Ohne Apotheke*r fehlt dir was

Pharmama veranstaltet eine Blogparade und hier ist mein Beitrag dazu:

Als vorwiegend gesunder Mensch sind meine Besuche in einer Apotheke eher selten und falls sie doch mal vorkommen, hauptsächlich unkompliziert. Aller 3 Monate hole ich mir die 3-Monatsspritze ab, in der Erkältungszeit gibt es manchmal Codein gegen denn allzu hartnäckigen Hustenreiz und ab und zu kaufe ich mir Schmerzmittel für den Fall, dass der Bürostuhl meinen Rückenmuskeln zu sehr zugesetzt hat. Bei den Schmerzmitteln gibt es meistens eine günstige Hausmarke, allerdings nur auf explizite Nachfrage und meist mit Zähneknirschen.

Seit zwei Jahren jedoch bin ich um einige Apothekenerfahrungen reicher, denn meine Tochter wurde mit Doppelniere rechts und Ureterozele geboren, was einen Reflux dritten Grades nach sich zog. Da ein solches System anfällig für Harnwegsinfekte und Nierenbeckenentzündungen ist, erhält sie seit ihrer 2. Lebenswoche eine Antibiotikumsprophylaxe mit Cefaclor. Da in unserer Umgebung scheinbar besonders viele kranke Menschen leben, gibt es Apotheken wie Sand am Meer. Direkt auf unserer Straße gibt es 3 Apotheken auf 200 Meter, zwei Querstraßen weiter die nächsten beiden und in der anderen Richtung nochmal eine. Macht 5 Apotheken auf einen halben Quadratkilometer.

Und ich habe alle mit den AB-Rezepten getestet 🙂

Cefaclor gibt es in Pulverform und ist dadurch recht gut lagerbar. Es wird vor Gebrauch mit Wasser angerührt und ist dann zwei Wochen haltbar. Da wir nicht aller 2 Wochen zum Kinderarzt rennen wollen, um ein neues Rezept ausgestellt zu bekommen, schreibt der Kinderarzt oder die Uniklinik gern auch mal 2 oder 3 Flaschen auf, wegen der Prophylaxe ist die Einzeldosis allerdings nur ein Zehntel der üblichen Dosis.

Von den 5 getesteten Apotheken der Umgebung haben sich 3 weder an der Abgabemenge noch der Dosierung gestört, zwei davon hätten uns auch gleich die zwei Flaschen angerührt. Eine Apotheke fragte immerhin nach, ob die Einzeldosis denn so stimme. Und ein Apotheker fragte genau nach. Warum so niedrig, warum so viel und so lange. Meine Standardantwort „ist eine Prophylaxe“ machte ihn neugierig. Es war aber nicht so, dass er mir nicht glaubte, sondern er war ernsthaft interessiert, welche Erkrankung denn eine solche Medikation notwendig machte. Da ich mich mittlerweile zwangsläufig ganz gut mit Doppelnieren auskenne, erklärte ich ihm ausführlich, was meine Tochter hat, was bisher dagegen unternommen wurde und warum die AB-Gabe nötig ist.

Ich fand es toll, dass sich jemand wirklich dafür interessierte und bei meiner Erzählung nicht sofort in „ohje“ und „ach wie schrecklich“ verfallen ist. Seitdem hole ich das AB nur noch in dieser Apotheke, was definitiv nicht nur daran liegt, dass sie die allernächste der besagten 5 ist 😉

 

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2 Kommentare zu “Ohne Apotheke*r fehlt dir was

  1. Pharmama sagt:

    Hallo Xayriel, und Danke für Deinen Beitrag zur Blogparade – ja, es muss nicht immer Fachwissen sein, weshalb man seine Stammapotheke wählt (aber es hilft).

    Gefällt 1 Person

  2. Daniel Kuhn sagt:

    Nun, so selten ist niedrig dosiertes Cefaclor gar nicht. Bei allen möglichen Formen der Inkontinenz bei Kleinstkindern. Spina Bifida oder andere Rückenmarksprobleme bspw ziehen das gern mit sich. Uns hat noch nie jemand komisch gefragt, unsere Stammapotheke früher hat es speziell für uns ans Lager genommen.

    Gefällt 2 Personen

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