Nichts Neues!

Feuervogel hatte mich bei Achterbahn gefragt, ob es etwas Neues gibt und nach dem initialen

Nö, aktuell nicht.

merkte ich, dass die nachfolgende Antwort doch länger wird und einen eigenen Beitrag verdient. Also dann ein wenig ausführlicher.

Es ist vergleichsweise ruhig, aber irgendwo so, wenn man im Auge eines Tornados steht. Da kann jederzeit die Apokalypse wieder hereinbrechen. Die Stimmung auf Arbeit ist irgendwie seltsam, als ob alle den Atem anhalten.

Der erste Teil der Umzüge wurde in einer großen Hauruckaktion fast ohne Zwischenfälle über die Bühne gebracht. Auf der einen Seite freut es mich, dass die Mitarbeiter so großartige Arbeit geleistet haben, aber auf der anderen Seite wird damit ein völlig falsches Signal an die Geschäftsführung gesendet. „Seht her, wozu brauchen wir irgendeine Planung oder professionelle Helfer, wir kriegen das doch locker nebenbei aus dem Handgelenk geschüttelt.“ Dass meine Kollegin, die das ganze organisiert, kurz vorm Kollaps steht, sieht niemand der Entscheider.

Mit dem Umzug ist auch C1 an den neuen Standort gezogen und evtl. kann ich seinen Firmenparkplatz „beerben“. Das wäre toll, da ich derzeit immer halb illegal parke und Gefahr laufe, dass mein Auto abgeschleppt wird. Trotzdem ich das Fahrrad habe, werde ich an mindestens zwei Tagen pro Woche mit dem Auto auf Arbeit fahren, damit ich das Fußballtraining des Großen zeitlich besser gebacken kriege.

BK ist immer noch im Lizenzteam und macht weiterhin jede Menge Blödsinn. Es gibt bislang keinerlei Anzeichen, dass sich das ändern wird, ich weiß aber auch nicht, ob C1 bereits mit C3 darüber sprechen konnte. Meine Einstellung ist, dass ich nur noch meinen Teil mache und alles, wofür ich nicht zuständig bin, geht zurück an BK. Wie sie es dann verbockt, ist allein ihre Entscheidung, ich werde mir da nicht mehr die Finger verbrennen.

Als nächstes habe ich für Mai ein Mitarbeitergespräch mit C3 geplant, wo ich um die Entfristung und eine Gehaltsanpassung auf die Gehaltsstufe meines Vorgängers bitten werde. Bis dahin sollte ich dann auch ein ruhigeres Büro und meinen seit Dezember genehmigten höhenverstellbaren Tisch gegen meine Rückenschmerzen haben. Beides bereits beantragt. Außerdem möchte ich eine generelle Schulung zum Thema Lizenzmanagement haben, da ich mich bislang nur mit selber angeeignetem Wissen und einer mickrigen Microsoft-Schulung durch die komplexen Strukturen wurschtel. Wird auch nur einer der Punkte nicht erfüllt, fange ich an, Bewerbungen zu schreiben.

Bis dahin kümmer ich mich um meinen Seelenfrieden, der in letzter Zeit massiv zu kurz gekommen ist. Dazu gehören unter anderem weitere Reiseblogeinträge und der Erfahrungsbericht zum neuen Zimmer unseres mittlerweile 3-jährigen und mächtig großen Mädchens. Nebenbei planen wir unseren Sommerurlaub, nachdem sich die Chinareise wohl zerschlagen hat. Da war vom chinesischen Kindergarten eine einwöchige Reise nach Nanjing geplant, wo deutsche Familien bei chinesischen Familien wohnen. Die Eltern würden auf dem Sofa schlafen, die Kinder auf Luftmatratzen in den Kinderzimmern und man käme hautnah in Kontakt mit dem chinesischen Alltag und dem Familienleben. Fanden mein Mann und ich eine klasse Idee und wollten ursprünglich noch ein oder zwei Wochen Individualurlaub hinten dran hängen und das Land erkunden, wo wir doch schon mal da wären, denn der Flug ist immer noch das Teuerste an so einer Reise. Leider hat der Kindergarten bisher auf keine unserer Anfragen bezüglich Kosten oder konkreter Planungen reagiert.

So machen wir nun 12 Tage Urlaub in Dänemark, wo genau wissen wir noch nicht, auch nicht, was wir uns da ansehen werden. Falls jemand Tipps hat: her damit.

Also wirklich Neues gibt es nicht 😉

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Hello again!

Hat mich eigentlich jemand vermisst? Anyone? Nein?

Egal, ich texte euch auch so zu 🙂

Ganz offensichtlich gibt es mich noch, ich hab mir nur eine kurze Auszeit gegönnt. In dieser waren meine Familie und ich 3 Wochen im Urlaub und unsere Tochter mit mir eine Woche im Krankenhaus. Der Krankenhausaufenthalt war schon länger geplant und musste leider zweimal verschoben werden, so dass er sich jetzt direkt an die Ferien anschloss. Fand ich nicht so dolle, da die damit verbundene OP wie ein Schatten über dem kompletten Urlaub hing.

Ich konnte in der Vergangenheit schon schlecht mit dem Thema umgehen und während der Reise fragte ich mich immer wieder, ob dies die letzten schönen Tage gemeinsam sein werden und tröstete mich, dass wir immerhin noch tolle Erinnerungen sammeln konnten. Ein wirkliches Erholen war aber unter diesen Bedingungen nicht möglich, ganz egal wie entspannt die insgesamt drei Urlaubswochen ansonsten waren.

Der Krankenhausaufenthalt hat dann den minimalen Erholungseffekt umgehend zunichte gemacht, auch wenn sich alle Ärzte, Schwestern und Angestellte unendlich Mühe gaben. Die OP war für letzten Dienstag geplant, doch direkt nach der Ankunft auf Station teilte uns der Arzt mit, dass sie auf Mittwoch verschoben wurde. Dafür durften wir nach den Aufklärungsgesprächen und Voruntersuchungen wieder nach Hause gehen und sollten erst am Mittwoch eine Stunde vor OP-Beginn wieder im Krankenhaus sein. An sich eine gute Sache, bedeutete für mich jedoch einen Tag länger Bangen und Sorgen machen und sämtliche schreckliche Szenarien im Kopf durchspielen.

Am Mittwoch morgen hatte ich einen kleinen Nervenzusammenbruch unter der Dusche, die Anspannung der letzten Tage und Wochen war schlicht zu viel für mich. Dazu kam die Befürchtung, mein Kind einem großen Risiko auszusetzen, was am Ende vielleicht völlig unnötig wäre, denn es könnte ja auch weiterhin mit dem Antibiotikum leben. Und mögen Narkosemittel und Operationen heutzutage relativ sicher sein, aber immer wieder liest man von Eingriffen, die eben schief gingen. Da ist es auch wenig tröstlich, wenn sich hinterher herausstellt, dass der Patient einen unentdeckten Herzfehler oder unwissentlich eine Allergie entwickelt hatte.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, schnappte ich mir das Kind und ab ging es ins Krankenhaus. Dort wurden wir bereits erwartet und kurze Zeit später wurden wir zum Aufwachraum gebracht, wo meine Süße 10 Minuten später zur OP abgeholt wurde. Seltsamerweise war ich ab Verlassen der Wohnung total ruhig und gefasst, sämtliche Aufregung und Nervosität verschwunden. Ursprünglich dachte ich, ich könnte während der Wartezeit nix essen, aber als dann die Frühstücksdame mit ihren Essenswagen vor der Tür stand, hab ich mir ein Brötchen geben lassen und das zu meinem größten Erstaunen mit Appetit gegessen.

Nach 1,5 Stunden kam der Oberarzt ins Zimmer und an seinem Lächeln konnte ich ablesen, dass es meinem Mädchen gut ging. Man konnte bestimmt noch in der Nachbarstadt die mir vom Herzen fallenden Steine purzeln hören. Leider teilte mir der Arzt mit, dass die OP nicht wie geplant durchgeführt werden konnte. Durch die Doppelniere und den zusätzlichen Harnleiter lag im Blasenraum nichts da, wo es eigentlich liegen sollte und zusätzlich war die Ureterozelenschleimhaut im Weg und so konnte der Reflux, der zudem am gesunden Harnleiter und nicht wie vermutet am zusätzlichen, erweiterten Harnleiter existiert, nicht behoben werden.

Der Arzt entschied trotzdem, dass in 3 Tagen das Antibiotikum abgesetzt wird und wir schauen, was passiert. Die Chancen stehen wohl relativ gut, dass gar nichts passiert und die Kleene ihr Leben lang ohne Harnwegs- oder Nierenbeckeninfekte bleibt. Sollten vermehrt Infekte auftreten, müsste operiert werden und der Harnleiter verlegt und dann unterspritzt werden. Es könne auch sein, dass der zusätzliche Anteil der Doppelniere Probleme macht, weil er nicht vollständig ausgebildet ist und dann im Körper putzige Dinge auslöst, die zu Bluthochdruck führen. Dann müsste wiederum operiert und der zusätzliche Teil entfernt werden.

Tolle Aussichten, oder?

Eine halbe Stunde nachdem der Arzt mir das alles erklärt hatte, durfte ich in den Aufwachraum gehen und meinem Kind beim Schlafen zuschauen. Nach einiger Zeit ereilte mich ein menschliches Bedürfnis und weil es im Aufwachraum keine Toiletten gibt, tapperte ich wieder in mein Zimmer und auf dem Rückweg nahm ich mir ein Buch mit, war es doch völlig unklar, wie lange die Süße ihren Rausch ausschlafen würde.

Wieder im Aufwachraum angekommen, turnte da ein kleines Mädchen in seinem Bettchen rum, gut umsorgt von einer Schwester. Eben jene Schwester meinte ob meines erstaunten Blicks, dass es bei Kindern häufig so ist, als ob ein Schalter umgelegt wurde. Es ging der Kleenen also gut, nur war sie noch sehr wacklig auf den Beinen und fiel immer wieder mal beim Hüpfen um.

Als wir wieder im Patientenzimmer waren, wurde gerade das Mittagessen verteilt. Ich fragte die Schwester, ob und wann die Kleene was essen dürfte. Erstmal solle sie etwas trinken und wenn das drin bliebe, könnte man über feste Nahrung nachdenken. Der Vorschlag stief auf wenig Gegenliebe beim Patienten und etwas eigenmächtig gab ich ihr einen Pudding, den sie mit großem Appetit vertilgte. Eine Stunde später ließ ich sie aus ihrem Kinderbett frei, woraufhin sie sofort ins Spielzimmer stürzte, sich den Puppenwagen schnappte und diesen fortan 3 Stunden lang über die Krankenhausgänge schob. Die Schwestern schauten ein wenig verwundert, war mir aber egal, dass Theater, bis sie endlich „frei“ gelassen wurde, wollte ich niemanden antun.

Am nächsten Vormittag wurden wir entlassen und wir nutzten den Rest der Woche, diese weniger schönen Erlebnisse wegzukuscheln.

Tja, und seit heute hat mich die Arbeits- und Blogwelt wieder.

Würfelspiele

Es findet ja gerade der 100. Katholikentag statt, bei dessen Eröffnungsfeier ein Einspieler gezeigt wurde, in dem Katholiken kurz erzählten, was sie mit Gott und dem Katholizismus verbindet und warum das so toll ist. Ich empfand das eher als Anti-Werbefilm, da für mich viele Erzählungen so klangen, als müsste Gott aufwändig in den Alltag integriert werden, ohne davon einen wirklichen Nutzen zu haben. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass krampfhaft vermieden werden sollte, Gott und die Religion mit negativen Dingen wie Tod oder Verlusten in Verbindung zu bringen, wo meines Erachtens nach dies aber genau die Hauptpunkte sind, wo Religion stabilisierend und aufbauend wirken kann.

Nun mag diese Einschätzung daran liegen, dass ich Religionen eher skeptisch gegenüber stehe. Ich möchte niemandem seinen Glauben absprechen und die meisten Religionen predigen ähnliche Werte – tu niemandem weh und sei nett zu deinen Mitmenschen und der Umwelt – aber ich kann nach diesen Werten leben, ohne mich einer Glaubensrichtung anschließen zu müssen.

Dennoch habe ich manchmal den Eindruck, dass es eine höhere Macht gibt und der ist manchmal langweilig. Und weil Gott nicht würfelt*, denkt er sich eben andere Spielchen aus und sucht sich geeignete Opfer.

Uns, zum Beispiel.

Gerade ist es mal wieder arg krass bei uns. Da beruhigt sich die kleine Pubertät des Großen gerade und die Trotzphase der Kleenen ebenso, so dass wir eigentlich ein paar ruhigen Momenten entgegen sehen könnten, aber nö, da grätscht der Rest des Lebens rein.

Finanziell ist bei uns der Notstand ausgebrochen. Wir haben uns in keinster Weise von den Mammutausgaben im Herbst und Winter – Autokauf, Jahreskarte ÖPNV, neues Kinderzimmer für den großen – erholt, da kommen die nächsten Batzen auf uns zu.

Fußballdauerkarten, im Vergleich zur Vorsaison dürfen jetzt beide Kinder für ihre Karten zahlen.Ja, wir wussten, dass das jetzt auf uns zukommt und auch die Höhe war uns ungefähr bekannt. Nur hatten wir absolut keine Gelegenheit, irgendwie darauf zu sparen. Die Karten nicht zu kaufen ist auch keine Option, da wir sonst nur noch teurere Karten erwerben könnten und außerdem wollen wir unsere geliebten Stammplätze nur ungern hergeben, zumal diese Plätze in der preiswertesten Kategorie liegen.

Urlaub. Eigentlich nicht drin, aber wir brauchen den so dringend nach den Querelen von vor 1,5-1 Jahr. Ich zähle jetzt schon die Tage und Wochen, bis es los geht, obwohl die Finanzierung noch völlig unklar ist. Zum Glück haben wir Ferienwohnungen, wo wir uns selbst bekochen und verpflegen können, denn ein- oder zweimal pro Tag im Restaurant essen ist definitiv nicht drin. Maximal ne Tüte Pommes. Einmal. Pro Woche. Die Eintrittsgelder machen mir noch ein wenig Sorgen, aber auch da hoffe ich, dass wir noch ein paar niedrigpreisige Attraktionen finden werden.

Jetzt bete ich nur noch, dass nichts Unvorhergesehenes wie defekte Waschmaschinen oder ähnliches dazwischen kommt, denn das würde uns derzeit das Genick brechen.

Auf Arbeit ist es gerade nur bedingt schön, was jedoch nicht an meinen direkten Mitstreitern liegt, sondern daran, dass die Firma von einem externen Investor aufgekauft wurde, der dann wiederrum eine kleinere Konkurrenzfirma dazukaufte und jetzt versucht, diese beiden Firmen unter einen Hut zu bekommen. Das ist mit soviel Unsicherheiten und Umstrukturierungen verbunden, dass jeder versucht, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Daraus resultiert ein Klima des Anschwärzens, Schuld zuschieben und abwälzen, Themen blocken oder unbedingt durchdrücken. Wir als Rechenzentrum stehen irgendwie immer ganz am Ende und kriegen fast immer den Schwarzen Peter zugeschoben, obwohl wir in den allerwenigsten Fällen etwas für die Probleme können, sondern im Gegenteil, permanent dem Rest der Firma den Arsch retten müssen, so dass unsere eigentlichen Aufgaben regelmäßig zu kurz kommen, worüber sich wiederum alle aufregen, denn das Rechenzentrum liefere nie pünktlich seine zugesagten Arbeiten ab. Mittlerweile sind wir soweit, dass wir überlegen, probehalber mal 1 oder 2 Tage nichts zu machen, um dem Rest zu verdeutlichen, was wir alles machen und wie schnell die anderen ohne uns aufgeschmissen wären.

Bei meinem Mann ist es auch stressig, wenn auch ein wenig anders. Dort hat die Firma einen Prestigeauftrag an Land gezogen, der, so er erfolgreich erledigt wird, viele weitere große und lukrative Aufträge nach sich zieht. So ackern dort alle für den Erfolg, es wurde ein Urlaubsstop verhängt und jeder Mitarbeiter wurde zu 48 Wochenstunden Arbeit verdonnert. Das harmoniert ganz wunderbar mit unseren Kinderbetreuungspflichten und so zirkeln mein Mann und ich mit unseren Arbeitszeiten, damit ich auf der einen Seite nicht in die Minusstunden rutsche und mein Mann andererseits nicht das komplette Wochenende im Home Office rackern muss, um die geforderten Stunden zu bringen. Familienleben hat derzeit dadurch Pause und wir haben einen weiteren triftigen Urlaubsgrund mehr.

Weil das an Chaos noch nicht reicht, haben wir quasi als Backup noch die Doppelniere der Süßen. Für die war eigentlich für diese Woche ein OP-Termin angesetzt, aber leider wurde die Kleene 1,5 Wochen vorher krank, so richtig mit Fieber und Ausschlag, so dass die OP kurzfristig um mindestens 4 Wochen verschoben werden musste. Fetzt, wenn mal alles schon auf den Termin ausgerichtet und geplant hat, der Chef auf Arbeit umdisponierte und am Ende alles wieder rückgängig gemacht werden musste. Macht man sich wahnsinnig viele Freunde damit.
Zum Glück fand sich schnell ein neuer OP-Termin, diesmal am 20. Juni und ich bete, dass es dann mit der OP klappt, weil wir sonst erst nach dem Urlaub operieren können und ich wollte da eigentlich schon ohne das Antibiotikum wegfahren.

Als Sahnehäubchen samt Kirsche kam dann am Sonntag die Hiobsbotschaft, dass mein Schwiegervater massive Lungenprobleme bekommen hat, ins Krankenhaus eingeliefert  und dort ins künstliche Koma versetzt wurde. Jeder, der sich an Anna erinnert, wird wissen, dass es mir herzlich egal ist, was mit meinem Schwiegervater passiert, aber dennoch ist er der Vater meines Mannes und für ihn ist das eine enorme Belastung. Da angedeutet wurde, dass die Möglichkeit besteht, dass der Vater nicht mehr aus dem Koma aufwacht, wurde meinem Mann nahe gelegt, ihn doch bitte im Krankenhaus zu besuchen. Nun ist er hin und her gerissen, denn wegen der 48-Stunden-Woche hat er dafür überhaupt keine Zeit, von den Nerven ganz zu schweigen. Aber es ist eben auch der Vater und eventuell ist es die letzte Gelegenheit, ihn noch mal zu sehen. Drüber reden will mein Mann nicht, was soll er auch sagen, ich kenne seine Gemütslage auch so.

An dieser Stelle würde ich der höheren Macht gerne die Würfel wegnehmen, aber wie gesagt, Gott würfelt nicht!

 

* God does not play dice with the universe: He plays an ineffable game of His own devising, which might be compared, from the perspective of any of the other players [i.e. everybody], to being involved in an obscure and complex variant of poker in a pitch-dark room, with blank cards, for infinite stakes, with a Dealer who won’t tell you the rules, and who smiles all the time.
~ Good Omens, Terry Pratchett & Neil Gaiman
(Gott würfelt nicht mit dem Universum: Er spielt ein unbeschreibliches selbst erdachtes Spiel, welches man aus der Perspektive eines jeden der anderen Spieler [z.B. jedermann] damit vergleichen kann, dass man bei einer undurchsichtigen und komplexen Pokervariante mitmacht, bei der man sich in einem stockdunklen Raum befindet, mit unbedruckten Karten und unendlich hohen Einsätzen, mit einem Geber, der dir die Regeln nicht verrät und der die ganze Zeit lächelt.)

© Foto von Flickr/Steve Johnson „Dice“, (CC BY 2.0)

Vorzimmerdrache

Jetzt sitzt ich zwar bei meinem Chef mit im Büro, aber Feuer kann ich trotzdem ganz ordentlich speien. Besonders, wenn jemand versucht, meinen Chef oder mich oder gar uns beide zusammen zu ärgern!

Mein Chef ist derzeit für eine Woche im Urlaub. Hat er sich verdient und den soll er auch genießen. Und zwar in Ruhe. Dass er dennoch mindestens einmal täglich seine Mails checkt und diverse Anrufe anderer Kollegen entgegennimmt, kann ich nicht verhindern, es sei denn, ich lasse seinen VPN-Zugang sperren, worüber ich bereits ernsthaft nachgedacht habe. Ich finde, Urlaub ist Urlaub und es muss möglich sein, dass der Laden mal eine Woche ohne meinen Chef läuft.

Nachdem nun mehr oder wenige alle anderen wichtigen Personen im Unternehmen mitbekommen haben, dass mein Chef ganz 4 Tage nicht im Haus ist, packten sie ihm die Woche davor bis oben hin mit Terminen zu. Da ich krank war, konnte ich dagegen nicht viel ausrichten, vertraute aber darauf, dass quasi eine natürliche Auslese bei den Besprechnungsterminen stattfinden wird.
Allerdings sind nun all jene, die letzte Woche nicht mehr dran gekommen sind, äußerst erpicht darauf, sofort als erstes in der nächsten Woche angehört zu werden. So hagelte es eine Einladung nach der anderen und aktuell sieht der Kalender meines Chefs so aus, dass er durchgehend von Montag bis Mittwoch in allen verfügbaren Zeitslots mindestens zwei, meist sogar drei parallele Termine hat.

Was ich als unwichtig erachtet habe oder wo er nur optional eingeladen wurde oder wo zeitgleich Vorstandstermine angesetzt wurden, habe ich umgehend abgesagt. Dennoch sind viele Termine übrig, die ich nicht einschätzen kann und über die mein Chef am Montag selbst entscheiden soll.

Dennoch fühlen sich einige berufen, noch wichtiger zu sein und verlangen dann von mir, in dem eh schon übervollen Kalender trotzdem noch einen Termin reinzuquetschen und dafür andere Termine abzusagen. Sowas kann ich ja richtig gut leiden, da lauf ich sofort zur Höchstform auf. Meist reicht es, wenn ich diesen Experten schlicht den Kalender zeige und darauf hinweise, dass mein Chef sich nicht zerteilen kann und es einfach keinen freien Termin mehr gibt. Mitunter weise ich bei besonders hartnäckigen Exemplaren zusätzlich darauf hin, dass generell von meinem Chef verlangt wird, dass er Termine vor- und nachbereitet und wie er das bitteschön machen soll, wenn er pausenlos – im wahrsten Sinne des Wortes – in Besprechungen sitzt.

Der Kandidat heute war allerdings besonders lustig. Er meinte, ich könne doch die halbe Stunde vor dem wirklich ersten Termin für ihn blocken, da wäre ja nur Themenbearbeitung. Diese halbe Stunde steht nicht ohne Grund dort, denn wenn mein Chef hier nach einer Woche Abwesenheit wieder aufschlägt, dann stehen 5 Sekunden später 7 Leute an seiner Tür und wollen mit ihm sprechen. Da hat der gute Mann gerade mal seine Tasche abgestellt, aber noch nicht die Jacke ausgezogen oder gar seinen Rechner eingeschaltet. Und bis die 7 Personen verarztet sind, ist die halbe Stunde locker rum und er wird vermutlich zu spät zu seinem ersten Termin kommen. Und dort rein soll ich jetzt noch einen Termin knallen?

Ich denke nicht!

Das sagte ich dem Kandidaten, auch in dieser Ausführlichkeit und mit entsprechendem Nachdruck, woraufhin er trotzig rumbrabbelte, dass es hier schließlich um Kunde XY-Superwichtig ginge und wenn ich das denn verantworten könnte, dass das Gespräch nicht stattfindet, etc. blabla.

Oh ja, kann ich, weil es selbst mit Blocker unwahrscheinlich ist, dass das Gespräch genau zu diesem Zeitpunkt stattfindet – aus oben angeführten Gründen. Es werden sich vielleicht zwischen den Terminen kleine Zeitfenster für das Telefonat finden lassen, aber die auch nur spontan und vor allem mit der Möglichkeit, dass mein Chef überhaupt erstmal erfassen kann, worum es eigentlich geht.

Der Kandidat zog dann beleidigt ab und meinte im Weggehen, dass er eine Mail schreiben würde und dann solle mein Chef eben selbst entscheiden.

Ich kann nicht ausschließen, dass dies eine Drohung war, aber Drachen haben dicke Schuppen 🙂

© Foto von Flickr/Björn Rudner „Drache“, (CC BY-SA 2.0)

 

Kindergartenschließzeit

Wer sowas erfunden hat, veranstaltet auch Kindergeburtstage oder war in einem früheren Leben Mitarbeiter bei der Spanischen Inquisition.

An die zwei Wochen Schließzeit zu Weihnachten und in den Sommerferien haben wir uns gewöhnt und können uns gut darauf einrichten bzw. sind die Tage eh schon komplett durchgeplant. Anders jetzt bei der für uns spontanen Auszeit in den Osterferien.

Der Kindergarten hatte es versäumt, uns den Jahresplan zu schicken, in dem alle geplanten Schließzeiten vermerkt sind. Nur weil wir gerade unseren Jahresurlaub planten und ich wissen wollte, wann der Kindergarten geschlossen hat, um das entsprechend berücksichtigen zu können, erfuhren wir drei Tage vor Ostern, dass die 4 Tage danach keine Betreuung stattfindet.

Nachdem ich nun schon mehrfach dieses Jahr sowohl spontan als auch geplant ausgefallen bin und meine Probezeit immer noch nicht vorbei ist, hielt sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Zudem habe ich nur noch 7 Tage Urlaub übrig und die wollte ich ganz gemütlich um Weihnachten rum nehmen. Dem Chef also gebeichtet, vor welcher Herausforderung wir stehen und dass ich sehr kurzfristig zwei Tage Urlaub nehmen müsste, er aber entscheiden könnte, ob ihm Dienstag + Mittwoch oder Donnerstag + Freitag lieber seien.

Überraschenderweise sah mein Chef das ganz entspannt, 3 Tage Vorlauf wären doch viel, er hätte selber schon mal mit zwei Kindern vor der geschlossenen Kita gestanden, weil er die Schließzeit verpennt hatte und bei ihm kam noch erschwerend hinzu, dass keiner seiner beiden Chefs anwesend war und so auch niemand seinen Urlaub genehmigen konnte.
Feine Sache, so ein Chef.

So hatte ich vorgestern und gestern frei. Zum Glück hatten wir den Großen schon vorher für die Osterferien an die Großeltern verkauft, aber er hätte auch in den Hort gehen können. Blieb nur die Kleene und sie ist gerade in einer sehr anstrengenden, weil sprunghaften Phase. Sie kommt mit einem Buch an, doch kaum ist die erste Seite durchgelesen oder angeschaut, klappt sie das Buch zu, rennt los und holt ein neues. Manchmal kann ich sie überreden, das Buch bis zum Ende anzuschauen und Details auf den Bildern zu finden, aber oft genug ist plötzlich der Teddy interessanter. Oder die Wasserflasche.

So bespaßte ich meine Süße nach Leibeskräften, wir frühstückten ausgiebig zusammen, ich las mit ihr alle Bücher durch. Zweimal. Spielte 5 Mal Hoppe-hoppe-Reiter und baute tischhohe Duplosteintürme.
Geschafft dachte ich, es wäre Zeit für den Mittagsschlaf, doch als ich auf die Uhr schaute, war es gerade 9:30 Uhr. Uahhhhh!

Dann eine Runde zum Spielplatz, aber genau in dem Moment ging ein Wolkenbruch nieder. Sandschäufelchen wieder weggepackt, draußen war keine Option, zumal ein ekliger Wind aus Westen übers Land fegte.

In meiner Verzweiflung schaltete ich Kika an, das hat tatsächlich geholfen, denn zwischen der 3., 4. und 5. Vorleserunde (Ich kann jetzt die Eule mit der Beule und den Grüffelo auswendig. Rückwärts! Ich weiß bei den Wimmelbüchern, wo jedes einzelne Objekt ist, mit geschlossenen Augen, nur durch das Geräusch beim Umblättern der Seite! Warum noch mal wurde Wetten, dass?! eingestellt?) schaute sie sich immer mal wieder ein bisschen die Trickfilme an.

Zum Mittagessen verspachtelten wir mit großem Genuss bunte, hartgekochte Eier. Meine waren fein säuberlich geschnitten auf einem Brot verteilt, die Kleene stopfte ein Ei im Ganzen in den Mund und kauwürgte die nächsten 10 Minuten daran herum. So haben wir die Zeit bis 13 Uhr geschafft, dann ging es zum Mittagsschlaf, den wir beide nötig hatten und der bis halb vier dauerte.

Das Wetter war immer noch mies und ich entschied mich für Wäsche machen. Also zuerst trockene Wäsche von der Leine nehmen, mit tatkräftiger Unterstützung meines Mädchens, die schon sehr gut Wäschestücke von der Leine angeln kann und diese dann großzügig im Raum verteilt, ganz besonders in den Ecken mit den Wollmausbrutstätten. Bei der frisch gewaschenen Wäsche ist es anders herum, da werden die feuchten Socken erst den Wollmäusen vorgestellt, bevor sie dann in der Nähe des Wäscheständers auf den Boden geworfen werden.

Immerhin ging dadurch die Zeit gut rum und bald darauf konnte Daddy, der glücklicherweise arbeiten durfte, übernehmen, während ich ganz freiwillig das Abendessen kochte.

Der zweite Tag lief ähnlich ab, nur dass uns mittendrin die Eier ausgingen. Außerdem versuchte ich, das Kindlein für jeweils kurze Zeit alleine zu lassen, um den Geschirrspüler einzuräumen oder im Kinderzimmer des Großen zu werkeln, was jedes Mal darin resultierte, dass ich das Wohnzimmer hinterher aufräumen musste. Waren dem Großen in diesem Alter unsere Dinge vollkommen egal, räumt die Kleene mit Vorliebe unsere Tische leer, öffnet alle Schränke, räumt sämtliche Bücher und CDs aus den Regalen und dekoriert alles mit Duplosteinen.
Ein Gutes hat das Ganze aber: Man kriegt mit aufräumen, fluchen und putzen ziemlich gut die Zeit rum.

Zum Glück durfte ich heute wieder auf Arbeit, in den anderen Kindergarten 😉

 

Reiseblog

Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass mein drittletzter Blogeintrag mir ungewöhnlich viel Traffic und 3 neue Follower (Herzlich Willkommen!) beschert hat. Scheint, dass Reiseblogs nach wie vor beliebt sind und bevorzugt b/gesucht werden.

Das Doofe ist jetzt aber, dass ich das Reisethema aus diesem Blog ausgegliedert und dafür ein separates Blog geschaffen habe: 9erblogunterwegs.

Ja aber, da ist doch gar nichts mehr los!

Im Prinzip ja, aber nein. Ich habe mir fest vorgenommen, die Italienreise vollständig zu verbloggen und zwar bevor wir uns zur Nordsee aufmachen. Wer also an Reiseberichten interessiert ist, folge mir bitte dort.

Und damit mein Vorhaben nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, habe ich heute sogar einen neuen Blogeintrag verfasst: Italien, Tag 4: Pisa.

Ihr könnt aber auch hier bleiben, weil ich vermutlich ja doch jeden Eintrag hier rebloggen werde 😛

Reiselust

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick!

Kaum schauen die Schneeglöckchen der Sonne entgegen, machte sich in mir eine Unruhe bemerkbar, die ich zunächst nicht zuordnen konnte. Erst nach und nach kristallisierte sich heraus, was mich umtrieb. Verstärkt wurde dies durch Gespräche von Kollegen und diversen Zetteln in Schule und Kindergarten. Alles drehte sich um den Sommerurlaub und alle Welt schien bereits bestens darauf vorbereitet, nur wir hatten mal wieder gar keinen Plan.

Wir wussten noch nicht mal, wann hier die Sommerferien sind. Oder wann der Hort schließt. Oder der Kindergarten.
Von einem Reiseziel ganz zu schweigen.

Früher hatten wir den Plan, nach Holland zu fahren, weil das nicht so weit weg ist. Dann war das nicht exotisch genug, also liebäugelten wir mit dem Baltikum. Weil sich dort aber so eine komische russische Exklave dazwischen gemogelt hat, war die Anreise an Land ziemlich lang, so dass ich testweise den Seeweg probierte. Der war aber so unglaublich teuer, dass ich dachte, wir könnten auch gleich nach Finnland fliegen. Da sind aber die Mietwagenpreise jenseits von gut und böse, also schied das als Option auch wieder aus.

Kurz nochmal zu den Inseln geschielt, Schottland oder Irland, aber da fehlte mir der Enthusiasmus. Griechenland wollte ich immer schon mal hin, ist ja geschichtlich nicht ganz uninteressant und wirtschaftlich kann das Land jeden Cent gebrauchen, aber in der aktuellen Situation sind Strandbesuche ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Italien waren wir erst, Spanien und Frankreich interessieren mich gerade nicht und Portugal ist zu weit.

Tja, und das war’s auch schon fast, was europäische Ziele mit Strandzugang angeht. Zurück auf Anfang: was nochmal sprach gegen Holland?

Eigentlich nichts, dafür gab es aber diverse Pros:

  • mein Cousin wohnt seit über 20 Jahren in Utrecht
  • ein sehr guter Freund stammt aus der Ecke
  • vor 20 Jahren machten wir als Abiabschlussfahrt einen einwöchigen Segeltörn übers Ijsselmeer
  • Amsterdam würde ich mir gerne näher anschauen
  • die Belgier und Niederländer können sehr lustige Grenzen ziehen
  • ich hab auf Anhieb eine sehr preiswerte Unterkunft im Zielgebiet gefunden

Und weil wir schon mal in der Gegend sind, hängen wir zu den 2 Wochen Holland eine Woche Belgien dran. Einfach weil wir es können und wir vergangenes Jahr keinen Urlaub, nicht mal einen ganz kurzen, hatten.

Habt ihr Ziele in Belgien oder den Niederlanden, welche man unbedingt gesehen haben muss? Kindgerechte Aktivitäten, außer am Strand Steine oder Sand ins Wasser werfen? Gibt es irgendwas zu beachten?
Ich bin wie immer für jeden Tipp dankbar!

© Foto von Flickr/Moyan Brenn „Holland“, (CC BY 2.0)

Viel zu viel

zu tun für zu wenig Zeit!

Ich war mal wieder für ein (sehr) langes Wochenende bei meinen Eltern und hab da so einiges erlebt, über das ich bei Gelegenheit mal schreiben muss. Außerdem spannen mich die Artikel meines Reiseblogs ordentlich ein, da ich mir vorgenommen habe, diese in beschwingt-leichter Form zu verfassen, ich aber nicht immer in der passenden Stimmung bin. Dann arbeite ich an zwei längeren Texten, einer davon über Boris. Der ist, im Gegensatz zum zweiten Text, schon fertig in meinem Kopf und muss eben nur noch zu Papier auf den Bildschirm gebracht werden.

Organisatorisch hängt auch einiges in der Warteschleife. Der Urlaub war teurer als gedacht und ich muss dringend zur Bank. Dooferweise war der erste Versuch daran gescheitert, dass ich den kontoauszuggleichen Wisch, der nach Aussage des Bankangestellten mein Sparbuch repräsentiert, nicht bei mir hatte. Vor einem Jahr ging es zwar auch ohne, wenn auch mit dem eindringlichen Hinweis, dass es ohne das Sparbuch nicht geht, letztendlich fand aber die nette Schalterdame doch einen Weg. So muss ich jetzt also wieder mitten in die Stadt.
Wir müssen noch das Schreiben an unsere Wunschschule fertig machen, damit der Große im nächsten Jahr dort und nicht in der bronxnahen Einrichtung eingeschult werden kann. Mein Mann macht sich diesbezüglich schlau, stolpert dabei jedoch ständig über neue Hindernisse. Aktuell geht es darum, alle Argumente zusammenzutragen, da nachträglich angebrachte Gründe nicht berücksichtigt werden.
Der in Italien passierte Hagelschaden muss auch noch begutachtet werden. Ich kann dazu zwar jederzeit wochentags bei der Dekra vorbei schauen, muss aber vorher mit dem Auto in die Waschanlage. Hab ich ewig nicht mehr gemacht. Ich hoffe, ich weiß noch, wie das geht und vor Allem hoffe ich, dass das Auto dabei nicht auseinander fällt, denn insgeheim denke ich, dass es größtenteils nur noch durch den Dreck zusammen gehalten wird. Wie auch immer, es hat heute so dolle geregnet, dass sich eine Wagenwäsche überhaupt nicht gelohnt hätte und jetzt kann ich das frühestens freitags nachholen, da ich morgen zur Bank will, weil die am Freitag nur bis 12 Uhr geöffnet hat.

Die Katzen wollen bespaßt werden, so richtig verkraftet haben die unsere 3-wöchige Abwesenheit noch nicht. Und auch wir wollen unseren Spaß und deswegen habe ich meinem Mann die Erweiterung für Diablo 3 gekauft. Da es aber blöd ist, wenn er alleine das spielt und mir die ganze Zeit den Mund wässrig macht mit den tollen Neuerungen und Items und überhaupt und das ganze gerade im Angebot war, hab ich mir die Erweiterung auch gekauft und würde jetzt am liebsten die ganze Zeit zocken. Tja, wären da nicht die ganzen oben stehenden Punkte und mein süßes Mädchen.

Das nämlich lenkt mich durch ihr Süßsein und ihr rasantes Wachstum von allen anderem ab und so sitze ich lange neben ihr und schau ihr beim Turnen und Glücklichsein zu.

Manchmal

wünschte ich mir ein klitzekleinwenig mehr Anerkennung für das, was ich so tue.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass jeder denkt, ich bin den ganzen Tag zuhause und müsste doch massig Zeit haben, am besten noch schön Chips futternd auf dem Sofa lümmelnd.

Mag sein, dass sich gerade der Vorurlaubsstress so richtig bei mir bemerkbar macht, trotzdem bin ich aktuell herb enttäuscht und kurz davor, aufzugeben. Mag jetzt dramatisch klingen, ist aber wohl nur eine kleine Sache, die mir an sich viel Spaß bereitete, der sich nun verflüchtigt hat.

Ich habe mit Freunden eine kleine Fussballtipprunde. Meist bin ich da sehr erfolgreich Letzter und schau den anderem beim Kampf um den Titel Popcorn futternd aus der Ferne zu. Diese Saison allerdings hab ich einen recht guten Start hingelegt und es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen aller Beteiligter.

Bis heute. Heute standen wieder Spiele an und wir wurden auch dran erinnert, doch war ich einfach viel zu beschäftigt mit Sachen zusammen suchen, Taschen packen, Verpflegung für die Fahrt organisieren, die morgige Familienfeier, an der wir zwar nur teilnehmen, die aber trotzdem 150 km entfernt stattfindet, nicht aus den Augen zu verlieren, die Katzensitter einzuweisen, meine Familie zu verköstigen, die Kleene zu bespaßen und generell alle Bälle in der Luft zu halten, um noch an diese Spiele bzw. die Tipps zu denken. Erst als der Große im Bett, der ganz Große satt und die Kleene dankenswerter zwischendurch einfach mal so eingeschlafen ist, hatte ich wieder Zeit, mich an den Rechner zu setzen und da fiel mir die Geschichte sofort siedendheiß wieder ein.

Ich fragte den Spielleiter, ob ich die Tipps noch abgeben darf, ich hätte auch nicht gelunscht, er nannte mir die Ansetzungen, ich tippte einfach ins Blaue und stellte danach erfreut fest, dass ich ganz gut getippt hatte. Bis mir der Spielleiter mitteilte, dass er die Tipps nicht mehr nachtragen würde, es wären ja alle Spiele schon zu Ende gewesen.
Warum sagt er dann erst ja?

Ich erklärte ihm die Situation, er erwiderte, dass er nicht weiß, wie er das den anderen Teilnehmern gegenüber rechtfertigen soll. Reicht meine Begründung (siehe oben) nicht als Erklärung aus? Ist es echt zuviel verlangt, solche außergewöhnlichen Umstände zu berücksichtigen? Durch die Nicht-Tipps liege ich jetzt so weit zurück, dass ein weiteres Mitspielen sinnlos erscheint. Und irgendwie ist mir auch die Lust daran vergangen.

Ist bestimmt alles total kindisch und in einiger Zeit werde ich mich aufregen, dass ich mich darüber aufgeregt habe, aber gerade jetzt im Moment ist mir einfach nur zum Heulen. Vermutlich brauche ich wirklich einfach nur Urlaub.

Uns gibt’s noch

Wir sind nur schwer beschäftigt mit den letzten Urlaubsvorbereitungen. In gut einer Woche geht es los und ich versuche einfach, alle noch zu erledigenden Aufgaben im Blick zu behalten. Ich schreibe Listen, was wir alles einpacken müssen und was geklärt werden muss und ganz plötzlich finde ich die Zeit ziemlich knapp.

Meine Süße mit ihrer fordernden Art ist nicht sonderlich hilfreich. Ich habe gestern über eine Stunde gebraucht, um Wäsche von Trockner abzunehmen und neue aufzuhängen. Ich muss die nächsten Tage unser geordnetes Chaos beseitigen, da wir zwei verschiedene Katzensitter während unserer Abwesenheit in unserer Wohnung haben werden und da sollte es wenigstens ein bisschen ordentlich aussehen. Dass schon eine Menge Urlaubssachen rumliegen, erleichtert die Aufgabe auch nicht.

Und an was wir alles denken müssen. Eine möglichst kleine Kühltasche samt Kühlakku für das Antibiotikum der Kleenen. In den Pensionen und Hotels gibt es zwar Kühlschränke (hoffentlich), aber auf den Wegen dahin brauchen wir externe Kühlung. Das Reisebett dürfen wir nicht vergessen. Wir haben überall 4-Bett-Zimmer gebucht, aber so ein Bett mit hohem Rand ist schon besser. Handtücher und Bettwäsche, da wir das sonst für viel Geld mieten müssen in einigen Unterkünften.

Ein paar Termine für nach dem Urlaub müssen vereinbart werden, das Leben geht hinterher weiter, aber mir ist derzeit gar nicht nach telefonieren. Die große Katze muss vorm Urlaub noch zum Tierarzt, ihre jährliche Impfung abholen. Seit gestern ist unser Navigationsgerät auf dem neuesten Stand, was mich weitere 4 Stunden gekostet hat. Zwei Stunden habe ich gebraucht, damit der TomTom-Server das Gerät erkennt und mitbekommt, dass es dazu den kostenlosen Kartenaktualisierungsservice gibt. Das Update selbst lief dann problemlos und nebenbei, aber die Nerven, die es mich bis dahin gekostet hat.

Die sind eh grad nicht sonderlich dick. Ich bin permanent leicht panisch, ob unsere Planungen hinhauen, ob alles gut geht, ob wir an alles gedacht haben. Klamotten für 3 Wochen ohne Waschmaschine müssen pünktlich sauber sein. Dazu habe ich die Klamottenkartons der Größe 74/80 geplündert. Die Süße ist zwar erst auf dem Weg zur 68, aber nur mit Hilfe der größeren Sachen bekommen wir die 3 Wochen überbrückt. Jetzt liegt ein Großteil davon ein wenig unordentlich im Schlafzimmer rum, da das Klamottenregal für diese Menge schlicht zu klein ist.

Die Tage direkt vorm Urlaub werden am heftigsten. Sämtliche Sachen müssen am Donnerstag, allerspätestens Freitag gepackt sein. Am Sonnabend haben wir keine Zeit. Da ist erst Fußball, von dort fahren wir direkt zu meinen Eltern, meine Tante, Cousine und deren Sohn feiern gemeinsam runde Geburtstage und es kommt mal wieder die gesamte Familie zusammen, was ich auf keinen Fall verpassen möchte. Abends geht es wieder nach Hause, dann packen wir alle Sachen ins Auto, ich versuche, mindestens 5 Stunden zu schlafen. Mitten in der Nacht, derzeitiger Planungsstand zwischen 3 und 4 Uhr, werden Kinder und Mann ins Auto gepackt und es geht auf gen Süden mit dem Ziel, dass der Nachwuchs so viel Autobahnzeit wie möglich einfach verschläft. Ich hoffe, wir sind gegen 9 Uhr, spätestens 10 Uhr in München, denn dann hat der Kleene wenigstens was zu Angucken, wenn er aus dem Fenster schaut. Die Autobahn ist bis dorthin einfach nur pottelangweilig. Später treffen wir uns in Österreich kurz mit meinen Eltern, die dann auch gerade auf dem Weg in den Urlaub sind. Geplant ist, dass wir für ein paar Stunden etwas zusammen unternehmen, bevor sie ins Zillertal und wir zum Gardasee weiterfahren.

Während dieser ganzen Planungszeit werd ich das Gefühl nicht los, dass ich etwas Wichtiges übersehen habe. Aber das ist wohl ganz normal …

Nachtrag: der doofe Badspiegelschrank hängt leider immer noch nicht wieder. Beim ersten Versuch ist mir der Dübel samt Turbokit und diversen Steinchen und Putzteilen entgegengekommen. Ich werde nicht drumrum kommen, neue Löcher zu bohren.