Boris

Boris ist das zweite Kind seiner Mutter und der große Bruder von Anna und Jens. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, dafür aber einen Stiefvater, der aber nicht lange blieb, noch einen Stiefvater, der ebenfalls schnell wieder verschwand und einen weiteren Stiefvater, der unglücklicherweise blieb.

Dieser Stiefvater hatte Eltern, die im dritten Reich aufgewachsen waren und für die, zumindest ideell, selbiges nie aufgehört hat zu existieren. Entsprechend erzogen sie ihren Sohn und indoktrinierten ihn mit den bekannten und simplen Stammtischparolen, die sich auch heute noch mancherorts großer Beliebtheit erfreuen. Der Junge hörte seinen ewig gestrigen Eltern aufmerksam zu, ließ keine Gelegenheit aus, diese Parolen zu wiederholen und in Boris hatte er ein perfektes Opfer gefunden. Denn Boris hatte von seiner Mutter die gedrungene Statur, von seinem Vater aber das mittelasiatische Aussehen geerbt: Mandelaugen, eine etwas dunklere Haut und kohlrabenschwarze Haare.

Setzte man Boris eine Fellmütze auf und ihn auf ein Pferd, würde er locker als ein Krieger des legendären Dschingis Khans durchgehen. Wie ein solcher Krieger ist Boris von jeher ein Kämpfer und wusste, er kann sich nur auf sich selbst verlassen. Er passte ordentlich in der Schule auf, duckte sich rechtzeitig zu Hause und ertrug in stoischem Gleichmut die körperlichen und verbalen Hiebe seines Stiefvaters. Dass er von seiner Mutter keine Hilfe erwarten konnte, hatte er frühzeitig gelernt und spätestens mit Anna war ihm auch das ganze Ausmaß der Hilflosigkeit bewusst.

So biss er sich eben durch, bis er mit 16 eine Lehre begann und von daheim auszog. Boris ist überaus intelligent und hätte locker studieren können, hätte dafür aber zwingend die Unterstützung seiner Eltern gebraucht. In der DDR, dem Arbeiter- und Bauernstaat, wurden die Arbeiterkinder bevorzugt zum Studium zugelassen, da hatte das Kind des studierten Lehrerehepaars wesentlich schlechtere Karten. Boris‘ Eltern wollten ihn jedoch so schnell wie möglich aus dem Haus haben und so machte er eben eine Lehre als Kfz-Mechaniker.

Boris sehnte sich nach Liebe, Geborgenheit, Nähe und einem warmen Bett und suchte sich bald eine Frau, die ihm das alles geben sollte. Er fand sie in Dominique, einer Vorortdorfschönheit, die, wenn man dem Sprichwort glauben kann, fantastisch im Bett war. Sie heirateten, als sie 18 wurde und kurz darauf kamen zwei Kinder, welche hauptsächlich nach der Mutter kamen, sehr zu Boris‘ Leidwesen. Für die Geborgenheit bauten sie ein Haus irgendwo auf dem Lande und hätten glücklich bis an ihr Lebensende dort wohnen können.

Wenn Boris nicht irgendwann festgestellt hätte, dass geistige Nähe viel wichtiger ist als körperliche und das Bett blieb auch immer öfter kalt. Es folgte die Scheidung und ein etwas seltsames Hickhack um die Kinder, da Boris nicht wollte, dass seine Kinder zuviel Zeit in der Gesellschaft von Dominique und ihrer minderintelligenten Verwandschaft zubrachten. Um das Häuschen machte er sich weniger Sorgen, kurz nach der Scheidung zahlte er seine Ex-, welche zeitlebens nur Hausfrau war, aus und war nun alleiniger Herr im Haus.

Finanziell war das gar kein Problem für ihn. Er hatte zwar nur die Lehre gemacht, aber er war richtig gut in dem, was er tat. Als die Wende kam, war das für ihn ein echter Glücksfall. Endlich war er nicht mehr in dem engen System mit den starren, vorgezeichneten Lebenswegen gefangen. Sobald er konnte, entgegen allen Ratschlägen seiner Familie, machte er eine Meisterausbildung in seinem Lehrberuf. Lediglich Jens unterstützte ihn, so gut er konnte, hatte er schon immer gemacht. Aber es trennten sie 10 Jahre und wie viel tatkräftige Hilfe kann ein so kleiner Junge schon leisten. Boris empfand jedoch die emotionale Unterstützung hilfreicher, als es zwei zupackende Hände je sein könnten. Und so kam es, dass nur Jens als einziger der Familie dabei war, als Boris seinen Meisterbrief als Jahrgangsbester in einer feierlichen Zeremonie in der Oper überreicht bekam.
Als Jahrgangsbester rissen sich dementsprechend nur die besten Firmen um ihn und am Ende nahm er ein Angebot von einem großen Autobauer mit Stern an und hat seitdem nicht nur ein Aus-, sondern auch ein erkleckliches Einkommen.

Sein beruflicher Erfolg war ihm nur ein kleiner Trost und so steckte er seine Zeit, Energie, Liebe und Geld in seine Kinder, die das jedoch nicht in der gewünschten Weise quittieren. Die Große immerhin schafft den Realschulabschluss und begann danach eine Kosmetiklehre an einer privaten Schule, was Boris 500 Euro pro Monat kostete. Aber er zahlte das gerne, er mochte seinen Kindern keine Steine in den Weg legen und wollte sie bei all ihren Plänen unterstützen. Sie brach die Ausbildung irgendwann ab und arbeitet seitdem als Verkäuferin in einem Handyladen.
Sein Sohn hatte wesentlich mehr Probleme. Schwer von ADHS gebeutelt, besuchte er zeitweise eine Förderschule und schaffte es irgendwann zum qualifizierten Hauptschulabschluss. Seine Freizeit auf dem Dorf verbrachte er mit der örtlichen Dorfjugend, die sich in Ermangelung anderer Hobbies im Brüllen rechter Parolen erging. Zu Übergriffen auf Ausländer kam es nicht, weil schlicht und ergreifend keine Ausländer zum Übergreifen da waren. Der Sohn, dessen Vater nun ganz offensichtlich nicht dem mitteleuropäischen Erscheinungsbild entsprach, gröhlte die Parolen fleißig mit. Zu manchen Sachen braucht’s halt nicht viel Intelligenz.

Boris widmete sich also wieder seinem eigenen Leben und lernte alsbald Hanna kennen. Hanna ist eine ganz Liebe, sie ist sanftmütig mit großen Rehaugen; außerdem ist sie geschieden und hat drei große Kinder jenseits des Teenageralters und man merkt ihr an, dass ihr die Ehe sehr zugesetzt hat. Dennoch ist auch sie auf der Suche nach dem Glück und so glauben sich beide am Ende ihrer Suche. Während jedoch Boris einen großen Koffer und vielleicht noch eine Reisetasche an seelischer Last mit sich rumschleppt, so ist es bei Hanna ein großer Container voll. Boris hilft ihr in den Jahren ihres Zusammenseins beim Auspacken so gut er kann, aber irgendwann ist seine Kraft auch zu Ende. Mehr oder weniger Knall auf Fall trennten sich die beiden, drei Wochen vor dem gemeinsamen Sommerurlaub im Süden. Boris schaffte es irgendwie, diese Reise zu stornieren, allerdings klappte das mit dem eingereichten Urlaub nicht mehr mehr.

Zeit seines Lebens hatte Boris nach seinem Vater geforscht. Als er noch ein Kind war, bekam er gar keine Antworten, nur, dass der Vater eben nicht mehr da sei und er doch jetzt einen Stiefvater habe, worüber er doch froh sein sollte. Er fragte in jährlichen Abständen bei seiner Mutter nach, jedoch wich sie immer aus oder gab nichtssagende Antworten. Und wenn einem Kind die Wahrheit vorenthalten wird, dann macht es sich eben die Welt so, wie es ihm gefällt. Boris ersann sich die abenteuerlichsten Theorien, was mit seinem Vater passiert war, aber jede einzelne Möglichkeit ließ in unzufrieden und zweifelnd zurück. Er wurde der Nachfragen nicht müde, auch wenn er das Ergebnis schon kannte. Irgendwann, er war schon weit jenseits der 40, haute er im übertragenen Sinne mit der Faust auf den Tisch, drohte mit Anwalt und Gericht und endlich rückte seine Mutter mit den allernötigsten Angaben heraus. Immerhin wusste er jetzt, wie sein Vater hieß, dass er Angehöriger der Russischen Armee war, welche im sozialistischen Bruderstaat stationiert war und aus welcher Region Russlands er stammte.

Ärgerlich war nur, dass sein Vater einen Allerweltsnamen trug und sich die Suche nach ihm entsprechend schwierig gestaltete. Ungefähr so, als wenn man in Niedersachsen nach einem Thomas Müller suchen würde. Immer wieder bemühte er das Internet, seine Russischkenntnisse reichten dafür gerade noch, doch auch jedes Mal vergebens. Eines Tages berichtete er Jens von seinen verzweifelten Bemühungen und Jens, der ein wenig länger und intensiver im Internet unterwegs war, bot ihm seine Hilfe an. Gemeinsam trafen sie sich bei Jens und durchforsteten gemeinsam russische Telefonbücher, Onlineverzeichnisse, Archive und was sie sonst noch finden konnten, letztendlich aber auch ergebnislos. Man konnte Boris seine Enttäuschung und auch ein bisschen seine Verzweiflung ansehen. Zu gerne hätte er gewusst, wo seine Wurzeln sind und seinen Vater kennen gelernt.

Nachdem nun die Beziehung mit Hanna auseinander gegangen war und er zwei Wochen Urlaub vor sich hatte, die er auf keinen Fall alleine in dem leeren Haus verbringen wollte, entschied er sich spontan zu einem Besuch in einem auf Russlandreisen spezialisierten Reisebüro. Er hatte vor, einfach in die Region nahe der Kasachischen Grenze zu fahren und sich dort auf Gut Glück auf die Suche nach seinem Vater zu machen. Er erzählte der Dame im Reisebüro von seinem Dilemma und seinem Plan, doch bevor er auch nur ansatzweise die Reise planen konnte, hatte sie eine Idee. Sie hätte da einen Bekannten in der Verwaltung der Regionshauptstadt und diesen würde sie mal anrufen, vielleicht ließe sich ja irgendwas in Erfahrung bringen. Gesagt, getan und kurz darauf war sie in ein intensives Gespräch vertieft, dem Boris nur sehr bruchstückhaft folgen konnte. Aber was ihn hörte, ließ ihn ganz aufgeregt auf seinem Stuhl herum rutschen, aber bevor er sich allzu großen Hoffnungen hingab, wollte er lieber die Zusammenfassung der Dame abwarten. Sie legte kurz danach auf und lächelte ihn an. So richtig viel in Erfahrung bringen habe sie nicht können, aber immerhin gibt es wohl eine Familie in einem 100 km von der Regionshauptstadt entfernten Ort und der Verwaltungsbekannte hätte einen Neffen in der Stadtverwaltung dort und den könnte die Frau anrufen und der könne bestimmt mehr sagen.

Die Dame rief die ihr gegebene Nummer an und erneut entspann sich ein lebhaftes Gespräch. Boris versuchte diesmal gar nicht erst, dem Telefonat zu folgen, viel zu aufgeregt war er. Mit großen Augen sah er, wie die Reisebüroangestellte mehrere Adressen notierte, immer wieder nickte und lächelte und nach 10 Minuten, die sich für Boris wie eine Ewigkeit anfühlten, legte sie auf und strahlte ihn an.
Ja, der Name wäre in der Stadt bekannt, sie hätte jetzt drei Adressen von Familienmitgliedern dort, sie habe aber nicht bis ins Detail verstanden, wer jetzt wo wohnt, also ob an Adresse 1 der Vater wohnt und an Adresse 2 der Bruder oder eine Tochter. Sie war aber zuversichtlich, dass sich das spätestens vor Ort klären würde. Angerufen werden könnten die Personen jedoch nicht, da in dieser Region nur sehr wenige Menschen ein Telefon hätten, der Neffe in der Stadtverwaltung stünde jedoch als Ansprechpartner gerne bereit. Und so notierte die Dame eben jene Telefonnummer noch auf dem Zettel.

Boris war zu diesem Zeitpunkt völlig fertig, er konnte kaum glauben, dass seine Suche endlich von Erfolg gekrönt sein sollte. Er war heilfroh zu sitzen, so sehr zitterten seine Knie. Mit dem letzten bisschen Fassung, die er aufbringen konnte, buchte er einen Flug von Berlin nach Moskau und dann einen Inlandsflug weiter zur Regionshauptstadt. Es gab wohl auch einen Direktflug von Düsseldorf, aber das war ihm zu viel Umweg.

Zwei Wochen später saß Boris im Flieger. Er hatte sich sorgfältig auf die Reise vorbereitet, sein Russisch so gut es in der Kürze der Zeit ging aufpoliert und die wichtigsten Fragen auf Russisch in einem Notizbuch aufgeschrieben, damit er diese vor lauter Aufregung nicht vergaß. Er hatte lange gegrübelt, was er als Geschenk mitbringen sollte und wie und ob die Familie seines Vaters ihn empfangen würde. Einige schlaflose Nächte hatte er bereits hinter sich und er glaubte auch nicht, dass er während der ganzen Anreise ein Auge würde zutun können. Er war hin und her gerissen zwischen Vorfreude und Angst vor erneuter Enttäuschung. Er kannte die Hintergründe nicht, warum sein Vater keinen Kontakt zu ihm hatte, er wusste nicht, in welchen Verhältnissen er lebte, hatte nie die kleinsten Informationen von seiner Mutter erhalten.
Er landete in der Regionshauptstadt und nahm sich für die letzten 100 km ein Taxi. Sicherlich hätte er auch ein Auto mieten können, aber einerseits kannte er sich weder in der Region noch mit den russischen Fahrweisen aus, andererseits war er so aufgeregt, dass er sowieso keinen Wagen steuern konnte.
Das Taxi setzte ihn an der zweiten der drei Adressen ab und Boris stieg mit schnell pochendem Herzen aus.

Am Zaun eines einfachen, einstöckigen Holzhauses winkte ihm eine Frau mittleren Alters zu. Er ging zu ihr ihn, sie trat auf die Straße hinaus und umarmte ihn aufs Herzlichste. Sie würden schon lange auf ihn warten, sie sei froh, dass er endlich gekommen ist und er sähe seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich.

Boris hatte ja mit Vielem gerechnet, aber nicht damit. Völlig überwältigt rang er um Fassung und folgte der Frau ins Haus, wo ihr Mann und ihre Kinder warteten. Sie bewirteten ihn mit einfachem, aber reichlichen und leckeren Essen und Tee, so als ob er ein ganz normales Familienmitglied wäre und nicht jemand, den sie erst seit 10 Minuten kennen.
Es stellte sich heraus, dass die Frau seine Halbschwester und sie genauso neugierig auf ihn war, wie er auf sie. Boris erfuhr, dass er noch weitere 5 Geschwister in der Region habe und sie alle könnten es kaum abwarten, ihn endlich kennen zu lernen. Einer von ihnen war die letzte Woche jeweils täglich zum Flughafen der Regionshauptstadt gefahren, weil sie dachten, dass er mit dem Direktflug aus Deutschland käme, und wollte ihn bereits dort in Empfang nehmen. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass er über Moskau fliegt.

Woher sie denn von seiner Ankunft wüssten, wollte Boris wissen. Das habe ihnen der Neffe aus der Stadtverwaltung gesagt, denn auch, wenn die Stadt einige Zehntausend Einwohner hat, hat die Gemeinschaft doch eher dörflichen Charakter und wenn sich jemand aus Deutschland zum Besuch ankündigt, dann ist das in dieser Gegend schon eine kleine Sensation.
Sie redeten und redeten, die Sprachbarriere nur ein kleines Hindernis, wozu gibt es denn Hände und Füße. Er durfte Fotos bestaunen, erfuhr leider auch, dass sein Vater vor drei Jahren gestorben sei.
Er verbrachte eine Nacht bei dieser Schwester und brach am nächsten Tag zu einem seiner Halbbrüder auf. Das war ihm ganz recht, denn einerseits wollte er diesen offensichtlich in sehr einfachen Verhältnissen lebenden Menschen nicht zu sehr zu Last fallen, Schwester hin oder her, und andererseits war er neugierig auf den Rest seiner Verwandschaft. So hangelte er sich eine Woche lang von Bruder zu Schwester und von jedem erfuhr er Anderes und Neues und fand endlich Antworten auf seine vielen Fragen.

So war sein Vater in sehr jungen Jahren eine nichtgewünschte Beziehung zu einer hübschen Frau eingegangen. Um diese zu unterbinden, wurde er kurzerhand von der Roten Armee eingezogen und in der DDR stationiert. Man hoffte, die Entfernung und die Zeit würden ihn diese Frau vergessen lassen. Der Plan funktionierte insoweit, als dass er sich in eine deutsche Frau verliebte und diese bald darauf ein Kind von ihm erwartete. Verbrüderung mit dem Klassenfreund war allerdings genauso wenig vorgesehen und so wurde er sehr spontan wieder zurück nach Russland versetzt, wo man bereits eine passende Frau für ihn gefunden hatte, welche er kurze Zeit später ehelichte. War es auch keine Liebesheirat, so war die Ehe doch von gegenseitigem Respekt und einer über die Jahre wachsenden Zuneigung zueinander geprägt. Die Kinder jedenfalls konnten sich nicht an Negatives erinnern, nur an die empfangene innige Liebe ihrer Eltern. Der Vater hatte seine Vergangenheit nie verheimlicht und so wussten alle von dem Bruder in Deutschland. Er hätte sich wohl auch einige Male bemüht, Kontakt zu seinem Kind herzustellen, aber diese Versuche wurden von der Regierung oder der Mutter im Keim erstickt. Alle lebten in einfachen Verhältnissen, waren aber durchweg anständige Leute, so wie sie der Vater erzogen hatte und hatten eigene Familien gegründet. Zwei seiner Geschwister lebten im benachbarten Kasachstan.

Die Woche verging viel zu schnell, Boris wäre gerne noch länger geblieben. Er wollte aber auch nicht zur Last fallen und sein Angebot, für die von ihm verursachten Kosten aufzukommen, wurde unter großem Protest abgelehnt. Es wurde teilweise gar als Beleidigung empfunden, dabei wollte Boris nur irgendwie seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und hatte ständig das Gefühl, dafür nie die passenden Worte zu finden. Seine kleinen Geschenke wurden hingegen gern angenommen und Boris konnte es sich nicht verkneifen, am Tag des Abschieds einen Umschlag mit 200 Euro auf sein Nachtschränkchen zu legen. Er hoffte, dass er sich so erkenntlich zeigen konnte und die Familie trotzdem nicht das Gesicht verlor und sich nachsagen lassen musste, sie würden ihren eigenen Bruder ausnutzen.

Wenige Wochen nach seiner Rückkehr traf sich Boris mit Jens und berichtete ihn mit leuchteten Augen von seinen Erlebnissen. Stolz zeigte er Fotos von seinem Vater und seiner Familie, welche er von seinen Geschwistern geschenkt bekommen hat. Man merkte, dass er immer noch sehr ergriffen von den Ereignissen war und es irgendwie immer noch nicht so recht begreifen konnte. Die Herzlichkeit dieser Menschen überwältigte ihn, etwas, was er in dieser Form bislang nie erlebt hatte. Mehr als einmal glitzerte es verdächtig im Augenwinkel, doch blinzelte Boris das jedes Mal ganz schnell weg, so ganz konnte er eben nicht aus seiner Haut.

Dies alles ist jetzt ein gutes Jahr her. Bald wird Boris 50 Jahre alt und er wird seinen Geburtstag mit seiner Familie verbringen, so wie es sich gehört. Und kurze Zeit später ausführlich Jens davon berichten.

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