Alles halb so schlimm

Als ich meinem Mann von den Plänen erzählte, den Flur zu entrümpeln, war er erwartungsgemäß wenig begeistert, vor allem deswegen, weil es für ihn wieder jede Menge Arbeit bedeutet, wie er meint. Ganz besonders der Keller machte ihm Sorgen, weil der nach seiner Aussage gut vollgestellt sei.

Da ich keine Ahnung hatte, was denn unseren Keller so vollstellt, machte ich mir heute selbst ein Bild von der Lage. Es haben sich im Laufe der Zeit 3 Kinderwagen angesammelt – braucht zufällig jemand einen? Dazu ein altes schnurloses Telefon und ein defekter Router. Der übrig gebliebene 3. Teil unserer Glasduschwand, nachdem der Mittelteil kaputt gegangen war und durch modifizierte Bauweisen Mittel- und Endteil ersetzt werden mussten. Unser altes Antonius-Regal, das selbst geschenkt niemand haben wollte. Die alte Babybadewanne. Ein riesiger Stapel Umzugskartons. Ein alter Computerröhrenmonitor mit Originalkarton. Jede Menge Farbeimer und Malerzubehör wie 10 noch ungeöffnete Abdeckplanen, Malerrollen und Abstreichgitter. Eine alte Eisenbahneruniform. Das Stoffrollo aus meinen alten Stuttgarter Zeiten. Und noch so einiges an Krempel und Krimskrams.

Vieles davon sollte dem Sperrmüll anheim gegeben werden. Die Kinderwagen könnten wir spenden. Die Umzugskartons allerdings müssen wir wegwerfen, die sind komplett unbrauchbar geworden. An den Kartons hat sich nämlich gezeigt, was das Problem an unserem Keller ist: die Feuchtigkeit kommt aus dem Boden. Die Kartons sind im unteren Teil, der den Boden berührt, durchweicht und vergammelt, oben aber knochentrocken. Der Computermonitor samt Karton hat meine Theorie bestätigt: er steht in einem Regal auf dem untersten Einlegebrett und zeigt keinerlei Gammelerscheinungen. Das Stoffrollo oben auf einem Schrank ist nur ein wenig staubig, aber ansonsten konnte ich keine Beschädigungen oder gar Schimmel entdecken.

Das erleichtert das Entrümpeln ungemein, da wir im Prinzip nur darauf achten müssen, dass wir alles in Regalen lagern. Ich werde dennoch die etwas wertvolleren Teile in Kisten und die liebsten Stücke wie meine Kuscheltiersammlung in luftdicht geschlossenen Behältern lagern. Nur ist es eben nicht gleich ein Todesurteil für die Lieblingsstücke, wenn das Vakuum doch nicht 100%ig hält.

Der Nagetierbefall scheint sich ebenfalls sehr in Grenzen zu halten, ich konnte so auf Anhieb keine Biss- oder Kotspuren entdecken. Allerdings muss der Weberknechtfriedhof dringend bereinigt werden, so viele Leichen im Keller machen sich nicht sonderlich gut!

Wie gesagt, alles halb so schlimm 🙂

Home Improvement

Nachdem mehr oder weniger einstimmig die Entscheidung* gefällt wurde, auf absehbare Zeit nicht mehr umzuziehen, stehen wir vor dem Problem, das jetzt als Bibliothek genutzte Zimmer zu einem Kinderzimmer umzubauen. Der schwierigste Teil ist, die Sachen aus der Bibo an einem anderen Ort zu verstauen.

Nun sollte man meinen, dass 90 qm genug Platz für diversen Krempel bieten sollten und das tun sie auch. Genau das ist aber auch das Problem, denn wir haben keinen zusätzlichen Platz, jede Ecke unserer Wohnung ist quasi vollgestellt. Das liegt vor allem daran, dass wir den Keller wegen extremer Feuchtigkeit nicht als Lagerraum nutzen können und so müssen sämtliche Dinge, die wir nicht ständig brauchen, die trotzdem viel zu schade zum Wegwerfen sind, irgendwo in der Wohnung lagern. Die aktuelle Lösung ist ein langes Regal im noch längeren Flur, wo hinter bambusimitierenden Papiervorhängen all die wertvollen Sachen in Umzugskartons lagern.

wp-1472631704640.jpeg

Finde die Katze 🙂

Die erste Idee war, die Bücher, welche jetzt noch fein säuberlich in hübschen Bücherregalen stehen, in Boxen zu packen und unterm Bett zu lagern. Dort ist es trocken und die Bücher wären nicht völlig aus der Welt. Dann müssten wir nur noch einen Unterbringungsort für die Regale finden, die sich, IKEA sei dank, gut auseinander bauen und platzsparend zusammenlegen lassen. Als möglicher Ablageort könnte eben jenes abgebildete Regal dienen, einfach die Teile oben drauf stapeln.
Wie es der Zufall so will, gab es letzte Woche solche Schutzboxen für unters Bett bei Rossmann, zwar nur aus Stoff, aber da sie nur den Staub abhalten müssen, reichen sie völlig aus und ich steckte vorsorglich 3 dieser Boxen ein.

Letzten Freitag, die allgemeine vorwochenendliche Arbeitsunlust machte es sich in unserem Team gerade gemütlich, unterhielt ich mich mit zwei Kollegen über dies und das und wir kamen auf Umzüge, Wohnungen, Mieten zu sprechen und einer der Kollegen meinte, eine Garage zu mieten oder gar zu kaufen, wäre nicht so teuer und würde unser Platzproblem sicher lösen. Ich fand die Idee klasse und auch die von ihm kolportierten 1.500 € Kaufpreis fand ich angemessen. Wieder zuhause besprachen wir diese Idee und auch mein Mann war sehr angetan, könnten wir doch damit den Flur leer räumen und stattdessen die Bücherregale hinstellen, samt der Bücher.

An diese Option hatte wiederum ich nun überhaupt nicht gedacht und fand sie sogar noch viel schöner als meine bisherigen Ideen zusammen. Ein kurzer Blick auf den Immobilienmarkt dämpfte jedoch sofort die Euphorie, im Umkreis von 50 km gab es keine Garagen zu kaufen und die zu mietenden Objekte waren mit mindestens 100€ Miete pro Monat schlicht zu teuer. Ganz abgesehen davon, dass es gesetzlich verboten ist (ja, es gibt in D ein Gesetzt dafür), nicht zum Auto gehörenden Krempel in Garagen zu lagern.

Aber dafür gibt es doch Lager zum Mieten. Google hilft, aber die einzelnen Seiten nennen keine Preise, weil „unsere Preise so individuell wie Ihr Lagergut“ sind. Ja, leck mich! Auf der einen Seite einen Chat gestartet, weil es dort keine Telefonnummer gab, die Antwort war mehr oder weniger copy&paste von der Homepage und Auskunft gibt es erst, wenn man weiß, wieviele Kubikmeter Lagergut man denn so hat. Auf der nächsten Seite gab es eine Telefonnummer und eine sehr freundliche Dame beriet mich dann. Und von wegen individuell. Es gibt 3 Boxgrößen: 6, 10 und 12 Kubikmeter und die kosten 55, 80 und 95 € pro 4 Wochen. Und das war jetzt echt zu kompliziert, um es auf die Homepage zu schreiben? Die freundliche Dame erwähnte noch, dass es ein Nebenlager gibt, wo die Preise niedriger sind, da kosten die 12 Kubikmeter nur 80€.

Tja, wie viel Krempel haben wir eigentlich? Das Flurregal bietet Platz für grob geschätzt 10 Kubikmeter. Einiges davon könnte man sicher entsorgen, anderes vielleicht ein wenig dichter packen, so dass am Ende sogar die 6 Kubikmeter reichen würden. Trotzdem wären das um die 700€ pro Jahr und das ist schon ne Hausnummer, zumal es ja irgendwie nur Krempel ist. Liebgewonnener Krempel, sicher, manches sogar ein wenig wertvoll, aber dafür so viel Geld ausgeben?

Wo doch zu unserer Wohnung ein Keller gehört, den wir im Moment jedoch wegen der massiven Feuchtigkeit nicht nutzen. Nun sind feuchte Keller in unserer Stadt gang und gäbe, was vor allem daran liegt, dass die Stadt in einem Sumpfgebiet gebaut wurde. Wir sind daher nicht die einzigen mit diesem Problem und da muss es doch Lösungen geben. Ein bißchen gegoogelt und meinen Chef befragt und herausgefunden, dass es luftdicht schließende Boxen gibt. Die aus Aluminium scheinen wohl die besten zu sein, sind aber preislich mit den Maseratis verwandt. Die Plasteboxen sind laut Kundenbewertungen entgegen der Herstellerangaben nicht wirklich luftdicht und wenn die Feuchtigkeit erstmal drin ist, hat der Inhalt viel Zeit und Ruhe, um schön vor sich hinzugammeln.

Was wir brauchen ist etwas, das wirklich luftdicht abschließt. Dunkel erinnerte ich mich an die nervigen Dauerwerbesendungen auf den hinteren TV-Sendeplätzen, wo schlecht synchronisierte, hypermotivierte Menschen einem den neuesten unnützen Scheiß andrehen wollen und glaubte, da mal auch was von Kleidersäcken gesehen zu haben, wo man die Luft mit dem Staubsauger raussaugt und die Klamotten damit ganz klein macht. Nun brauch ich nicht unbedingt klein, aber luftdicht wär schon praktisch. Und wenn bei den Säcken keine Luft rein kann, dann auch keine Feuchtigkeit und vielleicht gibt es diese Säcke ja in groß oder für Kisten.

Viele unserer Krempelkisten könnte man zerlegen und den Inhalt auf mehrere flache Säcke verteilen. Klar wäre es praktischer, wenn wir einen gesamten Umzugskarton einschweißen könnten, aber so große Säcke oder Vakuumboxen habe ich bisher noch nicht gefunden. Allerdings sind die Säcke nicht sonderlich teuer, auch in den großen Größen, da ist es nicht dramatisch, wenn man das Zeug in 30 oder 40 Beuteln verstaut. Sie müssten eben nur wirklich dicht schließen und nicht nach einiger Zeit doch Luft ziehen. Hat jemand damit Erfahrung, sind die Dinger wirklich dicht?

Wenn das mit dem Keller klappen würde, dann könnten wir tatsächlich unseren Flur entrümpeln, hätten Platz für die Bücherregale und könnten demnächst ein Kinderzimmer für die Süße einrichten. Ich fände den 3. Geburtstag ein passendes Datum und bis dahin haben wir noch über ein halbes Jahr Zeit, um unseren Krempel umzuschichten.

Wo habt ihr euren Krempel untergebracht? Habt ihr ähnliche Schwierigkeiten? Habt ihr Ideen, wie wir unser Dilemma noch lösen könnten?
Ich bin wie immer für jede Idee dankbar 🙂

 

*Die Entscheidung wurde uns von den horrend gestiegenen Mietpreisen in unserer Stadt abgenommen.

Bibbern

Pünktlich zum Wochenendfeierabend 13 Uhr ist bei uns die Heizung ausgefallen. Es ist arschkalt in der Wohnung und die mich seit einer Woche plagende Erkältung macht gerade richtig ernst. Kein Wunder, dass das Kind extra kuschelig ist.

Warum passieren solche Dinge nie Dienstag Vormittag?

Wait for something to happen

In dem Lied gibt es oben genannte Textzeile und das ist auch genau der Zustand, in dem ich mich gerade befinde. Nicht, dass in der Vergangenheit zu wenig passiert wäre, aber all diese Ereignisse verdammen mich derzeit zum Warten, ohne wirklich etwas tun zu können.

Ich kann nicht mit meinen Eltern über die veränderte Situation reden, da wir dort Weihnachten und nächstes Wochenende noch den 55. bzw. den 60. Geburtstag meiner Eltern feiern wollen. Ich würde ihnen erstens diese Feiertage versauen, denn vor allem meine Ma macht sich immer enorme Sorgen. Und zweitens könnte sie wohl ihre Verachtung ob des Verhaltens ihres Schwiegersohns nicht verhehlen und sehr wahrscheinlich würde die ganze Situation eskalieren und dann noch dazu in einer Zeit, in der meine Ma echt schon stresstechnisch auf dem Kieferknochen läuft, Zahnfleisch ist da keines mehr da.

In meinen Gedanken stelle ich mich immer mehr auf die neue Wirklichkeit ein, plane die Zeit nach dem Auszug meines Mannes, überlege, was ich mit dem zusätzlichen Platz anstellen werde. Mir graut es vor dem Auseinanderklamüsern unserer Dinge. Bei den Möbeln ist es noch relativ unkompliziert, er kann schlecht von mir verlangen, dass wir uns die Küche teilen, unser Sofa im Wohnzimmer gibt es auch nur als Ganzes, unser Bett werde ich auch nicht zersägen können. So wird der Großteil einfach mal hier bleiben müssen, zumal ein nicht unerheblicher Teil von mir in die Ehe gebracht wurde. Bei den DVDs sieht das alles wieder ganz anders aus, ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, wer da was geholt oder wem geschenkt hat. Bücher und CDs sind da wieder unkompliziert, zu unterschiedlich sind hier unsere Geschmäcker.

Wie die Kinder auf die veränderte Situation reagieren, allen voran der Große, der doch eher ein Sensibelchen ist. Wie das mit der Aufteilung klappt. Wie ich es ertrage, die Kinder nur noch die Hälfte der Zeit um mich zu haben. Ob das mit der Kleinen überhaupt so geht, da sie noch sehr abhängig von mir ist. Ob das wirklich so günstig ist, dass mein Mann ans andere Ende der Stadt zieht und dem Großen einen, wie ich finde, extrem langen Schulweg aufbürdet. Ob ich das wirklich so akzeptieren muss.

Wie sich das alles organisatorisch darstellen wird, ist mir noch völlig unbekannt. Ich weiß nicht, wo die Kleine ab Frühjahr in die Krippe geht, da wir noch keinen Platz haben, wie das dann mit dem Kindergarten des Großen hinhaut und wie sich das alles mit meiner Arbeit verträgt. Ich werde 40 Stunden gehen, dafür werde ich bezahlt und ich brauche das Geld auch. Was mein neuer, mir bislang unbekannter Chef dazu sagen wird, ob er einsieht, dass ich bereits um halb Acht anfangen werde, damit ich entsprechend zeitig Feierabend machen kann, um die Kinder abzuholen, weiß ich nicht. Ob es mit ihm die Möglichkeit gibt, mit Home Office ein paar Stunden weniger auf Arbeit sein zu müssen? Das alles in der IT-Branche, die eher für ihre späten Arbeitszeiten bekannt ist. Was ist mit Dienstreisen zu unseren Außenstellen, wenn ich über Nacht wegbleibe. Mir bereitet das ganz schöne Kopfschmerzen.

Meine persönliche Zukunft ist ebenso unbekannt. So ganz perspektivisch hätte ich irgendwann schon gerne wieder jemanden an meiner Seite und bin gerade dabei zu überlegen, wie derjenige sein sollte und ob es so jemanden überhaupt geben kann. Wie das mit den Kindern wäre. Es wäre toll, hätte ich jemanden, der mir die Hand hält und sagt, alles wird gut, wir kriegen das gemeinsam hin. Und so zwei, drei Komplimente könnten meinem geschundenen Ego auch nicht schaden. Aber egal, wie schön das wäre, ich glaube, dass wäre mir im Moment dann doch zuviel. Initiativbewerbungen nehme ich trotzdem entgegen 😉

Und immer dieses doofe Warten, wo ich doch so ungeduldig bin.

Schimmel IV

Heute war also der Maler da, um sich unseres Problems anzunehmen. Wir hatten gestern noch so gut es ging den Flur leergeräumt, zum Glück ist gerade der Große bei den Großeltern, so dass wir sein Zimmer hemmungslos zustellen konnten. Beim Wegrücken des Regals sahen wir, dass dahinter noch viele schöne andere Flecken waren, die sich bis zur Schlafzimmertür zogen.

Der Maler kam und pinselte zuerst ein Reinigungsmittel auf die Flecken. Danach strich er mit einer Mineralfarbe mit echtem Schweizer Muschelkalk (ob andersländischer Muschelkalk anders wirkt?) über die Flecken und jetzt sieht unser Flur wieder ganz hübsch aus. Wir unterhielten uns über Katzen, er beseitigte durch Überpinseln einige der Katzenkratzspuren in der Tapete und gab uns den Tipp, einen Heizkörper unters Fenster bauen zu lassen. Ich meinte, wir würden das alles an die Hausverwaltung schreiben. Er meinte auch, bei Schimmel könne man unter Umständen sogar die Kündigungsfrist außer Kraft setzen und sofort raus aus der Wohnung. Ich entgegnete, dass wir doch aber vorher der Hausverwaltung schon noch die Chance geben sollten – und vermutlich auch müssen – nachhaltig etwas gegen den Schimmel zu tun, was er auch bejahte. Sollte aber nach seiner Grundbehandlung der Schimmel innerhalb weniger Wochen wieder kommen, könnten wir fristlos kündigen und müssten nicht die 3 Monate warten.
Kennt sich jemand damit aus und kann das bestätigen? Leider haben wir vor Jahren unsere Mietrechtsschutzversicherung bzw. diese Zusatzoption in der Versicherung gekündigt, sonst hätte ich direkt bei einem Anwalt nachgefragt.

Mal schauen, wie sich das entwickelt. Und weil wir finanziell noch nicht genug an der Backe haben, eröffnete mir mein Mann vor wenigen Tagen, dass er eine saftige Stromnachzahlung auf dem Tisch liegen habe, die er alleine nicht stemmen kann. (Hintergrund: mein Mann verdient wesentlich weniger als ich und bezahlt daher „nur“ den Strom und sämtliche Lebensmittel + evtl. kleinere Sonderausgaben.) Die Rechnung bereitet mir allerdings einige Kopfschmerzen, da wir keine 100 Kilowattstunden mehr als im Vorjahr verbraucht haben, aber jetzt 360 Euro nachzahlen sollen. Sind die Strompreise so sehr gestiegen? Warum wurden die Abschlagszahlungen dann nicht schon eher angepasst? Ein kurzer Vergleich zeigt, dass unser Stromtarif jetzt nicht so wahnsinnig teuer ist, wenn man von den verfügbaren Angeboten die Neukundenboni und Einmalgutschriften abzieht. Außerdem liegen wir mit rund 2300 kWh im Jahr für eine dreiköpfige Familie weit unter dem üblichen Verbrauch, verschwenden also nicht sinnlos den Strom.
Wie auch immer, 360 Euro tun gerade jetzt schon arg weh, also bat ich meinen Mann bei den Stadtwerken nachzufragen, ob Ratenzahlung möglich ist. Ist es, wenn wir

  • eine Anzahlung in Höhe von 40% leisten
  • eine Ratenzahlungsbearbeitungsgebühr von 22 Euro zahlen
  • auf den Restbetrag während der Ratenzahlungsdauer einen um 5% als den Basiszinsatz höheren Zins bezahlen.

Nö! Ich finde es unverschämt, solche Modalitäten einzufordern, denn wer mit dem Wunsch nach Ratenzahlung an ein Unternehmen herantritt, signalisiert zum einen einen finanziellen Engpass, den man durch zusätzliche Gebühren nicht noch verschärfen muss und zum anderen eine durchaus vorhandene Zahlungsabsicht, die man als Unternehmen vermutlich eher unterstützen sollte als sich durch langwierige Mahn- und Gerichtsprozesse zu quälen.
Ich werde jetzt mit der Zahlung abwarten, bis ich das nächste Elterngeld bekomme, dann sollte der Betrag gerade so drin sein, ohne uns gnadenlos in den Dispo zu treiben.

Eigentlich würde ich mich im Blog ja lieber ganz anderen Dingen wie bspw. den Urlaubsberichten widmen, aber dazu habe ich derzeit überhaupt keinen Nerv 😦

Schimmel III

Der Maler war gerade da, um sich unser Problem anzuschauen. Es verschlug ihm ein wenig den Atem, denn mit so schlimmen Befall hatte er nicht gerechnet. Er war ja letztes Jahr schon da und konnte sich noch gut an uns erinnern. Er bot an, morgen wiederzukommen und seine Spezialbehandlung mit Reiniger und Anti-Schimmel-Anstrich durchzuführen. Als ich ihn bat, doch mit der Hausverwaltung über eine dauerhafte Lösung zu verhandeln, winkte er nur ab. Er meinte, er könne das denen schon sagen, aber passieren wird da nichts.

Ich erwiderte, dass wir eh ausziehen wollen, denn so ist das ja kein Zustand und da nickte er nur, ist die beste Lösung. Um wirklich etwas gegen den Schimmel zu tun, müsste als erstes die Tapete runter und geschaut werden, wie es dahinter aussieht. Viele dieser alten Wohnungen hätten einen Ölsockel, da müsste dann die Wand bzw. der Putz abgehackt werden. Außerdem gehöre der Heizkörper unters Fenster und nicht dorthin, wo er jetzt ist. Andere Mieter hätten sich auf eigene Kosten einen elektrischen Heizkörper unters Fenster gebaut, was er aber für eine sehr teure Lösung hält, die letztendlich nur wieder am Mieter hängen bleibt.

Ich zeigte ihm noch unser Bad, bei dem eine Fliesenreihe zu niedrig gekachelt wurde und sich am oberen Rand bei jedem Duschen das Wasser sammelt und dann schön schimmelt, egal, wie viel Mühe wir uns geben. Der Maler winkte wieder ab, das bräuchten wir bei der Hausverwaltung gar nicht erst probieren, auf sowas reagierten die gar nicht erst. Er erzählte von einer Studenten-WG bei uns im Areal, bei denen nur genau eine Fliesenreihe überm Wannenrand war und die immer und immer wieder um Nachbesserung baten. Irgendwann zog ein Student ein, der einen Fliesenleger in der Verwandschaft hatte, der das dann auf WG-Kosten fachmännisch erledigte.

Morgen kommt der Maler mit seiner Ausrüstung und ich werde in der Zwischenzeit probieren, den Flur so weit es geht, freizuräumen.

Oh man, ich hoffe so sehr, dass die Wohnung am Sonnabend für uns passt und wir hier endlich raus können.

Schimmel II

Wegen des Schimmels hat mein Mann gestern noch die Hausverwaltung angerufen und vereinbart, dass sich zuerst der Hausmeister einen Überblick verschafft und zwar ab 12 Uhr. Um 11:16 Uhr klingelte es bei uns Sturm, aber ich war gerade dabei, die Kleene zu stillen und da renn ich nicht überstürzt zur Tür, schon gar nicht, wenn der vereinbarte Termin erst eine Dreiviertelstunde später ist.

Um 5 nach 12 klingelte es erneut, der Hausmeister wies mich über die Sprechanlage darauf hin, dass der Maler um halb 12 dagewesen sei und niemanden angetroffen habe. Der Maler würde morgen noch mal vorbei schauen, wann wir denn da wären. Ab 12 Uhr, erwiderte ich, jetzt bin ich gespannt, ob der Maler es bis morgen schafft, die Uhr zu lernen.

DSCN0456

Da wir über kurz oder lang nicht in der Wohnung bleiben können, es sei denn, die Hausverwaltung lässt sich etwas besseres einfallen, als einmal im Jahr den Maler vorbei zu schicken, der dann mit Anti-Schimmel-Farbe über den Mist pinselt, habe ich mich direkt auf die Wohnungssuche begeben. Wir möchten gern in diesem Stadtteil bleiben, aber ob wir das hinkriegen, steht in den Sternen. Die Mietpreise sind rasant gestiegen, gleichzeitig sind freie Wohnungen generell eher rar. Nichtsdestotrotz habe ich eine Wohnung gefunden, die auf den ersten Blick recht interessant aussieht. 4 Zimmer Maisonette, 105 qm, warm 90 Euro teurer als unsere jetzige Wohnung, dafür aber auch 10 qm größer.

DSCN0459

Die Wohnung hätte den Vorteil, dass beide Kinder ein eigenes Zimmer hätten, wir hätten zudem 2 Klos (der Große braucht teilweise stundenlang, wenn er erstmal auf dem Thron sitzt) und das Schulproblem wäre auch gleich mit erledigt. Besichtigungstermin ist am Sonnabend, mal schauen, was da rauskommt.

DSCN0462

An der ganzen Sache ist nur das Timing doof. Der Italienurlaub ist gerade so verdaut, die Sache mit dem Auto hängt noch in der Warteschleife, wird aber wohl demnächst wieder aktuell werden, durch den Unfall hat meine Versicherung die Prämien um über 200 Euro erhöht, die Hausverwaltung wird pünktlich zu Weihnachten die Betriebskostenabrechnung verschicken, bei der wir mit über 800 Euro Nachzahlung rechnen und dann noch der Umzug, bei dem allein die Umzugsfirmenkosten 1000 Euro betragen werden, dazu noch Farbe für die alte und die neue Wohnung sowie der obligatorische Kleinkram, der bei jedem Umzug anfällt. Desweiteren fällt noch die Kaution an, aber vielleicht kann man darüber verhandeln, Ratenzahlung oder Stundung, bis wir die Kaution der jetzigen Wohnung wieder kriegen. Reserven haben wir gerade noch für die Nebenkostennachzahlung, alles andere müssen wir schauen, wo wir das her kriegen. Der einzige Lichtblick ist, dass wir ab April wieder mehr Geld zur Verfügung haben werden, so dass der Zeitraum, wo wir richtig zu knabbern haben werden, überschaubar ist.

Die einzelnen Punkte kommen jetzt nicht überraschend, das neue Auto wäre so oder so fällig gewesen, genauso wie irgendwann der Umzug, nur hätte ich es eben gern ein wenig verteilter gehabt und nicht alles so auf einen Schlag.

Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert!

Hinweis zu den Bildern: das ist der aktuelle Stand und nur ein Teil des ganzen Befalls und in den letzten 10 – 14 Tagen so gewachsen. Vorher war da nichts!

Schimmel

Wir hatten vor ziemlich genau einem Jahr bereits das Problem, dass sich im Flur an der Fensterecke Schimmel gebildet hat. Wir haben dies der Hausverwaltung gemeldet, die schickte einen Fensterbauer und einen Maler und beiden taten ihr Bestes, um das Problem in den Griff zu bekommen. Das ging auch ganz gut, vom Schimmel war vorerst nichts mehr zu sehen.

Doch seit einer Woche ist der Schimmel wieder da. Und wie. Die komplette Fensterecke ist dunkel, dazu die Ecke, wo die Jacken des Großen hängen, direkt neben der Wohnungstür. Außerdem zieht sich der Schimmel keilförmig die komplette Flurwand entland. Vom Fenster anfangend in ca. 2 m Höhe wird der Streifen zum Boden hin schmaler, bis er kurz vor der Schlafzimmertür, 7 Meter entfernt, aufhört. Schöne, haarige Flecken.

Und das alles innerhalb einer Woche. Wir konnten dem Schimmelwachstum quasi zuschauen. Also als erstes wieder die Hausverwaltung informieren, Frist setzen und schauen, was sie diesmal machen. Die brauchen mir gar nicht erst damit kommen, dass dies unsere Schuld ist. Wir heizen, wir lüften und draußen ist es noch nicht einmal richtig kalt.

Wird wohl aber doch über kurz oder lang auf einen Umzug hinauslaufen und darauf hab ich gerade überhaupt keinen Bock, von der Kohle mal ganz abgesehen.

Leichtes Gepäck

Seit einigen Tagen wirbele ich durch die Wohnung, als gäbe es kein Morgen. Und irgendwie ist das auch der Grund für die Wirbelei. Falls mir etwas im Urlaub zustoßen sollte, dann muss ich mich nicht schämen, wenn die Nachlassverwalter unseren Haushalt auseinander nehmen.

Im Grunde könnte es mir ja egal sein, ich krieg es ja nicht mehr mit, aber es ist mir eben nicht egal. Außerdem kann ich gleichzeitig einer weiteren Leidenschaft frönen, dem Wegwerfen nämlich. Ich entrümpele und miste unglaublich gerne aus. Ich finde, das hat etwas befreiendes.

Einer meiner Ex-Schwiegerväter war gelernter Schreiner, aber als ich ihn kennenlernte bereits mehrere Jahre im Ruhestand. Trotzdem lagen im nicht gerade kleinen Garten diverse Holzstapel, ordentlich mit Planen abgedeckt, vom Unkraut teilweise schon halb zugewachsen. Als ich ihn fragte, warum er denn das noch aufhebt, man könnte den Garten doch sicherlich anders nutzen, meinte er, dass er das Holz bestimmt noch mal gebrauchen kann. Falls er mal wieder einen Schrank zimmern möchte.
Leider war dieses Sammelgen auf seinen Sprößling übergegangen. Der konnte auch nichts wegschmeißen. Ist doch noch gut, kann man sicherlich noch mal gebrauchen. Nach 1,5 Jahren habe ich ihn dann entsorgt.

Mein anschließender Auszug war die erste echte Entrümpelungsaktion meines Lebens. Ich nahm meine Studienunterlagen, meinen Computer, den Hasen und das Meerschweinchen und meine Bücher mit. Ein oder zwei Regale waren wohl auch noch dabei. Die Wohnung möblierte ich mit meinen alten Kinderzimmermöbeln und preiswert zusammengesuchten Schränken. Ich wohnte genau 2 Wochen in diesem Heim, bevor ich meinen jetzt Ex-Freund kennenlernte und mehr oder weniger bei ihm einzog. 2 Jahre später gab ich dann tatsächlich die Wohnung auf, weitere 3 Jahre später war die Beziehung vorbei und ich zog ins Württembergische.

Mit 13 Bücherkisten und einer Reisetasche voll Klamotten. Und einem oder zwei Regalen. Ohne Computer diesmal, Hase und Meerschweinchen waren mittlerweile altersbedingt gestorben.
Also wieder alles auf Null. Immerhin bewohnte ich diese Wohnung ein gutes halbes Jahr und das auch nur, weil ich so schnell keinen neuen Job in meiner alten Heimat fand, denn nach nur 4 Wochen im nicht ganz so trauten Heim allein lernte ich meinen Mann kennen.

Diesmal nahm ich tatsächlich alle Möbel und Gegenstände mit, mein Mann hatte als WG-bewohnender Student nur ein oder zwei Regale zur Einrichtung beizutragen. Die erste gemeinsame Wohnung war anfangs mehr improvisiert katalogreif möbliert. Die Matratze auf dem Boden, Garderobenständer als Kleiderschränke, Schwerlastregale in der Küche, aus einem dichtgemachten Jugendclub mitgenommene Stühle. Als ich nach 3 Jahren im trauten Heim schwanger wurde und der nächste Umzug anstand, gab es das nächste große Entrümpeln. Ich wollte alles wegwerfen, mein Mann klammerte sich verzweifelt an alles. Also schmiss ich mein überflüssiges Zeug weg und seines zog mit um.

Weitere 3 Jahre später der nächste Umzug und diesmal entrümpelte mein Mann auch ordentlich. Er hatte gemerkt, dass er viele von den Dingen, die man ja noch mal gebrauchen könnte, in den 3 Jahren nicht gebraucht hat. Und wenn keine speziellen Erinnerungen dran hängen, dann bringt es auch nichts, diesen Ballast weiter mit sich rum zu schleppen.

Und auch, wenn wir im Alltag schon relativ viel nicht aufheben, sammelt sich noch genug an, um mich immer wieder in Erstaunen zu versetzen. Heute war das Bad dran und eine mittelgroße Einkaufstüte überflüssigen Krams sind da auf den 8 m² zusammengekommen. Alte Shampoo-Pröbchen, eingetrocknete Creme-Tiegel und Erfrischungstücherpackungen, fast leere Schaumbadflaschen mit fingerdicker Staubschicht, ungenutzte Rasierer und Nahrungsergänzungsmittel, siffige Haarbürsten und brüchige Haargummis und ähnlicher Kram.

Das Wohnzimmer war vorgestern dran. Da war es eine große Einkaufstüte. Aber das Zimmer ist ja auch größer. Morgen folgt die Küche.

Für leichtes Gepäck auf der Reise des Lebens.

6. Sinn

Dass die Wände unserer Wohnung gelegentlich ein wenig gewöhnungsbedürftig sind, habe ich das eine oder andere Mal bereits erwähnt. Es ist jedenfalls immer eine besondere Herausforderung, Schränke oder Regale aufzuhängen. Bei manchen Schränken bin ich mir denn auch nicht sonderlich sicher, ob sie das Gewicht halten.

Vor einiger Zeit meinte der Glasküchenschrank, dass er genug so unmotiviert in der Gegend herumgehangen hatte und nur noch im letzten Moment konnte ich durch eine Evakuierung des Inhalts einen Absturz verhindern.

Und gerade sitze ich so im Bad auf dem Wannenrand – auf dem Klo wäre natürlich viel poetischer gewesen – und sinniere über neue Blogeinträge, als mir auffällt, dass der Spiegelschrank ein bisschen schräger als normal hängt. Dazu erinnerte ich mich, dass heute nachmittag die Spiegeltür im geöffneten Zustand nicht mehr dort halten wollte, wo sie sollte, sondern langsam wieder zufiel. Sofort schlug ein kleines Männlein in meinem Hinterkopf Alarm.

Ich rief also schnell meinen Mann, wir evakuierten gemeinsam den Inhalt, ich klemmte fix die Stromversorgung ab und wir hoben den Schrank herunter. Wieder mal höchste Eisenbahn. Der Aufhängehaken rechts hatte sich nach unten gedreht, was übrigens ganz leicht ging, da der Dübel samt Haken und Auspolsterung frei in der Wand drehten, und der Schrank lag quasi nur noch auf der Biegung des Hakens. Keine Ahnung, wann der Schrank da runtergerutscht wäre.

Eine kurze Inspektion des Krisengebiets offenbarte jedoch, dass eine erneute Befestigung des Schranks lustig werden könnte. Es gibt bereits jede Menge Bohrlöcher in der Gegend und entweder, wir packen den Schrank so hoch, dass wir uns nur noch ab der Nasenspitze aufwärts im Spiegel sehen können oder wir verlagern die Geschichte nach links oder rechts. Nach links ist irgendwann der mühevoll festgeschraubte Handtuchhalter im Weg und rechts werden wir uns regelmäßig den Kopp an einer Schrankecke rammeln, wenn wir aufs Klo gehen. Von der sowieso zu kurzen Stromanbindung fang ich gar nicht erst an.

Na ja, erst mal eine Nacht drüber schlafen, vielleicht fällt mir morgen etwas dazu ein.