Normal

… ist auch nur eine Einstellung an der Spülmaschine.

Anders kann ich mir das auch nicht erklären.

Der Große begab sich heute wieder per Zug und alleine auf Fahrt zu den Großeltern. Ich hatte diesmal extra viel Zeit eingeplant und ganz entspannt fuhren wir zum Bahnhof und ins Parkhaus. In einem Reflex gab ich dem Großen die Parkkarte. „Halt mal kurz.“ Und das tat er dann.

Ich brachte ihn zum Zug, setzte ihn an einen 4-er Tisch mit 3 Studenten, verabschiedete mich und sah dem Zug nach der planmäßigen Abfahrt hinterher. Den Opa hatte ich schon informiert, er machte sich gerade seinerseits zum Bahnhof. Ich schlenderte zurück zum Parkhaus und freute mich auf meinen kinderfreien Nachmittag.

Bis zum Kassenautomaten. Denn dort konnte ich die gewünschte Parkkarte nicht vorzeigen. Eine Durchsuchung meiner wirklich kleinen Handtasche blieb ergebnislos. Ich ging zum Auto, durchsuchte dieses und schüttete frustriert meine Handtasche aus. Immer wieder erstaunlich, wie viel Krempel sich selbst auf kleinstem Raum ansammeln kann. Ich nutzte die Gelegenheit gleich zum Großputz, die Parkkarte jedoch blieb verschwunden.

Ich ging zum Kassenautomaten, suchte dort nach einem Karte-verloren-was-nun Schild, fand aber nur einen „Hilfe benötigt?“ Knopf, den ich drückte. Eine schwäbisch eingefärbte Stimme erkundigte sich nach meinem Begehr und erwiderte mein Unglück mit den Worten: „Joar, das kostet dann 15 Euro Bearbeitungsgebühr.“

Uff. Ziemlich heftig, wenn man bedenkt, dass das Tagesmaximum in diesem Parkhaus bei 5 Euro liegt. Ich verabschiedete mich stammelnd und lief noch einmal zum Bahnsteig, vielleicht hatte ich ja beim Handy aus der Tasche fummeln gleich die Karte mit rausgeworfen. Doch auch diese Suche blieb ergebnislos. Vermutlich war die Parkkarte immer noch in der Hand des Großen und wollte auch Urlaub bei Oma und Opa machen.
Da die Kartenausgabeautomaten gewichtssensitiv sind, konnte ich mir auch nicht einfach so eine neue Karte ziehen.

Aber ich konnte andere Autofahrer fragen, ob sie das Gewichtsproblem für mich lösen könnten.

Gesagt, getan, den nächsten Fahrer, der das Parkhaus verlassen wollte, angehalten und freundlich gefragt, ob er mir den Gefallen tun würde, und fix vor die Einlassschranke fahren, damit ich mir eine Karte ziehen könnte. Er lachte diabolisch und meinte, ich solle mich an die Parkhausverwaltung wenden. Als ich erwiderte, dass mich das 15 Euro kosten würde, schalmeite seine Ehefrau vom Beifahrersitz: „Tja, Pech gehabt, mein Mann arbeitet nämlich hier und wird Ihnen nicht helfen.“

Herrgott! Erstens, isses echt zuviel verlangt? Zweitens, musste ich ausgerechnet einen der beiden Parkhausmitarbeiter anhalten?

Frustriert wartete ich auf das nächste Auto. Endlich kam eins und auf den ersten Blick dachte ich, ok, ich warte auf den nächsten. Aber hey, ich wollte heim und hier kennt mich eh keiner. Artig mein Sprüchlein aufgesagt und auch erwähnt, dass ich nicht schwer genug bin, um als Auto durchzugehen. Die durchaus korpulente Beifahrerin quittierte dies mit einem Lachen und knuffte ihren Mann in die Seite, er solle mir fix den Gefallen tun. Das klappte auch wunderbar, ich bedankte mich vielmals und lief mit meiner Parkkarte zum Automaten. Ich bezahlte meine 50 Cent – die ich auch so hätte löhnen müssen – und befreite mein Auto aus seinem Betongefängnis.

Letztendlich war ich zur gleichen Zeit daheim wie mein Sohn bei den Großeltern anlangte 😀

Ich bin zu alt

für diesen Scheiss. Ehrlich.

Ich durfte gestern von Arbeit aus in unsere schöne Hauptstadt fahren. Leider war es dafür nötig, eine Stunde früher als normal aufzustehen. Ich bin zwar zeitig ins Bett gegangen, aber trotzdem war ich hundemüde.

Die Zugfahrt war auch nicht der Bringer, ich saß leider neben einem Mann, der sich die Zähne nicht geputzt hat und viel und herzhaft gähnte. Dabei kam jedesmal eine Wolke übelstriechender Luft zu mir rüber. Und das, wo meine Nase durch die Schwangerschaft eh schon empfindlicher ist als sonst. Die letzte halbe Stunde hab ich nur noch mit zugehaltener Nase überstanden.

Der Termin selbst war erfolgreich, aber auch sehr anstrengend. Wir haben über 6 Stunden alle möglichen Zahlen umeinander geschoben, geforscht und umgebucht, was das Zeug hält. Ich hatte danach einen Kopf, der nicht mal mehr durch ein Scheunentor passte und wollte nur noch meine Ruhe haben.

Aber es stand ja noch die Zugfahrt zurück an. Der Wagen wie immer gerammelt voll, aber zum Glück hatte ich eine Platzreservierung. Von den 6 freien Plätzen im Umkreis musste sich natürlich ausgerechnet der neben mir ausgesucht werden. Aber zum Glück war er ruhig und atmete nicht, zumindest nicht in meine Richtung 😉

Meine Jungs holten mich liebenswerterweise vom Bahnhof ab, so dass ich meinen schweren Rucksack auf dem Bahnsteig abgeben konnte. Daheim hat’s nur noch fürs Sofa gelangt und ich bin dann auch recht zeitnah ins Bett.

Wenn ich daran denke, dass ich sowas früher auf der linken Pobacke abgerissen hätte und abends noch feiern gegangen wäre …
Mei, ich werd echt alt.