Startklar

Also, von mir aus kann es losgehen.

Meine Liste ist soweit abgearbeitet:

  • Die Taschen für den Kleenen sind gepackt. Ja, es sind 2, eine wird im Kindergarten deponiert, für den Fall, dass es wochentags losgeht und der Große direkt aus dem Kindergarten abgeholt werden muss. Die andere ist fürs Wochenende. Beide Notfalldienste sowie das Kind wurden entsprechend informiert.
  • Die Vollmachten für unsere Freunde, bei denen der Kleene unterkommt, sind erstellt und werden morgen verteilt.
  • Der Brief fürs Amtsgericht ist endlich geschrieben und geht morgen in die Post. Keine Ahnung, warum ich mich wieder so ewig davor gedrückt habe.
  • Die Telefonnummern von 3 Hebammen sowie direkt vom Geburtshaus sind im Handy eingespeichert.
  • Die väterliche Notfallversorgung mit Nervennahrung, Kaffeeersatz und brauchbarem Tee, umgangssprachlich Care Paket, wurde gesichert.
  • Taxigeld ist im Prinzip da. Derzeit ist es noch das Geburtstagsgeld vom Kleenen, welches in den nächsten Tagen ersetzt wird, sobald wir einem Geldautomaten näher gekommen sind.
  • Mein Mann konnte seinen Chef zu Urlaub auf Abruf überreden und steht jetzt für eine Woche nach der Geburt zu Hause zur Verfügung.*
  • Wir haben finale Bauchfotos gemacht. Ich hatte zwischendurch die Befürchtung, nicht mehr dazu zu kommen und dann hätte ich nur ein Bild aus der Mitte der Schwangerschaft.
  • Die Sachen für direkt nach der Geburt sind beschafft. Dazu gehören super sexy Netzunterhosen, extra große Wochenbettvorlagen ohne Plastik und krankenhausgrüne Auslaufschutzunterlagen.
  • Das Milcheinschusspräventionspaket, bestehend aus Quark und Pfefferminztee, steht bereit.
  • Das Bad ist geputzt 😉
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38+0

Was noch fehlt:

  • Die Geburtshaustasche muss gepackt werden. Das erledige ich morgen, heute bin ich zu müde dazu.
  • Die Fenster müssen geputzt werden. Leider ist mir das Fensterputzi ausgegangen.
  • Der Rest der Wohnung könnte auch gereinigt werden, der richtige Frühjahrsputz wird wohl auf nächstes Jahr verschoben 😉

Das Gefühl, trotzdem irgendwas vergessen zu haben, werd ich so oder so nicht mehr los. Mir fällt aber auch nix mehr ein.

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Ja, die Idee ist geklaut, aber mein Mann weigert sich, mir eine Sonnenblume oder ähnlichen Kitsch auf den Bauch zu malen.

Habt ihr noch Ideen, was ich tun kann, um die Wartezeit zu überbrücken oder den Krümel zu überreden, sich auf den Weg zu machen oder was ich vergessen haben könnte?

* Die Geschichte ist natürlich viel verworrener und sooooo typisch für meinen Mann, aber das erzähl ich vielleicht in einem separaten Beitrag.

Loslassen

Beim gestrigen Vorsorgetermin sagte meine Hebamme zu mir, dass die Geburt erst starten würde, wenn ich auch innerlich bereit bin, loszulassen.

Seitdem denke ich darüber nach und ich bin tatsächlich noch nicht soweit. Im Moment genieße ich einfach die intime Zweisamkeit, die ich mit dem Krümel habe. Jeder Tritt ist ein kleine Dialog zwischen uns. Ich spüre, wie er sich im Bauch wohl fühlt, wie sicher es  da ist. Draußen lauert nur die böse, böse Welt und der Weg dahin ist auch nicht ohne. Erschwert wird das Loslassen zusätzlich dadurch, dass mein Mann und ich beschlossen haben, dass es wohl das letzte Kind bleiben wird.

Am Anfang, als der Himmel noch voller Geigen hing, sprachen wir immer von drei Kindern, die wir haben wollten. Mein Mann kennt es, viele Geschwister zu haben und wollte das auch seinen Kindern weiter geben. Ich kenn nur die Einzelkindseite und wollte dies für meine Kinder unbedingt vermeiden. Doch es ist wirklich nicht einfach in diesem Land, Kinder zu haben. Ich bewunder Familien, die 4, 5 oder noch mehr Kinder haben und frage mich, wie sie das machen. Und es geht dabei nicht nur um die staatlichen Angebote wie Krippen- oder Kindergartenplätze. Vor allem ist es ein gesellschaftliches Problem, welches Kinder nur bedingt akzeptiert. Beispielsweise bei meinem Mann auf Arbeit, wo sich zwei Kollegen jeweils abwechselnd in die Weihnachts- und Osterferien teilen müssen – bei einem Job, der es wirklich verkraftet, wenn die beiden mal eine Woche gleichzeitig ausfallen, besonders wenn es noch vorher angekündigt wird. Aber so lange sich der kinderlose Chef auf Kosten seiner Untergebenen bei den ebenfalls kinderlosen Bossen profilieren will, wird sich da nix ändern.

Finanziell werden mehr Kinder auch zum Wagnis. Wie oft muss ich mir vorwerfen lassen, dass ich eine Rabenmutter bin, wenn ich nach einem Jahr wieder voll arbeiten will und muss und das Kind in eine Krippe stecke. Bringt es einem Kind wirklich mehr, wenn es zuhause von seiner totunglücklichen, weil unterforderten Mutter betreut wird, die viel lieber arbeiten gehen würde? Was nützt das Kindergeld, wenn es derzeit in der kompletten Höhe vom Kindergartenbeitrag aufgefressen wird? Vom Krippenbeitrag mal ganz zu schweigen.

Also bleibt es wohl bei den beiden Kindern. Und für das zweite ist noch nicht alles vorbereitet. Wir haben zwar eine Betreuung für den Großen während der Geburt gefunden, aber bis auf ein generelles OK ist da noch nichts geklärt. Falls die Geburt über Nacht geht, wo kann der Kleene schlafen? Wie ist das mit dem Kindergarten, müsste der Ersatzpapa auf Zeit evtl. den Erziehern vorgestellt werden, falls das Kind von ihm abgeholt oder gebracht werden muss? Wie erfolgt der Transport zur und von der Ersatzfamilie? Was muss alles in die Kindertasche gepackt werden?

Haben wir zuhause wirklich alles vorbereitet? Ich hab dauernd das Gefühl, irgendetwas total wichtiges vergessen zu haben, doch immer wenn ich meine interne Checkliste durchgehe, ist alles vorhanden. Es ist auch nicht hilfreich, dass mein Mann bislang seinen Chef noch nicht davon überzeugen konnte, dass er nach der Geburt, quasi auf Zuruf, eine Woche Urlaub nimmt. Dies allerdings ist notwendig, damit mir meine Hebamme auch die Geburt im Geburtshaus erlaubt, denn sie ist nicht bereit, eine direkt nach der Geburt herumwuselnde Neumama zu betreuen, weil dies zu allen möglichen Komplikationen führen kann.

Dann doch lieber alles so lassen, wie es jetzt ist *seufz*

Ferdsch

wie man hier in unserer Gegend so sagt 🙂

Alle Sachen von der Leine sind trocken und wurden ihren Bestimmungsorten übergeben.

Schnuffeltuch, Kissen, Beschützerdrachen, Schlafsack, Matratzenschoner und Bettlaken im Bett:

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Alle Klamotten im Regal, bis auf die kleinen Jäckchen, die hängen in Papas Kleiderschrank:

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Da sind zwar auch ein paar Sachen in Größe 62 dabei, aber ich hab mir sagen lassen, dass die Kleinen da unglaublich schnell reinwachsen 😉

Unglaublich

was sich so über die Jahre ansammelt.

Ich habe heute sämtliche Babysachen zusammengesucht, die der Krümel für die ersten Wochen und Monate so braucht. Dabei stieß ich auf Unmengen an Babyklamotten, und zwar nicht nur die, die ich vor ein paar Monaten schon rausgekramt hatte. Nein, in diversen Kisten waren noch Jacken, Mützen, Socken (noch mehr Socken), Skianzüge und ähnlicher Kram. Da ich heute sämtliche Babytextilien waschen wollte, packte ich alles vor die Waschmaschine.

In der Waschmaschine lagen schon die neu gekauften Bodies, die neuen Bettlaken und Matratzenschoner, das neue Kapuzenbadetuch. Beim Wühlen in den Kisten kamen noch mein Tragetuch, zwei Kinderwagenkuschelsäcke, eine Babydecke, drei Babyschlafsäcke, zwei Kissen, eines davon mit einem Loch für eine schöne Kopfform, die Wickeltischauflage, den Babyschalenverkleiner, zwei Mobile und diverses Babyspielzeug zum Vorschein.
Der Stapel vor der Waschmaschine erinnert jetzt an den Mont Blanc und ich werde mit Sicherheit drei oder mehr Maschinenwäschen brauchen, um alles abzuarbeiten.

Was jetzt noch fehlt, ist unsere orangene Puckdecke.
Und ich muss das Regal immer noch an die Wand schrauben und die Bilder aufhängen.
Aber ich habe endlich noch die verbleibenden Klinken zum Kinder- und Schlafzimmer auf Hochkant gestellt, weil mir die Katzen mit ihrem ständigen Klinkenspringen gehörig auf den Keks gehen. Außerdem möchte ich nicht, dass wenn der Krümel friedlich in seinem Bettchen schläft, er dann von den Katzen gestört wird. Das können die nämlich richtig gut.

Vielleicht schaffe ich es später noch mit meinem Mann zusammen, das Regal und die Bilder aufzuhängen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag.