Wochenend und Sonnenschein

Gestern Abend klagte meine Süße über Schmerzen in der rechten Leistengegend. Weil sie kurz darauf einen riesigen Pups freiließ, dachte ich mir nix dabei und brachte sie wie gewohnt ins Bett.
Heute morgen war die Kleene arg knatschig und fühlte sich heiß an und meinte immer noch, der Bauch würde weh tun. Ein wenig ratlos gab ich ihr erstmal Fiebersaft. Der schlug gut an, doch nach 2 Stunden war’s vorbei mit der Ruhe, die Süße wurde unruhig und knatschig. Ein Arztbesuch war also unumgänglich. Blieb nur die Frage, wohin. Durch Zufall hatte heute unsere Kinderärztin Bereitschaft, aber ich war dennoch unsicher, ob nicht die Uniklinik, wo wir wegen der Doppelniere eh schon in Behandlung sind, nicht die bessere Alternative wäre. Ich diskutierte mit meinem Mann, befragte eine kompetente Facebookgruppe, aber so ein wirklich eindeutiges Ergebnis brachte das alles nicht.

Wir sind dann in die Uniklinik gefahren, weil wir dort ja auch standardmäßig wegen der Doppelniere in Behandlung sind und ich dachte, dann könnten die Ärzte das gleich in der Akte alles nachlesen und zum anderen haben sie dort alles vorrätig.
An der Anmeldung kam der Verdacht auf Blinddarmentzündung auf, was ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, aber an sich auch gut zu den Symptomen gepasst hätte.
Daheim hatte ich vorsorglich einen Urinbeutel geklebt, denn ohne Urinprobe würden sie uns bestimmt nicht gehen lassen und bis man so eine Probe hat, kann es ja auch gerne mal dauern.
An der Anmeldung hatte ich bereits die Stichworte Doppelniere und Reflux erwähnt, aber die sind auf dem Weg zur Kinderambulanz verloren gegangen. An der dortigen Anmeldung sagte ich die Losungsworte erneut und verursachte damit Verwirrung, ob dies nun ein pädiatrischer oder chirurgischer Notfall wäre. Wir durften erstmal im Wartebereich Platz nehmen und ich stellte mich auf einen längeren Aufenthalt ein.

Umso überraschter war ich, als wir nach 10 Minuten schon aufgerufen wurden. Eine Schwesternschülerin machte eine Anamnese, ich zählte die Symptome auf und erwähnte wieder Doppelniere und Reflux. Die Schülerin schrieb alles fleißig mit, wog das Kind und maß nochmals Fieber. Das wurde zwar schon bei der zweiten Anmeldung gemacht, aber das Ergebnis offenbar nirgendwo vermerkt.
Ich schaute immer mal nach dem Urinbeutel, aber da war nix und die Kleene jammerte jedes Mal, wenn ich sie fragte, ob sie denn pullern müsste.
Nach 10 Minuten kam der Arzt, ließ sich wieder alles beschreiben, offenbar hatte keinerlei Kommunikation mit der Anmeldung oder der Schwesternschülerin stattgefunden. In meinem jugendlichen Leichtsinn ging ich davon aus, dass der Arzt einen Blick in die Akte geworfen und dort die Doppelniere entdeckt hatte. Seine Untersuchung ging aber auf diesen Aspekt gar nicht ein und erst auf Nachfrage schaute er sehr erstaunt und bestand dann natürlich auf der Urinprobe. Immerhin konnte er Nierenbeckenentzündung ausschließen, denn da hätte die Kleene wohl ganz argen Druckschmerz in der Nierengegend. Wenigstens etwas.

Nach einigem Hin und Her konnte sich die Kleene endlich durchringen, aufs Töpfchen zu gehen und der anschließend durchgeführte Test ergab rote und weiße Blutkörperchen im Urin. Yay 😦
Als letztendliche Diagnose stellte der Arzt dann fest, dass sie einen Harnwegsinfekt + Angina hat, verschrieb uns ein AB und am Montag sollten wir in der Kinderurologie anrufen und die weitere Behandlung abstimmen.

Ich hab jetzt erstmal genug von der Notaufnahme. Können unsere Kinder nicht zu normalen Öffnungszeiten krank werden wie andere Kinder auch?

Menschliches Nadelkissen und strahlende Windeln

Am Donnerstag stand – mal wieder – eine Kontrolluntersuchung bei meiner Süßen an. Das Wetter dazu hätte nicht besser sein können, Schneesturm genau in den 20 Minuten, die ich brauche, um von der Wohnung zur Uniklinik zu laufen. Auto nützt nichts, da es vor Ort um diese Zeit eh keine freien Parkplätze mehr gibt und ich am Ende vermutlich genauso weit hätte laufen müssen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wäre ich doppelt so lange unterwegs gewesen und hätte trotzdem noch die halbe Strecke laufen müssen.

Da ich glücklicherweise den Kinderwagenregenschutz sehr gut aufgeräumt hatte, mussten wir oben ohne durch das Mistwetter. Ich kam also kurz vor 8 Uhr mit durchweichtem und grummelnden Kind an und kaum hatte ich uns beide einigermassen trocken gelegt, durften wir auch schon zur Anmeldung. Dort ging alles fix, wir wurden erwartet. Dann im Blindflug zur Radiologie, ich brauche mittlerweile nicht mal mehr die lilanen Lurche zur Orientierung.

Der freundliche Empfangsmitarbeiter dort stellte mich vor die zweite große Herausforderung des Tages, indem er mich fragte, wie schwer mein Mädchen sei. Ich schaute ihn mit leerem Blick an und zuckte mit den Schultern. Mein Rücken meint eh immer, dass sie schon mindestens 20 Kilo wiegt, wohingegen mein verliebt-verblendetes Mutterherz nicht wahrhaben will, dass die Kleine schon so groß ist und Stein und Bein schwören würde, dass es kein Gramm mehr als 4 Kilo sind.
Am Ende zeigte ein kurzes Nachmessen: 9,5 Kilo inklusive Klamotten und Windel.

Den Ultraschall fand das Kindlein wie gewohnt sehr doof und protestierte lautstark und mit viel Umherwinden, mit dem Ergebnis, dass sich das glitschige Kontaktgel überall auf ihrem Körper und der Unterlage verteilte und den nur hochgezogenen Body ordentlich verschmodderte. Dass sie auch noch schwungvoll auf die Unterlage pinkelte, rundete diese erste Untersuchung ab.

Zur Abwechslung wurden wir diesmal gleich in die Urologie geschickt, ohne vorher noch auf den Bericht warten zu müssen, welcher direkt in die Abteilung gefaxt würde. Wir wurden sofort ins Behandlungszimmer gerufen und ich freute mich, dass es so schnell ging. Diese ewige Warterei schlaucht nämlich enorm. Der Arzt zerstörte jedoch meine Hoffnungen, an diesem Nachmittag vielleicht noch zum Friseur gehen zu können (in meinen Träumen feierte ich bereits Ostern mit hübschem Haar), indem er mir mitteilte, dass für heute eine Sonderuntersuchung angesetzt sei und diese beinhaltet eine 4-stündige Wartezeit.

Yeah, was’n Glück.

Mein leichtes Aufstöhnen bemerkte eine der Schwestern und fragte mich, ob mir das denn nicht vorher gesagt worden sei.
Offensichtlich nicht, denn DAS hätte ich mir mit Sicherheit gemerkt.
Aber nützt ja alles nix, da müssen wir jetzt durch.

Da die Fachabteilung, die die Spezialuntersuchung namens Szintigrafie macht, so spezial ist, legen die nicht mal einen Zugang, durch den das Kontrastmittel gespritzt wird, sondern überlassen das den anderen Abteilungen. So versuchte der Arzt sein Glück und suchte eine brauchbare Vene an meiner Süßen. Da sie aber nicht nur meine blauen Augen und blonden Haare, sondern auch die schlechten Venen geerbt hat, waren die Bemühungen nur von mittelmäßigem Erfolg gekrönt.

Der Weißkittel piekste einmal in den rechten Fußknöchel, stocherte dort wild herum, bis endlich Blut floss und füllte damit ein Röhrchen zur Blutuntersuchung. Da der Zugang für das Kontrastmittel nicht über diese Einstichstelle erfolgen konnte (medizinisches Fachpersonal unter meinen Lesern kann mir eventuell erklären, warum das so ist), musste jetzt auch noch der linke Fuß gepiekst werden.

Mein Mädchen fand das nur bedingt toll, nicht mal unbedingt wegen der Nadeln und Schmerzen, sondern einfach, dass ihr jemand permanent die Füße festhielt, mit denen sie doch so gerne strampelte.
Der linke Fuß war allerdings noch weniger geeignet für das Vorhaben und so gab der Arzt nach zwei vergeblichen Versuchen auf und zitierte telefonisch einen versierteren Kollegen herbei. Meine Süße hatte sich mittlerweile so in Rage geschrien, dass eine wunderhübsche Vene dick am Kopf hervor trat, welche der neue Arzt umgehend anzapfte. Das ging schnell, tat nicht sonderlich weh und resultierte in einem schicken Turban, damit der Zugang von kindlichen Grabschehänden nicht sofort wieder herausgerissen wird.

So verarztet machten wir uns in die nukularnuklearmedizinsche Abteilung auf. Eine Ärztin klärte uns über Risiken und Nebenwirkungen auf und fragte mich im Laufe dieses Gesprächs, wie viel die Kleine denn an dem Tag schon getrunken hätte.
Wieder so eine unmögliche Frage.
Da ich immer noch in nicht unerheblichen Umfang stille, habe ich keine Ahnung, wie viel sie trinkt. Sie bekommt zwar zusätzlich noch Wasser aus ihrer Trinklernflasche, aber die Gesamtmenge ist für mich unmöglich einzuschätzen. Schien aber für den weiteren Fortgang nicht allzu wichtig zu sein, viel wichtiger war der Ärztin, dass ich das Kind kurz vor der für 14 Uhr angesetzten Untersuchung stille, so dies denn mit meinem Stillplan (häh?) vereinbar wäre.

Wir durften dann zwei Sicherheitsschleusen weiter in ein kleines Zimmer, wo das Kontrastmittel gespritzt werden sollte. Hinter einer durch eine dicke Bleitür gesicherten Durchreiche kam das Mittel in einem kleinen Bleiröhrchen und mir wurde Himmel, Angst und Bange. Das Zeug sollte in mein kleines Mädchen rein? Wenn jetzt noch die Ärztin in einem Hazmat-Anzug aufgetaucht wäre, hätte ich mir die Kleene geschnappt und wäre abgehauen. Da die Ärztin aber nur in einem normalen weißen Kittel gewandet das Zimmer betrat und freundlich jeden Handgriff erklärte, den sie tat (erst mit Kochsalzlösung prüfen, ob der Zugang offen ist, dann das Kontrastmittel spritzen, dann mit Kochsalzlösung spülen), blieben wir und vor allem, entspannt.

Wieder zurück auf der Urologie bekam ich den Termin für die nächste Kontrolluntersuchung genannt, irgendwann im Oktober und dann begann die kniffligste Herausforderung, 4 Stunden warten.

Da ich das überhaupt nicht eingeplant hatte, hatte ich weder Spielzeug noch Nahrung dabei, nur die Trinkflasche der Kleenen. Aber ich wusste, wo der kostenlose Wasserspender stand und so strandeten wir zunächst, unseren Jäger- und Sammlergenen Folge leistend und sich nie zu weit vom nächsten Wasserloch zu entfernen, im direkt angrenzenden Wartebereich. Wir tranken uns beide voll und dann nickte die Süße auf mir ein und ratzte trotz der unsäglich lauten automatischen Krankenhaustüren eine knappe Stunde.

Ausgeruht entdeckte ich dann, dass man im ersten Stock ganz wunderbar um den ganzen Innenbereich wie auf einer Galerie herumlaufen kann. Dazu noch bodentiefe Glaswände als Geländer, durch die man die darunterliegende Cafeteria beobachten kann. Das Kindlein lief also eine Runde nach der anderen, begrabschte die Pflanzen, winkte freundlichen Menschen zu und protestierte lautstark, als ich es davon abhielt, sich todesmutig die Treppe hinunter zu stürzen.
Dadurch verging die Zeit recht fix und schneller als gedacht waren wir schon wieder auf dem Weg in die Nuklearmedizin. Zum Glück hatte der Schneeregen just in diesem Moment wieder angefangen und durchweichte uns auf den gut 500 Metern bis zum Ziel.

Vor Ort stillte ich das Kind wie verabredet und überpünktlich holte uns die Schwester zur Untersuchung ab. Meine Süße wurde in eine Backform gelegt, die sie relativ unbeweglich machte, was ihr natürlich überhaupt nicht gefiel. Dazu noch diese riesige Maschine mit den lauten Geräuschen, die sich brummend über und unter ihr bewegte und fertig sind diverse Therapiestunden im Erwachsenenalter. Die Schwester fragte mich, ob ich sie denn irgendwie beruhigen könne, mit einem Schnuller etwa, da es für die Untersuchung wichtig ist, dass sich der Patient möglichst nicht bewegt.

Da die Maschine die Kleene fast vollständig bedeckte, konnte ich meinem Mädchen nur die Hände halten, beruhigend auf sie einreden und ihr die Stirn küssen. Das klappte ganz gut und Mitte des zweiten 10-minütigen Aufnahmezykluses war sie eingeschlafen. Insofern gut, da der dritte Zyklus über 40 Minuten dauerte. Ich hielt also weiter ihre Hände, aber hatte jetzt genug Zeit mich umzuschauen und entdeckte den Monitor, auf dem live die Aufnahmen zu sehen waren.

Ich konnte ganz gut die zwei eiförmigen Gebilde sehen, die die Nieren darstellen sollten und viele kleine Punkte, die grob den restlichen Körper markierten. Im Laufe der Untersuchung kam noch eine dritte heller leuchtende Stelle hinzu und nach anfänglichem Grübeln erkannte ich die Windel, in der das radioaktive Mittel letztendlich landete. Je länger es dauerte, desto deutlicher wurde der Windelabdruck, was ich irgendwie lustig fand. Vermutlich, weil ich mich so langweilte.

Dann war auch diese Untersuchung vorbei und wir durften wieder zurück in die Urologie, den Zugang entfernen lassen. Das ging dank Zaubermittel ganz schnell und ohne großes Ziepen und Meckern und wir konnten endlich nach Hause gehen, wo wir 16 Uhr ankamen und uns beide erstmal eine Runde aufs Ohr hauten, den Stress wegschlafen.

Ergebnisse gibt es irgendwann diese Woche, ich werde berichten.

OP-Vorsorgeuntersuchung

Am Dienstag steht die nächste OP meiner Süßen an und damit die ordentlich über die Bühne gehen kann, braucht es einer Vielzahl von Untersuchungen. Da am Montag in der Uniklinik schon zu viele Patienten angemeldet sind, sollten wir das alles am Donnerstag machen. Also fanden wir uns wie vorgegeben um 10 Uhr auf der Kinderchirurgischen Station ein. Die Schwestern an der Anmeldung guckten mich skeptisch an und ich dachte sofort, ich hätte mich in Ort oder Zeit geirrt, ein Gefühl, was ich immer als sehr unangenehm empfinde. Doch dann ließen sie sich das gelbe Untersuchungsheft und die Chipkarte geben und ich sollte im Spielzimmer warten.

Was wir auch taten, über eine Stunde lang. Wir beobachteten stationär aufgenommene Kinder, wie sie zusammen mit Krankenschwestern Engel bastelten, wie ein Junge seinen Eltern schlechte Witze aus einem Buch vorlas, wie ein Mädchen mit seiner Mutter Kaufmannsladen spielte.
Endlich wurden wir von einer jungen Ärztin erlöst, welche meine Kleine eingehend untersuchte und mich nach der Vorgeschichte befragte. Am Kindlein gab es nichts außergewöhnliches festzustellen, guter Allgemeinzustand auf knapp 75 cm Länge und 8,6 Kilo. Wir sollten dann wieder im Spielzimmer warten, bis eine andere Ärztin uns über die Operation aufklären würde.

Die spielenden Kinder waren mittlerweile in ihre Zimmer zurück gekehrt und verputzten ihre Mittagessen. Ich holte mir Tee und Wasser und die Kleene ihre Portion Milch. Gegen halb eins kam die Ärztin und erklärte uns, was bei der OP passieren soll und was passieren könnte, was ja auch immer alle Dramen einschließt, wovon aber niemand wirklich ausgeht. Das Äußerste wäre wohl die Legung eines Blasenkatheders, der aber dann durch die Bauchdecke gelegt wird, weil es aus welchen Gründen auch immer über den Harnleiter nicht geht. Ich hoffe, dass dies meiner Süßen erspart bleibt, allein die Vorstellung lässt mich schaudern.

Dann sollten wir noch zur Anästhesieaufklärung. Als wir da ankamen, kippte ich fast aus den Latschen, nicht ein einziger freier Platz mehr im Warteraum. Entsprechend fragte mich die Schwester an der Aufnahme, ob wir am nächsten Morgen wieder kommen könnten. Ich sagte, dass dies kein Problem wäre, ich aber nicht weiß, was die Kollegen auf Station dazu sagen. Die Schwester rief an, erklärte die Umstände und dann wurden wir erstmal wieder heim geschickt.

Mein Mädchen war mittlerweile so knülle, dass sie bereits keine 100 Meter vom Krankenhaus im Kinderwagen eingeschlafen war. Sie ließ sich auch nicht vom aus dem Kinderwagen heben und in den 3. Stock hochtragen stören und so legte ich sie komplett angezogen ins Laufgitter und ließ sie in Ruhe ratzen. Später am Nachmittag machten wir beide noch ein Nickerchen, aber die Kleene wollte nicht alleine irgendwo rumliegen und so schlief sie eben auf mir. Auch gut ❤

Am Freitag dann also zu einer Zeit aufstehen, wo ich noch keinen Puls und nur sporadische Atmung habe und zur Anästhesie. War auch schön leer dort, sogar die Krankenschwestern fehlten. Nach kurzer Zeit bin ich meine Zettel dann doch noch losgeworden und sollte wieder warten. Eine halbe Stunde später kam die Narkoseärztin und erklärte mir, was alles bei der OP passieren soll.

Als erstes würde sie über eine Atemmaske betäubt, dann bekäme sie kleine Pflaster auf die Hände, um die Einstichstellen für die Zugänge zu betäuben. Sie würden das trotz der bereits erfolgten Narkose so machen, damit die Kleine auch wirklich nichts spürt. Dann würde sie intubiert werden und sie bekäme drei Sensoren auf die Brust gepappt, um sie genaustens überwachen zu können.
Da sie keinerlei Anzeichen für Fremdeln zeigt, könnte sogar auf den Beruhigungssaft verzichtet werden, der würde die Kinder immer so groggy machen, auch noch Stunden nach der OP. Bin ich sehr dafür.
Es wurde noch nach ihren Zähnchen geschaut, da die besonders beim Tubus legen gefährdet seien.

Ein weiterer Haken auf der Checkliste und wir durften wieder auf die Station, wo noch ihre sämtlichen Unterlagen auf uns warteten. Eine der Schwestern gab mir einen Zettel mit der Stationstelefonnummer mit, ich solle am Montag nachmittag anrufen und fragen, wann die OP am Dienstag denn genau ist. Die OP-Pläne werden immer erst einen Tag vorher fest gemacht, sie ginge aber davon aus, dass das Kindlein wieder als erste dran ist. Wäre mir sehr recht, denn so lässt sich das 6-stündige Nüchternheitsgebot vor der OP besser aushalten, als wenn es mitten am Tag ist.
Eine andere Schwester wollte noch Blut abnehmen, um ein Blutbild erstellen zu können. Dazu wurde meine Süße in den Finger gepiekst, was sie überhaupt nicht lustig fand. Trotz intensivem Trösten hat es gut 5 Minuten gedauert, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Ich bekam noch zwei Urinklebebeutel mit und solle am Montag versuchen, damit eine Urinprobe zu ergattern. Ich bin gespannt, hat das doch in der Vergangenheit immer so fantastisch gut geklappt 😉

Um halb 10 Uhr waren wir fertig und durften gehen. Leider war der ausgedehnte Spaziergang zur Klinik und zurück am Donnerstag Anlass für mein rechtes Knie, mal wieder ordentlich zu muckern. Und weil wir grad schon mal da waren und die Orthopädie nur ein Haus weiter ist, wollte ich das endlich mal anschauen lassen. Ein freundlicher Herr sah meinen unsicheren Blick, als ich das Klinikgebäude betrat und bot seine Hilfe an, die ich gerne annahm. Er lotste mich direkt bis zur richtigen Station und erzählte mir auf dem Weg dahin, dass er selber gut einen Monat gebraucht hätte, um sich einigermaßen zurecht zu finden.

An der Anmeldung mein Anliegen geschildert und im gut gefüllten Warteraum Platz genommen. Entgegen allen Erwartungen kam ich bereits 5 Minuten später dran. Mein Knie wurde ausführlich, aber ergebnislos untersucht. Ich kann leider nichts dafür, dass es mir bei Bewegungen oder kräftigem dran Ziehen nicht weh tut. Es tut eben einfach so weh. Ich wurde aber noch zum Röntgen geschickt, drei Biegungen weiter in dem verzweigten Gebäude. Auch dort kam ich ganz fix dran und die Röntgenschwestern waren in heller Aufregung, wer denn meine Süße zuerst bespaßen darf, während ich auf dem Röntgentisch mein Knie in den verschiedensten Winkeln präsentierte.

Zurück bei der Orthopädin erklärte sie mir, dass sie nicht weiß, woher die Schmerzen kommen. Laut den Bildern ist alles dort, wo es sein soll und es gibt keinerlei Anzeichen für krankhafte Veränderungen. Hmm, nicht ganz das, was ich hören wollte. Sie stellte mir aber ein Rezept für Krankengymnastik und Ultraschall aus, was mich insofern überraschte, als ich immer dachte, dass dies nur die niedergelassenen Ärzte dürfen. Ein Rezept für Paracetamol gab es gratis oben drauf. Genauso wie den Hinweis, dass wenn die Schmerzen in 4-6 Wochen nicht besser sind, ich mir vom Hausarzt eine Überweisung für ein MRT holen soll.

Wir sind dann wieder nach Hause gegangen, haben in Ruhe gefrühstückt und ausgiebig Mittagsschlaf gemacht. Solche Untersuchungen schlauchen immer ganz ordentlich.

Vom Warten und Wissen

Im Nachgang der letzten Untersuchung wegen der Doppelniere meiner Süßen wurde ja festgestellt, dass der Ureterozelenrest sehr auffällig im Ultraschall war und die Vermutung im Raum stand, dass die geschlitzten Stellen wieder zusammengewachsen sind. Um dieses abzuklären, hatten wir heute eine außerplanmäßige Untersuchung in der Uniklinik.

Pünktlich um 7 Uhr wurde ich vom Wecker geweckt und durfte das friedlich neben mir schlummernde Kind sanft dazu überreden, es mir gleich zu tun, was allerdings auf wenig Gegenliebe stieß, was ich aus tiefstem Herzen nachfühlen konnte. Nützt ja aber alles nix und was muss, das muss und kaum eine Dreiviertelstunde später bewegten wir uns mit verquollenen Augen und einigermassen grummlig gen Klinik, wo wir pünktlich um 8 Uhr eintrafen. Die Anmeldung fix hinter uns gebracht und mit Freunden festgestellt, dass die Radiologie, unsere traditionell erste Anlaufstation, so gut wie leer war.

Kaum 10 Minuten später durften wir auch zur Untersuchung, aber was ich da auf dem Ultraschall sah, gefiel mir gar nicht. Es ist schon erstaunlich, wie schnell mal zu einem Experten mutiert, noch vor einem Jahr hab ich bei den Babyultraschalluntersuchungen nur graues Gegrissel auf den Monitoren erkannt, heute sah ich auf Anhieb den erweiterten Harnleiter und den Ureterozelenrest, welcher sich zu einer wunderhübschen Blase ausformte und überhaupt nicht mehr schlaff rumwehte, wie in früheren Untersuchungen. Als dann die zur Absicherung hinzugezogene Chefradiologin meinte, dass der heutige Befund fast haargenau so aussieht wie die vorhergehende Untersuchung, war mir eigentlich schon alles klar.

Ziemlich geknickt tapperte ich dann einige Minuten später mit dem schriftlichen Befund zur Kinderurologie, klopfte an der bekannten Tür und sah einen kleinen gelben Klebezettel „sind in der Radiologie und erst gegen 10 Uhr wieder da“. Kurzer Blick auf die Uhr, was ein Glück, Dreiviertel 9. Also dann eben in die Cafeteria. Dort baute gerade ein Haufen geschwätziger WeiberMädel Tische für die halb 10 beginnende Kinderbastelstunde auf. Dazu hatten sie auch einen CD-Spieler aufgestellt und eine CD mit Weihnachtsliedern eingelegt. Schöne Lieder waren das, alle 5. Nach dem 3. Durchlauf klangen die allerdings nicht mehr so schön. Da halfen auch die sich über Nichtigkeiten unterhaltenden Schwesternschülerinnen, die sich mir gegenüber postiert hatten, nicht viel. Die Mütter der lärmend in meinem Rücken spielenden Chantalls und Kevins machten das Kraut dann auch nimmer fett. Aber alles hat ein Ende und so begab ich mich kurz nach 10 Uhr wieder in die Urologie und wartete.

Kurze Zeit später fanden sich alle von Klinikseite Beteiligten ein und ich durfte ins Sprechzimmer. Die Kleene wurde gewogen, wozu jedoch erst eine Waage aus Hintertupfingen gebracht werden musste. Es stellte sich heraus, dass sie noch genug wiegt, um mit der jetzigen Antibiotikumdosis weiter machen zu können. Die körperliche Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten, ich durfte meine Süße schnell wieder anziehen und mich zum Arzt an den Schreibtisch setzen.

Dort zeigte er mir anhand der Ultraschallbilder, was ich bereits gesehen hatte. Die Ureterozele war ganz prominent und anscheinend gut gefüllt, aber so ganz genau könne man das von außen nicht sagen. Zur Abklärung müsste eine Zystoskopie gemacht werden, unter Vollnarkose und sollte sich dabei herausstellen, dass eine erneute Schlitzung notwendig ist, würde man das dann auch gleich mit machen. Als Termin wurde der 13. Januar festgelegt und wenn alles gut geht, bzw. so bleibt wie jetzt besprochen, dürfen wir direkt von zu Hause zur OP und sparen uns so eine Nacht im Krankenhaus. Allerdings muss das Kindlein diesmal 6 Stunden vor der OP nüchtern bleiben, nicht mehr nur 4, was bestimmte auf große Zustimmung bei selbigen stoßen dürfte. Die Voruntersuchung und die Aufklärungsgespräche finden am 8. Januar statt, sparen uns aber wie erwähnt eine Übernachtung.

Um halb 12 Uhr waren wir wieder zu Hause, wo wir erstmal ausgiebig frühstückten und uns dann noch 3 Stunden aufs Ohr hauten. Diese Krankenhausbesuche schlauchen immer ordentlich, aber wenigstens wissen wir jetzt Bescheid.

Langweilig

Ich glaube, dem da oben ist manchmal langweilig und dann guckt er, wem es gerade zu gut geht. Und scheinbar heben wir uns da gut aus der Masse ab und zack, schon hat er uns mit seinem Schicksalshammer eins über die Rübe gezogen. Auto, Schimmel in der Wohnung, Umzug, Schulanmeldung, Kontonotstand reichen anscheinend noch nicht, denn gerade eben bekam ich einen Anruf von der Uniklinik.

Bei der letzten Kontrolluntersuchung der Kleenen vor einem Monat gab es eine Auffälligkeit beim Ultraschall. Die zwei Wochen nach ihrer Geburt geschlitzte Ureterozele scheint wieder zugewachsen oder gerade im Begriff wieder zuzuwachsen zu sein und das müsse überprüft werden. Wir dürfen daher im Dezember wieder in der Klinik vorbei schauen, wo das untersucht wird und wenn wir Pech haben, muss die Kleene erneut unters Messer. Ich bin froh, dass sich die Ärzte so gut kümmern und genau hinschauen, bevor sich das wirklich zu einem echten Problem auswächst.

Doch ganz ehrlich, so langsam tät ich auch mal wieder eine schöne Nachricht haben.

Krasses Zeug

Heute stand wieder ein Kontrolltermin für mein Mädchen an der Uniklinik an. Früh um 8, mitten in der Nacht also. Etwas verschlafen, aber halbwegs pünktlich fanden wir uns am Ort des Geschehens ein und meldeten uns an der Anmeldung. Direkt danach ging es wie gewohnt in die Radiologie zum Ultraschall.

Die gute Nachricht: die Nierenbeckenerweiterung hat sich von 14 auf 10 Millimeter verkleinert, der Rest ist gleich geblieben. Nach dem Ultraschall sollte heute außerdem noch ein Miktionszystourethrogramm gemacht werden. Ich hatte mich im Vorfeld informiert und wusste ungefähr, was auf uns zu kommt. Dennoch war ich überrascht, als mir die Stationsleiterin einen dieser medizinischen Aufklärungsbögen in die Hand drückte und sich kurze Zeit später zum persönlichen Aufklärungsgespräch zu uns setzte.

Es muss ein Katheder gelegt werden und da kleine Kinder erfahrungsgemäß eher unruhig sind, wird meiner Süßen ein Beruhigungsmittel gegeben. Dann werden diverse Röntgenbilder angefertigt, was natürlich eine erhöhte Strahlenbelastung mit sich bringt. Über all diese Dinge und die damit verbundenen Gefahren und Risiken wurde ich ausführlich informiert und unterschrieb den Bogen.

Kurz darauf kam die Ärztin wieder mit einen kleiner Spritze (ohne Kanüle) mit klarer Flüssigkeit, welche in die Nase injiziert werden sollte. Erwartungsgemäß fand das mein Mädchen überhaupt nicht lustig, selbst simples Naseputzen ruft bei ihren starken Protest hervor. Entsprechend laut jammerte sie und ich wartete darauf, dass das Mittel wirkt.

Anfangs schien es allerdings überhaupt nicht so. Sie schrie, sie wand sich, ihr bot ihr die Brust an, an der sie minimal nuckelte, um dann weiter zu schreien. Und zack, mit einem Mal war Ruhe. Die Süße setzte sich hin und guckte sich mit glasigen Augen um. Die Ärztin kam wieder, schaute sich das Kind an und war ob des Augenzustandes höchst zufrieden und wir siedelten in den Röntgenraum um.

Ich bekam eine schicke blaue Bleischürze samt farblich passender Bleihalskrause verpasst, durfte das Kindlein ausziehen und dann am Kopfende Position beziehen, um beruhigend einwirken zu können. Da die Uniklinik vornehmlich ein Lehrkrankenhaus ist, waren auch zwei Studenten anwesend, denen die Ärztin ausführlich jeden Schritt erklärte und auf die Besonderheiten bei der Kathederlegung bei Babies (alles ist so winzig) im Allgemeinen und bei Mädchen im Speziellen (alles ist zusätzlich noch versteckt und liegt recht nah beieinander) hinzuweisen.

Beim zweiten oder dritten Versuch klappte es dann auch und der Katheder saß, den ich im übrigen ganz furchtbar groß und dick fand. Meinem Mädchen war das mittlerweile alles egal, sie lang ruhig auf dem Rücken und feixte vergnügt vor sich hin. Normalerweise ist auf dem Rücken liegen und dazu noch festgehalten werden mit das größte Ungemach unter der Sonne, aber diesmal gluckste und brabbelte sie vor sich hin, zum Amüsement aller Beteiligten. Die Ärztin meinte, dass dies durch das Beruhigungsmittel kommt und ich fragte, ob ich davon etwas für zuhause bekommen könne, was wiederum durch Lachen seitens der übrigen Erwachsenen quittiert wurde. Hmpf!

Das Kontrastmittel wurde über einen Tropf laufen gelassen, es gibt da wohl Vorgaben, irgendwas mit 30 Zentimeter Wassersäule, damit nicht zuviel Mittel unter zuviel Druck in die Blase gelangt. Sekündlich wurde eine Aufnahme gemacht, um zu prüfen, wie voll die Blase bereits ist und ob es in diesem Stadium schon zu einem Reflux kommt, was es nicht tat.

Es wurde dann ein wenig hektisch, denn sobald die Blase voll ist, wird der Katheder gezogen und üblicherweise pullern dann die Patienten sofort. Und genau dieser Moment muss mit dem Röntgengerät eingefangen werden, denn der Reflux startet mit Beginn des Wasserlassens. Obwohl die Ärztin wusste, was sie tat, ist es doch recht einfach, den richtigen Moment zu verpassen und so wurden ganz schnell mehrere Bilder gemacht, von verschiedenen Winkeln und mit unterschiedlichen Einstellungen. Einmal war es dieses übliche Röntgen-Schwarz-Weiß, ein anderes Mal sehr viel heller mit ganz viel weiß, als ob die Farben invertiert worden wären. Medizinisches Fachpersonal kennt bestimmt die richtigen Bezeichnungen dafür, ich konzentrierte mich allein auf das Ergebnis.

Denn leider gibt es einen Rückfluss. Das heißt, bei jedem Pipi machen fließt eine kleine Menge Urin zurück in den nur unzureichend angelegten Teil der Doppelniere, bei dem grundsätzlich nicht klar ist, in welchem Umfang er überhaupt funktionsfähig ist. Das Problem bei einem solchen Reflux ist, dass dabei Bakterien aus der Blase in die Niere gelangen und dort Entzündungen hervorrufen können, welche im schlimmsten Fall zu einer sehr schmerzhaften Nierenbeckenentzündung führen können.

Immerhin gab es den Reflux nur beim Pinkeln und nicht schon beim Füllen der Blase, was ein sogenannter Niedrigdruckreflux wäre und wesentlich mehr Probleme mit sich bringen würde.

Danach ging es auf die Kinderurologiestation, wo ich schon erwartet wurde. Der Arzt dort schaute sich die Kleene auch noch einmal kurz an, das Wichtigste allerdings waren die Radiologieergebnisse. Die Antibiotikumprophylaxe muss weiter geführt werden, die Dosis wurde wegen des höheren Gewichts auf 3 ml angepasst. Man könne den Reflux auch operieren, doch wolle man solch invasive Eingriffe vorerst vermeiden, zudem hätte man festgestellt, dass sich ein solcher Reflux auch im Alter von 1-2 Jahren von selbst verwachsen könne.

Also machen wir erst mal so weiter wie bisher und in sechs Monaten haben wir den nächsten Termin.

Die Nierchen wieder

Heute waren wir wieder zur Kontrolle der Doppelniere und deren Entwicklung in der Uniklinik. Früh um 8. Also zu völlig nachtschlafender Zeit. Und dass, wo der Biergarten nebenan gestern bis 2:30 Uhr laute Musik spielte und pünktlich 6:15 Uhr die Baustelle nebenan ihre Bagger anschmiss. Entsprechend ausgeruht und frisch schleppte ich uns zum Krankenhaus.

Als erstes stand wieder der Ultraschall an. Während der 45-minütigen Wartezeit gab meine Süße ihr Bestes und machte ordentlich die Windel voll. Yes. Also fix im Kinderwagen die Windel wechseln. Und dabei passierte etwas, dass sie _noch nie_ gemacht hat, nämlich einfach so ohne Windel um loszupinkeln. Schön mittig auf die Kinderwagenmatratze. Na, was solls. Windelwechsel abgeschlossen und Moltontuch auf die Matratze gelegt.

Beim sehr ausgiebigen Ultraschall pullerte sie irgendwann wieder, aber verfehlte die untergelegte Windel meilenweit. Das kannte ich bisher nur vom Goßen, welcher von Natur aus wesentlich mehr Bewegungsfreiheit in diesem Bereich hat. Da die Ärzte in der Kinderradiologie sowas bei jedem zweiten Patienten erleben, war es auch kein großes Drama. Nur ich durfte dann die 2. und letzte Ersatzwindel ihrer Bestimmung zuführen.

Viertel 10 war dann fertig geschallt und wir durften auf die urologische Station gehen. Dort angekommen teilte uns die Schwester mit, dass der Doktor gerade in einem anderen Termin sei und es noch bis um 10 Uhr dauere. Ich könne ein wenig spazieren gehen. Wenn ich den Wickelraum bräuchte, solle ich einfach Besched sagen, dann schließt sie mir den auf. Ich dagegen hoffte inständig, dass wir den Raum nicht mehr brauchen.

Zum angegeben Zeitpunkt fand ich mich wieder auf der Station ein, so wie 3 andere Patienten auch. Was fehlte, war der Arzt. Der tauchte gegen halb 11 auf und glücklicherweise waren wir die ersten, die dran gekommen sind.

Die Nierenbeckenerweiterung ist immer noch vorhanden und genauso groß wie beim letzten Mal. Der Arzt erklärte, dass dies nicht ungewöhnlich sei, da durch den enormen Druck der Anfangszeit die Wände des Harnleiter und die Niere selbst sich in der Struktur verändert hätten und dies eben seine Zeit dauere bzw. vermutlich so in der Form bestehen bleiben, aber durch das Größenwachstum der Kleenen relativiert wird. Zudem sei auch gar nicht sicher gestellt, dass die obere Nierenanlage, welche zusätzlich da ist und da eigentlich nicht hin gehört, überhaupt richtig arbeitet.

Beim nächsten Termin Mitte Oktober gibt es wie gewohnt den Ultraschall und zusätzlich noch eine MCU, bei der geschaut werden soll, ob eventuell Urin aus der Blase zurück Richtung Niere läuft. Sollte dies nicht der Fall sein, können wir endlich die Antibiotikumprophylaxe beenden. Bis dahin jedoch muss meine Süße jeden Abend ihre Medizin schlucken. Eine Nieren- oder Blaseninfektion will ich allerdings auch nicht riskieren und der Arzt versicherte mir, dass die Dosis nur ein Zehntel der üblichen AB-Menge bei einer richtigen Infektion beträgt. Mit Langzeitfolgen ist nicht zu rechnen, es könne maximal zu einer Störung der Darmflora und damit verbunden zu Durchfall kommen. Aber da die Kleene bislang keinerlei Unverträglichkeiten gezeigt hat, wird sie das vermutlich auch in Zukunft nicht tun.

Dann durften wir endlich wieder nach Hause und ich hau mich jetzt erstmal, zusammen mit meiner Süßen, eine Runde aufs Ohr, wir haben da etwas nachzuholen.
Achja, die Windel hat übrigens bis jetzt gehalten 🙂

Wie aus dem Lehrbuch

Wie angekündigt, sind wir heute morgen in die Uniklinik gegangen, um die Kleine von Experten untersuchen zu lassen.

Nach der Anmeldung durften wir in der Notfallklinik warten, zusammen mit vielen, vielen anderen Kindern. Wir wurden irgendwann (mein Zeitgefühl geht beim Warten regelmäßig flöten) aufgerufen und durften unser Anliegen schildern. Ein sehr netter Arzt mit einer angenehm ruhigen Art hörte sich alles genau an und überwies uns dann in die hauseigene Radiologie.

Dort angemeldet und wieder gewartet. In der Zwischenzeit das Kindlein gestillt, damit es nicht unnötig unruhig bei der anstehenden Untersuchung ist. Bald darauf wurden wir aufgerufen und ein junger Arzt schickte sich an, die Ultraschalluntersuchung zu machen. Er gab sich viel Mühe, hatte extra das Gel vorher angewärmt und einen extra kleinen Schallkopf (der war niedlich) angestöpselt. Beide Nieren wurden geschallt, die Harnleiter, die Stauungen, die Blase. Zur Absicherung holte der Arzt noch seine Chefin, damit sie seine Befunde bestätige.

Sie kam bald darauf, der Arzt erklärte seine Befunde und die Ärztin bestätigte jeden einzelnen. Sie meinte, Doppelniere, Stauung und Ureterozele seinen alle klassisch und sehen typisch für diese Krankheit aus. Mich beruhigte das irgendwie, denn immerhin waren alle Symptome bekannt, also wird es auch erprobte Behandlungsmethoden geben. Die Kleene fand die Untersuchung doof, vor allem, weil ihr immer wieder die Beine festgehalten wurden. Letztendlich war sie aber doch ganz tapfer, hat sich nach einer Weile beruhigt und dann ganz brav mitgemacht.

Danach sind wir wieder zurück in die Notfallklinik, zum Glück sind in der Kinderklinik die Wege relativ kurz, und warteten darauf, dass der Arzt mit uns die weitere Behandlung bespricht. Der Arzt passte uns auf dem Gang ab, nahm sogleich den Bericht an sich und fünf Minuten später schickte er uns in die Urologie, wir wären schon angemeldet und dort würde das Kind nochmal, diesmal von den richtigen Spezialisten, untersucht.

Wir zogen also erneut um und wurden von einer Schwester in Empfang genommen. Sie bat uns zu warten, weil der Arzt gerade bei einem anderen Patienten sei, aber er wolle sich die Kleene unbedingt noch anschauen. Selbige verschlief die Wartezeit zum größten Teil, jedoch wurde ihr Schlummer immer wieder von den sehr lauten automatischen Türen gestört.

Gegen 12 Uhr durften wir dann zum Arzt, welcher sich unser Mädchen und den Befund sehr intensiv anschaute und uns dann genau erklärte, was bei den Untersuchungen herausgekommen ist. Die Doppelniere rechts ist ja bekannt und der obere und untere Teil haben jeweils separate Harnleiter in die Blase. Einer der Harnleiter mündet direkt in die Blase, der andere jedoch in eine sogenannte Ureterozele (Wikipedia). Das ist eine kleine Blase oder ein Sack innerhalb der Harnblase, welcher keinen oder nur einen sehr kleinen Abfluss in die eigentliche Blase hat und dadurch die Stauung in der Niere verursacht. Die Ureterozele kann mittels einer minimalinvasiven Operation perforiert werden, was die Ärzte gerne auch demnächst machen möchten, bevor sich irgendwelche schweren Infekte bilden.

Der Arzt müsse noch einen Termin finden und sich deswegen mit einem Kollegen absprechen und sobald sie ein geeignetes Datum hätten, würden sie uns anrufen und informieren. Da dies recht kurzfristig geschehen kann, sollten wir doch bitte die Stadt nicht verlassen wurden wir gefragt, ob wir in der nächsten Zeit verfügbar wären, was wir bejahten.

Dann durften wir endlich wieder nach Hause. Die Untersuchungen waren nicht schlimm, aber zusammen mit der Warterei waren wir ordentlich geschlaucht. Daheim haben wir ausgiebig gebruncht und dann noch ausgiebiger Mittagsschlaf gehalten.

Geweckt wurde ich durch einen Anruf der Klinik, sie hätten sich auf einen Termin einigen können und ob es denn möglich wäre, wenn ich morgen Vormittag in die Klinik komme, um dort zusammen mit dem Kind stationär aufgenommen zu werden. Die OP ist für Donnerstag geplant und wenn alles gut ginge, könnten wir Freitag wieder nach Hause.

Ich hab das alles bejaht und noch Fragen gestellt, wo wir uns melden sollten und was wir mitbringen müssten, aber das lief alles automatisch ab. Ich war total überrumpelt, dass es so schnell ging, dass es eine richtige Operation ist, dass wir stationär aufgenommen würden. Ich ging in meinem jugendlichen Leichtsinn davon aus, dass der Eingriff ambulant, quasi auf dem Gang, gemacht werden kann. Erst jetzt im Nachhinein wird mir klar, dass so ein kleines, strampelndes Bündel eher ungeeignet dafür ist und dass vorher und nachher schon nach etwaigen Infektionen geschaut werden sollte.

Also bin ich dann die nächsten Tage mal weg und hoffe, dass der Eingriff komplikationslos über die Bühne geht.

Nachtrag: U2 fast bestanden

Mein Mädel macht mir große Sorgen 😦

Wir sollten ja eine Urinprobe abgeben, und im dritten Versuch ist es uns gelungen, ganze 2 ml im Urinbeutel aufzufangen, ohne dass die Probe diesmal anderweitig kontaminiert wurde. Stolz düste ich wieder zum Kinderarzt, wo der Urin sogleich untersucht wurde.

Als dann die Ärztin mit mir sprechen wollte, ahnte ich schon Schlimmes. Es war eine Infektion nachweisbar, sie sagte mir auch, mit was, aber ich hab das Fremdwort leider nicht behalten können. Sie meinte aber, dass es derzeit keinen Sinn machen würde, da mit Antibiotika drauf zu feuern, da die Infektion wohl nicht so schlimm wäre, um da die ganz großen Kaliber auszupacken.

Wir sollten allerdings peinlich genau darauf achten, dass der Intimbereich der Kleenen immer absolut sauber ist. Bei jedem Windelwechsel sollen wir mit abgekochtem Wasser oder Kamillentee waschen. Wir bekamen eine Spritze mit, um auch wirklich alle Falten spülen zu können. Wir müssen 2x täglich Fieber messen und über die Werte Buch führen.

Sollte die Kleine offensichtlich Schmerzen haben, es ihr schlecht gehen oder sie Fieber bekommen, dann sollen wir umgehend zum Kinderarzt kommen. Ansonsten sollen wir am Dienstag erneut versuchen, Urin mit diesen tollen Beuteln aufzufangen, gerne auch mehr als dieses Mal, sie würden gerne eine Kultur anlegen wollen und die heutige Menge hat dafür nicht gereicht. Wir werden uns Mühe geben.

Parallel dazu haben wir uns jetzt an der hiesigen Uniklinik umgeschaut, die Kinderurologie hat am Dienstag Sprechstunde und wir werden da Punkt um 9 Uhr auf der Matte stehen, denn irgendwie ist mir nicht so recht wohl bei der Sache. Keiner der Ärzte hat jetzt in irgendeiner Form Panik verbreitet, das Problem aber auch nicht heruntergespielt, aber trotzdem hab ich grad ein doofes Gefühl. Da kann die Ärztin noch so oft sagen, dass es auch gut sein kann, dass gar nichts passiert und sich alles von alleine auflöst.

Ich hab mich auch immer gewundert, dass mein Mädchen so viel schläft und so ruhig ist, aber vielleicht hat der kleine Körper einfach genug damit zu tun, die Infektion abzuwehren.
Oh man, ich könnt grad wieder heulen :/