, gab mir einen Fragebogen mit und führte mich dann in einen separaten Warteraum. Soweit, sogut.

Der Fragebogen war schnell ausgefüllt, ging um allgemeine Angaben und die Benennung etwaiger Personen, die Auskunft über den Gesundheitszustand der Kinder erhalten dürfen. Ich hab meine Eltern und den Bruder meines Mannes benannt, man weiß ja nie.
Wir durften dann in eines der Behandlungszimmer umziehen, wo ich die Kleene nackig machte, damit bei der Untersuchung nicht noch mehr Zeit verloren geht. Sie war mittlerweile unruhig geworden, also erstmal Stillen. Kaum war ich fertig, kam die Schwester, wog sie und maß die Länge und den Kopfumfang. Sie hat wieder die gleichen Werte wie zur Geburt. Sie maß im Anschluss die Sauerstoffversorgung erst in der Hand und danach im Fuß, beide Werte im grünen Bereich. Es gab eine weitere Vitamin-K-Gabe und dann hieß es wieder warten.

Die Kleene war satt, im Zimmer war es warm, also hielt sie erstmal ein Nickerchen. Nach gefühlt einer Stunde, ich hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren, kam dann die Ärztin. Sie schaute in alle Öffnungen und horchte alles ab und befand alles für gut. Ich fragte, ob das Herz ok sei, aber da gab es Entwarnung. Ich wies sie auf die Doppelniere und die Hydronephrose hin, woraufhin sie einen Ultraschall machen wollte. Sehr gerne, ich nahm dafür auch gerne weitere Wartezeit in Kauf. Zudem musste noch das Hörscreening gemacht werden.

Kind notdürftig angezogen und in den Ultraschallraum. Füllstand des Kindes wieder auf Anschlag gebracht und gewartet. In der Zwischenzeit informierte ich den Papa, dass das hier alles länger dauert, damit er sich keine Sorgen macht und sah, dass es schon nach 11 Uhr war. Die Ärztin kam und schallte die Niere. Links alles ok, keine Stauung. Rechts leider nicht alles ok, Doppelniere eben, große Stauung, auch im Harnleiter. Nicht das, was ich hören wollte :/

Sie machte drei Bilder und vermass die Auffälligkeiten und stellte dann eine Überweisung zur Kinderchirurgie aus. Bei uns an der Uniklinik würde es eine spezielle Abteilung für solche Fälle geben und wir sollten dort in der nächsten Woche einen Termin vereinbaren. Außerdem bekam die Kleine einen Blasenbeutel, da sie ja schlecht in einen Becher pinkeln kann, sie aber trotzdem den Urin untersuchen wollen.

Zum Abschluss wurde noch das Hörscreening gemacht, alles ok, wir durften endlich wieder heim. Also fix die Kleene wieder eingepackt, am Empfang das Rezept für Dekristol und Fieberzäpfchen, rein prophylaktisch, sowie die Überweisung abgeholt und den Termin für die U3 vereinbart.

Das war alles ziemlich anstrengend und die Kleene ratzt friedlich seit 3 Stunden.

NACHTRAG: Der erste Versuch mit dem Urinbeutel schlug fehl, mein Mädel hat wieder aus allen Rohren gefeuert und die Probe versaut. Wir haben jetzt zwei neue Beutel bekommen, soll ja nicht langweilig werden 🙂

Vorsorgetermin und die Teetassenmission

Heute mal wieder Vorsorge bei meiner Frauenärztin und einmal das volle Programm.

Los ging es mit Blutdruck, schicke halbtote 105 zu 65, danach Eisenwert, ebenso schicke 11,5 wobei der untere Grenzwert bei 12 liegt, und dem Gewicht, über das ich wie gewohnt den Mantel des Schweigens breiten werde. Derzeit rangiere ich bei +7 Kilo und habe noch 4 Kilo Luft bis zu „meiner“ Obergrenze.

Dann ging es zum CTG. Das war jetzt wirklich schick, keine Wehen, dafür ordentlicher Herzschlag. Nur der Krümel fand es nicht witzig und stemmte sich mit aller Kraft gegen das Pad, was schon recht unangenehm war. Außerdem strengte es ihn so dermaßen an, dass der Herzschlag zwischenzeitlich auf 160-170 Schläge pro Minute hochschnellte. Das Kind scheint also ordentlich Temperament zu haben 🙂

Zum Abschluss folgte noch der letzte Ultraschall, wo wir noch mal nach der Stauung schauten. Die ist leider immer noch da, aber ist nicht größer geworden, immerhin. Außerdem ist die Blase gefüllt, so dass anscheinend alles so arbeitet, wie es soll. Ob sich die Stauung noch zurückbildet, wird sich zeigen, stellt aber soweit erstmal kein Problem dar. Der Kopf und der Oberschenkelknochen wurden vermessen und beide Werte sind übereinstimmend für 30+2 passend. Da ich 30+4 bin, passt das also auch wunderbar. Nach der Vermessung des Brustkorbs, siehe Bild, wurde das aktuelle Gewicht auf ca. 1.800 Gramm geschätzt.

rippen

Und schöne Profilbilder kann jeder, wir können dafür ungewöhnlich. Auf Beweisstück B ist ein Ohr zu sehen und ein Finger, der sich auf den Weg macht, in selbigem zu puhlen. Ich habe es allerdings spontan als Baum identifiziert und warte jetzt darauf, vom Gegenteil überzeugt zu werden 😉

ohr

Das nächste Mal, dass ich mein Kind sehe, wird dann wohl in echt sein. Wow!

Und dann gab es ja noch die Mission Teetasse. Mein bisheriger, heißgeliebter Pott machte vor ein paar Monaten leider die Bekanntschaft mit den Küchenbodenfliesen und bezahlte dies mit dem Leben. Seitdem bin ich auf der Suche nach einem Ersatz, bislang ohne Erfolg. Da ich heute ohnehin in der Stadt zu tun hatte, siehe nächster Beitrag, suchte ich dort zwei große Kaufhäuser und einen Einrichtungsladen auf, aber keines des Geschäfte hatte einen ausreichend großen Becher. So musste ich unverrichteter Dinge wieder tassenlos nach Hause gehen.

Bereits unterwegs stellte ich fest, dass der Tag extrem an meine Substanz gegangen ist, die letzten Meter zum Auto konnte ich nur noch unter Schmerzen zurücklegen. Zuhause machte ich mir noch schnell etwas zu Essen, konnte nicht mehr aufrecht stehen und bin dann völlig erschöpft auf der Couch umgefallen, wo ich schlief, bis meine Männer heim gekommen sind. Immer noch nicht wieder fit, schickte mich dann mein Kleener ins Bett, damit ich mich da weiter ausschlafen konnte. Fand ich total süß, auch wenn ich weiß, dass er ohne mich viel ungestörter seine Kindertrickfilme (Hase und Wolf, Shaun das Schaf und den Käpt’n Blaubär Film) gucken kann 😉

Gegen Mitternacht wachte ich wieder auf und bin jetzt hellwach, aber immer noch körperlich leicht angeschlagen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich eigentlich noch 2 Wochen arbeiten gehen müsste, wird mir ganz anders und ich habe höchsten Respekt für alle Schwangere, die das bis zum Ende durchziehen. Ich bin aber heilfroh, morgen genau nichts machen zu müssen 🙂

Vorsorgeuntersuchung

Lange hab ich nach der völlig vermurksten Feindiagnostik auf diesen Termin gewartet. Durch viele Gespräche mit Medizinern und Freunden und durch ausgiebiges Stöbern im Internet haben sich die Sorgen relativiert, auch wenn sie nie wirklich weg sind, was aber wohl nur natürlich ist. Trotzdem wollte ich mit eigenen Augen sehen, dass es dem Krümel gut geht und sich die Situation nicht verschlimmert hat oder gar etwas Neues hinzugekommen ist.

Aber zuerst das übliche Vorspiel: Blutdruck und Gewicht messen, Zipperchen besprechen, nach Wassereinlagerungen und Krampfadern fragen. Dann zweimal Blut abzapfen. Das erste Mal aus der Armbeuge zur Bestimmung von Antikörpern, das zweite Mal aus meinem linken Mittelfinger zur Kontrolle der Eisenwerte. Und obwohl ich keine Eisenpräparate mehr nehme – das erste hab ich nicht vertragen und an das homöopathische glaube ich nicht genug – hat sich der Wert wieder verbessert und liegt jetzt genau am unteren Grenzwert, aber eben im grünen Bereich.
Dann durfte ich noch an den Wehenschreiber, aber auch hier alles unauffällig.

Zum Schluss endlich der Ultraschall. Die Ärztin guckte als erstes nach dem Kopf, dort war alles in Ordnung. Dann drängelte sich der Oberschenkelknochen ins Bild, was sie sogleich ausnutzte und ihn vermessen hat. 4,5 cm, was einer ungefähren Krümelgesamtlänge von 31,5 cm entspricht. Mit der Größe wiegt er vermutlich auch irgendwas um die 600 Gramm, was ich schon ziemlich beachtlich finde. Und das Wichtigste zum Schluss: die Stauung im Becken ist nicht größer geworden, der Krümel aber schon 🙂

In 6 Wochen ist dann der dritte, reguläre Ultraschalltermin, mal schauen, ob die gute Entwicklung bis dahin weiter anhält.

Und ich hab ein Foto bekommen, wie der Krümel an der Plazenta nuckelt. Vermutlich nimmt es den Begriff Mutterkuchen zu wörtlich 😀 :

us

Vom Glück des Lebens

Sonntags ist immer Sendung mit der Maus Zeit für alle großen und kleinen Mitglieder unserer Familie. Heut gab es allerdings eine Sondersendung mit dem Titel Vom Glück des Lebens (Link zur ARD-Mediathek), wo im typischen Mausstil die Entstehung eines Babies von der Zeugung bis zur Geburt erklärt und mit tollen Bildern gezeigt wurde. Wir hatten die Hoffnung, dass der Film beim Kleenen Interesse und vielleicht auch Erkennen weckt, warum Mamas Bauch denn immer mehr wird.
Aber leider nix.

Während des Filmes wurden ganz viele Ultraschallaufnahmen gezeigt, unter anderem eine, in der man sieht, wie das Baby im Bauch ins Fruchtwasser pullert, es muss ja schließlich alles üben, also auch das.
Meinen Mann hat diese Szene nachhaltig beeindruckt und er meinte später zu mir: Also, so ein bissl eklig ist das ja schon, oder?

Ich konnte daraufhin nur antworten: Was soll das Kind denn machen? Es kann ja schlecht mal eben fix vor die Tür gehen 😀

Männer!

Feindiagnostik

Heute war der langersehnte Termin zur Feindiagnostik. Ich hatte ja den Krümel zum letzten Mal in der 8. Woche bei einem richtigen Ultraschall bestaunen dürfen und entsprechend neugierig war ich.

Das Kind hatte sich auch gut zurecht gelegt und saß aufrecht in Beckenendlage und hielt erstaunlich still. Vermutlich hatte es mein Spaziergang zum Pränatalzentrum einschlummern lassen. Also wurde zuerst der Kopf geschallt und grünes Licht gegeben. Alles an Ort und Stelle, alles so, wie es sein sollte, keine Auffälligkeiten, keine Abweichungen von der Norm. Man konnte sogar erkennen, dass das Gehirn sich langsam faltete, sich also gut entwickelte. Das Gesicht war allerdings teilweise durch eine quer liegende Hand verdeckt, so dass nur Profilansichten gelangen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei den Armen – 2 Stück vorhanden samt zugehöriger Knochen und Händen mit je 5 Fingern – ging es weiter zum Herz. Die Verkabelung war, soweit erkennbar, in Ordnung und auch die Herzkammern arbeiteten erwartungsgemäß.

Dann weiter zu den Organen. Magen, Leber, Blase – alles in Ordnung. Niere links – in Ordnung. Niere rechts – nicht in Ordnung. Da wurde dann länger geschallt und viel gemessen und am Ende festgestellt, dass sich dort eine Doppelniere (Wikipedia) gebildet hatte. Leider gab es dazu keine Erläuterung, was das genau bedeutet. Es wurde weiter gesucht und auch gefunden, nämlich Hydronephrosen (Wikipedia, englisch) beideseitig. Keinerlei Erklärung, was das ist, was es macht oder auch nicht und ob man es behandeln kann. Ich war ziemlich geplättet und hab den Rest der Untersuchung nur noch so halb mitbekommen. Meine Gedanken fingen sofort an zu rattern, wollten mehr Informationen. Wirbelsäule und Beine waren wohl auch ok, es wurden auch jeweils 5 Zehen gefunden.

Nach der Untersuchung gab es noch ein Aufklärungsgespräch, wo uns jede Menge Wahrscheinlichkeiten um die Ohren geknallt wurden. So habe ich wohl wegen meines Alters eine 0,3%ige Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind an Trisomie 21 erkrankt ist, Ohne die gefunden Auffälligkeiten wären es 0,01% gewesen und damit praktisch ausgeschlossen. Aber mit den Auffälligkeiten bin ich wieder dabei bei den 0,3%.

Uns wurde angeboten, eine Fruchtwasserpunktion oder andere invasive Untersuchungen durchzuführen, was wir aber ablehnten. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation bei nur 0,2% liegt, ist es eben ein invasiver Eingriff. Und solange es keine weiteren Anzeichen für Fehlbildungen gibt, riskieren wir da nichts.

Was bei dem ganzen Gespräch fehlte, war eine Einordnung der ganzen Zahlen und Befunde. Ich war total verunsichert, konnte das alles nicht deuten, meine Gedanken rotierten auf Hochtouren, ganz viele wilde Ideen jagten durch meinen Kopf und am liebsten hätte ich mich in eine Ecke verkrümelt und geweint, weil ich mich so unglaublich hilflos fühlte.

Als wir wieder zuhaue waren, nachdem wir noch das große Kind vom Kindergarten abgeholt hatten, hab ich erstmal Wikipedia angeworfen und gelesen. Vor allem über die ganzen Fehlbildungssyndrome. Und überall wurde von Symptomen gesprochen, die unser Krümel nicht hatte. Der Krümel ist fast auf den Tag genau zeitgerecht entwickelt, hatte keine Herzfehler oder Kiefer-Gaumen-Spalte, kein Nackenödem, keine sonstigen Auffälligkeiten. All dies gab mir zwar immer noch keine Garantie, dass alles gut ist, aber es beruhigte mich.

Ich chattete danach noch mit einer Freundin, die gerade Medizin studiert und auch gerade ihr 3. Kind erwartet und sie nahm mir dann endgültig meine Sorgen. Sie zitierte aus Studien, wie oft diese Nephrosen auftreten und dass diese sich auch sehr oft wieder verwachsen und dadurch meist gar nicht entdeckt werden. Und die Doppelniere an sich sollte auch keine Beeinträchtigungen mit sich bringen und bleibt ebenfalls meist unentdeckt, wenn sie nicht durch einen Ultraschall aufgespürt wird.

Fazit: Alles halb so schlimm, sollte aber immer wieder mal kontrolliert werden.

3. Vorsorgeuntersuchung

Heute stand die nächste Vorsorgeuntersuchung an, und ich kam auch fast pünktlich dran.

Blutdruck gerade so über kritisch bei 70/100, Eisenwerte jenseits von gut und böse und ich lager so langsam Wasser in meinen Beinen ein, zumindest sind meine Knöchel nicht mehr rehgleich schlank. Als ich dann noch von Kreislaufproblemen und heftigen Schmerzen im unteren Rücken durch das lange Sitzen im Büro berichtete, reichte das meine Ärztin, um mir ein Beschäftigungsverbot anzubieten.

Klar wäre so komplett raus bei voller Bezahlung schon was Feines, aber das konnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Während meiner 4-wöchigen Abwesenheit hatten die Kollegen doch ganz ordentliche Probleme mit dem Buchungssystem und das alles zusätzlich zu ihren eh herausfordernden normalen Aufgaben. Mich jetzt schon wieder verabschieden, ohne das eine Vertretung für mich gefunden und ordentlich eingearbeitet ist, hab ich nicht übers Herz gebracht.

Ich vereinbarte also ein Teilzeitbeschäftigungsverbot von 4 Stunden pro Tag ab Montag. Damit sollte allen geholfen sein. Falls sich aber die Werte weiter verschlechtern, ist mir mein schlechtes Gewissen auch irgendwann egal, dann geht das Kind einfach vor.

Die Schwester hat dann noch mit ihrem Uralt-Ultraschallgerät ein wenig nach dem Kind geguckt, welches heute wesentlich agiler war. Es ist weiter ordentlich gewachsen und hüpfte diesmal fleißig durch meinen Bauch. Die Schwester ist der festen Überzeugung, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls schon Kindsbewegungen spüren könnte und es alles nur Darmbewegungen wären. Ich sehe das ein wenig anders, denn wenn es 5 oder 6 mal im Unterbauch an der selben Stelle „klopft“, sind das für mich keine Darmbewegungen. Ich hab mir allerdings die Diskussion gespart.

Beim Schallen traf sie allerdings eine Stelle, die mich vor Schmerzen zusammenzucken ließ. Die Stelle war mir heute früh im Bett schon aufgefallen, da tippte ich nur ganz leicht drauf und schon schoss der Schmerz von der Bauchmitte auf die rechte Seite runter. Die Schwester meinte, es könnte evtl. von einer Blasenentzündung herrühren und machte gleich eine entsprechende Urinuntersuchung. Zum Glück negativ, weswegen sie dann eine Muskelentzündung oder sowas in der Art vermutete. Ich werde das die nächsten Tage weiter beobachten.

Und das war dann auch schon wieder die Untersuchung. In 4 Wochen habe ich die Feindiagnostik und dann gibt es hoffentlich endlich ein neues Ultraschallbild für mich zum mit nach Hause nehmen. Das letzte stammt noch aus der 8. Woche.

Junge, wie die Zeit vergeht 🙂

2. Vorsorgeuntersuchung

Heute war der Termin und ich pünktlich zum bestellten Zeitpunkt 8:30 Uhr in der Praxis. Ich kam dann auch fast pünktlich 10:00 Uhr dran. Wenigstens hatte ich so genügend Zeit, um ausreichend Wasser zu trinken, um doch noch 2 Tropfen Urin in den Becher abdrücken zu können.

Das Warten wurde mit einem extra Ultraschall belohnt. Zwar auf einem Uraltgerät ohne Ausdruckfunktion, aber immerhin konnte ich die wichtigsten Dinge erkennen: Herzchen schlägt und Krümel hat zwei Arme und zwei Beine und einen Kopf und ist ordentlich gewachsen. Während wir guckten, hat der Krümel gerade geschlafen, lag ganz friedlich und eingekuschelt da, nur ein Fuß wippte immer mal ein wenig auf und ab.

Alle Werte sind ok, Gewichtszunahme ein halbes Kilo. Leider hat mich der Kleene angesteckt, so dass ich mich derzeit mit Schniefnase und unschönem Kratzen im Hals rumplage. Ich hoffe, dass legt sich die nächsten Tage bis zum Urlaub.

Auf den Tag genau

Gestern war meine erste richtige Vorsorgeuntersuchung und gleich das Beste vorneweg: Alles schick.

Kind ist termingerecht entwickelt, auf den Tag genau. Es hätte gestern 8+4 sein sollen und es war genau 8+4 – YAY! Ich weiß gar nicht, woher der Krümel das hat. Von mir jedenfalls nicht, denn ich hab immer schon massive Probleme mit der Pünktlichkeit. Selbst bei der letzten Schwangerschaft musste ich über eine Woche zurück datiert werden 😀

Der Embryo ist stolze 1,7 cm groß, hat Arme und Beine und ein kräftig schlagendes Herzchen. Und er hat seine Höhle für sich alleine, was bei mir doch eher Erleichterung hervor rief. Vielleicht kommt später noch ein wenig Enttäuschung hinzu, aber derzeit überwiegt einfach die Freude, dass alles ok ist. Die lange Wartezeit, vor allem nach dem frühen Ende davor, hat mir doch ordentlich zugesetzt.

Scheu ist er auch nicht, sondern hat sich richtig schön für die Kamera postiert:

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Oh man, ich darf gar nicht dran denken, dass ich jetzt wieder 4 Wochen warten muss, bis ich das nächste Mal einen Blick drauf werfen kann *seufz*

EDIT: Mutterpass hab ich natürlich auch bekommen und jede Menge Werbekrams und Infoblätter. Mal schauen, ob ich bis zur Entbindung fertig bin mit Durchlesen 😉