Zahnwechsel

Wir hatten schon eine ganze Weile darauf gewartet und jetzt ist er endlich da: der erste bleibende Zahn vom Großen.

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Da normal bei uns eher die Ausnahme ist, schubst der neue Zahn auch nicht wie üblich den alten Zahn vorher aus der Zahnleiste raus, nein, er versteckt sich dahinter, vermutlich ist er schüchtern.

Ich hatte immer inständig gehofft, dass die neuen Zähne erst nach der Schuleinführung kommen, denn ich finde diese Zahnlückenbilder irgendwie gar nicht süß.

Und weil ich das mit dem dahinter rauswachsen nicht kannte, habe ich gegoogelt und mehrere Zahnarztpraxen mit Internetseiten schreiben dort in ihren FAQ, dass dies absolut nicht ungewöhnlich ist und der neue Zahn später, nachdem der alte endlich abgedankt hat, durch die Zungenbewegungen an die richtige Position geschubst wird.

Dann drück ich mal die Daumen, dass dem auch bei uns so ist, denn ich möchte dem Kleenen gerne die langwierigen und schmerzhaften kiefertherapeutischen Maßnahmen ersparen, welche ich ertragen musste!

Weichei

Hier, ich! Ein ganz großes sogar.

Als ich vor zwei Monaten bei meinem Zahnarzt zu meiner jährlichen Kontrolle war, schaute dieser etwas besorgt in meinen Mund und meinte, dass da zwei Füllungen nicht mehr so dolle aussehen und demnächst ersetzt werden sollten. Ich nahm diese Aussage ohne größere Regung hin, mein letztes Loch ist um die 15 Jahre her und zudem ist es ja nur ein Tausch, was soll da schon schlimmes passieren.

Außerdem habe ich eine ausreichend lange und intensive Zahnarztgeschichte. Durch einen viel zu kleinen Kiefer haben meine wunderschönen Prachtbeißer nicht mal ansatzweise genug Platz und kaum hatten die bleibenden meine Milchzähne ersetzt, wurden mir 3 davon auch schon wieder gezogen. War aber immer noch ziemlich eng alles und der Platzmangel wurde durch die Weisheitszähne noch verschärft. Also durfte ich drei davon in zwei Operationen, zur dritten und letzten habe ich es aus irgendwelchen Gründen nie geschafft, wieder abgeben. Einen dieser blutigen Zähne habe ich sogar hübsch in Plastik eingeschweißt mit nach Hause bekommen. Begleitet wurden diese ganzen Aktionen von zahllosen Zahnspangen, Behandlungen, Röntgenaufnahmen, Gebissabdrücke, etc. Für ein halbes Jahr oder so war außerhalb (zum Glück) der Schule ein Headgear mein Begleiter.

Alles in allem dauerte die komplette Behandlung um die 20 Jahre und ich konnte es mir einfach nicht erlauben, Angst vorm Zahnarzt zu haben. Und auch heute noch geh ich eher gutgelaunt zu den Terminen, was soll wie gesagt schon passieren.

Bis heute. Furchtlos wie ich war, habe ich mir einen extra langen Termin geben lassen, um beide Füllungen in einem Rutsch erneuern zu lassen. Lächelnd hüpfte ich auf den Behandlungsstuhl, Arzt und Assistentin waren ebenfalls gut drauf. Doch dann wurde ich gefragt, ob ich mit oder ohne Betäubung behandelt werden will.

Betäubung? Bei so was simplen wie einem Füllungstausch? Bei mir, die ich zwei Kinder so auf die Welt gebracht habe? Pah! Die Spritze tut mehr weh als die ganze Prozedur und das sagte ich dem Arzt auch. Er nahm das so hin, meinte aber, ich könne jederzeit Bescheid sagen, falls ich doch das Schmerzmittel haben wollte. Hand heben genügt.

Dann fing er an, die Füllung aus dem Zahn zu klauben und ich zuckte diverse Mal heftigst zusammen. Mei, waren das Schmerzen. War das früher auch so? Er fragte dann, ob ich nicht doch lieber eine Spritze haben möchte. Ich nickte heftig und er betonte, was für ein sanfter Spritzer er sei. Ha!

Die Außenseite hat er auch wirklich fast schmerzlos hinbekommen, die Innenseite jedoch drückte, aber bei weitem nicht so, wie ich es in Erinnerung hatte. Nach kurzer Pause, in der die Betäubung ihre Wirkung entfalten sollte, ging es weiter. Die Reste der Füllung wurden weiter entfernt und es stellte sich heraus, dass unter der kaputten Füllung Kariesbakterien eine ausgiebige Party gefeiert hatten, welche erstmal restlos entfernt wurde. Die Bohrgeräusche an sich sind ja schon fies, aber wenn es dann im ganzen Kopf rumpelt und kreischt, das raubt einem wirklich den letzten Nerv.

Trotzdem ich durch die Spritze keine Schmerzen mehr spürte, merkte ich, wie mein Kreislauf so ein wenig wegkippte. Dazu das Rumpeln und Kreischen, das krampfhafte Offenhalten des Mundes („Können Sie den Mund bitte noch ein bisschen weiter auf machen.“ – „Gnjmnj“ – „Danke.“) sowie eine latent einsetzende Panik (warum auch immer) ließen mich zu einem verkrampften und verängstigten Häuflein Elend auf dem Behandlungsstuhl zusammenrutschen.

Irgendwann war es dann ganz plötzlich vorbei und der Arzt entließ mich mit der Bitte, mir doch für die zweite Füllung einen neuen Termin geben zu lassen. Das hätte auch den Vorteil, dass mein Mund nicht beidseitig betäubt wäre und es war doch alles gar nicht so schlimm, oder?
Doch, war es. Ich hab mehrere Liter Blut und Wasser schwitzend auf dem Stuhl verloren und meine Knie waren sehr wacklig auf dem Heimweg.

Wie hab ich das früher alles ausgehalten? Kann man sich an sowas auch gewöhnen? Oder verweichlicht man im Alter? Jedenfalls bin ich jetzt bei weitem nicht mehr so entspannt vor dem nächsten Termin im Februar. Sanfter Spritzer hin oder her!

Und er hat auch gar nicht gebohrt …

Da stand also heute, kurz vor knapp, mein jährlicher Kontrolltermin an. Ich hab den Termin ein bisschen verbummelt, aber als ich vor 2 Monaten angerufen habe, war auch nur noch der heutige Termin frei und das auch nur, weil ich ganz lieb bettelte.
Ja, so was kann ich auch 😉  Aber ich brauch doch meinen Stempel im Bonusheft!

Mein bisheriger Zahnarzt ist Mitte letzten Jahres in eine neue Praxis umgezogen und da ich nicht sonderlich an ihm hing – wie auch, wenn man nur einmal im Jahr hingeht und nach spätestens 5 Minuten wieder vom Stuhl hüpft – suchte ich mir einen neuen Zahnarzt um die Ecke.

Die neue Praxis ist hochmodern, mit viel Glas im Wartebereich und leiser, beruhigender Musik, die mir nach wenigen Minuten bereits auf den Keks ging 😉 Ich durfte eine Fragebogen zu allen möglichen Erkrankungen ausfüllen und mir damit die Wartezeit verkürzen.
Der Behandlungsraum genauso modern und es war das erste Mal, dass sich ein Arzt die Mühe gemacht und ein Bild an die Decke gebastelt hat. Ich hab mich schon ganz oft geärgert, dass ich bei Ärzten, bei denen man eher im Liegen behandelt wird (Gynäkologen, Zahnärzte, etc.), immer nur auf eine mehr oder weniger langweilige, weiße Decke starren muss.

Der Arzt war so jung wie seine Praxis und sehr nett. Erkundigte sich nach meiner Schwangerschaft und Beschwerden, aber außer ein bissl Zahnfleischbluten hab ich da gar nix. Er fragte, ob ich nervös sei oder Angst habe, da er auch spezielle Behandlungen für solche Patienten durchführe.
Damit konnte ich leider nicht dienen. Seit meinem 6. Lebensjahr war ich regelmäßig beim Kieferorthopäden, mir wurden wegen meines zu kleinen Kiefers diverse Zähne gezogen und ich hatte jahrelang eine Zahnspange. Das war schon Tortur genug, da hab ich mir das zusätzlich ängstlich sein gespart 😉

Er kontrollierte alle Zähne äußerst gründlich, setzte dabei auch eine kleine Kamera ein und zeigte mir die kritischen Stellen am Monitor. Fand ich cool und ich konnte meine Fragen stellen. An zwei uralten Füllungen sind kleine Teile abgebrochen und es sollten in nicht allzu ferner Zukunft die Füllungen mal erneuert werden. Und uralt sind sie auf jeden Fall, ich kann mich nicht mal mehr daran erinnern, wann das letzte Mal bei mir gebohrt wurde.

Dann noch ein bisschen obligatorisches Zahnstein entfernen und der Hinweis, dass eine professionelle Zahnreinigung ja ganz toll sei und so und schon war die eigentliche Behandlung vorbei. Achja, er empfahl mir, meinen letzten noch verbleibenden Weisheitszahn ziehen zu lassen, was ich aber ablehnte. Ich hab ja nur noch 26 bleibende Zähne, da geb ich keinen der restlichen freiwillig her 😉

Fazit: ich werde auch die nächste Zeit noch kraftvoll zubeißen können!

Guten Morgen?

Neeee, die sehen anders aus.

Ruhiger. Irgendwie.

Ich kann derzeit eh schlecht schlafen, meist nur etappenweise ein paar Stunden und richtig ausgeschlafen bin ich selten.
Nachdem mein Mann mich die letzten Tage zusätzlich mit seinem erkältungsbedingten Superschnarchen wach gehalten hat, hat er nun zu allem Überfluß den Krankenstaffelstab an mich überreicht. Also schniefe ich jetzt vor mich hin und mein Hals schmerzt und Schlucken tut weh *jammer*

Die Putz- und Kartenspielaktion, so schön sie gewesen sein mag, hat mir sehr zugesetzt. Seit letzter Nacht tut mir mein Steiß weh, so das Sitzen gar nicht mehr und Liegen mehr schlecht als recht geht. Wir wollten heute eigentlich ins Kino, aber ich seh mich da noch nicht 3 Stunden lang rumhocken.

Dann meinte ein Nachbar mitten in der Nacht irgendwann gegen 9 Uhr, volle Kanne mit der Schlagbohrmaschine loslegen und aus seinem Zimmer unter unserem Schlafzimmer einen Schweizer Käse machen zu müssen. Als ich meinem Mann davon berichtete, dass bei uns „jemand wie ein Irrer bohrt“, meinte er nur wenig mitfühlend: Ach, bist du schon beim Zahnarzt?
Hmpf!

Kaum hörte der Irre auf zu bohren, schmiss einer der Bewohner direkt unter uns die Musikanlage an und zwar volle Lautstärke. Mit Musik, die ich nicht mag, was grundsätzlich jegliche Musik beinhaltet, die ich nicht selber ausgesucht habe UND die mich aus meinem gerade wieder gewonnenen Schlaf weckt.

Jetzt muss ich noch zum Zahnarzt, Stempel fürs Bonusheft abholen. Direkt danach will ein Experte kommen und nach unserem Internetanschluss schauen, 6 Tage nach der Störungsmeldung. Und danach kann ich hoffentlich noch eine Runde schlafen.

Ich bin nämlich müde und grummlig.